Die vermutlich auf einekarolingischeReichshofgründung zurückgehende, einst wichtigeReichs- undHansestadt (lateinischTremonia) entlang desHellwegs entwickelt sich heute von einerIndustriemetropole zu einem bedeutenden Dienstleistungs- und Technologiestandort: Früher vor allem bekannt durchStahl,Kohle undBier, ist Dortmund heute nach langjährigemStrukturwandel ein Zentrum der Versicherungswirtschaft und des Einzelhandels. Mit etwa 53.500 Studenten an sechs Hochschulen – darunter dieTechnische Universität Dortmund und dieFachhochschule Dortmund – sowie mit 19 weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen, gehört Dortmund zu den zehn größten HochschulstädtenDeutschlands[4] und ist auch ein bedeutender Wissenschafts- und Hochtechnologie-Standort. Neuansiedlungen und Unternehmensgründungen entstehen deshalb bevorzugt in den Bereichen Logistik, Informations- und Mikrosystemtechnik. Die Ruhrgebietsmetropole verfügt über eine vielfältige Kulturszene mit zahlreichen Museen und Galerien wie demMuseum Ostwall, demMuseum für Kunst und Kulturgeschichte oder demDeutschen Fußballmuseum. Daneben gibt es dasTheater Dortmund mit Opernhaus, dem prämierten Schauspielhaus[5] und dem Kinder- und Jugendtheater sowie dasKonzerthaus.[5][6][7]
Dortmund ist mit seinemHauptbahnhof undFlughafen sowohl für das Umland als auch für Europa (Benelux-Staaten) ein wichtiger Verkehrsknoten und Anziehungspunkt. Die Stadt verfügt mit dem größtenKanalhafen Europas über einen Anschluss an wichtige Seehäfen an derNordsee. Überregionale Bekanntheit erlangt Dortmund durch den FußballvereinBorussia Dortmund mit seiner HeimspielstätteSignal Iduna Park (ehem.Westfalenstadion). Es ist mit 81.365 Zuschauerplätzen das größte Fußballstadion in Deutschland.[8] Weitere Anziehungspunkte und Wahrzeichen der Stadt sind dasDortmunder U, derWestenhellweg als eine der meist frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands,[9] dieReinoldikirche, dieWestfalenhalle alsdrittgrößte Veranstaltungshalle Deutschlands, derFlorianturm und derPhoenix-See. Das Stadtbild und dieSkyline werden auch durch markanteHochhäuser geprägt. Weiter gibt es zahlreiche Industriedenkmäler, wie das ehemalige StahlwerkPhoenix-Ost und weitläufigeGründerzeitviertel, wie dasKreuzviertel und dieNordstadt. Touristisch gewinnt die Stadt jährlich an Bedeutung, so gab es 2024 über 1,5 Mio. Übernachtungen.[10]
DerStadtkern von Dortmund liegt auf der Grenze zwischen nördlichem Flach- und südlichem Hügelland, dem sogenannten westfälischenHellweg; entsprechend hat die Stadt Anteil an den Naturräumen derHellwegbörden und desWestenhellwegs. Da auch der Oberlauf derEmscher durch Dortmund fließt, ist sie ebenso Teil des weiter nördlich gelegenenNaturraums Emscherland. Im Süden, unterhalb der Hohensyburg, bildet der Mittellauf derRuhr die Stadtgrenze, in die auf Hagener Gebiet dieLenne mündet und dort denHengsteysee bildet. Im Dortmunder Stadthafen beginnt außerdem der in den Norden führendeDortmund-Ems-Kanal.
Blick von derHohensyburg auf den HengsteyseeEmscher in Dortmund
Das Dortmunder Stadtgebiet ist relativ arm an natürlichen Gewässern. Zu den größeren Fließgewässern zählt neben derRuhr im Dortmunder Süden an der Stadtgrenze zu den StädtenHagen undHerdecke nur der FlussEmscher, der sich von Osten nach Westen durch das Stadtgebiet zieht. Darüber hinaus gibt es zahlreiche kleinere Bäche wie denHörder Bach,Rüpingsbach,Schondelle,Roßbach oderKörnebach, die in die erstgenannten Flüsse münden oder zum Einzugsgebiet derLippe gehören. Viele der Bäche dienten der Abwasserentsorgung, wurden jedoch im Zuge derEmscher- undSeseke-Renaturierung nach und nach wieder in ihren naturnahen Zustand versetzt. Durch die Renaturierung wurde das Umfeld der Bäche hierbei erheblich aufgewertet. Außerdem befindet sich derDortmund-Ems-Kanal als eineBundeswasserstraße zwischen dem DortmunderStadthafen undPapenburg/Ems.[14]
Das Stadtgebiet Dortmunds umfasst 280,707 km².[15] Damit liegt Dortmund auf Rang 26 unter denflächengrößten Gemeinden Deutschlands, unter den Großstädten auf dem neunten Platz. Seine Fläche wird in Nordrhein-Westfalen nur von den GroßstädtenKöln undMünster und der StadtSchmallenberg überboten.
Der nördlichste Punkt Dortmunds liegt zwischen dem StadtteilGroppenbruch undLünen-Brambauer auf dem Gebiet der ehemaligen GemeindeSchwieringhausen (51° 36′ 5″ N,7° 25′ 11″ O51.6013888888897.4197222222222), der südlichste 21 km von diesem entfernt gegenüber der Lennemündung (51° 25′ 1″ N,7° 29′ 38″ O51.4169444444447.4938888888889), der östlichste Punkt Dortmunds liegt nördlich des Flughafens im Stadtteil Wickede und grenzt an Unna-Massen (51° 31′ 44″ N,7° 38′ 20″ O51.5288888888897.6388888888889), der westlichste 23 km von diesem entfernt im Stadtteil Holte an der Grenze zu Bochum (51° 30′ 32″ N,7° 18′ 12″ O51.5088888888897.3033333333333).[13] Grob kann man sich diese beiden Achsen als Diagonalen eines Quadrats vorstellen, das das Dortmunder Stadtgebiet bildet. Höchste Erhebung Dortmunds ist der im Stadtteil Syburg gelegeneKlusenberg mit254,33 m ü. NHN, der niedrigste Punkt befindet sich mit49,5 m ü. NHN im Stadtteil Derne.[16]
Dortmund grenzt auf 21 km an denKreis Recklinghausen mit den StädtenCastrop-Rauxel im Westen undWaltrop im Nordwesten. Von Norden bis Südosten ist Dortmund auf insgesamt 76 km vomKreis Unna mit den StädtenLünen im Norden,Kamen im Nordosten,Unna im Osten, der GemeindeHolzwickede sowie der StadtSchwerte (beide im Südosten) umklammert. Daran schließt sich die nur zwei Kilometer lange Stadtgrenze zur kreisfreien StadtHagen direkt im Süden an. Im Dortmunder Südwesten stößt die Stadt über 17 km an denEnnepe-Ruhr-Kreis mit den StädtenHerdecke undWitten. Genau im Westen liegt schließlich die kreisfreie StadtBochum, die Stadtgrenze ist hier zehn Kilometer lang. Insgesamt umfasst die Dortmunder Stadtgrenze somit 126 km.[13]
Seit dem 1. Januar 1975 gliedert sich die Stadt Dortmund in zwölfStadtbezirke.[18]
Dieses sind die drei InnenstadtbezirkeWest,Nord undOst sowie der sie umgebene Ring aus den im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden) neun weiteren BezirkenEving,Scharnhorst,Brackel,Aplerbeck,Hörde,Hombruch,Lütgendortmund,Huckarde undMengede. Jeder dieser Stadtbezirke wählt bei den Kommunalwahlen eine Bezirksvertretung und diese aus ihren Reihen einen Bezirksbürgermeister. In den Außenbezirken finden sich außerdem Bezirksverwaltungsstellen.
