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Friedrich Nerly

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet vonFriedrich von Nerly)
Dieser Artikel behandelt den MalerFriedrich Nerly den Älteren. Zu seinem Sohn sieheFriedrich Paul Nerly.
Selbstporträt, 1828,Städelsches Kunstinstitut
Friedrich Nerly als „General und Feldmarschall derTiber und deren Brück“ (Cervaro-Fest), gezeichnet vonLeopold Pollak, Rom 1832
Erwin Speckter:Der Künstler und seine Freunde: (v.l.n.r.:Erwin Speckter,Carl Julius Milde,Otto Speckter, Friedrich Nehrlich (Nerly))
Studie zum Porträt Carl Friedrich von Rumohr (1823)
Die Piazzetta und die Markussäule bei Mondschein, Nerlys am häufigsten gemaltes Motiv, das er dreißig Mal variierte
Die Grotte des Posillipo (1847)
Köln, Wallraf-Richartz-Museum

Friedrich Nerly (ursprünglichChristian Friedrich Ne[h]rlich, auchFederico von Nerly oderFriedrich Nerly der Ältere; *24. November1807 inErfurt; †21. Oktober1878 inVenedig) war ein deutscher Maler derRomantik, der unter anderem durchVeduten von Venedig bekannt wurde, einer Stadt, in der er mehr als vier Jahrzehnte lebte und eine Familie gründete.

Leben

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Friedrich Nerly wurde nach dem frühen Tod seines Vaters, eines Postsekretärs in Erfurt, ab 1815 vom Bruder seiner Mutter in Hamburg großgezogen. Dieser war Musiker, erkannte dessen künstlerische Begabung schnell und förderte diese. Den ersten Zeichenunterricht bekam er von der Ehefrau seines Onkels, danach von einem weiteren Onkel,Heinrich Joachim Herterich, der ihn später auch als Lehrling in seine lithografische Werkstatt aufnahm. Der junge Nerly verkehrte auch bei der FamilieJohann Michael Speckters, des Partners von Herterich. Speckter war ein enger Freund vonPhilipp Otto Runge, ebenfalls Schüler von Nerlys Onkel. Bald machte Nerly die Bekanntschaft des Mäzens FreiherrCarl Friedrich von Rumohr.

1823 wurde Nerly Schüler von Rumohr und war nebenFranz Horny einer seiner wichtigsten. Das wichtigste Credo des Freiherrn war „das immerwährende Studium der realen Natur“. Im Sommer 1827 begleitete Nerly Rumohr auf eine ausgedehnte Reise, die über denHarz,Weimar,Dresden undMünchen schließlich nach Italien führte; dabei machte er in Weimar die Bekanntschaft mitJohann Wolfgang von Goethe.

Ende 1828 reiste er allein nachRom weiter, um vorerst dort zu bleiben. In diesem Jahr änderte er auch aus seiner Italien-Begeisterung heraus seinen Namen inNerly. Nach eigenem Bekunden hatte außer Rumohr nur nochJohann Christian Reinhart, den er in Rom kennengelernt hatte, künstlerischen Einfluss auf ihn. In Rom hatte Nerly bis zu seiner Abreise 1835 die Leitung derCervaro-Feste derPonte-Molle-Gesellschaft inne.[1] Außerdem wurden von dieser Gesellschaft neuankommende deutschsprachige Künstler begrüßt und in die Künstlergemeinschaft aufgenommen. Hierbei gab es humorvolle Initiationsriten.

Nach einer kurzen Reise durch Süditalien ließ sich Nerly Ende Oktober 1835 in Venedig als Künstler nieder. In der Lagunenstadt fand er die Sujets, mit denen er weit bekannt wurde; seinePiazetta bei Mondschein malte er 36 mal. Er gilt als Erfinder des venezianischen Mondscheinbildes.[2]

In Venedig avancierte Nerly schon bald zum Mitglied der ortsansässigenKunstakademie. Er heiratete 1840 die Venezianerin Agathe Alginowich (* 10. Dezember 1810, † 17. Juni 1889), mit der zusammen er 1842 den SohnFriedrich bekam, der ebenfalls Maler wurde († 1919). Einer der wenigen Kontakte zu seiner alten Heimatstadt Erfurt war der MalerEduard Gerhardt, der ihn nach 1841 mehrfach in Venedig besuchte; die Freunde lernten und arbeiteten in dieser Zeit gemeinsam.

