Movatterモバイル変換


[0]ホーム

URL:


Zum Inhalt springen
WikipediaDie freie Enzyklopädie
Suche

Egret (Schiff)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Egret
DieEgret im September 1942
DieEgret im September 1942
Schiffsdaten
FlaggeVereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich
SchiffstypSloop
KlasseEgret-Klasse
BauwerftJ. Samuel White,Cowes
Baunummer1835
Bestellung5. März 1937
Kiellegung21. September 1937
Stapellauf31. Mai 1938
Indienststellung11. November 1938
Verbleib27. August 1943 versenkt mitHS 293
Schiffsmaße und Besatzung
Länge89,2 m (Lüa)
Breite11,4 m
Tiefgang (max.)3,4 m
VerdrängungStandard: 1.200ts
Maximum: 1.790 ts
 
Besatzung188 Mann
Maschinenanlage
Maschine2 ×Admiralitätskessel,
2 SätzeParsons-Getriebeturbinen
Maschinen­leistung3.600 PS (2.648 kW)
Höchst­geschwindigkeit19,25 kn (36 km/h)
Propeller2
Bewaffnung
Sensoren

Sonar,ab 1941:Radar,ab 1942:Huff-Duff

HMSEgret (L75) (englisch fürReiher) war eineSloop, die am 11. November 1938 von derRoyal Navy übernommen wurde. Die dritteEgret der Royal Navy wurde nach ihrer Fertigstellung sofort insRote Meer verlegt. Schon kurz nach Kriegsbeginn 1939 wurde die Sloop in die Heimat abgezogen und diente dort als Geleitschiff in der Nordsee, im Atlantik und nach deralliierten Landung in Französisch-Nordafrika auch im Mittelmeer.
Die Sloop wurde mit denBattle HonoursAtlantic 1939–42,North Africa 1942–43 undBiscay 1943 ausgezeichnet.[1]

Am 27. August 1943 wurde dieEgret als erstes alliiertes Schiff durch eine ferngelenkte deutscheHs 293 Gleitbombe versenkt. Den Untergang des Schiffes überlebten nur 35 Seeleute, die von dem ebenfalls angegriffenen und beschädigten kanadischen ZerstörerAthabascan gerettet wurden.[1]

Geschichte des Schiffs

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die Sloop war am 5. März 1937 zusammen mit einem Schwesterschiff bestellt worden. Die zum Haushalt 1935 gehörigeEgret wurde am 21. September 1937 beiJ. Samuel White inCowes auf derIsle of Wight auf Kiel gelegt und lief am 31. Mai 1938 vom Stapel. Am 11. November 1938 abgeliefert[1] war dieEgret das erste der verbesserten Schiffe derBittern-Klasse und wurde Namensgeber der nur drei Schiffe umfassenden Klasse, der Vorgängerin derBlack-Swan-Klasse, die im Krieg in größeren Stückzahlen gebaut wurde.
Das gleichzeitig beiWilliam Denny and Brothers bestellte Schwesterschiff sollte ursprünglich den NamenHeron (englisch auch fürReiher) erhalten, lief dann aber am 30. Juni 1938 alsAuckland vom Stapel, da es zuerst umNeuseeland alsVermessungsschiff zum Einsatz kommen sollte. Am 19. März 1937 wurde mit derPelican noch ein weiteres Schwesterschiff beiThornycroft aus dem folgenden Haushalt bestellt.

Änderungen des Schiffes

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Die genannten Schiffe der verbessertenBittern-/Klasse erhielten vier102-mm-Zwillings-Fla-Geschütze. Gesteuert wurden die Geschütze durch einFuze-Keeping-Clock-Waffensteuerungssystem zur Bekämpfung von Luftangriffen. Dazu kamen zwei47-mm-3pdr-Hotchkiss Geschütze von zweifelhaftem Gefechtswert für die Nutzung als Salutgeschütze, ein schwerer12,7-mm-Vickers-Flugzeugabwehr-MG-Vierling und fünfzehnWasserbomben.