Unterhalb der Stadtbezirke wird die Stadt weiter in 62 statistische Bezirke und diese wiederum in insgesamt 170 statistische Unterbezirke unterteilt. Außerhalb der Innenstadtbezirke entsprechen diese häufig den in die Stadt Dortmund eingemeindeten ehemals eigenständigen Ortschaften. Neben dieser offiziellen Einteilung existieren auch noch die weiter unten aufgeführten urbanen Viertel.[19]
Charakteristisch sind, durch die Lage im dicht besiedelten Ruhrgebiet, milde Winter und eher warme Sommer. Im Hochsommer werden z. T. Temperaturen bis 40 °C erreicht.[20] Diemittlere Jahrestemperatur beträgt 11–12 °C, die Niederschlagsmenge im langjährigen Durchschnitt 810 mm. Überwiegende Windrichtung ist Südwest. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig über das Jahr verteilt: im Winter dominiertDauerregen, im Sommer kürzere, aber ergiebigere Regenschauer. Dementsprechend wird das Maximum im Winter erreicht, nämlich im Februar mit rund 90 mm; das Minimum liegt im Frühling bei 40–50 mm im April. Auch die Temperaturschwankungen fallen mit unter 20 °C eher gering aus: kältester Monat ist der Januar mit rund 2–7 °C, am wärmsten wird es im August mit rund 13–25 °C. In Dortmund zeigen sich klimatische Merkmale dicht besiedelter Räume, so bilden sich beispielsweise für einStadtklima typische Wärmeinseln aus.[21]
Am 31. Dezember 2024 lebten in Dortmund 603.462 Menschen.[23] Damit liegt Dortmund innerhalb der Europäischen Union auf Rang 39 unter dengrößten Städten,innerhalb Deutschlands auf Rang 9 und in Nordrhein-Westfalen als größte Stadt des Ruhrgebiets auf Rang 3 hinterKöln undDüsseldorf. Dortmund gehört zur europäischenMetropolregion Rhein-Ruhr, die mit gut 10 Millionen Einwohnern nach den AgglomerationenMoskau,London,Paris undIstanbul die fünftgrößte Agglomeration Europas darstellt. Innerhalb dieser Metropolregion ist Dortmund Teil desBallungsgebiets Ruhr und geht insbesondere im Westen fließend in die übrigen Städte des Ruhrgebiets über. Allein im Bereich des Regionalverbands Ruhr, dem Zweckverband des Ruhrgebiets, leben wiederum etwa 5,1 Millionen Menschen. Aus der Einwohnerzahl ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 2.150 Einwohnern je km². Damit liegt Dortmund deutschlandweit auf Rang 39 derGemeinden mit der größten Bevölkerungsdichte.
Außerhalb des Innenstadtbereichs leben deutlich weniger Menschen pro Quadratkilometer als in der Innenstadt, was typisch für Großstädte ist. Die Werte reichten dabei 2018 von etwa 1.600 Einwohnern je km² Siedlungsfläche im statistischen Unterbezirk Holthausen (Stadtbezirk Eving) bis zu etwa 42.630 Einwohnern je km² Siedlungsfläche im statistischen Unterbezirk Nordmarkt-Südost (Stadtbezirk Innenstadt-Nord).[24]
Im Jahr 2024 waren 50,4 % der Bevölkerung Frauen und 49,6 % Männer.[26]
Schon im Mittelalter war Dortmund Einwanderungsstadt, mit Beginn der Industrialisierung stieg der Zuzug aber enorm an. Unter diesen Einwanderern waren auch vielePolen und damit erstmals eine große Gruppe nicht-deutschsprachiger Personen mit anderer Konfession, die sich aber schrittweise assimilierten. Weitere gezielte Anwerbungen vonGastarbeitern fanden vor allem in den 1960er Jahren statt, um den Arbeitskräftebedarf in der Montanindustrie zu decken.
Der Ausländeranteil in der Stadt beträgt 22,3 % (Stand: 31. Dezember 2024).[27] Dies ist für westdeutsche Großstädte ein durchschnittlicher Wert. Der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund (unabhängig von der Staatsbürgerschaft) lag am Ende 2024 bei 43 %[28] und somit im Ruhrgebiet auf dem zweiten Platz hinterDuisburg mit 46,5 %.[29]
Es zeigen sich innerhalb des Stadtgebiets deutliche Unterschiede: Höhere Ausländeranteile haben tendenziell die Stadtbezirke und Stadtteile im Dortmunder Norden. So lebten zum 31. Dezember 2024 imStadtbezirk Innenstadt-Nord über ein Viertel aller Ausländer in Dortmund. Der Ausländeranteil liegt hier insgesamt bei 58,8 %. Auch in vielen äußeren Stadtteilen des Dortmunder Nordens wie etwaScharnhorst-Ost (35,1 %),Lindenhorst (32,9 %),Eving (32,3 %),Lanstrop (27,6 %) undDerne (27,3 %) wohnen verhältnismäßig viele Ausländer. Relativ hoch ist der Anteil auch in vielen Stadtteilen im Dortmunder Westen, wie etwaWesterfilde (27,8 %),Nette (25,8 %),Marten (23,8 %) undHuckarde (22,7 %). Tendenziell niedriger ist der Ausländeranteil im Dortmunder Osten und Süden. Verhältnismäßig viele Ausländer leben jedoch inHörde (28,0 %). In Dortmund gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Nationen, so ist beispielsweise der Anteil EU-Bürger an den Ausländern am Stadtrand deutlich höher.[30] Eine besondere Gruppe unter den Ausländern in Dortmund stellen die an den Hochschulen eingeschriebenen ausländischen Studenten dar: sie sind meist nur für einen kurzen Zeitraum in der Stadt und stammen zu einem großen Teil aus Asien und Afrika.[31] Insgesamt waren an den sechs Hochschulen der Stadt im Wintersemester 2017/2018 etwa 53.500 Studierende eingeschrieben.[4]
Im Jahr 2022 waren 38,8 % der Einwohner verheiratet, 44,6 % ledig, 6,5 % verwitwet und 7,9 % geschieden.[32]
Die Arbeitslosenquote Dortmunds lag Ende Juni 2017 bei 11,0 %. Es existieren große Unterschiede innerhalb des Stadtgebiets.
Im Norden Dortmunds befinden sich viele Stadtteile mit einem hohen Anteil an Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen. Dies trifft insbesondere auf alle statistischen Bezirke desStadtbezirks Innenstadt-Nord zu (Arbeitslosenquote von 21,3 %), aber auch auf außerhalb der Innenstadt gelegene Stadtteile, wie etwaScharnhorst-Ost (18,9 %),Eving (14,7 %) undLindenhorst (13,6 %).Dennoch gibt es im Norden auch einige Stadtteile mit niedrigen Arbeitslosenquoten und hohem Einkommensdurchschnitt, wie etwaBrechten,Holthausen und die nordöstlichen StadtteileHusen,Kurl undGrevel.
