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AlsEdgar-Wallace-Filme im weiteren Sinn werden alleKinoproduktionen bezeichnet, die auf Werken des britischen SchriftstellersEdgar Wallace beruhen. Im engeren Sinn steht der Begriff für eine Reihe deutschsprachigerKriminalfilme der 1960er-Jahre, die mitDer Frosch mit der Maske (1959) begann, produziert von der dänischenRialto-Film.
Die eigenständige, deutsche Spielart des Filmgenres war zu ihrer Zeit sehr erfolgreich. Stilistisch war sie entscheidend von der RegiearbeitAlfred Vohrers geprägt, der vor allem auf Effekte desThrillers und des sanftenHorrors setzte. Seine Filme riefen zahlreiche Nachahmer auf den Plan und mündeten in eine regelrechte Serienproduktion. Deren Abschluss bildete die italienisch-deutsche KoproduktionDas Rätsel des silbernen Halbmonds (1972), die jedoch kaum mehr etwas mit dem ursprünglichen Stil gemein hatte. Die unverwechselbare Handschrift und leichte Wiedererkennbarkeit der deutschen Edgar-Wallace-Filme führte dazu, dass seit den 1990er-Jahren etlicheParodien nach ihrem Vorbild entstanden.

Schon während derStummfilm-Ära erkannten deutsche Filmproduzenten, dass die Romane von Edgar Wallace leicht zu verfilmen sind. Der erste deutsche Edgar-Wallace-FilmDer große Unbekannte entstand bereits 1927 unter der Regie vonManfred Noa. Wallace selbst besuchte das Drehteam des nächsten Films,Friedrich ZelniksDer rote Kreis (1929), inBerlin.
1931 verfilmteCarl LamacDer Zinker, eines von Wallaces bekanntesten Werken, alsTonfilm. Es folgten die Adaptionen des noch populäreren RomansDer Hexer (1932), ebenfalls von Lamac, undDer Doppelgänger (1934) unter der Regie vonE. W. Emo.[1] Danach entstanden zunächst keine Edgar-Wallace-Verfilmungen mehr im deutschsprachigen Raum.
Gerhard F. Hummel, damaliger Programmberater derConstantin Film, erstellte 1955 eine Analyse des KriminalromansDie toten Augen von London (Originaltitel:The Dark Eyes of London) von Edgar Wallace. Hummel schlug VerleihchefWaldfried Barthel vor, eine deutsche Edgar-Wallace-Filmserie in die Kinos zu bringen. Da aufFiktion basierende, deutsche Kriminalfilme zu dieser Zeit schlecht besucht waren, rietenFilmproduzenten von einer solchen Unternehmung ab. Das Risiko, mit einer deutschen Wallace-Verfilmung einen finanziellen Misserfolg zu landen, erwies sich als zu groß.
Der dänische FilmproduzentPreben Philipsen, bis 1955 Miteigentümer des Constantin-Filmverleihs und Chef der inKopenhagen ansässigenRialto Film, erwarb 1958 den deutschen Prisma-Filmverleih. In dessen Programm wurde für 1958/59 der britische KriminalfilmThe Ringer (dt. Titel:Der Hexer, auchDer Würger kommt um Mitternacht) aus dem Jahr 1952 angekündigt. Nach Sichtung des Films in München beschlossen Preben Philipsen und Waldfried Barthel, den Film nicht in die Kinos zu bringen. Stattdessen entstand die Idee zu einer eigenen Filmserie nach Romanen des britischen Schriftstellers Edgar Wallace. Zum Auftakt wählte man die Verfilmung vonThe Fellowship of the Frog aus dem Jahr 1925, das bereits ein Jahr später alsDer Frosch mit der Maske in deutscher Sprache erschien. DerWilhelm Goldmann Verlag brachte seine Erstausgabe 1928 heraus. Seit 1952 war das Werk alsGoldmanns Taschen-Krimi Band 1 erhältlich. Daneben erwarb Philipsen bei Verhandlungen mit Edgar Wallaces TochterPenelope Wallace die Verfilmungsrechte zu dem RomanThe Crimson Circle (dt. Titel:Der rote Kreis) mit einer Option auf weitere Verfilmungen nach Wallace-Romanen.
