
DerDreizylindermotor ist eine Bauart vonHubkolbenmotoren, besonders vonVerbrennungsmotoren. Dreizylinder-Reihenmotoren sind im Vergleich zuVierzylindermotoren günstiger herzustellen und haben weniger innereReibung. Dadurch sinkt der Kraftstoffverbrauch.
Die meisten Dreizylindermotoren sindReihenmotoren, seltener V-Motor und sehr viel seltenerSternmotor. Ein Dreizylindermotor kann sowohl alsOtto- als auch alsDieselmotor ausgelegt sein. Beide Varianten können nach demZweitakt- oder demViertaktprinzip arbeiten. Im Pkw-Bau sind sie fast immerwassergekühlt, in Motorrad- und Sternmotoren sowohl wasser- als auchluftgekühlt.
Sie dienen als Antrieb vonMotorrädern,Pkw und, in Form vonAußenbordern, von Booten.
Im Pkw-Bau waren Dreizylindermotoren zunächst imZweitaktmotorenbau verbreitet. Aufgrund des beim Zweitaktmotor prinzipbedingt großen Kraftstoffverbrauchs waren Vierzylindermotoren unwirtschaftlich und wurden in der Automobilgeschichte mit Ausnahme desAero 50 und derDKW-Schwebeklasse nicht in Serie verwendet. Stattdessen wurden, ausgehend vonZweizylindermotoren, Dreizylindermotoren zur Leistungs- und Drehmomentsteigerung verwendet, deren Kraftstoffverbrauch sich noch in vertretbaren Grenzen hielt. So verfuhren unter anderemYamaha (Bootsmotoren),Suzuki,Saab,DKW,Syrena undIFA/Wartburg. Im Laufe der 1960er Jahre verschwanden diese Konstruktionen aus dem PKW-Bau, zuletzt gab es den Dreizylinder-Zweitaktmotor noch bis 1989 imWartburg 353.
Doch auch bei Pkw mit Viertaktmotor begann der günstige Kraftstoffverbrauch des Dreizylinders zunehmend eine Rolle zu spielen, insbesondere beiKleinwagen und in derKompaktklasse. Ein Vorreiter war dabei derSuzuki Alto, der bereits 1979 einen Dreizylinder-Viertaktmotor hatte. Eine größere Verbreitung fand die Bauweise jedoch erst ab Ende der 1990er Jahre, wobei Dreizylindermotoren die Vierzylindermotoren in den Hubraumklassen bis 1,5 Liter teilweise ersetzten. Dabei fand eindownsizing statt, sodass auch Fahrzeuge mit 0,9–1,1 Liter Hubraum wieder vermehrt Verbreitung fanden. Beispiele aus dem deutschen Automobilbau:
Bei Motorrädern wurden Reihendreizylinder schon in den 1970ern vonLaverda,Triumph (Trident 750 ab 1969) undKawasaki und später wieder in zahlreichen Modellen wie zum Beispiel derRocket III und derSpeed Triple eingesetzt. Ebenso vonBMW zwischen 1985 und 1996 in derBMW K 75, daneben von Yamaha früher in derXS 750/850 und neuerdings in derMT-09 sowie vonBenelli undMV Agusta seit 2012 (F3, Brutale).
Auch beiTraktoren spielt der Dreizylindermotor seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle und gewinnt mit Turbolader und Direkteinspritzung weiter an Bedeutung. Beispiele für altbewährte Dreizylindermotoren im Traktorenbau sind derDeutz F3L 812 bzw. Deutz F3L 912 sowie derFord 175DF,Perkins A3.152, derSteyr T190 und derIHC D-179. In Lkw der HerstellerFried. Krupp Motoren- und Kraftwagenfabriken undCommer wurden auch dreizylindrigeZweitakt-Diesel-Gegenkolbenmotoren verwendet.[1] Außerdem gibt es diese Bauweise häufig bei kleinerenSchiffen (auch alsHilfsmotor), alsGenerator-Antrieb sowie in weiteren Anwendungen wie Baumaschinen.

Eine weitere Bauart von Dreizylindermotoren ist der Dreizylinder-V-Motor, bei dem zwei äußere Zylinder parallel und der mittlere nach vorn geneigt angeordnet ist, wie er bei derDKW RM 350 von 1953, die wegen ihres Klanges den Beinamen „Singende Säge“ erhielt, und mehreren Motorrädern der MarkeHonda, z. B. derRS 500 R in den 1980er-Jahren eingesetzt wurde. Diese Modelle wurden jedoch nur kurz gebaut. Das österreichische UnternehmenMaschinenfabrikWarchalowski verbaute derartige Motoren inTraktoren.
Es gab Versuche, Dreizylinder-Sternmotoren als Antrieb für Autos oder Motorräder einzusetzen (zum Beispiel beim Vorgänger derMegola sowie bei einigen Kleinserienherstellern). All diese Versuche kamen aber über dasPrototypenstadium nicht hinaus. Lediglich im Flugzeugbau gab es einige Serienmotoren, wie zum Beispiel den inUSA gebautenSzekely SR-3.
Eine weitere, sehr seltene Art von Dreizylindermotoren ist derW-Motor, auchFächermotor genannt. Der französische HerstellerAlcyon baute solche Motoren, die 1904 der italienische Rennfahrer und IngenieurAlessandro Anzani benutzte. Sie dienten auch als Antrieb für Flugzeuge (zum Beispiel denBleriot-XI-Eindecker). Im Jahr 2000[2] brachte der US-amerikanische Custom-Bike-HerstellerFeuling R&D wieder ein Motorrad mit einem Dreizylinder-W-Motor heraus.
Dreizylinder-Reihenmotoren mit 120° Hubzapfenversatz haben von Natur aus eine etwas geringere Laufruhe als Vierzylinder-Reihenmotoren (wenn auch eine bessere als Zweizylinder-Reihenmotoren), da der Zündabstand größer ist und freie Massenmomente auftreten. Dabei treten ausschließlich freieMassenmomente erster Ordnung auf.[3] Diese können über eine mit einfacher Kurbelwellendrehzahl gegenläufig drehendeAusgleichswelle vollständig ausgeglichen werden. Der Dreizylindermotor läuft dann von den Massenkräften und -momenten her so ruhig wie einSechszylindermotor, bei dem sich die angesprochenen Massenmomente erster Ordnung der beiden aufgetrennt gedachten Dreizylindermotoren gegenseitig aufheben.[3]
Auch abseits von Verbrennungsmotoren existieren Dreizylinder, u. a. alsKolbenpumpen oderKompressoren.