Einheitsfrontlied

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Plattenlabel:Einheitsfront, 1950

DasEinheitsfrontlied („Und weil der Mensch ein Mensch ist …“) ist eines der bekanntestenLieder derdeutschen Arbeiterbewegung. Es wurde vonBertolt Brecht (Text) undHanns Eisler (Musik) geschrieben. Bekannt wurde es durch die InterpretationErnst Buschs.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

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Das Lied entstand Ende 1934 auf Bitte vonErwin Piscator für die Erste Internationale Musikolympiade 1935 inStraßburg, wurde dort uraufgeführt und von 3000 Arbeitersängern vorgetragen. Gedruckt erschien es erstmals 1937 während desSpanischen Bürgerkrieges in Madrid alsLied von der Einheitsfront, herausgegeben von Ernst Busch.[1] Die Musikolympiade war von Auseinandersetzungen zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten geprägt, trotz des bekundeten Willens, der sich in dieser Komposition äußert.

Hintergrund

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Das Lied entstand vor dem Hintergrund der Zustände der Arbeiterbewegung in derWeimarer Republik und den ersten Jahren nach 1933. Seit der Trennung der deutschen Arbeiterparteien 1917 bestand ein tiefer Gegensatz zwischen derSPD, die in der Weimarer Republik eine staatstragende Position vertrat, und derKPD, die diese Regierungsform fundamental ablehnte. Entsprechend der von derKomintern vorgegebenen Strategie wurden die Sozialdemokraten als „Sozialfaschisten“ diffamiert. Nach derMachtergreifung der Nationalsozialisten und dem Verbot von SPD und KPD wurden Stimmen lauter – darunter auch von Bertolt Brecht –, dass nur eineEinheitsfront aus Kommunisten und Sozialdemokraten eine Chance habe gegen den Nationalsozialismus noch etwas auszurichten.

Liedtext

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Der Liedtext besteht aus vierStrophen und einemRefrain zu je vier Zeilen.Brecht erinnert im Text an die grundlegende Stellung derProletarier unter kapitalistischen Produktionsbedingungen und hebt die einenden Interessen („Und weil der Mensch ein Mensch ist“) hervor. Kommunistisch und sozialdemokratisch orientierte Arbeiter sollten so von den jahrelangen Grabenkämpfen gegeneinander abgebracht werden und einen gemeinsamen Gegner, denFaschismus, erkennen, der nur gemeinsam in der Einheitsfront besiegt werden kann.

Drum links, zwei, drei! Drum links, zwei, drei!
Wo dein Platz,Genosse, ist!
Reih dich ein in die Arbeitereinheitsfront,
weil du auch ein Arbeiter bist.

Komposition

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Das Einheitsfrontlied ist, gemessen an anderen Eislerschen Kompositionen, recht schlicht gehalten, sodass es ohne große Probleme auch von musikalisch nicht ausgebildeten Menschen gesungen werden kann. Die erste Version weist Merkmale typischer Tendenzlieder, wie den marschartigen Takt und den Massengesang auf. 1948 verfasste Eisler eine zweite, sinfonische Fassung, mit der er sich von dem durch denFaschismus negativ konnotierten Marsch abgrenzen wollte. Ernst Busch verwendete diese Version für die Aufnahme im Rahmen seines Aurora-Projekts. Dies kann als Bezugnahme zum in der Frühzeit derDDR entstehenden Klassikmythos gewertet werden. Eisler schrieb 1935 anMarcel Rubin: „Dieses Lied soll sehr einfach gesungen werden. Keine Brüller, kein falsches militantes Geschrei!!! Nicht zu rasch! Nicht zu langsam!“

Übersetzungen und Coverversionen

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Leyb Rozental schrieb im Ghetto von Wilna eine jiddische Version von dem Lied (עס האָט אונדז דאָס לעבן גערופן, …).[2]

Eine Coverversion dieses Liedes ist auf dem 1977 erschienenen AlbumHannes Wader singt Arbeiterlieder des gleichnamigen Künstlers enthalten. 1973 spieltenBrötzmann/Van Hove/Bennink eineFreejazz-Version ein.

Auch die linksalternative RockbandTon Steine Scherben spielte das Einheitsfrontlied, in leicht veränderter Fassung im Anhang an das StückMacht kaputt, was euch kaputt macht auf dem AlbumWarum geht es mir so dreckig? (1971). Zudem existieren noch zahlreiche weitere Coverversionen aus dem Punkrock-Bereich, unter anderem vonTut das Not (Fremdwelt) undCommandantes (Lieder für die Arbeiterklasse).

In einer Instrumentalfassung ist das Einheitsfrontlied unter dem TitelSong of the United Front auf dem Jazz-AlbumLiberation Music Orchestra (1969) vonCharlie Haden erschienen.

Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. Bertolt Brecht:Ausgewählte Werke in 6 Bänden.Band 3. Suhrkamp, 1997,S. 472. 
  2. Malke Gotlib, Chana Mlotek (Hg.):25 geto-lider. mit muzik un transliteracje. bildungs-komitet fun arbeter-ring, New York 1968; S. 38–39.
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