Als Höhenreferenz für Dresden gilt derAltmarkt als zentraler Platz der Stadt mit einer Höhe von113 m ü. NN, der Nullpunkt des Elbpegels liegt bei 102,73 m. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der rechts der Elbe gelegene 383 m hoheTriebenberg, der tiefste Punkt liegt am Elbufer inNiederwartha mit 101 m.[5]
Die Stadt ist nach teils großflächigen Eingemeindungen hinterBerlin,Hamburg undKöln und vorBremen undMünchen ihrer Fläche nach die viertgrößteGroßstadt Deutschlands und steht in derListe der flächengrößten Gemeinden Deutschlands an 14. Stelle. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 139,65 km. Die Ausdehnung des Stadtgebiets beläuft sich in Nord-Süd-Richtung auf 22,6, in Ost-West-Richtung auf 27,1 km.
Die Natur- undKulturlandschaft Dresdner Elbtal mit denElbwiesen ziehen sich fast 20 km durch das Stadtgebiet, ist aber in der Innenstadt unterbrochen. An einer besonders breiten zentrumsnahen Stelle wird es durch die von 2007 bis 2013 errichteteWaldschlößchenbrücke durchschnitten, weshalb dieUNESCO das Elbtal 2009 nachjahrelanger Kontroverse von seiner Welterbeliste strich.[9]
Den überwiegenden Anteil der oberflächennah anstehenden Gesteine im Stadtgebiet von Dresden prägenkaltzeitliche Ablagerungenpleistozänen Alters. Im Elbtal dominierenfluviatile Ablagerungen, während im Bereich des südlichen Talhanges meistäolische Sedimente in Form vonLöss und Lösslehm vorkommen. Im Süden und Südwesten werden diese Sedimente von Aufragungen des Grund- und Übergangsstockwerkes durchbrochen. Hierbei handelt es sich um eine vielfältige Abfolge von Gesteinen unterschiedlicher Ausbildungen und verschiedenen Alters, zum BeispielkreidezeitlichenPläner,permische (rotliegende)Sedimentite undVulkanite sowievariszischeIntrusiva. In den morphologisch höher gelegenen nördlichen Stadtteilen stehen außerdemproterozoischeGranitoide oberflächennah an.
Das dominierendetektonische Element ist dieLausitzer Verwerfung (auch „Lausitzer Überschiebung“). Sie verläuft etwa parallel zurElbe und prägt das Landschaftsbild von Dresden in typischer Weise.
Dresden liegt mit seinemhumiden Klima in derkühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zumKontinentalklima spürbar. Der größte Teil des bewohnten Stadtgebietes liegt im Elbtal. Dort herrscht ein milderesMikroklima als in den Stadtteilen auf den Hängen und im Hügelland der näheren Umgebung. DieWetterwarte amFlughafen Dresden-Klotzsche befindet sich am nördlichen Stadtrand oberhalb des Elbkessels. An ihrem Standort auf227 m ü. NN ist es das ganze Jahr über etwa 1–2 Grad kälter als in der Innenstadt.
In der Periode 1981 bis 2010 betrug die mittlere Temperatur in Klotzsche im Januar 0,1 °C und im Juli 19,0 °C.[11] Die Monatstemperaturen in der Innenstadt weisen etwa ähnliche Werte auf wie die in südwestdeutschen Städten. Mit einerJahresmitteltemperatur im Innenstadtbereich von 10,4 °C[12] gehört Dresden zu den wärmsten Städten in Deutschland. Vor allem im Sommer ist die Lage zwischen der warmen Lausitz und dem kühleren Erzgebirge bemerkenswert. Zwischen diesen beiden Regionen können an einzelnen Tagen Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad herrschen. Die Stadtgrenze ist dann in gewisser Weise zugleich eineIsotherme. Das Erzgebirge kann durchFöhnwetterlagen auf Sachsen wärmend einwirken.
Dresden hat durchschnittlich 1641 Sonnenscheinstunden im Jahr.
Der Februar ist mit im Mittel unter 40 mm Niederschlagshöhe der niederschlagsärmste Monat im langjährigen Mittel 1981 bis 2010, der Juli der niederschlagsreichste; dabei fallen in den westlichen Stadtteilen (Station Dresden-Gohlis, 591 mm) im Mittel rund 10 % weniger Niederschläge als in den östlichen Stadtteilen (Station Dresden-Hosterwitz, 670 mm).[13] Die höchste Regenmenge innerhalb von 24 Stunden fiel am 12. August 2002 mit 158 mm. Die sogenannteVb-Wetterlage, die zu diesem Niederschlagsereignis führte und den gesamten sächsischen und böhmischen Raum betraf, hatteein starkes Elbhochwasser zur Folge.
Der Kälterekord in Dresden beträgt minus 30,5 Grad Celsius, gemessen am 11. Februar 1929 in der Innenstadt.[14]
Aufgrund der Lage Dresdens an der Elbe und an Nebengewässern aus demOsterzgebirge musste der Hochwasserschutz in der Entwicklung der Stadt berücksichtigt werden. Dazu wurden Freiräume belassen und Altarme weitestgehend baufrei gehalten. Zusätzlich zu dieserRetention gibt es Flutrinnen, die Wasser schneller abführen sollen. Systeme zurHochwasserregulierung befinden sich dagegen kaum in der Stadt, sondern im südlich gelegenenErzgebirge und am Oberlauf der Elbe.
Nahe gelegene Großstädte sindChemnitz (80 km südwestlich),Leipzig (100 km nordwestlich) und dietschechische HauptstadtPrag (150 km südlich).Berlin befindet sich 200 km nördlich; 230 km östlich liegtBreslau(Wrocław), die nächstgelegene Partnerstadt Dresdens.
Einwohnerentwicklung von Dresden von 1871 bis 2018Bevölkerungsdichte der Statistischen Stadtteile (dunklere Farbe = dichtere Besiedlung; grau = ohne Angaben)
Am Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte Dresden zu den fünf bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland. 1933 wurde mit 642.143 Einwohnern der höchste Wert in der Geschichte der Stadt erreicht. Die Volkszählung am 17. Mai 1939 ergab 629.713 Einwohner, davon 281.379 Männer und 348.334 Frauen.[17] Durch denZweiten Weltkrieg verringerte sich die Stadtbevölkerung auf etwa 468.000 (Zählung von 1946). Bis Mitte der 1980er Jahre nahm die Bevölkerung bis auf etwa 520.000 Einwohner zu. Danach sank die Anzahl an wohnberechtigter Bevölkerung mitErstwohnsitz durchAbwanderung undSuburbanisierung bis 1998 auf etwa 453.000 Einwohner und lag damit trotz der Eingemeindungen der 1950er Jahre unter der Zahl von 1946, die eine kleinere Fläche betraf. Danach wurde sie durch Eingemeindungen erhöht und steigt mittlerweile dauerhaft durch einen leichten Wanderungs- und Geburtenüberschuss an. Die Einwohnerzahl betrug am 30. Juni 2006 genau 500.068 (nur Hauptwohnsitze). Am 12. August 2006 wurde deshalb nach umfangreichen Ermittlungen ein Neugeborener symbolisch als der 500.000. Einwohner der Stadt nachträglich vomOberbürgermeister begrüßt.
Mit mehr als 6000 Geburten (im Jahr 2012) galt Dresden bis 2014 als „Geburtenhauptstadt“ unter deutschen Großstädten.[18]Am 31. Dezember 2017 lebten in Dresden laut Melderegister 557.098 Einwohner bei einer Bevölkerungsdichte von 1.696 Einwohnern je Quadratkilometer.[19]
Am 31. Dezember 2025 hatten laut Melderegister 571.510 Einwohner den Hauptwohnsitz in Dresden bei einer Bevölkerungsdichte von 1738 Einwohnern je Quadratkilometer. 498.311 Einwohner sind Deutsche, 73.199 Ausländer. Der Ausländeranteil beträgt 12,8 Prozent. Mit 10.375 Personen stammen die meisten davon aus der Ukraine.[20]Sie leben in ca. 62.500 Wohngebäuden und in ca. 309.000 Wohnungen/Haushalten.[21] 132.000 Wohnungen sind an das Fernwärmenetz angeschlossen. Die Gesamtwohnkosten (Warmmiete) liegen in Dresden durchschnittlich bei 10,75 Euro pro Quadratmeter.
2023 wurden in Dresden 4212 Kinder geboren, 6032 Menschen starben. 27,5 Prozent der Einwohner sind über 60 Jahre alt.
GemäßZensus 2022 war der Ausländeranteil in Dresden niedriger als bis dahin angenommen und lag bei 9,3 %. Damit liegt der Ausländeranteil Dresdens über dem sächsischen Durchschnitt von 6,3 %; unter den kreisfreien Städten Sachsens hat Dresden dagegen den niedrigsten Anteil vorzuweisen.[23]
Im Stadtgebiet entfallen 8087Hektar auf Gebäude- und Freiflächen, im Jahr 2011 gab es in Dresden 292.740 Wohnungen mit 286.889 Haushalten.[24]
Wie feinstrukturiert und unterschiedlich dieurbanen Räume besiedelt sind, zeigt sich beim Vergleich von Äußerer und Innerer Neustadt. DieÄußere Neustadt ist mit mehr als 15.000 Bewohnern pro Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Stadtteil Dresdens, während dieInnere (historische) Neustadt mit etwa 4000 Einwohnern pro Quadratkilometer eine weit geringere Bevölkerungsdichte aufweist, die jedoch weit über anderen Stadtteilen liegt.
Der Bereich mit der dichtesten Besiedlung ist derStadtbezirk Blasewitz: Dies ist vor allem mit dem StadtteilStriesen verbunden, weniger mit dem früheren Gemeindegebiet vonBlasewitz. Dichte Besiedlung ist hier nicht Anzeichen für schlechteren Wohnraum, wie es zu Zeiten engerHinterhofbebauung noch gelten konnte, im Gegenteil: Die Grundsätze für die Bebauung haben schon in den 1880er Jahren einerseits zu denDresdner Villen als Typus eines Mehrfamilienhauses geführt, andererseits führte dies trotz dichter Bebauung zu einem durchgrünten Stadtteil. Die Elbe mit ihrenAuen wirkt im Bereich von Blasewitz überdies als Grenze des urbanen Raums, weshalb die linkselbischen dicht besiedelten und die rechtselbisch quasi unbewohnten Flächen derDresdner Heide sehr nahe beieinander liegen. Blasewitz selbst wurde erst 1921 an Dresden angegliedert, wobei zu jener Zeit schon weite Teile des heutigen Stadtbezirks (Striesen seit 1892) zur Stadt gehörten. Die Dresdner Heide wiederum liegt imStadtbezirk Loschwitz, der mit 268 Einwohnern je Quadratkilometer der am dünnsten besiedelte Stadtbezirk ist.
Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist derzeitkonfessionslos.
DieReformation setzte sich in Dresden 1539 durch. Ab etwa 1571 vertrat die Stadt ein strengesLuthertum. Im Jahre 1661 gab es in Dresden erstmals wieder katholische Gottesdienste. KurfürstFriedrich August I. veranlasste 1697 den Wechsel desHofstaates zum katholischen Glauben, um zumpolnischen König gekrönt werden zu können. Die katholischen Gemeinden wurden erst 1807 den evangelischen gleichgestellt und blieben nach Mitgliederzahl eine kleine Minderheit. Von den am 1. Dezember 1900 gezählten 396.146 Einwohnern Dresdens (ohne die später einverleibten Vorstädte, jedoch einschließlich des Gutsbezirks Albertstadt, inkl. 11.962 MannMilitär) waren 349.145Lutheraner, 3340Reformierte, 36.910 Römisch-Katholische und 3029 Juden.[25]
Das Ende der Monarchie führte nach dem Ersten Weltkrieg zur Trennung von Kirche und Staat und 1922 zur Wahl des ersten evangelischen Landesbischofs.[26] Von im Jahr 1939 gezählten 629.713 Einwohnern waren 513.301 Evangelische, 40.951 Katholiken, 3052 sonstige Christen und 1459 Juden.[27] Nach dem Zweiten Weltkrieg ging während und nach der DDR-Zeit der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder von etwa 85 % (1949) auf 22 % (1989) auf 12 % (2022) zurück. Der Anteil der katholischen Kirchenmitglieder dahingegen ist relativ konstant geblieben. 1980 wurde Dresden Sitz eines katholischenBischofs, wobei dieKatholische Hofkirche zurKathedrale desBistums Dresden-Meißen erhoben wurde.
DerVolkszählung 2011 zufolge waren 15,3 % der Einwohnerevangelisch und 4,3 %römisch-katholisch. 80,4 % warenkonfessionslos, gehörten einer anderenGlaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[28] Ende 2022 gehörten von den Einwohnern 12,3 % einer der Evangelisch-lutherische Kirchen und 4,4 % der katholischen Kirche an. 83,3 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[29] Am Stichtag 31. Dezember 2023 waren nach Recherchen der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland 12,0 % der Einwohner der Stadt evangelisch, 4,1 % römisch-katholisch und 83,9 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenReligionsgemeinschaft an.[30]
Im Jahr 2021 entschieden sich 2068 Dresdner für den Austritt. Im Jahr 2022 waren dies 2536 und im Jahr 2023 weiter 2665 – ein neues Rekordhoch. Durchschnittlich traten 0,5 % der Gesamtbevölkerung jährlich aus der Kirche aus.[31]
Die Stadtverwaltung schätzte die Anzahl der Mitglieder von weiteren christlichen Glaubensgemeinschaften, wie zum Beispiel derrussisch-orthodoxen Kirche,rumänisch-orthodoxen Kirche,Freikirchen und nicht-christlichen Gemeinden auf etwa 5000 Menschen. In Dresden leben etwa 2000-2500Juden.[32] Weitere registrierte Religionsgemeinschaften sind muslimische, buddhistische und hinduistische Glaubensgemeinschaften und die Glaubensgemeinschaft derBahá'í.[33]
Bereits in derJungsteinzeit bestanden erste Siedlungen im Raum Dresden. DieKreisgrabenanlagen in Nickern aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. waren die ersten Monumentalbauten im heutigen Stadtgebiet.
Am 31. März 1206 wird Dresden erstmals in einer erhaltenen Urkunde genannt:Acta sunt hec Dresdene.[35] Das in Dresden ausgestellte Schriftstück befasst sich mit einer Gerichtsverhandlung wegen Schleifung derBurg Thorun auf demBurgwartsberg, der im Gebiet der heutigen StadtFreital südlich von Dresden zwischenPotschappel undPesterwitz liegt. In einer Urkunde vom 21. Januar 1216 wird Dresden bereits als Stadt erwähnt:„Acta sunt hec … in civitate nostra Dreseden“.[36]
1350 wird das rechtselbisch gelegene Dresden (Altendresden), die heutige Innere Neustadt, als selbstständige Ansiedlung „Antiqua Dressdin“ erstmals erwähnt. Eine Verleihung des Stadtrechts an Altendresden ist urkundlich bisher nicht belegt, aber sie soll am 21. Dezember 1403 durchWilhelm I. erfolgt sein.
Erst ab 29. März 1549 bildeten unter Kurfürst Moritz die rechts- und linkselbischen Teile der Stadt eine Einheit.
Bei der Erlangung desStapelrechts am 17. September 1455 war Dresden noch eine recht unbedeutende Stadt, wurde jedoch nach derLeipziger Teilung derwettinischen Länder 1485 für Jahrhunderte herzoglicheResidenzstadt der sächsischen Herrscher und erfuhr mit der Erhebung des wettinischen Herrschaftsbesitzes zumKurfürstentum undKönigreich eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum. Durch den Übergang der kurfürstlichen Würde innerhalb des Hauses Wettin (Wittenberger Kapitulation) wurde die Stadt zurHauptstadt des wichtigstenprotestantischen Landes innerhalb desHeiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In dieser Zeit wurden wichtige kulturelle Einrichtungen begründet, die bis in die Gegenwart die besondere Geltung der Stadt ausmachen. Die von Kurfürst August 1556 zunächst in unmittelbarer Nähe desResidenzschlosses errichteteMünzstätte Dresden wurde nach Schließung sämtlicher Landesmünzstätten einzige Münzstätte im Kurfürstentum.
ImDreißigjährigen Krieg wurde Dresden nie geplündert oder zerstört, aber um 1632 durchPest und Hungersnot sowie die allgemeine wirtschaftliche Stagnation in seiner Entwicklung gestört. Die Geschichte seit dem Dreißigjährigen Krieg ist sehr wechselvoll: Zum einen entstanden die weltbekannten Bauwerke und Parkanlagen; auf der anderen Seite war die Stadt in fast alle großen europäischen Kriege verwickelt und wurde dabei mehrfach in Mitleidenschaft gezogen.
Im Frühjahr des Jahres 1791 wurde im nahe gelegenen OrtPillnitz mit derPillnitzer Deklaration ein Initial für die mehr als 150 Jahre währende Feindseligkeit zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Darin riefen die vornehmlich deutschen Monarchen die europäischen Mächte zur Zerschlagung derFranzösischen Revolution auf.
Im Großraum Dresden fanden 1813 in denBefreiungskriegen gegenNapoleon vorentscheidende Schlachten derVölkerschlacht bei Leipzig statt. Sachsen, und damit Dresden, kämpfte auf der Seite von Frankreich; die Stadt wurde durch die Franzosen weiter befestigt und durch deren Truppen geschützt. Napoleon errang am 27. August 1813 in derSchlacht um Dresden einen seiner letzten Siege auf deutschem Boden. Die südlichen Vororte von Dresden wurden teilweise schwer zerstört, und die Stadt Dresden glich durch die hohe Anzahl von Verwundeten einem großen Feldlazarett.
Der auf dieMärzrevolutionen folgendeDresdner Maiaufstand vom 3. bis 9. Mai 1849 zwang den sächsischen KönigFriedrich August II., die Stadt zu verlassen. Er konnte sie erst durch preußische Unterstützung wiedergewinnen. Bekannte Teilnehmer des Aufstandes warenRichard Wagner undGottfried Semper; beide verließen daraufhin Sachsen. Nach Niederschlagung der Revolution fanden hier 1850/1851 dieDresdner Konferenzen statt, die einzigen in der Zeit desDeutschen Bundes, auf der alle Staaten vertreten waren.
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts blieb Dresden von Kriegen verschont und wurde Hauptstadt eines der wohlhabendsten Bundesstaaten imDeutschen Reich.
ImErsten Weltkrieg blieb die Stadt zwar von direkten Kampfhandlungen unberührt, aber die Einwohnerzahl ging zwischen 1910 und dem ersten Nachkriegsjahr 1919 um fast 20.000 Menschen zurück.
Zwar verlegte die 1872 gegründeteDresdner Bank ihre Hauptverwaltung noch im 19. Jahrhundert nach Berlin, Dresden blieb aber bedeutender Bankenstandort vor allem kleinerer familiengeführter Privatbanken bis in die 1920er Jahre. Führende Unternehmen bestanden hier zwischen 1918 und 1933 im (Elektro-)Maschinenbau, der Pharmazie und Kosmetik sowie in der Tabakverarbeitung und Lebens- und Genussmittelindustrie. Teilweise haben sich diese Unternehmen (häufig in neu gegründeter Form) bis in die Gegenwart erhalten. Die durch die Stadt 1909 übernommenen Straßenbahnbetriebe wurden 1930 alsDresdner Straßenbahn AG wieder privatisiert.
