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Eichhörnchen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur heimischen Art sieheEurasisches Eichhörnchen, zu weiteren BedeutungenEichhörnchen (Begriffsklärung).
Eichhörnchen

Grauhörnchen (Sciurus carolinensis)

Systematik
Ordnung:Nagetiere (Rodentia)
Unterordnung:Hörnchenverwandte (Sciuromorpha)
Familie:Hörnchen (Sciuridae)
Unterfamilie:Baum- und Gleithörnchen (Sciurinae)
Tribus:Baumhörnchen (Sciurini)
Gattung:Eichhörnchen
Wissenschaftlicher Name
Sciurus
Linnaeus, 1758
Eurasisches Eichhörnchen (Sciurus vulgaris)
Fuchshörnchen (Sciurus niger)
Eichhörnchen beim Nestbau
Eichhörnchen beim Springen

DieEichhörnchen (Sciurus) sind eineGattung derBaumhörnchen (Sciurini) innerhalb derFamilie derHörnchen (Sciuridae). Ein auffälliges Merkmal ist der hochgestellte buschige Schwanz. Die inMitteleuropa bekannteste Art ist dasEurasische Eichhörnchen, das gemeinhin einfach alsEichhörnchen bezeichnet wird. Alle Eichhörnchen sind Waldbewohner und ernähren sich primär vonSamen undFrüchten. Die meisten Arten sind auf demamerikanischen Doppelkontinent beheimatet. Nur vier der 30Arten leben in derAlten Welt, sie sind über Europa, Vorder-, Nord- und Ostasien verbreitet. Eine weitere Art (Grauhörnchen) ist alsNeozoon in Teilen Europas eingebürgert.

Verbreitung

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Die verschiedenen Arten der Eichhörnchen leben vor allem auf dem amerikanischen Doppelkontinent, wo sie sowohl in Nordamerika wie auch in Mittel- und Südamerika in zahlreichen Arten vorkommen. Außerhalb Amerikas sind nur vier Arten heimisch, von denen das Eurasische Eichhörnchen (S. vulgaris) über fast den gesamten europäischen und große Teile des asiatischen Kontinents verbreitet ist. DasKaukasische Eichhörnchen (S. anomalus) kommt dagegen nur in Teilen Südeuropas sowie auf dem Kaukasus und in Vorderasien vor, und dasJapanische Eichhörnchen (S. lis) ist auf Japan beschränkt. In Südostasien kommen ebenso wie im australischen Raum und in Afrika keine Eichhörnchenarten natürlich vor.

Durch Verschleppung und bewusste Einführung wurde vor allem dasGrauhörnchen (S. carolinensis) über weite Teile auch abseits des ursprünglichen Verbreitungsgebietes angesiedelt. In Europa wurde es in Großbritannien, Irland und Italien eingeführt, wobei es vor allem in Großbritannien die dort ursprünglich heimischen Eichhörnchen nahezu verdrängt hat. Zudem wurde die Art in Südafrika angesiedelt, wo sie sich jedoch aufgrund fehlender Waldlebensräume nur in der Region vonKapstadt verbreiten konnte.

Lebensweise

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Alle Arten der Eichhörnchen sind überwiegend tagaktiv. Sie ernähren sich vor allem vonNüssen und anderenSamen, Früchten und anderen Pflanzenteilen sowie selteneropportunistisch auch von tierischer Nahrung wieInsekten, Eiern, Küken und anderen Kleintieren.[1] Als Baumbewohner sind sie sehr gute Kletterer, und die meisten Arten verbringen die meiste Zeit in den Bäumen und kommen nur gelegentlich auf den Boden zur Nahrungssuche. Sie bauen ihreNester (Kobel oder auch Kogel) in der Regel in Form eines kugelförmigen Baus aus Zweigen und Blättern in Baumhöhlen oder Astgabeln.

Fressfeinde der Eichhörnchen sind in erster LinieGreifvögel und Raubtiere wieMarder und Katzen, vor allem in Südamerika auch Schlangen.

Systematik

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Die Eichhörnchen bilden eine eigene Gattung innerhalb der Hörnchen (Sciuridae) und werden der Unterfamilie Sciurinae und der Tribus Sciurini zugeordnet. Die wissenschaftliche Systematik geht zurück bis zurErstbeschreibung des Eichhörnchens und einiger weiterer Hörnchenarten durchCarl von Linné in der 10. Auflage seinesSystema Naturæ, das Eichhörnchen selbst stellt dennomenklatorischen Typus dar. In dem Systema naturae beschrieb Linné sechs Gattungen der Nagetiere, darunter auch die GattungSciurus. Diese enthielt neben dem eurasischen Eichhörnchen (S. vulgaris) auch die amerikanischenFuchshörnchenS. niger undS. cinereus, dasEuropäische Gleithörnchen (S. volans, heutePteromys volans), dasAtlashörnchen (S. getulus, heuteAtlantoxerus getulus), dasStreifen-Backenhörnchen (S. striatus, heuteTamias striatus) sowie die nicht zuzuordnende ArtSciurus flavus.[2]

Innerhalb der Eichhörnchen werden aktuell etwa 30 Arten unterschieden, die nach einzelnen Taxonomien auf zehn Untergattungen verteilt werden können. DasHandbook of the Mammals of the World von 2016 listet 28 Arten,[3] wobei das erst 2017 beschriebeneSciurus meridionalis und das 2024 beschriebeneSciurus pachecoi, sowieSciurus brasiliensis undSciurus nebouxii[4] nicht enthalten sind. Aktuell werden entsprechend die folgenden Arten anerkannt:

Guerlinguetus,Hadrosciurus undSyntheosciurus werden auch als eigenständige Gattungen abgetrennt.[4] Innerhalb der Arten kommen sowohlmonotypische Arten wie auch solche mit zahlreichen Unterarten vor.

