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Full-Size Car

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Full-Size Car (englisch: etwaAuto voller Größe) bezeichnet eineFahrzeugklasse beiPKW, vor allem in denVereinigten Staaten. Offiziell heißt sieLarge Car, alsogroßes Auto. Sie entspricht von der Größe der deutschenOberklasse, bedingt aber, anders als diese, weder eine Top-Motorisierung noch eine besonders luxuriöseAusstattung.

Merkmale

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Anders als in Deutschland ist die Klasse nicht über die Länge, sondern über das Innenraumvolumen definiert, das mindestens 3.300l (120ft³) betragen muss.[1] Vorher war das Kriterium einRadstand von mindestens 2,79 m (110Inch). Durch die länger gewordenen Radstände in derMittelklasse wurde auch die Länge zu einem wichtigen Faktor,Full-Size Cars sollten mindestens 5 Meter (197 Inch) lang sein. Wegen ihrer Größe werden Fahrzeuge dieser Klasse gerne von Polizei und Taxidienstleistern verwendet. Während europäische Käufer einen Zusammenhang zwischen Außenmaßen, Technik, Qualität und Komfort erwarten, ist dies in anderen Ländern – besonders den USA – nicht der Fall. Dass Karosserie und Motoren der Fahrzeuge ohne sachlichen Grund vergrößert wurden, während die technische Entwicklung eher stagnierte, stieß hierzulande auf Irritation.[2] Fahrzeuge, die komplett der deutschenOberklasse entsprechen, nennt man in den USALuxury- oderPremium-Full-Size.

Nachkriegszeit

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In den 1920er und 1930er Jahren gab es eine Vielzahl von Marken und Modellen in allen Fahrzeugklassen. Der Zusammenhang zwischen der Größe des Fahrzeugs und dessen Status festigte sich. Hersteller von kompakteren Luxuswagen scheiterten; so etwaFranklin,Jordan oder auchStutz. Die Wirtschaftskrise und die Produktionsumstellungen im Zusammenhang mit demZweiten Weltkrieg ließen die Zahl der Anbieter stark zurückgehen. Nach dem Scheitern desTucker ’48 warenKaiser undFrazer die einzigen neuen Anbieter vonFull-Size-Automobilen. Diese Klasse war so weit verbreitet, dass man von ihr auch vonStandard Size sprach. Die meisten Hersteller beschränkten sich auf eine bis zwei Baureihen mit jeweils mehreren Ausstattungsvarianten. In den 1950er und 1960er Jahren wurden die meisten amerikanischen Autos immer größer, schwerer und leistungsstärker. Bis zu dieser Zeit warenFull-Size Cars auf Radstände von 3,07 bis 3,23 m (121 bis 127 in) und Längen von ungefähr 5,72 m (225 in) gewachsen – die sogenanntenStraßenkreuzer. Kleinere Modelle spielten in den USA vor 1960 keine große Rolle (Nash Rambler,Kaiser Henry J.,Hudson Jet,Aero-Willys). Das änderte sich nach einer kurzen, aber heftigen Rezession 1958, als auchStudebaker mit demLark in den Markt für (US-)Kompaktwagen (compact cars) einstieg (1959), kurz darauf gefolgt von den „Großen Drei“ (General Motors,Ford undChrysler), letztere vorerst mit den ModellenChevrolet Corvair undChevy II/Nova,Ford Falcon,Plymouth Valiant undDodge Lancer undDart. Ab 1964 wurde die Lücke zwischen Kompaktwagen und Full-Size-Automobilen durch die neueMid-Size-Klasse geschlossen, die in etwa der deutschenMittelklasse entspricht, aber zuweilen Dimensionen erreichte, welche die Grenze zur Full-Size-Klasse verwischten.

Die Entwicklung des US-amerikanischen Automobilbaus nach besonderen Maßstäben wurde nicht zuletzt dadurch möglich, dass die produzierten Fahrzeugmodelle ganz auf Geschmack und Rahmenbedingungen im Heimatland zugeschnitten wurden, während der Export eine vergleichsweise geringe Rolle spielte. Stattdessen wurden im Ausland Fabriken betrieben, die andere, auf die nichtamerikanischen Märkte zugeschnittene Fahrzeuge produzierten.

Es folgt ein Abriss über die Entwicklungen in denUSA.

