Die Zuschauer bestimmten perTED, wie das Land 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte und 1 Punkt an die zehn besten Lieder vergibt. In einigen Ländern kamen wegen des schlechten Telefonnetzes auch Jurys zum Einsatz.
Länder, die bereits an einem früheren ESC teilgenommen hatten, aber nicht im Jahr 1998
Der deutsche Teilnehmer Guildo HornInterpretin des Siegertitels,Dana International
Zwei Teilnehmer sorgten im Vorfeld für ein großes Medienecho: zum einen der deutsche Beitrag vonGuildo Horn, der mit seinemSchlagerGuildo hat Euch lieb! und seiner – für damalige Eurovisionsverhältnisse – exaltierten Bühnenshow der Welt demonstrieren wollte, dass auch Deutsche Humor haben und über sich selbst lachen können.
Nach seinem Sieg bei derVorentscheidung wurde in der Presse intensiv darüber diskutiert, ob Guildo Horn ein geeigneter Repräsentant Deutschlands sei oder eher das nationale Ansehen im Ausland beflecken würde. Die Rechnung Horns ging letztendlich auf: Sein vonStefan Raab unter dem Pseudonym „Alf Igel“ (in Anspielung auf den KomponistenRalph Siegel) geschriebenes Lied endete auf dem 7. Platz, darüber hinaus erhielt der Grand Prix in Deutschland einen enormen Popularitätsschub.
Der eigentliche Star des Abends und die am kontroversesten diskutierte Teilnehmerin der Grand-Prix-Geschichte war allerdings dietransgeschlechtliche Sängerin Israels,Dana International. Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Staates Israels hatte das StaatsfernsehenIBA sie eigens als Repräsentantin des Landes ausgewählt, um sich als modernes und offenes Land zu präsentieren, sehr zum Ärger derultraorthodoxen Kräfte. Die Botschaft kam an: am Ende der Punktevergabe lag die Sängerin mit ihrem LiedDiva an der Spitze der Wertungstabelle.
In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal der von einer Fanseite initiierteBarbara-Dex-Award vergeben. Mit diesem nicht ganz ernstzunehmenden Preis soll das „schlechteste“ Outfit des Wettbewerbes ausgezeichnet werden. Der diesjährige Gewinner war Guildo Horn aus Deutschland.
Auch dieSchweizer VertreterinGunvor kam in die Schlagzeilen, nachdem Nacktfotos von ihr aufgetaucht waren. Am Ende erhielt sie für ihr LiedLass ihn null Punkte, daraufhin musste die Schweiz für dennächsten Wettbewerb pausieren.
Der Eurovision Song Contest 1998 war der letzte, in dem die teilnehmenden Länder in einer ihrer offiziellen Landessprachen singen mussten; imJahr darauf wurde die „Free-Language-Rule“ eingeführt, nach der in jeder beliebigen Sprache gesungen werden kann – neben der Einführung des Televotings und der Abschaffung des Orchesters war dies eine der Maßnahmen zur Verjüngung der Veranstaltung in den späten 1990er-Jahren.
Mazedonien war das erste Mal im Finale, nachdem eine Teilnahme im Jahr1996 noch bei der internen Qualifikationsrunde derEBU gescheitert war.Belgien,Finnland und dieSlowakei waren nach ihrer letztjährigen Zwangspause wieder dabei;Österreich,Bosnien-Herzegowina,Dänemark,Russland undIsland durften wegen ihrer schlechten Durchschnittsplatzierung der letzten 5 Jahre nicht teilnehmen. Deritalienische SenderRAI hatte sich entschlossen, dem Eurovision Song Contest künftig fernzubleiben. Nur aufgrund des freiwilligen Rückzugs der Italiener durfte Deutschland 1998 überhaupt teilnehmen. Insgesamt waren 25 Länder am Start.
Wie im vorherigen Jahr war es erlaubt, Halbplayback beim Auftritt zu nutzen. Diesmal taten das sieben Länder – die meisten Lieder wurden mit Live-Musik begleitet bzw. kam Live-Musik zum Einsatz – folgende Dirigenten leiteten das Orchester bei dem jeweiligen Land:
Frankreich plante, ein Halbplayback zu verwenden, aber bei den Proben wurde entschieden Streichersequenz in der Live-Show zu integrieren. Koch wurde entgegen der Gepflogenheiten nicht als Dirigent dem Publikum vorgestellt.
b
Stefan Raab wollte nie dirigieren, aber als Komponist des Liedes „seinen Augenblick“ bei der Live-Show haben – daher wurde er als Dirigent für Deutschland vorgestellt – die Musik kam komplett vom Band.
c
Mojmir Sepe sollte für Slowenien dirigieren, aber die Texterin zeigte sich mit dem Orchester unzufrieden. Sepe wurde dem Publikum vorgestellt, die Musik kam jedoch vom Band.
Erstmals ermittelten fast alle Teilnehmerländer perTelevoting ihre Punktevergabe, außerIrland,Rumänien, derTürkei undUngarn, welche auf Jurys zurückgriffen. Zunächst wurden die zehn besten Lieder intern ermittelt. Danach erhielten die zehn besten Lieder 12, 10, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2 Punkte und 1 Punkt. Während des Live-Votings verkündete Spanien seine Stimmen falsch, der Fehler wurde erst nach dem Wettbewerb korrigiert. Es wurde „vergessen“, dass Deutschland 12 Punkte bekommen sollte.
Englisch ist neben Maltesisch Amtssprache von Malta, weshalb Malta mit englischsprachigen Liedern antreten konnte, als Lieder in der eigenen Landessprache verlangt wurden.
Anmerkung: Die rot markierten Länder mussten aufgrund ihrer schlechten Platzierungen der letzten fünf Jahre beim folgenden Wettbewerb aussetzen.
Die Tabelle ist senkrecht nach der Auftrittsreihenfolge geordnet, waagerecht nach der chronologischen Punkteverlesung (mit Korrektur der von Spanien vorgelesenen Punkte).
Karte der Punktevergabe für den Siegertitel aus Israel nach Ländern