Relativ gemischt ist die Sozialstruktur in den Stadtbezirken des Dortmunder Westens. Vielerorts entsprechen die Arbeitslosenquoten ungefähr dem Dortmunder Durchschnitt bzw. sind leicht erhöht, so etwa in den größeren StadtteilenHuckarde (12,8 %),Kirchlinde (12,5 %) undLütgendortmund (11,2 %). Niedrige Arbeitslosenquoten und gehobenere Einkommensstrukturen weisen insbesondereDeusen sowie die StadtrandlagenOespel undWestrich auf. In anderen Teilen des Westens wie etwaWesterfilde (16,5 %),Nette (15,7 %) undMarten (14,3 %) ist die Arbeitslosigkeit hingegen deutlich überdurchschnittlich.
Der Dortmunder Osten weist überwiegend Stadtteile mit niedrigen Arbeitslosenquoten sowie mit durchschnittlichen oder leicht gehobenen Einkommensstrukturen auf. Mit Ausnahme des am äußersten Stadtrand liegendenWickede (12,0 %) liegen die Arbeitslosenquoten im Osten stets unter dem Dortmunder Durchschnitt. Relativ gering ist die Arbeitslosigkeit dabei sowohl in einigen größeren Stadtteilen wieAplerbeck (6,4 %) undAsseln (6,1 %), als auch in kleineren Stadtteilen wie etwaSölderholz (3,6 %).
Im Dortmunder Süden liegen besonders viele Stadtteile mit niedrigen Arbeitslosenquoten und gehobenen Einkommensstrukturen. Dies trifft insbesondere auf die unmittelbar westlich derB 54 liegenden südlichen StadtteileBrünninghausen,Lücklemberg,Kirchhörde undBittermark zu sowie auf die entlang derWittbräucker Straße liegenden südöstlichen StadtteileAplerbecker Mark,Höchsten,Holzen,Wichlinghofen undSyburg. Größere Arbeitslosigkeit herrscht nur inHörde (14,8 %). Relativ durchschnittlich ist die Sozialstruktur hingegen etwa inHombruch.
Der Altersdurchschnitt der Dortmunder Bevölkerung beträgt etwa 43 Jahre. DerJugendquotient, also das Verhältnis der unter 20-jährigen zur erwerbsfähigen Bevölkerung beträgt 34,5, derAltenquotient, das heißt der Anteil der Personen mit 60 oder mehr Lebensjahren bezogen auf die erwerbsfähige Bevölkerung 47,0 und das Abhängigkeitsverhältnis von erwerbsfähiger zu nicht erwerbsfähiger Bevölkerung somit etwa 5:4.[33] Dies sind Werte, wie sie auch für ganz Deutschland anzutreffen sind.
DerMietspiegel für Dortmund lag 2026 bei durchschnittlich 11,09 Euro pro Quadratmeter und stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent. Zuletzt lag der Quadratmeterpreis 2018 unter 10 Euro (9,98 Euro). Damit liegt Dortmund leicht unter dem Landesschnitt von Nordrhein-Westfalen.[34]
Im Jahr 1895 überschritt die Stadt Dortmund die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zurGroßstadt machte. Nach der Eingemeindung derStadt Hörde und der Landkreise Dortmund und Hörde lebten 1929 etwa 536.000 Personen in der Stadt. DerZweite Weltkrieg entvölkerte das zerstörte Dortmund. Im April 1945 zählte man 340.000 Menschen. Danach siedelten sich viele ins ländliche Umland evakuierte Menschen sowie Flüchtlinge und Vertriebene in Dortmund an. Die Einwohnerzahlen stiegen rasch. 1965 wurde mit 657.804 Bürgern ein Höchststand erreicht. In den Jahren danach sank die Bevölkerungszahl, wie auch in den umliegenden Städten des Ruhrgebiets. So wurde bei der Volkszählung 1987 eine Einwohnerzahl von 584.089 festgestellt.[35]Dieser Trend hat sich aber mittlerweile umgekehrt. So stieg die Einwohnerzahl zwischen den Volkszählungen 2011 und 2019 wieder auf 588.250 amtliche Einwohner zum 31. Dezember 2019. Zum folgenden Jahr war die Einwohnerzahl laut Statistischem Landesamt wieder leicht gesunken, doch seitdem ist sie nach dem Zensus 2022 auf über 600.000 Einwohner gewachsen.
Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) prognostiziert für Dortmund bis zum Jahr 2040 einen Anstieg der Bevölkerungszahlen um 5,1 % auf 604.100 Personen.[36]
Altes Stadthaus: Personifikation des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus
Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet reichen bis in dieJungsteinzeit zurück. Dortmund wurde im Jahre 882 das erste Mal alsThrotmanni erwähnt.[37] Die Ersterwähnung der DortmunderMarktrechte stammt aus dem Jahr 990. Im 11. Jahrhundert wurde der Legende nachReinoldus der Schutzpatron der Stadt.
Älteste bekannte Dortmunder Ansicht 1470
Im Jahr 1152 fand in Dortmund ein Hoftag unter KönigFriedrich Barbarossa, dem späteren Kaiser statt.[38] Infolgedessen siedelten vermehrt Handwerker und Händler um die Königspfalz und trugen zur allmählichen Stadtwerdung Dortmunds bei. Bereits im Jahr 1200 wurde die heutige Ausdehnung der Stadtmitte von 82 Hektar erreicht und mit Stadtmauern befestigt. Im Jahr 1232 (oder 1231) kam es zu einem großen Stadtbrand. Vermutlich durch Brandstiftung ausgelöst, zerstörte er die Stadt fast vollständig. Das Feuer wütete wohl vor allem im dicht besiedelten Stadtkern nördlich des Hellwegs und zerstörte nicht nur die hölzernen Häuser der Krämer und Handwerker, sondern auch die steinerne Reinoldikirche. Durch den Brand ging auch das Archiv der Stadt verloren und mit ihm sämtliche Urkunden aus der Zeit vor dem Stadtbrand. Die beim Stadtbrand verloren gegangenenPrivilegien Dortmunds wurden 1236 von Friedrich II. erneuert und die Stadt Dortmund (lateinisch[burgus]Tremonia) erstmals als Reichsstadt (wörtlich: „civitas nostra Tremoniensis imperialis“) bezeichnet.
Dortmund um 1610 von Detmar MuhlerDortmund 1804
Im Jahr 1293 wurde der Stadt das Braurecht verliehen und es begann eine beispiellose Entwicklung der Bierindustrie innerhalb der Stadt. Nach dem großen Stadtbrand erstarkte auch der Einfluss der Dortmunder Bürgerschaft. Dieser reichte dabei weit über das Stadtgebiet hinaus und war dabei so stark, dass um 1252 die baltische StadtMemel unter Mithilfe von Dortmunder Kaufleuten gegründet und erwogen wurde, die Stadt „Neu-Dortmund“ zu nennen. Diese Bürgerschaft bzw.Patriziat, das sich selbstbewusstrempublicam Tremoniensem gubernantes (etwa: regierende Herren des Staats Dortmund) nannte, bestand aus einflussreichen Familien wie denKleppings, Sudermanns, von Wickedes, Swartes, Muddepennings, vom Berges, Lembergs, Berswordts, Wales und Brakes. Letztere besaßen allesamt exzellente Handelsbeziehungen in ganzEuropa und im Speziellen nachEngland. Die Vormachtstellung der Dortmunder Kaufleute führte sogar dazu, dass Englands König,Eduard III. im Jahr 1339 die englische Königskrone an ein von Dortmunder Kaufleuten geführtes Konsortium verpfändete.
