Franz Matsch

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Selbstporträt (1904),Österreichische Galerie Belvedere, Wien

Franz Josef Karl(Edler von) Matsch (*16. September1861 inWien,Kaisertum Österreich; †5. Oktober1942 ebenda) war einösterreichischerMaler undBildhauer desJugendstils.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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Matsch wurde in Wien in derAlservorstadt (heute 8., Laudongasse 27) geboren, die in seinem Geburtsjahr aus dem 1850 gebildeten BezirkAlsergrund ausgeschieden und zum BezirkJosefstadt geschlagen wurde. Er war Sohn des Pfänderträgers Karl Matsch. Er besuchte von 1875 bis 1883 dieKunstgewerbeschule und lernte unter anderen beiMichael Rieser,Karl Hrachowina undLudwig Minnigerode.

Mit seinem SchulkollegenGustav Klimt und dessen BruderErnst Klimt bildete er etwa ab 1879 eine Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen „Künstler-Compagnie“. Sie wohnten, vermutlich bis zu Matschs Eheschließung, gemeinsam im 8. Bezirk im Gartenpavillon des Hauses Josefstädter Straße 21 (gegenüber demTheater in der Josefstadt) und hatten ihr Atelier im 6. Bezirk, Sandwirtgasse 8. (1892 starb Ernst Klimt.)

DeckengemäldeDer Triumph des Achilles im Achilleion (1892)

Gemeinsam führten Matsch und die Klimt-Brüder zahlreiche Wand- und Deckenbilder, unter anderem für Bauten derWiener Ringstraße, aus. Sie arbeiteten aber auch an Gebäuden inReichenberg,Fiume und für dasAchilleion der Kaiserin Elisabeth inKorfu. 1891 wurde Matsch wie Gustav Klimt Mitglied derGenossenschaft bildender Künstler Wiens (Künstlerhaus); Klimt trat aber 1897 aus dem Künstlerhaus aus und beteiligte sich prominent an der Gründung derWiener Secession.

1895 heiratete Franz Matsch Theresia AnnaKattus, die Tochter eines Sektfabrikanten; der finanzielle Rückhalt ihrer Familie und Matschs Erfolg als Porträtist der Oberschicht führten zu Wohlstand und diversen Ehrungen. Noch 1896 warenFranz Matsch und Gebrüder Klimt mit den bisherigen Adressen inLehmannsAllgemeinem Wohnungs-Anzeiger verzeichnet; 1897 schien Matsch mit einem Atelier im 19. Bezirk, Silbergasse 60, auf, 1900 in der Villengegend 19., Hungerberggasse 16, 1906 an der daran anschließenden Haubenbiglgasse 3, wo er bis zu seinem Tod lebte.

Die deutschen Bundesfürsten huldigen Kaiser Franz Joseph (1908)

Matsch war auf dem Höhepunkt seines Schaffens ein vielgefragter Künstler. Er malte des Weiteren nicht nur Gemälde bis hin zu Deckenbildern, sondern beschäftigte sich auch mit Bildhauerei und mit Architekturentwürfen. Ansehnliche Arbeiten für das Kaiserhaus sowie viele Werke für Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens führten zu Ruhm und Ehre. Er avancierte zum Hofmaler.[1] Zehn Jahre nachdem Matsch die Schule absolviert hatte, wurde er 1893 Professor an der Kunstgewerbeschule und blieb dies bis 1902.

Über von Klimt und Matsch von 1900 an erstellte Entwürfe zu den so genanntenFakultätsbildern für dieUniversität Wien, die im Auftrag des k.k. Unterrichtsministeriums entstanden, kam es zum Bruch zwischen den beiden Künstlern. Klimts drei Entwürfe, die er nacheinander in derWiener Secession ausstellte, nach dem Skandal um das erste Bild,Philosophie, malerisch noch weniger kompromissbereit als zuvor, wurden von Universitätsprofessoren und Medien unter Pornografievorwürfen heftig abgelehnt; Matschs GemäldeTheologie wurde akzeptiert und befindet sich bis heute in der Universität Wien. Klimt trat vom Auftrag des Ministeriums zurück, retournierte mit Hilfe privater Gönner das erhaltene Honorar und nahm seine drei Bilder zu sich. Matsch war von ruhigerem Naturell als der stets vorwärts drängende, kompromisslose und daher auch umstrittene Gustav Klimt. Während Klimt für Aufsehen, ja Skandale sorgte, blieb Matsch immer im Rahmen der bürgerlichen Konventionen.

Anker-Uhr am Hohen Markt, Ecke Bauernmarkt, in Wien

1911–1914 gestaltete Matsch sein heute bekanntestes Werk, die so genannteAnker-Uhr (benannt nach einer Versicherungsgesellschaft) auf demHohen Markt in der WienerAltstadt (1. Bezirk), die als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden kann. Bei der als Brücke zwischen zwei Häusern über denBauernmarkt (an dessen Einmündung in den Hohen Markt) hinweg ausgeführten Uhr im damals schon zu Ende gehendenJugendstil repräsentieren zwölf historische Gestalten aus derösterreichischen Geschichte je eine Stunde und paradieren zu Mittag mit Musikbegleitung gemeinsam über das Zifferblatt.

