| Express | |
|---|---|
| Beschreibung | Tageszeitung |
| Verlag | M. DuMont Schauberg |
| Erstausgabe | 29. Februar 1964 |
| Erscheinungsweise | täglich |
| Verkaufte Auflage | 25.737 Exemplare |
| (IVW 4/2025, Mo–Sa/So) | |
| Reichweite | 0,42 Mio. Leser |
| (MA 2017 II) | |
| Herausgeber | Alfred Neven DuMont (†), Christian DuMont Schütte, Isabella Neven DuMont |
| Weblink | express.de |
| ISSN (Print) | 1618-3053 |

DerExpress (Verlagsschreibweise:EXPRESS) ist eine regionaleBoulevardzeitung mit Sitz inKöln, die täglich im VerlagM. DuMont Schauberg erscheint. In den Regionen Köln undDüsseldorf erscheint sie mit jeweils eigenem Lokalteil; sie ist aber auch im weiteren Umland (Aachen,Mönchengladbach,Duisburg) ohne eigenen Lokalteil erhältlich. Dieverkaufte Auflage beträgt 25.737 Exemplare, ein Minus von 92 Prozent seit 1998.[1]
Die Idee zu einer verlagseigenen Boulevardzeitung hatteAlfred Neven DuMont, der Gründungsherausgeber. Er las im Dezember 1963 im eigenenKölner Stadt-Anzeiger, dass der Springer-Verlag und dieRheinische Post im Februar 1964 in Düsseldorf und Köln eine gemeinsame Boulevardzeitung, denMittag, auf den Markt bringen wollten. Dieses Vorhaben war der Anlass für eine verlagseigene Boulevardzeitung. Ziel waren im Gründerjahr 30.000 verkaufte Exemplare, bereits 1965 kamen 100.000 Exemplare mit steigender Tendenz auf den Markt.
Die erste Ausgabe desExpress erschien als Frei-Exemplar am 29. Februar 1964 und berichtete mit der Schlagzeile „Freiflug in den Tod“ über denFlugunfall bei Innsbruck, bei dem auch der Kölner Walter Hausmann ums Leben kam. Ab 2. März 1964 begann sein regulärer Vertrieb mit einer Startauflage von 30.000 Exemplaren. Im Oktober 1965 kam derBonner EXPRESS hinzu, im Oktober 1967 folgteDüsseldorf Express in Kooperation mit dem VerlagW. Girardet (Westdeutsche Zeitung), nachdem am 20. September 1967 das verlustbringende BoulevardblattMittag eingestellt wurde und 285.000 Leser hinterließ.[2] Am 1. Juli 1973 erschien die erste Ausgabe desSonntag Express. Seit November 1999 ist DuMontsNeffedritten Grades,Christian DuMont Schütte, Mitherausgeber. Diese Funktion hatte auch Alfred Neven DuMonts SohnKonstantin Neven DuMont inne, der allerdings im November 2010 nach familiären Streitigkeiten abberufen wurde.
Der direkte KonkurrentBild hat in Köln eine verkaufte Auflage von 17.436 Exemplaren gegenüber 63.373 derExpress-Hauptausgabe Köln/Bonn (2012), die Gesamtausgabe desExpress brachte es auf 349.776 Exemplare. Damit ist derExpressMarktführer unter den Tageszeitungen und Boulevardzeitungen in Köln.[3] Diese Marktführer-Position geriet in Gefahr, als ab 13. Dezember 1999 im Rahmen desKölner Zeitungskriegs die unentgeltliche und anzeigenfinanzierte Tageszeitung20 Minuten mit einer Auflage von 150.000 Exemplaren in Köln erschien. Sowohl dasOberlandesgericht Köln (Urteil vom 1. Mai 2001) als auch derBundesgerichtshof (Urteil vom 20. November 2003) wiesen die Klage des DuMont-Verlages gegen20 Minuten ab, weil auch kostenlose Pendlerzeitungen wie20 Minuten wie etablierte Tageszeitungen durch das Grundrecht derPressefreiheit geschützt seien und dieses Vorrang vor demGesetz gegen den unlauteren Wettbewerb habe, solange keine existenzbedrohenden Auswirkungen nachgewiesen würden.[4]
Der Bonner Express wurde im April 2017 eingestellt.[5] Seit Oktober 2018 bezieht der Express seine überregionalen Inhalte vomRedaktionsNetzwerk Deutschland.[6] Seit 2021 ist auch die Düsseldorfer Ausgabe vollständig im Eigentum von DuMont.[7]
Der Vertrieb desExpress und seiner Sonntagsausgabe erfolgt zum großen Teil über den Einzelverkauf im Zeitungshandel und durch verlagseigeneZeitungsautomaten, von denen jedoch im Sommer 2018 zahlreiche abgebaut wurden. Im Unterschied zurBild am Sonntag wird die Sonntagsausgabe auch über diese Zeitungsautomaten vertrieben. Anders als viele andere Boulevardzeitungen kann derExpress auch abonniert werden, wobei die Zustellung nur innerhalb des Verbreitungsgebietes derZeitungsgruppe Köln durchZeitungsboten geschieht.
