| Strukturformel | ||||||||||||||||||||||
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| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Freiname | Embutramid | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | C17H27NO3 | |||||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung | farbloser Feststoff[1] | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse | ||||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | 293,41g·mol−1 | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | 70 °C[1] | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten beiStandardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Embutramid ist ein stark betäubend (narkotisch) wirkender Arzneistoff. Er wird ausschließlich in fixer Kombination mit anderen Wirkstoffen zurEinschläferung (Euthanasie) von Tieren verwendet.
Embutramid ist ein Abkömmling derγ-Hydroxybuttersäure und vermag dieBlut-Hirn-Schranke zu durchtreten. Es bewirkt einen langen und tiefen Bewusstseinsverlust (Hypnose) und wirkt sehr stark dämpfend auf dasAtemzentrum imHirnstamm. Seine geringe therapeutische Breite macht es für die Allgemeinanästhesie unbrauchbar. Höhere Dosen bewirkten im Versuch am Hund Atemstillstand und schwere Herzrhythmusstörungen.[2]
Für die sichere Wirkung muss Embutramid mit weiteren geeigneten Wirkstoffen kombiniert werden. So bewirkt etwa dasMuskelrelaxansMebezonium an dermotorischen Endplatte eine Dauerdepolarisation und entspannt dauerhaft dieSkelett- und damit auch dieAtemmuskulatur – es kommt zum Atemstillstand. Das in der Humanmedizin zur Malariabehandlung eingesetzteChloroquin dämpft bei Hunden die Herztätigkeit und führt durch Gefäßerweiterung zum Blutdruckabfall.[2]Lokalanästhetika wieTetracain oderLidocain verhindern lokale Schmerzreaktionen, die insbesondere bei Injektionen in die Lunge, aber auch bei intravenöser Gabe auftreten können. Intravenös wirken Tetracain und Lidocain depressiv auf die Herztätigkeit und das zentrale Nervensystem.
Durch eine entsprechende Kombination von Wirkstoffen wird ein sofortiger Bewusstseinsverlust,Atem- und Herzstillstand hervorgerufen.
Ein Kombinationspräparat mit 200 mg Embutramid, 50 mg Mebezonium und 5 mg Tetracain je ml wird weltweit von der FirmaIntervet (MSD-Unternehmensgruppe) bzw. ihren Vertriebspartnern unter den HandelsnamenT 61 (beispielsweise inD,A,CH,NL) oderTanax (beispielsweise inI) vertrieben. Als Lösungsmittel für die Arzneistoffe wird eineDimethylformamid-Wasser-Mischung verwendet.
Ausschließlich für Hunde wurde in denUSA unter dem NamenTributame Euthanasia Solution (Teva Animal Health) ein Kombinationspräparat zugelassen, das 135 mg Embutramid, 45 mg Chloroquinphosphat und 1,9 mgLidocain je ml enthält.[2]
T 61 darf ausschließlich von Tierärzten sowie als Tötungsmittel im Rahmen von Tierversuchen angewendet werden. Bei Tieren, die für die Lebensmittelproduktion vorgesehen sind, ist die Anwendung gemäßVerordnung (EG) Nr. 470/2009 verboten. Das Mittel wirdintravenös (eventuellintrakardial) angewendet, da nur so der unterschiedlichenPharmakokinetik der Inhaltsstoffe Rechnung getragen wird. In Ausnahmefällen wird T 61 bei fehlendem intravenösen Zugang auchintrapulmonal (in die Lunge) oderintraperitoneal (in die Bauchhöhle) eingesetzt, hier sollten aber andere Medikamente bevorzugt werden.[3]
T 61 wirkt bei intravenöser und intrakardialer Gabe innerhalb weniger Sekunden, bei intrapulmonaler und intraperitonealer Gabe innerhalb von Sekunden bis Minuten. Der korrekte Sitz der Kanüle ist dabei von entscheidender Wichtigkeit, da andernfalls eineschwerwiegende Schädigung des Gewebes[4] bei gleichzeitig unzureichender beabsichtigter Wirkung auftreten kann. Die intravenöse Gabe erfordert eine ausreichendeKreislaufaktivität, weil nur so die notwendige zügige Verteilung des Arzneimittels im Körper sichergestellt werden kann. Unter ungünstigen Umständen oder durch falsche Anwendung kann es bei vorab unzureichend narkotisierten Tieren zu einem Ersticken bei Bewusstsein kommen,[5] was einen qualvollen Tod bedeutet und sich über Stunden hinziehen kann. Die Anwendung von T 61 als alleiniges Mittel zur Euthanasie ist daher umstritten. Um das Ziel einer schmerzlosen Tötung sicher zu erreichen, wird das einzuschläfernde Tier vor der Anwendung von T 61 in eine tiefeNarkose gelegt. Die für nicht bewusstlose Tiere bestehenden Gegenanzeigen der intrapulmonalen und intrakardialen Gabe wurden in europäischen Ländern (etwa D, A, CH, I) auf Initiative desBundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) um die intravenöse Gabe erweitert, so dass T 61 generell nur noch bei bewusstlosen (narkotisierten) Tieren angewendet werden darf.[6]
Die Anwendung bei trächtigen Tieren ist untersagt (Kontraindikation).
Gelegentlich wurden Fälle von Missbrauch beim Menschen durchSuizidenten beschrieben.
Mit dem PräparatTributame Euthanasia Solution soll durch Verzicht auf eine muskelrelaxierende Komponente ein früh einsetzender Atemstillstand, solange der Hund noch bei Bewusstsein ist, vermieden werden.[7] Das Mittel ist nicht zum Einschläfern von Katzen geeignet.[2]