Die etwa 5000jüdischen Dresdner, die noch 1933 Gemeindemitglieder waren, wurden vertrieben oder später inKonzentrationslager deportiert. DerAntisemitismus in Dresden ist vor allem durch die TagebücherVictor Klemperers („Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“) dokumentiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten nur noch 41 Juden in der Stadt.
Bei denBücherverbrennungen am 8. März und 10. Mai 1933 sollte unter anderem das Werk des DresdnersErich Kästner „symbolisch für immer ausgetilgt werden“.[40] Das vor allemexpressionistische Kulturleben Dresdens aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts endete 1933. Die Werke vonErnst Ludwig Kirchner,Max Pechstein,Karl Schmidt-Rottluff oderOtto Dix dieser Zeit waren Teil derAusstellungEntartete „Kunst“. 56 Werke derGalerie Neue Meister wurden beschlagnahmt. Auch die Staatsoper, geprägt von Werken vonRichard Strauss, geriet in Bedrängnis. Schon im März 1933 wurde durch einen von der SA inszenierten Theater-Skandal bei einer „Rigoletto“-Aufführung ihr berühmter langjähriger GeneralmusikdirektorFritz Busch aus Dresden vertrieben; die einst von Busch entdeckteErna Berger, inzwischen an der Berliner Staatsoper engagiert und an diesem Abend als Gilda gastierend, wurde Zeugin dieser Barbarei. Die Strauss-Oper „Die schweigsame Frau“ konnte dort 1935 wegen ihres jüdischen Librettisten Stefan Zweig überhaupt nur dank der Prominenz ihres Komponisten uraufgeführt werden, musste aber nach nur drei Wiederholungen vom Spielplan genommen werden und verschwand in Deutschland von der Bildfläche.
Die 1938 zerstörte Semper-Synagoge, Lithographie vonLudwig Thümling, um 1860
Während derNovemberpogrome 1938 wurde dieAlte Synagoge (Sempersynagoge) niedergebrannt. Zahlreiche Geschäfte und Wohnungen wurden vor den Augen der Polizei verwüstet und geplündert, jüdische Bürger misshandelt. Die männlichen wohlhabenden jüdischen Bürger wurden anschließend inKonzentrationslager verschleppt, um sie zur Emigration zu nötigen und ihr Vermögen zuarisieren.[41][42]
Zwischen 1939 und 1945 befanden sich KZ-Häftlinge, vor allem aus den Lagern inAuschwitz undFlossenbürg, in der Stadt inKZ-Außenlagern.[43] Mehrere hundert Frauen musstenZwangsarbeit in der Rüstungsindustrie beiZeiss Ikon (685 Frauen imGoehle-Werk und 400 Frauen in Dresden-Reick[44]) und in derUniverselle-Maschinenfabrik (685 Frauen) leisten.[45] Außerdem gab es ein KZ-Außenlager in der Schandauer Straße 68 in Dresden-Striesen für den Berliner RüstungsbetriebBernsdorf & Co. Ca. 500 Juden mussten hier imMetallwerk Striesen Zwangsarbeit leisten und wurden nach der Bombardierung Dresdens zu großen Teilen provisorisch nach Pirna, und später nach Zwodau undTheresienstadt evakuiert.[46] In der Ausländerkinder-Pflegestätte „Kiesgrube Dresden“ wurden 497 Kinder geboren, 225 Säuglinge und Kleinkinder verstarben dort. Die noch erhaltenen Privatbanken im jüdischen Familienbesitz wurden unter Zwang der Dresdner Bank angeschlossen.
ImZweiten Weltkrieg wurden bereits im August 1944 erste Luftangriffe auf den Großraum Dresden geflogen, woraufhin sich die Stadt auf Bombardierungen vorbereitete. Bei denLuftangriffen auf Dresden wurden in vier aufeinanderfolgenden nächtlichen Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanischeBomber schwer beschädigt. Die genaue Zahl der Opfer ist ungewiss. Früher fand sich in einzelnen – und weiter unbeirrt in vielengeschichtsrevisionistischen undrechtsradikalen – Publikationen die falsche Angabe von rund 350.000 Toten. DerReport of the Joint Relief 1941–1946 des Internationalen Roten Kreuzes kolportiert eine ebenfalls falsche Opferzahl von 275.000. In jüngerer Zeit sind die Opferzahlen auf 22.700, höchstens 25.000 korrigiert worden.[47][48][49] Dem HistorikerFrederick Taylor zufolge gehe die falsche Opferzahl auf eine Fälschung der Nazis selber zurück: ihr sei einfach eine Null hinzugefügt worden, um in neutralen Medien und Ländern Stimmung gegen die Alliierten zu machen. Der Schaden an Gebäuden wird ebenfalls häufig zu hoch angegeben. 60 Prozent des Stadtgebietes waren von den Angriffen schwer betroffen, 15 km² ausgehend von der Innenstadt wurden gar total zerstört; Stadtteile im Norden und Nordwesten waren dagegen wenig zerstört. Vorwiegend vom nördlich der damaligen Stadtgrenze gelegenenFlughafen Dresden-Klotzsche aus wurde das ab Mitte Februar 1945 bis zum 6. Maieingekesselte Breslau versorgt, ehe Dresden selbst am 8. Mai, dem Tag derbedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht, von derRoten Armee besetzt wurde.[50] Zuvor wurde in einer verdeckten Aktion ohne Wissen der jeweils anderen von fünf Personen, unter anderem von den auf einer Gedenktafel genannten Paul Zickler und Erich Stöckel, die von derSS geplante Sprengung desBlauen Wunders vereitelt.[51][52]
Von 1952 bis 1990 war Dresden Hauptstadt des gleichnamigenBezirks Dresden.
Während der Zeit des Sozialismus wurden viele Reste der stark zerstörten Stadt beseitigt. Viele Ruinen Dresdens, darunter auch die Überreste derSophienkirche, vor allem aber die historische Wohnbebauung, wurden abgetragen oder gesprengt. Das historische Stadtzentrum wurde dabei entkernt und fortlaufend wieder bebaut. Die Umgebung der einst so belebtenPrager Straße glich einer Brachlandschaft, ehe sie Anfang der 1960er Jahre im sozialistischen Stil wieder bebaut wurde.
Erneuert bzw. vollständig rekonstruiert wurden vor allem die historischen Monumentalbauwerke, so dasStändehaus (1946), dieAugustusbrücke (1949), dieKreuzkirche (bis 1955), derZwinger (bis 1963), dieKatholische Hofkirche (bis 1965), dieSemperoper (bis 1985), dasJapanische Palais (bis 1987) und die beiden größten Bahnhöfe (teilweise fortlaufend). Einige dieser Arbeiten zogen sich, geprägt von derwirtschaftlichen Gesamtlage der DDR, über Jahrzehnte hin und waren mitunter für längere Zeit unterbrochen worden. DasSchloss wurde über viele Jahre gesichert und Teile rekonstruiert (so derStallhof). Erst ab 1986 begann der Wiederaufbau, der bis in die Gegenwart dauert. Die Ruine derFrauenkirche sollte alsMahnmal gegen den Krieg auf demNeumarkt verbleiben.
Während soTheater- undSchloßplatz 1990 zumindest nach historischem Vorbild bebaut waren, blieb der Neumarkt völlig unbebaut. DerAltmarkt dagegen ist geprägt von Bauten desSozialistischen Klassizismus und einer Raumgestaltung und -ausrichtung nach sozialistischen Idealen (zum BeispielKulturpalast).
Von 1955 bis 1958 wurde ein großer Teil der von der Sowjetunion erbeuteten Kunstschätze zurückgegeben, so dass ab 1960 viele Museen derStaatlichen Kunstsammlungen in wiedererbauten Einrichtungen oder Interimsausstellungen eröffnet werden konnten. Die wichtigen Klangkörper wie dieStaatskapelle traten in Ausweichspielstätten auf (zum Beispiel im Kulturpalast ab 1969). Teile der Kultureinrichtungen wurden aus der Innenstadt herausverlegt (so die Landesbibliothek in dieAlbertstadt).
Elbufer, links die Brühlsche Terrasse, 1980
Ruine des Schlosses, rechts die einzigen stehengebliebenen Umfassungsmauern desTaschenbergpalais, 1985
Ruine der Dresdner Frauenkirche, 1985
Helmut Kohl spricht am 19. Dezember 1989 vor der Ruine der Frauenkirche auf dem Neumarkt
Die im Krieg nahezu unzerstörteÄußere Neustadt blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten. Ihr drohte in den 1980er Jahren der Abriss, da ihre Bebauung stark vernachlässigt wurde und deshalb in schlechtem Zustand war.
Zwischen dem 30. September und dem 5. Oktober 1989 fuhren Sonderzüge mit den Flüchtlingen aus derbundesdeutschen Prager Botschaft über Dresden undPlauen in die Bundesrepublik. Besonders in der Nacht vom 4. zum 5. Oktober versammelten sich tausende Menschen am Hauptbahnhof. Dabei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Bürgern, die teils demonstrierten, teils die Züge zur Flucht erreichen wollten. Am 8. Oktober zogen rund 20.000 Menschen durch Dresden und demonstrierten unter anderem für Reise- und Meinungsfreiheit. Ein großer Teil von ihnen wurde von der Polizei auf derPrager Straße eingekesselt. Es bildete sich spontan die „Gruppe der 20“, die am nächsten Tag demSED-OberbürgermeisterWolfgang Berghofer die Forderungen der Demonstranten vorbrachte. Am Tag darauf fand in Leipzig die erste großeMontagsdemonstration statt, wie sie in den folgenden Wochen in Dresden ebenfalls stattfanden.
Nach derpolitischen Wende 1989 und derdeutschen Wiedervereinigung 1990 wurde Dresden wieder die Hauptstadt des wieder errichteten LandesSachsen. In der Stadt wurden nochmals einige alte Gebäude abgerissen. Viele andere wurden jedoch mit Hilfe steuerlicher Subventionen wieder restauriert. Viele Gebiete Dresdens gelten daher als Beispiele für die gelungeneRestaurierung von Baudenkmälern und stehen als Gesamtensembles unter Denkmalschutz.
Blick über die Dresdner Innenstadt, 1990
Schillergarten mit Blick auf Loschwitz, Elbhochwasser August 2002
DerNeumarkt mit nach historischen Vorbildern gestalteten Gebäuden, 2011
Im August 2002 wurde die Stadt von der „Jahrhundertflut“ getroffen. Dabei überschwemmten dieWeißeritz und dieElbe nebst mehrerer ihrer Nebengewässer die Stadt. Die Elbe erreichte einen Pegelstand, der das bis dato schwersteHochwasser von 1845 übertraf. Das Reparieren der Infrastruktur dauert nach dem Hochwasser bis in die Gegenwart an; betroffene Bauwerke waren wesentlich schneller wieder hergerichtet.
Am 30. Oktober 2005 wurde dieFrauenkirche nach einem zehnjährigen Wiederaufbau, der weitgehend durch Spendengelder finanziert wurde, geweiht („Wunder von Dresden“). 2006 feierte die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen (formal am Tag ihrer ersten urkundlichen Erwähnung am 31. März). Höhepunkt war dabei im Rahmen des Festumzuges im August eine Nachstellung des komplettenFürstenzuges durch Reiter in historischen Kostümen. Am 5. Juni 2009 besuchte mitBarack Obama erstmals einPräsident der Vereinigten Staaten die Stadt und traf sich mitBundeskanzlerinAngela Merkel im Residenzschloss. Er besichtigte anschließend die Frauenkirche.
Mit dem Bau derWaldschlößchenbrücke erhielt Dresden 2013 eine weitere innenstadtnahe Elbquerung für den Straßenverkehr, nachdem 2011 bereits eine neueStraßenbrücke nach Radebeul eröffnet worden war.
Im Oktober 2014 nahm die islam- und fremdenfeindliche BewegungPegida, die durch Demonstrationen in Dresden und anschließend in anderen Städten im Jahr 2015 viel Aufmerksamkeit erreichte, ihren Anfang. Die Stadt erhielt am 21. April 2015 zusammen mit derschwedischen StadtVara denEuropapreis, der jährlich vom Ministerkomitee desEuroparats an Gemeinden verliehen wird, die sich um den europäischen Gedanken verdient gemacht haben.[53]
Ursprünglich lag der älteste Teil der Stadt rechtselbisch, also nördlich der Elbe. Den StadtteilAltendresden gibt es nicht mehr. Nachdem er abgebrannt war, wurde er 1732 alsNeue Königliche Stadt, später vereinfachtNeustadt, neu angelegt und ist mit der heutigenInneren Neustadt deckungsgleich. Der Stadtteil südlich der Elbe wird daher mittlerweile als die historischeAltstadt bezeichnet. Die flachere südliche Tallage hat eine stärkere Entwicklung begünstigt, so dass sich damit die gesamte Stadt nach Süden verlagert hat. Die Stadt dehnt sich nicht gleichmäßig aus, sondern folgt dem Elbtal in südöstlicher beziehungsweise nordwestlicher Richtung. Überall wuchs Dresden zunächst durchVorstädte, die anfangs derStadtbefestigung vorgelagert waren.
Panorama über der Altstadt zur Neustadt
Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden gab es seit 1835, als Dresden sich nach Norden und Westen ausdehnte. Seitdem wurden 65Landgemeinden, die vierGutsbezirkeAlbertstadt,Wilder Mann, dasGorbitzer und dasPillnitzerKammergut sowie die StadtKlotzsche nach Dresden eingemeindet. Landgemeinden, die nach 1990 eingemeindet wurden, erhielten innerhalb der kommunalen Struktur kraft Gesetzes den Sonderstatus „Ortschaft“. Die größte Eingemeindung war die vonSchönfeld-Weißig im Osten des Stadtgebietes.
Dresden ist nicht nur durch die Eingemeindungen in den 1990er Jahren eine weitläufige Stadt mit unterschiedlichen Strukturen in den einzelnen Stadtteilen. Viele Stadtteile besitzen einen erhaltenenDorfkern; einige sind vollständig dörflich erhalten. Andere prägende Strukturen sind die der Vorstädte und der Einzelbebauung durchStadtvillen sowie diePlattenbauviertel. Es gibt Stadtteile, die teilweise in enger Nachbarschaft verschiedene Strukturmerkmale aufweisen.
Zur ursprünglichen Stadt gehörten Stadtteile, die in der gegenwärtigen Struktur fast alle zu denStadtbezirken Altstadt undNeustadt gehören. Neben diesen innerhalb der Stadtfestung liegenden Teilen entstanden außerhalb der Stadtmauern, jedoch meist auf Dresdner Flur, Vorstädte, die zum Teil auf Anweisung sächsischer Herrscher angelegt worden waren und zum Teil nach diesen benannt wurden (Friedrichstadt,Albertstadt,Johannstadt). WeitereDresdner Vorstädte wurden nach Stadttoren bzw. Ausfallstraßen (Wilsdruffer Vorstadt,Pirnaische Vorstadt) oder nach – nicht mehr vorhandenen – Naturmerkmalen (Seevorstadt) benannt. Die Antonstadt ist mittlerweile weitgehend unter dem BegriffÄußere Neustadt bekannt. Die anderen, nach Königen benannten Vorstädte blieben ihrerseits als Begriff erhalten. Später wuchs die Stadt vor allem im 19. Jahrhundert, als weitere Dörfer dichter bebaut wurden. Der BegriffVorstadt wurde nach dem Ersten Weltkrieg für weitere Stadtteile nicht mehr verwendet.
Seit 1991 gab es die Gliederung in zehn Ortsämter (für das Stadtgebiet vor 1990) und neunOrtschaften (nach 1990 eingemeindete Flächen). Mit der Einführung derOrtschaftsverfassung und der Wahl 2019 wurde die Bezeichnung „Ortsamt“ rückgängig gemacht und nunmehr Stadtbezirke eingerichtet, die ihrerseits ebenfalls den eingemeindeten „Ortschaften“ entsprechen.
Sie sindStadt- beziehungsweise Ortsteile des Stadtgebietes mit Flächenstand vom 31. Dezember 1990 und haben jeweils einStadtbezirksamt, das heißt einRathaus vor Ort, sowie einen Stadtbezirksbeirat im Sinne des von§ 71 derSächsischen Gemeindeordnung, der zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Stadtbezirk betreffen, vomStadtrat und seinenAusschüssen anzuhören ist. Vorsitzender des Stadtbezirksbeirats ist der Oberbürgermeister oder eine von ihm beauftragte Person. Diese beauftragte Person ist in der Regel die Leiterin oder der Leiter der Verwaltung des Stadtbezirks (Stadtbezirksamtsleiter). Dieehrenamtlich tätigen Mitglieder der Stadtbezirksbeiräte werden direkt gewählt. Die Stadtbezirksbeiräte (als Personen) müssen ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Stadtbezirk haben.
Der Stadtbezirk mit der größten Bevölkerung ist der vonBlasewitz, der flächengrößte der vonLoschwitz. Die Dresdner Innenstadt liegt in den StadtbezirkenAltstadt undNeustadt. Bis zu einer Änderung der Hauptsatzung im September 2018 wurden die Stadtbezirke als Ortsamtsbereiche bezeichnet. Entsprechend hießen Stadtbezirksbeiräte, Stadtbezirksämter und Stadtbezirksamtsleiter bis dahin Ortsbeiräte, Ortsämter und Ortsamtsleiter.
Bei den neun Ortschaften, die zum Teil ihrerseits aus mehrerenOrtsteilen bestehen, handelt es sich – mit Ausnahme der OrtschaftenOberwartha undSchönborn – um erst Ende der 1990er Jahre eingegliederte und bis dahin selbständige Gemeinden.[54] Eine weitere Ausnahme ist der OrtsteilKauscha, der, bis 1999 zuBannewitz gehörig, demStadtbezirk Prohlis angegliedert wurde.
Für die Ortschaften wurden insgesamt fünf Verwaltungsstellen eingerichtet, lediglich die OrtschaftAltfranken wird vomStadtbezirksamt Cotta mitverwaltet.
Je Ortschaft existiert ein Ortschaftsrat, der – im Gegensatz zu den Stadtbezirksbeiräten der Stadtbezirke – direkt von den Bürgern der Ortschaft zeitgleich mit demStadtrat gewählt wird. Jeder Ortschaftsrat wählt für seine Ortschaft einenOrtsvorsteher. Im Gegensatz zu den Ortsbeiräten haben die Ortschaftsräte eigene Entscheidungskompetenzen und dafür eigene Budgets innerhalb des Stadthaushaltes, über das sie selbst verfügen. Soweit sich ihre Entscheidungsbefugnisse nicht aus der Sächsischen Gemeindeordnung ergeben, regeln die jeweiligen Eingemeindungsverträge[55] im Detail ihre Kompetenzen.
Die größte und bevölkerungsreichste Ortschaft istSchönfeld-Weißig, die sich imSchönfelder Hochland erstreckt. Sie entstand ihrerseits aus mehreren ehemaligen Gemeinden, die sich in den 1990er Jahren zunächst als Gemeinde Schönfeld-Weißig vereinigt hatten.