Die neue Sloop war 89,2 m lang und damit etwa drei Meter länger als die Vorgänger derBittern-Klasse und verfügte über eine etwas höhere Maschinenleistung, was eine um 0,5kn höhere Geschwindigkeit ermöglichte. Der Treibstoffvorrat war wegen des zusätzlichen Geschützes und des erforderlichen Munitionsraums mit 370 Tonnen Öl etwas geringer als bei den Schiffen derBittern-Klasse und ermöglichte einen Fahrbereich von 6200Seemeilen bei 16Knoten. Die Besatzung der neuen Schiffe umfasste 188 Mann.

Einsätze

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]

Wegen der angespannten politischen Lage bei der Indienststellung derEgret verlegte die Royal Navy die neue Sloop sofort in dasRote Meer zur Sicherung des britischen Schiffsverkehrs nachOstindien,Australien und in denFernen Osten. Als dann 1939 derZweite Weltkrieg ausbrach, befand sich die Sloop im Indischen Ozean; sie bezog eine Position vor der KüsteMosambiks, um deutsche Handelsschiffe abzufangen. Die Sloop sicherte dann große Transporter aus Indien/Australien auf einer Teilstrecke imIndischen Ozean nachAden[2] und dann weiter durch das Rote Meer zumSuez-Kanal. Der Rückmarsch in die Heimat wurde nach Querung des Mittelmeers inGibraltar unterbrochen, da die Sloop den KonvoiSLF 13 ab Mitte Dezember vonFreetown nach Großbritannien begleiten sollte, wo sie mit den sieben Schiffen des Konvois Anfang Januar 1940 ohne einen Feindkontakt eintraf.[1]

Nach notwendigen Reparaturen inCardiff wurde die Sloop dann bis zum Jahresende zur Sicherung von Küstenkonvois an der britischen Ostküste eingesetzt. Von Dezember 1940 bis Ende Mai 1941 folgten weitere Einsätze derEgret im Bereich derNorth Western Approaches. Nach einer Routine-Überholung war die Sloop im Juli 1941 wieder einsatzbereit. Im August wurde sie der neu gebildeten44th Escort Group für die Route ab Freetown zum Vereinigten Königreich zugeteilt, zu der noch der zum Langstreckengeleitboot umgebauteTown-ZerstörerBradford (ex USSMacLanahan), die beiden ehemaligenUSCG-KutterBanff ex USCGCSaranac (52) undFishguard exTahoe (47) sowie die SloopScarborough derHastings-Klasse gehörten.[1] Bathurst blieb Einsatzhafen des Schiffs bis zur alliierten Landung in Französisch-Nordafrika (Operation Torch) im November 1942,[1] als sie vom 1. bis 12. November ab dem Clyde den VersorgungskonvoiKMF.2 nachAlgier zusammen mit ihrem SchwesterschiffPelican, den ehemaligen US Coast Guard CutternBanff undSennen, der älteren SloopFleetwood sowie der ehemaligen PrivatyachtPhilante, der späteren norwegischen Königsyacht, geleitete.Am 13./14. November sicherte dieEgret mit dem polnischen ZerstörerBlyskawica und derPhilante die Rückführung von vier großen Transportern alsConvoy MKF.1A vom Landungsgebiet in Nordafrika nach Gibraltar. Es folgte der erste Konvoi zurück nach Großbritannien (MKF.2) zum Clyde bis zum 21. November. Ab dem 27. folgten regelmäßig weitere Konvois nach Nordafrika und zurück ins Vereinigte Königreich bis in den April 1943. Die Deutschen versuchten diese Geleite regelmäßig aus der Luft und durch U-Boote anzugreifen, waren aber auch hier nicht immer erfolgreich. So meldeten zwar deutsche Beobachter ausAlgeciras im März 1943 u. a. das Auslaufen des Konvois MKF.10A mit sechs Transportern gesichert von derEG 44 mit den SloopsEgret,Erne undFishguard sowie derFregatteTest. Anfangs begleiteten zusätzlich noch dieGeleitzerstörerWheatland,Calpe undHolcombe den Konvoi alsSupport Group. Am 9. März sichtete und meldeteU 107 den Geleitzug, konnte aber den Kontakt nicht halten und drei weitere auf den Konvoi angesetzte U-Boote fanden den Geleitzug nicht.[3]

Ab Mitte März erfolgte dann eine erneute Überholung derEgret amHumber, bei der das 40-mm-Geschütz gegen modernere 20-mm-Oerlikons getauscht und einHedgehog-Werfer zur U-Boot-Jagd installiert wurde.[1]
Am 6. Juli 1943 nahm die Sloop ihren Dienst wieder auf und wurde der10th Escort Group zugeteilt. In dieser Gruppe kamen auch das SchwesterschiffPelican und dieFregattenJed,Rother undWear zum Einsatz, der zuerst auf der Strecke zwischen dem Vereinigten Königreich und Gibraltar erfolgen sollte.