Altes Rathaus, 1894 von der Marktseite, kurz vor der Instandsetzung, noch mit barockem Giebel
Erst mit dem Beginn der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts konnte der Niedergang gestoppt werden. Nach der Urkatasteraufnahme aus dem Jahr 1826 lebten innerhalb der Wallanlagen ca. 4000 Menschen in 940 Wohnhäusern und 453 Stallungen und Scheunen. Das Stadtbild wurde geprägt von engen ungepflasterten Straßen und Gassen und vielen Fachwerkhäusern. Einzig die vier großen mittelalterlichen Stadtkirchen, das alte Rathaus und einige wenige steinerne Profanbauten zeugten vom großen kulturellen Erbe der Vergangenheit.
Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann durch dieKohlenförderung undStahlverarbeitung der erneute Aufstieg Dortmunds und der Wandel zu einer Industriestadt. Seit der Eröffnung derCöln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 wurde Dortmund zu einem wichtigen Verkehrsknoten im Ruhrgebiet. Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leistete 1899 die Eröffnung desDortmund-Ems-Kanals und damit desHafens.Diese Infrastruktur ebnete Dortmunds Weg zur Großstadt. Die Stadt wuchs über die engen Grenzen der mittelalterlichen Wallanlage hinaus. Die Erweiterung erfolgte zunächst nach Norden um den neuen Hauptbahnhof. Ab 1858 wurde durch den Stadtbaumeister Ludwig ein rechtwinkliges Straßennetz mit Schmuckplätzen (Steinplatz,Nordmarkt,Borsigplatz) in der Dortmunder Nordstadt errichtet.
Bahnhofsgebäude am Königswall bis 1910
Nach Eröffnung der Bahntrasse der Rheinischen Eisenbahngesellschaft zumDortmunder Südbahnhof im Jahre 1874 wurde das Gebiet südöstlich der historischen Wallanlage für städtebauliche Zwecke erschlossen. Anders als die kompakten Blockrandgebiete in der Nordstadt, wurden dasKaiserviertel und die Südstadt jedoch vorrangig mit einer lockeren Bebauung mit repräsentativen Stadtvillen konzipiert und wurde zur bevorzugten Wohnlage Industrieller und Unternehmer. Im Jahr 1876 wurde der ca. 16 Hektar großeOstpark als parkähnliche Grünanlage eröffnet. Dieser wurde als zweiter städtischer Friedhof nach dem „Westentotenhof“, dem heutigenWestpark, eingerichtet. Diese zweite Friedhofsanlage steht im Zusammenhang mit dem rapiden Bevölkerungswachstum im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets. Während bei der Gründung des Westentotenhofs 1811 etwa 4.000 Menschen in Dortmund lebten, waren es 1876 über 50.000.[39]
Südlich der historischen Wallanlage entstanden städtische Einrichtungen wie das Waisenhaus, dasLuisenkrankenhaus und 1896 die Königliche Werkmeisterschule für Maschinenbauer, der Vorläufer der heutigen am gleichen Standort bestehendenFachhochschule Dortmund, ließen sich in dem zu dieser Zeit vornehmlich durch umfangreiche Gartenanlagen geprägten Gebiet nieder. Zwischen 1902 und 1908 begann der Beamten-Wohnungsverein mit umfangreichen Bauarbeiten und errichtete in unmittelbarer Nähe der Werkmeisterschule eine umfangreiche Wohnbebauung. Die gründerzeitlichen Bauten dienten vornehmlich Beamten als Heimstätte. Im Zuge derUrbanisierung wurden dann auch Infrastruktureinrichtungen wie Schulen und Kirchen errichtet. Der Bau derHeilig-Kreuz-Kirche, die demKreuzviertel heute den Namen gibt, begann 1914 und wurde zwei Jahre später eingeweiht. Mit demErsten Weltkrieg war die Bebauung des Stadtviertels weitgehend abgeschlossen, und etwa 10.000 Menschen wohnten hier.
Bereits 1905 begann mit der Eingliederung von Körne eine Welle von Eingemeindungen, die mit dem Gesetz über die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets von 1928 ihren Höhepunkt mit der Eingemeindung der StadtHörde (die bereits 1340 Stadtrechte erhielt) erreichte. Das Gebiet Dortmunds liegt seit den Eingemeindungen von 1928 und 1929 zu größeren Teilen auf dem Gebiet der ehemaligen Grafschaft Mark als auf dem der ehemaligen Freien Reichsstadt Dortmund. Bis zum Ausbruch desZweiten Weltkriegs wandelte sich das Stadtbild vom Ackerbürgerstädtchen zum großstädtischen Aussehen. Innerhalb weniger Jahre wurde das Stadtzentrum durch den Neubau von repräsentativen Bauwerken, wie dem derSynagoge, Kaufhausbau von Althoff 1904, dem Krügerhaus 1912 oder dem gesamten Bahnhofsumfeld durch den Bau eines neuenHauptbahnhof, demTheater, dem Postamt und demLöwenhof als Handelszentrum oder städtebaulichen Maßnahmen wie dem Durchbruch Hansastraße radikal verändert.
Großflächige Zerstörung der Dortmunder Innenstadt, hier rund um dieLiebfrauenkirche
Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mitsamt ihren historischenKirchen durch insgesamt 105 Luftangriffe und mehr als 22.242 Tonnen Bomben im Zentrum zu mehr als 90 Prozent zerstört.[40] Die hohe Prozentzahl liegt teilweise in den acht Großangriffen begründet, in denen die Stadt Dortmund als alleiniges Ziel in den Mittelpunkt eines Angriffes rückte. Bei dem Großangriff vom12. März1945 trafen mehr als 4.800 Tonnen Bomben die Stadt.[41] Dieser Angriff war der schwerste Bombenangriff gegen eine deutsche Stadt.[41] Nach diesem letzten folgenschweren Angriff kam das komplette gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben zum Erliegen. Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen.
Wiederaufbau der Dortmunder Innenstadt im modernen Stil
Der tatsächliche Wiederaufbau wurde jedoch durch die im Boden vorhandenen Infrastrukturleitungen und die darüber liegenden Straßen bestimmt, die im Nachkriegsalltag als Transport- und Verbindungswege zuerst geräumt wurden. Somit wurde der Umgang der Innenstädte als Wiederaufbau und Modifikationsmöglichkeit gesehen, anstatt einer völligen Neuplanung. Das öffentliche Bewusstsein der Nachkriegszeit war jedoch vom Wunsch geprägt, die städtebauliche Situation als Produkt der Industrialisierung auf den Grundrissen der mittelalterlichen Stadt nicht zu wiederholen. Planungsziel der Wiederaufbaujahre war somit ein neues, offenes und zukunftsfähiges Dortmund, welches sich bewusst von dem Gewesenen und dem alten historischen Erbe absetzen sollte. Trotz heftigen Widerstands der Dortmunder Bevölkerung wurden hierbei viele stadtbildprägende Gebäude wie dasRathaus oder dieSynagoge abgerissen oder nicht wieder aufgebaut.