König Wilhelm I. von Württemberg verlieh ihm 1852 als Anerkennung und Dank das Ritterkreuz 1. Klasse desOrdens der Württembergischen Krone, mit dem der persönliche Adel verbunden war.[3]

1878 starb Nerly in Venedig und wurde auf dem FriedhofSan Michele in Venedig beerdigt.

Grab Nerlys und seiner Frau auf dem Friedhof San Michele (Evangelischer Teil)

Sein SohnFriedrich Paul Nerly legte schon 1883 auf Anregung seines Vetters, des MalersEduard von Hagen, den Grundstein für die Gemäldegalerie imAngermuseum der Stadt Erfurt, indem er den gesamten künstlerischen Nachlass seines Vaters dessen Heimatstadt vermachte.[4] Ein Teilnachlass befindet sich seit 1953 in derKunsthalle Bremen.[5]

In Erfurt ist die Nerlystraße[6] nach ihm benannt, inHamburg-Hamm der Nerlichsweg.[7]

Werke

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  • Bildnis des Kunsthistorikers Karl Friedrich von Rumohr (Berlin, Alte Nationalgalerie, Inv. Nr. A III 725), um 1823–27, Öl auf Leinwand, 31 × 25 cm.
  • Italienische Landschaft mit Hirten (Wuppertal, Von der Heydt-Museum, Inv. Nr. G 0133), 1831, Öl auf Leinwand, 150 × 122 cm.
  • Büffel ziehen einen Marmorblock (Kopenhagen,Thorvaldsen-Museum, Inv. Nr. B 133), 1831, Öl auf Leinwand, 74,5 × 99,4 cm.
  • Blick auf Terracina und den Monte Circeo (Hamburger Kunsthalle, Inv. Nr. 2787), 1833, Öl auf Leinwand, 99 × 137,5 cm.
  • Die Wasserfälle von Terni (Wien, Österreichische Galerie, Inv. Nr. 3296), um 1834, Öl auf Leinwand.
  • Piazzetta in Venedig bei Mondschein. (Köln, Leihgabe aus Privatbesitz imWallraf-Richartz-Museum), 1842, Öl auf Leinwand.
  • Blick über den Bacino di San Marco in Venedig.[8] (Privatbesitz), um 1843/46, Öl auf Leinwand
  • Venedig, Canal Grande mit Blick auf Santa Maria della Salute.[9] (Bremen, Kunsthalle), um 1845, Öl auf Leinwand
  • Venedig, Canal Grande mit Palazzo Fondaco dei Turchi.[10] (Erfurt, Angermuseum), um 1845, Wasserfarben, Pinsel und Feder in Braun, Weißhöhungen, Bleistift.
  • Venedig bei Nacht (Triest,Museo Morpurgo), 1850, Öl auf Leinwand, 75 × 102 cm.
  • Blick über den Bacino di San Marco in Venedig (Köln,Van Ham Kunstauktionen, verkauft im April 2007, Ergebnis: 550.000 €), um 1840–45, Öl auf Leinwand, 80 × 119 cm.
  • Palazzo Pisani (Van Ham Kunstauktionen, verkauft im April 2007, Ergebnis: 33.000 €), um 1840–45, Öl auf Leinwand, 74 × 66 cm.
  • Die Piazetta im Mondschein, 1838, (Van Ham Kunstauktionen, verkauft im April 2007, Ergebnis: 210.000 €), Öl auf Leinwand, 81 × 111 cm.[11]
  • Das Haus der Desdemona in Venedig, 1855, Öl auf Leinwand, 110 × 86 cm.Villa Grisebach, Berlin, Mai 2012.
  • Vor einem Palazzo am Canal Grande in Venedig (Van Ham Kunstauktionen, verkauft im Mai 2011, Ergebnis: 2.200 €), um 1840–45, Öl auf Leinwand, 252 × 150 cm.
  • Piazza di San Marco bei Mondschein (Lempertz, Köln, Juni 2016, € 400.000,--). 1849, Öl auf Leinwand, süddeutsche Sammlung.

