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Erdölraffinerie

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ErdölraffinerieMiRO, Werkteil 1 in Karlsruhe

EineErdölraffinerie ist einIndustriebetrieb, der denRohstoffErdöl durch Reinigung undDestillation unterNormaldruck und unterVakuum inFraktionen mit einem definiertenSiedebereich überführt. Die weitere Verfeinerung erfolgt durch Verfahren wieExtraktion oder chemische Reinigungsverfahren. Um die Qualität der Produkte, etwa derenOktanzahl, zu steigern, werdenKonversionsverfahren wie dieIsomerisierung oder daskatalytische Reforming eingesetzt. Des Weiteren werden den Produkten Additive zugesetzt, die gewisse Eigenschaften entweder verbessern oder unterdrücken.

Erdölraffinerie derOMV in Schwechat nahe Wien

Dabei werden höherwertige Produkte wieOttokraftstoff,Dieselkraftstoff,Heizöl oderKerosin gewonnen. Für diechemische Industrie fallen Rohstoffe wieFlüssiggas,Naphtha undMitteldestillat an. Erdölraffinerien sind üblicherweise große industrielle Komplexe, deren Bild durch ausgedehnteTanklager,Rektifikationskolonnen,Rohrleitungssysteme sowieFackelanlagen geprägt ist. Erdölraffinerien gelten als energieintensive Betriebe. Der hohe (bis zu 50 % der Kosten) notwendige Energieeinsatz für die Produktion wird dabei zum Teil aus den primären Energieträgern selbst gewonnen, aber auch als elektrische bzw. thermische Energie zugeführt.[1]

Geschichte

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Die Rohöldestillationsanlage II im PCKSchwedt

Die ersten Raffinerien entstanden schon zum Beginn derMineralöl-Ära Mitte des 19. Jahrhunderts. Der erste Raffineriebetrieb wurde 1856 vonIgnacy Łukasiewicz, dem Erfinder derPetroleumlampe, in Ulaszowice (Polen) eingerichtet. Nachdem diese von einem Feuer vernichtet wurde, wurde in Chorkówka eine weitere, modernere Raffinerie gebaut. Sehr schnell begannen die aus Erdöl gewonnenenLeuchtöle die bis dahin aus Tierfetten, insbesondereWaltran, gewonnenen Lampenbrennstoffe zu ersetzen, wozu zunächst eine Aufbereitung des Erdöls durch Destillation notwendig war.[2]

Die Destillation des gewonnenen Erdöls fand auf eine sehr einfache Weise statt. In einem Kupferkessel wurden etwa 750 Liter Erdöl zum Sieden gebracht. Die entstehendenDämpfe wurden durch ein Kühlrohrsystem geleitet, in dem siekondensierten. Auf diese Weise wurdePetroleum zu Beleuchtungszwecken gewonnen. Der im Kessel verbliebeneteerartige Rückstand wurde als Abfall entsorgt.

Die Verwertung weiterer aus dem Erdöl gewonnener Produkte und insbesondere die schnelle Verbreitung derVerbrennungsmotoren nach demErsten Weltkrieg erforderte nicht nur den Bau zahlreicher neuer Raffinerien, sondern führte auch zu einer rasanten Weiterentwicklung der in einer Raffinerie verwendeten Verfahren.

Wie in vielen anderen Industriezweigen haben sich die Anforderungen an eine Raffinerie, insbesondere an die Produkte, im Laufe der Jahre geändert. Grundsätzlich ist hier das Anpassen der Produktspezifikation zu nennen, die sich aufgrund der Gesetze (Umwelt und Gesundheit) geändert haben. So sank der erlaubteSchwefelgehalt bei den meisten Kraftstoffen und auch beim Heizöl. Bei den Vergaserkraftstoffen sanken dieBenzol- und dieAromatenspezifikationen.

