| Final Cut Pro | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Entwickler | Apple |
| Aktuelle Version | 11.2[1] (19. September 2025) |
| Betriebssystem | macOS[2] |
| Kategorie | Videoschnitt |
| Lizenz | proprietäre Lizenz |
| deutschsprachig | ja |
| Final Cut Pro | |
Final Cut Pro (FCP) ist eine kommerzielleVideoschnittsoftware desUS-amerikanischen UnternehmensApple. Es wird ausschließlich für die eigenen BetriebssystememacOS undiPadOS vertrieben. Die Software bietet den Import unterschiedlicher Videoquellen, den digitalen nichtlinearen Videoschnitt, native Unterstützung für zahlreiche Videoformate sowie Erweiterungsmöglichkeiten und Interoperabilität auf professionellem Niveau.
Das Programm wurde ursprünglich 1998 von Randy Ubillos für das US-amerikanische UnternehmenMacromedia unter dem NamenKeygrip als Schnittsystem für das BetriebssystemWindows entwickelt. Er ist auch der Kopf der ersten Versionen vonAdobe Premiere. Er wechselte jedoch vonAdobe zu Apple, wo er Final Cut und späterFinal Cut Studio entwickelte. FCPX war ein Wunsch vonSteve Jobs mit dem Ziel ein Schnittsystem zu schreiben, das sowohl dem Einsteiger als auch dem Profi ein Werkzeug gibt, anspruchsvolle Filme zu schneiden.
Die ProgrammversionFinal Cut Pro bot Schnittmöglichkeiten für viele analoge und digitale Videoformate, von DV bis HD. Auch die Verarbeitung weitererSD-Videoformate war möglich. So konnte man mit zusätzlicher Videohardware externe Videospieler wieBetacam SP oderDigital Betacam anschließen.
Ab der Version 4.5(Final Cut Pro HD) kannDVCPRO-HD-Videomaterial mit Hilfe des integriertenFireWire-Anschlusses an einem entsprechend ausgestattetenPower Mac ohne zusätzliche Spezialausrüstung aufgenommen, bearbeitet und ausgegeben werden. Zu den bisherigen Standard-Videoformaten wie z. B.PAL,NTSC (wahlweise 10 oder 8 Bit unkomprimiert),DV, DVCPRO 25, DVCPRO 50,Serial Digital Interface kommen die neuenHigh-Definition-Formate im progressivenVollbildformat (25p) oder in verschiedenen Halbbildformaten(interlaced) dazu. Final Cut Pro 4.5 „HD“ unterstützt nativ DVCPRO-HD-Medien sowie sämtlicheHDTV-Standards (720p,1080i,1080p).
Im Juni 2005 erschien die Version 5 unter dem Namen „Final Cut Pro 5“, ohne den Zusatz „HD“. Dieser war 2005 schon zum Standard fürFinal Cut Pro geworden. Neu aufgekommene Videoformate wurden integriert, z. B.Panasonic P2,HDV oderXDCAM des japanischen UnternehmensSony. Diese Formate können direkt überFinal Cut Pro importiert bzw. mit Erweiterungen wie „XDCAM Transfer“ der Anbieter importiert werden. Dabei kann eine XDCAM wahlweise über SDI oder Firewire 400 angesteuert werden. Sie verhält sich dann entweder wie eineFestplatte oder einRekorder.
Final Cut Pro ist seit der MesseNational Association of Broadcasters im Jahr 2006 nicht mehr einzeln erhältlich, sondern ist Bestandteil des Final-Cut-Studio-Paketes. Am 15. April 2007 veröffentlichte Apple die VersionFinal Cut Studio 2. NebenFinal Cut Pro 6 selbst sind auch noch das DVD-Authoring-ProgrammDVD Studio Pro 4.2, das AudiobearbeitungsprogrammApple Soundtrack, derTitelgeneratorLiveType, die KodiersoftwareApple Compressor, das Motion-Graphics-ProgrammApple Motion 3, die Negativschnitt-SoftwareCinema Tools (für echten Filmschnitt von 16 mm, 35 mm oder 70 mm), das High-End-FarbkorrektursystemColor sowie Apples High-End-QuickTime Pro 7 enthalten.
