Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

FFmpeg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
FFmpeg

Basisdaten

HauptentwicklerFFmpeg-Projekt
EntwicklerFabrice Bellard
Erscheinungsjahr20. Dezember 2000[1]
Aktuelle Version8.0.1[2]
(20. November 2025)
BetriebssystemPlattformübergreifend
Programmier­spracheC[3]
KategorieMultimedia-Framework
LizenzLGPL 2.1+/GPL 2+[4]
deutschsprachignein
ffmpeg.org

FFmpeg ist einfreiesMultimedia-Softwareprojekt. Es bietet eine Reihe freier Computerprogramme undProgrammbibliotheken, die digitales Video- und Audiomaterial aufnehmen,konvertieren, senden (streamen), filtern und in verschiedeneContainerformate verpacken können. Unter anderem enthält es mitlibavcodec eine umfangreiche Sammlung vonAudio- undVideocodecs.[5][6]

Technische Details

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Abhängigkeiten

FFmpeg wird unterLinux und anderenunixähnlichen Systemen (Unixoiden) entwickelt und wurde auch auf andere Betriebssysteme und Plattformen portiert. Bekannte Programme, die FFmpeg verwenden, sind unter Unixoiden undWindows die ProgrammeMPlayer,VLC,xine undHandBrake, unterWindows Mobile und Palm OS der TCPMP.

Das Projekt besteht aus mehreren Komponenten:

Kommandozeilenprogramme

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • ffmpeg ist ein mächtigesKommandozeilenprogramm, das Video-, Audio- oder Bildformate in vielfältiger Weise bearbeiten kann und eine große Anzahl vonCodecs beherrscht.[7] Neben der reinen Umkodierung stehen zahlreiche Filter zur Bearbeitung von Medienstreams bereit. Einzelne Streams können ohne erneutes Kodieren aus Containern extrahiert, entfernt oder zu ihnen hinzugefügt werden. Es unterstützt auch das Aufnehmen und Kodieren von einerTV-Karte inEchtzeit.
  • ffplay ist ein einfacher Mediaplayer, der dieSDL und die FFmpeg-Bibliotheken benutzt.
  • ffprobe ist ein Programm, das Informationen aus Multimedia-Streams anzeigt wie Audio- oder Video-Containerformate und darin enthaltene Streams.

Bibliotheken

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • libavcodec enthält alle ffmpeg-Audio- und -Video-Encoder und -Decoder. Alle nativen Codecs wurden von Grund auf neu geschrieben, dazu zählt auch einH.264-Decoder. Diese Bibliothek steht anderen Programmen zur Wiedergabe oder Erzeugung von Audio- und Videostreams zur Verfügung.
  • libavformat (Lavf) enthält die Container-Parser und -Ersteller aller herkömmlichen Audio- und Video-Containerformate wieAVI,MOV,MKV oderOgg/Ogg Media.
  • libavutil enthält Hilfsfunktionen zur Multimedia-Programmierung, bspw. Zufallszahlengeneratoren, Datenstrukturen oder mathematische Funktionen.
  • libswscale ist eine Bibliothek zur Bildskalierung sowie Farbraum- und Pixelformat-Konvertierungsoperationen.
  • libswresample führt Audio-Abtastratenkonvertierung-, Rematrixing- und Sample-Format-Konvertierungsvorgänge durch.
  • libavdevice bietet ein Framework zum Grabben und Rendern gängiger Multimedia-Eingabe-/Ausgabegeräte, bspw.Video4Linux2, VfW, DShow oderALSA.
  • libavfilter bietet Mittel zum Verändern von decodiertem Audio und Video. Hierzu können Filter durch gerichtete Graphen verbunden werden.

Manche FFmpeg-Formate enthaltenCodecs, die insbesondere in denUSApatentiert sind. Deren Nutzung kann in Ländern, die Ansprüche daraus anerkennen, unter Umständen die Zahlung von Gebühren an Lizenzorganisationen wie derMPEG LA erfordern.[4]

Dem FFmpeg-Projekt entstammen auch zwei neue Video-Codecs: der nur verlustfrei arbeitendeFFV1 und der fast fertiggestellteSnow, der aufWavelet-Transformationen und einer intelligenten Variante derBereichskodierung beruht.

In Version 4.4 liegt der Schwerpunkt in der Erweiterung der Unterstützung vonAOMedia Video 1 (AV1),[8] einem lizenzkostenfreien Videokompressionsverfahren.

Libav

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Warnung, dass FFmpeg bald nicht mehr unterstützt wird. (Ubuntu 12.04)

Am 18. Januar 2011 wurde von mehreren FFmpeg-Entwicklern angekündigt, das FFmpeg-Projekt zu übernehmen.[9] Begründet wurde dieser Schritt durch eine Unzufriedenheit mit dem bisherigen ChefentwicklerMichael Niedermayer.[10] Die Organisation der weiteren FFmpeg-Entwicklung sollte sich in Zukunft stärker an der desLinux-Kernel orientieren.

