Friedel Hoefer (*17. Juli1883 inOrsoy; †4. Januar1960) war eine deutschePorträt- undLandschaftsmalerin.
Friedel Hoefer wurde als jüngstes von zehn Kindern desPastors Friedrich Zillessen (* 26. Dezember 1837 inMönchengladbach; † 25. Juni 1915 inBerlin-Pankow)[1], der auchHerausgeber derErsten Deutschen Pastorenzeitung war, und dessen Ehefrau Ida Johanna Maria (* 16. Dezember 1841 inTübingen; † 14. November 1914 in Berlin-Pankow), Tochter desTheologenJohann Friedrich Immanuel Tafel (1796–1863) geboren; zu ihren Geschwistern gehörte die Malerin undFotografinBertha Zillessen.
Von 1908 bis 1913 war sie mit demKunstmaler Helmut Hoefer (* 1882; † 25. Oktober 1915 inRussland) verlobt, der inDüsseldorf undMünchen studiert hatte. Sie durften jedoch erst heiraten, als Helmut Hoefer, gezwungenermaßen, eine Stellung alsZeichenlehrer angenommen hatte, die er nach der Eheschließung 1913 sofort wieder aufgab; gemeinsam hatten sie zwei Kinder: ihre Tochter war 1914 und ihr Sohn am Todestag seines Vaters geboren worden.
In Berlin, wohin Friedel Hoefers Vater kurz nach ihrer Geburt alsSuperintendent versetzt worden war, studierte sie seit Anfang 1900 in derMalschule für Porträt und Kostüm, Tagesakt und Abend-Skizzier-Akt vonWilhelm Müller-Schönefeld.
Zwischen 1908 und 1916 gehörte sie in Berlin einer kleinen Künstlergemeinschaft an, zu der unter anderem auch der BerlinerKarikaturistHermann Abeking, der MalerCésar Klein und dessen Ehefrau, dieKonzertgeigerin Paula Klein (* 1889), derDichter Paul Neugebauer, derKomponistPaul Carrière und weitere Künstler gehörten, die über mehrere Jahre im Sommer dieKünstlerkolonie Ahrenshoop aufsuchten.
Nachdem ihr Ehemann 1915 während desErsten Weltkriegs in Russland gefallen war, stand sie mittellos mit zwei kleinen Kindern da. Auf Einladung ihrer Freundin Agnes von der Smissen (* 1889), Schwester von Paul Carrière, konnte sie in ein großes Haus inKlingberg beiScharbeutz ziehen; ein Ort, an dem zu dem Zeitpunkt viele hungernde Berliner bis zum Ende des Krieges Zuflucht fanden. Nach dem Krieg siedelten sich künstlerisch und musisch aufgeschlossene Menschen in Klingberg an, so 1922 derBallettmeister undChoreografRudolf von Laban, das Künstlerehepaar Klein, die inPansdorf lebten und seit 1925/1926 derGartenarchitektHarry Maassz.
1923 lernte sie bei einem Porträtauftrag einen vermögendenjüdischen Fabrikbesitzer kennen, der seine Familie verließ; zusammen mit Friedel Hoefer lebte er in Klingberg in einem großen Haus mit einem von Harry Maass angelegten Garten.
Nach der Verhängung derNürnberger Rassegesetze sollten beide zusammen 1935 öffentlich gedemütigt durchs Dorf getrieben werden; jedoch wurden sie rechtzeitig gewarnt und ihr Freund konnte rechtzeitig untertauchen. Sein Vermögen wurde allerdingskonfisziert, seine Fabrik einerTreuhänderschaft übergeben und sie lebte seitdem in ärmlichen Verhältnissen.
1946 erkrankte sie anMalaria mit wiederholten schweren Fieberschüben.
Friedel Hoefer wurde in Berlin eine anerkannte Porträtmalerin, unter anderem mit ihrem Bildnis desSchauspielersOskar Sauer.
IhrFrühwerk wurzelte im BerlinerImpressionismus, sowohl ihre Porträts als auch die Landschaftsbilder überzeugten mit ihrer gekonnten Lichtführung und der leuchtenden Farbigkeit. Anfang der 1920er Jahre wandte sie sich demExpressionismus zu, ihre Farbpalette wurde nun dunkel und der Farbauftrag kraftvoller.
Ihre Werke wurden nur 1923 auf einer Ausstellung in derHamburger Kunsthalle imKupferstichkabinett und 1946/1947 auf einerAusstellung inEutin der Öffentlichkeit vorgestellt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hoefer, Friedel |
| ALTERNATIVNAMEN | Zillessen, Friedel (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Porträt- und Landschaftsmalerin |
| GEBURTSDATUM | 17. Juli 1883 |
| GEBURTSORT | Orsoy |
| STERBEDATUM | 4. Januar 1960 |