Franz Siegwart (*8. März1854 inFlühli; †23. Dezember1933 inBern) war ein Schweizer Offizier und Beamter.
Franz Siegwart entstammte der aus demSchwarzwald stammendenGlasbläserfamilie Siegwart[1] und war der Sohn des Glasbläsermeisters Peter Siegwart (* 1820; † 11. August 1866 anTyphus)[2] und dessen Ehefrau Katharina (geb. Vogel).
Er war seit 1880 mit Bertha (* 1859; † 6. Februar 1932)[3], einer Tochter von Karl Pfeiffer, verheiratet; gemeinsam hatten sie mehrere Kinder. Später zog die Familie nachHorw imKanton Luzern.
Nach einer Banklehre war Franz Siegwart in der Zeit von 1874 bis 1876 in der familieneigenen Glasbläserei tätig. Nach dem Tod seines Vaters hatte er einen Anteil am Familienvermögen geerbt und war Mitgesellschafter der Glasmeisterkasse, die bereits 1800 gegründet worden war.
1876 trat er alsRechnungsführer beim Oberkriegskommissariat zur Instruktion der Verpflegungstruppen in das SchweizerMilitärdepartement ein.
Er war von 1879 bis 1881 Buchhalter im Finanzbüro desEidgenössischen Finanz- und Zolldepartements, bevor er dort 1881Revisior wurde. Weil die finanzielle Kontrolle der Rechnungen der Bundesverwaltung damals noch von einem kleinen Kontrollbüro vorgenommen wurde, erfolgte 1881, während der Reorganisation des Finanzdepartements, die Gründung einer besonderen Abteilung. Dies führte zur Schaffung derEidgenössischen Finanzkontrolle, die erst vonBendicht Peter und dann von Gustav Pillichody († 1895) geleitet wurde. Die Finanzkontrolle war eine selbständige und unabhängige Abteilung des Finanzdepartements, in dem Franz Siegwart als Stellvertreter des Chefs zumAdjunkten berufen wurde.
Als 1900 die völlige Trennung des ehemaligen Kontrollbüros von der Verwaltung und die Aufstellung einer Rechnungskammer abgelehnt und stattdessen die Finanzkontrolle eingesetzt wurde, hatte Franz Siegwart einen grossen Anteil am Ausbau der Kontrolle als Urheber des Regulativs für die Eidgenössische Finanzkontrolle von 1903.
Im September 1892 wurde er, als Nachfolger von Gustav Pillichody, zum Chef der Finanzkontrolle gewählt und war dann bis zum 31. März 1927 deren Direktor; sein Nachfolger wurdeHans Ryffel[4]. Er war, vor seinem Ausscheiden, noch massgeblich an dem zweitenRegulativ der Reorganisation der Finanzkontrolle 1927 beteiligt.
Während seiner Amtszeit erhielt er auch verschiedentliche Besuche ausländischer Beamtendelegationen, die die Einrichtungen der schweizerischen Finanzkontrolle studierten.
1893, 1894 und 1910[5] entsandte ihn der Bundesrat als Verwaltungsstabsoffizier nachBayern und als Beamten nachStraßburg,Wien undParis.
1907 wurde er in einem Veruntreuungsverfahren in Höhe von ungefähr 100.000Schweizer Franken gegen den Finanzsekretär Jakob Fehr (* 1864)[6] als Zeuge gehört, weil ihm alsKassenprüfer gefälschte Eintragungen imKassenbuch nicht aufgefallen waren, allerdings war er nach seiner Einlassung lediglich für die Prüfung des Kassenbestands und nicht für die Richtigkeit der Angaben im Kassenbuch zuständig. Die Herausgabe eines Berichts, den er über den Vorgang ausgearbeitet hatte und den er dem Gericht vorlegen wollte, wurde verweigert[7][8].
Franz Siegwart pflegte eine Freundschaft mit demBundesratJosef Zemp sowie mit demOberkriegskommissarEdmond de Grenus.
1873 war Franz SiegwartLeutnant und wurde im Mai 1877 alsHauptmann vom Bundesrat zumQuartiermeister einesArtillerieregiments gewählt[9]. Im Dezember 1880 erfolgte seine Beförderung zumMajor[10] und er wurde im Februar 1887 zumVerwaltungs-Oberstleutnant befördert[11]; im Januar 1888 erhielt er die Zuständigkeit für das Divisionskriegskommissariat 8[12]. Seine Beförderung zumOberst erfolgte Anfang 1894[13] und unter Oberstkorpskommandanten Arthur de Techtermann (1841–1909)[14] war er Divisions- und Armeekorpskriegskommissar beimI. Armeekorps. 1908 schied er aus demAktivdienst aus und Anfang 1910 erfolgte seine Entlassung aus derWehrpflicht[15].
Franz Siegwart war Vizepräsident im Bernerrömisch-katholischen Kultusverein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Siegwart, Franz |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Offizier und Beamter |
| GEBURTSDATUM | 8. März 1854 |
| GEBURTSORT | Flühli |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 1933 |
| STERBEORT | Bern |