Nachname ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Film von Sönke Wortmann sieheDer Nachname.
DerFamilienname ist ein Teil desNamens einesMenschen. Er ergänzt denVornamen und drückt die Zugehörigkeit des Namensträgers zu einerFamilie aus.
In der Regel gleichbedeutend werden im deutschsprachigen Raum die AusdrückeNachname undZuname verwendet. In der Schweiz sagt man auchGeschlechtsname (vonFamiliengeschlecht). Familienname und Nachname sind dabei streng genommen keine Synonyme, sie sind lediglich deshalb gleichbedeutend, weil im deutschsprachigen Raum der Familienname ein Nachname ist, der dem persönlichen (Vor-)Namen nachgestellt wird. Das ist in Europa weitgehend (Ausnahme: Ungarn) üblich, weltweit werden die familien- und abstammungsbezogenen Namensteile den persönlichen Namen oft auch vorangestellt, insbesondere im asiatischen Raum.
Abgrenzend zum Ehenamen heißt der durch Abstammung erworbene ursprüngliche FamiliennameGeburtsname (bei verheirateten Frauen früher auchMädchenname; in der SchweizLedigname) und drückt die Zugehörigkeit zur Elternfamilie aus. In vielen modernenNamensrechtsordnungen lassen sich Geburts- und Ehenamen inDoppelnamen (Schweiz:Allianznamen) kombinieren.Künstlernamen können auch ohneverwandtschaftlichen Bezug als Familiennamen geführt werden. Der bei der Geburt registrierte „Geburtsname“ lässt sich auch später noch ändern. In Deutschland ist der Geburtsname als derjenige Name definiert, „der in die Geburtsurkunde eines Ehegatten zum Zeitpunkt der Erklärung [über die Wahl eines Ehenamens] gegenüber dem Standesamt einzutragen ist“ (§ 1355 Abs. 6BGB), wobei sich aus dem Personenstandsrecht ergibt, dass sich der im Geburtseintrag vermerkte Geburtsname durchaus ändern kann (§ 36 Abs. 1 PStV), namentlich durch Adoption, Einbenennung oder behördliche Namensänderung; lediglich bei Änderungen aufgrund einer Ehe ändert sich nicht der Geburtsname, sondern es wird ein Ehename erworben. In der Schweiz heißt dieser GeburtsnameLedigname[1], in der österreichischen Gesetzesterminologie entspricht ihm derGeschlechtsname[2].
DerHausname (Hofname) erfüllt in ländlichen Gebieten eine ähnliche Funktion wie der Familienname. Er wird im alltäglichen Sprachgebrauch dem Vornamen (Rufname) vorangestellt, u. a. inHessen (z. B.Schmidde Karl, dabei ist Schmidde der Hausname), auch in Süddeutschland, Österreich und Südtirol.Wird der Familienname nur im Schriftverkehr verwendet, bezeichnet man ihn auch alsSchreibnamen. Historisch wurde die Frau noch im 20. Jahrhundert schriftlich mit Vor- und Nachnamen ihres Ehegatten angesprochen.
Der Familienname eines Menschen kann sich im Laufe des Lebens ändern, etwa durchHeirat,Scheidung,Adoption oder behördliche Namensänderung. Auch gewillkürte[3] Anpassungen sind möglich, z. B. die Annahme des Namens eines neuen Ehepartners durch die vorehelichen Kinder eines der Partner, so dass die neue Familie im gesellschaftlichen und behördlichen Umgang als eine Einheit auftreten kann.
Die Namensgebung ist weltweit sehr unterschiedlich geregelt und hängt von Kultur, Tradition, Gesellschaftsordnung und Herkunft (etwa aus demAdel) ab. Nicht alle Nachnamenssysteme in Europa und in der Welt setzen Familiennamen ein. So ist beispielsweise in derspanischsprachigen Welt der dort gebräuchliche zweigliedrige Zuname (apellido, wörtlich „Rufname“) kein Familienname im eigentlichen Sinn, weil die Mitglieder einer Familie keinen gemeinsamen Nachnamen haben. Stattdessen sieht dieses System für jede Person einen individuellen und unveränderlichen Abstammungsnamen (Vaters- und Muttersname) vor, wodurch die Familienmitglieder unterschiedliche Nachnamen tragen. Ähnliche Systeme herrschen auch in anderen Ländern, etwaItalien oderPortugal. Im vorliegenden Artikel sind die unterschiedlichen regionalen Nachnamenssysteme auch dann abgehandelt, wenn es sich streng genommen nicht um Familiennamen handelt.
Familiennamen im heutigen Sinne haben sich ausBeinamen entwickelt, die zunächst nur an individuelle Personen vergeben waren, aber noch nicht an nachfolgende Personen weitergegeben wurden. Im 9. Jahrhundert wurde erstmals inVenedig ein Beiname vererbt. Diese Sitte breitete sich von dort aus im 10. Jahrhundert nachNorditalien undSüdfrankreich aus. Im 11. Jahrhundert gelangte der Gebrauch nachKatalonien undNordfrankreich, im 12. Jahrhundert nachEngland und in das Gebiet derSchweiz. Danach wurde der Gebrauch eines festen Familiennamens auch in den west- und süddeutschenStädten üblich. Anfang des 15. Jahrhunderts waren Familiennamen überall im deutschen Sprachraum anzutreffen, aber nicht durchgehend. Auch konnte der Familienname noch wechseln, zum Beispiel bei Wegzug oder aufgrund neuer Berufstätigkeit oder bis etwa 1800 bei der Einheirat in einen Bauernhof.
