| Flughafen München-Riem | ||
|---|---|---|
| Das Abfertigungsgebäude | ||
| Kenndaten | ||
| ICAO-Code | EDDMwurde neu vergeben anFlughafen München Franz Josef Strauß | |
| IATA-Code | MUCwurde neu vergeben anFlughafen München Franz Josef Strauß | |
| Flugplatztyp | Verkehrsflughafen | |
| Koordinaten | 48° 8′ 16″ N,11° 41′ 25″ O48.13777777777811.690277777778530Koordinaten:48° 8′ 16″ N,11° 41′ 25″ O | |
| Höhe überMSL | 530 m (1.739 ft) | |
| Verkehrsanbindung | ||
| Entfernung vom Stadtzentrum | 10 km östlich von München | |
| Straße | Bundesautobahn 94 | |
| Nahverkehr | S-Bahn, Bus | |
| Basisdaten | ||
| Eröffnung | 1939 | |
| Schließung | 16. Mai 1992 | |
| Betreiber | Flughafen München GmbH (FMG) | |
| Terminals | 2 | |
| Passagiere | 11.423.838 (1990) | |
| Luftfracht | 61.221 (1990) | |
| Flug- bewegungen | 191.856 (1990) | |
| Kapazität (PAX pro Jahr) | 12 Mio. | |
| Start- und Landebahnen | ||
| 07R/25L | 2804 m × 60 m Beton | |
| 07L/25R | 814 m × 20 m Beton | |
DerFlughafen München-Riem war von 1939 bis zu seiner Schließung am 16. Mai 1992 derinternationale Flughafen derbayerischenLandeshauptstadtMünchen.
Bereits 1954 wurde erkannt, dass der nur zehn Kilometer von der Münchner Innenstadt gelegene Flughafen an seine Kapazitätsgrenzen stieß und eine Erweiterung aufgrund seiner Nähe zum dicht besiedelten Stadtgebiet nicht sinnvoll war. Im Jahr 1992 wurde der Flughafen Riem daher durch den damals neu gebautenFlughafen München „Franz Josef Strauß“ ersetzt. Die Bauten des ehemaligen Flughafens wurden mit Ausnahme des Towers und der denkmalgeschützten „Wappenhalle“ abgerissen. Heute befinden sich auf dem Areal unter anderem dieMessestadt Riem mit Wohn- und Geschäftskomplexen, dieNeue Messe München und derRiemer Park, der aus derBundesgartenschau 2005 hervorgegangen ist.
Bereits kurze Zeit nachdem derFlugplatz Oberwiesenfeld seinen Betrieb aufgenommen hatte, wurde offensichtlich, dass dieser nicht für den weiter wachsenden Flugverkehr ausreichen würde, weil Flächen zu seiner Erweiterung fehlten. Im Jahr 1936 wurde als Standort für den neuen Flughafen ein Platz südöstlich von Riem ausgewählt und mit der Planung durch den ArchitektenErnst Sagebiel begonnen, der auch für die zeitgleich entstehenden FlughäfenTempelhof,Dresden undStuttgart verantwortlich war. Im Jahr 1937 war Baubeginn. Die Eröffnung war für den 1. September 1939 geplant, der Flughafen war zu dieser Zeit einer der modernsten Flughäfen der Welt. Durch den Ausbruch desZweiten Weltkriegs verzögerte sich die Betriebsaufnahme jedoch noch bis zum 25. Oktober 1939, als mit einerJunkers Ju 52/3m derLufthansa aus Berlin der erste zivile Flug durchgeführt wurde. Zu den „Besonderen Vorkommnissen“ dieser Zeit gehörte der AbflugAdolf Hitlers in seinerFührermaschineFocke-Wulf Fw 200 am 11. November 1939, also drei Tage nachdem der Attentatsversuch vonGeorg Elser gescheitert war.[1]
Der Flughafen bot eine der letzten Fluchtmöglichkeiten für die von denNationalsozialisten verfolgtenJuden in Deutschland. Der Leiter derGrenzpolizei in München-Riem war Balthasar Huber, sein Kollege von derGestapo war Josef Böck. Bis zum generellen Ausreiseverbot für Juden ab dem 23. Oktober 1941 entschieden die beiden, wer an Bord durfte und wer nicht.[2][3]
Während des Zweiten Weltkriegs war München-Riem als Fliegerhorst derLuftwaffe mit einer Fliegerhorstkommandantur belegt. Während desWestfeldzuges war dieI. Gruppe des Kampfgeschwaders 51, ausgestattet mit derJunkers Ju 88 A hier stationiert. Im März/April 1941 lagen Teile desJagdgeschwaders 27 mit derMesserschmitt Bf 109 und im Dezember 1941 dieKGr. z.b.V. 500 mit der Junkers Ju 52/3m hier.[4] Ab dem Februar 1943 mussten hier die KZ-Häftlinge desAußenlagers München-Riem (OT) die Aufräum- und Instandsetzungen von Rollbahnen und Werkstätten vornehmen.[5] Nachdem der Platz am 9. Juni 1944 erstmals von alliierten Bombern angegriffen wurde, wurde er immer wieder Ziel vonBombenangriffen. Der zivile Luftverkehr wurde jedoch weiterhin betrieben, die einzigen am Standort vertretenen Fluggesellschaften warenSwissair und Lufthansa. Der zivile Luftverkehr endete erst am 9. April 1945,[1] als die Flughafenanlagenbei Bombenangriffen zu 70 % zerstört waren.[6]
Nach der Besetzung durch US-Truppen erhielt der Flughafen die BezeichnungAdvanced Landing Ground ALG R-82.