Einsatzstoffe

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Hauptartikel:Erdöl
Erdölprobe aus demErdölmuseumWietze

Erdöl besteht aus einem Kohlenwasserstoffgemisch. Am häufigsten vertreten sind lineare oder verzweigte Alkane (Paraffine), Cycloalkane (Naphthene) und Aromaten. Jedes Erdöl hat je nach Fundort eine spezielle chemische Zusammensetzung, die auch die physikalischen Eigenschaften wie Farbe undViskosität bestimmt. Erdöl enthält in geringerem Maße stickstoff-, sauerstoff- oder schwefelhaltige Kohlenstoffverbindungen wieAmine,Porphyrine,Merkaptane,Thioether,Alkohole undChinone. Daneben finden sich Verbindungen von Metallen wieEisen,Kupfer,Vanadium undNickel. Der Anteil der reinen Kohlenwasserstoffe variiert erheblich. Der Anteil reicht von 97 % bis zu nur 51 % bei Schwerölen und Bitumen. Der Kohlenstoffanteil liegt zwischen 83 und 87 %, der Wasserstoffanteil zwischen 10 und 14 %. AndereHauptgruppenelemente liegen zwischen 0,1 und 1,4 %, der Gehalt an Metallverbindungen beträgt weniger als 1000 ppm.[3]

Typische Rohöle unterscheiden sich nach der Lagerstätte. DasWest Texas Intermediate (WTI) ist ein qualitativ hochwertiges, schwefelarmes und leichtes Rohöl ausCushing (Oklahoma). Ein europäischer Vertreter ist dasBrent Blend, ein Rohöl aus dem aus 15 Ölfeldern bestehendenBrentsystem in der Nordsee. DasDubai-Oman aus dem Mittleren Osten wird vor allem für den asiatisch-pazifischen Markt gefördert. DasTapis ausMalaysia ist ein leichtes,Minas ausIndonesien ein schweres fernöstliches Rohöl.

Produkte

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FertigprodukteMengenanteil
Benzin (Otto-Kraftstoff)~24 %,000
Dieselkraftstoff~21 %,000
leichtes Heizöl~21 %,000
schweres Heizöl~11 %,000
Rohbenzin (Naphtha, Cycloalkane)~9 %,000
Flugturbinenkraftstoff (Kerosin)~4 %,000
Bitumen~3,5 %,000
Flüssiggase, z. B.Propan,Butan~3 %,000
Schmierstoffe (z. B.Spindelöl)~1,5 %,000
Schwefel~1 %,000
Sonstige Produkte, Verluste usw.~2 %,000

Die Fertigprodukte können gasförmig, flüssig oder fest sein. Prozentual ist die Ausbeute einer modernen Raffinerie in etwa 3 % anFlüssiggasen wiePropan undButan. Etwa 9 % entfallen auf Rohbenzin (Naphtha), 24 % aufBenzin (Otto-Kraftstoff). Höhersiedende Kraftstoffe wie Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) machen 4 %, Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl bis zu je 21 %, schweres Heizöl etwa 11 % aus. Die hochviskosen und festen Anteile wieBitumen liegen bei 3,5 %,Schmierstoffe bei 1,5 % und Schwefel bei 1 %[4]. Etwa 2 % entfallen auf sonstige Produkte oder Verluste. Der Eigenverbrauch der Raffinerie liegt je nach Weiterverarbeitungsgrad zwischen 5 und 11 % des eingesetzten Rohöls.[5] DieMiRO hat beispielsweise 16 Mio. t Rohölkapazität, die zu 14,9 Mio. t Endprodukten verarbeitet werden, das heißt, der Eigenverbrauch beträgt circa 7 %.

Variabler Wegweiser zu Produkten einer Raffinerie

Die Mengenanteile an Fertigprodukten sind einerseits von den eingesetzten Rohölsorten, andererseits von den in der Raffinerie vorhandenen Verarbeitungsanlagen abhängig. So enthalten „leichte“ Rohöle relativ hohe Anteile an leichten Produkten, das heißt solche mit geringer Dichte wie Flüssiggas, Kerosin, Benzin, Diesel. Schwere Rohöle enthalten größere Anteile an schweren Produkten, wie schweres Heizöl und Bitumen. In modernen Raffinerien kann ein Teil dieser schweren Bestandteile in leichtere umgewandelt werden, beispielsweise durchCracken, so dass eine solche Raffinerie mehr schweres Rohöl verarbeiten kann.