Während derAdel seit der Erblichkeit derLehen im Jahr 1037 feste Familiennamen trug, um seineErbansprüche geltend machen zu können, folgten erst später diePatrizier und Stadtbürger.[4] Insbesondere im Patriziat hat noch die Wahrung des Familienbesitzes zur Bildung der festen Beinamen beigetragen, während im restlichen Bürgertum die Familiennamenbildung vor allem durch den Ausbau des Verwaltungswesens mit einer zunehmenden schriftlichen Beurkundung gefördert wurde. Der Familienname hatte bis ins 18. Jahrhundert hinein zumeist nur untergeordnete Bedeutung, während derRufname der eigentliche Name blieb. Bäuerliche Gegenden kamen bis zum 17. oder 18. Jahrhundert ohne einen festen Familiennamen aus, in Friesland wurde er erst im 19. Jahrhundert gesetzlich eingeführt.
DurchAuswanderung können sich Nachnamen auch in Regionen und Sprachräumen verbreiten, die weit entfernt vom Ursprungsort des Namens liegen.
Eine Auswertung von rund 225.000 Datensätzen deutscher Benutzer des NetzwerkesXing ergab 2013, dass Nachnamen Einfluss auf den beruflichen Erfolg haben könnten. Diese wurden auf Nachnamen und deren berufliche Position ausgewertet. Die Forscher derUniversität Cambridge und derEcole HEC in Paris ermittelten, dass adlig klingende Namen mit 2,7 % häufiger in gehobeneren Positionen vertreten waren.[6][7]
Die deutschen Familiennamen haben sich im deutschsprachigen Raum seit dem 12. Jahrhundert nach und nach etabliert.1875 wurden imDeutschen Reich dieStandesämter eingeführt und die Namen festgeschrieben. Seitdem trägt jeder Deutsche einen oder mehrereVornamen, einen eventuellenZwischennamen und einen Familiennamen, und zwar in dieser Reihenfolge. In einigen deutschen Gegenden wird, beruhend auf der beruflichen, familiären oder geografischen Herkunft, umgangssprachlich mitunter der Familienname (z. T. auch im Genitiv) vor den Vornamen an erste Stelle gesetzt. Diese umgekehrte Reihenfolge ist besonders im ländlichen süd- und westdeutschen Raum verbreitet, besonders inBayern („der Huber Sepp“),Baden,Schwaben,Südtirol undOstbelgien.[8]
Als Familienname gilt gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB, in Kraft seit dem 1. Januar 1900) der Nachname, der als Folge der Abstammung von den Eltern auf die Kinder übergeht. Die Angabe des Geburtsnamens einer einzelnen Person (Beispiel:geborene …,[9]gebürtig …; abgekürztgeb.) ist kein Bestandteil des Familiennamens, der von den Eltern auf die Kinder übergeht. Der Familienname kann aus mehreren Wörtern bestehen (Beispiele: „Breuergenannt Nattenkemper“, „Olde grote Beverborg“).
In Bulgarien erhält das Kind den Vornamen des Vaters als „Vaternamen“, der vor dem Familiennamen eingefügt wird. Dabei wird bei Knaben die Endung „-ow“ oder „-ew“, bei Mädchen die Endung „-owa“ oder „-ewa“ angehängt, es sei denn, der Vorname des Vaters lässt die Anfügung dieser Suffixe nicht zu oder diese widersprechen den Namenstraditionen. Ein Kind, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind, erhält bei der Geburt die entsprechenden Namen der Mutter als Zwischen- und Familiennamen.[10][11]
In Griechenland behalten Frauen und Männer bei der Heirat ihren Nachnamen, es gibt also in der Regel keinen Familiennamen. Die Endungen von weiblicher und männlicher Form unterscheiden sich, denn der Nachname einer Frau ist die Genitivform, der eines Mannes der Nominativ, z. B.Kolidis (Nominativ, Mann) /Kolidi (Genitiv, Frau) oderTataros (Nominativ, Mann) /Tatarou (Genitiv, Frau). Der Nachname der Frau bedeutet daher sinngemäß „(Frau) der Familie Y“ (etwa wie „die Müllersche“). Neuerdings wird (vor allem bei im Ausland lebenden Griechen) auch für Frauen dieselbe Form wie bei Männern gewählt.
InIsland haben nur wenige Personen Familiennamen im mitteleuropäischen Sinne. Dabei handelt es sich meist um aus anderen Ländern, historisch besondersDänemark, stammende Familien. In der Regel jedoch besteht der zweite Name aus dem Namen des Vaters (im Genitiv) erweitert um-son (Sohn) oder-dóttir (Tochter). Benennungen nach der Mutter waren früher selten (uneheliche Geburt mit unbekanntem Vater), sind aber heute im Zuge der Gleichstellung gesetzlich möglich und kommen mittlerweile immer wieder vor. Benennungen nach der Mutter bedeuten heute nicht mehr, dass der Vater unbekannt ist. Beispiel einer Generationenfolge: Örn Jóhannsson – dessen Sohn: Helgi Arnarson (Arnar ist Genitiv vonÖrn) – dessen Sohn: Ívar Helgason – dessen Sohn und Tochter: Lars Ívarsson und Jóhanna Ívarsdóttir usw. Die frühere isländische PräsidentinVigdís Finnbogadóttir ist die Tochter desFinnbogi Rútur Þorvaldsson. Häufig lassen aber die gewählten Vornamenkombinationen auf Verwandtschaft schließen, da viele Familien bestimmte Vornamen immer wieder verwenden. Auch das Abwechseln zweier Namen für Vater und Sohn über mehrere Generationen hinweg kommt immer wieder vor (Beispiel: Jón Gunnarsson – dessen Sohn: Gunnar Jónsson – dessen Sohn: Jón Gunnarsson usw.).
In Italien gab es Familiennamen schon etwas früher als im deutschsprachigen Raum. Wenn man die häufigsten davon mit jenen in Deutschland vergleicht, stellt man fest, dass Berufe bei der Entstehung italienischer Nachnamen keine so große Rolle spielten. Nachfolgend die häufigsten, entnommen aus demdtv-Atlas:
In Deutschland stehen an diesen sieben Stellen nur Berufsnamen.