General Motors

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Inbegriff einesFull-Size Car: Cadillac Coupe De Ville (1960)

GM hatte vor dem Zweiten Weltkrieg ein System mit drei Plattformen eingeführt, die auf alle Konzernmodelle passten. Chassis und Grundstruktur der Karosserie waren auf möglichst große Kompatibilität ausgelegt. Die einzelnen Marken unterschieden sich durch ihre Motoren, Elemente der Aufhängung, Styling der Außenhaut und markentypische Details voneinander. Grob sah die Einteilung so aus:

Für 1959 erfolgte so etwas wie ein Neustart bei GM: Erstmals in der Firmengeschichte wurden alle Konzernmarken gleichzeitig überarbeitet. Es gab viele neue Modellbezeichnungen und ein neues, leichter wirkendes Design mit Heckflossen in allen Variationen. Dazu erschien eine neue B-Plattform, in der auch die bisherige A-Plattform aufging. Weil nun alle gängigen Konzernmarken auf diesem Chassis aufgebaut waren, wurde diese Klasse auch alsStandard Size bezeichnet. Zudem gab es eine neue C-Plattform (im Prinzip eine etwas längere Variante der B-Plattform) für dieLuxury- undPremium-Full-Size-Modelle des Konzerns, alsoOldsmobile 98,Buick Electra und die Cadillac-Baureihen ohne besondere Verlängerung (75 und 86). Zu dieser Zeit bildete sich der Begriff „Straßenkreuzer“, der aber auch andere, für Europäer „große“ Autos umfasst und sich auch nicht genau definieren lässt.

1964 erschien eine neue A-Plattform für die neuenIntermediate- oderMid-Size-Modelle, die zwischen den Full Size und den Compacts (K-, X- und Z-Plattformen) angesiedelt waren (typische Vertreter:Chevrolet Malibu oderPontiac LeMans). Die B-Plattform wurde 1961, 1965, 1971, 1977 und 1991 überarbeitet. KonzernweiteFacelifts gab es zudem 1969 und 1980. Erst 1996 wurde die B-Plattform eingestellt, die C-Plattform wurde 1984 durch die eng verwandte D-Plattform abgelöst, die einigen Cadillac-Modellen vorbehalten war und ebenfalls 1996 auslief. Den größten Einschnitt ihrer Bauzeit erfuhren die Full-Size-Modelle von GM durch das konzernweit durchgeführte „Downsizing“ (Verkleinerung) ab dem Modelljahr 1977.

Manche Modellreihen erfuhren eine Neuausrichtung, die eine andere Plattform nach sich zog. Die nachstehende Liste berücksichtigt daher Baureihen, die möglicherweise nur zeitweilig derFull-Size-Klasse zuzuordnen sind; Details siehe in den jeweiligen Modell-Artikeln. Nicht enthalten sind kanadische und australische Modellbezeichnungen sowie solche für Station Wagon (z. B.Chevrolet Kingswood als Kombiversion des Caprice).

ChevroletFull Size
Biscayne;Bel Air;Impala;Caprice/Caprice Classic

PontiacFull Size
DerBonneville erschien 1957 als Pontiacs Topmodell. Ab 1959 war derCatalina viele Jahre günstigere Full-Size-Ausführung. Über diesem wechselten die Modellbezeichnungen häufig. Eine Besonderheit stellt derPersonal luxuryGrand Prix dar, dessen erste Generation (1962–1968) auf der B-Plattform aufgebaut war.
Bonneville;Star Chief,Catalina,Ventura;Executive;Grand Ville

OldsmobileFull Size
Oldsmobile 88 (Super 88, Delmont 88, Dynamic 88, Jetstar 88, Delta 88);Starfire

BuickFull Size
Eine Besonderheit stellt derPersonal luxuryRiviera dar, dessen 5. Generation (1977–1978) als Zwischenlösung auf dem Le Sabre (B-Plattform) aufgebaut war.
LeSabre;Invicta,Roadmaster;Wildcat;Centurion,Riviera

Cadillacs waren auf B-, C- und D-Plattformen aufgebaut (Frontantrieb-Eldorado: E) und damitper seFull-Size Cars.