DerExpress gehört zu dendeutschen Tageszeitungen mit den größtenAuflagenverlusten der vergangenen Jahre. Die verkaufte Auflage ist in den vergangenen 10 Jahren um durchschnittlich 14,9 % pro Jahr gesunken. Im vergangenen Jahr hat sie um 16,3 % abgenommen.[8] Sie beträgt gegenwärtig 25.737 Exemplare.[9] Der Anteil derAbonnements an der verkauften Auflage liegt bei 30,7 Prozent. (Stand: 2. Quartal 2022)
| 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 320.994 | 306.401 | 297.587 | 283.011 | 250.575 | 242.057 | 231.862 | 224.790 | 216.477 | 206.781 | 193.954 | 186.888 | 185.670 | 180.881 | 166.217 | 156.915 | 145.127 | 129.399 | 117.769 | 105.163 | 88.862 | 81.698 | 61.917 | 48.525 | 41.859 | 36.999 | 30.767 | 25.737 |
Neben der Gesamtausgabe werden noch die Auflagen der Ausgaben Köln/Bonn (19.272 Exemplare[11]) und Düsseldorf (4040 Exemplare[12]) gesondert ausgewiesen.
Häufig haben die Titelseiten der verschiedenen regionalen Ausgaben unterschiedlicheSchlagzeilen, die sich auf den jeweiligen Lokalteil beziehen. In den Schlagzeilen und Bildunterschriften der Lokalteile wird häufig auf den lokalen Dialekt (Kölsch) zurückgegriffen. Der regionale Charakter der Zeitung zeigt sich auch in der Veröffentlichung von (bisweilen ebenfalls „op kölsch“ formulierten)Todesanzeigen.
Die Unternehmensgruppe gibt ebenfalls denSonntag Express und die TageszeitungenKölnische Rundschau undKölner Stadt-Anzeiger heraus (von 2006 bis 2013 auch dieFrankfurter Rundschau, bis Anfang 2020 auch dieMitteldeutsche Zeitung). Der Versuch des DuMont-Verlages, in Sachsen-Anhalt und Sachsen mit Hauptsitz inHalle (Saale) und Lokalteilen inLeipzig,Magdeburg,Erfurt undGera ebenfalls eine Boulevardzeitung zu etablieren, wurde 1995 bei steigender Auflage beendet. Nur wenige Wochen nach Einstellung desMitteldeutschen Express stellte derAxel-Springer-Verlag die ebenfalls in Halle (Saale) verlegte Abonnement-ZeitungHallesches Tageblatt ein. Das südliche Sachsen-Anhalt hat heute nur noch die Boulevard-ZeitungBild und die Abonnement-ZeitungMitteldeutsche Zeitung.
DerExpress erschien 1990 nach dem Mauerfall zunächst mit der Kölner Ausgabe in Halle (Saale); dies war auch der Zeitpunkt des Auflagehöhepunktes mit über 450.000 verkauften Exemplaren. Später erschien er unter dem TitelNeue Presse – Express (1990 bis 1992) gemeinsam verlegt mit derVerlagsgesellschaft Madsack und mit Lokalausgaben in Leipzig, Magdeburg, Erfurt und Gera. Nach einer Entscheidung des Kartellamtes erschien er zwangsgetrennt von der Verlagsgesellschaft Madsack in alleiniger Verantwortung der DuMont-Gruppe alsMitteldeutscher Express (1992 bis 1995) mit den Lokalteilen Halle (Saale), Leipzig und Magdeburg. Als Herausgeber fungierte Alfred Neven DuMont.