1912 wurde Franz Matsch derAdel (Edler von) verliehen; dasAdelsaufhebungsgesetz vom 3. April 1919 beendete diese Ehrung. Nach dem Ersten Weltkrieg konnte Matsch an seine Vorkriegserfolge nicht mehr anschließen; andere Künstler standen im Vordergrund. Im Jahr 1942 erhielt er dieGoethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Franz Matsch wurde auf demDöblinger Friedhof in Wien beerdigt. 1943 wurde dieMatschgasse im16. Bezirk ihm zu Ehren benannt. Die Anker-Uhr zählt heute zu den Touristenattraktionen Wiens, vor allem jeweils um 12 Uhr mittags.

Künstlerische Einordnung

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Franz Matsch war ein Maler und Bildhauer, der nachhistoristischen Anfängen schließlich zumJugendstil fand, aber stark vom Historismus geprägt blieb. Sein künstlerisches Schaffen war vielseitig. Er gestaltete neben der Malerei Brunnen und Grabdenkmäler und entwarf Frisuren, Draperien und Kostüme für die berühmte SchauspielerinCharlotte Wolter. Als Maler war er neben der Monumentalmalerei Schöpfer vonÖlbildern, die thematisch hauptsächlichLandschaften,Stillleben undPorträts umfassten.

Familie

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Franz Matsch hatte einen gleichnamigen Sohn (1899–1973), welcher als Diplomat einer der erste Repräsentant der Republik Österreich zum Völkerbund und später der Erste zu den Vereinten Nationen wurde, sowie 1959 der erste Vorsitzende desAusschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums.[2][3][4]

Werke (Auswahl)

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Katharina Schratt als „Frau Wahrheit“, 1895
  • Deckengemälde über den Feststiegen desBurgtheaters, 1886–1888, gemeinsam mit Gustav Klimt
  • Antiker Improvisator (Wien Museum), 1886/87, Öl auf Leinwand
  • Mittelalterliche Mysterienbühne (Wien Museum), 1886/87, Öl auf Leinwand
  • Das Innere des alten Burgtheaters (Wien Museum), 1887/88,Gouache (Gustav Klimt aquarellierte den Zuschauerraum des dann abgerissenen Theaters und erhielt dafür denKaiserpreis)
  • Zwickel- und Interkolumnienbilder im Stiegenhaus des Kunsthistorischen Museums Wien, 1891 / 1892, gemeinsam mit den Brüdern Gustav und Ernst Klimt
  • Der Triumph des Achilles,Fresko imAchilleion aufKorfu, 1892[5]
  • Katharina Schratt als „Frau Wahrheit“, 1895, Öl auf Leinwand
  • Grabdenkmal der Familie Matsch (Wien,Döblinger Friedhof), 1897/98
  • Theologie, Fakultätsbild für dieWiener Universität, 1900
  • Grabdenkmal der FamilieKattus (Wien, Döblinger Friedhof), um 1900
  • Hilda und Franzi Matsch (Wien,Österreichische Galerie Belvedere), 1901, Öl auf Leinwand, 120 × 105 cm.
  • Resi und Hansi, die Kinder des Künstlers (Wien Museum, Inv. Nr. 146.203), 1902, Öl auf Leinwand.
  • Prinz Ludwig von Ungarn, Öl auf Leinwand, 1907, Privatbesitz Wien.[6]
  • Franziskus, ca. 1907
  • Fürstenhuldigung (deutsche Bundesfürsten beglückwünschen Kaiser Franz Joseph. I. in Schönbrunn anlässlich seines 60. Thronjubiläums), Öl auf Leinwand, 1908, Wien Museum.
  • Ankeruhr, Spieluhr im Haus derHelvetica Versicherung amHohen Markt in Wien, 1915
  • KaiserFranz Joseph I. auf dem Totenbett, 1916

Literatur

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Weblinks

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Commons: Franz von Matsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Der Erbauer der Anker-Uhr: Prof. Franz von Matsch, auf der Website der Helvetia-Versicherungsgesellschaft in Österreich (Memento vom 21. Februar 2011 imInternet Archive)
  2. FRANZ MATSCH 74, DIPLOMAT, IS DEAD. In: The New York Times. 28. Juli 1973, abgerufen am 2. Mai 2024. 
  3. Condé Nast, Geoffrey T. Hellman: International Moon. In: The New Yorker. 6. Oktober 1962, abgerufen am 2. Mai 2024. 
  4. Report of the Committee on the Peaceful Uses of Outer Space. UN,, 1968, abgerufen am 2. Mai 2024. 
  5. Der Triumph des Achilles (Memento vom 3. Dezember 2013 imInternet Archive) (PDF; 2,6 MB), www.klphs.uzh.ch, abgerufen am 7. Dezember 2011
  6. Im Schlaraffenland der Zeichen inFAZ vom 4. August 2016, Seite 11
Personendaten
NAMEMatsch, Franz
ALTERNATIVNAMENMatsch, Franz Josef Karl Edler von (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNGösterreichischer Maler und Bildhauer des Jugendstils
GEBURTSDATUM16. September 1861
GEBURTSORTWien
STERBEDATUM5. Oktober 1942
STERBEORTWien
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