Die jahrelang nur inoffiziell diskutierte „Einführung der Ortschaftsverfassung für das gesamte Stadtgebiet Dresdens“ war 2014 ein Wahlkampfthema[56] und sollte zur darauffolgendenStadtratswahl 2019 eingeführt werden.[57] Die Änderung derSächsischen Gemeindeordnung im Jahr 2018, durch die die Rechte der Ortsbeiräte gestärkt werden, verhinderte letztlich die Einführung der Ortschaftsverfassung.[58]
Die 10 Stadtbezirke und die 9 Ortschaften mit ihren zugehörigen Orts- und Stadtteilen
Viele Stadtteilnamen sind wie der Stadtname Dresdensorbischer Herkunft. Typische Endungen der Namen sind „-itz“ und – ursprünglich eine Suffixverbindung mit dem Vorigen – „-witz“. Beide Endungen haben adjektivische Funktion; erstere sind Ableitungen vonAppellativen, letztere von Personennamen und sind damitPatronyme.-nitz ist etymologisch keine eigene Endung, sondern eine Verbindung von stammauslautendem-n mit der Endung-itz.[59]
Die im Gefolge derOstsiedlung eingedeutschten Endungen gehen somit häufig auf ursprüngliche (mittelalterliche) Besitzverhältnisse zurück.Leutewitz zum Beispiel wurde erstmals alsLudiwice „bei den Ludischen, das heißt bei den Leuten des Lud, Dorf des Lud“ erwähnt. Pillnitz hieß ursprünglichBelenewitz „Dorf des Belan“. Andere Stadtteilnamen sind aus geografischen Merkmalen gebildet worden; so bedeutet Klotzsche „gerodeter Wald“.
Sehr wenige Ortsbezeichnungen wie Langebrück haben ihren Ursprung tatsächlich in der deutschen Sprache. Die (neueren) Ortsbezeichnungen „Weißer Hirsch“ und „Wilder Mann“ gehen beide auf Gastwirtschaften zurück, die sich in diesen Randlagen der Stadt befanden. Die StadtteilbezeichnungGittersee ist eineVolksetymologie und entwickelte sich aus dem slawischen „Geterssin“.
Die insgesamt 70 Stadträte Dresdens werden nach dem in Sachsen auf kommunaler Ebene üblichenPersonen-Mehrstimmenwahlsystem mit drei Stimmen – wobeiKumulieren undPanaschieren möglich ist – für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Die Stadt selbst wird dabei vor jederKommunalwahl inWahlkreise aufgeteilt, die sich an einer annähernden Gleichzahl der Stimmberechtigten orientieren, womit sich allerdings ihre Grenzen von Wahl zu Wahl verschieben. DieSitzverteilung im Stadtrat wird nach demD’Hondt-Verfahren berechnet (§ 22 KomWG) und auf dieser Grundlage, zunächst über die jeweilig höchste Stimmzahl der Wahlliste in den Wahlkreisen und anschließend die persönlich erreichte Stimmzahl auf der Wahlliste innerhalb des Wahlkreises, wiederum die gewählte Person oder die gewählten Personen bestimmt.
Hauptorgan der Stadt ist derStadtrat; er nimmt satzungsgebende Kompetenzen wahr und erlässt allgemein geltende Verordnungen, definiert die Grundlagen und fasst die Beschlüsse, nach denen die Stadtverwaltung (einschließlichOberbürgermeister) zu handeln hat. Als Organ bestimmt er direkt über solche Angelegenheiten, die nicht im Kompetenzbereich des Oberbürgermeisters liegen. Die Mitglieder der einzelnen Parteien im Stadtrat bilden Fraktionen. Die Stadträte arbeiten in elf beschließenden Ausschüssen und einem beratenden Ausschuss und wirken außerdem in sieben Beiräten mit.[60] Dem einzelnen Mitglied stehen umfangreiche Frage- und Auskunftsrechte zu sowie mit weiteren gemeinsam ein Akteneinsichtsrecht.
Dirk Hilbert, Oberbürgermeister von Dresden
Der Oberbürgermeister wiederum ist allein für die Weisungsaufgaben nach Bundes- und Landesrecht zuständig. Er leitet die Stadtverwaltung, verantwortet laufende Tagesgeschäfte und repräsentiert die Stadt. Entsprechend den Regelungen derSächsischen Gemeindeordnung (SächsGemO) wird er für eine Amtszeit von sieben Jahren direkt von denBürgern gewählt. Ihm zur Seite gestellt sind siebenBeigeordnete, die für einzelne Geschäftskreise zuständig sind und diese eigenverantwortlich leiten. Sie führen den Titel „Bürgermeister“, wobei der „Erste Bürgermeister“ den Oberbürgermeister ständig vertritt. Dies kam Ende 2014 bis Mitte 2015 voll zum Tragen, da die OberbürgermeisterinHelma Orosz aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gegangen war. Ihr Stellvertreter, der seit 2008 Erste BürgermeisterDirk Hilbert (FDP), wurde im zweiten Wahlgang am 5. Juli 2015 mit 54,2 % der Stimmen zum neuen Oberbürgermeister gewählt.
Für Senioren, Ausländer und Behinderte sowie für geheimzuhaltende Angelegenheiten hat der Stadtrat Beiräte berufen, letzterer hat jedoch seit 1994 bis heute kein einziges Mal getagt.
Die Stadtverwaltung Dresden zählt 6.967 Mitarbeiter, es soll auf 6.500 reduziert werden. Im Jahr 2010 waren es noch etwa 6.200. Sie sind auf mehr als 50 Standorte in der Stadt verteilt.
Historische Entwicklung der städtischen Verwaltung
An der Spitze der Stadt gab es seit dem 13. Jahrhundert (1292) einen Rat mit einemBürgermeister. Dieser wurde vom Rat gewählt und wechselte jährlich. Er war ehrenamtlich tätig. Besonderen Einfluss auf das Umland konnte die Stadt über dasDresdner Brückenamt derKreuzkirchgemeinde ausbauen, das in Konkurrenz zumKloster Altzella Güter und Dörfer insbesondere auf dem späteren Stadtgebiet erwarb.
Nach dem Ende desZweiten Weltkriegs setzte die sowjetische Stadtkommandantur 1945 zunächst eine Verwaltung ein. Im September 1946 wurde alsStadtvertretung eineStadtverordnetenversammlung gewählt. Bei späteren Wahlen bis 1989 traten alle Parteien und Organisationen auf einer gemeinsamen Liste derNationalen Front auf.
Nach demBeitritt derDDR zurBundesrepublik Deutschland wurde das zunächst weiterhin als Stadtverordnetenversammlung, seit 1994 als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums war von 1990 bis 1994 ein besonderer Präsident (beziehungsweise eine Präsidentin: Evelyn Müller,CDU). Die Wahl des Oberbürgermeisters war Sache der Stadtverordnetenversammlung. Nach Einführung derSüddeutschen Ratsverfassung in Sachsen ist seit 1994 der nunmehr direkt vom Volk gewählte Oberbürgermeister zugleich Vorsitzender des Stadtrates.
Amtsinhaber ist seit 2015 Dirk Hilbert von der FDP, der sich 2015 im zweiten Wahlgang mit 54,2 % der Stimmen gegenEva-Maria Stange (SPD) durchsetzte. Im Jahr 2022 konnte sich Dirk Hilbert im zweiten Wahlgang erneut gegen seine vier Mitbewerber durchsetzen.
Die beiden Wahlgänge der Oberbürgermeisterwahl 2022 ergaben folgende Ergebnisse:[61][62]
1. Wahlgang der Dresdner Oberbürgermeisterwahl 2022
Der Dresdner Stadtrat verfügt regulär über60 Mitglieder. Diese Zahl kann allerdings gemäß sächsischer Gemeindeordnung um 10 Stadträte erhöht werden, wovon die Stadt Gebrauch macht, wodurch der Rat insgesamt 70 Stadträte umfasst.Bei der letztenKommunalwahl am 9. Juni 2024 wurde folgender Stadtrat gewählt:[63]
Nach denKommunalwahlen am 9. Juni 2024 ergab sich die folgende Sitzverteilung. Insgesamt konnten 15 verschiedene Parteien und Verbände Mandate im Stadtrat erringen.
Blasonierung: „Im gespaltenen Schild rechts auf goldenem Grund einen nach rechts aufsteigenden rot bezüngten und rot bewehrten schwarzen Meißner Löwen, links auf goldenem Grund zwei schwarze Landsberger Pfähle.“
Wappenbegründung: Der Löwe steht für dieMarkgrafschaft Meißen, die „Landsberger Pfähle“ für dieMarkgrafschaft Landsberg, beides Kernländer derWettiner, die seit dem Mittelalter die Stadt beherrschten. Beide Wappensymbole sind bereits seit 1309 in den Siegeln der Stadt nachweisbar. Ursprünglich waren die Pfähle blau (vergleiche die Wappen vonLeipzig undChemnitz), doch wurden sie später schwarz gefärbt, um Verwechslungen mit ebendiesen Städten zu vermeiden. Die Stadtfarben sind daher schwarz und gelb.
Die Flagge der Stadt zeigt das Stadtwappen auf einem schwarz-goldenen Flaggentuch.
Über den Bau einer neuen Elbquerung, derWaldschlößchenbrücke entbrannte eine heftige Diskussion, als dieUNESCO den Brückenbau als so wesentlich ansah, dass sie die 2004 aufgenommeneWeltkulturerbestätte nur zwei Jahre später auf dieRote Liste des gefährdeten Welterbes setzte. Im November 2007 war Baubeginn, im August 2013 erfolgte dann die Eröffnung der neuen Elbbrücke.[67] Dresden verlor als einzige Stätte weltweit den Titel als Weltkulturerbe 2009.
Schuldenfreie Stadt durch WOBA-Verkauf
Im März 2006 wurde der, auf Initiative des damaligen OberbürgermeistersIngolf Roßberg gestarteten und nach einem umfangreichen Verfahren 2005 durch den Stadtrat beschlossenen Verkauf der WohnungsbaugesellschaftWoba Dresden mit 47.000 Wohnungen an die US-amerikanische InvestmentgesellschaftFortress Investment Group durch die Aufsichtsbehörde genehmigt. Mit einem erzielten Netto-Erlös von etwa 988 Millionen Euro wurde Dresden zur ersten faktischschuldenfreien Großstadt Deutschlands. Der Verkauf war umstritten und löste ein breites Medienecho aus. Abgesichert wurde er mit einer umfangreichenSozialcharta, unter anderem einem kostenfreien Belegungsrecht für 8000 Wohnungen für insgesamt 20 Jahre, sowie, um die Mieter zu schützen, zahlreichen Einschränkungen hinsichtlich Kündigungen und Mietpreiserhöhungen. Am 21. Juni 2007 nahm der Stadtrat mit 37 zu 12 Stimmen (bei 9 Enthaltungen) einVerschuldungsverbot in dieHauptsatzung auf.[68]
Mittlerweile lag zwischenzeitlich 2018 die durchschnittliche Dresdner Wohnkostenquote mit 32 % des Gesamteinkommens für Familien höher als inStuttgart und auf dem geteilten Rang vier gleichauf mitNürnberg,[69] gleichwohl wurden daraus politische Lösungen, wie der Rückkauf von ehemaligen städtischen Wohnungen oder die (Wieder-)Gründung einer städtischen Wohnungsgesellschaft zwar diskutiert und seitdem zum Teil realisiert: Eine gewisse Zögerlichkeit resultiert daraus, dass etwa 22 % des Wohnungsbestandes der Stadt sich ohnehin im Besitz von Wohnungsgenossenschaften befindet (Stand 2022, prozentual gegenüber 2006 nahezu unverändert), die ihrerseits bereits von ihrem genossenschaftlichen Auftrag her preisgünstige Wohnungen anbieten. Das seit 2007, also nunmehr fast 16 Jahren (Stand: Ende 2022) geltende Verschuldungsverbot der Stadt Dresden ist dabei nach wie vor fraktionsübergreifender Konsens bei den politischen Mandatsträgern im Stadtrat.
Die Wiederbebauung desNeumarktes – in welcherVerdichtung und ob modern oder historisiert – steht exemplarisch für das internationale Interesse an der Dresdner Architektur. DieGesellschaft Historischer Neumarkt Dresden ist wegen dieser Auseinandersetzung gegründet worden.
Grundsatzerklärung gegen Rechtsextremismus
Der Stadtrat Dresdens verabschiedete am 30. Oktober 2019 eine Grundsatzerklärung gegen Rechtsextremismus. Diese fand in der internationalen[70] wie auch nationalen Berichterstattung unter dem BegriffAusrufung des Nazi-Notstandes Beachtung. Oberbürgermeister Hilbert distanzierte sich nur wenige Stunden später von diesem Begriff.[70][71] Die Grundsatzerklärung wurde fraktionsübergreifend mit den Stimmen derSPD,Bündnis 90/Die Grünen,Die Linke,FDP und Fraktionslosen beschlossen[71] und sieht vor, „demokratische Alltagsstrukturen zu stärken“, „Bürgerschaft und zivilgesellschaftliche Bündnisse, die sich für aktiv für Menschenrechte einsetzen“, zu unterstützen, Opfern rechter Gewalt zu helfen, Täter konsequent zu verfolgen und die Verbreitung menschenfeindlicher und extrem rechter Einstellungen auf öffentlichen Plätzen nicht unwidersprochen zuzulassen.[71]
Am 14. Dezember 1987 unterzeichneten der Dresdner Oberbürgermeister,Wolfgang Berghofer (r.), und der Präsident des Amtsrates und 1. Bürgermeister der Hansestadt Hamburg,Klaus von Dohnanyi (l.), die Vereinbarung zur Entwicklung kommunaler Beziehungen im Plenarsaal des Rathauses in Dresden.
Vereinigte StaatenColumbus,Ohio, Vereinigte Staaten, seit 1992
China VolksrepublikHangzhou, Volksrepublik China, seit 2009
Eine Städtefreundschaft besteht außerdem seit 1976 mit der polnischen StadtGostyń in Zusammenhang mit der von dort stammenden WiderstandsgruppeSchwarze Legion.[73]Weitere Städtefreundschaften bestehen zuDaejeon in Südkorea und zuSchiras im Iran.[74]
Historische Innenstadt mit SehenswürdigkeitenAbendliche Elbe amTerrassenufer
Dresden war in den Jahren 2004 bis 2009Weltkulturerbestätte der UNESCO. Die Stadt beherbergt über 50 Museen, mehr als 35 Theater und Kleinkunstbühnen, herausragende Klangkörper und bekannteBauwerke verschiedenerKunststile. Großveranstaltungen ziehen jedes Jahr Gäste aus dem In- und Ausland an. Jährlich wird derKunstpreis der Landeshauptstadt Dresden verliehen.
Die Sächsische Staatsoper Dresden im Bauwerk derSemperoper wurde 1841 am jetzigen Standort, dem Theaterplatz, gegründet. Das Gebäude wurde in seiner Geschichte zweimal zerstört. Insgesamt war die Staatsoper in mehr als 50 Jahren ihrer etwa 160-jährigen Geschichte gezwungen, an einem anderen Ort als der Semperoper zu spielen. In der Semperoper und ihren Vorgängerbauten wurdenOpern unter anderem vonRichard Wagner undRichard Strauss uraufgeführt. Das Orchester der Oper ist die Sächsische Staatskapelle (siehe Abschnitt Musik). Die Semperoper verfügt außerdem über eine Kammerbühne, „Semper Zwei“.
DasStaatsschauspiel Dresden betreibt das „Schauspielhaus“ – allgemein als das „Große Haus“ bekannt – und damit das größteTheater der Stadt sowie das „Kleine Haus“ in der Glacisstraße. Am Theaterplatz befindet sich derTheaterkahn, eine Bühne auf einem Elbschiff.
DieStaatsoperette Dresden hat seit Dezember 2016 ihr Haus imKraftwerk Mitte. Entgegen ihrer Bezeichnung ist die Stadt Besitzer und Betreiber der Operette.
Theater für moderne Formen von Aufführungen sind dasTheater Junge Generation, zu dem auch einPuppentheater gehört, das neubauLABOR im Kleinen Haus des Staatsschauspiels und insbesondere dasFestspielhaus Hellerau, in dem sich dasEuropäische Zentrum der Künste befindet. Weitere Theater und Aufführungsstätten sind dasSocietaetstheater, dasStudententheaterDie Bühne, „Das Projekttheater“ sowie die „Theaterruine St. Pauli“ in der Neustadt und das „Boulevardtheater Dresden“.[75] Die Kulturvereine „Mimenstudio Dresden e. V.“, „Kulturverein riesa efau“ und die „Motorenhalle – Projektzentrum für zeitgenössische Kunst“ zeigen ebenfalls Aufführungen; auch das Tanztheater Derewo ist in Dresden beheimatet.
Weitere Orchester sind das „ensemble courage“, ein Ensemble für zeitgenössische (Kammer-)Musik, 2004 mit dem Förderpreis der Stadt Dresden ausgezeichnet,Sinfonietta Dresden, ein Kammerorchester mit vielfältigen Aufgaben im städtischen Musikleben und einer eigenen Konzertreihe, dasDresdner Barockorchester, dieDresdner Kapellsolisten sowie dieVirtuosi Saxoniae.
DasDresdner Festspielorchester ist ein 2012 für die Dresdner Musikfestspiele gegründetes, international besetztes Ensemble unter der Leitung vonIvor Bolton, es hat 2016 seine erste eigene CD veröffentlicht.
In Dresden haben zwei berühmte Chöre mit langer Geschichte ihre Heimat:
DerDresdner Kreuzchor(Capella sanctae crucis) ist zwarKnabenchor derKreuzkirche und wird mit dieser identifiziert, ist jedoch seit seiner Gründung bis heute ein städtischer Chor. Nach dessen eigener Darstellung sei er so alt wie die Stadt selbst und im 13. Jahrhundert gegründet worden (was allerdings so nicht zutrifft).
Der Knabenchor derKathedrale (ehemalige Hofkirche) wiederum sind dieDresdner Kapellknaben, der jedoch im Gegensatz zum Kreuzchor ein kirchlicher Chor ist.
Philharmonische Chöre Dresden – 1967 gegründet, arbeiten hauptsächlich mit der Philharmonie zusammen, derzeitiger Leiter istGunter Berger
Knabenchor Dresden – gegründet im Jahr 1971 durch Studienrat Manfred Winter, geleitet von Matthias Jung
Singakademie Dresden – einer der bedeutendsten Laienchöre Mitteldeutschlands, hervorgegangen aus dem 1884 gegründeten Dresdner Lehrergesangverein, bestehend aus Kinder-, Kammer-, Oratorien- und Seniorenchor, geleitet vonEkkehard Klemm
Dresden hat eine vielseitige Museumslandschaft – eine Komposition von historisch gewachsenen und wertvollen jüngeren Einrichtungen. Der über Jahrhunderte anhaltende kulturelle Beitrag Dresdens wird mit etwa 50 Museen repräsentiert, darunter viele halbstaatliche und private Institutionen.
Eine weitere Einrichtung der SKD ist dasGrüne Gewölbe. Es beherbergt die Sammlung der sächsischen Kurfürsten und Könige. Der Schatz in Form von Schmuck und repräsentativen Ausstellungsstücken ist eine Sammlung europäischer Goldschmiedekunst und des Feinhandwerks. Die wohl bekanntesten Werke entstanden durch den HofgoldschmiedJohann Melchior Dinglinger und seine Söhne. DerHofstaat zu Delhi am Geburtstag des GroßmogulsAurang-Zeb zählt zu den herausragenden Stücken der Sammlung. Besonders bekannt ist der mit 185 menschlichen Köpfen beschnitzte Kirschkern.