1959 produzierte die dänische Rialto Film den FilmDer Frosch mit der Maske im Auftrag der Constantin Film. Der Film entwickelte sich zu einem großen Überraschungserfolg. Rialto erwarb daraufhin die Exklusivrechte fast aller Wallace-Romane, gründete ein deutsches Tochterunternehmen und steuerte, unbekümmert von den zahlreichenEpigonen anderer Produzenten, dem künstlerischen und kommerziellen Höhepunkt der Reihe entgegen. Die insgesamt 32 Wallace-Verfilmungen der Rialto Film, die ab 1961 unter der Gesamtleitung des ProduzentenHorst Wendlandt entstanden, blieben bis in die späten 1960er-Jahre in Kreativität und treffsicherer Inszenierung federführend.
Ab der ProduktionDer Bucklige von Soho (1966) entstanden sämtliche Edgar-Wallace-Verfilmungen in Farbe. Man distanzierte sich zunehmend von den originalen Romanvorlagen, um eigene Geschichten nach Motiven verschiedener Wallace-Stoffe zu kreieren. Damit entsprachen die Filme zwar mehr dem Zeitgeist der späten 1960er-Jahre. Dramaturgisch, inhaltlich und inszenatorisch sank das Niveau der Filme jedoch.
1969 begann die Rialto, einige Filme von italienischen Firmen koproduzieren zu lassen, um sich lediglich noch mit einem Teil an den Produktionskosten zu beteiligen. Das Publikum blieb diesen Werken zunehmend fern und die Serie endete in der Kinosaison 1972 mit dem FilmDas Rätsel des silbernen Halbmonds. Ursprünglich sollte der FilmDas Messer (auchBlutspur im Park) unter dem TitelDas Geheimnis der schwarzen Rose als 33. Edgar-Wallace-Film der Rialto Film veröffentlicht werden, doch nach einem Gutachten von Gerhard F. Hummel zogen sich sowohl Constantin Film als auch Rialto Film aus der Finanzierung des Projekts zurück. Da das Drehbuch auf keiner Vorlage von Edgar Wallace basiert, wurde sein Name bei der Vermarktung des Films schließlich auch nicht erwähnt.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden bereits einigeFernsehspiele nach Edgar Wallace im deutschen Fernsehen ausgestrahlt. Alle späteren Fernsehproduktionen können hingegen als Versuch gesehen werden, den Erfolg der Edgar-Wallace-Serie der 1960er-Jahre wiederzubeleben. So produzierteRialto Film ab 1995 zwei Staffeln einer Edgar-Wallace-Serie fürRTL. Einige der Darsteller aus den alten Edgar-Wallace-Kinofilmen konnten für diese Produktionen gewonnen werden, so unter anderemEddi Arent,Harald Leipnitz,Gisela Uhlen,Pinkas Braun,Eva Ebner undFriedrich Schoenfelder. Hauptpersonen der ersten Staffel sind Chief-Inspector Nick Higgins (Joachim Kemmer), Inspector Barbara Lane (Julia Bremermann), Scotland-Yard-Chef Sir John (Leslie Phillips) und der pensionierte Inspector Flatter (Eddi Arent). In der zweiten Staffel treten nebenGunter Berger als Chief-Inspector Higgins und Eddi Arent als Sir JohnRebecca Immanuel,Petra Kleinert undMariella Ahrens auf. Die insgesamt acht unterschiedlich langen Filme wurden größtenteils frei nach Edgar Wallace erzählt.
1994 produzierte RTLOtto – Die Serie mit dem KomikerOtto Waalkes. Die 13-teilige Reihe bestand größtenteils aus digital bearbeiteten, neu synchronisierten Szenen aus Edgar-Wallace-Filmen. Die Serie wurde eingestellt, nachdem aufgrund der ungeklärten Rechtslage einige Schauspieler oder deren Angehörige geklagt hatten.
Die 2004 produzierteFilmkomödieDer WiXXer entstand lautTaglinenach keinem Roman von Edgar Wallace. Neben den KomikernOliver Kalkofe,Bastian Pastewka undAnke Engelke traten auch die AltstarsWolfgang Völz,Grit Boettcher und Eva Ebner in der erfolgreichen Parodie auf. Ursprünglich wollten die Macher auchJoachim Fuchsberger für das Projekt gewinnen, der aber ablehnte.