Den größten prozentualen Anteil haben in Italien insgesamt die Herkunftsnamen. Ein solcher ist zum Beispiel der Name des 2006 zum Staatspräsidenten gewähltenGiorgio Napolitano (AusNeapel Stammender); andere Beispiele sindToscano,Calabrese oderForlan. Etwa 10 Prozent aller italienischen Nachnamen stammen von Rufnamen germanischer Herkunft. Beispiele sind:Endrizzi (vonEnrico – Heinrich),Gualtieri (vonGualtiero – Walter),Fedrizzi (vonFederico – Friedrich).
Ein Namenswechsel bei der Heirat ist in Italien unüblich, sodass Ehefrauen auch traditionell stets ihren persönlichen Geburtsnamen behalten.
In offiziellen Schriften und beim Unterschreiben steht oft der Nachname an erster Stelle.
In Portugal und ähnlich auch inBrasilien und den übrigen Gebieten derLusophonie bestimmt sich der Nachname eines Kindes grundsätzlich nach den väterlichen Nachnamen beider Elternteile, die im Nachnamen der Eltern im Regelfall jeweils an zweiter Stelle stehen. Dabei wird der zweite Nachname der Mutter an erster Stelle genannt.
Felipe Faria Duarte beispielsweise ist der Sohn vonHenrique Coelho Duarte undCarolina Lemos Faria.
Wie im spanischsprachigen Raum werden die Nachnamen also patrilinear weitergegeben, da die Kinder sowohl vom Vater als auch von der Mutter den zweiten, väterlichen Nachnamen erhalten.
Ausnahmen bilden Kinder, deren Eltern einen identischen väterlichen Nachnamen haben. Dann erhält das Kind nur einen Nachnamen. Als Beispiel heißt das Kind vonAntonio da Costa Moreira undMaria Sousa Moreira einfachJosefina Moreira.
Heiratet ein Paar in Portugal, so kann die Frau auch einen dritten Nachnamen bekommen, wenn sie den zweiten Nachnamen ihres Mannes hinzunehmen möchte (das ist allerdings freiwillig). Da alle Kinder der Familie ebenfalls diesen Namen tragen, gilt der zweite Nachname des Vaters meistens als der eigentliche Hauptfamilienname (in o. g. Beispielen also Familie Duarte bzw. Familie Moreira). Im Alltag wird meist auf die Nennung der übrigen Namensteile verzichtet und nur der Hauptfamilienname verwendet; zum Beispiel wird der frühere EU-KommissionspräsidentJosé Manuel Durão Barroso in den Medien oft nurManuel Barroso genannt.
In brasilianischen Gebieten, in denen die Namensführung durch italienische, deutsche oder sonstige Einwanderungseinflüsse geprägt ist, werden Familiennamen oft nach den Gepflogenheiten dieser Volksgruppen vererbt, das heißt, meist erhalten die Kinder nur den Nachnamen des Vaters. Zuweilen wird jedoch auch hier der portugiesischen Namenstradition noch gefolgt.
Theoretisch kann eine Person in Portugal bis zu sechs Namen haben (zwei Vornamen und vier Familiennamen). Manchmal werden auch Namen von Ahnen aus Gründen der Ehrerbietung weitergeführt. Ebenso ist es üblich, bei Namensgleichheit mit Vater, Onkel oder Großvater die Verwandtschaftsbeziehung durch einen erklärenden Nachnamenszusatz zu dokumentieren, so ist zum BeispielTobias de Almeida Neto der Enkel (port.neto) des älterenTobias de Almeida.
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InRussland steht in allen Dokumenten zwischen Vor- und Familienname zwingend derVatersname. Dieser wird bei Männern durch Aleitung mit den Suffixen-owitsch/-ewitsch gebildet (z. B.Pawlowitsch bei einem Vater namens Pawel,Sergejewitsch bei einem Vater Namens Sergei), bei Frauen mit den Suffixen-owna-/ewna (Pawlowna, bzw.Sergejewna).
Aus dem Russischen stammende Nachnamen werden bei Frauen in der weiblichen Form mit der Endung-a gebraucht (z. B.Gorbatschowa). Bei ausländischen Namen findet diese Kennzeichnung nicht statt.
Im respektvollen Stil werden in schriftlicher und mündlicher Kommunikation Personen mit dem Vornamen und dem Patronym angeredet. Diese Anrede entspricht in etwa demSiezen im Deutschen.
Die Anrede mit Familiennamen ist nur in der amtlichen schriftlichen Kommunikation üblich.[12][13]
Verbreitet sind in Schweden aber auch Herkunftsnamen wieLindberg, dessen erster Namensträger aus Lindesberg stammte, oderWidmark, ursprünglich aus Vebomark. Herkunftsnamen können auch frei ergänzt sein, so stammen dieAlmgren, Almlind undAlmlöf ursprünglich aus Almby. Eine Sondergruppe hiervon bilden die sogenanntenSoldatennamen wieNorman, Norberg, Norström, Nordgren oderNorrby, die in diesem Fall alle auf eine Zugehörigkeit des ersten Namensträgers zumUpplands regemente verweisen. Aus derBarockzeit stammen schließlich Namen vom TypusHyllén, Norrén, Wessén usw. Auch in Norwegen sind Herkunftsnamen wieLjones, Ødegaard, Fjell oderTønsberg sehr üblich.
In Finnland haben Familiennamen oft eine Beziehung zur Natur, beispielsweiseVirtanen (Fluss/Strom),Mäkinen (Berg/Hügel),Järvinen (Binnensee), wobei-nen ein Suffix ist.