Ein besonderes Museum der SKD ist derMathematisch-Physikalische Salon, der sich ebenfalls im Zwinger befindet. Er enthält mathematische und physikalische Instrumente aus der Zeit des Barock und der Aufklärung sowieGloben undastronomische Kartografien. Er ist eines der frühesten Zeugnisse für die Verbindung von Kultur und Wissenschaft in Dresden und wurde 1728 aus der allgemeinen Kunstsammlung ausgegründet. Die Grundlagen dieser Sammlung wurden dort schon Jahrhunderte vorher gelegt.
Einmal im Jahr schreibt Dresden denDresdner Stadtschreiber aus. Der ausgewählte Schriftsteller lebt jeweils für sechs Monate in der Stadt. Alle zwei Jahre wird derDresdner Lyrikpreis ausgelobt.
Darüber hinaus widmen sich in Dresden ansässige Vereine der Förderung der zeitgenössischen Literatur, so die Literarische Arena, das Literaturbüro und das Literaturforum Dresden.
Hochschulbibliotheken bestehen an der Hochschule für Wirtschaft und Technik, an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber, an der Hochschule für Bildende Künste sowie am gemeinsamen Campus der Staatlichen Studienakademie Dresden und der Evangelischen Hochschule Dresden.[82]
In Dresden gibt es 15 Kinos mit rund 10.200 Sitzplätzen.[83] Mit demCinemaxX in Blasewitz (2000 eröffnet), demUCI im Elbe-Park (1997 eröffnet) und demUfa-Kristallpalast an der Prager Straße (1998 eröffnet) existieren insgesamt dreiMultiplex-Kinos. Nach deren Eröffnung war Dresden mit über 12.000 Kinositzen in den Jahren 2001[84] und 2002[85] die deutsche Stadt mit über 200.000 Einwohnern mit den meisten Plätzen pro Einwohner. Nach einem Bevölkerungswachstum lag Dresden im Jahr 2010 in dieser Statistik auf Platz drei hinter Augsburg und Magdeburg;[86] 2023 liegt es auf dem sechsten Platz.[83] Besonders der UFA-Palast ist architektonisch interessant; der vom ArchitekturbüroCoop Himmelb(l)au entworfene auffällige „Glaskristall“ (siehe AbschnittBauwerke) steht direkt neben dem ebenso markantenRundkino aus DDR-Zeiten.
Trotz der Häufung von Multiplex-Kinos bestehen weiterhin verschiedeneProgrammkinos und mit derSchauburg in der Neustadt ein großes „klassisches“ Kino. Trotz der Konkurrenz wurde beispielsweise die Schauburg wiederholt bei Umfragen eines Stadtmagazins zum beliebtesten Kino gewählt. Unter den Programmkinos sind vor allem dasProgrammkino Ost, dasKino im Dach, dasKino im Kasten und dasKino Thalia zu nennen. Im Jahr 2006 wiedereröffnet wurde dasKino in der Fabrik (kurz KIF), das jedoch kein reines Programmkino ist. Erwähnenswert ist dessen ungewöhnliches Ambiente in einer ehemaligen Fabrik, das unter anderem durch eine ausgefallene Farbgebung besticht.
Panorama der Innenstadt (Mit der Maus kann man sich die Detailbezeichnungen anzeigen lassen und durch Klick gelangt man in den entsprechenden Artikel)
Schloss (rechts) und Hofkirche am TheaterplatzBrühlsche Terrasse mit der im Aufbau befindlichen Frauenkirche
Dresden ist bekannt als Stadt desBarock, wobei Dresden mit Ausnahme der Inneren Neustadt keine Barockstadt im eigentlichen fachlichen Sinne ist. Im Bereich der Architektur hat sich derDresdner Barock entwickelt, wobei die erhaltenen Bauwerke meist für sächsische Monarchen errichtet worden und teilweise demNeobarock zuzuordnen sind. Für den originalen bürgerlichen Barock gibt es einige erhaltene Beispiele. Auf der anderen Seite werden viele Gebäude irrtümlich dem Barock zugeordnet: So sind weite Bereiche der Stadt entweder im Stil derRenaissance oder desKlassizismus, vor allem aber im Neobaustil desHistorismus nach der Barockzeit errichtet worden. Der eigentlichen barocken Zielsetzung einer Einordnung in klaresymmetrische Formen entgegengestellt, achtete man bei derStadtplanung auf Freiräume für dieElbe.
Die Stadt wurde neben gotischen Bauten (Ursprungsbau derKreuzkirche, abgerisseneSophienkirche) und Renaissancebauten (Residenzschloss Dresden) sowie Bauten des 19. Jahrhunderts vor allem vomDresdner Barock und seinen großartigen Bauwerken geprägt. Ein Wahrzeichen der Stadt ist dieFrauenkirche. Nach der Zerstörung Dresdens am 13./14. Februar 1945 standen nur zwei Seitenmauern um ihren Trümmerberg. Ihre Stätte wird seither alsMahnmal des Krieges wahrgenommen, insbesondere beim alljährlichenGedenken an den 13. Februar 1945. Seit dem 2005 beendeten Wiederaufbau versteht sich die Frauenkirche zudem als „internationale[s] Symbol für Frieden und Versöhnung“.[87] In den ersten zweieinhalb Jahren nach der Neueröffnung wurde sie von fünf Millionen Menschen besucht,[88] nach sieben Jahren waren es 14,5 Millionen.[89]
KulturelleWahrzeichen der Stadt sind dieSemperoper und derZwinger. Die Semperoper wurde von 1977 bis 1985 wieder errichtet nachOriginalplänen des zweitenOpernbaus (1878 bis 1945) vonGottfried Semper. Sie ist ein Bauwerk desHistorismus und trägt vor allem Elemente desKlassizismus. Mit Ausnahme der von 1847 bis 1854 errichtetenSempergalerie wurde der Zwinger von 1711 bis 1728 im barocken Baustil als Ort für königliche Feste sowie Kunstausstellungen auf einer ehemaligen Bastion der Stadtfestung errichtet. Auf der Südseite blieben dabei die Reste derStadtmauer erhalten. Hier steht dasKronentor, das der königlichenKrone nachempfunden ist. Als eines der ersten Gebäude wurde es nach demZweiten Weltkrieg wiederaufgebaut und restauriert.
„Zitronenpresse“, die Kuppel der Hochschule der Bildenden Künste
DieBrühlsche Terrasse erstreckt sich in der Innenstadt entlang des Elbufers. Sie ist eine Zusammenstellung aus mehreren Bauwerken und befindet sich auf der alten Stadtbefestigung etwa zehn Meter über der Elbe. DieKasematten, die ehemaligen unzugänglichen Wehranlagen der Stadt, unter der Terrasse sind in Form eines Museums begehbar. Gebäude, die zur Brühlschen Terrasse gezählt werden, sind zum Beispiel dasAlbertinum, dieKunstakademie und dieSekundogenitur. Am östlichen Ende befinden sich dieJungfernbastei und derBrühlsche Garten.
DasResidenzschloss Dresden war Wohnsitz dersächsischen Kurfürsten und später Könige. Es ist im Verlauf seiner Geschichte häufig erweitert und verändert worden. Es weist daher sehr viele Baustile in verschiedenen Flügeln und Teilen des Gesamtbauwerks auf. Die ältesten Strukturen lassen sich aufStichen des 15. Jahrhunderts erkennen. Der Georgenbau ist dabei einer der wenigen erhaltenen Renaissancebauten in Dresden. Der Wiederaufbau des Schlosses begann 1986 und ist im Jahre 2015 weit fortgeschritten und es wird umfangreich durch dieStaatlichen Kunstsammlungen Dresden genutzt. Als erstes eigenständiges Element der Schlossanlagen konnte derStallhof fertiggestellt werden. Zur architektonischen Einheit des Schlossplatzes zählen noch die Hofkirche (siehe unten), derFürstenzug und das erst Ende des 19. Jahrhunderts errichteteStändehaus.
Am Rand der Innenstadt befindet sich derGroße Garten, ein Park mit Merkmalen barocker Gartenbauweise und symmetrischer Wegführung, allerdings mit freien Verläufen von Bewaldung. Dort befindet sich dasSommerpalais. Der Große Garten gehörte nicht zum Weltkulturerbe.
Am Rande von Dresden, direkt an der Elbe, liegt dasSchloss Pillnitz. Dieses besteht aus drei Palais im barocken undchinamodischen Baustil und wurde als Sommerresidenz genutzt. Am Palais an der Elbseite liegt die berühmte Treppe zur Elbe, über die es möglich war, aus der Innenstadt perGondel an diesem Schloss zu landen. In die europäische Geschichte ging es über diePillnitzer Deklaration ein.
DieKulturlandschaft Dresdner Elbtal mit einer Ausdehnung von Schloss Pillnitz bis Schloss Übigau wurde im Jahr 2004 durch dieUNESCO in deren Liste derWelterbestätten aufgenommenen, 2009 mit dem Bau derWaldschlößchenbrücke jedoch wieder daraus gestrichen. Die UNESCO sah in der Brücke eine Gefährdung der Landschaft als Welterbe.
Das berühmteste Wahrzeichen der Stadt ist dieevangelischeFrauenkirche. Sie ist international bekannt alsMahnmal gegenKrieg und als Zeugnis vonVersöhnung. Die Frauenkirche wurde nach ihrer Zerstörung am 14. Februar 1945 infolge derLuftangriffe auf Dresden und langjährigem Wiederaufbau, der sich wesentlich überSpendengelder aus der ganzen Welt finanzierte, am 30. Oktober 2005 geweiht. Mit ihrer hohen und breitenKuppel beherrscht sie das Stadtbild, auf das man von der begehbaren Laterne an der Spitze einen Rundblick werfen kann. Das Original vonGeorge Bähr war eines der wenigen hervorragenden Beispiele für bürgerlichenBarock. Die Kirche wurde von 1723 bis 1743 erbaut und ersetzte einengotischen Vorläufer. Die Bauzeit von 17 Jahren war für damalige Zeiten sicher sehr schnell, wenn man bedenkt, dass der Wiederaufbau mit wesentlich besseren Kränen und Baugeräten etwa zehn Jahre dauerte. Die Kirche in ihrer alten Form wie in ihrem Neubau ist etwas mehr als 91 Meter hoch.
Die Katholische Hofkirche
Durch den Wiederaufbau der Frauenkirche ist dieKatholische Hofkirche wieder das zweithöchste Kirchengebäude der Stadt. Sie wurde zwischen 1739 und 1751 erbaut und im selben Jahr der Heiligsten Dreifaltigkeit („SanctissimaeTrinitatis“) geweiht. Ebenfalls am 13. Februar 1945 zerstört, wurde sie dennoch ab Juni 1945 weiter zur Feier von Gottesdiensten benutzt. 1962 konnte auch das Hauptschiff wieder genutzt werden. 1964 wurde die Hofkirche zurKon-Kathedrale (so viel wieMit-Kathedrale) erhoben. Durch den Umzug des Bischofs von Bautzen nach Dresden ist sie seit 1980Kathedrale desBistums Dresden-Meißen.
Evangelische Hauptkirche ist allerdings die am Südost-Rand desAltmarkts gelegeneKreuzkirche. Sie ist der größte Kirchenbau Sachsens und, durch Zerstörungen oder Brände mit anschließenden Wiederaufbauten in veränderter Form, seit dem 13. Jahrhundert überliefert.
DieSophienkirche, die amPostplatz in unmittelbarer Nähe des Zwingers stand, war eines der wenigen Bauwerke derGotik in der Stadt. Die Ruine dieser Kirche wurde trotz eines guten Erhaltungszustandes im Rahmen einer sozialistisch-antikirchlichen Einstellung abgetragen und musste derHO-Gaststätte „Am Zwinger“ weichen (von den DresdnernFresswürfel genannt), die ihrerseits den Start in die Marktwirtschaft nicht überlebte. Heute geben einerseits derCholerabrunnen, andererseits durch die Bemühungen bürgerschaftlichen Engagements, Elemente derBusmannkapelle der früheren Sophienkirche Auskunft über den vormaligen Standort. Mit ihr verbunden ist derSophienschatz imStadtmuseum Dresden.
Auch die in der Südvorstadt gelegeneZionskirche fiel – als damals eine der jüngsten Kirchen in der Stadt – dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer. Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1901 wurde die imJugendstil errichtete Kirche schließlich im September 1912 geweiht. In der Bombennacht vom 13. Februar 1945 brannte das Gotteshaus völlig aus. In einer Baracke in unmittelbarer Nähe der Ruine fanden ab 1949 Aktivitäten der evangelischen Studentengemeinde statt, die die Räumlichkeiten ab 1956 mit der Zionsgemeinde teilte. Im Juni 1981 wurde mit dem Bau derneuen Zionskirche in der Bayreuther Straße begonnen, der durch die Unterstützung der schwedischen Kirche möglich wurde. Deren feierliche Weihe fand am 31. Oktober 1982 statt.
Andere Kirchenruinen konnten vor einem Abriss bewahrt und zum Teil wieder aufgebaut werden. Von der im Neorenaissancestil errichtetenTrinitatiskirche inJohannstadt wurden der Turm und Mauerreste erhalten und einzelne Räume in den 1990er Jahren, nach Enttrümmerung und Sicherung der Ruine, wieder ausgebaut. Heute dient sie der evangelisch-lutherischen Johanneskirchgemeinde Dresden-Johannstadt-Striesen wieder als Kirchenraum, dem Förderverein als Veranstaltungsort, unter anderem für Konzerte, der Offenen Sozialen Jugendarbeit der Gemeinde als Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil und fungiert als Ausgabestelle derDresdner Tafel. DieSt.-Pauli-Kirche imHechtviertel wird von einem gemeinnützigen Verein intensiv als Sommertheater genutzt.
Die im Stadtteil Strehlen auf einer Anhöhe am Kaitzbach gelegeneChristuskirche entstand in den Jahren 1902–1905. Erbaut von den Dresdner ArchitektenSchilling & Graebner, stellt sie eine der modernsten und kühnsten Kirchenbauten ihrer Zeit in Deutschland dar und wird derReformarchitektur zugeordnet.
DieAlte Synagoge wurde während derReichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört. Der Architekt des von 1838 bis 1840 erbauten Sakralgebäudes warGottfried Semper. Aus dem alten Gebäude konnte nur einer der beiden Davidsterne gerettet werden. Fast exakt am selben Ort entstand der Bau derNeuen Synagoge, die am 9. November 2001 eingeweiht wurde.
Das ehemalige Centrum-Warenhaus war mit seiner Fassade ein bekanntes Beispiel für DDR-Architektur. Das Gebäude wurde abgerissen; an diesem Ort steht das EinkaufszentrumCentrum-Galerie.
In Dresden befinden sich viele Baudenkmäler des 19. und 20. Jahrhunderts. Die neudeutsche Romantik ist ebenso vertreten wieneoklassizistische Bauten und Gebäude derGründerzeit, desJugendstils und derModerne wiePostmoderne. Teilweise bauen diese neuen Bauwerke auf Vorgängern auf beziehungsweise dienen der Erneuerung dieser Bauwerke. In der Gegenwart werden in Dresden wieder Projekte von international bedeutsamen Architekten durchgeführt.
DasGebäude des Sächsischen Landtags besteht aus mehreren Flügeln. Der alte südliche, 1928 bis 1931 errichtete Teil gehört demBauhaus-Stil an und beherbergt jetzt die Büros der Abgeordneten. Ursprünglich wurde das Gebäude als Landesfinanzamt errichtet und nach 1945 bis 1990 durch dieSED-Bezirksleitung genutzt. Neu errichtet wurden der Glasflügel im Norden und die davorliegende „Neue Terrasse“ an der Elbe. DerPlenarsaal und die Räume für die Sitzung befinden sich entlang des Flusses in diesem Glasanbau. Ein weiteres Gebäude, das der Architektur der Weimarer Republik angehört, ist das 1930 eröffneteDeutsche Hygiene-Museum. Es befindet sich in Verlängerung der Hauptachse des Großen Gartens zwischen diesem und der Innenstadt. Dermehrflügelige Bau nimmt die Symmetrie des barocken Parks auf, ist also bewusst als modernes Bauwerk in die bestehende Stadtlandschaft integriert worden. Er trägt vor allem Stilelemente des späten Historismus und bedient sich als solches bei verschiedenen europäischen Baustilen.
Direkt gegenüber dem Landtag befindet sich dasKongresszentrum der Stadt. Es soll die Innenstadt nach Westen hin abschließen, besteht zu großen Teilen aus Glas und nimmt in seiner Form der Fassade die Kurven des Flusses auf. Eine weitere Einrichtung für große Veranstaltungen ist derKulturpalast, der von 1962 bis 1969 errichtet und 2013 bis 2017 umgebaut wurde. Er schließt den Altmarkt in Richtung der wiedererrichteten Frauenkirche ab und brach vor deren Rekonstruktion die Leere in der entkernten Stadt. Das sonstige Umfeld am Altmarkt wurde durch Gebäude im Stil des Neoklassizismus errichtet.
Am 10. November 2006 wurde der nach Plänen vonNorman Foster umgebaute und modernisierteDresdner Hauptbahnhof wiedereröffnet. Wie schon beimReichstag in Berlin oder demBritish Museum wird dabei die alte Struktur und Beschaffenheit des Gebäudes mit neuen Materialien und Formen kombiniert. Das Hauptaugenmerk beim Hauptbahnhof lag auf der Erneuerung des Daches, das mit einem lichtdurchlässigenTeflon-Glasfaser-Gewebe belegt wurde. Dabei heben sich die filigrane Stahlkonstruktion derBahnhofshalle und der schlicht fallende Stoff gegenseitig hervor. Durch dieDachform des reißfesten Stoffes ergeben sich weitere Einblicke in die Struktur derStahlträger. Ebenfalls nach Bestrebungen von Foster wurde die lange Zeit mit einem festen Dachbelag überbaute Glaskuppel der Empfangshalle wieder lichtdurchlässig gestaltet. Das Gebäude ist dadurch insgesamt heller und transparenter geworden.
Das (neue) Kugelhaus
Direkt am Hauptbahnhof befindet sich das neuerrichteteGlaskugelhaus. Der Gedanke eines Hauses inKugelform wurde erstmals 1928 in Dresden verwirklicht. Das für Ausstellungszwecke errichteteKugelhaus befand sich bis 1938 auf demMesse- und Ausstellungsgelände, dem heutigen Gelände derGläsernen Manufaktur. Das neue Kugelhaus, das eine reine Glasfassade hat, soll das Motiv der Kugel wieder aufnehmen.
Der dekonstruktivistische UFA-Kristallpalast
Eines der Gebäude der Moderne ist derUfa-Kristallpalast des ArchitekturbürosCoop Himmelb(l)au. Dieses mittlerweile bekannte Büro baute mit diesem Gebäude sein erstes großes Projekt. Es gehört trotz nutzungsbedingter Kompromisse zumDekonstruktivismus, was vor allem am großen Glaskubus des Baus zu erkennen ist.
Zu den der Überbetonung des Glases entgegengestellten Bauwerken gehört dieSynagoge, ein auch wegen der markanten Lage am alten Standort der 1938 in derReichspogromnacht zerstörtenSynagoge vonGottfried Semper direkt an der Elbe in seiner Gestaltung umstrittenes Gebäude. Sie besteht aus zwei Flügeln, dem Gebets- und Gemeinderaum. Der Gebetsraum ist nach außen fast völlig fensterlos. Auffällig an dem Gebäude sind die verdrehten senkrechten Kanten. Das Gebäude wurde 2001 zum Europäischen Gebäude des Jahres ernannt.