Der Wiederaufbau ging schnell voran und im Jahr 1950 zählte die Stadt 500.000 Einwohner. Bei einer Arbeitslosenquote von 2,3 % herrschte 1952 Vollbeschäftigung und die hervorragenden wirtschaftlichen Bedingungen zogen vermehrt Zuwanderer, insbesondere Flüchtlinge aus den Ostgebieten, an. Schon 1956 zählte Dortmund 624.000 Einwohner. 1965 erreichte die Stadt mit 658.075 Einwohnern einen historischen Höchststand.
Dortmund wurde erstmals imWerdener Urbar erwähnt, das zwischen 880 und 884 entstand. Der lateinische Eintrag lautet: “InThrotmanni liber homo Arnold viii den[arii] nob[is] solvit.” (deutsch: „InThrotmanni zahlt uns derfreie Mann Arnold 8 Pfennige.“).[42] Danach gibt es eine große Anzahl verschiedener, aber auf den gleichen Lautstamm zurückgehender Namen. Ihre jeweilige Verwendung in den Quellen erscheint willkürlich und zufällig.[43]
Ein Jahr nach seinem Aufenthalt in Dortmund stellte der KönigFriedrich Barbarossa 1152 dem Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied eine Urkunde aus, die die lateinische Bezeichnung “in burgo Tremonia” (deutsch: „in der Stadt Tremonia“) enthält. Die BezeichnungTremonia leitet sich nicht vonThrotmanni ab. Man vermutet, dass bei Verwendung dieser Bezeichnung der gute Klang und der vermeintliche Sinngehalt eine Rolle spielten. Der Name würde sich dann aus den Wörterntres odertria (deutsch:drei) undmoenia (deutsch:Mauer) zusammensetzen und so viel wieDreimauernstadt bedeuten.[43]
Erst mit dem Aufkommen deutscher Quellen im 14. Jahrhundert wurde die alte Form sprachlich weiterentwickelt wieder aufgegriffen.[43] Imwestfälischen Platt wurde sie dann zu[dyœɐpm] verkürzt.[44][dyœɐpm] wird heute selten verwendet, das lateinischeTremonia ist gelegentlich noch anzutreffen.
Bei der Wortbedeutung vonDortmund wird im Allgemeinen von einemDeterminativkompositum ausgegangen.[45]DasBestimmungswort ist vermutlich germanisch*þrut-,*þrūt- mit der BedeutungKehle / Gurgel / Schlund / Hals.[45][46][47] Die Bedeutung desGrundworts ist unklar. Nach einer Theorie ist es das altsächsische Gewässerwort-manni,-menni,-minni.[46][48] Nach einer anderen Theorie ist es germanisch*-munt mit der BedeutungBerg / Hügel / Anhöhe / Erhebung.[45] In der ersten Theorie wäre die BedeutungKehlbach / Gurgelbach / Siedlung am gurgelnden Gewässer,[46][47] in der zweiten Theorie als*Throdmend - Berg mit einer Kerbe / Berg mit einem Einschnitt / Hügel mit einer Kerbe / Hügel mit einem Einschnitt.[45] Bei beiden Deutungen handelt es sich um eine geografische Besonderheit, die heute überbaut ist und nicht mehr zu erkennen ist[46] oder – in der zweiten Theorie – einen Hinweis auf eine Burg nördlich der Stadtmauern mit dem Fluss Kuckelke als Einschnitt gibt.[45] Die Existenz einer solchen Burg ist umstritten.[49][50][51][52][53]
Von spätmittelalterlichen Chronisten ist einevolksetymologische Deutung bekannt, nach der es zwei Dörfer gegeben habe, dasalde und dasneue Dorp, die beide bei der BurgMunda lagen. Um diese Burg habe es eine Auseinandersetzung zwischen Sachsen und Römern – oder auch Franken – gegeben.[42][54] Den Schlachtruftrucide hätten die Burgmannen alstruz odertrot interpretiert und die Angreifer höhnischTrotmanni (Trutzmänner) genannt. Die Bezeichnung sei dann auf den Ort übergegangen.[44]
In der Vergangenheit wurde die Stadt aufNiederländischDortmond, aufspanischTremonia, aufaltfranzösischTrémoigne genannt. DieseExonyme sind aber außer Gebrauch gefallen und die Stadt wird heute international mit ihrem deutschen Namen bezeichnet.
Charakteristisch für das heutige Dortmunder Stadtgebiet ist die räumlich stark ausgeprägte Abgrenzung einzelner Stadtteile zu ihren Nachbarstadtteilen durch Felder, Wälder oder Verkehrsflächen. Dieser Umstand beruht auf den relativ kleinteilig erfolgten Eingemeindungen ehemals eigenständiger Gemeinden. Einige größere Stadtteile wie die StadtbezirkszentrenHörde,Aplerbeck oderMengede vermitteln ihre ehemalige Eigenständigkeit noch deutlich durch die Größe ihrer Stadtteilzentren und ihrer Einkaufsstraßen.
In die Stadt Dortmund wurden folgende Gemeinden eingegliedert:[55]
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurden am 1. Januar 1975 durch dasRuhrgebiet-Gesetz die GemeindenHolzen undLichtendorf nach Dortmund eingemeindet. Einige Flurstücke dieser Gemeinden gingen jedoch an die Stadt Schwerte. Dortmund erhielt weiterhin einige Flurstücke aus der StadtWesthofen, die nach Schwerte eingemeindet wurde und durch dasSauerland/Paderborn-Gesetz einige Flurstücke aus der GemeindeGarenfeld, die nach Hagen eingemeindet wurde.[56]
Am Stichtag 31. Dezember 2023 waren nach Recherchen der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland 22,6 % der Einwohner der Stadt evangelisch, 21,6 % römisch-katholisch und 55,8 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenReligionsgemeinschaft an.[57][58] Von den 609.546 Einwohnern Dortmunds gehören (Stand 31. Dezember 2022) 23,7 % der evangelischen und 22,6 % der römisch-katholischen Kirche an; 53,8 % (327.748) haben ein anderes religiöses Bekenntnis oder sindkonfessionslos.[59] Jahresende 2019 gehörten 26,1 % (157.806) der evangelischen und 24,9 % (150.373) der römisch-katholischen Kirche an; 49,0 % hatten eine andere Konfession oder Religion oder waren konfessionslos.[60] 2017 gehörten von den 601.780 Einwohnern Dortmunds 27,5 % der evangelischen und 25,9 % der römisch-katholischen Kirche an.[61]
Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime in Dortmund 2011 bei 9,5 % (rund 54.200 Personen).[62]
Propsteikirche vom Hansaplatz aus gesehenReinoldikirche
Dortmund gehörte seit der Gründung zumErzbistum Köln und war Sitz einesArchidiakonats. Ab 1523 fasste allmählich dieReformation Fuß.[63] Doch wurde erst ab 1562 das Abendmahl in beiderlei Gestalt ausgeteilt. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch. Als Freie Reichsstadt konnte Dortmund auch die religiösen Angelegenheiten selbst regeln und so erhielt die Stadt 1570 ein neues Kirchenregiment. Vorherrschend war daslutherische Bekenntnis. Dasreformierte Bekenntnis war bis 1786 überhaupt nicht zugelassen. 1625 errichtete der Rat die Superintendentur Dortmund. Hieraus entstand nach dem Übergang an Preußen der spätere Kirchenkreis Dortmund innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. 1960 wurde der Kirchenkreis Dortmund in vier Kirchenkreise aufgeteilt. Bis Ende 2013 bildeten die Kirchenkreise Dortmund-Mitte-Nordost (zwölf Kirchengemeinden), 2002 fusioniert aus den Kirchenkreisen Dortmund-Mitte und Dortmund-Nordost, Dortmund-Süd (acht Kirchengemeinden) und Dortmund-West (fünf Kirchengemeinden) mit ihren zugehörigen Kirchengemeinden zusammen mit dem benachbarten Kirchenkreis Lünen (vier Kirchengemeinden) die „Vereinigten Kirchenkreise Dortmund – Verband der evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreise in Dortmund und Lünen“. Am 1. Januar 2014 haben sich die vier Kirchenkreise zum Evangelischen Kirchenkreis Dortmund vereinigt. Mit seinen 28 Kirchengemeinden, 24 in Dortmund, drei in Lünen und einer in Selm ist er Teil derEvangelischen Kirche von Westfalen.
