
EineDruckerei ist ein Unternehmen oder eine Fertigungsstätte für Druckerzeugnisse. Die Unternehmen werden nach Produkten unterschieden (z. B.Zeitungs-,Akzidenz-, Etiketten-, Endlos- oder Kalenderdruckerei,Verpackungsdruck, Dekordruck) oder nach eingesetzter Technik (z. B.Tiefdruck,Rollenoffset-, Bogenoffset-,Tampondruck,Sieb- oderDigitaldruckerei). Die Abgrenzungen sind undeutlich, da Druckereien häufig mehrere Erzeugnissearten produzieren und verschiedene Drucktechniken einsetzen.
Daneben gibt es stark spezialisierte Unternehmen, die ein sehr kleines Marktsegment bedienen (z. B.Sicherheitsdruck vonPersonalausweisen,Geldnoten und anderen fälschungsgefährdeten Produkten).
Die BearbeitungsschritteDruckvorstufe undDruckweiterverarbeitung finden sich häufig ebenfalls in Druckereien.
Zentren der deutschen Druckindustrie waren und sind unter anderemBerlin,Essen,Frankfurt (Main),Hamburg,Nürnberg,Stuttgart,München,Würzburg undHeidelberg.
Nachdem jahrhundertelang die nachJohann Gutenberg entwickelten mechanischen Druckvervielfältigungsverfahren mit beweglichen Lettern die Herausgabe von Büchern aller Art beherrschten, kamen mit dem Siegeszug derDampfmaschine, später der Elektrizität und seit dem Ende des 20. Jahrhunderts derComputer stetig neuartige Maschinen zum Einsatz, die eine schnelle Herstellung gedruckter Werke in fast allen Größen und Auflagen ermöglichten.Die erstenDruckmaschinen sind inzwischen Raritäten und werden verschiedentlich in Museen präsentiert.Einige der ältesten Druckmaschinen ausBerlin werden in dem OrtBuskow durch den speziell gegründetenVerein Buchwerk Bodoni gepflegt und Interessenten in Funktion gezeigt.[1]
AlsGroßbuchdruckerei bezeichnete sich Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise dieGroßbuchdruckerei Richard Petersen.[2] Mitte der 1950er Jahre empfahl sich derWalter Dorn Verlag in einem kommentiertenhannoverschen Bildstadtplan desBollmann-Bildkarten-Verlags mit seiner angegliedertenGroßdruckerei mit rund 250 vorgehaltenen Schrifttypen und unter anderem „6Linotype-Doppelmagazinsetzmaschinen, 1 komplettenStereotypie sowie 10 Druckmaschinen für Ein- undMehrfarbendruck.“[3] Zentrum des graphischen Gewerbes war bis 1945 die Medienstadt Leipzig mit ihren Großdruckereien wie Giesecke & Devrient, Brockhaus oder Reclam (um 1900 waren bei Reclam bereits 40 Schnellpressen im Einsatz).
Moderne Großdruckereien können heute oft Umsätze in Milliardenhöhe und mehrere tausend Mitarbeiter vorweisen. Beispiele sindGiesecke+Devrient,Bertelsmann Printing Group,Cewe,Cimpress,De La Rue,RR Donnelley,Quad/Graphics undLeo Paper Group.Auch früher schon gab es Großdruckereien wie den Verlag vonRudolf Mosse, den Axel-Springer-Verlag die vor allem den Zeitungsmarkt beherrschten. Auch dasDruckkombinat Berlin war ein entsprechendes großes Unternehmen.
