
Dutton Cars inWorthing (West Sussex) war ein britischer Hersteller vonKit Cars. Die Firma existierte von 1970 bis 1989 und war zeitweise der weltgrößte Kit-Car-Hersteller.
Die Gesellschaft wurde vonTim Dutton Wooley gegründet und startete in einer kleinen Werkstatt, wo eine Reihe von Autos auf Basis des PrototypsP1 entstand, von denen keines einem anderen glich. Die Verhältnisse stabilisierten sich im Oktober 1971, als das erste SerienmodellB-Type erschien. Es besaß mehr oder weniger eine Standardausführung, die auf Komponenten desTriumph Herald basierte. Die Firma bezog außerdem eine größere Fabrik inTangmere (West Sussex).
Aus dem B-Type wurde später derPhaeton. Spätere Versionen des Phaeton wurden aufFord-Escort-Komponenten aufgebaut und bis 1989 hergestellt.
1979 kündigte Dutton denSierra an, einenKombi, der einem Geländewagen ähnlich sah und als eines der erstenSUV-Fahrzeuge gilt. 1982 brachte dieFord Motor Company ein neues Modell mit dem NamenSierra heraus und beanspruchte die uneingeschränkten Namensrechte selbst. Der Streit ging vor Gericht und Dutton erstritt sich die Genehmigung, ihre Kit-Cars weiter so nennen zu dürfen, da der Richter entschied, dass Kit-Cars und fertig montierte Autos zwei unterschiedliche Dinge seien. Ford hatte die Kosten des Verfahrens zu tragen und Dutton gewann durch den Prozess enorm an Bekanntheit. Der Sierra gehört mit über 3000 Exemplaren zu den meistverkauften britischen Kit-Cars.Carlton Automotive in Barnsley bot mit demCommando zeitweise ein ähnlich konzipiertes Bausatzfahrzeug an, das etwa 400 Mal produziert wurde.
1982 zog Dutton zurück nach Worthing in ein wiederum größeres Fabrikgebäude und gleichzeitig wurde ein weiteres Werk zur Herstellung derGFK-Karosserien inLancing (West Sussex) eröffnet.
1984 hatte das Unternehmen bereits 70 Angestellte und stellte über 1.000 Fahrzeuge her. 1989 wurde die Firma geschlossen und die Pläne verkauft. Ein neues Modell namensMaroc, ein stark veränderterFord Fiesta mit offener Karosserie, wurde entwickelt und vonHacker Engineering inLittlehampton (West Sussex) gebaut. Anfangs wurde der Wagen fertig montiert angeboten, aber die Verkaufspreise lagen zu hoch, und so wurde er ab 1993 auch als Kit-Car verkauft. Die Pläne wurden anNovus inBolney (Sussex) verkauft und es gibt immer noch modifizierte Versionen dieses Wagens (Stand: 2006).
Nach Schließung seines Kit-Car-Geschäftes arbeitete Tim Dutton Wooley als Berater, kehrte aber 1995 ins Automobilgeschäft zurück. Er brachte die ModelleAmphibian undCommando heraus, Amphibienfahrzeuge, die auf dem Ford Fiesta und demSuzuki Samurai basierten. Eines davon überquerte auch denÄrmelkanal.
Dutton Kit-Cars sind heute schwer zu bekommen. Die meisten Dutton wurden bereits montiert und sind heute nur noch als Zweithandfahrzeuge erhältlich, meist in restaurierungsbedürftigem Zustand. Soweit ein Dutton als Kit verkauft wird, wird ein Spenderauto benötigt. Davon werden der Motor, das Getriebe und viele andere wichtige Komponenten verwendet. Ford-Fahrzeuge eignen sich im Allgemeinen gut als Spenderauto. Viele Käufer schlachten Spenderautos aus, die nicht mehr fahrbereit sind, und verwenden die Ersatzteile zum Bau eines neuen Kit-Cars.
Im August 2008 wurde Tim Dutton Wooley wegen Verkaufs von Amphibienfahrzeugen verurteilt, die nicht für die Beförderung zahlender Passagiere geeignet waren, was dem britischenTrade Discriptions Act (1968) widersprach[1].
| Typ | Bauzeitraum | Bild | Bemerkungen |
|---|---|---|---|
| P1 | 1970–1971 | Wagen ähnlich demLotus 7 auf mechanischer Basis desMG Midget. Alukarosserie mit GFK-Kotflügeln | |
| B-Type | 1971–1974 | Auf Basis desTriumph Herald. Karosserie hauptsächlich aus GFK. Auf Wunsch: Ford-Motor | |
| B Plus | 1974–1977 | Hinterachse vomFord Cortina, aber mit Schraubenfedern. | |
| Malaga | 1974–1977 | Vordere Kotflügel mit der Karosserie vergossen | |
| Malaga B Plus | 1975–1977 | Front des Malaga und Heck des B Plus | |
| Cantera | 1976–1977 | Coupé-Version des Malaga B Plus | |
| Phaeton Serie 1 | 1977–1981 | Überarbeiteter Malaga B Plus. | |
| Phaeton Serie 2 | 1980–1982 | Hinterradaufhängung für die Verwendung der Cortina-Federn abgeändert | |
| Phaeton Serie 3 | 1981–1986 | Modifiziertes Fahrgestell zur Aufnahme vonFord-Escort-Komponenten | |
| Phaeton Serie 4 | 1986–1989 | Modifizierte Karosserie mit integrierten Stoßfängern. | |
| B Plus Serie 2 | 1989 | B Plus mit Karosserieform des Phaeton | |
| Melos | 1982–1989 (Vorserie 1972, 2-Sitzkonfiguration) | Phaeton-Fahrgestell mit neuer Karosserie mit rundlicherem Design. 2+2-Sitzkonfiguration | |
| Legerra | 1988–1989 | Der erste Dutton mit Türen zum Öffnen | |
| Sierra Serie 1 | 1980–1984 | Viersitzer auf Basis des Ford Escort. Kombi-/Geländewagendesign. Ein früher SUV mit Frontantrieb. | |
| Sierra Serie 2 | 1984–1986 | Verbesserte Karosserie mit einigen doppelt beschichteten Blechen. | |
| Sierra Serie 3 | 1986–1989 | Neue Karosserie, aber sehr ähnlich der Serie 2 | |
| Sierra Drop Head | 1983–1989 | Kein Dach. Es gab auch einePick-up-Version. | |
| Rico | 1984–1989 | Viersitzige Limousine auf Basis des Ford Escort | |
| Rico Shuttle | 1986–1989 | Kombiversion des Rico. | |
| Beneto | 1989 | SUV-Version des Rico |
| Modell | Bauzeitraum | Motorenhersteller | Zylinder | Hubraum | Leistung | bei Drehzahl | Radstand |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| B-Type | 1971–1974 | Ford | 4 Reihe | 1298 cm³ | 71 bhp (52 kW) | 6000 min−1 | 2261 mm |
| B Plus / Malaga | 1974–1977 | Ford | 6 V | 2994 cm³ | 138 bhp (101 kW) | 5000 min−1 | 2261 mm |