Raffinerieverfahren

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Schema Erdölaufarbeitung in einer Raffinerie

Das aus den Lagerstätten gewonnene Erdöl wird vor dem Transport zur Raffinerie vor Ort aufbereitet, im Wesentlichen durch eine grobe Trennung von unerwünschten Bestandteilen, etwa Sedimenten und Wasser. Nach diesen ersten Verarbeitungsschritten wird das jetzt entstandene Rohöl per Schiff oder Pipeline zur Raffinerie geliefert. Hier wird das Flüssigkeitsgemisch in weiteren Schritten mit einem speziellen Destillationsverfahren in unterschiedliche Fraktionen getrennt und zu verkaufsfähigen Produkten aufbereitet. Die Technik ist heute so weit fortgeschritten, dass keine Stoffe des Rohöls ungenutzt bleiben. Selbst das als unerwünschtes Nebenprodukt anfallende Raffineriegas findet Verwendung. Es wird entweder direkt in den Prozessöfen als Energieträger benutzt oder in der chemischen Weiterverarbeitung als Synthesegas eingesetzt.

Erdölreinigung/Entsalzung

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Das Erdöl/Rohöl wird bereits an der Lagerstätte von Sand und Wasser befreit. UmKorrosion in den Anlagen vorzubeugen, wird das Rohöl entsalzt (auf Salzgehalte <10 ppm), indem unter Zusatz von Wasser eine Rohöl-Wasser-Emulsion hergestellt wird. Das Salz löst sich in der wässrigen Phase dieser Emulsion. Die Emulsion wird dann in einem elektrostatischen Entsalzer wieder getrennt, wobei das salzhaltige Wasser sich am Boden absetzt und entsprechenden Aufbereitungsanlagen zugeführt wird und das entsalzte Rohöl weiter zur Destillation gepumpt wird. Die Brechung der Emulsion erfolgt bei erhöhten Temperaturen von etwa 130 °C, um die Viskosität des Rohöls zu senken und Spannungen von circa 20 kV. Durch Arbeiten bei erhöhtem Druck wird verhindert, dass leichtflüchtige Komponenten bei diesem Verfahrensschritt ausdampfen. Die Öl-Wasser-Emulsion kann auch durch Zugabe geeigneter Chemikalien, sogenannter Demulgatoren, gebrochen werden.

Rektifikationskolonne

Primärverarbeitung (Rohöldestillation)

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Siedeverläufe qualitativ

Nach der Entsalzung wird das Rohöl in zwei Stufen erwärmt. Die Vorwärmung geschieht in Wärmetauschern durch Wärmerückgewinnung des ablaufenden Produkts. Die Spitzenvorheizung erfolgt durch Öfen bis auf etwa 400 °C. Das erhitzte Öl wird durchRektifikation in einer bis zu 50 m hohenKolonne in seine Bestandteile aufgetrennt. Das Rohöl tritt in einer Zwei-Phasen-Strömung (gasförmig/flüssig) in die Kolonne ein. Das Temperaturprofil fällt nach oben hin ab. Da die Temperatur im Sumpf, also am Boden der Kolonne, am höchsten ist und die leichten Bestandteile somit nicht kondensieren können, steigen sie gasförmig weiter nach oben. Im Kopf der Kolonne fällt Gas und Leichtbenzin, so genanntes Naphtha, an, darunter Kerosin, Zwischenprodukt für Treibstoffe turbinengetriebener Luftfahrzeuge (nicht zu verwechseln mit dem so genannten „Flugbenzin“, demAVGAS für Flugzeugottomotoren), Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl, weiter unten Gasöl (Heizöl- undDiesel-Ausgangsstoffe) und im Sumpf – dem Fuß der Kolonne – der atmosphärische Rückstand (engl.: Long Residue). Diese erste Rektifikation findet bei atmosphärischem Druck statt und wird daher atmosphärische Rektifikation genannt.

Der Rückstand wird in einer weiteren Rektifikationskolonne bei niedrigem Druck (typischerweise ~20 mbar) erneut destilliert, um ihn in weitere Produkte aufzuspalten (sieheVakuumdestillation). Eine Vakuumrektifikation ist nötig, da die Kettenlänge der schwersiedenden Kohlenwasserstoffe größer ist und diese bei hohen Temperaturen ab circa 400 °C dazu neigen, eher thermisch zu cracken als sich destillativ trennen zu lassen. Die Produkte der Vakuumdestillation sind Vakuumgasöl und der sogenannte Vakuumrückstand (engl.: Short Residue).

