DerErste Schlesische Krieg (1740–1742) war einerseits Teil desÖsterreichischen Erbfolgekrieges, andererseits einer der zwischenPreußen undÖsterreichgeführten Kriege um die Vorherrschaft inSchlesien.
Europäischer Kriegsschauplatz:
Mollwitz* –Chotusitz* –Simbach –Dettingen –Toulon –Pfaffenhofen –Tournai –Fontenoy –Hohenfriedberg** –Soor** –Hennersdorf** –Kesselsdorf** –Brüssel –Piacenza –Namur –Roucourt –Kap Finisterre 1 –Lauffeldt –Assietta –Bergen op Zoom –Kap Finisterre 2 –Maastricht
(*)Erster Schlesischer Krieg – (**)Zweiter Schlesischer Krieg
Indischer Kriegsschauplatz:
Erster Karnatischer Krieg
Amerikanischer Kriegsschauplatz:
War of Jenkins’ Ear –King George’s War

Der Erste Schlesische Krieg begann nach dem Tode desrömisch-deutschen KaisersKarl VI. (20. Oktober 1740), der in derPragmatischen Sanktion vom 19. April 1713 die Erbfolge für weibliche Nachfahren der Familie (wie die allerdings erst 1717 geboreneMaria Theresia) ermöglicht hatte.
Obwohl die meisten Staaten die Pragmatische Sanktion zu Lebzeiten von Karl VI. anerkannt hatten, wurde sie nach dessen Tod 1740 vonFriedrich II. von Preußen und Karl Albrecht von Bayern (dem späteren KaiserKarl VII.) angefochten.
Karl Albrecht von Bayern erhob Anspruch auf die Kaiserkrone und diehabsburgischen Länder.
Friedrich II. beanspruchte mitSchlesien einen Teil desHabsburgischen Reiches für sich. Er begründete seine Ansprüche mit derLiegnitzer Erbverbrüderung von 1537, wonach die schlesischen FürstentümerLiegnitz,Wohlau undBrieg nach dem Aussterben derschlesischen Piasten anBrandenburg fallen sollten. Die Rechtmäßigkeit der Erbverbrüderung wurde jedoch bereits damals vom böhmischen KönigFerdinand bestritten und 1546 aufgehoben.[1] Als die schlesischen Piasten 1675 tatsächlich ausstarben, erhobFriedrich Wilhelm von Brandenburg (der „Große Kurfürst“) gegenüber dem habsburgischen KaiserLeopold I. mehrfach Ansprüche auf die schlesischen Fürstentümer, welche dieser ablehnte. Als Friedrich Wilhelm jedoch infolge der Aufhebung desEdikts von Nantes 1685 durchLudwig XIV. auf den habsburgischen Kaiser als Bündnispartner angewiesen war, verzichtete er in einem Bündnisvertrag mit dem Kaiser 1686 auf die aus seiner Sicht bestehenden Ansprüche. Als Gegenleistung glaubte er neben militärischem Beistand gegen Frankreich und jährlichen Geldzahlungen unter anderem auch denSchwiebuser Kreis (ein kleines Gebiet in Schlesien) erhalten zu haben. Allerdings hatte der österreichische Gesandte in Berlin gleichzeitig mit demKurprinzen Friedrich ein geheimes Abkommen geschlossen, in dem dieser sich verpflichtet hatte, den Schwiebuser Kreis bei seinem Regierungsantritt an Wien zurückzugeben. Als er nach dem Tod seines Vaters vom Kaiser an diese Zusage erinnert und 1695 zur Rückgabe des Gebiets genötigt wurde, protestierte er jedoch und behauptete, dass er das Abkommen nur aufgrund Vorspiegelung falscher Tatsachen unterschrieben hätte, dass daher auch der Verzicht auf die ursprünglichen schlesischen Ansprüche ungültig sei und diese darum wieder auflebten, eine Auffassung, die sich im Folgenden am brandenburgischen Hof verfestigte.[2]
Es kam zu einem BündnisPreußens mitBayern,Frankreich,Sachsen,Kurköln,Spanien,Schweden undNeapel. Diesen Mächten war an einer Schwächung und Zerschlagung des Habsburgischen Reiches gelegen. Mit Habsburg verbündeten sichGroßbritannien,Sardinien, dieNiederlande undRussland.
Am 8. November 1740 erfolgte in Preußen dieMobilmachung der für dieses Unternehmen bestimmten Truppen.Der Angriffsplan sah vor, dass zweiArmeekorps Schlesien besetzen sollten. Das erste Korps bestand aus 20Bataillonen, 32Schwadronen und 34 Geschützen, das zweite Korps aus sieben Bataillonen, zehn Schwadronen und acht Geschützen. In Schlesien befanden sich im Oktober 1740 lediglich ein österreichisches Infanterieregiment mit 1.539 Mann sowie eine 300 Mann starke Freikompanie. Bis Mitte Dezember wurden die Truppen auf drei Infanterieregimenter, eine Freikompanie und achtKompanienDragoner mit insgesamt 7.359 Mann verstärkt, davon waren 1.178 Mann für die FestungGlogau bestimmt.
Am 11. Dezember 1740 stellte Friedrich II. Österreich ein Ultimatum für die Abtretung Schlesiens an Preußen. Im Gegenzug würde er die Pragmatische Sanktion anerkennen und den österreichischen MitregentenFranz I. Stephan, Schwiegersohn des verstorbenenKaisers Karl VI. und Ehemann vonMaria Theresia, bei der Wahl zum Kaiser desHeiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unterstützen. Allerdings wartete Friedrich die Antwort Österreichs nicht ab, sondern führte am 16. Dezember eine Armee von 27.000 Soldaten nach Schlesien hinein. Derprotestantische Teil der Bevölkerung begrüßte die Preußen als Befreier von religiöser Behinderung.
Ende Januar war Schlesien von österreichischen Truppen geräumt. Nur in den FestungenGlogau, Brieg undNeiße verblieben noch schwache österreichische Garnisonen, die von preußischen Truppen belagert wurden. Die preußischen Truppen bezogen Winterquartier.
Im März hatte sich unter Führung von Feldmarschall GrafWilhelm Reinhard von Neipperg eine österreichische Armee von zusammen 15.000 Mann, bestehend aus 17 Bataillonen, acht Grenadierkompanien und 13 Kavallerieregimentern, beiOlmütz versammelt, um die schwer bedrängten Festungen Neiße und Brieg zu entsetzen.