Familiennamen außerhalb des Adels setzten sich in diesen Ländern erst später als im übrigen Europa durch, und zwar zuerst in der Oberschicht.
In Schweden begann die Oberschicht im 16. Jahrhundert Familiennamen anzunehmen, bei Geistlichen und Gelehrten meist in lateinischer Form. Bauern und Handwerker erhielten nur den Vatersnamen. Im 20. Jahrhundert wurde das Annehmen neugeschaffener Familiennamen(nybildade efternamn) vom Staat propagiert, um deren bislang vergleichsweise geringe Varianz zu erhöhen. Von 1921 bis 1979 gab der Staat sechs Listen mit Vorschlägen für neue Familiennamen heraus, sogenannten Namenbücher(namnböcker), die insgesamt etwa 170.000 Namensvorschläge enthielten; die beiden populärsten waren diejenigen von 1921 und 1940. Es gab zeitweise offizielle Namenbüros, die Interessierten halfen, einen geeigneten neuen Familiennamen zu finden.[14]
In Dänemark wurden Familiennamen mit Gesetz vom 30. Mai 1828 gegen den Widerstand der Bevölkerung vorgeschrieben. Hiernach war der Vatersname (Vorname +sen) als Familienname festzuschreiben. Auf diese Weise erhielten große Teile der Bevölkerung gleiche Familiennamen. In Schweden tragen Frauen seit 1901 den Namen ihres Mannes: Seither wird eines HerrnLarssons (Sohn des Lars) Frau, die zuvor das PatronymJönsdotter (Tochter des Jön) trug, ebenfalls alsLarsson im Familienregister geführt (seit 2017 ist das Führen echter Patronymika allerdings wieder möglich); das Führen von Familiennamen ist seit 1904 obligatorisch.
In Norwegen bestimmte erst das Personennamengesetz vom 9. Februar 1923, dass Kinder bei der Eintragung in das Geburtenregister einen Familiennamen haben müssen. Erwachsenen blieb es freigestellt, einen Familiennamen anzunehmen. Sofern nicht der Vatersname mit der entsprechenden Endung als Familienname gewählt wurde, war der Name des Hofes, den die Familie besaß oder langfristig nutzte, zu verwenden. Auf diese Weise wurde eine starke Häufung der Familiennamen wie in Dänemark vermieden.
InSpanien wie auch in den meisten LändernHispanoamerikas setzt sich der Nachname einer Person stets aus zwei Einzelnamen zusammen: Traditionell erhalten Kinder an erster Stelle den ersten Nachnamen ihres Vaters (Vatersnamen) und als zweiten Namen den ersten Nachnamen der Mutter (Muttersnamen). Die Kinder von HerrnMéndez Aznar und FrauSánchez Hernández erhalten also den persönlichen NachnamenMéndez Sánchez. Anders als bei deutschen Doppelnamen verwendet man im Spanischen keinenBindestrich. Die Nachnamen werdenpatrilinear weitergegeben; ein Namensteil der Mutter geht zwar noch auf ihre Kinder, aber nicht mehr auf ihre Enkel über. Dies ist allerdings seit 1999 in Spanien nicht mehr zwingend. Die Eltern können bestimmen, dass der erste Nachname der Mutter vorangestellt wird, sodass das Kind seinen Muttersnamen später an die eigenen Kinder weitergibt. Eheleute behalten nach der Heirat ihre Geburtsnamen, ein Namenswechsel ist nicht vorgesehen. Gelegentlich, regelmäßig imAdel, wird zwischen den ersten und den zweiten Nachnamen einy („und“) gestellt, ursprünglich einAdelsprädikat. Fürkatalanische Namen wird diese Praxis stets angewandt, auch im bürgerlichen Gebrauch. Bei katalanischer Namensführung wird daher immer das katalanischei („und“) zwischen die Nachnamen gestellt (etwa beiJordi Pujol i Soley).
Im formellen Gebrauch und im amtlichen Schriftverkehr werden stets beide Namensteile benutzt. Im Alltag wird hingegen regelmäßig auf die Nennung des zweiten Namensteils verzichtet. Eine Ausnahme sind Personen, deren erster Nachname sehr geläufig ist. Zur besseren Identifizierung werden sie oft unter Weglassung des ersten nur mit ihrem zweiten Namen bezeichnet; so verwendet der ehemalige spanische MinisterpräsidentJosé Luis Rodríguez Zapatero statt des in Spanien sehr häufigen NamensRodríguez seinen MuttersnamenZapatero.
Die zehn häufigsten Nachnamen in Spanien sind in dieser Reihenfolge (Zahlen desINE von 2017): García, González, Rodríguez, Fernández, López, Martínez, Sánchez, Pérez, Gómez, Martín. Alle zehn sind patronymischen Ursprungs, allein acht von ihnen besitzen die hierfür typische Endung auf -ez. Die selteneren nicht-patronymischen Namen sind meist Herkunftsnamen (Gallego, Medina, Catalán) oderÜbernamen (Rubio [= Blonder], Moreno [= Dunkelhäutiger], Calvo [= Glatzkopf], Bravo [= Wilder]).[15]
In Tschechien und in der Slowakei werden alle Nachnamen geschlechtsspezifisch unterschieden. Weibliche Personen erhalten dabei immer einen Nachnamen mit der Endung-ová. Dies gilt auch für ausländische Namen, z. B.Angela Merkelová oderAnnegret Krampová-Karrenbauerová fürAngela Merkel undAnnegret Kramp-Karrenbauer.
