Dunfermline (Aussprache anhörenⓘ/?) ist eine Stadt in derschottischenCouncil AreaFife,Vereinigtes Königreich, mit 49.706 Einwohnern.[2] Die Stadt ist eine der historischen Hauptstädte Schottlands. 1975 wurde der gleichnamige Verwaltungsbezirk gegründet, der seit 1996 zu Fife gehört. Im Jahr 2022 wurde Dunfermline anlässlich des 70-jährigen Thronjubiläums von Elisabeth II. der besondere Status einerCity verliehen.[3]
Der Name der Stadt leitet sich vomschottisch-gälischenDùn Phàrlain ab, das übersetzt entweder „Fort desPartholon“ oder „Fort des gekrümmten Glen“ heißt. Es gibt einen Helden namens Partholan, der auch als „der keltischeAtlas“ bezeichnet wird, aber die Herkunft ist nicht sicher. Von diesem Ausdruck leitet sich auch der Familienname „MacFarlane“ ab.
Dunfermline liegt rund dreiMeilen von der Küste desFirth of Forth entfernt nördlich vonEdinburgh. Die Stadt wird in Nord-Süd-Richtung vom Pittencrieff Glen, einer tiefen, gewundenen Schlucht, in der der Fluss Lyne Burn fließt, durchzogen.
Dunfermline ist eine der ältesten Siedlungen Schottlands, davon zeugen Fundstücke aus derEisen- undBronzezeit. DerMönchsorden derCuldeer siedelte sich hier an.
Mit der Heirat vonMalcolm Canmore undKönigin Margareta im Jahre 1070 erhöhte sich die Bekanntheit der Stadt deutlich. Der König lebte in einem Turm auf einem Hügel, der an drei Seiten vom Glen umgeben war. Überreste dieses Schlosses findet man im Pittencrieff Park. Unter dem Einfluss der Königin wurde 1075 das Fundament für das Benediktinerkloster gelegt, das später vonDavid I. zu einerAbtei erhoben wurde (s. u.).Robert the Bruce, der dort begraben liegt, gab der Stadt 1322 ihre Satzung. Bis zur Bestätigung durch James VI. 1588 wurden jedoch alle Privilegien von den Äbten erteilt.
Im 18. Jahrhundert sahDaniel Defoe in Dunfermline die „volle Perfektion des Verfalls“, aber die Stadt blühte wieder auf. Die Herstellung vonLeinen wurde zurMassenindustrie. James Blake führte 1718 das Weben vonDamast ein. Er hatte diese Kunst in Kursen in Drumsheugh nahe Edinburgh erlernt, zu denen er durch vorgetäuschten Schwachsinn Zugang erhalten hatte. Seitdem stieg der Handel mit Leinen sprunghaft an. Der Erfolg beruhte auch auf dem besonderen Design des Stoffes.
Bekannte Musiker aus Dunfermline sindThe Skids, einePunkrock-Band, die ihre größten Erfolge in den1970er-Jahren feierte. Sie benannten ihr erfolgreichstes Album nach der Stadt. Ihr größter HitInto the Valley erfreut sich bei den örtlichen Fußballfans großer Beliebtheit. Eine weitere bekannteRockband aus der Stadt istNazareth, die ebenfalls in den 1970er Jahren die meisten Hits hatte, sie hatte einige Titel in den internationalen Charts.[4] Auch die BandsBig Country undSummerisle stammen aus Dunfermline.Ian Anderson, Frontmann der RockbandJethro Tull, wurde ebenfalls 1947 hier geboren.
Dunfermline Abtei und Kirche – Illustration aus Cassell’s History of England circa 1902
Das berühmteste Bauwerk der Stadt ist die imromanischen undgotischen Stil erbauteAbtei. Die heutige Abtei wurde 1128 von David I. begründet, zurückgehend auf die Errichtung einesPriorats durch Malcolm III. und seiner FrauMargareta um 1070.[5] Dunfermline Abbey ist eines der bedeutendsten Gebäude Schottlands. 2022 betrug die Besucherzahl etwa 29.000 Menschen.[6]
In der Nähe befinden sich die Ruinen desPalastes von Dunfermline, wo KönigKarl I., der letzte aus Schottland stammende britische Monarch, geboren wurde.