Konversionsverfahren und Blending

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Nach der Primärverarbeitung wird eine Reihe von Veredlungsverfahren angewendet, um Schadstoffe (Schwefel, Stickstoff) zu entfernen und die Qualität der Zwischenprodukte zu verbessern. Anschließend werden die Endprodukte wieMotorenbenzin,Jet A-1,Dieselkraftstoff oderHeizöle aus verschiedenen Zwischenprodukten/Komponenten zusammengemischt (verschnitten), die bei unten genannten Herstellungsprozessen erzeugt werden.

Siehe auch:Doktor-Verfahren

Hydrotreating

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Hauptartikel:Hydrodesulfurierung

Die bei der fraktionierten Destillation anfallenden Komponenten (Naphtha,Mitteldestillate,Vakuumgasöle) sind noch reich an Schwefelverbindungen. Diese würden bei der Weiterverarbeitung (katalytisches Reforming, s. u.) die Katalysatoren vergiften. Bei direkter Verbrennung unbehandelter Produkte (Heizöl) entstünde umweltschädigendes SO2. Beim Hydrotreating werden die zu entschwefelnden Komponenten mit Wasserstoff vermischt und auf etwa 350 °C erhitzt. Das heiße Gemisch gelangt in einen mit Katalysatoren aus Nickel, Molybdän oder Cobalt auf Aluminiumoxid gefüllten Reaktor, der Wasserstoff reagiert mit den Schwefel-, Stickstoff- und Sauerstoffverbindungen zu Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Wasser.

Am Beispiel die Umsetzung von Mercaptanen:RSH+H2RH+H2S{\displaystyle \mathrm {R{\mathord {-}}SH+H_{2}\longrightarrow R{\mathord {-}}H+H_{2}S} },

die Umsetzung von Alkoholen:ROH+ H2 RH+ H2O{\displaystyle \mathrm {R{\mathord {-}}OH+\ H_{2}\longrightarrow \ R{\mathord {-}}H+\ H_{2}O} }

und die Umsetzung von Aminen:RNH2+ H2 RH+ NH3{\displaystyle \mathrm {R{\mathord {-}}NH_{2}+\ H_{2}\longrightarrow \ R{\mathord {-}}H+\ NH_{3}} }.

Katalytisches Reforming

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Schema eines katalytischen Reformers
Hauptartikel:Katalytisches Reforming

Das katalytische Reforming hat das Ziel, dieOktanzahl desNaphthas (Siedebereich ~70–180 °C) zu erhöhen und aromatische Kohlenwasserstoffe zu erzeugen. Weiterhin erhält man Wasserstoff als Produkt, der in den Hydrotreating- und in Hydrocracking-Prozessen eingesetzt wird. Das Reforming läuft bei etwa 500 °C und – je nach Prozesstyp – 3,5–40 bar ab. Eingesetzt werden dabei bifunktionelle Katalysatoren (Platin-Zinn oder Platin-Rhenium, auf chloriertem Aluminiumoxid oder Zeolithen).

Typische Reaktionen beim Reforming sind:

An den Metallzentren des Katalysators laufen dabei bevorzugt die Hydrierungs-/Dehydrierungsreaktionen ab, während die Säurezentren Isomerisierungs- und Ringschlussreaktionen katalysieren. Eine unerwünschteNebenreaktion ist die Verkokung des Katalysators durch Polymerisations- und Dehydrierungsreaktionen. Die Verkokung wird durch Abbrennen des Kokses und anschließender Oxychlorierung des Katalysators entfernt.

Isomerisierung

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In derIsomerisierung werdenn-Alkane iniso-Alkane mit dem Ziel der Oktanzahlverbesserung umgewandelt oder das Substitutionsmuster an Aromaten verändert. So wirdmeta-Xylol ino- undp-Xylol isomerisiert, da diese zur Herstellung vonPhthalsäureanhydrid oderDimethylterephthalat verwendet werden. Es sind ähnliche Katalysatoren wie beim katalytischen Reforming im Einsatz. Die Reaktion wird bei niedrigeren Temperaturen um 250 °C und – zur Verhinderung der Katalysatordeaktivierung durch Verkokung – bei moderatem Wasserstoffpartialdruck von etwa 15 bar durchgeführt. Durch die im Vergleich zum katalytischen Reforming moderaten Verfahrensbedingungen werden Crack- und Ringschlussreaktionen weitgehend unterdrückt.
Weitere Isomerisationsverfahren beziehen sich auf die Umwandlung vonn-Pentan zuiso-Pentan bzw. vonn-Hexan zuiso-Hexan (Oktanzahlverbesserung, z. B. Hysomer-Prozess, PENEX-Prozess).

Alkylierung

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Bei der Alkylierung werden iso-Alkane (Isobutan) und Alkene (n- undiso-) unter Säurekatalyse zu höhermolekularen hochoktanigeniso-Alkanen (C7-C12) umgesetzt. So reagieren Isobuten und Isobutan u. a. zu 2,2,4-Trimethylpentan (Isooktan). Dabei werden dieReaktanten in der Flüssigphase im Alkanüberschuss mit konzentrierterSchwefelsäure oder wasserfreierFlusssäure umgesetzt. Die typische Verweilzeit beträgt circa 10 bis 15 Minuten. Danach werden die Flüssigphasen durch Absetzen der Phasen getrennt. Im so genannten Iso-Stripper werden dieiso-Alkane abgetrennt und in den Prozess zurückgeführt (recycled). Das fertige Endprodukt wird als Alkylat[6] bezeichnet. Das Verfahren bietet sich an, wenn die Raffinerie über einen Steam- oder Catcracker verfügt und damit die Einsatzstoffe für die Alkylierung liefern kann.

Cracken

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Hauptartikel:Cracken
Hauptartikel:Visbreaking
Hauptartikel:Koker
Hauptartikel:Steamcracken
Hauptartikel:Fluid Catalytic Cracking
Hauptartikel:Hydrocracken

Es gibt drei Hauptgruppen beim Cracken:thermisches, katalytisches und Hydrocracken.

Beimthermischen Cracken werden keine Katalysatoren eingesetzt. Dadurch können auch Rückstände der Erdöldestillation zugeführt werden, die wegen ihres Gehalts an Schwermetallen und Schwefel den Katalysator beim katalytischen Cracken schädigen würden.
BeimVisbreaking z. B. handelt es sich um das Cracken schwerer Rückstandsöle bei moderaten Verweilzeiten und Temperaturen um 500 °C mit dem Ziel, Gasöl zu erzeugen. Die Ausbeute an Gasöl (und leichter) liegt beim Visbreaker bei circa 30 %. Durch anschließende Destillation werden die leichtflüchtigen Fraktionen abgetrennt.

Schema eines Delayed Cokers

BeimDelayed Coking wirdPetrolkoks durch thermisches Cracken von Rückständen der Vakuumdestillation gewonnen. Dazu wird das Rückstandsöl auf circa 500 °C erhitzt und in Kokskammern versprüht, wo es zu Petrolkoks, flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen umgewandelt wird. Nach dem Verkoken wird der Koks mechanisch abgetrennt und ggf. inCalzinieröfen bei Temperaturen von 1200 °C von flüchtigen Bestandteilen befreit.
Es können aber auch Naphtha, Gasöl oder sogar hydrogenierte Vakuumgasöle (Hydrowax, Hydrocracker Bottoms) durch das sogenannteSteamcracken thermisch gecrackt werden, umEthen,Propen undAromaten zu erzeugen.

Beimkatalytischen Cracken (engl.Fluid Catalytic Cracking, FCC) dienen saure Silikate als Katalysatoren, Edukte sind schwere atmosphärischeGasöle bzw. Vakuumgasöl. Als Produkte fallen überwiegend kurzkettigeOlefine und Alkane an.

BeimHydrocracken werden langkettige Alkane unter Wasserstoffzufuhr in kurzkettige Alkane überführt. Bei höheren Wasserstoffpartialdrücken werden sogar Aromaten hydrogeniert und somit auch Cycloalkane erzeugt. Als Edukt wird vorwiegend Vakuumgasöl verwendet. Die meisten Schwefel- und Stickstoffverbindungen des Edukts werden hydriert, so dass beträchtliche Volumina an H2S und NH3 anfallen.

Claus-Verfahren

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Hauptartikel:Claus-Prozess

Hydrotreating-Prozesse, Hydrocracking und ggf. dieSynthesegaserzeugung aus Schweröl produzieren nicht unerhebliche Mengen H2S, welches nicht einfach „abgefackelt“ werden kann. Beim Claus-Verfahren wird der anfallende Schwefelwasserstoff mit Luftsauerstoff in einem Reaktor unterstöchiometrisch verbrannt. Das entstandene SO2komproportioniert mit restlichem H2S zu elementarem Schwefel und Wasser.

6 H2S+3 O26 S+6 H2O; ΔH=664 kJ/mol{\displaystyle \mathrm {6\ H_{2}S+3\ O_{2}\longrightarrow 6\ S+6\ H_{2}O;\ \Delta H=-664\ kJ/mol} }

Die zunächst unvollständige Reaktion wird über mehrere katalytische Stufen bei tieferen Temperaturen zum vollständigen Umsatz getrieben.

In einem anderen Verfahren (WSA Prozess, engl.wet sulfuric acid) wird aus Schwefelwasserstoff direkt Schwefelsäure hergestellt.

Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Anlagensicherheit

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Ölraffinerie

Die prozesstechnischen Anlagen, dieTanklager und dieRohrleitungssysteme sind Gegenstand umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen. Ziel derAnlagensicherheit und der Störfallvorsorge ist es, Störungen zu verhindern und die Auswirkungen von Störungen, die dennoch eintreten, für Mensch und Umwelt zu begrenzen.

Anlagen zur Herstellung, Lagerung und Förderung von Erdöl und seinen Folgeprodukten bedürfen in Deutschland einer Genehmigung nach demBundes-Immissionsschutzgesetz. Dieses fordert, dass die Anlagen nach demStand der Technik errichtet und betrieben werden. Weiterhin sind die anwendbarentechnischen Regeln zu befolgen. Die Anforderungen an den Umgang mitwassergefährdenden Stoffen ergeben sich aus demWasserhaushaltsgesetz.

Dennoch kann es zuBränden undExplosionen kommen, wie bei derRaffinerie-Katastrophe in San Juanico, derRaffinerieexplosion in Texas City[7][8] oder derExplosion bei Bayernoil 2018.[9]

Siehe auch

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Literatur

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  • Raimund Fischer:Raffinerien und Petrochemie: Vom schwarzen Gold zum edlen Produkt, in: RWE-DEA-Aktiengesellschaft für Mineralöl und Chemie (Hrsg.):1899–1999 100 Jahre RWE-DEA, Hamburg 1999, S. 133–170,ISBN 3-00-003548-6.
  • H. J. Arpe:Industrielle Organische Chemie: Bedeutende Vor- und Zwischenprodukte. 552 Seiten, Verlag Wiley-VCH (2007),ISBN 978-3-527-31540-6

Weblinks

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Wiktionary: Erdölraffinerie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Erdölraffinerie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Angelika Heinzel, Universität Duisburg-Essen:Energiewandlungstechniken am Beispiel einer Raffinerie (Memento vom 4. März 2016 imInternet Archive), aufgerufen 22. Dezember 2014
  2. Ignacy Łukasiewicz, Pionier bei der Erforschung der Erdöldestillation (Memento desOriginals vom 2. Mai 2005 imInternet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.poland.gov.pl
  3. James G. Speight:The Chemistry and Technology of Petroleum. Marcel Dekker, 1999,ISBN 0-8247-0217-4,S. 215–216. 
  4. Geschichte Erdölraffinierien. 15. Februar 2019, abgerufen am 13. September 2024. 
  5. J. P. Wauquier,J. P. Favennec : Petroleum Refining: Refinery operation and management
  6. Alkylat
  7. Katastrophe in Mexiko: Flammenhölle auf Erden. In: einestages. Spiegel Online, abgerufen am 22. November 2011. 
  8. U.S. Chemical Safety and Hazard Investigation Board, Investigation Report, Report No. 2005-04-I-TX, Refinery Explosion and Fire. (PDF; 3,4 MB) Archiviert vom Original am 29. Juli 2013; abgerufen am 4. Juli 2013. 
  9. Zehn Verletzte und grosse Zerstörung nach Explosion in Oberbayern In: srf.ch, 1. September 2018, abgerufen am 1. September 2018.
Normdaten (Sachbegriff):GND:4152697-1 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS) |LCCN:sh85100456
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