Nachdem Fuchsberger eine DVD des Films erhalten hatte, sagte er für dessen FortsetzungNeues vom Wixxer zu. Der Film, in dem auchChris Howland,Ingrid van Bergen und abermals Wolfgang Völz zu sehen waren, stieß zwar auf weniger Resonanz als der Vorgänger. Dennoch war zunächst eine weitere Fortsetzung unter dem TitelTriple WixXx geplant. Nachdem sich das Projekt immer wieder verzögert hatte, gab Kalkofe im August 2015 bekannt, dassTriple WixXx aufgrund des Ausstiegs von Bastian Pastewka nicht gedreht wird.[2]
Kein Regisseur hat den Stil der Edgar-Wallace-Filme mehr beeinflusst alsAlfred Vohrer. Der erfahreneSynchronregisseur inszenierte 14 Filme der Serie, darunter Klassiker wieDie toten Augen von London,Das Gasthaus an der Themse undDer Hexer. Die leicht übertriebene Schauspielführung und die pointierte Schnitt- und Zoomtechnik sind für praktisch alle Film- und Fernseharbeiten Vohrers typisch.
Nicht viel weniger Einfluss auf die Serie hatteHarald Reinl, zu dessen fünf Edgar-Wallace-Filmen das erste Werk zur ReiheDer Frosch mit der Maske sowie die HöhepunkteDie Bande des Schreckens undDer unheimliche Mönch zählen. Typische Merkmale der Filme des einstigenHeimat- undBergfilm-Regisseurs sind stimmungsvolle Außenaufnahmen mit langen Kamerafahrten und -schwenks. Stilmittel, die Reinl vor allem auch in den durch ihn geprägtenKarl-May-Filmen angewendet hat.
Die eher routinemäßig arbeitenden RegisseureFranz Josef Gottlieb (drei Filme) undHarald Philipp (ein Film) hatten mit ihren Wallace-Adaptionen eher die Funktion, Vohrers und Reinls Stile zu kopieren. Der Journalist undStahlnetz-RegisseurJürgen Roland (zwei Filme) konnte die Serie durch seinen eigenwilligen, fast dokumentarischen Stil mit statischen und kontrastreichen Bildern bereichern.Josef von Báky (ein Film) griff bei der Inszenierung auf seine langjährige Erfahrung alsUFA-Regisseur zurück und schuf einen kommerziell erfolgreichen, von Kritikern jedoch oft als antiquiert bezeichneten Wallace-Film.
Akos von Rathony undHelmuth Ashley (jeweils ein Film) wurden hingegen mit der Inszenierung von Wallace-Filmen beauftragt, um innerhalb der Serie neue Akzente zu setzen und mit dem eigentlichen Stil der Serie bewusst zu brechen. Noch mehr traf dies auf die Arbeiten der britischen RegisseureLawrence Huntington,Freddie Francis,Robert Lynn,John Llewellyn Moxey,Cyril Frankel und des SpaniersJess Franco (jeweils ein Film) zu. Deren Wallace-Filme waren eher anderen Subgenres wieGangster-, Agenten- oderAbenteuerfilmen zuzurechnen. Die Filme der ItalienerRiccardo Freda,Massimo Dallamano undUmberto Lenzi zählten zur Gattung desGiallo. Trotz wohlwollender Worte der Filmkritik stießen die meisten Versuche, das Genre zu verlassen, beim Publikum auf wenig Erfolg.
Die Besetzung mit bewährtenSchauspielern in ähnlichen Rollen war typisch für die Edgar-Wallace-Verfilmungen. Zu den meist reifen und besonnenen Ermittlern zähltenJoachim Fuchsberger (13 Filme),Heinz Drache (acht Filme),Siegfried Lowitz (vier Filme),Harald Leipnitz (drei Filme) oderKlausjürgen Wussow (zwei Filme). In den weiblichen Hauptrollen waren meist attraktive, junge Schauspielerinnen wieKarin Dor (fünf Filme),Brigitte Grothum (drei Filme),Uschi Glas (fünf Filme) oderKarin Baal (drei Filme) zu sehen. Zwielichtige Charaktere wurden regelmäßig vonFritz Rasp (fünf Filme),Pinkas Braun (fünf Filme),Harry Wüstenhagen (sechs Filme),Christopher Lee (drei Filme) und vor allemKlaus Kinski (16 Filme) gespielt. Komische Rollen übernahmenEddi Arent (23 Filme),Siegfried Schürenberg (16 Filme) undHubert von Meyerinck (vier Filme). Zudem traten immer wieder profilierte Film- und Bühnenschauspieler wieElisabeth Flickenschildt,Gert Fröbe,Dieter Borsche,Lil Dagover oderRudolf Forster und Margot Trooger in wichtigen Gastrollen auf.
DieFilmtitel, die meist den Romantiteln entsprachen, sollten beim Publikum eindeutige Assoziationen mit dem Genre des Edgar-Wallace-Films hervorrufen. So verbarg sich hinter vielen Titeln ein eindeutiger Hinweis auf den Hauptverbrecher des Films (Der grüne Bogenschütze,Der Zinker,Der Mönch mit der Peitsche u. a.). Weniger eindeutige Romantitel oder frei erfundene Titel wurden gelegentlich mit den Begriffen „Rätsel“ oder „Geheimnis“ verknüpft (Das Rätsel der roten Orchidee,Das Rätsel des silbernen Dreiecks,Das Geheimnis der grünen Stecknadel u. a.). Andere wurden mit einem Hinweis auf den bevorzugten Handlungsort der Filme versehen (Der Fälscher von London,Der Bucklige von Soho,Die Tote aus der Themse und andere).
Die meisten Edgar-Wallace-Filme begannen mit einem spektakulär in Szene gesetzten Mord. Dann folgte der Vorspann des Films, der ab 1961 (bis auf zwei Ausnahmen) farbig gestaltet war (der Rest des Films war Schwarzweiß). Schon die Gestaltung der Namensnennung mit blutroten oder giftgrünen Buchstaben sollte einen spannenden Film ankündigen.
Um der Reihe einen noch höherenWiedererkennungswert zu verleihen, wurde der Vorspann der Wallace-Filme ab 1962 (ab dem FilmDas Gasthaus an der Themse) mit dem Satz „Hallo, hier spricht Edgar Wallace“ eröffnet, später (abDer Zinker) gingen diesem aus demOff erklingende Schüsse als Ankündigung voraus. Der Satz wurde in einigen Fällen von RegisseurAlfred Vohrer eingesprochen.
Die Handlungselemente der Edgar-Wallace-Filme folgten einem einheitlichen Muster. So drehte sich das Geschehen vordergründig um einen meist fantasievoll maskierten Hauptverbrecher. Im Gegensatz zumPsychothriller war hierbei das Entlarven des bis zum Finale unbekannten Verbrechers entscheidend (Whodunit). Die Motive der Verbrecherfiguren waren meist Habgier, Rache, Erbschleicherei sowie Mädchen- und Drogenhandel. Im Vergleich mit dem später in Italien entstandenen Subgenre des Giallo spielte bei den Wallace-Filmen die Ermittlungsarbeit der Polizei oder eines privaten Ermittlers eine entscheidende Rolle. Typisch war auch das Einbinden eines weiblichen Opfers, das es vor den Intrigen und den finsteren Machenschaften des Täters zu schützen galt. Dies gelang praktisch im Handlungsverlauf aller Wallace-Filme und nicht selten waren männlicher Ermittler und weibliches Opfer am Ende des Films ein glückliches Liebespaar.
Stilistisch setzten die Filme meist auf Motive undGruseleffekte der traditionellenSchauerliteratur wie nächtlich-finstere Szenen, wabernder Nebel, Käuzchen- und Unkenrufe, quietschende Türen, Geheimgänge, verborgene Schätze, unterirdischeGrüfte undVerliese. Was zeitgenössische Kritiker als billige Effekthascherei abtaten, erschien in späteren Jahren oft als unfreiwilligeKomik, die in den Parodien der Filme weidlich genutzt wurde. Als Kontrast zu den Gruseleffekten fügten die Regisseure kurze, bewusst komisch gehaltene Szenen in die Filme ein, die in der Regel vonEddi Arent oderSiegfried Schürenberg gespielt wurden.
Die Filme spielten wie die Romanvorlagen fast immer inLondon und Umgebung, wobei sich die Akteure vorwiegend in alten Schlössern, Herrenhäusern oder Villen bewegten. Auch verruchte Nachtlokale, düstere Blindenheime, Irrenanstalten waren beliebte Haupt- und Nebenschauplätze der Handlung. In späteren Filmen kamen Mädchenheime und -pensionate hinzu. AlsDrehorte wurden aufgrund der geringeren Produktionskosten jedoch nur selten solche inGroßbritannien gewählt. Für die nötigeAuthentizität sorgten oft nur Archivaufnahmen aus London, die man in die Filme einfügte. Tatsächlich dienten für die Außenaufnahmen vor allem Straßen in Deutschland, vor allem inBerlin und inHamburg, alsKulisse für die in London spielenden Szenen. Weitere Drehorte waren zum BeispielSchloss Ahrensburg,Schloss Herdringen, dieZitadelle Spandau und die BerlinerPfaueninsel. Die Innenaufnahmen entstanden zumeist imStudio Hamburg und in den Ateliers der BerlinerCCC-Film.
