McMillan wurde am 18. September 1907 in Redondo Beach, damals eine am Pazifik gelegene Kleinstadt nahe Los Angeles, geboren.[1] McMillan, der Sohn des Physikers Dr. Edwin Harbaugh McMillan und seiner Frau Anne Marie McMillan, geborene Mattison, wuchs inPasadena auf. Er studierte amCalifornia Institute of Technology, dort lernte erLinus Pauling kennen und erlangte 1928 einen Abschluss alsB.Sc., im folgenden Jahr alsM.Sc. Danach wechselte er an diePrinceton University, wo er 1932 beiEdward Condon mit einer Arbeit über die Ablenkung von Teilchenstrahlen in einem inhomogenen elektrischen Feld („Deflection of a Beam of HCI Molecules in a Non-Homogeneous Electric Field“) zumPh.D. promovierte. Noch im selben Jahr wechselte er auf Einladung von ProfessorErnest O. Lawrence mit einem nationalen Forschungsstipendium als Forscher an die physikalische Fakultät derUniversity of California at Berkeley, dort befasste er sich zwei Jahre mit der Messung des magnetischen Impulses von Protonen mit der Teilchenstrahlmethode. Nach einem weiteren Jahr wechselte er an dasBerkeley Radiation Laboratory, an dem er dann bei E.O. Lawrence Kernreaktionen und ihre Zerfallsprodukte untersuchte, auch an der Entwicklung desZyklotrons war er beteiligt. Ab 1935 hielt er dort Vorlesungen, 1936 wurde er zum Assistant Professor, 1941 zum Associate Professor und 1946 zum Professor ernannt.
Er war der erste Wissenschaftler der einTransuranelement künstlich herstellte, und zwar war diesNeptunium im Jahre 1940 amZyklotron inBerkeley. Dabei wurde das Uranisotop 238 mitNeutronen beschossen, durchNeutroneneinfang und anschließendenBeta-Minus-Zerfall entstand ausUran mit derOrdnungszahl 92 das Element Neptunium mit der Ordnungszahl 93, mit einerHalbwertszeit von 2,5 Tagen. Durch einen weiteren Beta-Minus-Zerfall entsteht darausPlutonium mit der Ordnungszahl 94. Das entstandene Plutoniumisotop ist wesentlich stabiler als das Neptunium und konnte daher auch chemisch isoliert werden. Die Reihenfolge der Elementnamen entspricht der Reihenfolge der äußerenPlanetenUranus,Neptun und des ZwergplanetenPluto. McMillan veröffentlichte noch 1940 über Neptunium mit Philip Abelson,[2] danach waren solche Publikationen über Transurane in den USA geheim. Immerhin lieferte der Aufsatz deutschen Physikern im Uran-Projekt noch wertvolle Hinweise, unter anderemCarl Friedrich von Weizsäcker, der daraus entnahm, dass Plutonium und nicht Neptunium ein möglicherweise für den Atombombenbau geeignetes, aus Uran-238 durch Neutronenbeschuss „erbrütbares“ Element war.
McMillan arbeitete während eines Sabbaticals im Jahr 1975 einige Zeit amCERN, wo er an einem der Muon g-2-Experimente am Myon-Speicherring des CERN teilnahm.[3]
Zur Zeit seiner Tätigkeit an der physikalischen Fakultät in Berkeley heiratete er Elsie Walford Blumer, die Tochter von Dr. George Blumer, ehemaliger Dean der Yale Medical School. Das Paar hat drei Kinder, Ann Bradford (1943), David Mattison (1945) und Stephen Walker (1949).
Edwin M. McMillan in:Internationales Biographisches Archiv 46/1991 vom 4. November 1991, imMunzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
LBNL:In Memoriam: Edwin Mattison McMillan. In:Lawrence Berkeley National Laboratory Research Review. 1991 (Online [abgerufen am 11. Dezember 2009]).
Glenn T. Seaborg:Biographical Memoirs: Edwin Mattison McMillan (18 September 1907–7 September 1991). In:Proceedings of the American Philosophical Society.Band137,Nr.2, 1993,S.286–291 (englisch) (Online).
↑Edwin McMillan, Philip Abelson, Radioactive element 93, Phys. Rev., Band 57, 1940, 1185
↑David J. Jackson, W.K.H. Panofsky:Edwin Mattison McMillan 1907 – 1991: A Biographical Memoir. In:Biographical Memoirs.Band69. National Academy Press, 1996,S.215–241 (Online [PDF; abgerufen am 1. August 2019]).
↑“His teaching is notable for the clarity and simplicity with which he presents even the most complex scientific facts and theories.” (nach LBNL)