Am 9. März 1948 vereinbarten dasOffice of Military Government for Germany (OMGUS) und derFreistaat Bayern die Wiederaufnahme des Flugbetriebs in Riem. Als erstes Verkehrsflugzeug kam am 6. April 1948 eineDouglas DC-3 derPan American World Airways aus London nach Riem, der damit nach dem Kriegsende der erste wieder vollständig für die zivile Luftfahrt verwendbare Flughafen in Deutschland war. Am 6. Mai 1948 nahm nach Pan Am auch die niederländischeKLM Royal Dutch Airlines den Flugbetrieb auf und steuerte von hier aus Stuttgart und Amsterdam an. Am 25. Mai 1948 entschied derMünchner Stadtrat, die Betriebsführung zu gewährleisten, worauf am 22. Juni 1948 ein Vertrag mit dem OMGUS geschlossen wurde und am 9. November 1948 die Stadt München unter Leitung des US-amerikanischen Flugadministrators Charles D. Daily tatsächlich den Flugbetrieb übernahm. Am 30. Mai 1948 verließ dieUnited States Air Force den Flughafen. Die FlughafenbetriebsgesellschaftFlughafen München-Riem GmbH wurde am 12. Oktober 1949 durch die gleichberechtigten Anteilseigner Stadt München und Freistaat Bayern gegründet, nachdem zuvor am 1. April desselben Jahres ein Vertrag zwischen der Office of Military Government und den Anteilseignern über den Betrieb des Flughafens geschlossen worden war. Zum Geschäftsführer wurdeWulf-Dieter Graf zu Castell ernannt, der diesen Posten bis 1972 innehatte.
Das ursprünglich ovale Flugfeld besaß jeweils ein befestigtes Ende in Ost-West-Richtung zum Starten von Motorflugzeugen; das westliche Ende wurde später in das Vorfeld integriert.Unter US-Verwaltung war zunächst die Piste 08/26 ausgeschrieben,[7] bis 1948 die Bahn 07/25 ausgelochten Stahlplatten mit 1585 Meter Länge in Betrieb genommen wurde.[8] 1949 begann man mit dem Ausbau derStart- und Landebahn in bituminöser Bauweise auf 1907 Meter Länge und 60 Meter Breite, der am 22. November 1949 abgeschlossen werden konnte.[9][10] 1954 waren neben der befestigten Landebahn 07R/25L zwei Graspisten (07L/25R und 12/30) verzeichnet.[7]
Im Jahr 1951 begann mit einem Linienflug der KLM Royal Dutch Airlines nach New York City, der mit einerLockheed Constellation durchgeführt wurde, das Zeitalter der transatlantischen Flüge. Am 16. August 1951 wurde die neue Empfangshalle in Betrieb genommen. Am 1. Oktober 1953 zogen erste US-Streitkräfte von Riem ab. Die Lufthansa nahm am 1. April 1955 den Flugbetrieb mit einem Linienflug von München-Riem nachHamburg auf.[9]
Im Dezember 1956 war der Flughafen München-Riem Teil einer Luftbrücke. DerMilitary Air Transport Service (MATS) der US Air Force brachte Flüchtlinge ausUngarn in die Vereinigten Staaten. Dabei wurde unter anderem eine Lockheed Constellation des US-PräsidentenDwight D. Eisenhower benutzt, die auch alsAir Force One fungierte. Auf demBEA-Flug 609 verunglückte am 6. Februar 1958 eineAirspeed AS.57 Ambassador beim Start. Unter den 23 Toten waren auch mehrere Fußballspieler des VereinsManchester United. Um die Verwendung vonStrahlflugzeugen zu ermöglichen, wurde am 4. Oktober 1957 der Ausbau bzw. die Verlängerung der Start- und Landebahn auf 2600 Meter beschlossen. Mit dem Bau wurde am 24. März 1958 begonnen; die Betriebsaufnahme fand am 29. Oktober 1958 statt. Am selben Tag landete mit einerSud Aviation Caravelle derAir France das erste Düsenverkehrsflugzeug in München, die erste Linienflugverbindung eines Strahlflugzeugs war die am 16. Mai 1959 aufgenommene Verbindung von Skandinavien über München in den Nahen Osten durch dieSAS Scandinavian Airlines, die ebenfalls mit einer Sud Aviation Caravelle durchgeführt wurde. Am 7. Dezember 1959 landete erstmals eineBoeing 707 in Riem.