Besonders prägnant gerieten auch die Soundtracks der Filme, vor allem die oft reißerische und eingängige Titelmusik. Die Musik von insgesamt 18 Filmen der Serie stammt vonPeter Thomas, der mit seinen phantasiereichen Arrangements und modernen Aufnahmetechniken der markanteste und dominanteste Komponist der Serie war. Ein eigentlich für den Wallace-FilmDie seltsame Gräfin geschriebenes LiedKomm, leg' Deinen Arm um mich verwendete Peter Thomas jedoch für den FilmDie endlose Nacht, durch den er für die Beste Filmmusik dasFilmband in Gold erhielt.[3]
Während die Soundtracks vonMartin Böttcher (fünf Filme),Willy Mattes (zwei Filme) oderPeter Sandloff (ein Film) eher aus zeitlosem Orchestersound mitEasy-Listening-Charakter bestanden, griffenHeinz Funk (drei Filme) undOskar Sala (ein Film) auch auf neue Techniken der elektronischen Musik und experimentelle Kompositionen zurück.
Bei der deutsch-italienischen Koproduktion „Das Geheimnis der grünen Stecknadel“ zeichnete der spätereOscar-PreisträgerEnnio Morricone für die Filmmusik verantwortlich.
Trotz ihres großen Erfolgs stießen die Edgar-Wallace-Filme mit Ausnahme derBoulevard- undTageszeitungen bei fast allen Filmkritikern auf breite Ablehnung. Die zum Teil bis heute zitierten Rezensionen, von denen manche den Wallace-Filmen jeglichen ästhetischen oder künstlerischen Anspruch aberkennen oder einige sogar mitPropagandafilmen desDritten Reiches vergleichen, müssen heute im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in den 1960er-Jahren betrachtet werden. Eine unvoreingenommene, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Edgar-Wallace-Filmen fand bis heute nur ansatzweise statt.
Liste aller 38 Edgar-Wallace-Filme zwischen 1959 und 1972, wahlweise sortiert nach Nummer (chronologische Reihenfolge nach Uraufführung), Titel, Produktionsland, Jahr (Uraufführung) und Besucherzahlen der Erstaufführungen (bis 1967 nach Schätzungen desConstantin-Verleihs, danach analoge Schätzungen).
Die Filme bis einschließlich Nr. 25 in dieser Liste sind in schwarz-weiß (jedoch teilweise mit farbigem Vorspann) gedreht. Ab Film Nr. 26 in dieser Liste („Der Bucklige von Soho“) sind die Filme in Farbe gedreht und entfernen sich immer weiter von den literarischen Vorlagen.