Auch nach Einführung der Reformation gab es noch wenige Katholiken in Dortmund, die weiterhin zum Erzbistum Köln gehörten. Ihnen verblieben zunächst nur die Klosterkirchen für gottesdienstliche Nutzungen. 1616 erhielt jedoch das Dominikanerkloster wieder Pfarrrechte. Nach 1803 wurden die römisch-katholischen Klosterkirchen entwedersäkularisiert oder gar abgebrochen.[64] Die Kirche des aufgehobenen Dominikanerklosters blieb als Propsteikirche erhalten. 1821 wurden die Katholiken dem Bistum beziehungsweiseErzbistum Paderborn zugeordnet. Infolge starker Zuwanderung im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert, insbesondere aus der damaligenProvinz Posen, nahm auch die Zahl der Katholiken stark zu. 1832 wurde Dortmund Sitz eines römisch-katholischenDekanats. Auch nach der Gründung des„Ruhrbistums“ Essen verblieb Dortmund beim Erzbistum Paderborn.
In Dortmund sind diegriechisch-orthodoxe Kirche, dieSerbisch-Orthodoxe Kirche, dieRussisch-Orthodoxe Kirche und dieMazedonisch-Orthodoxe Kirche vertreten. 1961 wurde unter dem Archimandriten Ánthimos Drakonákis der Beschluss gefasst, eine griechisch-orthodoxe Gemeinde in Dortmund zu gründen (Kirche der Heiligen Apostel zu Dortmund, griech.I.N. Αγίων Αποστόλων Ντόρτμουντ –I.N. Agíon Apostólon Dortmund). Es handelt sich somit vermutlich um die erste Gründung einer griechisch-orthodoxen Gemeinde, die im Zusammenhang mit dem Anwerben von Gastarbeitern steht. Bis dahin hatte es nur dort Gemeinden gegeben, wo Griechen seit über 200 Jahren als Kaufleute sesshaft waren. Der damalige griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland,Polyeuktos (Finfinis) (griechischΠολύευκτος Φινφίνης), wies den neu gegründeten griechisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland ihren jeweiligen Amtsbezirk zu. Dem frisch geweihten Presbyter Tilémachos (Margarítis) übergab er Ende des Jahres 1965 die Kirchengemeinde Dortmund und damit die seelsorgerliche Verantwortung für die orthodoxen Christen des östlichen Ruhrgebiets. Tilemachos hatte dieses Amt bis zum Oktober 2006 inne. Ihm folgte der Archimandrit Dr. Filótheos.
Seit dem Jahr 1896 ist durch die Gründung der Gemeinde Dortmund-Nord (fusionierte 2008 mit der Gemeinde Dortmund-Eving[66]) die Neuapostolische Kirche auch in Dortmund vertreten. Ebenfalls befindet sich die Verwaltung derNeuapostolische Kirche Westdeutschland in Dortmund.Durch den demographischen Wandel in der Gesellschaft und die steigende Zahl inaktiver Kirchenmitglieder wurden in den letzten Jahren einige Standorte aufgegeben und Gemeinden zusammengelegt. Im Jahr 2012 gab es noch 24 Gemeinden im Stadtgebiet, aktuell (Stand 2015) sind es 17 Gemeinden.[67][68]
Bedeutendste nichtchristliche Religionsgemeinschaft in Dortmund ist derIslam. VieleMoscheen und Gebetshäuser (vor allem in der stark migrantisch geprägtennördlichen Innenstadt/Nordstadt) machen dies deutlich. Zurzeit gibt es in Dortmund etwa 30Moscheevereine, die seit September 2007 von einem gemeinsamen Rat der Muslime in Dortmund vertreten werden.
Die islamischen Strukturen in Dortmund gründeten in Vereinen meist türkischstämmige Arbeitsmigranten. Später kamen auch marokkanische Moscheevereine wie die Al-Fath-Moschee in der Mallinckrodtstraße, sowie gibt es seit dem Zuzug der Flüchtlinge ausSyrien ab 2015 syrische Moscheen.[69] Der 1966 gegründete Verein Türkischer Arbeitnehmer in Dortmund und Umgebung richtete 1973 die erste islamische Gebetsstätte in einer ehemaligen evangelischenNotkirche in der Dortmunder Nordstadt ein. Mitte der siebziger Jahre gab es zahlreiche Gründungen von Vereinen gemeinsamer religiöser Identität. Unterstützt wurden diese Gemeinden häufig durch das Amt für Religiöse Angelegenheiten (türkisch:Diyanet İşleri Başkanlığı, kurz: DİB), das seit Anfang der 1970er Jahre in der Türkei ausgebildete islamische Theologen in die deutschen Moscheevereine entsendet. Im November 1976 wurde der erste islamische Theologe als Lehrer und Vorbeter in Dortmund begrüßt.
Zwischen 1979 und 1983 bestand die Islamische Gemeinde Dortmund als selbstständiger Dachverband der islamischen Gemeinden in Dortmund. Diese löste sich 1983 auf, da die Gründung einer sogenanntenDiyanet-Stiftung seitens des Religionsattachés der türkischen Botschaft angedacht war. Diese Stiftung wurde letztlich nicht realisiert und die Dortmunder Gemeinden schlossen sich schließlich derTürkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (türkisch:Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, kurz: D.I.T.I.B.) an. Zur D.I.T.I.B. gehören heute zehn Gemeinden in Dortmund.
Neben den an den nationalen Gegebenheiten in der Türkei orientierten Moscheevereinen existieren in Dortmund weitere islamische Gemeinden, zum Beispiel dieIslamische Gemeinschaft Millî Görüş undAlevitische Gemeinde mit anderen spirituellen Ausrichtungen.
Als sich in den 1990er Jahren abzeichnete, dass die Arbeitsmigranten dauerhaft in Dortmund bleiben würden, hatte dies auch Auswirkung auf die Moscheevereine. Die bis dahin lose organisierten Vereine organisierten sich nach deutschem Vereinsrecht und strebten Gemeinnützigkeit an. Die zuvor häufig in Hinterhäusern untergebrachten Gebetsstätten zogen in die Vorderhäuser. Der Islam wurde sichtbarer. Der Trend zum Bau repräsentativer Moscheen, wie er in ganz Deutschland zu beobachten ist, hält auch in Dortmund an.
