Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Friedhof Rasos

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel befasst sich mit dem Friedhof der litauischen Hauptstadt Vilnius. Für den Stadtteil der litauischen Hauptstadt sieheRasos.
Der Eingang
Gesamtansicht
Das Grab vonJoachim Lelewel
Das Grab vonAntoni Wiwulski
Das Grab vonJonas Basanavičius

DerFriedhof Rasos (lit.Rasų kapinės, poln.Cmentarz Na Rossie) ist der älteste und bekanntesteFriedhof derlitauischen HauptstadtVilnius, im StadtteilRasos. Er trägt seinen Namen nach dem ihn umgebenden Ortsteil. Die schmaleSukilėliai-Straße trennt einen alten und einen neuen Teil voneinander; die Gesamtfläche beträgt 10,8 ha. Seit 1990 werden nur mehr Bestattungen in bestehende Familiengräber vorgenommen.

Geschichte

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

1769 wird in vielen Quellen als Gründungsjahr angegeben. Einige Historiker glauben dabei jedoch an einen Zahlendreher und vermuten als richtiges Datum 1796.[1] Am 24. April 1801 wurde der neue Friedhof geweiht. Zwei Tage später wurdeJan Müller, der Bürgermeister der Stadt als erster auf dem Friedhof begraben. Im Juli desselben Jahres wurde ein offizielles Dokument verfasst, dass die Größe des Friedhofs mit 3,51 ha festlegte und vorsah, dass das Begräbnis für alle Bürger der Stadt kostenfrei sein sollte. Der Rasos-Friedhof war der ersteFriedhof in Vilnius, der nicht bei einer Kirche lag.

1802–1807 wurden zwei fünfgeschossige, rechtwinklig miteinander verbundeneKolumbarien errichtet, die jedoch insowjetischer Zeit abgerissen wurden. Zwischen den Kolumbarien wurde 1844–1850 eineneugotische Backstein-Kapelle gebaut, die 1888 um einen passendenGlockenturm ergänzt wurde. Eine Backsteinmauer ersetzte einen ursprünglichen hölzernen Zaun, der 1812 verbrannte; Teile von dieser sind noch erhalten.

1814 kauften die Behörden zur Erweiterung des Friedhofs Land von einem privaten Grundbesitzer, das heuteLiteratenhügel (litauisch:Literatų kalnelis) genannt wird. 1847 eröffneten dieorthodoxen Christen einen eigenen Friedhof in Rasos, der dazu diente, in einem nahe gelegenen Kloster-Hospiz verstorbene Soldaten und Arme aufzunehmen. Er trägt deshalb heute den NamenWaisenfriedhof (Našlaičių kapinės).

Die Sowjets schlossen den Friedhof 1967 und ließen ihn verwahrlosen. 1980 sollte er einer geplanten Schnellstraße weichen. Öffentliche Empörung und wirtschaftliche Schwierigkeiten ließen die Staatsmacht von diesem Plan Abstand nehmen. Nach demZusammenbruch der Sowjetunion machten sich litauische undpolnische Behörden gemeinsam an die Restaurierung des Friedhofs.

Soldatenfriedhof

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

1920 wurde nahe dem Eingang ein kleiner Militärfriedhof für die Soldaten geschaffen, die während desPolnisch-Sowjetischen Kriegs und desPolnisch-Litauischen Kriegs in der Stadt gefallen waren. Er wurde 1935–1936 vonWojciech Jastrzębowski umgebaut, der auch den Grabstein für das HerzJózef Piłsudskis entwarf.

Die dreiköpfigeEhrenwache des Friedhofs verweigerte am 18. September 1939, als dieRote Armee einmarschierte, die Waffen niederzulegen, wurde erschossen und umgehend begraben. Ein Teil des Friedhofs beherbergt Gräber von Soldaten derPolnischen Heimatarmee aus demZweiten Weltkrieg. Sie wurden nach dem Krieg zerstört und 1993 mit polnischer Unterstützung wieder hergestellt.

Bekannte Gräber

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Auf dem Friedhof liegen zahlreiche bekannte Personenpolnischer,litauischer undbelarussischer Herkunft bestattet, darunter mehr als 50 Professoren derUniversität Vilnius. Dazu zählen:

Ein Massengrab enthält die Überreste von Polen, die 1919 vonBolschewiki aus Vilnius entführt und inDaugavpils erschossen wurden.

Einzelnachweise und Quellen

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Vida Girininkienė, Algirdas Paulauskas:Vilniaus nekropolis ir panteonas. In:Mokslas ir gyvenimas.Nr. 11, 1980,ISSN 0134-3084.  (lit.)
  2. Juozas Lebionka.Laurynas Gucevičius palaidotas Rasos. Voruta, No. 20 (542), 23 October 2003 (Memento vom 16. März 2008 imInternet Archive)
  3. Litauen: Staatsbegräbnis für die Aufständischen gegen das zaristische Russland. In: Euronews. 22. November 2019, abgerufen am 23. März 2022. 
  • Bronius Kviklys:Lietuvos bažnyčios. V tomas:Vilniaus arkiviskupija. I dalis:Istoriniai bruožai Vilniaus miesto bažnyčios. Amerikos lietuvių bibliotekos leidykla, Chicago IL 1985,ISBN 0-932042-54-6, S. 407–413.

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Friedhof Rasos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

54.66833333333325.304444444444Koordinaten:54° 40′ 6″ N,25° 18′ 16″ O

Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Friedhof_Rasos&oldid=258831715
Kategorien:
Versteckte Kategorie:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp