Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Friedrich Adolf Traun

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Friedrich Adolf Traun
Medaillenspiegel
Sportler der Olympischen Spiele 1896, fotografiert von Albert Meyer
Sportler der Olympischen Spiele 1896, fotografiert vonAlbert Meyer

Tennisspieler

Deutsches Reich Deutsches Reich
Olympische Spiele
Silber1896 AthenDoppel

Friedrich Adolf „Fritz“ Traun (*29. März1876 inWandsbek; †11. Juli1908 inHamburg) war ein deutscher Sportpionier und Sieger im Doppel bei denOlympischen Spielen 1896 in Athen und damit erster deutscher Olympiasieger imTennis.

Leben

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Traun, der 1876 inWandsbek zur Welt kam, stammte aus wohlhabendemhanseatischem Hause; sein VaterHeinrich Traun besaß ein Unternehmen derkautschukverarbeitenden Industrie und war von 1901 bis 1908Hamburger Senator. Nach dem Besuch desMatthias-Claudius-Gymnasiums nahm Traun 1895 einChemiestudium an derTechnischen Universität Dresden auf. Im Herbst jenes Jahres trat er bei einem Städtewettkampf in derLeichtathletik zwischen Berlin und Hamburg in Erscheinung und gewann das Rennen über eine halbeMeile.

1896 nahm Traun an den I. Olympischen Spielen in Athen teil. In seiner Paradedisziplin, dem800-Meter-Lauf, schied er jedoch bereits im Vorlauf als Drittplatzierter mit einer Zeit von 2:14,0 Minuten aus. Angeblich soll er daraufhin vom IrenJohn Pius Boland zur Teilnahme am Tenniswettbewerb, der unter einem Mangel an internationalen Spielern litt, überredet worden sein; nach anderer Darstellung entschied er sich selbst spontan dazu. Während er im Einzel gegen Boland, den späteren Olympiasieger, in der ersten Runde ausschied, zogen beide im Doppel nach einem Sieg in der ersten Runde und einem folgenden Freilos direkt ins Finale ein, das sie am 9. April gegen die GriechenDionysios Kasdaglis undDimitrios Petrokokkinos gewannen.[1]

1897 erreichte er inBaden-Baden im Weitsprung als erster Deutscher eine Weite von über 6 Metern.

1899 promovierte Traun mit dem TitelZur Kenntnis des Dibrommesitolbromids und seiner Umwandlungsprodukte mit der BestnoteSumma cum laude. In den Jahren 1900 und 1901 arbeitete er als Wissenschaftler an der PariserSorbonne und trat anschließend in die Firma des Vaters ein. Ab 1902 hielt sich Traun für ein Jahr geschäftlich in den USA auf. Zunächst inspizierte er eine Niederlassung der Firma aufLong Island. Im Winter 1902/03 erkrankte Traun anTuberkulose, von der er sich nie mehr vollständig erholte. Er traf sich mitCarl Schurz, auf dessen Rat hin er den folgenden Frühling in einem Kurhotel inAugusta verbrachte und im Sommer 1903 nach Hamburg zurückkehrte. Die folgenden Jahre verbrachte Traun auf Kuraufenthalten inSt. Moritz undDavos, wobei er alsBobfahrer Erfahrung sammelte und 1904 auf der Cresta-Bahn in St. Moritz einen Bahnrekord aufstellte.

Nachdem er durch seine Erkrankung vom aktiven Sport zunehmend ausgeschlossen war, betätigte sich Traun als Sportjournalist und Organisator. 1906 fungierte er als Turnierleiter beim Hamburger Tennismeisterschaftsturnier, 1907 als dessen Oberschiedsrichter. Im selben Jahr lernte Traun auf derKieler Woche Friedel Preetorius, Tochter des wohlhabendenMainzer UnternehmersWilhelm Preetorius, kennen. Im März 1908 heirateten beide unter großem öffentlichen Aufsehen; die Hochzeitsreise führte sie mit Trauns Auto bis nachAlgier. Anschließend wohnte das Paar bis zur geplanten Fertigstellung seines Anwesens im noblen „Park Hôtel Teufelsbrücke“ in Hamburg-Altona[2].

Friedrich Adolph Traun in der Familiengrabstätte auf demFriedhof Ohlsdorf

Am Morgen des 11. Juli 1908 betrat eine junge Frau das Hotel und behauptete, ebenfalls mit Traun verheiratet zu sein und sogar Kinder mit ihm zu haben. Die genauen Umstände konnten nie geklärt werden; im Anschluss an das Treffen erschoss sich Traun im Badezimmer seines Appartements.

Friedrich Adolph Traun wurde im Bereich der Grabstätte seiner Familie auf dem HamburgerFriedhof Ohlsdorf im Planquadrat AC 18, 1-28, südwestlich von Kapelle 7 beigesetzt.[3]

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Heiner Gillmeister:Ein vergessener Pionier. Aus:Tennis in Deutschland. Von den Anfängen bis 2002. Duncker & Humblot, Berlin 2002.ISBN 978-3-428-10846-6.

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Friedrich Adolf Traun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Volker Kluge:Die Olympischen Spiele von 1896–1980. Namen, Zahlen, Fakten. Sportverlag Berlin, (Ost-)Berlin 1981, S. 11.
  2. „Lithografie Hamburg-Nienstedten, Park-Hotel Teufelsbrücke von C. F. Möller, Blick von der Terrasse“, der in Nienstedten, Kleinflottbek, Bezirk Altona befindlichen Hotelanlage (Trauns Todesort), zentrales Verzeichnis antiquarischer Bücher (zvab.com).
  3. Das Grab von Friedrich Adolf Traun. In: knerger.de. Klaus Nerger, abgerufen am 15. März 2019. 
Olympiasieger im Tennis-Herrendoppel

1896: Vereinigtes Konigreich 1801 John Pius Boland /Deutsches Reich Friedrich Adolf Traun |1900: Vereinigtes Konigreich 1801 Laurence Doherty /Reginald Doherty |1904: Vereinigte Staaten 45 Edgar Leonard /Beals Wright |1908: Vereinigtes Konigreich 1801 Reginald Doherty /George Hillyard (Rasen) ;Vereinigtes Konigreich 1801 Herbert Roper Barrett /Arthur Gore (Halle) |1912: Sudafrika 1912 Harold Kitson /Charles Winslow (Rasen) ;Dritte Französische Republik Maurice Germot /André Gobert (Halle) |1920: Vereinigtes Konigreich 1801 Oswald Turnbull /Max Woosnam |1924: Vereinigte Staaten 48 Frank Hunter /Vincent Richards |1988: Vereinigte Staaten Ken Flach /Robert Seguso |1992: Deutschland Boris Becker /Michael Stich |1996: Australien Todd Woodbridge /Mark Woodforde |2000: Kanada Sébastien Lareau /Daniel Nestor |2004: Chile Fernando González /Nicolás Massú |2008: Schweiz Roger Federer /Stan Wawrinka |2012: Vereinigte Staaten Bob Bryan /Mike Bryan |2016: Spanien Marc López /Rafael Nadal |2020: Kroatien Mate Pavić /Nikola Mektić |2024: Australien Matthew Ebden /John Peers

Personendaten
NAMETraun, Friedrich Adolf
ALTERNATIVNAMENTraun, Fritz
KURZBESCHREIBUNGdeutscher Olympiasieger im Tennis-Herrendoppel 1896
GEBURTSDATUM29. März 1876
GEBURTSORTWandsbek
STERBEDATUM11. Juli 1908
STERBEORTHamburg
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Friedrich_Adolf_Traun&oldid=236376822
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp