Epirus hat einen bergigen Charakter. Im Nordwesten fallen die2045 m hohenKeraunischen Berge (Albanien) steil zum Meer ab. Ganz im Norden an der Grenze zu Albanien steht der2520 m hoheGrammos, weiter südlich der zweithöchste Berg Griechenlands, der 2637 m hohe Smolikas. Zwischen diesem Bergstock und Ioannina begrenzt der 2497 m hohe Tymfi den Vikos-Aoos-Nationalpark. Die im Osten zumPindos gehörenden Berge wie etwa derLakmos werden bis zu 2295 m hoch. Das innere Gebirge wird von einer Anzahl Flüsse durchbrochen.
Fast alle epirotischen Flüsse, derInachos (Aspropótamos),Arachthos (Arta),Acheron (Phanariótikos) undThyamis (Kalamás), haben eine nordsüdliche Ausrichtung. Nur derAoos (Vjosa) fließt nach Nordwesten, über Albanien in dieAdria.
Das ganze Land ist reich an Gewässern und Wäldern. Es gedeihen u. a.Eichen-,Buchen-,Kiefern- undTannenwälder sowie an den Küsten und in den EbenenOliven.
AlsGriechenland unabhängig wurde, verblieb Epirus beim Osmanischen Reich. Erst durch dieBalkankriege 1912/13 konnten die Griechen den größten Teil von Epirus ihrem Staat anschließen, während der Norden mitSaranda,Delvina,Gjirokastra undKorça anAlbanien fiel.
Mit dem Ausbruch desErsten Weltkriegs 1914 zerfiel das eben unabhängig gewordeneAlbanien. Im März 1915 schlossen dieEntente-Mächte ein Abkommen, wonachItalien den größten Teil Albaniens, Griechenland aberNordepirus erhalten sollte. Doch konnten die Albaner die griechischen Besatzungstruppen nach Kriegsende vertreiben.
Von dem im April 1939 annektierten Albanien aus überfielen die Truppen des faschistischen Italien 1940 Griechenland, wurden aber zurückgeschlagen. Im Gegenzug konnten die Griechen wiederum Nordepirus beziehungsweise Südalbanien besetzen. Mit dem EintrittDeutschlands in den Krieg auf dem Balkan im April 1941 änderte sich die Lage.Jugoslawien und Griechenland wurden von denAchsenmächten bald besiegt, und Epirus fiel unter italienischesBesatzungsregime. Die Berge von Epirus wurden eine der Hauptregionen des griechischen Widerstands gegen die Besatzer. Auch imgriechischen Bürgerkrieg war Epirus stark umkämpft.
Epirus wurde während des frühen Mittelalters von slawischen Stämmen besiedelt, aber das Ausmaß ihrer Siedlung ist schwer zu bemessen, da sie außer Ortsnamen wenig Spuren hinterlassen hat.Wlachen undAlbaner werden erst ab dem 12. Jahrhundert in der Region gemeldet. Nach demvierten Kreuzzug wurde Epirus ein Zufluchtsort für viele Griechen aus anderen Teilen des ehemaligen Byzantinischen Reichs, und in spätbyzantinischer Zeit (14.–15. Jahrhundert) wurde Epirus das Ziel einer albanischen Masseneinwanderung, so dass im späten 14. Jahrhundert große Teile des Binnenlandes von albanischen Stämmen besiedelt wurden, und kurzlebige albanische Fürstentümer über weite Teile der Region herrschten.[2] Während des Bestandes desSerbischen Kaiserreichs wurde Epirus auch durch dieSerben regiert, aber ihre Besiedlung war dünn, so dass sie leicht von der griechischen Mehrheit assimiliert werden konnten. Italiener übten politischen Einfluss und waren als Herrscher (unter denTocci) und Händler anwesend, aber sie ließen sich nicht in größerer Anzahl in Epirus nieder.[2]
In der osmanischen Zeit (nach 1430) kam es allmählich zu Islamisierungen, obwohl bis zum Ende der Türkenherrschaft die orthodoxen Christen (Albaner, Griechen und Wlachen) die Mehrheit der Bevölkerung stellten. Nach Statistiken des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts stellten die Albaner im gesamtenVilâyet Ioannina (dem späteren Griechisch-Epirus und Südalbanien) die Mehrheit der Bevölkerung mit rund 60 % dar, während Griechen etwa ein Drittel (überwiegend im Osten und Süden um Ioannina sowie inNordepirus) und Wlachen 6–8 % der gesamten Bevölkerung ausmachten. Auf dem Gebiet der heutigen griechischen Region waren die Albaner vor allem entlang der Küste (Çamëria) konzentriert, die Griechen im Landesinneren und die Wlachen amPindus-Gebirge.[3]
Fernweidewirtschaft betreibt das Griechisch sprechende Nomadenvolk derSarakatsanen zwischen Bulgarien, Nordmazedonien und Griechenland. Die Mitglieder dieser Volksgruppe treffen sich alljährlich im Hüttendorf von Giftókampos (bei Tsepelovo) am ersten Augustwochenende zum Feiern.[4]
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mitBelegen (beispielsweiseEinzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst undgute Belege einfügst.
Nachdem der größte Teil von Epirus an Griechenland gefallen war, litt die albanische Bevölkerung an Diskriminierung, Assimilierung und Sprachverbot bis zum 2. Weltkrieg. DieÇamen wurden 1944 durch die WiderstandsgruppeEDES, aus ihrem Siedlungsgebiet nach Albanien vertrieben, weil ihnen Kollaboration mit deritalienisch-deutschen Besatzungsmacht vorgeworfen wurde. Die EDES verübte in diesem Jahr nicht nur Vertreibungen von Tausenden Menschen, sondern auch Massaker und Vergewaltigungen, von denen es zahlreiche Berichte und bis heute noch Augenzeugen gibt. Heute weisen bis auf viele alte verlassene Häuser, Moscheen und Orte mit albanischer Etymologie nichts mehr auf die ehemalige große albanische Präsenz im griechischen Teil des Epirus hin.
Nach Erhebungen vonELSTAT aus dem Jahr 2011 leben in der Region über 94 %Griechen.[5] Die griechischen Epiroten bekennen sich größtenteils zurorthodoxen Kirche.
Die Region Epirus gliedert sich in vier Regionalbezirke, die den Gebieten der bis 2010 bestehenden Präfekturen entsprechen. Proportional zu deren Einwohnerzahl entsenden sie eine bestimmte Anzahl Abgeordneter in den 45-köpfigen Regionalrat.[6]
Epirus gehört heute zu den ärmsten Regionen Griechenlands. Industrie und intensive Landwirtschaft konzentrieren sich um die Hauptstadt Ioannina, in der auch der größte Teil der Bevölkerung lebt. Für den Export werden vor allem Olivenöl und Tabak angebaut. Die Fischerei bietet hingegen nur wenigen Menschen Arbeit, und der Tourismus ist im Vergleich zu anderen griechischen Regionen schwach entwickelt. Hauptanziehungspunkte für Urlauber sind die Küstenregionen zwischenParga undPreveza und die Gebirgsregionen um dasTsoumerka- und dasTymfi-Massiv mit demVikos-Aoos-Nationalpark. Hier finden sich traditionelle Dörfer wie dieZagorochoria.
Die HafenstadtIgoumenitsa hat sich allerdings zum größten Tor Griechenlands nach Westeuropa entwickelt. Tausende Urlauber nutzen die Anreise über Italien in den Westen Griechenlands.
N. G. L. Hammond:Epirus. The Geography, the Ancient Remains, the History and the Topography of Epirus and adjacent Areas. Oxford / New York 1981,ISBN 0-405-14058-4.
Thede Kahl, Andreas Karzis (Hrsg.):Ηπειρώτικα παραμύθια – Märchen aus dem Epirus. Thessaloniki/Köln 2006,ISBN 3-929889-83-8 (Zweisprachige Ausgabe Griechisch-Deutsch. Mit einem Vorwort des griechischen Staatspräsidenten Karolos Papoulias und Zeichnungen von Ioannis Chryssos).
↑Kokkolakis, Michalis.Το ύστερο Γιαννιώτικο Πασαλίκι : χώρος, διοίκηση και πληθυσμός στην τουρκοκρατούμενη Ηπειρο (1820–1913) [Das späte Paschalik von Jannina: Raum, Verwaltung und Bevölkerung in Epirus unter der Türkenherrschaft (1820–1913)]. Zentrum für Neugriechische Studien, 2003.ISBN 960-7916-11-5, S. 47–60
↑Latermann, Karbe, Kretzschmar:Griechenland (Kosmos-Natur-Reiseführer). Kosmos-Verlag, Stuttgart 2001,ISBN 3-440-08476-0, S. 99.
↑Griechisches Gesetzesblatt vom 24. Juli 2023Απόφαση Αριθμ. 62090. (ΦΕΚ Β4702/24.07.2023), «Ορισμός αριθμού εδρών περιφερειακών συμβούλων κάθε εκλογικής περιφέρειας, σύμφωνα με το άρθρο 51 του ν. 4804/2021, με βάση το μόνιμο πληθυσμό της, όπως προκύπτει από τα αποτελέσματα της Απογραφής Πληθυσμού-Κατοικιών έτους 2021 που αφορούν στο Μόνιμο Πληθυσμό της Χώρας.» S. 51948.PDF Online; 167 kB (griechisch)