DerFlugunfall vom 17. Dezember 1960 war der bisher folgenreichste: nach Ausfall eines Motors zwei Minuten nach dem Start streifte eineConvair C-131DSamaritan (Convair CV-340) derUS Air Force im dichten Nebel die Spitze des Hauptturms derPaulskirche und stürzte in der Martin-Greif-Straße auf eine vollbesetzte Straßenbahn; alle 20 Personen an Bord und 32 Personen am Boden starben.[11] Nur zwei Tage zuvor hatte die Stadt München einen neuen Vorstoß unternommen, die gefährlichen An- und Abflüge über das Stadtzentrum zu beenden. Ab März 1962 galten neue An- und Abflugrouten, wodurch das Überfliegen des Stadtkerns nun verboten war.[12]
Im Jahr 1962 wurden zum ersten Mal mehr als eine Million Fluggäste abgefertigt.[13] Die „Oechsle-Kommission“ begann 1963 mit der Suche nach einem neuen Standort für den Flughafen, da zum Bau neuer Start- und Landebahnen zusätzlich zu den bestehenden Einrichtungen mehrere Gemeinden im Umfeld komplett hätten umgesiedelt werden müssen. Daneben führten auch mehrere Unfälle zu dem Beschluss, einen neuen Flughafen weiter außerhalb der Stadt zu bauen und Riem zu schließen.
Im Oktober 1965 erfolgte die Inbetriebnahme einer zehn MillionenD-Mark teuren Wartungshalle für Düsenflugzeuge und die Übergabe an die Lufthansa.

Im Jahr 1969 benannte sich dieFlughafen München-Riem GmbH inFlughafen München GmbH um und es erfolgte ein weiterer Ausbau der Start- und Landebahn07R/25L auf ihre endgültige Länge von 2804 m. Als Überbrückungsmaßnahme im Hinblick auf dieOlympischen Sommerspiele 1972 wurde 1971 eine neue Ankunftshalle eröffnet, der Auslandswarteraum und die Abfertigungshalle vergrößert und eine Gepäck-Umschlagshalle errichtet, um bis zu sechs Millionen Fluggäste abzufertigen.[14] Die neue ebenerdige Ankunftshalle trennte den Passagierstrom von den abfliegenden Gästen; das ursprüngliche Terminal-Gebäude diente der Abfertigung.[15] Der Abfertigungsbereich wurde um zwei getrennte, ebenerdige Bauten für In- und Ausland erweitert, davor befanden sich sechs aufgeständerte Wartehallen mit je einer Fluggastbrücke, um bis zu dreiBoeing 747 oder sechs kleinere Maschinen abzufertigen.

In seinem letzten kompletten Betriebsjahr 1991 wurden am alten Standort 10,8 Millionen Fluggäste abgefertigt, 1992 wurde am Flughafen München die Marke von 12 Millionen Passagieren (alter und neuer Standort) überschritten. Der Flughafen München-Riem war längst an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Eine Erweiterung des Flughafens und ein effizientes Start- und Landebahnsystem waren schon aus Platzgründen nicht möglich; nur durch provisorische Terminalanbauten und eine eigens für die Abfertigung von Charterflügen als Terminal 2 bezeichnete und im November 1988 eingerichtete Halle konnte der Flugbetrieb bewältigt werden.[16]

Am 17. Mai 1992 zog der komplette Flughafenbetrieb über Nacht zum neu erbautenFlughafen München Franz Josef Strauß imErdinger Moos beiFreising um. Eine Boeing 737 der Deutschen Lufthansa (D-ABJD, „Freising“), die am 16. Mai 1992 gegen 22.55 Uhr mit Ziel Berlin abhob, war das letzte in Riem startende Flugzeug.[17] Der Flughafen München-Riem wurde am 16. Mai 1992 um 24 Uhr stillgelegt, die bisherigen Flughafen-CodesMUC/EDDM wurden auf den neuen Flughafen übertragen.