In Ungarn und anderen Gebieten, wo die ungarische Sprache gesprochen wird, kommt der Familienname an erster und der Vorname an zweiter Stelle, z. B.Béla Bartók lautet auf UngarischBartók Béla.[16]
Erst elf Jahre nach der Gründung derTürkei wurden Familiennamen 1934 durch den StaatspräsidentenKemal Atatürk perGesetz Nr. 2525 vorgeschrieben. Vorher, imOsmanischen Reich, waren zur Vorstellung Stammesnamen, gefolgt vom Vornamen des Vaters und dem eigenen Vornamen verwendet worden; dazwischen stand jeweils die Bezeichnung „Sohn“ (oğlu). Das spiegelt sich auch in einigen modernen türkischen Nachnamen wider. Namen sahen ungefähr so aus:Sarıpaçalı-nın oğlu Ahmet-in oğlu Hasan (Hasan, Sohn von Ahmet, Sohn der Sarıpaçalı). Ein ähnlicher Aufbau ist auch in arabischen Namen mitibn zu finden. Kürzere Formen wieSarıpaçalı-lardan Hasan oder noch kürzerSarıpaçalı Hasan (Hasan von den Sarıpaçalıs) fanden ebenfalls Verwendung. War kein besonders bekannter Stammesname vorhanden, war der Beruf des Vaters von Wichtigkeit, die deutschen Müllers, Schmidts und Meyers zeigen hierbei eine gewisse Parallelität auf. Diese Form der Erkennung wird auch heute noch gerne in einigen Gegenden und Ortschaften verwendet:Marangoz Ali-nin oğlu İbrahim (Ibrahim, Sohn des Schreiners Ali), in Kurzform oft zusammen geschrieben:Marangozalioğlu İbrahim (zusammengeschrieben und entsprechend intoniert, um den Namen vonmarangoz Alioğlu İbrahim, „Schreiner Ibrahim, Sohn des Ali“ oder „Schreiner Ibrahim aus der Familie Ali“ zu unterscheiden). Der Namensbestandteiloğlu hat dabei oft nicht die enge Bedeutung „(leiblicher) Sohn“, sondern die erweiterte Bedeutung „Abkömmling“ und eignet sich so zur Vererbung. Vornehme Familien führten häufig einen solchen Namen, der auf persische Art aus dem Namen des Vorfahren und den persischen Suffix-zade (bedeutungsgleich mitoğlu) gebildet wurde. Dieser wurde oft wie ein Familienname geführt, aber dem Namen vorangestellt. Bei solchen Namen wurde bei der Einführung der Familiennamen gelegentlich der persische Suffix entfernt und der Name wechselte die Position. So wurde ausKöprülüzade Mehmed Fuad der NameMehmet Fuat Köprülü.Matronyme sind unüblich. Das entsprechende weibliche Pendant fürSohn von, also dieTochter von, heißtkızı und zeigt im Gegensatz zuoğlu so gut wie immer den leiblichen Vater an.
Die 1934 angenommenen Namen sind häufig Ausdrücke selbstaffirmativer Bezüge zur jungen Republik, die als Reaktion auf den Untergang desOsmanischen Reiches, dem Widerstand seit 1919 unterKemal Atatürk und dem anschließendenKemalismus entstanden sind. Die sprachlichen Bilder beziehen sich auf Themen wie Mut, Furchtlosigkeit, Kraft und Widerstand, so etwaÖztürk („der echte Türke“),Demir/Özdemir („[echtes] Eisen“),Kaya („Fels“),Yılmaz („der Furchtlose“),Yıldırım („Blitz“),Aslan („Löwe“),Şahin („Falke“),Çelik („Stahl“),Aydın („hell“),Çetin („hart“). Doppelnamen sind möglich, doch werden die beiden Namen nicht durch einen Bindestrich verbunden, wie beiEzel Kural Shaw, der Ehefrau des HistorikersStanford Shaw.
In offiziellen Ausweispapieren ist in der Regel der Vorname des Vaters (baba adı, ohne lexikalischen Hinweis wieoğlu auf ein Abstammungsverhältnis) enthalten, bzw. ist dessen Angabe in offiziellen Formularen vorgesehen. In der Namensführung wird dieser Vaternamen aber nicht verwendet.
Im persönlichen Verkehr wird vielfach nur der Vorname verwendet, auch in Verbindung mit den nachgestellten Anredetiteln wiebey („Herr“) undhanım („Frau“), was der Situation vor Einführung der Familiennamen entspricht. Zu einer ggf. notwendigen Unterscheidung, gerade im ländlichen Raum wird einlakap verwendet, der auch bei förmlicher Verwendung mit Namen und Anrede verwendet wird und im türkischen Raum immer dem Namen vorangestellt wird, also z. B.Askerali Ali bey.
Familiennamen inChina,Korea undVietnam werden traditionell fast ausschließlich mit genau einemchinesischen Schriftzeichen geschrieben. Dabei gibt es zu jedem verwendeten chinesischen Schriftzeichen jeweils eine Vielzahl von Aussprachen in den unterschiedlichen ostasiatischen Sprachen. Außerhalb Chinas werden diese Namen heutzutage nicht mehr in chinesischen Schriftzeichen, sondern imkoreanischen oder in anderenAlphabeten wiedergegeben. Die dabei verwendetenTranskriptionen desselben Namens können sehr unterschiedlich ausfallen, vor allem wegen der unterschiedlichen Aussprachen desselben Namens inVietnamesisch,Koreanisch und den verschiedenenchinesischen Sprachen. Deshalb werden im internationalen Gebrauch in jüngerer Zeit unterschiedliche Transkriptionen desselben traditionellen Familiennamens oft als unterschiedliche Namen gewertet.
Obwohl es über 700 chinesische Familiennamen gibt, haben die meisten Chinesen nur wenige sehr häufig vorkommende Namen. Typische Beispiele für ostasiatische Familiennamen sind:
etwa 20 Millionen, in Korea über 20 % der Bevölkerung
Gold
Der Familienname wird in China, Korea und Vietnam zuerst genannt. Der Namensteil, der im deutschsprachigen Raum als Vorname bezeichnet wird, wird in diesen Ländern nachgestellt.
