Elisabeth von Fiebig war Tochter des promovierten Chemikers,[1] Alpinisten undSportreiters Johann Friedrich Paul Adolf Walther von Fiebig[2] und seiner Ehefrau Else Ottilie Magda von Kessel.[3]
Das Interesse des Vaters an den Forschungen vonErnst Haeckel führte die Familie von Lausanne in die Universitätsstadt Jena. Dort hatte Elisabeth von Fiebig Unterricht beim Maler und KunstpädagogenChristoph Natter, nahm in Weimar Abendakt an dem im Zeichen der „Vereinigung von Kunst und Handwerk“ stehendenBauhaus, und verfügte über ein eigenes Atelier in Jena.
1918 heiratete sie den MalerCharles Crodel. Als Ibeth von Fiebig bzw. Ibeth von Fiebig-Crodel beteiligte sie sich als Malerin 1918 und 1919 an den Ausstellungen derMünchner Sezession sowie 1921 und 1922 auf der Jahresausstellung derFreien Secession in Berlin.
Sie schuf ein umfangreiches Werk von über 100 nachweisbarenBildteppichen nach Entwurf und Vorzeichnung von Charles Crodel. Viele dergestickten Behänge und Applikationen entstanden für Kirchen und erweiterten alsSchutzmantelmadonnen undParamente große Glasmalerei-Aufträge von Charles Crodel im kirchlichen Gesamtraum. Wie bei vielenFrauen in der Kunst war ihr Werk eng mit dem ihres Ehemanns verbunden und hat Crodels Schülern und Schülerinnen in Deutschland und den U.S.A. Anregungen gegeben.
Sie liegt mit ihrem Mann auf demFriedhof Kröllwitz in Halle begraben. Ihre Tochter ist die GoldschmiedinVera von Claer-Steckner geb. Crodel.[5]
Eine Übersichtsausstellung in der Dominikanerkirche Osnabrück würdigte mit 29 Werken und einem Beitrag vonDoris Schmidt 1975 das Teppichwerk von Charles und Elisabeth Crodel.[6]
Charles und Elisabeth Crodel: Gestickte Bildteppiche. Hildegard v. Portatius: Geknüpfte Bildteppiche. Ausstellungskatalog. Kulturgeschichtliches Museum, Osnabrück 1975.
Ingrid von der Dollen:Malerinnen im 20. Jahrhundert – Bildkunst der „verschollenen Generation“ Geburtsjahrgaenge 1890–1910. Hirmer, München 2000,ISBN 3-7774-8700-7, S. 70, 89f., 165, 293f., 319.
Cornelius Steckner und Friederike-Naumann Steckner: Charles und Elisabeth Crodel. Das Teppichwerk, Köln 2023,ISBN 978-3-949400-10-0.[8]
↑Dr. Walther von Fiebig:Ueber Salacetol und Aceton. Inaugural-Dissertation, Lausanne 1908. Das Salacetol ist eine Vereinigung vonSalicylsäure undAceton zu einemEster. Es fand als Darm-Antiseptikum Verwendung.
↑* 10. Juli 1866 auf dem elterlichen Rittergut Cracowahne, zweimaliger Gewinner in Baden-Baden, als Rittmeister ausgeschieden (bis 1902 in Karlsruhe stationiert. Vgl.Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Baden. Karlsruhe 1910, S. 999.), studierte an der Universität Heidelberg (Teilnehmer der 500. Jahrfeier derRuperto Carolina am 10. Juli 1886), immatrikulierte an derUniversität Lausanne am 22. Oktober 1902 und wurde dort promoviert am 16. Juli 1908.([1]). In Jena 1914 im Vorstand der Geographischen Gesellschaft Thüringen zusammen mitGustav von Zahn undWilfried von Seidlitz.
↑Gothaisches genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser, Jg. 8, Gotha 1907, S. 493; Geb. 17. März 1873 zu Ober Glauche (Głuchów Górny, Powiat Trzebnicki, Niederschlesien, Polen), gest. in Hamburg, d. 14. Mai 1956, Schwester vonKurt von Kessel, dem Vater vonAlbrecht von Kessel undFriedrich von Kessel. Heirat am 25. September 1895.
↑Martina Rudloff:Gerhard Marcks: Das plastische Werk. Propyläen-Verlag. Frankfurt am Main u. a. 1977,ISBN 3-549-06620-1, Nr. 98 (1923) und Nr. 159 (1927).
↑Doris Schmidt:Zu den Teppichen von Charles und Elisabeth Crodel, Katalog 1975, S. 7–8, Katalog der Bildteppiche, S. 9–20.
↑Ausstellungskatalog:Charles und Elisabeth Crodel: Gestickte Bildteppiche - Hildegard von Portatius: Geknüpfte Bildteppiche. 6. Juli bis 15. August 1975. Mit einer Einleitung von Doris Schmidt (1918–2008).