Der Flughafen München-Riem befand sich etwa zehn Kilometer östlich des Stadtzentrums Münchens im StadtbezirkTrudering-Riem. Das Flughafengelände wurde tangential durch dieBundesautobahn 94 und dieBundesstraße 471 berührt, zudem führten die StraßenAn der Point undPaul-Henri-Spaak-Straße zum Flughafen. Etwa einen Kilometer vom Flughafen entfernt ist derRiemer Bahnhof, der an dieS-Bahn München angeschlossen ist.






Nach Beendigung des Flugbetriebs übernahmenWolfgang Nöth und Jürgen Birr,Theatron-Macher und ehemaliger Betreiber desPulverturm-Clubs auf dem ehemaligenAlabama-Depot-Gelände, das Flughafengelände für dieZwischennutzung alsKulturzentrum.[18] In den Terminalgebäuden wieZeppelinhalle (Hit FM Hall),Charterhalle,Terminal 1 undWappensaal wurden zahlreiche Großveranstaltungen wie Konzerte undRaves abgehalten, auf der alten Start- und LandebahnFlohmärkte. Insbesondere in derTechno- und der alternativen Rockszene war der ehemalige Flughafen Riem international bekannt.[19][20]
Vom 27. bis 29. August 1993 fand auf dem ehemaligen Rollfeld das dreitägige Open-Air-FestivalRock over Germany mit vielen internationalen Stars wiePrince,Tina Turner,Rod Stewart,Chris de Burgh,Foreigner und vielen anderen Künstlern statt. Zu diesem Event kamen trotz schlechten Wetters über 185.000 Fans auf das ehemalige Flughafengelände. Anhaltender Regen hatte die Wiesen abseits der befestigten Flächen derart aufgeweicht, dass die Besucher zum Teil bis zu den Knöcheln im Matsch standen. In München waren am Wochenende Gummistiefel, Regenmäntel, Regenschirme etc. so gut wie ausverkauft.
Am 1. März 1994 fand im ehemaligen Terminal 1 das letzte Konzert der BandNirvana statt. Am 17. Juni 1994 eröffnete in der ehemaligen Großküche des Flughafens der Techno-ClubUltraschall.[19][20] Ebenfalls im Jahr 1994 fand in den Hallen des Flughafens erstmals in Deutschland der GroßraveUniverse Rave – Tribal Gathering statt.[21] Im selben Jahr wurdeRock in Riem, das heutigeRock im Park, auf dem Flughafengelände veranstaltet.
Am 4. März 1995 wurden in den Hallen des Flughafens erstmals dieRave City-Veranstaltungen abgehalten. Auf diesem Großrave traten internationale DJs und Live-Acts aus verschiedenen Sparten der Techno- und Housezene auf, wie unter anderemWestBam,Sven Väth,Steve Mason,Ravers Nature,Tanith,Mark Spoon,Paul van Dyk,Aural Float,Grooverider,David Morales undArmand van Helden.[19][20]
Das Kulturzentrum wurde im Sommer 1996 geschlossen und durch den Kunstpark Ost (später inKultfabrik umbenannt) ersetzt, weil das Gelände für dieMessestadt Riem benötigt wurde.
Die Umgestaltung des Flughafengeländes zur Messestadt Riem mit Wohn-, Büro- und Geschäftseinheiten sowie dem neuen Messegelände und Grünanlagen war eines der größten städteplanerischen Projekte der Landeshauptstadt München in den ausgehenden 1990er-Jahren und im beginnenden 21. Jahrhundert.
2005 fand auf dem ehemaligen Flughafengelände dieBundesgartenschau statt.