Final Cut Pro 6 unterstützt denRed Digital Cinema Camera Company oder kurzRED-Codec selbst nicht, kann diesen aber als Proxy direkt oder als gewandelte YUV-Sequenz importieren. Das Bearbeiten von (RED)-RAW-Dateien, 10- oder 12-bit-RGB444 oder von für Kameras wie die Red verwendeten Auflösungen wie 4520 × 2160 beherrscht FCP nicht. Daher wird FCP oft als Offline-Schnittsystem eingesetzt, von dem aus dann Schnitt per EDL an onlinefähige >4K-, >12-bit-RGB-Systeme übergeben werden.
Am 23. Juli 2009 veröffentlichte AppleFinal Cut Pro 7, das inFinal Cut Studio 3 enthalten ist.Final Cut Studio bietet in Version 3 nun auch rudimentäreBD-AV-Unterstützung, wobei aber der Blu-ray-Standard, der unter anderem auch BD-Java, BD-Menü, 3D, DRM und anderes voraussetzt, vom Programm zugunsten voniTunes nicht vollständig unterstützt wird.
Auch wenn das Programm offiziell eingestellt war, so wurde es bis 2017 und bis zum Betriebssystem Mac OS 10.12 unterstützt. Mit Mac OS 10.13.1 (High Sierra) wirdFinal Cut Pro 7 nicht mehr unterstützt.
Am 23. Mai 2023 erschien Final Cut füriPad für alle Tablets mit einemSOC mindestens der GenerationM1 oderA16. Im Gegensatz zur Version für MacOS ist die iPad-Version lediglich im Abomodell und nicht für eine Einmalzahlung erhältlich. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der iPad-Version ist die Multicam-Steuerung, bei der mehrereiPhones mit dem iPad gekoppelt und die Aufnahmefunktion zentral in Final Cut gesteuert werden kann, wobei die Videostreams automatisch zum steuernden iPad gesendet werden.
2003 veröffentlichte Apple mitFinal Cut Express eine kostengünstigere Version vonFinal Cut Pro, mit einer sehr ähnlichen Oberfläche, allerdings ohne einigePro-Funktionen. Im Januar 2005 kamen diePro-ToolsSoundtrack undLiveType zuFCE hinzu, ebenso neue HDV-Funktionen. Zwecks Funktionsvereinheitlichung wurdeFCE im Juni 2011 eingestellt, und zwar zugunsten vonFinal Cut Pro X.
Am 21. Juni 2011 veröffentlichte der HerstellerFinal Cut Pro X auf dem „FCP User Supermeet“ im Rahmen der NAB Messe in LasVegas. Das Programm wurde neu geschrieben, um vollständig64-Bit-kompatibel zu sein sowieOpenCL undGrand Central Dispatch zu unterstützen. Die VersioniMovie ist eine Variante, die im Kern eine Vollversion von FCPX ist, jedoch eine vereinfachte Benutzeroberfläche für Laien bietet. Mit der VersionFinal Cut Pro X wurde die SuiteFinal Cut Studio eingestellt und die Weiterentwicklung mehrerer Produkte beendet.
Das FarbkorrektursystemColor wurde ersatzlos eingestellt, ebenso das AuthoringsystemDVD Studio Pro. Die vormals beinhalteten ProgrammeFinalApple Motion undApple Compressor wurden jetzt einzeln vertrieben oder waren nur stark eingeschränkt im Schnittprogramm nutzbar. Der Vertrieb erfolgte ausschließlich über denMac App Store und auch nicht auf DVD. Apple fokussierte nun anders als zuvor mit Final Cut Studio mitFinal Cut Pro X den Massenmarkt und senkte den Preis gegenüber Final Cut Studio um 70 Prozent.
Wegen des Fehlens einiger wichtiger Funktionen wie Multicam-Schnitt, dem Importieren vonSchnittlisten und der Unterstützung externerBildschirme gab es Kritik aus professionellen Kreisen. In späteren Versionen reagierte Apple darauf und reichte fehlende Funktionen nach, beispielsweise Multicam-Schnitt und Unterstützung des REDCODE-RAW-Formates und native MXF-Unterstützung. Inzwischen gibt es ein großes Angebot von Drittherstellern, die Effekte und Hardware anbieten.
Nach mehreren großen Kinofilmen in asiatischen Märkten wurde im Jahr 2014 mit Glenn Ficarras „Focus“ mitWill Smith der erste große Hollywood-Film (mit einem Budget von 50,1 Millionen US-Dollar) ausschließlich mit Final Cut Pro X produziert.[3]
Produktionshäuser wieBBC News[4] undRTS[5] sind bereits auf FCPX umgestiegen.