In der Auffassung von Glas sehr ähnlich ist dieSächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Die Auslage- und Lesebereiche der Bibliothek liegen größtenteils unter der Erde. Die einzige echte Fassade des Bauwerks besitzen die beiden aufragenden Riegel, die wenig Fensterfläche aufweisen. Eine natürliche Beleuchtung der Bibliothek wird über Lichtschächte und das große Glasdach des zentralen Lesesaals erreicht. Die Innenarchitektur wirkt ruhig und gleicht der einer Klosterbibliothek mit sehr vielen Nischen, Galerien und Säulen.
Am Rande der Innenstadt befindet sich dasSt. Benno-Gymnasium, einer der ersten Schulneubauten nach 1989. Das vonBehnisch Architekten entworfene Gebäude fällt durch seine aufgelockerte und farbige Gestaltung auf.
Blaues Wunder, Elbbrücke zwischen Blasewitz und Loschwitz
Dresden, beiderseits derElbe gelegen, weistmehrere Elbbrücken auf. Die berühmteste ist das 1893 fertiggestellteBlaue Wunder (eigentlichLoschwitzer Brücke). DieStahlfachwerkbrücke gehört zu den technischen Sehenswürdigkeiten und liegt etwa acht Kilometer stromaufwärts der Innenstadt zwischen Loschwitz und Blasewitz. Sie überspannt die Elbe über eine Länge von 141,5 m.
Blick stromaufwärts zur Carolabrücke, Elbe mit Wasserstand 65 cm, Juli 2015Die historische, 1910 ersetzte Augustusbrücke auf einemCanaletto-BildMarienbrücken: Eine Straßenbrücke und dahinter (hier weitgehend verdeckt) eine Eisenbahnbrücke
In der Innenstadt befinden sich vier Straßenbrücken und eine Eisenbahnbrücke:
DieAlbertbrücke folgt in der Brückenfolge auf die Waldschlößchenbrücke und wurde als letzte der Steinbrücken angelegt. Im Rahmen der spätestens seit 2008 notwendigen Sanierung, die letztlich 2014–2016 erfolgte, wurde die Brücke verbreitert und der ihr nördlich vorgelagerteRosa-Luxemburg-Platz umgestaltet.
DieCarolabrücke folgte etwa 640 Meter weiter. Sie war ursprünglich eine auf steinernen Pfeilern ruhende Bogenbrücke mit Bögen aus Stahlfachwerk, wurde aber nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch eine Spannbetonbrücke ersetzt. Zu DDR-Zeiten trug sie den NamenDr.-Rudolf-Friedrichs-Brücke. Mit der vierspurigen B 170 trug sie eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen der Stadt. Der westliche Brückenteil mit Straßenbahngleisen und einem Fuß- und Radwegstürzte im September 2024 ein, was zur Sperrung der gesamten Brücke führte.[90] Untersuchungen ergaben, dass der gesamte Brückenoberbau erneuert werden muss, woraufhin ihr Abriss bis Mitte 2025 erfolgte.
Weitere 600 Meter flussabwärts folgt dieAugustusbrücke. Sie ist ebenfalls seit ihrem Neubau, eingeweiht 1910 alsFriedrich-August-Brücke, eine Stahlbetonbrücke, allerdings historisierend in Bogenbauweise und von außen mit Sandstein verkleidet. An dieser Stelle befand sich im Strom die mittelalterliche steinerneDresdner Elbbrücke, die 1727–1731 unter August dem Starken aufwendig umgebaut und dann nach ihm benannt wurde. Die Reste der mittelalterlichen Brücke, wie auch der von Pöppelmann umgestalteten Brücke sind teilweise an beiden Elbufern erhalten geblieben. Die Brücke selbst liegt direkt im alten Stadtkern.
Die stromabwärts letzte Brücke im Stadtzentrum ist dieMarienbrücke, die zunächst eine kombinierte Eisenbahn-Straßenbrücke war. Im Zuge der Neugestaltung der Dresdner Eisenbahnanlagen des auslaufenden 19. Jahrhunderts besteht sie nunmehr aus zwei Brücken: flussaufwärts die eigentliche Marienbrücke, seit 1900 eine reine Straßenbrücke und flussabwärts eine seit ihrer Sanierung (und teilweisem Neubau) fünf- (vorher vier-)gleisige Eisenbahnbrücke. Um beide Brücken zu unterscheiden, meint der heutige Sprachgebrauch mit „Marienbrücke“ die Straßenbrücke, die zweite wird als „Eisenbahn-Marienbrücke“ bezeichnet.
Weiter flussabwärts liegt die zwischen den beiden Weltkriegen errichteteFlügelwegbrücke, die die StadtteileKaditz undCotta verbindet. Der Brückenüberbau wurde 2004 komplett ausgetauscht und trägt nun sechs Fahrstreifen der Westumfahrung Dresdens.
Weitere Brücken auf dem Stadtgebiet sind die ebenfalls erneuerteAutobahnbrücke der A 4 sowie dieNiederwarthaer Eisenbahnbrücke derBerlin-Dresdner Eisenbahn im äußersten Westen. Beide Brücken haben zusätzlich gesonderte Fuß- und Radwege. Dazu kommt die 2008 fertiggestellteStraßenbrücke zwischen dem OrtsteilNiederwartha undRadebeul, die direkt neben der dortigen Eisenbahnbrücke entstanden ist. Die Fertigstellung einer Vorlandbrücke und die Anbindung der Straßen verzögerte sich bis 12. Dezember 2011, da aus Gründen desHochwasserschutzes umfangreiche Umplanungen (Verlängerung von ursprünglich geplanten 68 m auf 112 m) an der Vorlandbrücke vorgenommen wurden.[91]
Für weitere Elbbrücken gab es seit 1867teilweise recht detaillierte Planungen, die zugunsten der Waldschlößchenbrücke jedoch immer wieder aufgegeben wurden.
An den Elbhängen im Stadtteil Loschwitz befinden sich die beidenDresdner Bergbahnen. DieStandseilbahn verbindet Loschwitz über eine 547 Meter lange Strecke mit dem 95 Meter höher gelegenen Stadtteil Weißer Hirsch. Auf gegenüberliegender Seite des Nebentals des Loschwitzbachs verbindet dieSchwebebahn die Stadtteile Loschwitz und Oberloschwitz. Sie überwindet auf 274 Metern Länge 84 Höhenmeter. Beide Einrichtungen zählen weltweit zu den ersten ihrer Art; die Standseilbahn wurde 1895, die Schwebebahn 1901, als erste Bergschwebebahn der Welt, eröffnet. Die Berghänge machen eine Fahrt mit diesen zu denDresdner Verkehrsbetrieben gehörenden Fortbewegungsmitteln sehr reizvoll. Die Hänge von Loschwitz gehörten vor 100 Jahren zu den teuersten Wohnflächen in Europa.
Nach 1905 entstanden unter dem StadtbauratHans Erlwein zahlreicheIndustriebauten, die bewusst so gestaltet waren, dass sie das Stadtbild in der Innenstadt so wenig wie möglich stören. Markantestes Beispiel dafür ist der unterDenkmalschutz stehendeErlweinspeicher, der wenige Meter hinter der Semperoper liegt. Er gehört zu den ersten in Stahlbetonbauweise errichteten Gebäuden. Damit das zehngeschossige Gebäude nicht zu grob wirkt, hat Erlwein das Dach und die Fassade in kleinen Strukturen gebrochen. Im Frühjahr 2006 wurde der Umbau des Speichers in ein Hotel abgeschlossen. Weitere bedeutende Gebäude von Erlwein sind derGasometer in Reick und der (neue)Schlachthof imOstragehege, in dem sich seit 1999 dieMesse Dresden befindet.
DerAlte Schlachthof liegt auf der anderen Elbseite in der Leipziger Vorstadt und wird als Veranstaltungsort für Konzerte genutzt.
Die einer Moschee nachempfundene Tabak- und Zigarettenfabrik „Yenidze“Fabrikgebäude der Zigarettenfabrik Yenidze
In Sichtweite des Erlweinspeichers wurde von 1908 bis 1909 die TabakwarenfabrikYenidze im Stil einerMoschee erbaut, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Sie wird immer wieder für einenSakralbau gehalten. Der Baustil war damals insbesondere wegen der Distanz zurorientalischen Kultur äußerst umstritten. Seit seiner Restaurierung 1996 dient das Gebäude als Bürokomplex.
Einmalig in seinem Aufbau ist der Hauptbahnhof: Der mittlere Teil ist als ebenerdiger Kopfbahnhof für Züge aus Richtung Leipzig, Nürnberg oder Berlin errichtet. Auf beiden Seiten gibt es aber durchgängige Hochbahnsteige Richtung Prag, mit jeweils zusätzlicher Bahnhofshalle. Das Empfangsgebäude befindet sich auf der Stirnseite des Kopfbahnhofteils zwischen den Durchgangsgleisen.
DerFernsehturm befindet sich am Rand des östlichen Hochlands und ist 252 Meter hoch. Er überragt die Stadt aufgrund der Berglage um etwa 370 Meter und wurde 1969 eröffnet. Bis 1991 befand sich eine gastronomische Einrichtung auf knapp 150 Metern Höhe, also etwa 268 Meter über der Stadt. Ebenfalls am Elbhang, wenngleich am südlichen in der nordwestlich gelegenen OrtschaftCossebaude, liegt dasPumpspeicherwerk Niederwartha. Es wurde 1930 erbaut und hat eine Leistung von 120 Megawatt. Aus dem oberen Becken strömt das Wasser 143 Meter in das untere, das an der Elbe liegt.
Goldener ReiterDenkmal an die 1938 zerstörteAlte Synagoge
Die bekanntesteSkulptur in Dresden ist derGoldene Reiter, ein AbbildAugusts des Starken im römischen Schuppenpanzer hoch zu Ross. Er scheint alsKönig von Polen in Richtung Warschau zu reiten. Das Denkmal befindet sich auf derHauptstraße in der historischen Neustadt. Das Modell stammt vermutlich von HofbildhauerJean Joseph Vinache. Der KanonenschmiedLudwig Wiedemann (1690–1754)trieb die Figuren 1733 in Kupfer. Im selben Jahr starb August der Starke und erlebte die Aufstellung seines Denkmals nicht mehr. 1735 wurde die erste Feuervergoldung aufgebracht, die Denkmalweihe fand am 26. November 1736 statt. Die Figuren sind heute mitBlattgold beschichtet.
Ganz in der Nähe desGoldenen Reiters befindet sich ein Denkmal für Augusts HofnarrenJoseph Fröhlich, und zwar an der Stelle, wo bis 1945 dessen Wohnhaus stand, das sogenannteNarrenhäusel.
Aus Dankbarkeit, dass die Stadt von derCholera verschont blieb, wurde derCholerabrunnen 1846 auf dem Postplatz errichtet. Aus Platzgründen (der Postplatz war bereits um 1920 das Drehkreuz desDresdner Straßenbahnnetzes) wurde er später etwas abseits des Platzes in die Nähe der Hofkirche verlegt. Er ist eines der wenigen Bauwerke derNeugotik in Dresden.
AmAlbertplatz befindet sich ein 240 Meter tieferartesischer Brunnen, der ursprünglich der Trinkwasserversorgung in der damals stark wachsendenAntonstadt dienen sollte, dies aber nie erreichen konnte. Auf dem Albertplatz befinden sich zwei Zierbrunnen, stadteinwärts links„Stille Wasser“ und „Stürmische Wogen“ stadteinwärts rechts, auf dem parkähnlichen und kreisrunden Albertplatz, zwischen denen sich die Straßenbahnhaltestellen befinden. Eine historische und ebenfalls sehr berühmte Brunnenanlage ist dasNymphenbad imZwinger.
Zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus wurden seit 2009über 100 Stolpersteine verlegt.
Die Leistung der Dresdner Frauen bei der Enttrümmerung nach demZweiten Weltkrieg wird durch das Denkmal derTrümmerfrau vonWalter Reinhold von 1952 gewürdigt. Es steht, nach 1990 in Bronze neu gegossen, in einer Grünanlage vor dem Neuen Rathaus. Dieses Denkmal war das erste seiner Art in der DDR.
In Dresden befinden sich etwa 300Brunnen,Wasserspiele undFontänen. Darunter sind auch moderne Anlagen wie die „Pusteblumen“ auf derPrager Straße (diese sind den Springbrunnen aus sozialistischen Zeiten nachempfunden, die sich am selben Ort befanden) oder die Brunnen vor dem Hauptbahnhof, in denen sich das Glasdach der darunterliegenden Tiefgarage befindet.
Dresden hat sowohl auf eigenem Stadtgebiet als auch im Umland zahlreiche Ausflugsziele. Gerade der touristische Wert der Stadt ergibt sich aus der Nähe zu einigen für sich schon bekannten Regionen oder Bauwerken, wie zum BeispielSchloss Moritzburg, Meißen, dem Erzgebirge sowie der Sächsischen Schweiz. Dorthin bieten sich vor allem Fahrten mit den neun historischenRaddampfern der Sächsischen Dampfschiffahrtsgesellschaft an – jeder für sich ein Technikdenkmal.
DerSchillergarten, eine alte Gaststätte in Blasewitz, liegt direkt neben demBlauen Wunder. Bekannt istFriedrich Schillers Verewigung der Tochter des damaligen Wirts alsGustel von Blasewitz inWallensteins Lager. Der unmittelbar an das Blaue Wunder anschließende Schillerplatz ist eines der bedeutendsten Stadtzentren außerhalb der Innenstadt.
Weite Teile des Stadtgebietes dienen der Naherholung; einige Stadtteile sind ehemalige Kurorte. Die Gesamtgröße der Erholungsflächen in Dresden beläuft sich auf 1561 Hektar (30,5 m² je Einwohner).[6] Davon sind 890 Hektar öffentliche Grünflächen und Erholungsanlagen.[7] Des Weiteren existieren in Dresden 369 Kleingartenanlagen auf einer Fläche von 792 Hektar.[92] Ungefähr 50.000 Dresdnerinnen und Dresdner sind aktive Kleingärtner (Stand: Ende 2009).[93] Außerdem gibt es in der Stadt 58 Friedhöfe mit einer Gesamtfläche von 196 Hektar, mehr als 50.000 Straßenbäume sowie etwa 900 öffentlich zugängliche Spielplätze.[7]
Im Nordosten der Stadt liegt dieDresdner Heide. Sie bedeckt mit 58 Quadratkilometern etwa 15 % der heutigen Stadtfläche. Sie wird von den Stadtteilen und OrtschaftenKlotzsche,Weixdorf undLangebrück umfasst.
Südlich schließen direkt an die Dresdner Heide dieElbwiesen an. Diese landwirtschaftlich genutzten, flussnahen Grünflächen durchziehen die gesamte Stadt und bilden damit etwa 5 % des Stadtgebiets. Direkt an die Elbwiesen schließen dabei verlandete Altarme der Elbe an, die ebenfalls weitestgehend Weideflächen, Feucht- oder Trockenwiesen geblieben sind.
Etwa einen Kilometer flussaufwärts der Altstadt befinden sich die drei DresdnerElbschlösser mit ihren Parkanlagen:Schloss Albrechtsberg,Lingnerschloss (Villa Stockhausen) undSchloss Eckberg. Sie bilden den Anfang desDresdner Elbhangs, der ab dort bis zur Stadtgrenze im Osten verläuft. An diesen Hängen, die teilweise an die Dresdner Heide grenzen, befinden sich 24 Hektar Weinanbauflächen.
Zentral auf Altstädter Elbseite liegt derGroße Garten, in dem derZoologische Garten Dresden, dieParkeisenbahn (ehemalige Pioniereisenbahn), derBotanische Garten der TU Dresden und derCarolasee liegen. Der Große Garten ist im Grundriss rechteckig, 1,9 Kilometer lang und knapp 2 Quadratkilometer groß. An den Großen Garten schließen sich weitere Parkanlagen wie dieBürgerwiese und derBlüherpark an, weitere kleine Parks wie derRothermundt- und derBeutlerpark befinden sich unweit davon in angrenzenden Stadtteilen. Auf der Neustädter Elbseite liegen an der Albertbrücke derStauden- und derRosengarten, beide in den 1930er Jahren angelegt.
Mit demAlaunpark und demAlbertpark gibt es in der Neustadt zwei große Parkanlagen. Weitere große Parks sind derWaldpark Blasewitz und derSchlosspark Pillnitz, in dem diePillnitzer Kamelie steht. Der etwa 200 Jahre alte Baum gilt als ältesteKamelie in Europa. Besonders die Zeit der reichen Blüte des Baums zwischen Februar und April zieht viele Besucher an.
Ein früher Fußballverein war derDresden English Football Club. In den Kriegsjahren des Zweiten Weltkriegs konnte derDresdner Sportclub (DSC) um den Nationalspieler und späteren BundestrainerHelmut Schön jeweils zweimal den deutschen Pokal (Tschammerpokal) und die deutsche Meisterschaft erringen. Der Dresdner SC spielt mittlerweile nur noch im Amateurbereich. Wesentlich erfolgreicher als die Herrenfußball-Abteilung des DSC ist heute dieDamenabteilung des DSC im Volleyball, die seit ihrem Aufstieg in dieBundesliga sechsmal Deutscher Meister und 2010 Sieger des Challenge Cup (Europapokal) wurde.
Der heute höchstklassierte FußballvereinSG Dynamo Dresden spielte ab 1968 bis 1991 ununterbrochen in derOberliga, der höchsten Spielklasse im DDR-Fußball. Insgesamt achtmal gelang der Mannschaft der Gewinn der Meisterschaft. Unter den 98 Europapokal-Spielen war der größte Erfolg das Erreichen desUEFA-Pokal-Halbfinales 1989. Als Vizemeister in der letzten Saison der Oberliga qualifizierte sich Dynamo für dieFußball-Bundesliga, in der der Verein bis 1995 spielte. Dann musste er wegen Lizenzentzugs in dieRegionalliga absteigen. Später wurde bei der Reform der Regionalligen der qualifizierende Platz verpasst, wodurch der Verein gezwungen war, in der Oberliga zu spielen. Nachdem Dynamo Dresden zwischenzeitlich in der Regionalliga spielte, pendelt der Verein in den letzten Jahren zwischen der3. Fußball-Liga und der2. Bundesliga. Die hohe Schuldenlage aus der Erstligazeit und die geringeren Einnahmen in den unteren Spielklassen führten beinahe zum Konkurs des Vereins, seit 2016 ist er jedoch wieder schuldenfrei. Die Heimspielstätte, dasRudolf-Harbig-Stadion, wurde komplett abgerissen und durch einen 2009 eröffneten Stadionneubau ersetzt. Das neue Stadion war ein Schauplatz derFrauen-Fußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland.
Joynext Arena, Spielstätte der Dresdner EislöwenDresden Citylauf, 2012
Erfolgreiche Sportvereine in anderen Sportarten sind dieDresden Monarchs, die in derGFL, der ersten Bundesliga desAmerican Football spielen, der HC Elbflorenz, der in der 2. Handballbundesliga spielt und dieDresdner Eislöwen, die in derDEL2 spielen. Die AbteilungPara-Eishockey (Dresden Cardinals) spielt in der ersten Liga.