Heute erinnern nur noch das denkmalgeschützte Towergebäude⊙48.13772811.690521 sowie die Wappenhalle⊙48.13740711.688831, das ehemalige Terminalgebäude, an den Flughafen. Seit Februar 2025 befindet sich vor dem ehemaligen Tower ein Gedenkort mit einer Skulptur der KünstlerinAlicja Kwade, der an einen Anschlag und eine vereitelte Entführung einer Maschine der israelischen FluggesellschaftEl Al durch eine palästinensische Terrororganisation am 10. Februar 1970 erinnert.[22][23] Außerdem existiert am östlichen Ende desRiemer Parks noch ein etwa 65 mal 80 Meter großes Stück der ehemaligen Start- und Landebahn⊙48.13659511.718174 sowie im Westen die Tribüne des Flughafens⊙48.13209811.683209 und das Abflugschild⊙48.12869111.691626. An den Unfall desBEA-Flugs 609 erinnert heute noch eine Gedenktafel⊙48.12583811.676821. Ein Teil der Inneneinrichtung des Towers wie zum Beispiel Radarschirme ist heute imDeutschen Museum in der Luftfahrtabteilung zu sehen. Auf dem Stammgelände derTechnischen Universität München sind zwei Fahrgastbrücken als Gebäudeübergang installiert. Die verbliebenen Teile des alten Flughafens sind über das ganze Areal der heutigen Messestadt verteilt und alle gut erreichbar, wenn auch teilweise schwer zu finden.
Im Mai 2018 wurde bekannt, dass die Verbindungsfugen zwischen dem seit Jahren leerstehenden Kopfbau und der Zuschauertribüne von Schimmel befallen sind.[24]
Der Tower war nach dem Abriss der benachbarten Flughafengebäude etwa zwanzig Jahre lang ein freistehendes, weitgehend ungenutztes Gebäude. Anfang 2015 vereinbarten dieBrainlab AG und der Münchner Projektentwickler Wöhr + Bauer die Entwicklung der brach liegenden Fläche inklusive des historischen Towers.[25] Im November 2014 begannen Bauarbeiten sowohl für das rund 25.000 m² große Bürogebäude als auch am Tower, der unter strengen Auflagen der Denkmalschutzbehörden ertüchtigt und im Inneren modernisiert und umgestaltet wurde. Seit der Eröffnung des neuen Hauptsitzes der Brainlab AG im Juli 2017 durch die damalige BundeskanzlerinAngela Merkel werden die verschiedenen Flächen historischer Gemäuer offiziell genutzt.[26] Im Tower befindet sich ein Mitarbeiter-Café, zwei voll funktionsfähige Operationssäle, ein sich über zwei Stockwerke erstreckender Besprechungsraum, ein Yogazimmer, diverse Lounges, ein Nachtclub und eine Dachterrasse im 10. OG.[27] Die Räumlichkeiten werden vornehmlich durch die Mitarbeiter der Brainlab AG selbst genutzt – an wenigen Tagen im Jahr besteht aber auch die Möglichkeit für externe Firmen, die Eventflächen im Tower zu mieten. Der Tower wird unter dem eingetragenen MarkennamenThe Brainlab Tower vermarktet und ist unter diesem Namen auch als Ort in diversen Kartendiensten zu finden.[28]
Der Flughafen Riem ist heute ein Ort desKulturgeschichtspfades Trudering-Riem.

| Betriebsjahr | Fluggastaufkommen | Luftfracht [t] | Flugbewegungen |
|---|---|---|---|
| 1950 | 69.044 | 1.273 | 5.332 |
| 1960 | 794.613 | 7.506 | 50.108 |
| 1970 | 3.550.929 | 31.943 | 102.907 |
| 1980 | 6.057.997 | 39.091 | 142.032 |
| 1990 | 11.423.838 | 61.221 | 191.856 |
Anfang der 50er Jahre war der Flughafen München-Riem bekannter Veranstaltungsort für großeMotorsportveranstaltungen. Der Flugbetrieb war noch sehr überschaubar und so konnten auf einer mit Strohballen begrenzten Rennstrecke mitten auf dem Vorfeld die „Riemer-Rundstrecken-Rennen für Motorräder und Rennwagen“ ausgetragen werden. 80.000 Zuschauer verfolgten am 2./3. Mai 1951 den über 45 Runden und auf 103,5 km ausgelegten Meisterschaftslauf der „Rennwagen der Klasse Formel II bis 2000 ccm“, bei dem die RennfahrerlegendenHans Stuck (Grainau) undFritz Riess (Nürnberg) mit ihren AFM-Rennwagen um die Wette fuhren.[43]