Die meistenjapanischen Familiennamen werden mit zweiKanji (chinesischen Schriftzeichen) geschrieben. Historisch war ein Nachname ein Privileg derSamurai und anderer höhergestellter Personen. Erst mit derMeiji-Restauration wurde per Gesetz veranlasst, dass sich alle Familien mit einem Familiennamen registrieren. Sie verwenden meist landschaftliche Begriffe, wie etwa Takeda (竹田) ‚Bambusfeld‘, es gibt aber auch Bedeutungen aus Alltag und Handwerk, z. B. Shuzō (酒造) ‚Sakebrauer‘. Andere Namen, wie zum Beispiel Mitsubishi (三菱) ‚Drei Rauten‘, sind vomFamilienwappen abgeleitet.
Der Familienname wird in Japan zuerst genannt. Im Umgang mit westlichen Ausländern in westlichen Sprachen bzw. lateinischer Schrift wird allerdings häufig die Reihenfolge verwendet, die der deutschen entspricht. Auch bei der Übertragung ins Deutsche werden japanische Namen – im Gegensatz zu chinesischen, vietnamesischen und koreanischen Namen – häufig umgestellt. Eine Ausnahme sind historische Personen wieOda Nobunaga. Wird der Familienname vorangestellt, schreibt man ihn oft in Großbuchstaben, um eine Verwechslung zu vermeiden, wie zum BeispielABE Shinzō.
InIndien, mit seinen vielfältigen kulturellen Traditionen, allein 21 in der Verfassung anerkannten und über 100 gesprochenen Sprachen, existieren mehrere grundverschiedene Systeme der Namensgebung nebeneinander.
Wie die Namensgebung gehandhabt wird, entscheidet sich nicht primär nach dem Bundesstaat, sondern nach den Traditionen, die die Familie des Betroffenen verfolgt. Obwohl in Indien in den 1970er Jahren Personalausweise eingeführt wurden, besitzt ein Großteil der ländlichen Bevölkerung keinen. So kommt es häufig vor, dass der Name einer Person amtlich nicht erfasst ist. Beliebige Änderungen von Vor- und Familiennamen sind häufig und einfach.
In Nordindien wird ein System ähnlich wie in Deutschland bevorzugt: Die Ehefrau übernimmt den Nachnamen des Mannes, den auch die Kinder übernehmen. In Teilen Zentralindiens wird ein patrilineares System bevorzugt, das den Vornamen des Vaters undekliniert zum Nachnamen des Sohnes macht: Selvarasa Selvarainjan ist z. B. der Sohn von Selvarainjan Parthasarathy. Ein die Familie kennzeichnender Name existiert hier nicht.
In Südindien, beispielsweise in denDravidischen SprachenTamil undTelugu, steht der „Hausname“, also der Familienname, vor dem persönlichen Namen. Diese Namen sind oft Herkunftsnamen, wobei der Ort im Genitiv (Obliquus) steht und in der Regel abgekürzt wird. Titel und Adelsprädikate werden an den persönlichen Namen angehängt, zum BeispielP(usapati) Vijararama Raju bedeutet „Vijayarama Raju von Pusapadu“.K(allidaikurichi) Aiyah Nilakanta Sastri bedeutet „der Sastri (Gelehrte) Nilakata, Ayar (Brahmane) aus Kallidaikurichi“.[18]
Abgesehen von der offiziellen Namensgebung richtet sich die persönliche Anrede in Indien, ungeachtet der verschiedenen Regeln der Verleihung eines Namens, vornehmlich nach dem Verwandtschaftsgrad. Die Personen werden also als (älterer) Bruder: Dada, (ältere) Schwester: Didi, Vater: Baba, Großvater väterlicherseits oder mütterlicherseits: Nani bzw. Nana usw. angeredet. Die Individualität tritt in den Hintergrund und die Stellung in der Familie dominiert. Man kann in Indien fremde Personen jederzeit als ältere Brüder/Schwestern oder Vater/Mutter ansprechen, je nach offensichtlichem Altersunterschied und Geschlecht. Auch die Verwendung von Vorname-Verwandtschaftsgrad ist häufig, z. B. Manorainjan-Da (Da als Abkürzung für Dada). Vertrauliche Respektbezeichnungen werden angehängt: Shiv(a)-Ji(i) und offizielle vorangestellt:Shri Govinda, aber nur von den anderen, nicht von sich selbst. Sich selbst kann man den Titel Dev(a) oder Devi (weiblich) anhängen. Der vertraulichen Anrede „Väterchen“ entspräche also Baba-ji.
Indonesische Namen bestehen im Allgemeinen aus mehreren Teilen, die alle nicht erblich sind. Im Verkehr mit deutschen Behörden kann dann der letzte „Vorname“ an die Stelle des Familiennamens treten. Es gibt aber auch Personen, die keinen Familiennamen und nur einen Vornamen haben, bekannteste Beispiele sind die ehemaligen StaatspräsidentenSukarno undSuharto.In den einzelnen Stämmen und Volksgruppen gibt es jedoch unterschiedliche Namensgebungen. Die Volksgruppe der Batak (Nordsumatra) beispielsweise hat immer Vor- und Nachnamen. Viele Angehörige der chinesischen Minderheit wurden zur Zeit der Suharto-Regierung gezwungen, ihre ursprünglichen Namen abzulegen. Sie wählten dann häufig anglo-amerikanische oder europäische Vornamen, z. B. Angelina, Steven.
InÄthiopien undEritrea sind Nachnamen nicht üblich. Kinder erhalten in der Regel einen Vornamen, dem der Vorname des Vaters und ggf. des Großvaters usw. nachgestellt werden. Es handelt sich damit um echtePatronyme.