Im Herbst 2007 bildeten die Vertreter der meisten Moscheegemeinden unter Beteiligung aller wichtigenislamischen Organisationen in Deutschland einen „Rat der muslimischen Gemeinden in Dortmund“.
Das früheste Dokument, das auf die Existenz von Juden in der früheren Hanse- und Reichsstadt Dortmund hinweist, ist ein Privileg Heinrichs IV. von 1074; eine zweite urkundliche Erwähnung von Juden stammt aus dem Jahre 1096. Die meisten Wohnstätten der Dortmunder Juden, ihr Bethaus und dieMikwe lagen am westlichen Rand des Stadtkerns. Im Zusammenhang mit den Pestpogromen 1460/1465 wurden die Juden aus Dortmund vertrieben und siedelten sich erst im 16. Jahrhundert wieder in umliegenden Ortschaften u. a. inDorstfeld,Hörde,Schwerte,Unna an. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts gestattete die Stadt Dortmund wieder jüdische Ansiedlung in ihren Mauern. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Zahl der in Dortmund ansässigen Juden stetig infolge der industriellen Entwicklung des Ruhrgebietes.
Im Zuge dessen entstand 1895 als zentrale, repräsentative Betstätte dieAlte Synagoge. Mit 1300 Plätzen, davon 750 für Männer reservierte Sitzplätze im Erdgeschoss und 450 Plätze für Frauen auf den Emporen des Kuppelbaus, war die Synagoge zu ihrer Zeit eines der größten jüdischen Bethäuser in Deutschland. Als eine von wenigen jüdischen Gemeinden in Deutschland, wurde die Gemeinde noch vor denNovemberpogromen 1938 ihres Besitzes enteignet und der Abriss vollzogen.[70] Neben der großen Synagoge in der Innenstadt gab es auch in Dortmund-Hörde und Dortmund-Dorstfeld jüdische Gemeinden mit eigenen Synagogen, die ebenfalls zerstört wurden. Die anschließende erzwungene Auswanderung im Nationalsozialismus und derHolocaust dezimierten die jüdische Bevölkerung Dortmunds drastisch.
In den 1990er Jahren ist die Jüdische Gemeinde durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wieder erheblich gewachsen. Heute umfasst die Kultusgemeinde, eineorthodox geprägteEinheitsgemeinde, ca. 2600 Mitglieder. Sie betreibt neben einerSynagoge auch einen Kindergarten. Auch der jüdische Teil des Dortmunder Hauptfriedhofs wird heute wieder aktiv genutzt.
Die Ursprünge des christlich-islamischen Dialogs in Dortmund finden sich im 1969 initiierten Arbeitskreis für Religion und Weltanschauung derRheinisch-Westfälische Auslandsgesellschaft. In den 1990er Jahren fanden erste direkte Kontakte zwischen christlichen und islamischen Gemeinden im Arbeitskreis Kirche und Moschee statt. Diese Arbeitskreise existieren heute nicht mehr.
Seit 1993 widmet sich das gemeinsam von Christen und Muslimen initiierte Dortmunder Islamseminar der interreligiösen Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Christen. Träger des Islamseminars sind die Abu-Bakr-Moschee Dortmund, der Verein der Kulturfreunde Dortmund (Al-Fath-Moschee), die Moschee Bachstraße desVIKZ, die Moschee Wali aktiv, die evangelische Lydia-Kirchengemeinde, der Konvent derFranziskaner (OFM) und die DortmunderDITIB-Gemeinden.[71]
Dem Zusammenleben von Juden und Christen in Dortmund widmet sich die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e. V.[72]
Dortmund ist einekreisfreie Stadt imRegierungsbezirk Arnsberg desLandesNordrhein-Westfalen und handelt infreier Selbstverwaltung durch ihreOrgane. Gemäß demGesetz über die Kommunalwahlen im Lande Nordrhein-Westfalen, derGemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen und der Hauptsatzung der Stadt Dortmund sind dies der Rat der Stadt Dortmund und der Oberbürgermeister. Alle fünf Jahre wählen die Dortmunder Bürger den 82-köpfigen ehrenamtlichen Rat der Stadt Dortmund (2012: zusätzlich vier Überhang- und Ausgleichsmandate) und den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Der Rat wählte bisher zwei ehrenamtliche Bürgermeister als Stellvertreter des Oberbürgermeisters, seit 2020 sind es drei Bürgermeister.[73] In den zwölf Stadtbezirken wird außerdem jeweils eine 19-köpfige ehrenamtliche Bezirksvertretung gewählt, die aus ihrer Mitte einen Bezirksbürgermeister (bis 2008: Bezirksvorsteher) und einen oder mehrere Stellvertreter wählt. Dem Oberbürgermeister obliegen die Geschäfte der laufenden Verwaltung, er leitet die Ratssitzungen und repräsentiert die Stadt. Der Oberbürgermeister ist verpflichtet, die Beschlüsse des Rats auszuführen. Der Rat wählt außerdem einen Stadtdirektor und bis zu neun weitereStadträte als Stellvertreter des Oberbürgermeisters in der Verwaltung der Stadt. In den neun Außenstadtbezirken befinden sich Bezirksverwaltungsstellen.
Neben den Organen der kommunalen Selbstverwaltung werden in Dortmund vier Landtagsabgeordnete und zwei Bundestagsabgeordnete per Direktmandat gewählt, bei der Europawahl werden die Kandidaten ausschließlich über Listen gewählt.
In der Parteienlandschaft Dortmunds sind alle großen deutschen Parteien vertreten. Als rein kommunale Gruppe treten dieBürgerliste für Dortmund, die im Rat eine Fraktionsgemeinschaft mit der FDP bildet, auf. Eine dominierende Stellung nimmt die SPD ein: Sie stellt seit 1946 ununterbrochen sämtliche direkt gewählten Abgeordneten auf Landes- und Bundesebene, besaß bis 1999 die absolute Mehrheit im Rat und stellte bis 2025 auch den Oberbürgermeister. Herbert Wehner sprach einst in diesem Zusammenhang von Dortmund als der „Herzkammer der Sozialdemokratie“. Inzwischen ist jedoch der Vorsprung der SPD gegenüber der CDU in Dortmund bei den Bundes- und Landtagswahlen deutlich geringer ausgeprägt als in anderen Ruhrgebietsstädten.