Nachdem die Übernahme des Projekts gescheitert war,spalteten sich die Entwickler am 13. März 2011 unter dem NamenLibav vom FFmpeg-Projekt ab.[11] Die beidenLinux-DistributionenDebian undUbuntu lieferten von da an standardmäßigLibav aus. Gleichzeitig wurde die Ausgabe des Programmsffmpeg unter Debian und Ubuntu mit dem Hinweis ergänzt, dass FFmpeg nicht mehr weiterentwickelt wird. Nachdem Anwender sich beschwert hatten, dass das nicht der Wahrheit entspricht, weil FFmpeg nach wie vor weiterentwickelt wird, wurde nun behauptet,ffmpeg sei überholt (deprecated) und es solle stattdessenavconv verwendet werden.[12] Debian nahm daraufhin das FFmpeg-Paket wieder in seinen Quellen auf und bietet somit beide Bibliotheken an.[13]

2015 kehrte das Debian-Projekt wieder zur ursprünglichen FFmpeg-Version zurück.[14] Als Gründe wurden vor allem die höhere Sicherheit, ein deutlich kürzerer Wartungszyklus sowie die deutlich höhere Anzahl an Code-Beiträgen (englisch „code contributions“) und Verantwortlichen (englisch „maintainer“) angegeben.[15] Ubuntu folgte entsprechend, nahm mit Version 15.04 „Vivid“ffmpeg wieder in die Quellen auf und entfernte mit Version 15.10 „Wily“ die Pakete desLibav-Projekts aus den Quellen.

Kurz nach der Ankündigung des Debian-Projektes, wieder zu FFmpeg zu wechseln, trat Michael Niedermayer als Leiter von FFmpeg zurück und begründete dies unter anderem mit der Hoffnung, damit ein erneutes Zusammenwachsen der beiden Projekte zu ermöglichen.[16] 2018 wurde die letzte Version von Libav veröffentlicht und danach die Entwicklung eingestellt.[17]

Rechtliche Betrachtung der Codecsammlung

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

FFmpeg (bzw. libavcodec als Bestandteil von FFmpeg) enthält Implementierungen von mehr als 100 Codecs, von denen ein Teil vonPatentinhabern angefochten werden könnte:

“What we do know is that various standards FFmpeg supports contain vague hints that any conforming implementation might be subject to some patent rights in some jurisdictions […].”

„Wir wissen aber, dass verschiedene von FFmpeg unterstützte Standards vage Hinweise darauf enthalten, dass jede konforme Implementierung in einigen Gerichtsbarkeiten möglicherweise Patentrechten unterliegt […].“

FFmpeg-Website[4]

Weiterhin sind viele dieser Codecs unter Nutzungsbedingungen veröffentlicht worden, dieReverse Engineering untersagen; selbst zur Sicherstellung derInteroperabilität. Solche Bedingungen sind in manchen Ländern allerdings unwirksam, so etwa in Deutschland (§§ 69g Abs. 2,69e UrhG).

Logo und Name

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

DasLogo von FFmpeg stellt einZickzack-Abtastmuster dar, das beiMPEG-Codecs die Daten für dieEntropiekodierung liefert. Das Logo wurde vonLibav übernommen, als das Projektabgespalten wurde. DasFF in FFmpeg bedeutetfast forward, schneller Vorlauf beiTonbandgeräten.

Ähnliche Software

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. Initial revision.
  2. Download FFmpeg. (abgerufen am 28. Januar 2026).
  3. Black Duck Open Hub Project Summary – FFmpeg. In: openhub.net. Open Hub, abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  4. abcFFmpeg License and Legal Considerations. In: ffmpeg.org. Abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  5. FFmpeg Filters Documentation. In: ffmpeg.org. Abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  6. About FFmpeg. In: ffmpeg.org. Abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  7. Auflistung aufffmpeg.org, abgerufen am 7. Mai 2024
  8. Michael Larabel: FFmpeg 4.4 Released With AV1 VA-API Decoder, SVT-AV1 Encoding. In: phoronix.com. 9. April 2021, abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  9. Attila Kinali: [ANNOUNCE] New FFmpeg maintainership. In: lwn.net. 18. Januar 2011, abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  10. Michael Niedermayer quotes. In: ikaruga.co.uk. Archiviert vom Original am 2. Februar 2021; abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  11. News – March 13, 2011. Meldung auf der Startseite vonLibav vom 13. März 2011. In: libav.org. Archiviert vom Original am 15. November 2012; abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  12. Warning message from ffmpeg program needs update. In: bugs.launchpad.net. 23. Februar 2012, abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  13. Markus Feilner: FFmpeg ist zurück in Debian. In: linux-magazin.de. 30. Juli 2014, abgerufen am 25. April 2024. 
  14. libav and FFmpeg: switch over. In: debian.org. 8. Juli 2015, abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  15. Why Debian should switch to FFmpeg. In: debian.org. Abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  16. Michael Niedermayer: FFmpegs future and resigning as leader. In: ffmpeg.org. 31. Juli 2015, abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  17. Kieran Kunhya: What is the status of this project? In: libav.org. 16. April 2020, archiviert vom Original am 12. August 2020; abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
  18. Multimedia: Which is better: FFmpeg or GStreamer? Why? In: quora.com. Abgerufen am 25. April 2024 (englisch). 
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=FFmpeg&oldid=263564799
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2026 Movatter.jp