Im Winter 1303 wurde hier der HofEduards I. von England gehalten. Bei seiner Abreise im folgenden Jahr wurden die meisten Gebäude abgebrannt. Nach einem Überfall der Reformatoren im März 1560 wurde die Abtei schwer beschädigt, aber wichtige Teile wie das riesigeRefektorium blieben erhalten. Auch das westliche Kirchenschiff, das bis zum 19. Jahrhundert als Gemeindekirche diente, blieb verschont.
1818 wurde nach dem Zusammenbruch des östlichen Kirchturms der Wiederaufbau der Kirche im neogotischen Stil in Angriff genommen. 1821 war das neue Gebäude imneogotischen Stil vollendet.[7] Das alte westliche Kirchenschiff dient seitdem als Vorhalle. DerVierungsturm zeigt oben rundum in großen Lettern, wer hier begraben liegt: „KING ROBERT THE BRUCE“.[8]
Das alte Gebäude war ein gutes Beispiel des einfachen und massivennormannischen Stils. Die Rundpfeiler im Hauptschiff mit dem typischen normannischen Zickzackmuster gehören zu den Besten ihrer Art in Schottland.[8] An der Westfront befindet sich ein prächtiger Eingang. Ein weiteres Tor wurde 1903 an der Südmauer entdeckt, als Steinmetze an einem Kriegerdenkmal für die Gefallenen desZweiten Burenkriegs arbeiteten. Die Gedenkstätte musste verlegt werden, um das Tor zu bewahren. Durch private Spenden konnten mehrere Buntglasfenster geschaffen werden.
Die Abtei ist die Grabstätte von 22 schottischen Königen und ihrer Gemahlinnen, darunter
Die United Free Church in der Queen Anne Street wurde vonRalph Erskine gegründet, an den eine Statue vor dem Eingang sowie einSarkophag über seinem Grab erinnern. Eine weitere Kirche ist nachThomas Gillespie (1708–1774), einem Anführer der Sezessionsbewegung, benannt.
Die Corporation-Gebäude, die im schottischenFeudalstil undfranzösischerGotik erbaut wurden, enthalten Büsten schottischer Herrscher, eine Statue von Robert Burns und das Gemälde „Spirit of Religion“ von Sir Noel Paton.
Andrew Carnegie war einer der größtenMäzene der Stadt.Seiner Heimatstadt Dunfermline stiftete Carnegie den Pittencrieff Park[9] im Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe zu Schloss und Kathedrale.Die gepflegte, weitläufige Parkanlage umfasst auch einen kleinenbotanischen Garten und steht den Bürgern ganzjährig zur Erholung offen.
Dunfermline liegt in der Nähe desMarinestützpunktesRosyth. In der Industrie dominierenMaschinenbau,Elektronik undTextilien. In den letzten Jahren hat Dunfermline samt seiner Umgebung einen deutlichen Anstieg der Bevölkerung erlebt, da wegen der steigenden Immobilienpreise viele Menschen aus Edinburgh in die Region zogen. Dadurch wuchs der Einzugsbereich. Die größte Bausparkasse Schottlands, dieDunfermline Building Society hat ihren Sitz in Dunfermline. Zudem ist dort ein Lager des VersandhausesAmazon.
Dunfermline ist mit zwei Bahnhöfen –Town undQueen Margaret – an dieFife Circle Line angeschlossen. Für den Autoverkehr gibt es dieAutobahn M90, die östlich an der Stadt vorbeiführt und zweiAnschlussmöglichkeiten, im Süden(2) und im Osten(3), bietet. DerFlughafen Edinburgh liegt 21 km entfernt von Dunfermline.