Dresden ist zudem ein historisches Schachzentrum in Deutschland. Dem Dresdner Schachbund gehören mehr als zehn Schachvereine, teils mit langer Tradition, an; im Jahr 2008 wurde hier dieSchacholympiade ausgetragen.
ImBreitensport sehr erfolgreich ist dasDresdner Nachtskaten, das als erste Veranstaltung dieser Art nächtliches Skaten auf verschiedenen Routen durch die Stadt ermöglicht. Diese Veranstaltungen finden den ganzen Sommer über statt.
Der ältesteMannschaftsduathlon Deutschlands – der100km-Duathlon – findet seit 1996 jedes Frühjahr statt und verläuft auf einer 100 km langen Wettkampfstrecke rund um Dresden.[95]
Eine AbteilungRollstuhltanz (Breitensport) gibt es im Tanzclub Saxonia e. V. Dresden (in Kooperation mit dem Verein Eureha e. V.).[96] Darüber hinaus wird im Rollstuhl-Turniertanz trainiert, um an die Erfolge der vergangenen Jahre anzuknüpfen, wo ein Paar mehrfacher Deutscher Meister war und 2004 einen 3. Platz bei der WM in Tokio erreichte.
Sächsischer Bergsteigerbund mit 16.984 Mitgliedern (Stand: 31. Dezember 2021);[97] zweitgrößter Verein in Dresden, größte DAV-Sektion in Sachsen, gegründet am 1. März 1911
Jahrelang wurde die Modernisierung von Sportstätten vernachlässigt. Am 19. November 2007 begann der Abriss des altenRudolf-Harbig-Stadions. Die zuletzt max. für 23.000 Zuschauer zugelassene Arena wurde durch einen Stadionneubau an gleicher Stelle ersetzt, der am 15. September 2009 fertiggestellt wurde. Das neue Stadion, das als reine Fußballarena konzipiert wurde und in der Regel somit als Fußballstadion, aber teilweise auch für American Football, Konzerte und als Kongressstätte derZeugen Jehovas genutzt wird, bietet Platz für maximal 32.249 Zuschauer und war Austragungsort von drei Vorrunden- sowie einem Viertelfinalspiel derFußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011.
Das zweite große Stadion ist dasHeinz-Steyer-Stadion, das 2021–2024 zu einer Multifunktions-Sportstätte umgebaut wurde, rund 10.400 Sitzplätze hat (davon 5.400 überdacht) und mit mobilen Tribünen für große Sportveranstaltungen bis auf 15.000 Zuschauerplätze erweiterbar ist.[100] Es liegt imSportpark Ostra in derFriedrichstadt direkt an derMarienbrücke.
2021 bewarb sich die Stadt alsHost Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Puerto Rico ausgewählt.[101] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[102] Im August 2025 findet in Dresden mit den 25.World Transplant Games eine internationale Multisportveranstaltung statt, die alle zwei Jahre den Amateursport unter Organtransplantationsempfängern, Lebendspendern und Spenderfamilien fördert. Etwa 3.000 Teilnehmer aus 60 Nationen werden in 17 verschiedenen Sportarten antreten.[103]
Der Studentenclub „Bärenzwinger“ unter der Brühlschen Terrasse
DieÄußere Neustadt ist eines der größten erhaltenen Stadtgebiete derGründerzeit in Deutschland. Gleichzeitig befindet sich dort das mit etwa 175 gastronomischen Einrichtungen größteSzene- undKneipenviertel der Stadt. Hervorgegangen aus dem schlechten Zustand der Bausubstanz entwickelte sich dort eine alternative Kulturszene in der Stadt. 1989 bildeten einige Bewohner aus Protest eine Interessengemeinschaft gegen die schlechte Wohnraumsituation undAbrisspläne, riefen 1990 dieBunte Republik Neustadt aus und begründeten damit den Charakter eines Szeneviertels.
Dort ist die höchste Konzentration an Clubs, Bars und Kneipen in der Stadt. Das Spektrum der Lokale ist sehr vielseitig und reicht von Jazzbar, Indie- und Elektroclubs bis Kleinraumdisko.
Auf südlicher Elbseite, in der Nähe der Hochschulen, befinden sich die dreizehnStudentenclubs der Stadt. Die meisten werden vomStudentenwerk Dresden unterstützt, sind aber in der Regel selbständige Vereine. Bereits in den 1960er Jahren ins Leben gerufen, ist der „Bärenzwinger“ imGewölbe der ehemaligenKasematten unter derBrühlschen Terrasse einer der ältesten und der einst bekannteste Studentenclub in Dresden. Die anderen Klubs liegen meist an, teilweise in den Wohnheimen sowie in den Mensen der Technischen Universität und der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Seit der Verkleinerung des Bärenzwingers im Jahre 2000 zählt heute unter anderem der „ClubMensa“ (CM) zu den bekanntesten Studentenclubs in Dresden.
Sehr bekannt ist der 1977 gegründeteJazzclub Tonne, der von 1979 bis 1997 im Tonnengewölbe der Ruine desKurländer Palais residierte. Danach befand er sich in Gewölbekellern imWaldschlösschen-Areal und in derInneren Neustadt, wurde nach einer Insolvenz neu gegründet und befindet sich seit 2015 wieder im zwischenzeitlich wiederaufgebauten Kurländer Palais. ImFelsenkellergelände befand sich von 2002 bis 2013 der Techno-ClubTriebwerk.[104]
Im als „Industriegelände“ bekannten Industriegebiet nördlich der Innenstadt in Richtung Klotzsche haben nicht wenige Industriegebäude eine Umnutzung zu Diskothek- und Konzertsälen erfahren (Kulturzentrum Strasse E), so dass sich in dem Gebiet mittlerweile an Wochenend-Nächten mehr Menschen aufhalten als an Arbeitstagen. Zu den bekannten Clubs im Industriegelände gehören unter anderemSektor Evolution,Objekt klein a undClub Paula. Weitere Clubs und Veranstaltungsorte für Konzerte befinden sich im Areal des Alten Schlachthofs, einem Industriedenkmal in der Leipziger Vorstadt, unter anderemKlub Neu,Alter Schlachthof undClub Puschkin.
Weiterhin gehören zum NachtlebenKonzertsäle und -häuser, die dauerhaft oder vorübergehend für Veranstaltungen mit Bühnen genutzt werden. Dauerhafte Konzerteinrichtungen sind derAlte Schlachthof, der bis zu 1800 Besucher fasst, der „Beatpol“ (bis 2007: „Starclub“) in Briesnitz und die Freilichtbühne „Junge Garde“ imGroßen Garten. Gelegentlich werden für Konzerte dieMesse imNeuen Schlachthof, das Kongresszentrum sowie Teile des Campus der Technischen Universität und der Elbwiesen genutzt. Bei denFilmnächten am Elbufer finden ebenfalls Konzerte statt.
In Dresden gibt es das ganze Jahr über verschiedeneFestivals und Großveranstaltungen. Insbesondere die musikalischen Veranstaltungen genießen internationale Bedeutung. Stadtteilfeste mit verschiedenem Hintergrund ergänzen dieses Angebot.
1971 wurde das ersteInternationale Dixieland-Festival ausgetragen. Mittlerweile gehört es zu den weltweit bedeutendstenJazz- undBluesveranstaltungen. Mit jährlich etwa 500.000 Besuchern ist es außerdem die größte Kulturveranstaltung in Sachsen. Elemente des Festivals wie dieJazzmeile, die sich quer durch die Stadt zieht, sind ohne Eintritt erreichbar. Der Hauptteil des Festivals findet aber auf viele Clubs und Bars verteilt statt.
Gegenüber der Altstadtsilhouette finden seit 1990 jedes Jahr dieFilmnächte am Elbufer statt. Schon beim ersten Mal dauerte die Veranstaltung zehn Tage. Mittlerweile ziehen Filme, Veranstaltungen und Konzerte in rund 60 Tagen 150.000 Zuschauer an, wodurch die Veranstaltung als die größte ihrer Art in Deutschland gilt.
Eine Veranstaltung mit politischem Ursprung ist dieBunte Republik Neustadt. Von 1990 bis 1993 bestand im StadtteilÄußere Neustadt aus Protest gegen die maroden Wohnbedingungen die gleichnamigeMikronation. Bereits 1990 gab es ein entsprechendes Stadtteilfest, das weiterhin veranstaltet wird. 2001 und 2002 kam es während des Festes zu Ausschreitungen, während die letzten Jahre friedlich verliefen. Das Fest ist eines der alternativen Szenekultur geblieben.
Im Sommer finden Veranstaltungen in den Abend- und Nachtstunden statt. Ende Juni oder Anfang Juli laden die Forschungseinrichtungen und Hochschulen zurLangen Nacht der Wissenschaften ein. Für die Hochschulen, Institute und die kooperierendenTechnologieunternehmen bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, Arbeiten einem großen Publikum vorzustellen. Seit 1999 findet Anfang Juli die Museumssommernacht statt. 2015 wurde diese in Museumsnacht umbenannt und fand 2016 und 2017 aufgrund eines Besucherrückgangs in den Vorjahren (durch oftmals am selben Tag stattfindende Spiele von Fußball-Welt- und Europameisterschaften) am dritten Septembersonnabend statt, seit 2018 wird sie ohne Nennung von Gründen wieder im Juli veranstaltet. Einem ähnlichen Konzept folgt seit 2003 die Nacht der Kirchen, bei der etwa sechzig Kirchen und Gemeindehäuser christlicher Konfession ihre Türen öffnen. Sie findet seit einiger Zeit alle 2 Jahre statt, 2016 fiel sie wegen des Deutschen Evangelischen Posaunentages aus und pausiert seitdem.
Im August findet dasDresdner Stadtfest statt. Es erstreckt sich über die gesamte Innenstadt. Neben Live-Musik bietet es ein auf Familien zugeschnittenes Programm, das jährlich etwa 500.000 Gäste zählt.
Weitere Festivals und Veranstaltungen im Sommer sind das Dresdner Kunstfest, die Kulturnacht und das Nachtskaten, das vielfach im Sommer freitags stattfindet. Dabei rollen mehrere tausend Inlineskater einen Parcours auf gesperrten Straßen durch die Stadt.
Im Herbst findet dasVolkstanzfest und Drehorgeltreffen statt. Weitere Veranstaltungen im Herbst sind dieDresdner Tage der zeitgenössischen Musik, das LiteraturfestivalBardinale und dasFestival der Zauberkunst sowie alle zwei Jahre derTag der Dorfkirchen. 1997 fand als Höhepunkt der Zauberkunstaktivitäten in Dresden die jeweils dreijährlich stattfindende Weltmeisterschaft des internationalen DachverbandsFédération Internationale des Sociétés Magiques statt.
Seit 2004 findet jährlich an einem Wochenende im Herbst dieCCC-Veranstaltung „Datenspuren“ statt.
Dresden im Winter, Blick unter der Marienbrücke zur Stadt, Februar 2012575. Dresdner Striezelmarkt, 2009
Während derAdventszeit findet derDresdner Striezelmarkt statt. Dieser seit 1434 bestehendeWeihnachtsmarkt ist einer der ältesten in Deutschland. Er wird in der Regel auf dem Altmarkt errichtet und gehört zu den größten Touristenattraktionen in der Weihnachtszeit. Der Name des Marktes leitet sich von seinem Hauptprodukt, demDresdner Stollen („Striezel“), ab. Ein Höhepunkt des Marktes ist dasDresdner Stollenfest. Die Frage, ob derBautzener Wenzelsmarkt oder der Striezelmarkt der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands sei, klärte das Rekord-Institut Hamburg im Dezember 2015. Der Wenzelsmarkt istDeutschlands ältester in einer Chronik erwähnte Weihnachtsmarkt, der Striezelmarkt derälteste mit einer Urkunde bestätigte Weihnachtsmarkt Deutschlands.[105][106]
Gleichzeitig mit dem Striezelmarkt findet jährlich ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt imStallhof desResidenzschlosses statt, an einigen weiteren Orten in der Stadt wie Prager Straße, Neumarkt oder Hauptstraße gibt es parallel dazu weitere Weihnachtsmärkte.
Am 13. Januar 2006 fand erstmals seit 67 Jahren wieder derDresdner Opernball in der Semperoper statt. Mittlerweile findet der Opernball regelmäßig jedes Jahr statt und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Stargast des Opernballs 2009 war der russische Ministerpräsident Wladimir Putin.
Im Februar findet das Fest sächsischer Puppen- und Marionettenspieler statt.
Dresden bildet das Zentrum des gegenwärtig wirtschaftsstärksten Raums der neuen Bundesländer und gehört zu den wirtschaftlich stärksten Räumen in Deutschland. Im Jahre 2016 erbrachte Dresden, innerhalb der Stadtgrenzen, einBruttoinlandsprodukt (BIP) von 20,725 Milliarden Euro und belegte damit Platz 15 innerhalb derRangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im Jahr 2017 bei 39.134 Euro[107] (Sachsen: 31.453 Euro, Deutschland 41.358 Euro). In der Stadt gab es 2020 ca. 341.000 erwerbstätige Personen.[108] DerKaufkraftindex pro Einwohner lag 2013 bei 90,1 (Deutschland: 100).[109] Es ist zu beobachten, dass der Kaufkraftindex pro Einwohner jährlich abnimmt.[109] Im europäischen Vergleich erhielte Dresden einen Index von etwa 121 (EU-27: 100) im Vergleich zum ehemaligenDirektionsbezirk Dresden 87,7, Sachsen 86,1 und Deutschland 115,1.[110] Besonders hohen Anteil an der gesamten wirtschaftlichen Leistung hat das verarbeitende Gewerbe. Allein die Unternehmen der Mikroelektronik erreichten mehr als drei Milliarden Euro Umsatz.
Im sogenanntenZukunftsatlas 2016 belegte die Stadt Dresden Platz 28 von 402Landkreisen undkreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „sehr hohen Zukunftschancen“. Laut der Studie belegt Dresden damit den ersten Platz unter allen Städten und Landkreisen in Ostdeutschland.[111] ImZukunftsatlas 2019 wird Dresden auf Rang 41 gelistet, der Stadt werden dennoch „sehr hohe Zukunftschancen“ zugesprochen.[112]
Die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt betrugen 2018 305 Millionen Euro. Die Zweitwohnungssteuer erbrachte 2022 1,3 Millionen Euro Einnahmen.[113] 41.625 Personen über 18 Jahren waren 2019 überschuldet (9,25 Prozent).
In Dresden waren 2024 ca. 197.600 private PKW zugelassen, das sind 63,3 pro 100 Haushalte.
Ende 2019 waren in Dresden 15.700 Menschen (5,3 Prozent) arbeitslos, das ist der niedrigste Stand seit 1990. Im März 2020 lag der Anteil der Arbeitslosen in Dresden im Vergleich zu allen zivilen Erwerbspersonen bei 5,5 Prozent. Als absolute Zahl wurden 16.410 Personen angegeben.[114] Rund ein Drittel der Arbeitslosen sind langzeitarbeitslos, im Oktober 2018 waren das 5.470.[115] DieArbeitslosenquote in Dresden lag 2019 durchschnittlich bei 5,3 Prozent.[115] Aufgrund derCOVID-19-Pandemie wuchs im April 2020 die Arbeitslosenquote auf 6,2 Prozent (18.426 Arbeitslose), im Mai 2020 auf 6,4 Prozent (19.254 Personen), im Juni 2020 auf 6,5 Prozent (19.479), im Juli 2020 auf 6,7 Prozent (19.950) und im August 2020 auf 6,8 Prozent (20.419).
Im Mai 2023 gab es 18.100 Arbeitslose (Quote von 5,9 Prozent), davon durch Flucht vor demrussischen Überfall auf die Ukraine etwa 5.000 ausländische Arbeitslose.[116]
Ende 2025 gab es in der Stadt 21.797 Arbeitslose (Quote 6,9 Prozent), das ist seit Dezember 2024 ein Anstieg um 1.474 Personen. Die Zahl der offenen Stellen betrug ca. 4.200.[117]
Etwa 282.800sozialversicherungspflichtige Beschäftigte arbeiteten 2024 in der Stadt.[118] Von 2014 zu 2024 wuchs die Zahl der Erwerbstätigen in Dresden um fast 11 Prozent.
Aufteilung:
88.000 Beschäftigte gibt es in öffentlicher Verwaltung, Schul-, Gesundheits- und Sozialwesen,
52.000 Beschäftigte in Handel, Verkehr, Lager und Gastgewerbe,
38.000 Beschäftigte im produzierenden Gewerbe ohne Bau,
11.000 Beschäftigte im Baugewerbe.
14.000 Beschäftigte sind vom Tourismus abhängig.
Es gibt ca. 98.000 Einpendler, der höchste Wert seit Jahren, vor allem aus Freital, Radebeul, Pirna, Heidenau und Radeberg.[116] In der Stadt haben etwa 237.000 Arbeitnehmer ihrenErstwohnsitz, von ihnen sind ca. 59.000 Auspendler. Durch den Saldo der Aus- und Einpendler von knapp 40.000 Personen ist Dresden eineEinpendlerstadt.[119]
Im Stadtgebiet entfällt eine Fläche von 307 Hektar auf Betriebsflächen, 10.885 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt.[6]
Touristenattraktion: Ballonfahren über Dresden, Start eines Heißluftballons vor der Brühlschen Terrasse / Frauenkirche
Im Rekordjahr 2019 gab es 2,3 Millionen Übernachtungsgäste, darunter etwa 20 Prozent aus dem Ausland. 2024 konnte die Zahl von 2,27 Millionen Übernachtungsgäste erreicht werden, darunter 18,8 Prozent aus dem Ausland. Die größten Gruppen der ausländischen Gäste kamen aus Polen sowie weitere Gäste aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und den Vereinigten Staaten. Der Zeitraum mit den höchsten Besucherzahl in der Stadt war der Dezember.[120][121]
163 Hotels und Beherbergungsstätten mit jeweils mehr als 10 Betten boten im Jahr 2021 zusammen über 22.000 Betten an.[122] Dabei gibt es 26Hotels derOber- und Luxusklasse. Zusammen mit derMesse Dresden und demKongresszentrum versucht sich die Stadt als Kongress- und Tagungsort zu profilieren. Die Sächsischen Spielbanken betreiben in Dresden dieSpielbank Dresden imCafé Prag, eine von dreiSpielbanken in Sachsen.
In der Stadt sind vor allem Unternehmen aus dem Bereich Mikroelektronik, Informations- und Biotechnologie sowie Elektrotechnik tätig, die die Nähe der Universität und zahlreicher Forschungsinstitute nutzen. Die Kompetenzfelder der Stadt liegen in den Bereichen
Mikroelektronik, Informations- und Kommunikationstechnologie
Neue Werkstoffe und Nanotechnologie
Maschinen- und Anlagenbau/Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrttechnik, Solartechnik
Biotechnologie, Pharmazie und Impfstoffe
Tourismus, Handel und Märkte
Bildung, Kunst-, Geistes- und Sozialwissenschaften
Viele der Kompetenzfelder entstanden nicht erst nach derWende oder nach derJahrtausendwende 1999/2000. Einige, wie zum Beispiel die Mikroelektronik, besaßen schon vor 1989 in Dresden ein Zentrum und wurden erfolgreich ausgebaut.
