Insgesamt beschäftigte Fujitsu im Jahr 2018 rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland und weitere 300 in Österreich und der Schweiz.
Standorte in Deutschland sind Berlin, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Karlsruhe (Entwicklung), Kösching, Laatzen, München (Sitz), Neckarsulm, Nürnberg, Sömmerda, Stuttgart, Ulm, Walldorf und Würzburg.[2]
1935 wurde das Unternehmen in Tokio als Hersteller für Telefonzubehör unter dem NamenFuji Tsūshinki Seizō (富士通信機製造) gegründet. Es entstand aus dem Kommunikationsbereich derFuji Denki Seizō K.K. (富士電機製造株式会社, engl.Fuji Electric Company, heute:Fuji Denki Holdings), das wiederum einJoint Venture vonFurukawa Denki Kōgyō (古河電気工業) mitSiemens war. Der NameFuji wurde dabei zusammengesetzt ausFurukawa undJīmensu (japanisch für die Aussprache von Siemens als [zi:mens]).
1952 wurde die imZweiten Weltkrieg unterbrochene Zusammenarbeit mit Siemens wieder aufgenommen. 1967 entstand der Name Fujitsu aus den Komponenten Furukawa (Fu), Siemens (ji) und Tsushinki (tsu). Bis 1961 bestand das Logo, das sich das Unternehmen mit seinem Mutterunternehmen teilte, auch aus einem eingekreisten überlagerten „f“ und einem „S“ – als Symbol für die beiden Joint-Venture-Partner des Mutterunternehmens.[3]
Von 1999 bis 2009 arbeitete man mit Siemens im IT-Bereich (Server, Notebooks, Desktop-PCs etc.) im Joint VentureFujitsu Siemens Computers (FSC) zusammen. 2009 wurden die 50-%-Siemens-Anteile an FSC von Fujitsu übernommen, und man benannte die Tochter inFujitsu Technology Solutions um.
2009 wurde die Festplatten-Sparte an Toshiba verkauft.[4]
Anfang November 2017 wurde ein Joint Venture mit dem chinesischen PC-HerstellerLenovo zur Entwicklung und Herstellung von Client-Geräten (Client Computing Devices, CCD) abgeschlossen und eine Übernahme Lenovos einer Mehrheit an der Fujitsu-TochterFujitsu Client Computing Limited (FCCL) vereinbart.[5]
Als lange Zeit einziger Hersteller von Office- und Home-Computern betrieb Fujitsu die Endproduktion eines Teils der Geräte in Deutschland im Werk Augsburg.[6][7] Im Jahr 2018 kündigte Fujitsu eine weltweite Umstrukturierung des Unternehmens an. Damit verbunden war die Schließung des Produktionsstandortes im AugsburgerToni Park mit 1.800 Arbeitsplätzen.[8][9] Die Endproduktion im Werk Augsburg wurde allerdings Ende September 2020 geschlossen, andere bislang dort angesiedelte Bereiche wie Service und Support werden seitdem mit rund 350 Beschäftigten an einem neuen Standort in Augsburg weitergeführt.[10][11] Anteile der Technik (Motherboards) wurden 2019 vonKontron übernommen.[12][13]
Das von Fujitsu entwickelte und betriebene IT-SystemHorizon stand im Mittelpunkt einer Serie vonJustizirrtümern, bei denen von 1999 bis 2015 mehr als 900 leitende Beschäftigte derbritischen Post zu Unrecht wegen Diebstahls, falscher Buchführung und Betrugs verurteilt wurden, obwohl die Defizite in ihren Filialen in Wirklichkeit auf Fehler der Fujitsu-Software zurückzuführen waren. 2019 entschied der britischeHigh Court, dass die Fujitsu-Software fehlerhaft war, und 2020 leitete die Regierung eine öffentliche Untersuchung ein. Im Januar 2024 kämpften einige Opfer noch immer um die Aufhebung ihrer Urteile bzw. um Entschädigungen.[14]
Rolf Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung, sagte in einem Interview „Wir sindNSA-frei“, d.h., dass Fujitsu mit Sitz in Deutschland auch lokale Infrastruktur nutzen würde. Das sei wichtig für Kunden, die personenbezogene Daten nicht im außereuropäischen Ausland gelagert haben möchten.[15]