| Nr. | Logo | Titel | Land | Jahr | Produktion | Besucher |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | Der Frosch mit der Maske | Danemark | 1959 | Rialto Film | 3.200.000 | |
| 02 | Der rote Kreis | Deutschland Bundesrepublik | 1960 | Rialto Film | 1.900.000 | |
| 03 | Der Rächer | Deutschland Bundesrepublik | 1960 | Kurt-Ulrich-Film | 2.500.000 | |
| 04 | Die Bande des Schreckens | Deutschland Bundesrepublik | 1960 | Rialto Film | 3.200.000 | |
| 05 | Der grüne Bogenschütze | Deutschland Bundesrepublik | 1961 | Constantin Film / Rialto Film | 1.700.000 | |
| 06 | Die toten Augen von London | Deutschland Bundesrepublik | 1961 | Prisma / Rialto Film | 3.400.000 | |
| 07 | Das Geheimnis der gelben Narzissen | Vereinigtes Konigreich | 1961 | Omnia Film / Rialto Film | 3.500.000 | |
| 08 | Der Fälscher von London | Deutschland Bundesrepublik | 1961 | Rialto Film | 2.000.000 | |
| 09 | Die seltsame Gräfin | Deutschland Bundesrepublik | 1961 | Rialto Film | 2.600.000 | |
| 10 | Das Rätsel der roten Orchidee | Deutschland Bundesrepublik | 1962 | Rialto Film | 1.500.000 | |
| 11 | Die Tür mit den sieben Schlössern | Deutschland Bundesrepublik | 1962 | Rialto Film | 3.200.000 | |
| 12 | Das Gasthaus an der Themse | Deutschland Bundesrepublik | 1962 | Rialto Film | 4.000.000 | |
| 13 | Der Fluch der gelben Schlange | Deutschland Bundesrepublik | 1963 | CCC-Film | 2.000.000 | |
| 14 | Der Zinker | Deutschland Bundesrepublik | 1963 | Rialto Film | 2.900.000 | |
| 15 | Der schwarze Abt | Deutschland Bundesrepublik | 1963 | Rialto Film | 2.700.000 | |
| 16 | Das indische Tuch | Deutschland Bundesrepublik | 1963 | Rialto Film | 1.900.000 | |
| 17 | Todestrommeln am großen Fluss | Vereinigtes Konigreich | 1963 | Towers of London | 1.500.000 | |
| 18 | Zimmer 13 | Deutschland Bundesrepublik | 1964 | Rialto Film | 1.800.000 | |
| 19 | Die Gruft mit dem Rätselschloß | Deutschland Bundesrepublik | 1964 | Rialto Film | 1.300.000 | |
| 20 | Der Hexer | Deutschland | 1964 | Rialto Film Preben-Philipsen | 2.600.000 | |
| 21 | Das Verrätertor | Deutschland Bundesrepublik | 1964 | Rialto Film / Summit | 1.500.000 | |
| 22 | Sanders und das Schiff des Todes | Vereinigtes Konigreich | 1965 | Towers of London Productions | 800.000 | |
| 23 | Neues vom Hexer | Deutschland Bundesrepublik | 1965 | Rialto Film Preben-Philipsen | 1.800.000 | |
| 24 | Der unheimliche Mönch | Deutschland Bundesrepublik | 1965 | Rialto Film | 3.500.000 | |
| 25 | Das Rätsel des silbernen Dreieck | Vereinigtes Konigreich | 1966 | Circus Film / Proudweeks | 1.000.000 | |
| 26 | Der Bucklige von Soho | Deutschland Bundesrepublik | 1966 | Rialto Film | 2.200.000 | |
| 27 | Das Geheimnis der weißen Nonne | Deutschland Bundesrepublik | 1966 | Rialto Film Preben-Philipsen Ltd., London | 1.600.000 | |
| 28 | Die blaue Hand | Deutschland Bundesrepublik | 1967 | Rialto Film Preben-Philipsen | 1.700.000 | |
| 29 | Der Mönch mit der Peitsche | Deutschland Bundesrepublik | 1967 | Rialto Film | 1.800.000 | |
| 30 | Der Hund von Blackwood Castle | Deutschland Bundesrepublik | 1968 | Rialto Film | 1.200.000 | |
| 31 | Im Banne des Unheimlichen | Deutschland Bundesrepublik | 1968 | Rialto Film Preben-Philipsen | 1.800.000 | |
| 32 | Der Gorilla von Soho | Deutschland Bundesrepublik | 1968 | Rialto Film Preben-Philipsen | 1.700.000 | |
| 33 | Der Mann mit dem Glasauge | Deutschland Bundesrepublik | 1969 | Rialto Film | 1.600.000 | |
| 34 | Das Gesicht im Dunkeln | Italien | 1969 | Colt Produzioni Cinematografiche / Mega Film / Rialto Film | 600.000 | |
| 35 | Der Teufel kam aus Akasava | Deutschland Bundesrepublik | 1970 | CCC-Film /Fénix Films | 300.000 | |
| 36 | Die Tote aus der Themse | Deutschland Bundesrepublik | 1971 | Rialto Film Preben-Philipsen | 1.400.000 | |
| 37 | Das Geheimnis der grünen Stecknadel | Italien | 1972 | Italian International Film / Clodio Cinematografica / Rialto Film Preben-Philipsen | 1.100.000 | |
| 38 | Das Rätsel des silbernen Halbmonds | Italien | 1972 | Flora Film / National Pictures / Rialto Film | 800.000 |
Edgar Wallace Mysteries war eine britische B-Movie-Filmserie, die von den Merton Park Studios für die auf Low-Budget-Filme spezialisierte Produktionsfirma Anglo-Amalgamated produziert wurde. Sie entstand in den Jahren zwischen 1960 und 1965 und bestand aus 48 Filmen. Zu dieser Reihe siehehier.