Durch die Möglichkeiten der engen Zusammenarbeit der Industrie mit den hier ansässigen Universitäten und Forschungseinrichtungen entwickelt sich die Stadt immer mehr zu einem der führenden Zentren der Halbleiterfertigung in Europa. So entstanden über die Jahre neue Fertigungsstätten führender Unternehmen wieGlobalfoundries undInfineon. Globalfoundries will bis 2028 5.000 Quadratmeter neue Produktionsfläche errichten. Ein neues Halbleiterwerk derRobert Bosch GmbH wurde 2021 eröffnet. Die Jenoptik AG eröffnete 2025 eine Fabrik in Dresden.[123]
Der taiwanesische Chip-HerstellerTSMC wird mit fünf Milliarden Euro Subventionen gefördert und hat mit dem ersten Spatenstich am 20. August 2024 mit dem Bau eines Werks derESMC im Airport-Park in Dresden-Rähnitz begonnen. Die Genehmigung der EU liegt vor.[124] Die Investition beträgt 10,5 Milliarden Euro. Es wird die größte Einzelinvestition eines Unternehmens in Sachsen seit 1990. Ende 2027 soll mit 2.000 vorgesehenen Arbeitsplätzen die Produktion v. a. mit Chips für die Autoindustrie beginnen.[125] 200 Arbeitskräfte sollen direkt aus Taiwan kommen. Indirekt könnten mit der Ansiedlung bis zu 11.000 neue Jobs geschaffen werden. ESMC sucht vor allem die Nähe zu den Universitäten in Dresden, Chemnitz und Freiberg. Ob bis zum Firmengelände die Straßenbahnlinie 8 der DVB verlängert wird, ist offen.[126]
Durch Forschungsarbeit im Bereich der Nanotechnologie und Werkstoffe erhofft man sich, führender Wirtschaftsstandort der aufkommendenNanoelektronik, die einen Quantensprung für die elektronische Datenverarbeitung darstellen wird, zu werden. An der wirtschaftlichen Nutzung von besonderen elektromagnetischen Eigenschaften vonSupraleitern (Meißner-Ochsenfeld-Effekt) wird ebenfalls gearbeitet.
Neben der Mikroelektronik- und Halbleiterindustrie ist die Softwareindustrie vertreten, etwa durch dasT-Systems-TochterunternehmenT-Systems MMS sowie die Niederlassungen der SoftwareherstellerSAP,Amazon,GoTo und der polnischenComarch. Ebenfalls findet man drei derBig-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in Dresden vor:EY,KPMG undDeloitte. Es sind zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen sowie Startups im Bereich Softwareentwicklung vorhanden, wieLovoo.
Nach der Wende hatSiemens in Dresden einen Standort errichtet. Der Konzern kaufte 1991 von der Treuhandanstalt dasTransformatoren- und Röntgenwerk „Hermann Matern“, das auf dieKoch & Sterzel AG zurückgeht. Um dieses Werk herum im Stadtteil Übigau übernahm der Konzern eine Grundstücksfläche von rund 350.000 Quadratmetern.
Volkswagen ließ in derGläsernen Manufaktur am Großen Garten das Luxusfahrzeug (VW Phaeton) der Muttermarke desVolkswagen-Konzerns herstellen. Im März 2016 wurde im 15. Jahr nach Inbetriebnahme die Fertigung eingestellt und nach einem Umbau der Anlagen zwischenzeitlich im April 2017 die nichtexklusive Fertigung dese-Golf aufgenommen. Von 2021 bis 2025 wurde der NachfolgerVW ID.3 gefertigt.
DieAirbus-Gruppe (bis 2013 EADS) hat in Dresden mit denElbe Flugzeugwerken ein Tochterunternehmen insbesondere zum Umbau vonAirbus-Flugzeugen. Der Standort ist auch an der Entwicklung desAirbus A380 beteiligt. Zum einen stammen Teile der Innenausstattung aus den Werken, zum anderen wird eine der beiden Materialtestprozeduren beiIABG/IMA durchgeführt. Viele Zulieferer der Automobilindustrie für elektronische Komponenten produzieren in Dresden. Ein Tochterunternehmen derLinde plc konzipiert und plant Anlagen der Pharmazie- und Chemieindustrie.
Im Bereich Pharma und Arzneimittel spielt Dresden seit mehr als hundert Jahren eine bedeutende Rolle. Viele Verfahren zur industriellen Produktion von Arzneimitteln wurden hier entwickelt und angewandt. Das ehemaligeSächsische Serumwerk Dresden (heute Teil desGSK-Konzerns) ist ein international bedeutsamer Lieferant fürGrippeimpfstoffe. Die im benachbarten Radebeul ansässige und auf eine lange Tradition (alsChemische Fabrik v. Heyden undArzneimittelwerk Dresden) zurückblickende Arzneimittelproduktion, gehört jetzt zur italienischenMenarini-Gruppe.
Des Weiteren ist der ZigarettenherstellerPhilip Morris (Marke f6) in Dresden ansässig, der als VEB Vereinigte Zigarettenfabriken Dresden (VEZIFA) zu DDR-Zeiten Stammbetrieb des VEB Kombinat Tabak war. DieFeldschlößchen AG braut ihre Biere in Dresden-Coschütz.
Vor der Zerstörung durch den Luftangriff befand sich das repräsentative Einkaufszentrum der Stadt mit zahlreichen Fachgeschäften in derPrager Straße, während die großen Kaufhäuser den Bereich desAltmarktes prägten. Den Wiederbeginn 1952 markierte der Bau desWarenhauses an der Wilsdruffer Straße am Altmarkt. Stand damals dieser Bau für das erwachende Dresden, so ist heute dessen Bedeutung für die Stadt zu Beginn der 1950er Jahre durch die neueren umliegenden Bauten kaum noch nachzuvollziehen.
Blick vom Hauptbahnhof in die Prager Straße
Die Innenstadt hat 200.000 Quadratmeter Verkaufsfläche in 549 Geschäften. Dabei wird schätzungsweise ein Umsatz von 849 Millionen Euro im Jahr erzielt. Die größte Konzentration von Warenhäusern und Geschäften befindet sich heute im Dresdner Stadtzentrum an der nördlichen Prager Straße und am Altmarkt. Dort haben sichFilialen der großen Warenhausketten angesiedelt und bilden mit derAltmarkt-Galerie und derCentrum-Galerie eines der großen Einkaufszentren der Stadt. Die Altmarkt-Galerie wurde bis 2011 zum Postplatz hin erweitert und hat seitdem mehr als 200 Geschäfte, darunter viele einmalige Markenstores in Ostdeutschland wieHollister,Apple undO’Neill. Das Gebiet ist durch mehrere Straßenbahnhaltestellen erschlossen. Der Hauptbahnhof, am südlichen Ende der Prager Straße, ist seit seiner Fertigstellung und der Bebauung desWiener Platzes ein bedeutendes Zentrum des Einzelhandels.
Als Einkaufsstraße für hochwertige Güter undLuxusartikel – früher das Privileg der Prager Straße – hat sich dagegen dieKönigstraße in Dresden-Neustadt etabliert. Geschäfte dieser Preisklasse sind stark mit dem Tourismus der Stadt verwoben. Eine ähnliche Struktur hat sich amNeumarkt rund um die Frauenkirche entwickelt.
Die zur Fußgängerzone umgebaute NeustädterHauptstraße hatte „ihre beste Zeit“ in den 1980er Jahren. In deren Nähe liegt dieNeustädter Markthalle, ein kleines Einkaufszentrum mit 20 Händlern in einem rekonstruierten Jugendstilgebäude.
In alten Stadtteilzentren wie amSchillerplatz in Blasewitz wurden wieder bedeutende Einkaufszentren geschaffen. Andere Anlagen wie derElbepark konzentrieren sich außerhalb der Innenstadt anAutobahnausfahrten und haben so einen deutlich überregionalen Einfluss. Der Preisdruck auf die Handelsflächen im Stadtzentrum durch große Einkaufszentren der Peripherie ist auch in Dresden spürbar und wird häufig kritisiert. In der Innenstadt werden gerade einmal 22 Prozent des Umsatzes des Einzelhandels erzielt. Das ist vergleichsweise wenig, wenngleich mehrere Nebenzentren existieren.
Eines der bekanntesten Unternehmen war die am 12. November 1872 gegründeteDresdner Bank. Bereits 1885 wurde die operative Geschäftsführung nach Berlin verlegt, bis 1950 blieb die Bank aber imHandelsregister der Stadt Dresden eingetragen.
Nur wenig jünger ist die GenossenschaftKonsum Dresden, ein Handelsunternehmen, das im Jahr 1888 als „Konsumverein Vorwärts“ gegründet wurde. Verunreinigte und überteuerte Lebensmittel führten damals dazu, dass mehrere Dresdner Familien selbst einkaufen und miteinander handeln wollten. Mit eigenen Produktions- und Logistikstrukturen wurde ein Ladennetz aufgebaut und bereits 1931 die erste konsumeigene Fleischfabrik in Dresden eröffnet. Heute betreibt das Unternehmen noch über 40 Filialen und hat rund 25.600 Mitglieder.
Das im Jahr 1892 vom Dresdner UnternehmerKarl August Lingner herausgebrachteMundwasserOdol wurde in den 1945 zerstörten DresdnerLingner-Werken hergestellt.
Die „Sachsenwerk, Licht- und Kraft AG“ wurde 1903 gegründet und baute vor allem Transformatoren und Schaltgeräte für elektrische Beleuchtungen sowie großeelektrische Maschinen. Seit den 1920er Jahren ist das Werk ein bedeutender Hersteller von Straßenbahn- und Lokomotivmotoren. Heute gehört die VEM Sachsenwerk GmbH zurVEM Gruppe.
1907 begann auf dem Dachboden der Löwenapotheke die Produktion der ZahncremeChlorodont, die ab 1917 in den neu gegründetenLeowerken in immer größerem Stil erzeugt und vermarktet wurde. Das Nachfolgeunternehmen nutzt die Räume noch heute.
Das seit Jahrzehnten international tätige UnternehmenMelitta wurde am 15. Dezember 1908 mit 73 PfennigenEigenkapital vonMelitta Bentz ins Dresdner Handelsregister eingetragen.
Mit demZentrum Mikroelektronik Dresden (ZMD) und demKombinat Robotron begann 1961 die Zeit der Mikroelektronik und Computerfertigung in Dresden. 1989 waren etwa 4000 Angestellte beim Zentrum Mikroelektronik, im Kombinat Robotron wurden bis zu 68.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das ZMD firmierte von 1961 bis 1976 alsArbeitsstelle für Molekularelektronik Dresden (zunächst AME, ab 1969 AMD). Nach weiteren Umbenennungen und der Privatisierung in den 1990er Jahren arbeiteten 2011 in dem nun „ZMD AG“ genannten Unternehmen ca. 300 Ingenieure, Techniker und Facharbeiter. Das Kombinat Robotron wurde 1990 aufgelöst und dessen Teilbetriebe wurden privatisiert. Von diesen Nachfolgeunternehmen existiert in Dresden nur noch die Robotron Datenbank-Software GmbH mit 442 Mitarbeitern (Geschäftsjahr 2017/2018).[127]
Der Dresdner Maschinenbau hat eine Tradition als direkter Zulieferer der ansässigen Industrien derPharmazeutik, Optik und Lebensmittelherstellung. Wettbewerbsvorteile konnte die Sächsische Industrie vor allem durch die Anwendung der Feinmechanik im Großmaschinenbau erlangen. Die Historie setzte sich zuletzt bei den Spezialmaschinenbauern für Reinraumtechnik fort.
Dresden und Umland war bis in die Nachkriegszeit hinein ein Schwerpunkt der deutschen optisch-feinmechanischen Industrie, insbesondere im Bereich des Kamerabaus. DieErnemann-Werke,Zeiss Ikon, dieIhagee (Erfindung der einäugigenKleinbild-Spiegelreflexkamera), dieKamera-Werke Niedersedlitz sowie dasKombinat VEB Pentacon (Praktica-Kameras) hatten hier ihren Sitz. Ebenfalls in Dresden wurde 1923 von dem 18-jährigen gelernten Fotografen Martin HankeHama gegründet.
DieElbe Flugzeugwerft, die heute alsElbe Flugzeugwerke firmiert und zuAirbus gehört, war schon sehr früh nach dem Zweiten Weltkrieg ein bedeutendes Werk des Flugzeugbaus, das am Nordostrand desFlughafens Dresden-Klotzsche auf einem Teil des Geländes der vormaligenLuftkriegsschule 1 errichtet wurde. Mit derBaade 152 entstand dort in den 1950er Jahren das erste deutscheVerkehrsflugzeug mitStrahltriebwerken. Auf Beschluss desPolitbüros der SED musste 1961 aufgrund mangelnder Absatzmöglichkeiten der Flugzeugbau in der DDR und damit dieses Projekt eingestellt werden.
Übersicht über die Historie einiger Dresdner Traditionsunternehmen
1945/46 enteignet, ab 1951 mit Clemens Müller VEB Schreibmaschinenwerk(e) Dresden, ab 1980 Kombinat Robotron, ab 1990 Robotron Erika GmbH, 1992liquidiert
von Carl Reinsch gegründet, 1911 mit den Deutschen Windturbinen-Werken Rudolph Brauns vereinigt, ab 1923 AG (ab 1930 Turbowerke Meißen, 1946 enteignet; später Teil von ILKA; heute (Stand 2023) Teil vonHowden Turbo mit Sitz in Coswig)
Tochtergesellschaft der J. Schneider Optische Werke, ausgegliederteMeyer-Optik GmbH insolvent 1991,Kamera-Werke Niedersedlitz teilweise restituiert (heuteKamera Werk Dresden)
Dresden ist einer der wichtigsten Knotenpunkte im Straßen- und Schienenverkehr Ostdeutschlands und hat einen Flughafen. Etwa 3335 Hektar des Stadtgebiets entfallen auf Verkehrsflächen.[6]
Die folgende Tabelle zeigt die Aufteilung der in Dresden zurückgelegten Wege nach Verkehrsmitteln (verkehrstechnisch alsModal Split bezeichnet) und deren Änderung seit 1991.[128][129]
Verkehrsaufteilung zwischen 1991 und 2018 in Prozent
Die 2006 fertiggestellteA 17 beginnt im Dresdner Westen und tangiert die Stadt südlich mit drei Anschlussstellen. Sie ist gleichzeitig dieEuropastraßeE 55 und führt durch dasErzgebirge nachPrag. Unter zwei Dresdner Stadtteilen verläuft die A 17 in Tunneln. Die Autobahn ist besonders bedeutend für den LKW-Fernverkehr in Nord-Süd-Richtung und entlastet die Hauptstraßen der Stadt imBerufsverkehr, da sie parallel und nah zum Verdichtungsraum um Dresden verläuft und dadurchPendlern ausPirna undHeidenau nutzt. Kritisiert wurden die hohen Kosten der neuen Strecke sowie die damit verbundene Förderung derZersiedelung. Durch die neu erschlossenen Wohnungsstandorte würden langfristig neuer Pendlerverkehr erzeugt und Entlastungen wieder wettgemacht. Der Einfluss auf die Luftzufuhr der Stadt wurde ebenfalls kritisch gesehen.
Ferner führen folgendeBundesstraßen durch die Stadt: DieB 6, dieB 97, dieB 170 und dieB 173. Die Stadt Dresden galt mit vielen vierspurigen Straßen und stark gestiegenen, vergleichsweise hohen Reisegeschwindigkeiten zwar als autofreundlich, wobei allerdings das parallel sehr hohe Niveau des öffentlichen Verkehrs nicht geleugnet wurde bzw. wird.[130][131]
DerElberadweg (D10), der im Jahr 2015 zum elften Mal in Folge von Mitgliedern desAllgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zum beliebtestenRadwanderweg Deutschlands gewählt wurde,[132] führt innerhalb der Stadt mit wenigen Ausnahmen durchgehend an der Elbe entlang. In den deutschlandweiten Umfragen zur Radfahrfreundlichkeit (Fahrradklimatest) belegt Dresden einen Platz im Mittelfeld hinter Chemnitz und Leipzig (beim Test im Jahr 2014 war es Platz 21 unter den insgesamt 38 beurteilten Großstädten über 200.000 Einwohner).[133] In der kommunalen Bürgerumfrage 2014 gaben 71 % der Befragten an, dass die Stadtverwaltung sich mehr für den Radverkehr engagieren müsse.[134] Dennoch begeistern sich die Dresdner für das Fahrrad: Schon bei der ersten Teilnahme am WettbewerbStadtradeln 2011 Sieger in der KategorieFahrradaktivste Stadt mit den meisten Radkilometern.[135] Seit 2020 gibt es dasFahrradverleihsystemMietOn.
Seit dem 21. September 2018 gibt es mitMOBI ein Konzept der nachhaltigen und umweltfreundlichen Mobilität in Dresden. DasMOBI-Angebot derDresdner Verkehrsbetriebe umfasst dieMOBIshuttles (einOn-Demand-Verkehrsmittel in Kooperation mitVia), dieMOBIcars (einCarsharing in Kooperation mitteilAuto), dieMOBIbikes (einBikesharing in Kooperation mitnextbike by TIER) sowie über 40 Stromtankstellen derSachsenEnergie.[136] Aktuell existieren bereits über 60MOBIpunkte, die Anzahl soll in den nächsten Jahren auf 76 steigen.[137]
Seit dem 1. Mai 2024 gibt es zudem den Elektroroller-VerleiherEmmy mit 300Elektrorollern in Dresden.[138]
Insgesamt umfasst das Straßennetz in kommunaler Verwaltung 1.400 km Straßen (3.200 Straßennamen), 1.908 km Fußwege und 370 km Radwege.
Denöffentlichen Personennahverkehr bedienen neben den vierS-Bahn-Linien zwölfStraßenbahn- und über 30Buslinien der Dresdner Verkehrsbetriebe sowie einiger Busunternehmen (vgl.Busverkehr in Dresden). Bedeutende Überlandlinien mit Verbindung nach Dresden betreibt dieRegionalverkehr Sächsische Schweiz-Osterzgebirge GmbH. Straßenbahnen verkehren in der ehemaligen sächsischen Residenzstadt seit 1872, zunächst alsPferdebahnen, ab 1893 zunehmend elektrisch. Dabei bestanden zeitweise zwei konkurrierende private Unternehmen, deren äußeres Erkennungszeichen die unterschiedlichen Wagenfarben waren (daher wurden sie in der Bevölkerung als „gelbe“ bzw. „rote“ Gesellschaft bezeichnet). Diese wurden 1905 in der Städtischen Straßenbahn Dresden vereinigt. Seitdem wird das Straßenbahnnetz unter einheitlicher Regie betrieben, zunächst von der Stadt selbst, im Laufe der Zeit von unterschiedlichen mehr oder weniger von der Stadt abhängigen Trägern. Bekannt ist die Dresdner Straßenbahn für den zwischen 1931 und 1972 eingesetztengroßen Hechtwagen. Schon in der Weimarer Republik gab es teilweise einen Dreiminutentakt. Seit der letzten Linienumstellung verkehren zwölf Straßenbahnlinien auf einem etwa 213 km langen Liniennetz, das bis zu den benachbarten StädtenRadebeul,Coswig undWeinböhla reicht. DieseÜberlandstraßenbahnlinie (Linie 4) wird touristisch alsKultourlinie vermarktet.