Verlust derEgret

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Die SloopBideford
derShoreham-Klasse

Im Sommer 1943 gab es eine Offensive der Maschinen des britischenRAF Coastal Command in der Biscaya gegen die deutschen U-Boote auf dem Aus- und Rückmarsch von und zu ihren Basen im besetzten Frankreich. Zu den Flugzeugen auf beiden Seiten setzte die Royal Navy dann auch Überwasserschiffe ein. Mitte August 1943 diente die40th EG gegen die U-Boote. Als diese Gruppe am 25. August 1943 ihre Ablösung durch die5th Support Group erwartete, wurde sie überraschend aus der Luft angegriffen. Den Angriff führten zwölfDornier Do 217 derII./KG.100 mit den neuen FernlenkbombenHenschel Hs 293, begleitet von siebenJu 88C-Zerstörern (vermutl. derI./ZG.1), durch. Dabei wurde der ehemaligeCoast Guard CutterLandguard durch einen Nahtreffer leicht beschädigt[4] und die ältere SloopBideford derShoreham-Klasse erhielt einen Volltreffer, der aber nicht explodierte, so dass nur ein Besatzungsmitglied starb.[5]

DieAthabaskan (G07)

Schon am 26. August übernahm die1st Support group mit den SloopsPelican undEgret sowie denRiver-FregattenJed,Rother,Spey undEvenlode die Aufgabe, passierende deutsche U-Boote nahe der spanischen Küste aufzuspüren. Der als Rückhalt der leichten Einheiten eingesetzte KreuzerBermuda verließ das Gebiet nachPlymouth zur Treibstoffergänzung. Ihn ersetzen die ZerstörerAthabaskan undGrenville.[6] Inzwischen war durchUltra-Entzifferungen bekannt geworden, dass die Deutschen ein neues Waffensystem einsetzten würden, und dieEgret wie auch dieGrenville waren darauf vorbereitet.
Die auslaufendenU 305 undU 645 sowie die RückmarschiererU 358,U 571,U 333,U 566 undU 757 passierten den britischen Verband unversehrt.

Die HMSGrenville (R97)

Am 28. August 1943 erfolgte dann der erwartete Angriff der Luftwaffe erneut mit 18 zweimotorigenDornier Do 217, bewaffnet mitHenschel Hs 293-Flugkörpern, gegen die U-Boot-Jagdgruppe etwa 30 Meilen westlich vonVigo. Die Maschinen konzentrierten ihre Angriffe auf die ZerstörerAthabaskan undGrenville sowie dieEgret. Die beiden letzteren waren auf einen derartigen Angriff vorbereitet. So hatte dieGrenville ein Fotografen-Team an Bord, das einen Angriff der neuen Waffe dokumentieren sollte. Die britischen Schiffe versuchten den Angriff zu verhindern. Trotz des heftigen Abwehrfeuers erzielte eine Maschine einen Treffer aufAthabaskan. Trotz schwerer Schäden und fünf Toten an Bord verblieb der Zerstörer bei der Gruppe. Die ebenfalls angegriffeneGrenville konnte mit schnellen Ausweichmanövern Schäden vermeiden, während ein eingeschifftes Kamerateam die deutschen Angriffe filmte. DieEgret versuchte auch den anmarschierenden Flugkörpern auszuweichen. Sie wurde jedoch von einerHs 293 im Bereich des hinteren Munitionsraums getroffen und förmlich zerrissen. An Bord starben 198 Mann, darunter vier RAF-Spezialisten desY-Dienstes, die mit ihren Geräten die Kommunikation der deutschen Maschinen aufzeichnen sollten. Die schon getroffeneAthabascan konnte noch 35 Mann der42° 10′ N,9° 22′ W42.166666666667-9.3666666666667Koordinaten:42° 10′ 0″ N,9° 22′ 0″ W versenktenEgret retten.[1]
Um derartigen Angriffen zu entgehen, setzte sich die Support Group nach Westen ab, was den Aus- und Rückmarsch der deutschen U-Boote erleichterte. Die Royal Navy verzichtete vorerst auch auf den weiteren Einsatz von U-Jagd-Gruppen in diesem Seegebiet.[7][8]

