Die EVP-Fraktion im Europäischen Parlament existierte – zunächst unter dem NamenChristdemokratische Fraktion – seit der Gründung des Parlaments 1952. Von 1992 bis zurEuropawahl 2009 gehörten ihr auch die Mitglieder derEuropäischen Demokraten, eines konservativen Parteienbündnisses, an; die Fraktion trug daher von 1999 bis 2009 den NamenFraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und europäischer Demokraten. 2009 gründeten die Mitgliedsparteien der Europäischen Demokraten jedoch zusammen mit anderen Parteien die neue FraktionEuropäische Konservative und Reformer, sodass die EVP wieder allein eine Fraktion bildete. Allerdings gibt es in der Fraktion weiterhin einige Mitglieder, die auf europäischer Ebene keiner europäischen Partei, also auch nicht der EVP angehören.
Vom 10. bis zum 13. September 1952 traf sich zum ersten Mal, im Rahmen derEuropäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), eine parlamentarische Versammlung, bestehend aus 78 nationalenAbgeordneten, die von den jeweiligen nationalenParlamenten gewählt worden waren. Die Christdemokraten stellten in dieser Versammlung 38 Abgeordnete und erreichten damit 48,7 % der Mandate. Am 23. Juni 1953 gründeten sie dieChristlich-Demokratische Fraktion, deren erster Vorsitzender der NiederländerEmmanuel Sassen wurde. Der DeutscheHans Joachim Opitz wurde am 1. Januar 1954 zum ersten Generalsekretär der Fraktion gewählt. Am 11. Mai wurdeAlcide De Gasperi, ebenfalls Mitglied der christdemokratischen Fraktion, zum Parlamentspräsidenten gewählt.
Nach der Gründung derEuropäischen Volkspartei benannte sich 1979 auch die Fraktion in „Fraktion der EVP“ um. 1992 beschlossen die MEPs derEuropäischen Demokraten (vor allem die konservativen Parteien ausGroßbritannien undDänemark sowie einige Mitglieder der französischenUDF), der Fraktion der EVP als assoziierte Mitglieder beizutreten. Diese wuchs dadurch auf 162 Mitglieder an und benannte sich inFraktion der Europäischen Volkspartei und Europäischer Demokraten (EVP-ED) um. Seit derEuropawahl 1999 war sie durchgehend die stärkste Fraktion im Europäischen Parlament. Nach derEuropawahl 2009 zerfiel das Bündnis jedoch wieder, sodass die EVP erneut allein eine Fraktion bildete.