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Erstein

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Erstein
Erstein (Frankreich)
Erstein (Frankreich)
StaatFrankreich Frankreich
RegionGrand Est
Département (Nr.)Bas-Rhin (67)
ArrondissementSélestat-Erstein
KantonErstein
GemeindeverbandCanton d’Erstein
Koordinaten48° 25′ N,7° 40′ O48.4219444444447.6611111111111Koordinaten:48° 25′ N,7° 40′ O
Höhe147–157 m
Fläche36,22 km²
Einwohner10.790(1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte298 Einw./km²
Postleitzahl67150
INSEE-Code67130
Websiteville-erstein.fr

Erstein in der Oberrheinebene

Erstein[ɛʁ.ʃtajn ist einefranzösische Gemeinde mit 10.790 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) imDépartement Bas-Rhin in derRegionGrand Est (bis 2015Elsass). Die Gemeinde liegt imArrondissement Sélestat-Erstein.

An der Ill

Geographie

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Erstein liegt etwa 20 Kilometer südlich vonStraßburg und 5 km westlich der deutschen Grenze in derOberrheinebene an derIll, nahe beimRhein-Rhône-Kanal im Zentrum der fruchtbaren Ebene von Erstein, auf 150 m ü. NHN.

Verkehr

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Am Westrand der Stadt liegt der Bahnhof derBahnstrecke Strasbourg–Colmar. Parallel zur Bahnstrecke verläuft die in diesem Abschnitt vierspurig ausgebaute ehemaligeNationalstraße N83 (D1083)Lyon–Straßburg. DieD 426 führt ins 12 km westlich gelegeneObernai, nach Osten gibt es über den Rhein eine Verbindung ins deutscheSchwanau und nachLahr. Seit 1. September 2020 gibt es mit der Buslinie 280 montags bis freitags sechsmal täglich eine Verbindung zwischen dem Bahnhof von Erstein und dem Bahnhof des badischenLahr.[1]

Geschichte

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  • Erstmals erwähnt wurde Erstein alsVilla Herinstein im Jahre 817. Eine ältere Form des Ortsnamens istErstheim.[2]
  • Irmingard (Ermengard), Tochter des GrafenHugo vonTours und seit821 Gemahlin KaiserLothars I., stiftete hier dasBenediktiner-Nonnenkloster Erstein,[2] für das ihr Lothar849 weitere Güter in der Gegend übertrug und in dem die Kaiserin später ihre letzte Ruhe fand.[3]
  • Nachdem KönigOtto I. in zweiter EheAdelheid, die schöne Witwe des italienischen KönigsLothar II., geheiratet hatte, schenkte er während eines Besuchs953 im Elsass das Kloster Erstein seiner Schwiegermutter Bertha, der Königin destransjuranischen Burgunds (Hochburgund).[4]
  • Das Kloster wurde 1422 aufgehoben, seine Güter gingen an das Bistum Straßburg. 1818 waren die letzten Gebäude des Klosters verschwunden.
  • 1191 erhielt die Siedlung dasStadtrecht, das auch mit dem Recht der Stadtbefestigung und einer eigenen Kommunalverwaltung verbunden war. Neben dem Kloster hatte es hier auch einen Königshof gegeben.[2]
  • 1333 wurden die Befestigungsanlagen von denStraßburgern zerstört.[5]
  • 1472 kam die Stadt zu Straßburg und blieb unter dieser Herrschaft bis 1790. Die Befestigungen wurden geschleift, der Ort wurde zu einem bedeutungslosen Landstädtchen.
  • Unter demDreißigjährigen Krieg hatte der Ort besonders zu leiden, die Bevölkerungszahl halbierte sich. Erstein kam imWestfälischen Frieden zu Frankreich.
  • Im Zuge derFranzösischen Revolution wurde Erstein 1790 Kantonshauptort. Erstmals kam es zur Wahl eines Bürgermeisters (Maire).
  • Im Sommer 1797 (am 3.Thermidor des V.Revolutionsjahrs) explodierten hier zwölf auf der Straße stehende, mitPulverfässern beladene Pferdewagen, wodurch 45 Gebäude zerstört und 30 weitere stark beschädigt wurden.[6]
  • In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte eine wirtschaftliche Konsolidierung ein: Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich zwischen 1751 und 1846 von 1640 auf mehr als 3500 Einwohner. Die örtliche Landwirtschaft nahm einen Aufschwung, aber auch andere Wirtschaftszweige wie das Gewerbe der Gerber.
  • Das 19. Jahrhundert war geprägt vom Bau einer Eisenbahnlinie und derRheinregulierung unterTulla. Industrien siedelten sich an, etwa eine Weberei (bis 2001) und eine Zuckerfabrik. Im Jahr 1846 hatte Erstein 3676 Einwohner.[7]
  • Während desDeutsch-Französischen Kriegs marschierten preußische Truppen ein und durch denFrieden von Frankfurt kam es 1871 wieder zu Deutschland.
  • Um 1900 hatte Erstein eine evangelische und eine katholische Kirche, eineSynagoge und einAmtsgericht.[8]
  • Nach dem Ende desErsten Weltkriegs kam die Stadt durch die Bestimmungen desVersailler Vertrags wieder an Frankreich.
  • Nach der französischen Kriegserklärung an Deutschland rückten imZweiten Weltkrieg die Deutschen 1939 ein. Die verbliebenen Juden wurden 1940 nach Südfrankreich deportiert. 1941 wurde dieAlte Synagoge von den Nationalsozialisten abgerissen.[9] Am 28. November 1944 wurde Erstein von den Alliierten befreit.

