| Elbeğendi | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Turkei | |||
| Provinz(il): | Mardin | |||
| Landkreis(ilçe): | Midyat | |||
| Koordinaten: | 37° 17′ N,41° 24′ O37.282541.406944444444Koordinaten:37° 16′ 57″ N,41° 24′ 25″ O | |||
| Einwohner: | 52[1](2024) | |||
| Telefonvorwahl: | (+90) 482 | |||
| Postleitzahl: | 47500 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | 47 | |||

Elbeğendi (reichsaramäischܟܦܪܐ ܬܚܬܝܬܐ,Kafro Tahtayto, auch nurKafro genannt) ist ein Dorf im LandkreisMidyat in derProvinz Mardin im Südosten derTürkei im GebirgszugTur Abdin. Die Einwohnerzahl beträgt 52 (Stand: Ende 2024) und setzt sich ausschließlich ausAramäern zusammen. Der frühere Name lautete Harabkefr. Der Name Kafro Tahtayto ist aramäischen Ursprungs und bedeutet „Unteres Dorf“.
Das Dorf Elbeğendi liegt auf einer leichten Anhöhe und befindet sich ungefähr 900 m über dem Meeresspiegel. Die Grenze zuSyrien liegt südlich in 20 km Entfernung Luftlinie, weitere Ortschaften in der Umgebung verteilen sich wie folgt:
| Midyat 22 km | ||
| Taşköy 10 km | ||
| Üçyol 17 km | Üçköy 5 km |
Die rote Erde ist sehr fruchtbar. Sie ist reich an vulkanischem Lavagestein. Es gibt ein hohes Vorkommen an weißemKalkstein.
Die Jahreszeiten sind sehr ausgeprägt mit vielen Niederschlägen im Frühling und Herbst, heißen und trockenen Sommern und kalten und verschneiten Wintern. Die Temperaturen schwanken zwischen −10 °C im Winter und +52 °C im Sommer.
Laut mündlicher Überlieferung hat das Dorf Kafro Tahtayto seinen Ursprung noch vor Christi Geburt. Im Jahr desVölkermordes an den Aramäern 1915 floh die komplette Bevölkerung aus dem Dorf ins Mor Malke-Kloster oder zum Mor Elija-Kloster in Ehwo, sodass es vorübergehend leer stand.[2] Erst langsam setzte anschließend eine Wiederbesiedlung ein. In den 1980er Jahren, als die Kämpfe zwischenKurden und dem türkischen Militär sich im Südosten derTürkei ausweiteten, wanderten wiederum viele Einwohner nach Westeuropa aus, sodass der Ort heute fast unbewohnt ist.
Im Jahre 2004 lebten etwa 180 Familien aus dem ursprünglichen Dorf Kafro Tahtayto in Europa, mehrheitlich inDeutschland,Schweden und in derSchweiz.Im Sommer 2006 kehrten nach langjähriger Planung die ersten Familien nach Kafro zurück. Heute leben ca. 15 Familien in einer komplett neu gebauten Siedlung in Kafro.
Kafro ist das aramäische Wort fürDorf. Zur Unterscheidung von einem nahe gelegenen Dorf gleichen Namens wurden die beiden Orte mitTahtayto (Unter-) undHelayto (Ober-) bezeichnet. DasObere Dorf befindet sich ca. 26 km Luftlinie weiter nördlich.
Die Einwohner des Ortes lebten und leben fast ausschließlich von Landwirtschaft, die sie hauptsächlich zum Eigenverbrauch betrieben. Es wurdenFeigen,Granatäpfel,Honigmelonen undWassermelonen angebaut sowieWeizen,Gerste,Gurken,Mandeln und vereinzeltÄpfel. Auf den umliegenden Hügeln wurdeWein angebaut, dessen Trauben großenteils zuRosinen verarbeitet wurden. Auch Viehzucht war vorhanden.
Elbeğendi besteht aus 46 Häusern, die typischerweise zweistöckig sind, wobei die Familie im oberen Stock wohnte, während das Erdgeschoss als Stall diente. Dazu gehörte zu jedem Haus ein von einer Mauer abgegrenzter Vorhof. Es existiert ein 1964 gebautes Schulhaus.Der Wasserversorgung dienten ca. 80 selbst erbaute Tiefbrunnen, eine Kanalisation ist nicht vorhanden. Seit 1980 ist Elbeğendi ans Stromnetz angeschlossen.Das Dorf liegt an der Straße von Midyat nachArkah.
Da das Dorf zeitweise völlig verlassen und über Jahre nicht bewohnt war, sind etliche Häuser im alten Dorfteil eingestürzt oder zumindest in sehr schlechtem Zustand. Auch die Kirchen sind zum Teil nur noch Ruinen, die Innenräume sind zerstört.Hingegen wurde der neue Dorfteil mit den großen Häusern mit europäischem Standard ausgestattet. Straßen wurden asphaltiert, Strom- und Wasserleitungen in den neuen Dorfteil geführt und Bäume gepflanzt.
Die Gegend um Kafro Tahtayto wurde wie der gesamte Tur Abdin bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus christianisiert. Die Dorfbewohner gehörten derSyrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien an.Es gab im Ort folgende Gotteshäuser