Weldon stammte aus einer literarischen Familie. Ihr Großvater war der SchriftstellerEdgar Jepson (1863–1938), ihre Mutter schrieb Romane unter demPseudonymPearl Bellairs, einer Figur aus einer Kurzgeschichte vonAldous Huxley. Weldon wuchs inAuckland,Neuseeland, auf, bis ihre Eltern sich scheiden ließen und ihre Mutter mit Fay und ihrer Schwester nach England zurückkehrte.
Weldon heiratete kurz nach ihrem Umzug nach London zum ersten Mal; ihr Mann war nicht der leibliche Vater ihres Sohnes. Die Ehe scheiterte nach zwei Jahren und Weldon arbeitete danach als Texterin in einerWerbeagentur, um den Lebensunterhalt für sich und ihren Sohn zu verdienen. 1962 heiratete sie zum zweiten Mal; von ihrem Ehemann übernahm sie den Namen Weldon. Aus der Ehe stammen drei Söhne. Während der zweiten Schwangerschaft begann Weldon Texte für Radio- und Fernsehsendungen zu schreiben.
Ihr erster RomanThe Fat Woman’s Joke erschien 1967. Meist stehen weibliche Hauptfiguren im Mittelpunkt ihrer Romane, die sich gegen die Widerstände einerpatriarchalisch geprägten, in aller Regel britischen Gesellschaft ihr eigenes Leben zu erkämpfen suchen. Von ihren mehr als 30 Romanen[1] wurden mehrere verfilmt, darunterDie Teufelin mitRoseanne Barr.
Eine größere Kontroverse entstand bei der Veröffentlichung des Romans „Die Bulgari-Connection“, da Weldon für die Nennung des Firmennamens Zahlungen der Firma Bulgari erhielt. Vertraglich waren zwölf Nennungen vereinbart, insgesamt kam es zu 34.[2]
Weldon schrieb auch Kurzgeschichten, über 50 Drehbücher für Film und Fernsehen und Magazin- und Zeitungsartikel. 1996 saß sie in der Jury derBerlinale. DieAutobiographie über ihre frühen Jahre mit dem TitelAuto de Fay erschien 2002.
Weldons zweite Ehe endete 1994 durch den Tod ihres Mannes. Ab 1995 war sie in dritter Ehe mit dem Dichter Nick Fox verheiratet und lebte im Londoner StadtteilHampstead. Sie starb Anfang Januar 2023 im Alter von 91 Jahren.
Spaltungen. Roman („Splitting“). Goldmann, München 1998,ISBN 3-442-43538-2.
Sterndame. Roman („Leader of the Band“). dtv, München 1991,ISBN 3-423-11426-6.
Die Teufelin, Roman (Originaltitel:The Life and Loves of a She-Devil, übersetzt von Werner Waldhoff), Weissmann Verlag Frauenbuchverlag, München 1987,ISBN 3-88897-120-9.
Petra Bittner:Feministisches Denken und Gestalten in ausgewählten Werken vonBuchi Emecheta und Fay Weldon. Tectum, Marburg 1997,ISBN 3-89608-753-3 (=Edition Wissenschaft / Reihe Sozialwissenschaften Band 69).