Die Dresdner Verkehrsbetriebe modernisieren seit Jahren ihr Netz und ihren Fuhrpark. Seit Juni 2010 sind im Normalfall ausschließlichNiederflurbahnen vonBombardier Transportation ausBautzen mit bequemen stufenlosen Einstiegen im Einsatz. Lediglich für Sonderleistungen kamen bis Juni 2023 noch gelegentlich Tatra-Wagen des TypsT4D zum Einsatz, zum Beispiel zur Taktverdichtung auf der Linie 3 in der Vorlesungszeit.[139]
Drei Elbfähren ermöglichen neben den Brücken (jeweils mit öffentlichem Nahverkehr per Eisenbahn, Bus oder Straßenbahn) denÜbergang über die Elbe: von der Johannstadt zur Neustadt, von Laubegast nach Niederpoyritz sowie von Kleinzschachwitz nach Pillnitz.
Im Stadtteil Loschwitz gibt es außerdem zwei historische Bergbahnen: dieStandseilbahn zum NobelviertelWeißer Hirsch sowie dieSchwebebahn nachOberloschwitz, an deren Bergstation sich eine gute Aussicht auf die Stadt und das südwestliche Umland bietet.
Auf der Elbe fahren die Raddampfer derWeißen Flotte und stellen ausschließlich touristisch genutzte Verbindungen elbaufwärts in dieSächsische Schweiz und elbabwärts nachMeißen bereit. Dresden ist Haltepunkt für Passagierschiffe der Flusskreuzfahrt-Veranstalter.
Im Norden von Dresden, in Klotzsche, liegt seit 1935 derFlughafen Dresden mit nationalen und internationalen Fluglinien. Der Flughafen Dresden hat eine eingeschränkte Nachtruhe zwischen 0 und 5 Uhr, die darüber hinaus in den weiteren Randzeiten davor und danach nur eingeschränkt Flugverkehr zulässt.
Insbesondere die Bushaltestelle südlich des Hauptbahnhofs ist jedoch nicht für den expandierenden Fernbusverkehr ausgelegt. Vor allem fehlt es an Unterständen und Sitzbänken. So existieren Überlegungen, einenzentralen Omnibusbahnhof nördlich des Hauptbahnhofs am westlichen Ende desWiener Platzes zu errichten. Der Busbahnhof soll neben einem 43 Meter hohen neuen Hochhaus mit zehn Steigen bis 2025 fertig sein.
Eine Besonderheit stellte bis 2020 die GüterstraßenbahnCarGoTram dar, die dieGläserne Manufaktur vonVolkswagen amGroßen Garten bediente. Die Bahn wurde eingerichtet, um die Innenstadt zwischen Logistikzentrum am Güterbahnhof in derFriedrichstadt und Manufaktur keiner zusätzlichen Belastung durch LKW auszusetzen.
Dresdens Hafen liegt linkselbisch in Dresden-Friedrichstadt und dient der Elbe-Containerlinie und der Binnenschiffslinie ETS-Elbe. Er erhielt 2007 zusätzlich eineRoRo-Anlage mit einer zulässigen Höchstlast von 500 Tonnen.
Dresden liegt am Kreuzungspunkt derE 40 undE 55, zweier wichtigerEuropastraßen. Über dieA 17 ist es gelungen, den Güterfernverkehr aus der Stadt zu verlagern. Alleine die E55 nutzen täglich mehr als 2000 LKW.
Das kostenloseDresdner Amtsblatt (DDA) erscheint als Veröffentlichungsorgan der Stadtverwaltung wöchentlich.
Dresdner Kulturmagazin (kostenlos) undSax sind monatlich erscheinende Stadtmagazine mit Veranstaltungskalender. Das GastronomiemagazinAugusto erscheint jährlich. Weitere Magazine sindFrizz,Spot,DD-INside,Skunk,SPIESSER,Urania,caz,Prinz undport01, die teilweise werbefinanziert sind. Einige dieser Blätter sind auch in anderen deutschen Städten vertreten.
Weiterhin werden in Dresden noch die kostenlosen AnzeigenblätterWochenkurier,mittwochSZ undfreitagSZ sowieDresden am Wochenende verteilt, die letzteren als Portfolioergänzung desVerlags derSächsischen Zeitung (DDV Mediengruppe). Des Weiteren gibt es Anzeigenblätter für die jeweiligen Stadtteile, beispielsweise dieLeubener Zeitung für denStadtbezirk Leuben.
Darüber hinaus erscheinen in Dresden die LiteraturzeitschriftenOstragehege undSignum.
Da in der Tallage nur an wenigen Orten im Stadtgebiet überregional ausgestrahlte Rundfunkprogramme zu empfangen waren, wurde 1969 der 252 Meter hoheFernsehturm eröffnet, der heute noch in Betrieb ist.
In Dresden befinden sich neben demLandesfunkhaus Sachsen desMDR zahlreiche Produktions- und Dienstleistungsunternehmen.
Neben Fernsehsendern in einzelnen Stadtteilen, die von Antennengemeinschaften betrieben werden, gibt esDresden Fernsehen als privatrechtlichen Sender für das gesamte Stadtgebiet. Außerdem sendet rund um die Uhr über dasVodafone-Kabelnetz der Lokalfernsehsender tvM (Meissen Fernsehen). ÜberPrimacom wird der regionale Sportsender 8Sport in Dresden verbreitet.
In Dresden beheimatet sind zwei Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) – ein schulisch spezialisierter SAEK imSt. Benno-Gymnasium und einer im Medienkulturzentrum Pentacon. Hier findet der interessierte Bürger offene Studios und kann das Produzieren sowie Senden erlernen und auf Sendung gehen (eigener Radiosender NEON 425 auf 104,25 MHz im Dresdner Kabel).
Neben den öffentlichen und privaten Radiosendern besteht in Dresden dasFreie RadiocoloRadio, das wochentags von 18 bis 24 Uhr sowie am Wochenende von 12 bis 24 Uhr auf den Frequenzen 98,4 und 99,3 MHz zu hören ist. Diese Frequenzen teilt sich coloRadio mitapollo radio.
Während derDDR-Zeit konnten in Dresden größtenteils keine westlichen Fernsehsender empfangen werden, weshalb Dresden den NamenTal der Ahnungslosen bekam. Im Volksmund wurde der Name derARD alsAußerRaumDresden gedeutet. Um dennoch westdeutsche Fernsehsender empfangen zu können, gründeten sich ab 1987 mehrereBürgerinitiativen, die staatlich toleriert überSatelliten empfangene Signale westdeutscher Fernsehprogramme in kleinen Kabelnetzen verbreiteten. Teils wurden in diesen Kabelnetzen schon vorher terrestrisch schwach empfangbare westdeutsche Programme mit hohem Aufwand aufbereitet und in schwankender, aber nur an wenigen Tagen wirklich guter Qualität angeboten. Zusätzlich wurden tschechische Fernsehprogramme mit aufbereitet, in denen manchmal deutschsprachige Filme mit tschechischen Untertiteln liefen.
Öffentliche Einrichtungen von überregionaler Bedeutung
DieBundesanstalt Technisches Hilfswerk hat in Dresden eine Regionalstelle und einen Ortsverband. Diese sind dem THW Länderverband Sachsen, Thüringen mit Sitz inAltenburg unterstellt.
DieBundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen ist in Dresden mit einer Außenstelle vertreten.
Die Verankerung von Wissenschaft und Bildung in der Bevölkerung zeigt sich besonders in der jährlich stattfindenden, gut besuchtenLangen Nacht der Wissenschaften.[141]
Hörsaalzentrum der TU DresdenHochschule für Bildende Künste an der Brühlschen Terrasse
In der Stadt existieren neunHochschulen. Traditionell liegen deren Stärken und Bedeutungen einerseits in der Technik und Wirtschaft, andererseits in Kunst und Kultur. Insgesamt studieren hier etwa 40.000 Menschen.[142] Die Studenten der Hochschulen werden durch dasStudentenwerk Dresden betreut.
Seit Dezember 2012 ist zudem dieUniversität der Vereinten Nationen (United Nations University, UNU) mit dem Institute for Integrated Management of Material Fluxes and of Resources (UNU-FLORES) in Dresden vertreten. UNU-FLORES wird sich mit dem Fokus des Globalen Wandels sowie der Ressourcensteuerung zur Green Economy beschäftigen. Weitere Hochschulen sind dieEvangelische Hochschule Dresden und dieHochschule für Kirchenmusik Dresden.
Daneben existieren als weitere wichtige Bildungsanstalten dieStaatliche Studienakademie Dresden, eine Zweigstelle derDualen Hochschule Sachsen sowie die Sächsische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie e. V. als reine Fortbildungseinrichtung. Ebenfalls den höheren Bildungseinrichtungen kann dieOffizierschule des Heeres zugeordnet werden, die traditionell dieOffiziere des deutschen Heeres ausbildet.
Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS)
Derzeit baut dieFraunhofer-Gesellschaft in Dresden mit ihren elf Einrichtungen und dem Institutszentrum ihren deutschlandweit größten Standort auf. Als führende Trägerorganisation der angewandten Forschung in Deutschland betreibt sie in ihren Instituten Vertragsforschung. Die Forschung der Fraunhofer-Einrichtungen ist für viele hoch technologisierte Unternehmen ein bedeutsamer Standortfaktor geworden. So betreibt die Gesellschaft – in die Anlagen des ehemaligenQimonda-Werks integriert – dasFraunhofer-Center Nanoelektronische Technologien (CNT) in Zusammenarbeit in Form einerPublic Private Partnership mitAMD Saxony und Qimonda.
Zu denEhrenbürgern der Stadt zählen neben Monarchen und Politikern insbesondere Wissenschaftler und Künstler, die in Dresden wirkten – beispielsweise der WissenschaftlerManfred von Ardenne, die TanzpädagoginGret Palucca und der MusikerRichard Strauss.
Adolf Hitler war während derZeit des Nationalsozialismus, wie damals üblich, ebenfalls Ehrenbürger der Stadt. Dieser Status wurde ihm aber nach Mai 1945 wieder aberkannt.
Der weltweit bekannte AutorErich Kästner wurde in Dresden geboren und wuchs im Stadtteil Neustadt auf. Zu den bekannten Menschen, die in Dresden geboren wurden, zählt der MalerGerhard Richter. Er studierte an derKunstakademie und zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern der Nachkriegszeit. Ebenfalls aus Dresden stammen der langjährige SPD-FraktionsvorsitzendeHerbert Wehner und sein FDP-KollegeWolfgang Mischnick sowie der FußballtrainerHelmut Schön, der die Auswahl der Bundesrepublik 1972 zur Europa- und 1974 zur Weltmeisterschaft führte. Weitere Erfolge sind zwei Pokalsiege und eine deutsche Meisterschaft.Matthias Sammer (1995Ballon d’Or, 1996 Fußball-Europameister) wurde in der sächsischen Landeshauptstadt geboren. Die ehemaligeBundesministerin für Familie,Christine Bergmann, wurde in Dresden geboren. So auchPeter Scholze, der erst zweite deutsche Träger derFields-Medaille, des „Nobelpreises“ für Mathematik.
Beschreibung der Königlich-Sächsischen Residenzstadt Dresden und der umliegenden Gegend für Fremde bearbeitet. Erster Teil und zweiter Teil in einem Band. Neudruck [der Ausg.] Dresden, Walthersche Hofbuchhandlung 1807. Kleist-Archiv Sembdner, Heilbronn 2010,ISBN 978-3-940494-43-6.
Fritz Löffler:Das alte Dresden. Geschichte seiner Bauten. Seemann, Leipzig 1999, (Erstausgabe 1955, 16. Auflage 2006),ISBN 3-363-00007-3.
Alexander McKee:Dresden 1945 – Das deutsche Hiroshima. Paul Zsolnay Verlag, Hamburg/Wien 1983,ISBN 3-552-03529-X.
Dresden (=Werte unserer Heimat. Band 42). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1984.
Ulrich Hübner, Ulrike Grötzsch u. a.:Symbol und Wahrhaftigkeit. Reformbaukunst in Dresden. Verlag der Kunst, Dresden 2005,ISBN 3-86530-068-5.
Eckhart Leisering:Acta sunt hec Dresdene – die Ersterwähnung Dresdens in der Urkunde vom 31. März 1206. Sächsisches Staatsarchiv, Mitteldeutscher Verlag (mdv), Halle/Saale und Dresden 2005,ISBN 3-89812-320-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 5/40/35–41/94.
Georg Dehio:Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Dresden. Bearbeitet vonBarbara Bechter,Wiebke Fastenrath,Heinrich Magirius u. a., 1996/2005 aktualisiert von Friedrich Kobler, Heinrich Magirius, Mathis Nitzsche und Hartmut Ritschel. Deutscher Kunstverlag, Berlin,ISBN 3-422-03110-3 (mit 40 Plänen und Grundrissen).
Thorsten Pietschmann:Dresden. Architektur und Kunst (=Cybela Bildhandbuch Architektur und Kunst. Band 2). Cybela Verlag, Oybin-Lückendorf 2013,ISBN 978-3-944470-00-9.
Claudia Quiring,Hans-Georg Lippert (Hrsg.):Dresdner Moderne 1919–1933. Neue Ideen für Stadt, Architektur und Menschen. Sandstein Verlag, Dresden 2019,ISBN 978-3-95498-464-0.
Andreas Krase (Hrsg.):Dresden in Photographien des 19. Jahrhunderts. Schirmer Mosel, München 2020,ISBN 978-3-8296-0777-3 (Bildband mit 250 historischen Aufnahmen).
Steffen Raßloff:Dresden. 55 Highlights aus der Geschichte. Sutton Verlag, Erfurt 2021,ISBN 978-3-96303-297-4.
Band II:Die Dresdner Stadtmusik, Militärmusikkorps und Zivilkapellen im 19. Jahrhundert. Hrsg. von Anneliese Zänsler,ISBN 3-89007-319-0.
Band III:Die Dresdner Kirchenmusik im 19. und 20. Jahrhundert. Hrsg. von Matthias Herrmann,ISBN 3-89007-331-X.
Band IV:Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Teil I: 1900–1933. Hrsg. von Matthias Herrmann und Hanns-Werner Heister,ISBN 3-89007-346-8.
Band V:Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Teil II: 1933–1966. Hrsg. von Matthias Herrmann und Hanns-Werner Heister,ISBN 3-89007-510-X.
Band VI:Dresden und die avancierte Musik im 20. Jahrhundert. Teil III: 1966–1999. Hrsg. von Matthias Herrmann und Stefan Weiss,ISBN 3-89007-511-8.
Band VII:Die Dresdner Oper im 20. Jahrhundert. Hrsg. von Michael Heinemann und Hans John,ISBN 3-89007-651-3.
↑Landeshauptstadt Dresden. Die Oberbürgermeisterin (Hrsg.):Faktum Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt in Zahlen. 2012/2013. 20. (aktualisierte) Auflage, Dresden 2012, S. 7.
↑abcdLandeshauptstadt Dresden. Die Oberbürgermeisterin (Hrsg.):Faktum Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt in Zahlen. 2012/2013. 20. (aktualisierte) Auflage, Dresden 2012, S. 8.
↑abcLandeshauptstadt Dresden. Die Oberbürgermeisterin (Hrsg.):Faktum Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt in Zahlen. 2012/2013. 20. (aktualisierte) Auflage, Dresden 2012, S. 16.
↑Schutzgebiete nach Naturschutzrecht. Landeshauptstadt Dresden, abgerufen am 22. Juli 2022 (Zu den in der Quelle genannten 138 Naturdenkmälern kommen zwei im Jahr 2024 einzeln ausgewiesene Bäume.).
↑Gebäude- und Wohnungsbestand. Dresden.de → Leben in Dresden → Stadtportrait → Statistik & Geodaten → Bauen, Wohnen, Verkehr & Sicherheit → Gebäude- und Wohnungsbestand. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, abgerufen am 9. Februar 2025.
↑Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae II 1, S. 70–72 Nr. 74,hier S. 72 Zeile 10. Vgl. auchDas erste Mal Dresden. In:Sächsisches Archivblatt. 1/2006, S. 28,online (Memento vom 19. Juli 2011 imInternet Archive).
↑Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae 1 A 3, S. 162 f. Nr. 217, hier S. 163 Zeile 15.Online-Edition abgerufen am 13. Dezember 2013.
↑Claudia Michels:Karnevalsoper am Hofe Kaiser Karls VI. (1711–1740): Kunst zwischen Repräsentation und Amusement. Hollitzer Wissenschaftsverlag, 2019,ISBN 978-3-99012-601-1,S.85.
↑Hans Brenner:KZ-Zwangsarbeit während der NS-Diktatur im Dresdner Raum. In: Landeshauptstadt Dresden (Hrsg.): 4. Kolloquium zur dreibändigen Dresdner Stadtgeschichte vom 18. März 2000.
↑Pascal Cziborra:KZ Dresden Striesen. Das Familienlager Bernsdorf & Co. in der Schandauer Straße 68. Lorbeer Verlag. Bielefeld 2013 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Historikerkommission. In: dresden.de. Landeshauptstadt Dresden, abgerufen am 19. August 2016.
↑Oberwartha und Schönborn hatten bei ihrer Eingliederung nachCossebaude (Oberwartha) undLangebrück (Schönborn) bereits die Ortschaftsverfassung eingeführt. So blieben sie eigenständige Teile der Stadtgliederung, als Cossebaude bzw. Langebrück gemeinsam mit ihnen nach Dresden eingegliedert wurden, wobei dies zuin praxi zu verschiedenen Ortschaftsratstypen führt.
↑wobei der vonSchönfeld-Weißig der inhaltlich und zeitlich weitreichendste dieser Verträge ist.
↑Deutsches Ortsnamenbuch. Hrsg. von Manfred Niemeyer. De Gruyter, Berlin/Boston 2012,ISBN 978-3-11-018908-7. – Siehe hier außer den jeweiligen Ortsnamen auch den Artikel-itz (S. 293;-witz einschließend).
↑Landeshauptstadt Dresden. Die Oberbürgermeisterin (Hrsg.):Faktum Dresden. Die sächsische Landeshauptstadt in Zahlen. 2012/2013. 20. (aktualisierte) Auflage, Dresden 2012, S. 10.
↑Manuela Ludwig:Aus dem „Faust“ auf den „Thron der Liebe“ Die Freunde der italienischen Oper kommen erst 1992 nach Potsdam. In:Potsdamer Neueste Nachrichten. 19. November 1991.
↑Erwerbstätige Personen. Kreisergebnisse in einer Excel-Tabelle. In: Statistikportal. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, abgerufen am 12. März 2023.
↑dpa:Kommunen: Zweitwohnsitzsteuer spült Millionen in die Kassen der Städte. In:Die Zeit. 23. Dezember 2023,ISSN0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 27. Dezember 2023]).
↑Andrea Schawe:Tourismus in Sachsen weiter im Aufwind – Tourismus-Bilanz für Sachsen: Aus diesem Land kommen die meisten Gäste. In:Sächsische Zeitung. 20. Februar 2025,ZDB-ID 2448502-0,S.14 (saechsische.de [abgerufen am 26. Februar 2025]).
↑Rewert Hoffer:Der weltgrösste Chiphersteller kommt nach Dresden – und erhält fünf Milliarden vom Staat. In:Neue Zürcher Zeitung. 8. August 2023,ISSN0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 9. September 2023]).
↑Lothar Lätzsch: Reisezeitmessung Dresden. zur Bewertung des Verkehrsablaufes im Straßenhauptnetz. Technische Universität Dresden, 25. Februar 1997, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 22. Februar 2005; abgerufen am 7. Januar 2013.