Unter dem Titel „Edgar Wallace präsentiert“ veröffentlichte das Label Lotus Feet Films im Jahr 2018 drei Filme auf DVD, die seither teilweise in Verbindung mit Edgar Wallace genannt werden, aber nicht auf Vorlagen von ihm basieren.
In den 1960er-Jahren wurden auch Verfilmungen anderer Kriminalschriftsteller dem Stil der Edgar-Wallace-Filme so weit wie möglich angepasst. BekannteEpigonen sind die Dr.-Mabuse-Reihe, die Pater-Brown-Filme, die Bryan-Wallace-Reihe und dieLouis-Weinert-Wilton-Reihe.[8]
Die traditionsreiche Figur desDoktor Mabuse, erdacht als Romanfigur vonNorbert Jacques (1880–1954) und bereits 1922 erstmals vonFritz Lang filmisch umgesetzt, wurde erneut zur Hauptfigur einer ganzenSerie neuer Verfilmungen, die der FilmproduzentArtur Brauner herstellte. Die Rechte zur Verwendung der Verbrecherfigur hatte dieser bereits 1953 erworben. Der ebenfalls von Artur Brauner produzierteDr. M schlägt zu sollte 1970 unter der Regie vonJess Franco an die Dr. Mabuse-Reihe anknüpfen und war später Gegenstand eines Rechtsstreits mit den Erben von Norbert Jacques.
Der SchauspielerHeinz Rühmann war im Zuge der Kriminalfilmwelle Anfang der 1960er-Jahre in drei Filmen in der Rolle des ermittelndenPater Brown zu sehen. Die populäre Figur stammte von dem englischen BuchautorGilbert Keith Chesterton. Der ProduzentUtz Utermann, der die Filme für dieBavaria Film herstellte, hatte bis 1964 einen dritten Teil geplant, der jedoch nicht realisiert wurde. Als Nachzügler folgte 1968 noch ein Film, der aber mit der literarischen Vorlage noch weniger zu tun hat als die ersten beiden Filme.
Nach dem Erfolg seiner Dr.-Mabuse-Filme sicherte sich der Filmproduzent Artur Brauner Namen- und Stoffrechte vonBryan Edgar Wallace (1904–1971), dem Sohn von Edgar Wallace. Dessen Romane handelten vorwiegend von Agenten und Weltbeherrschungsplänen. Bei den meisten Filmen wurde lediglich der Name Bryan Edgar Wallaces benutzt und neue, Edgar-Wallace-ähnliche Stoffe erdacht. Die hier genannten Filme sind, sofern nicht anders erwähnt, Produktionen derCCC-Film. DaDas Geheimnis der schwarzen Handschuhe undDie neunschwänzige Katze zuDario Argentos „Tier-Trilogie“ gehören, wird der Vollständigkeit halber auchVier Fliegen auf grauem Samt (1971) als deren letzter Teil mitunter der Bryan-Edgar-Wallace-Reihe zugeordnet. Tatsächlich wurde der Film jedoch nie offiziell als solcher vermarktet.
| Nr. | Logo | Titel | Jahr |
|---|---|---|---|
| 1 | Der Teppich des Grauens | 1962 | |
| 2 | Die weisse Spinne | 1963 | |
| 3 | Das Geheimnis der schwarzen Witwe | 1963 | |
| 4 | Das Geheimnis der chinesischen Nelke | 1964 |
In den 1960er-Jahren gab es zahlreiche Versuche, weitere Filmserien im Wallace-Stil zu starten oder mit neuen Filmstoffen am Erfolg der Serie teilzuhaben.
Darüber hinaus ist der Übergang von Epigonen der Wallace-Filme zu Werken anderer Subgenres oft fließend. Dies betrifft vor allem zahlreiche, oft von deutschen Firmen koproduzierte,Abenteuer- und Agentenfilme sowieGialli. Auch dieJerry-Cotton-Filmserie weist eine deutliche Stilverwandtschaft mit den Edgar-Wallace-Filmen auf.
Folgende CDs enthalten überwiegend Filmmusik aus Edgar-Wallace-Filmen.