Ford

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Der Edsel Citation von 1958 war einFull-Size Car des Ford-Konzerns

Die MarkeFord hatte seit den Tagen desModells T auf eine einzige Baureihe pro Modelljahr gesetzt. Später kamLincoln hinzu mit anfangs wenig Gemeinsamkeiten. Mit demFord Modell A wurde die Unterteilung inStandard- undDeluxe-Modelle eingeleitet, die sich im Prinzip bis zum Ende derV8-Baureihen 1948 fortsetzen sollte. Lincoln begann, mehrere Modelle anzubieten, zeitweise mit V8- und V12-Motoren, und 1938 kam derMercury auf einem verlängerten Ford-Chassis und mit vergrößertem Ford-V8 dazu. Ursprünglich beabsichtigte Ford, die ersten Nachkriegsmodelle (für 1949 geplant) deutlich kompakter zu bauen. Im letzten Moment scheute man das damit verbundene Risiko, der „kleine“ Ford wurde nach Frankreich transferiert und dort alsVedette gebaut, das als Mercury vorgesehene Fahrzeug erschien als Ford, und der Mercury teilte sich seinerseits eine Plattform mit dem „kleinen“Lincoln. Für den „großen“Cosmopolitan als Nachfolger desContinental gab es ein neues Fahrgestell. 1956–1960 wurde die MarkeContinental oberhalb des Lincoln eingeführt. Die neue, kurzlebige MarkeEdsel (1958–1960) bestand anfangs aus vier Modellreihen, wobei je zwei Ford- und Mercury-Fahrgestelle nutzten. Eine Besonderheit war die selbsttragende Bauweise, die Lincoln und Continental 1958–1969 verwendeten.

Auch Ford verwendete manche Modellnamen mehrfach und für unterschiedliche Baureihen. Es sind also nicht zwingendalle Modelljahre der nachstehenden SerienFull-Size Cars; Details siehe in den jeweiligen Modell-Artikeln. Nicht enthalten sind kanadische und australische Modellbezeichnungen sowie solche für Station Wagon (z. B.Ford Country Squire als Top-Kombimodelle mehrerer Fahrzeugklassen).

FordFull Size
Galaxie (nicht zu verwechseln mit dem europäischenMinivanFord Galaxy);LTD (ohne LTD II);XL;(LTD) Crown Victoria samtPolice InterceptorVariante.

MercuryFull Size
Turnpike Cruiser;Park Lane;Marquis undGrand Marquis;Montclair;Monterey;Marauder

EdselFull Size
Alle Edsel, wobei die BaureihenRanger undPacer sowie alle Station Wagon (Bermuda,Roundup undVillager) auf Ford-Fahrgestellen beruhten und die größerenCitation undCorsair auf solchen von Mercury.

AlleLincoln undContinental bis 1979 gelten alsFull-Size Cars, einige auch danach.

Jüngere Entwicklung

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Nach derÖlkrise gingen die Verkäufe derFull-Size Cars in den 1970er Jahren stark zurück. Zu dieser Zeit erfreuten sich auch japanische Autos wieToyota Corolla oderHonda Civic zunehmender Beliebtheit. Die amerikanischen Hersteller reagierten und produzierten ab 1977 etwas verkleinerte Modelle mit effizienteren Motoren, jedoch noch immer grundsätzlich V8. Dies und der wieder gesunkeneÖlpreis sorgten in den 1980er Jahren wieder für zunehmende Popularität der Fahrzeugklasse. Eine weitere Runde desDownsizings begann 1985/86, alsGM eine neue GenerationFull-Size Cars vorstellte, mitFrontantrieb und ohne die vorher fast obligatorischen V8-Motoren.

Seit den 1990er Jahren gewannenFull-Size-SUVs mit großen Motoren an Beliebtheit und verdrängten alleKombis aus dieser Klasse. Durch die rapide Steigerung der Ölpreise und die Finanzkrise 2007 verschwanden die verbliebenen klassischen Straßenkreuzer nun endgültig, und die derzeitigenFull-Size-Modelle wieChevrolet Impala,Chrysler 300 undFord Taurus haben eine Länge von ca. 5 Metern. Allerdings sind in den USA überdimensioniertePick-ups nach wie vor deutlich stärker verbreitet als in anderen Ländern; Modelle wie derNissan Titan werden exklusiv für den US-amerikanischen Markt produziert.

Aktuelle Full-size Cars

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Historische Full-size Cars

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Einzelnachweise

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  1. fueleconomy.gov – How are vehicle size classes defined?
  2. Nordamerikanische Personenkraftwagen. In:Kraftfahrzeugtechnik. 10/1966, S. 378–383
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