
AlsE-Mail-Programm,Mail-Client oderMail User Agent (MUA) bezeichnet man einProgramm, mit demE-Mails empfangen, gelesen, geschrieben und versendet werden.
Im Gegensatz zuWebmail wird die Software üblicherweise lokal auf dem benutzten Endgerät –PC,Handy,Tablet – verwendet und hält ein Archiv aller Nachrichten bereit, was einerseits das Bearbeiten von E-Mails auch ohne Internetverbindung, sowie andererseits unter bestimmten Voraussetzungen auchsichere Kommunikation (zum Beispiel überEnde-zu-Ende-Verschlüsselung mittelsAutocrypt) ermöglicht.
E-Mail-Programme werden meist kostenlos angeboten, dabei oft alsfreie Software, dazu zählen z. B. die auf derKategorieübersicht Freie E-Mail-Software aufgeführten Programme, aber auch weitere wie Fairmail[1][2] oder der Thunderbird-ForkBetterbird. Allerdings werden die weltweiten Marktanteile im Bereich der E-Mail Programme von sehr wenigen Unternehmen bzw. wenigen Produkten dominiert. Gemäß derStatista-Übersicht über Marktanteile der Top 10 E-Mail-Clients weltweit im Juni 2024[3] istApple Mail hier klar führend mit rund 49 % Marktanteil, auf den weiteren Plätzen folgen Produkte von Google/Alphabet mit rund 38 % sowie Microsoft wieMicrosoft Outlook mit rund 5 %. Demnach istMozilla Thunderbird gegenwärtig der siebthäufigst installierte bzw. genutzte E-Mail-Client weltweit mit einem Marktanteil von 0,24 %, noch vor Samsung-Mail mit 0,12 % Marktanteil.

Um eine E-Mail anzuzeigen, kann ein E-Mail-Programm sie entweder direkt auf dem Mail-Server öffnen (meist überIMAP oderIMAPS) oder aber von einemMailserver herunterladen (meist überPOP3 oderPOP3S) und dann lokal öffnen, in der Regel, nachdem sie in einem dazu vorher angelegten Benutzer-Postfach abgelegt wurde.
Zum Versand einer E-Mail schickt das E-Mail-Programm des Benutzers diese üblicherweise perSimple Mail Transfer Protocol (SMTP) an einenSMTP-Relay-Server (auchSmarthost), der sie dann weiter zum Mail-Server des Empfängers schickt. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass bei fehlender Erreichbarkeit des Relay-Servers kein Versand von E-Mails möglich ist.
Alternativ erfolgt der Versand über einen lokal zur Verfügung stehendenMail-Transfer-Agenten (MTA), wobei sich beiLinux oderUnix diesendmail-Schnittstelle dafür durchgesetzt hat, selbst dann, wenn andere Mail-Transfer-Agenten wie etwaqmail,Postfix oderExim zum Einsatz kommen. Diese Lösung hat den Vorteil einer lokalenWarteschlange für ausgehende E-Mails und den Nachteil einer aufwendigeren Installation.
Ein E-Mail-Programm benötigt zur Konfiguration üblicherweise folgende Angaben, die beimInternetdienstanbieter in Erfahrung gebracht werden können:
Häufig sind POP3-/IMAP- und SMTP-Server-Adressen und deren Zugangsdaten identisch.
Wie beim Zugriff auf andereBenutzerkonten im Internet wird empfohlen, die Datenübertragung zu verschlüsseln, sieheTransport Layer Security. Andernfalls können Benutzername und Passwort abgehört werden; ein Angreifer könnte die E-Mails lesen oder E-Mails über das Benutzerkonto versenden.[4] Seit Anfang 2014 verpflichtenfreenet,t-online.de,GMX undWeb.de ihre Nutzer, verschlüsselte Verbindungen zu den Mailservern zu nutzen (ähnlichHTTPS imWebbrowser).[5] Unabhängig vom Transport wird der Nachrichtentext mit Metadaten an den beteiligten Servern im Klartext zwischengespeichert.
Der Benutzer des Programms hat üblicherweise mehrereOrdner zur Verfügung, in denen einzelne Mails gespeichert werden können. Je nach System und Programm sind diese Ordner tatsächlicheUnterverzeichnisse imDateisystem des Computers mit einzelnen Dateien für jede Mail (sieheMaildir) oderArchive, in denen mehrere Mails speichersparend zusammengepackt werden. Die Archive können wiederum in „Klartext“ alsTextdateien (siehembox) oder alskomprimierte Archive ausgeführt sein, ggf. nach freier Wahl des Benutzers.
Den Inhalt aller dieser Ordner kann der Benutzer in Listenform anzeigen lassen und Mails nach Wahl lesen, beantworten, als Ausgangsgerüst für eine neu zu erstellende Mail verwenden, löschen oder in einen anderen Ordner verschieben oder kopieren.
Wenn der Benutzer mehrereBenutzerkonten besitzt, wird diese Ordnerstruktur ggf. für jedenAccount einzeln erstellt.
Der Benutzer kann das Programm anweisen, beim Mail-Server ggf. neu eingetroffene Mails regelmäßig abzurufen.