Wortherkunft

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Die wissenschaftliche BezeichnungSciurus setzt sich ausaltgriechisch σκιάskia ‚Schatten‘ und οὐράoura ‚Schwanz‘ zusammen. Das griechische Wort rührt von der in der Antike verbreiteten Ansicht her, dass sich Eichhörnchen mit ihrem gewaltigen Schwanz selber Schatten geben können:[7] „der sich mit dem Schwanz Schatten gibt“.[8]

DieEtymologie vonEichhörnchen ist nicht restlos geklärt. Alsurgermanische Grundlage wird*aikwernan-, neben der Variante*īkurnan- im Nordgermanischen, angenommen. Laut Kroonen geht dies direkt auf dasurindogermanische Wort *h₂éi-h₂ur (Gen. *h₂i-h₂urós)[9] zurück, das sich auch in den keltischen, lateinischen, baltischen, slawischen und persischen Bezeichnungen für das Eichhörnchen, das Frettchen, den Iltis oder den Marder findet. Abweichend davon wird die erste Silbe teils auf germanisch*aik- ‚Eiche‘, teils auf eine indogermanische Wurzel*aig- ‚sich heftig bewegen, schwingen‘ zurückgeführt – was aber die nordgermanische Variante nicht erklärt. Zumindest der hintere Teil des germanischen Wortes lässt sich damit aber an Tierbezeichnungen in anderen indogermanischen Sprachen anschließen.Eich- ist somit wahrscheinlich,-hörnchen sogar sicher eine sekundäre – wenn auch schon inalthochdeutscher Zeit anzutreffende – Umdeutung nicht mehr verstandener Wortwurzeln. Das scheinbare GrundwortHörnchen wurde im 19. Jahrhundert zur Bezeichnung der ganzenFamilie.[10]

Literatur

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Belege

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  1. Eichhörnchen – niedliches Nagetier und Nesträuber, abgerufen am 17. Oktober 2020.
  2. Carl von Linné:Systema naturae. 10. Auflage, 1758; Band 1, S. 60, 63–64 (Digitalisat).
  3. J.L. Koprowski, E.A. Goldstein, K.R. Bennett, C. Pereira Mendes:Genus Sciurus. In: Don E. Wilson, T.E. Lacher, Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.):Handbook of the Mammals of the World: Lagomorphs and Rodents 1. (HMW, Band 6) Lynx Edicions, Barcelona 2016,ISBN 978-84-941892-3-4, S. 740–755.
  4. abcdJames L. Patton, Ulyses F. J. Pardiñas und Guillermo D’Elía (Hrsg.):Mammals of South America, Volume 2 Rodents. University of Chicago Press, 2015,ISBN 978-0-226-16960-6. S. 13–15 u. 44–45.
  5. Lucas A. Wauters, Giovanni Amori, Gaetano Aloise, Spartaco Gippoliti, Paolo Agnelli, Andrea Galimberti, Maurizio Casiraghi, Damiano Preatoni and Adriano Martinoli. 2017.New Endemic Mammal Species for Europe:Sciurus meridionalis (Rodentia, Sciuridae). Hystrix [the Italian Journal of Mammalogy].doi:10.4404/hystrix-28.1-12015
  6. Robert Voss, David Fleck, Thomas C. Giarla:Mammalian Diversity and Matses Ethnomammalogy in Amazonian Peru. Part 5. Rodents. April 2024, Bulletin of the American Museum of Natural History 466,PDF bei Researchgate
  7. Henry George Liddell, Henry Stuart Jones, Robert Scott:A Greek–English Lexicon. 9., überarb. und erweit. Aufl. Clarendon Press, Oxford 1951.
  8. Heini Hofmann: Sciurus vulgaris. In: nzz.ch. 16. Oktober 2012, abgerufen am 12. Mai 2023.  (Volltext als PDF[1])
  9. Guus Kroonen:Etymological Dictionary of Proto-Germanic. Brill, Leiden 2013, S. 10–11.
  10. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearb. von Elmar Seebold. 25., durchgesehene und erweiterte Aufl. De Gruyter, Berlin/Boston 2011, S. 231;Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. 2. Aufl., durchgesehen und ergänzt von Wolfgang Pfeifer. Akademie, Berlin 1993, S. 264.

Weblinks

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Commons: Eichhörnchen (Sciurus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikispecies: Eichhörnchen (Sciurus) – Artenverzeichnis
Wiktionary: Eichhörnchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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