In derDemokratischen Republik Kongo wird zwischen dem Familiennamen einerseits und dem Nachnamen andererseits unterschieden. Dabei ersetzte der „authentische“ Nachname (französisch:postnom) den „europäischen“Vornamen. AusJoseph-Désiré Mobutu wurde MobutuSese Seko. Heute sind die in der Kirche immer weiterverwendetenTaufnamen als Vornamen wieder in Gebrauch, die zairischen Nachnamen werden jedoch weiterhin verwendet. Dies führt dazu, dass Kongolesen vor und nach dem Familiennamen je einen von den Eltern gewählten Namen tragen: vorgestellt den Vornamen, nachgestellt den Nachnamen (Beispiel:Joseph-Désiré MobutuSese Seko). KongolesischeReisepässe weisen entsprechend auch die drei Rubrikenprénom (Vorname),nom (Name),postnom (Nachname) auf.
DieFamiliennamenhäufigkeit ist die absolute und relativeHäufigkeit von Familiennamen in einerBevölkerung oder Teilbevölkerung. Aus diesen Häufigkeiten lässt sich unter Berücksichtigung der Veränderlichkeit von Familiennamen derInzuchtkoeffizient einerPopulation errechnen. Ebenfalls lässt sich mit der Verteilung der Familiennamenhäufigkeiten der Grad derBlutsverwandtschaft zwischen Bevölkerungen und damit ihrHeiratskreis messen, ebenso dieAhnengemeinschaft zwischen zwei oder mehrerenAhnenlisten, aber auch derEinzugsbereich der Zuwanderung zuStädten oderzentralen Orten.[19] Der Grad der Verwandtschaft (oder Ähnlichkeit) ist dabei der von 0 bis 1 normierte statistischeKorrelationskoeffizient r. Dabei bedeutet r = 0,00, dass in den verglichenen zwei Ahnenlisten in einer festgelegten Vorfahren-Generation, zum Beispiel in der sechsten, kein einziger Familienname identisch ist.
Die häufigsten Familiennamen der Welt sind Stand 2022 (alle verschiedenen Varianten kombiniert):
Die meisten der weltweit verbreitetsten Namen sind chinesischen Ursprungs, da dieHan-Chinesen die größte Ethnie der Welt sind, es unter ihnen aber nur rund 700 Familiennamen gibt. Li steht auf Platz eins, da er im Gegensatz zu den anderen vier Namen in verschiedenen Varianten auch inKorea schon lange weit verbreitet ist.
In Deutschland existieren nahezu eine Million verschiedene Familiennamen. Hier ist Müller/Mueller mit 600.000 Vorkommen knapp führend vor Schmidt/-tt/-d/-tz.[20] Auf der Basis von über 20 Millionen Namen bestätigt Duden diese Reihenfolge.[21]
In Russland ist der häufigste FamiliennameSmirnow.[22]
Grafische Darstellung der geografischen Namensverteilung
Ein Hilfsmittel für die Familiennamenforschung ist die grafische Darstellung der geografischen Verteilung von Familiennamen. Die folgenden Beispiele beruhen auf Daten von telefonischen Festnetzanschlüssen aus dem Jahr 2002. Obwohl damit nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung erfasst wird, erlauben diese Daten mehrere sehr nützliche Analysen.
Die folgenden Beispiele können beiGeogen[23] nachvollzogen werden:Der Name „Mayer“ findet sich in ganz Deutschland, aber eine klare Häufung ist in Süddeutschland sichtbar.Auch „Meyer“ findet sich in ganz Deutschland, aber für diese Variante des Namens liegt der Schwerpunkt im Nordwesten des Landes.Die Variante „Mayr“ findet sich kaum im Nordosten Deutschlands, dafür aber im Südosten mit einer Ballung in Bayern.
Auch bei der Identifikation der historischen Ursprungsgegend gibt die geografische Verteilung von Familiennamen wertvolle Hinweise. Die folgenden Beispiele können beiGeogen nachvollzogen werden. So deutet z. B. „Schlöder“ auf das südliche Rheinland, „Herbel“ nach Hessen und „Züfle“ nach Württemberg. Alte Familiennamen, die auch mehrere Ursprünge haben können, wie „Kolbe“, weisen meist eine relativ gleichmäßige Verbreitung auf.
Die Namensträgerforschung darf als eine Form derStammtafelforschung aufgefasst werden. Arbeitsmittel ist in der Regel eine Namensträgerkartei oder -datei, in der alle Träger desselben Familiennamens erfasst werden, wobei unter Berücksichtigung der Veränderlichkeit der Familiennamen und des phonetischen Alphabets verschiedene Formen des Namens als jeweils eine Einheit zu betrachten sind.
Wenn Namensträgerforschung nicht nur bloßen Sammeleifer dokumentiert, dann sind systematische Arbeit und genaue Verzeichnisse der ausgewerteten Quellen notwendig. Sinn haben derartige Datensammlungen insbesondere für relativ seltene Namen. In manchen Fällen sind sie der einzige Weg, um einen Toten Punkt der genealogischen Forschung zu klären. Bisher gibt es in Deutschland noch keine umfassende Datenbank aller Publikationen, Karteien und Vereine (in EnglandOne-Name-Societies genannt), die sich mit einem Familiennamen und den verwandtschaftlichen Beziehungen seiner Träger befassen.
Als „Familienname“ im juristischen Sinn wird in Deutschland lediglich der „Nachname“ einer Person bezeichnet. Dieser individuelle Nachname kann vollkommen anders sein als der Nachname der Herkunftsfamilie, der Nachname des Ehegatten oder der Nachname der Kinder. Mit dem Begriff „Ehename“ definiert der Gesetzgeber in§ 1355 BGB jenen Nachnamen, den die Ehegatten in einer Ehe jeweils führen wollen.