Den Sonderpreis derKonrad-Adenauer-Stiftung beimDeutschen Lokaljournalistenpreis erhielten im Jahr 2000 die Express-Reporter Robert Baumanns und Jens Hartmann für die RubrikSoKo EXPRESS. Hierbei wird zwischen Bürgern und Behörden bzw. Firmen vermittelt.[13] DerVerband der deutschen Internetwirtschaft (eco) zeichnete 2009 den mobilen Auftritt von express.de gemeinsam mit der Frankfurter Rundschau, der Kölnischen Rundschau, der Mitteldeutschen Zeitung und dem Kölner Stadt-Anzeiger aus.[14]
Der Kausa Medienpreis zeichnete im Jahr 2011 den Express-Volontär Mehmet Ata mit dem Sonderpreis aus. Ata zeigte sich verantwortlich für die SerieWenn die Fremde zur Heimat wird, anlässlich des 1961 abgeschlossenen Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei.[15] Beim Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung wurde der Express 2013 für die SerieSarah und Sarah – die Schülerpraktikanten ausgezeichnet, die sich dem ThemaInklusion widmete.[16]
Zudem gewannen Journalisten der Zeitung mehrfach denWächterpreis der deutschen Tagespresse. Zu den so ausgezeichneten gehörten 1971 Ernst Geis und Bernd Kollmann über dieKlingelpütz-Affäre, 1975 Jürgen Steinhoff, 1984Udo Röbel für die Berichterstattung über dieKießling-Affäre und 2017 die Redaktion[17] zusammen mit demKölner Stadt-Anzeiger und derKölnischen Rundschau für die journalistische Aufarbeitung der Ereignisse in derKölner Silvesternacht 2015/2016.
DerExpress veröffentlicht seit dem Sommer 2023 zahlreicheKI-generierte Zeitungsartikel unter dem erfundenen NamenKlara Indernach. Die Artikel sind am Ende mit einem kursiven Text markiert, der der Leserschaft erklärt, wie der Text entstanden ist. Der Absatz hat folgenden Wortlaut: „Dieser Text wurde mit Hilfe Künstlicher Intelligenz erstellt, von der Redaktion bearbeitet und geprüft. Mehr zu unseren Regeln im Umgang mit KI gibt es hier.“[18][19]
Seit dem 4. Februar 2022 erscheint neben dem Express auchEXPRESS – Die Woche alsAnzeigenblatt für das Kölner Stadtgebiet.[20] Herausgeber istRheinische Anzeigenblätter, eine 50-%-Tochter der DuMont Mediengruppe, die vorher den „Kölner Wochenspiegel“ bzw. „Porz Aktuell“ herausgab. Mit dieser Maßnahme soll die Marke „Express“ gestärkt und die Reichweite der Kaufzeitung und wöchentlichen Anzeigenblatt vergrößert werden.[20] Beide Redaktionen sollen unverändert weitgehend unabhängig voneinander arbeiten.[20] Am 6. Oktober 2023 erfolgt die Umstellung auf das größereRheinische Format um mehr Möglichkeiten für redaktionellere Inhalte als auch mehr Flexibilität in der Positionierung von Anzeigen zu erhalten.[21] 2024 gab es vomBundesverband kostenloser Wochenzeitungen (BVDA) den ersten Preis in der Kategorie „Beste journalistische Leistung“ für die Investigativrecherche „Retter im Würgegriff“ zu den Missständen bei der Kölner Feuerwehr.[22]
Seit 2023 vergibt der EXPRESS jährlich die EXPRESS Queer Awards für Menschen aus derLGBTQI+-Community! Im ersten Jahr bekamen unter anderem Pam Pengco undRicarda Hofmann die Preise überreicht.[23] 2024 im Rahmen desCSD-Wochenendes in Köln erhielten unter anderemTahnee undHazel Brugger die Auszeichnung.[24]