Die HMSEgret war das erste Schiff, das durch eine ferngelenkteBombe versenkt wurde.[9]

Die Sloops der Egret-Klasse

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Die Stork der vorausgehenden Bittern-Klasse, 1943
    DieStorkder vorausgehenden Bittern-Klasse, 1943
  • Die Auckland 1938
    DieAuckland 1938
  • Die Pelican 1944
    DiePelican 1944
  • Die Ibis der folgenden Black-Swan-Klasse, 1941
    DieIbisder folgenden Black-Swan-Klasse, 1941
NamePennantWerftKiellegungStapellaufin DienstSchicksal
EgretL/U 56White,
Cowes,
BauN°1835
21.09.193731.05.193810.11.19381. Einsatz Rotes Meer, Battle HonoursAtlantic 1939–42,North Africa 1942/43,Biscay 1943,
am 27. August 1943 nahe Vigo mitHenschel Hs 293 versenkt,
AucklandL/U 61Denny,
Dumbarton,
BauN°1317
16.06.193730.06.193816.11.19381. Einsatz Kapstadt, Battle HonoursAtlantic 1939,Norway 1940,Greece 1941,Crete 1941 undLibya 1941;
24. Juni 1941 vor Nordafrika durchJu 87-Stukas versenkt
PelicanL/U/F 86Thornycroft,
Woolston,
BauN°1177
7.09.193712.09.19382.03.1939Fishery Defence Flotilla,Rosyth Escort Force, Battle HonoursNorway 1940,North Sea 1940,Atlantic 1942–44,North Africa 1942,Normandy 1944 undEnglish Channel 1944;
Mediterranean Fleet bis 1951, 1954 bis 1956 Südatlantik, 1958 Abbruch.

Einzelnachweise

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  1. abcdefghHMS EGRET (L 75) – Egret-class Sloop auf naval-history.net
  2. HMS Egret (L 75 / U 75)-Sloop of the Egret class auf uboat.net
  3. Rohwer:Seekrieg, 4.- 13.3.1943 Nordatlantik
  4. HMS Landguard (Y 56)-Sloop of the Banff class
  5. Roger Ford:Germany's Secret Weapons of World War II, Amber Books, London (2013),ISBN 978-0-7858-3007-8, S. 224.
  6. Ob die Entscheidung, den Kreuzer durch zwei Zerstörer zu ersetzen, auf den ersten Einsatz der Flugkörper zurückzuführen ist, ist unklar.
  7. Rohwer:Seekrieg, 23. – 29.8.1943 Biskaya, Operation Percussion
  8. Marc Milner:The U-boat hunters: the Royal Canadian Navy and the offensive against Germany's submarines, University of Toronto Press, 1994, S. 57.
  9. Roger Ford:Germany's Secret Weapons of World War II, Amber Books (London, 2013), S. 224.

Literatur

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
  • Roger Chesneau (Hrsg.):Conway's All the World's Fighting Ships 1922–1946, Conway Maritime Press, Greenwich 1980,ISBN 0-85177-146-7.
  • Arnold Hague:Sloops: A History of the 71 Sloops Built in Britain and Australia for the British, Australian and Indian Navies 1926–1946. World Ship Society, Kendal 1993,ISBN 0-905617-67-3.
  • Jürgen Rohwer,Gerhard Hümmelchen:Chronik des Seekrieges 1939–1945. Manfred Pawlak VerlagsGmbH (Herrsching 1968),ISBN 3-88199-009-7.

Weblinks

[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]
Commons: Sloops der Egret-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Egret_(Schiff)&oldid=253617158
Kategorien:

[8]ページ先頭

©2009-2025 Movatter.jp