Demographie

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Rathaus (Hôtel de Ville) von Erstein
Bevölkerungsentwicklung bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
JahrEinwohnerAnmerkungen
18213440katholische Einwohner[6]
18463676[7]
18723703am 1. Dezember, Marktflecken mit 685 Häusern;[5] nach anderen Angaben 3890 Einwohner[10]
18804127am 1. Dezember, auf einer Fläche von 3753 ha, in 689 Häusern, davon 3651 Katholiken, 367 Evangelische und 91 Juden[11]
18904807[7]
19005593meist katholische Einwohner[8]
19055837[7]
19106061[12][13][7]
Anzahl Einwohner seit Mitte des 20. Jahrhunderts
Jahr19621968197519821990199920072013
Einwohner6.1656.2887.4348.0958.6009.6649.97110.916

Das Bevölkerungswachstum Ersteins ist seit Anfang der 1960er Jahre im Vergleich zur gesamteuropäischen Entwicklung leicht überdurchschnittlich. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ging die Bevölkerungszunahme des Orts leicht zurück.

Wappen

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Wappenbeschreibung: In Rot und Blau gespalten. Vorn ein beidseitig mitLilien besäumter silberner schrägrechterBalken; hinten eine goldeneKirche mit zwei Rundkuppeln gezierte Türme, die hinter demGiebel hervorragen. Der rechteTurm trägt einKreuz (Lateinisches Kreuz) auf der Kuppel. Die Giebelseite mit goldenem Fenster hat ein Kreuz auf der Spitze und zwei gemauerte und geschlossene Toreingänge.

Hinweis: Der in Rot schräg verlaufende Balken in Silber deutet auf die Zugehörigkeit zu Straßburg und hinten in Blau die Kirche in Gold als Hinweis auf das ehemalige Benediktinerkloster hin.

Die Zuckerfabrik Erstein
Gerberhaus in Erstein
Wasserturm

Wirtschaft

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Als Wirtschaftsstandort ist Erstein durch seineZuckerfabrik bekannt.

Sehenswürdigkeiten

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Siehe auch:Liste der Monuments historiques in Erstein

Städtepartnerschaften

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sonstige

Persönlichkeiten

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Literatur

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  • Martin Zeiller:Erstein. In:Matthäus Merian (Hrsg.):Topographia Alsatiae etc. (= Topographia Germaniae.Band 3). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1643,S. 17–18 (Volltext [Wikisource]). 
  • René Friedel:Geschichte des Fleckens Erstein – Quellenmäßig dargestellt. Verlag Paul Gittinger, Erstein 1927.
  • Le Patrimoine des Communes du Bas-Rhin. Band 1, Flohic Editions, Charenton-le-Pont 1999,ISBN 2-84234-055-8, S. 353–361.

Weblinks

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Commons: Erstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. BZ-Redaktion: Jetzt kann jeder per Bus von Lahr nach Erstein fahren. Badische Zeitung, 1. September 2020, abgerufen am 2. September 2020. 
  2. abcSigmund Billings:Geschichte und Beschreibung des Elsasses und seiner Bewohner von den ältesten bis in die neuesten Zeiten. Basel 1782, S. 202 (books.google.de).
  3. Martina Hartmann:Die Königin im frühen Mittelalter. W. Kohlhammer, Stuttgart 2009, S. 113 (books.google.de, eingeschränkte Vorschau, abgerufen am 9. April 2022).
  4. Johann Friedrich Aufschlager:Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente. Erster Theil, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825, S. 142 (books.google.de).
  5. abC. Stockert,Das Reichsland Elsaß-Lothringen. Geographischer Leitfaden für die Höheren Lehranstalten. Friedrich Bull, Straßburg 1873, S. 35 (books.google.de) und S. 78 (books.google.de).
  6. abJohann Friedrich Aufschlager:Das Elsass. Neue historisch-topographische Beschreibung der beiden Rhein-Departemente, Zweiter Theil, Johann Heinrich Heitz, Straßburg 1825,S. 304.
  7. abcdeMichael Rademacher: Landkreis Erstein, Elsaß-Lothringen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900 
  8. abErstein. In:Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage.Band 6:Erdeessen–Franzén. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1906,S. 77–78 (Digitalisat.zeno.org). 
  9. Erstein par le Rabbin Raymond Furth. judaisme-alsalor.fr, aufgerufen am 20. Dezember 2024.
  10. Vollständiges geographisch-topographisch-statistisches Orts-Lexikon von Elsass-Lothringen. Enthaltend: die Städte, Flecken, Dörfer, Schlösser, Gemeinden, Weiler, Berg- und Hüttenwerke, Höfe, Mühlen, Ruinen, Mineralquellen u. s. w. mit Angabe der geographischen Lage, Fabrik-, Industrie- u. sonstigen Gewerbethätigkeit, der Post-, Eisenbahn- u. Telegraphen-Stationen u. geschichtlichen Notizen etc. Nach amtlichen Quellen bearbeitet von H. Rudolph. Louis Zander, Leipzig 1872, Sp. 15 (books.google.de).
  11. Statistisches Büro des Kaiserlichen Ministeriums für Elsaß-Lothringen (Hrsg.):Ortschafts-Verzeichniß von Elsaß-Lothringen. Aufgestellt auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1880. Friedrich Bull, Straßburg 1884, S. 8, Ziffer 119 (books.google.de).
  12. Erstein, Landkreis Erstein, Elsaß-Lothringen. In:Meyers Gazetteer. (Mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Erstein,meyersgaz.org).
  13. Kreis Erstein. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2022; abgerufen am 18. Februar 2026. 

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