Gemäß § 1355 BGB können die Ehegatten einen der beiden Familiennamen als gemeinsamen Familiennamen (Ehenamen) bestimmen. Die Ehegatten führen den von ihnen bestimmten Ehenamen. Bestimmen die Ehegatten keinen Ehenamen, so führen sie ihren zur Zeit der Eheschließung geführten Namen auch nach der Eheschließung.
Der Ehename ist damit der Name, für den die Ehegatten sich bei der standesamtlichen Eheschließung entscheiden, um ihn während ihrer Ehe als jeweils eigenen Nachnamen zu tragen. Der Ehename wird also Familienname. Gemeinsame Kinder werden diesen nach§ 1616 BGB als Geburtsnamen erhalten. Behalten die Ehegatten ihre unterschiedliche Nachnamen, können sie einem gemeinsamen Kind einen der Namen oder einenDoppelnamen erteilen; dieser Name gilt dann für alle weiteren gemeinsamen Kinder (§ 1617 BGB).
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Die bürgerlichen Bestimmungen über den Namen werden nur auf Deutsche angewendet. Deutsche Behörden und Gerichte wenden auf einen Ausländer das Recht desjenigen Staates an, dem der Ausländer angehört. Nach der Einbürgerung ergeben sich daraus jedoch einige Probleme. Sobald deutsche Vorschriften anzuwenden sind, erfolgt die Namensvergabe bzw. Namensänderung durch:
Namenkunde allgemein: siehe Literatur des ArtikelsAnthroponymie Nachnamenlexika, deutsch allgemein:
Hans Bahlow:Deutsches Namenlexikon. Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt (München 1967). Suhrkamp, 1972,ISBN 3-518-36565-7.
A. Bähnisch:Die Deutschen Personennamen. Leipzig 1910.
Josef Karlmann Brechenmacher:Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen. (= 2., von Grund auf neugearbeitete Auflage vonDeutsche Sippennamen. Ableitendes Wörterbuch der deutschen Familiennamen. 5 Bände, Görlitz 1936) 2 Bände. Starke, Limburg an der Lahn (1957) 1960–1964; Neudruck 1985,ISBN 3-7980-0355-6.
Duden Familiennamen. Herkunft und Bedeutung. Bearbeitet von Rosa und Volker Kohlheim. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2005,ISBN 3-411-70852-2. (Erklärung von 20.000 Nachnamen.)
Max Gottschald:Deutsche Namenkunde: Unsere Familiennamen nach ihrer Entstehung und Bedeutung. München 1932; 3. Auflage, besorgt von Eduard Brodführer, Berlin 1954; Nachdruck ebenda 1971.
Heintze-Cascorbi:Die Deutschen Familiennamen. Berlin 1933.
Damaris Nübling, Konrad Kunze:Kleiner deutscher Familiennamenatlas. De Gruyter, Berlin 2023,ISBN 978-3-11-018626-0.
Zunamen. Zeitschrift für Namenforschung.ISSN1618-7652 (2006 ff., einzige ausschließlich Familiennamen gewidmete Fachzeitschrift).
Lexika, deutsch regional:
Maria Hornung:Lexikon österreichischer Familiennamen. Wien 2002.
Max Mechow:Deutsche Familiennamen preussischer Herkunft. Tolkemita, Dieburg 1991.
Schweizerischer Verband der Zivilbeamten (Hrsg.):Familiennamenbuch der Schweiz.Band1–4, 1968–1970. Polygraphischer Verlag, Zürich.
Reinhold Trautmann:Die altpreußischen Personennamen. 1925.
Nachnamenlexika, englisch:
Patrick Hanks, Richard Coates und Peter McClure (Hrsg.):The Oxford Dictionary of Family Names in Britain and Ireland. 4 Bände. Oxford University Press, Oxford und New York 2016,ISBN 978-0-19-967776-4.
Handbücher, international:
Andrea Brendler, Silvio Brendler:Europäische Personennamensysteme. Ein Handbuch von Abasisch bis Zentralladinisch. Baar, Hamburg 2007,ISBN 978-3-935536-65-3.
Familiennamensverteilung in Spanien – Download einer Excel-Tabelle über den obersten WeblinkPrimer apellido por provincia.. (Die Tabelle beinhaltet die offiziellen Häufigkeiten.)
↑Mischke, Jürgen:Familiennamen im mittelalterlichen Basel. Kulturhistorische Studien zu ihrer Entstehung und zeitgenössischen Bedeutung. Schwabe, Basel 2015,S.369ff.
↑Vgl. Duden:Familiennamen. Herkunft und Bedeutung von 20.000 Nachnamen. 2., völlig neu bearbeitete Auflage, Mannheim 2005,ISBN 3-411-70852-2.
↑Gabriele Rodríguez:Neue Familiennamen in Deutschland seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. In:Karlheinz Hengst,Dietlind Krüger:Familiennamen im Deutschen. Erforschung und Nachschlagewerke. Familiennamen aus fremden Sprachen. Leipzig, 2011, 2. Halbband, S. 521–568 (Digitalisat; 12 MB).
↑Die Verwendung von Familiennamenhäufigkeiten zur Schätzung der genetischen Verwandtschaft. Ein Beitrag zur Populationsgenetik des Vogtlandes. Ethnographisch-Archäologische Zeitschrift (1974) 433–451
↑Wilfried Seibicke:Die Personennamen im Deutschen. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1982, Seite 162f.ISBN 3-11-007984-4.
↑Rosa und Volker Kohlheim (Bearbeiter):Duden. Familiennamen. Herkunft und Bedeutung. Dudenverlag, Berlin 2005, Seite 51f.
↑Familiennamenshäufigkeit in Russland, Links unter „База данных“ den UnterpunktБД по фамилиям anklicken. Angezeigt werden die 250 häufigsten russischen Namen nach Rang sowie eine Tabelle von 10.000 russischen Namen mit Häufigkeitsrang