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Fidaxomicin

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Strukturformel
Strukturformel von Fidaxomicin
Allgemeines
FreinameFidaxomicin
Andere Namen
  • Lipiarmycin
  • Dificid
  • Clostomycin B1
  • Tiacumicin B
  • Difimicin
SummenformelC52H74Cl2O18
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer873857-62-6
EG-Nummer (Listennummer)692-555-6
ECHA-InfoCard100.220.590
PubChem10034073
ChemSpider8209640
DrugBankDB08874
WikidataQ5446672
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A07AA12

Wirkstoffklasse

Makrozyklin-Antibiotika

Wirkmechanismus

Hemmung der bakteriellen RNA-Polymerase

Eigenschaften
Molare Masse1058,04g·mol−1
Dichte

1,33 g·cm−3[2]

Löslichkeit

löslich inEthanol,Methanol,DMF oderDMSO, begrenzt löslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von derKennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
keine GHS-Piktogramme

H- und P-SätzeH:keine H-Sätze
P:keine P-Sätze[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Fidaxomicin (HandelsnameDificlir; Pharmazeutischer Unternehmer Tillotts Pharma[3]) ist einArzneistoff aus der relativ neuen Gruppe der Makrozykline, der in der Behandlung vonDarminfektionen mitClostridioides difficile eingesetzt wird.

Klinische Angaben

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Anwendungsgebiete

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Fidaxomicin istindiziert bei Erwachsenen zur Behandlung von Darminfektionen mit denpathogenen (Toxin-bildenden)Clostridioides difficile. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei 200 mg zweimal täglich, unabhängig von den Mahlzeiten.

Unerwünschte Wirkungen und Anwendungsbeschränkungen

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Bei den beobachteten Patientengruppen zeigten sich folgendeNebenwirkungen mit folgender durchschnittlichen Häufigkeit:Erbrechen (12 von 1.000 Personen),Übelkeit (27 von 1.000 Personen) sowieVerstopfung (12 von 1.000 Personen).

Es wird angenommen, dass Fidaxomicin dasP-Glykoprotein des Darmes inhibieren kann. Infolgedessen sollte die parallele Einnahme von bekannt starken P-Glykoprotein-Inhibitoren wieCiclosporin,Clarithromycin,Verapamil,Dronedaron,Amiodaron oderKetoconazol vermieden werden.

Anwendung bei besonderen Patientengruppen

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Obwohl es bisher keine Hinweise für eine Schädigung desFötus oder desgestilltenNeugeborenen vorliegen, wird aus Sicherheitsgründen die Anwendung von Fidaxomicin während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen. In tierexperimentellen Studien zeigte sich Fidaxomicin als nichtteratogen.

Für Patienten, die an einem schweren Nieren- oder Leberleiden erkrankt sind, soll die Einnahme von Fidaxomicin unter genauer Beobachtung und Vorsicht erfolgen.

Pharmakologische Eigenschaften

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Fidaxomicin ist ein bakterizides Makrozyklin-Antibiotikum, das biotechnisch durch denAktinomyzetenDactylosporangium aurantiacum spp.hamdenesis hergestellt wird. Das Makrozyklin-Antibiotikum hemmt dieProteinbiosynthese im Bakterium, indem es an die DNA-abhängigeRNA-Polymerase bindet – dies passiert auch beiRifamycinen.

Das fast wasserunlösliche Antibiotikum wird über den Darm kaum aufgenommen und wirkt somit nur lokal. Daher wird der größte Teil über denStuhl wieder ausgeschieden. Im Darm beträgt dieHalbwertszeit 8 bis 10 Stunden.

Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses

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Nach Beurteilung durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat derGemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 4. Juli 2013 einen Beschluss zum Zusatznutzen[4] gegenüber der VergleichstherapieVancomycin getroffen. Darin wird ein Beleg für einen Zusatznutzen bei schwer Erkrankten festgestellt. Allerdings fehlt eine geeignete Aufbereitung der Nebenwirkungen. Studien über einen Einsatz bei leicht Erkrankten wurden nicht vorgelegt.[5]

Literatur

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  • Fidaxomicin. In:Neue Arzneimittel. 60. Jahrgang, Mai 2013, Nr. 5.
  • Johannes Hausmann, Stefan Zeuzem, Oliver Schröder:Fidaxomicin—The Next Step? A New Narrow-Spectrum Macrocyclic Antibiotic for the Management of Clostridium Difficile Infection. In:Gastroenterology.Band 141,Nr. 3, September 2011,S. 1116–1118,doi:10.1053/j.gastro.2011.07.014,PMID 21801724. 
  • Derrick W. Crook u. a.:Fidaxomicin Versus Vancomycin for Clostridium difficile Infection: Meta-analysis of Pivotal Randomized Controlled Trials. In:Clinical Infectious Diseases. 55, Suppl. 2, 8. Januar 2012,S. 93–103,doi:10.1093/cid/cis499,PMID 22752871. 
  • Jennifer S. Hardesty, Paul Juang:Fidaxomicin: A Macrocyclic Antibiotic for the Treatment of Clostridium difficile Infection. In:Pharmacotherapy.Band 31,Nr. 9, 2011,S. 877–886,doi:10.1592/phco.31.9.877,PMID 21923589. 
  • Gemeinsamer Bundesausschuss:Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII - Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V – Fidaxomicin. In:Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII. 4. Juli 2013 (g-ba.de [PDF;135 kB]). 

Einzelnachweise

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  1. abuniscience:fidaxomicin (PDF; 138 kB).
  2. abcDatenblattFidaxomicin ≥98% (HPLC) beiSigma-Aldrich, abgerufen am 20. November 2021 (PDF).
  3. Dificlir bei CDI | Tillotts Pharma für die Gesundheit des Verdauungssystems. In: Tillotts DE. Abgerufen am 14. Oktober 2022 (amerikanisches Englisch). 
  4. Beschluss zum Zusatznutzen (Memento vom 9. Februar 2015 imInternet Archive)
  5. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen:Fidaxomicin bei Clostridium-difficile-Infektion: Zusatznutzen nicht belegt. 15. April 2013 (iqwig.de). 
Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient weder der Selbstdiagnose noch wird dadurch eine Diagnose durch einen Arzt ersetzt. Bitte hierzu denHinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
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