Literatur

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  • Friedrich Nerly und die Künstler um Carl Friedrich Rumohr. Bearbeitet vonThomas Gädeke. Katalog. Kloster Cismar, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum; Landesmuseum Mainz 1991.
  • Julia M. Nauhaus:"… einige interessante Notizen über Kunstgegenstände ..." Friedrich Nerly und die Berliner Gemäldegalerie. In: "Römische Tage – Venezianische Nächte" Friedrich Nerly zum 200. Geburtstag. Ausstellungskatalog desAngermuseums Erfurt. Paderborn 2007, S. 195–205.
  • Julia M. Nauhaus:"Vom Kuhhirten zum kleinen Grafen". Friedrich Nerlys Begegnungen mit Künstlern und herausragenden Persönlichkeiten in Hamburg, Rom und Venedig. In:"Römische Tage – Venezianische Nächte" Friedrich Nerly zum 200. Geburtstag. Ausstellungskatalog desAngermuseums Erfurt. Paderborn 2007, S. 11–31.
  • Julia M. Nauhaus:Friedrich Nerly: The island of San Michele, Venice, around 1850. In: Venice in Peril. The British Committee for the Preservation of Venice. Newsletter, Sommer 2008, S. 3.
  • Julia M. Nauhaus:Nerly – Vater und Sohn. In: SammlerJournal. Reichertshausen Juli 2011, S. 86–91.
  • Dietrich Lückoff:Friedrich Nerly in Porto Venere, Sommer 1838 /Friedrich Nerly a Porto Venere, Estate 1828. Verlag Melangolo, Genua 2014. (Text italienisch und deutsch).
  • Claudia Denk, Kai Uwe Schierz, Thomas von Taschitzki (Hrsg.):Reframing Friedrich Nerly. Landschaftsmaler, Reisender, Verkaufstalent. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2022,ISBN 978-3-422-98950-4.
  • Claudia Denk, Kai Uwe Schierz, Thomas von Taschitzki (Hrsg.):Friedrich Nerly - von Erfurt in die Welt. die Gemälde und Ölstudien des Nerly-Bestandes im Angermuseum Erfurt, Deutscher Kunstverlag, Berlin 2024,ISBN 978-3-422-80257-5

Weblinks

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Commons: Friedrich von Nerly – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Vorläufer des Deutschen Künstlervereins von 1845.
  2. Louis Gerber, cosmopolis.ch: Friedrich Nerly. 20. März 2025, abgerufen am 20. März 2025. 
  3. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1877, S. 41.
  4. Steffen Raßloff:Eduard von Hagen und die Gründung des Angermuseums. In:Kulturjournal Mittelthüringen. 6/2009. S. 32.
  5. Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen, Website derKunsthalle Bremen. Siehe auch:Friedrich Nerly. Ein deutscher Romantiker in Italien, Kat. Ausst. Bremen, Kunsthalle, Bremen 1957.
  6. erfurt.de (Memento vom 28. Februar 2013 imInternet Archive)
  7. Horst Beckershaus:Die Hamburger Straßennamen. Woher sie kommen und was sie bedeuten. Europ. Verlagsanstalt 2011,ISBN 3-86393-009-6, S. 256.
  8. Stadtwerke Osnabrück: 27. November 2010 – 06. März 2011 – Venedig-Bilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. In: Stadtwerke Osnabrück. Archiviert vom Original; abgerufen im 1. Januar 1. 
  9. Stadtwerke Osnabrück: 27. November 2010 – 06. März 2011 – Venedig-Bilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. In: Stadtwerke Osnabrück. Archiviert vom Original am 16. Juni 2016; abgerufen im 1. Januar 1. 
  10. Stadtwerke Osnabrück: 27. November 2010 – 06. März 2011 – Venedig-Bilder in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts. In: Stadtwerke Osnabrück. Archiviert vom Original am 16. Juni 2016; abgerufen im 1. Januar 1. 
  11. Die Piazetta im Mondschein, 1838, zuletzt besucht am 24. Oktober 2025.
Personendaten
NAMENerly, Friedrich
ALTERNATIVNAMENNerly, Friedrich; Nehrlich, Friedrich; Nerlich, Friedrich; Nerly, Frederigo
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Maler
GEBURTSDATUM24. November 1807
GEBURTSORTErfurt
STERBEDATUM21. Oktober 1878
STERBEORTVenedig
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