Die Selbstverwaltung der Stadt Dortmund hat eine lange Tradition. Seit etwa 1240 ist ein Rat belegt und vom König anerkannt, 1288 wurden erstmals Bürgermeister erwähnt und 1504 gingen auch die verbliebenen Rechte an der die Stadt umgebenenGrafschaft Dortmund von den Grafen an die Stadt über. An der Spitze der Stadt Dortmund stand in Zeiten derFreien Reichsstadt der 18-köpfige, später zwölfköpfige,patrizische Rat, der im Laufe der Zeit verschiedentlich zusammengesetzt war. Die Amtszeit dauerte zunächst ein Jahr, wobei die Mitglieder turnusmäßig wechselten, sodass es einen „alten Rat“ und einen „neuen Rat“ beziehungsweise „sitzenden Rat“ gab. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Ratsherren auf Lebenszeit gewählt. Von den sechs Obersten Ratsherren führten zwei den Titel „Bürgermeister“. Der siebte Sitz war dem Freigrafen vorbehalten. Nach 1803 übernahm ein fürstlich-oranischer Stadtmagistrat die Amtsgeschäfte und in französischer Zeit gab es einenMaire, dem ein Munizipalrat zur Seite stand. Als Dortmund 1815 preußisch wurde, gab es einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Mit Einführung der Städteordnung 1835 leiteten der Magistrat und das Stadtverordnetenkolleg unter Vorsitz des Bürgermeisters die Verwaltung. Ab 1860 trug das Stadtoberhaupt den TitelOberbürgermeister.
Während der Zeit desNationalsozialismus wurde derOberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach demZweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung derBritischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat der Stadt (anfangs noch nach dem britischen Mehrheitswahlrecht gewählt), dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, der ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichenOberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister.
Die letzte Kommunalwahl fand in Dortmund am 14. September 2025 statt. Die SPD erreichte 24,9 % der Stimmen (26 Sitze), die CDU 22,1 % (23 Sitze), die AfD 16,6 % (18 Sitze), die GRÜNEN 16,5 % (17 Sitze), DIE LINKE 8,0 % (8 Sitze), die FDP 2,1 % (2 Sitze), die Tierschutzpartei 2,0 % (2 Sitze), das BSW 2,0 % (2 Sitze) Die PARTEI 1,8 % (2 Sitze), das Bündnis für Vielfalt und Toleranz (BVT) 1,4 % (2 Sitze), Volt 1,4 % (1 Sitz) die Bürgerliste 1,1 % (1 Sitz).
Bei der Wahl zum Oberbürgermeister am 14. September 2025 erreichte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit. Deshalb fand am 28. September 2025 eine Stichwahl zwischenThomas Westphal (SPD) undAlexander Kalouti (CDU) statt.
Im ersten Wahlgang erhielt Westphal 27,4 % und Kalouti 17,0 %. Martin Cremer (unabhängig) erhielt 14,6 %, Heinrich Theodor Garbe (AfD) 14,6 % und Katrin Lögering (Grüne) 14,0 %. 7 weitere Kandidaten erhielten zusammen 12,2 %. In der Stichwahl setzte sich Alexander Kalouti (CDU) mit 52,9 % der Stimmen gegen Thomas Westphal (SPD), der 47,1 % der Stimmen erhielt, durch.[74][75]
Unterbrochen von einer konfliktgeladenen Koalition mit den Grünen (2004–2009) regiert die SPD seit dem Verlust der absoluten Mehrheit im Jahr 1999 mit wechselnden Mehrheiten. Die Haushaltspläne werden in der Regel gemeinsam von SPD und CDU beschlossen, fallweise auch von SPD und Grünen.
Die nächste reguläre Kommunalwahl findet im September 2030 statt.
In Dortmund sind folgende Parteien und Wählergruppen vertreten: dieSPD (UnterbezirksvorsitzenderJens Peick, Fraktionsvorsitzende Carla Neumann-Lieven), dieGrünen (Kreisverbandssprecher Hannah Rosenbaum und Marek Paul Kirschniok, Fraktionssprecher Katrin Lögering und Christoph Neumann), dieCDU (Kreisvorsitz Sascha Mader, Fraktionsvorsitzender Jendrik Suck),Die Linke (Kreissprecher Kevin Götz und Sonja Lemke, Fraktionsvorsitzender DIE LINKE+ Utz Kowalewski und Petra Tautorat), diePiratenpartei (Kreisvorstandsvorsitzende Uwe Martinschledde und Robert Ziethoff), dieTierschutzpartei (Kreisvorsitzender zurzeit unbekannt, stv. Vorsitzender DIE LINKE+ Michael Badura), dieAfD (Kreisvorstandssprecher Peter Bohnhof, Fraktionsvorsitzender Heinrich Theodor Garbe), dieFDP (Kreisvorsitzender Nils Mehrer), dieBürgerliste für Dortmund (Erster Vorsitzender und stv. Fraktionsvorsitzender FDP/BL Markus Happe),Die PARTEI (Kreisverbandsvorsitzender Hendrik Klünner, Fraktionsvorsitzender Olaf Schlösser),Die Rechte (Kreisvorstandsvorsitzender zurzeit unbekannt), dasBVT (Vorsitzender zurzeit unbekannt), dieHEIMAT (Kreisvorsitzender Matthias Wächter), dieFBI (Vorsitzender Detlef Münch), dasBIG (Kreisvorsitzender zurzeit unbekannt), dieDKP (Kreisvorsitzende Doris Borowski) und dieFamilien-Partei Deutschlands (Kreisvorstandsvorsitzender Alexander Dilger).
Das Dortmunder Stadtgebiet bildet zwei Bundestagswahlkreise. DerBundestagswahlkreis Dortmund I umfasst die westlichen Stadtbezirke. Bei der Bundestagswahl 2025 ging hier das Direktmandat mit 30,6 Prozent anJens Peick von derSPD. Die östlichen Stadtbezirke bilden denBundestagswahlkreis Dortmund II. Hier fiel das Direktmandat 2025 mit 32,4 Prozent aufSabine Poschmann,SPD. Poschmann ist seit 2025 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Dortmund ist in vier Landtagswahlkreise aufgeteilt. Folgende Abgeordnete vertreten die Stadt Dortmund im Landtag Nordrhein-Westfalen (18. Wahlperiode):
Wahlkreis Dortmund 1:Ralf Stoltze, Selbstständig, SPD
Wahlkreis Dortmund 2:Volkan Baran, Diversity Manager, SPD
Wahlkreis Dortmund 3:Nadja Lüders, Rechtsanwältin, SPD
Wahlkreis Dortmund 4:Anja Butschkau, Diplom-Sozialarbeiterin, SPD
Landesliste:
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, CDU
Blasonierung: „Das Wappen zeigt auf goldenem Grund den rechtsblickenden, einköpfigen, staufischen, reichsstädtischen schwarzenAdler. Er ist rot bewehrt und bezungt.“[76]
Wappenbegründung: Nachdem Dortmund sich im 13. Jahrhundert zurFreien Reichs- undHansestadt entwickelt hatte, führte es den Reichsadler in Wappen und Siegel als imperiales Symbol der kaiserlichen Stadt. Das älteste bekannte Siegel der Stadt Dortmund von 1241 zeigte einen Turm hinterStadtmauern, die Darstellung des Reichsadlers erscheint wenig später als Symbol der Stadt in Wappendarstellungen. Als Siegelbild findet sich der Adler zunächst im Sekretsiegel, dem kleinen Siegel des Rates. Im Unterschied zum Reichsadler im kaiserlichen Wappen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit war der Dortmunder Adler ursprünglich auf silbernem Grund. Bereits 1514 findet sich imSchichtbuchHermann Botes die heutige Kolorierung. Doch zeigte das offizielle Wappen den Adler lange in Silber. Erst 1946 wurden die historischen,Weimarer Reichsfarben mit goldenem Schild endgültig übernommen. 1871 wurden zweiLöwen als Wappenhalter und eine Krone auf denSchild hinzugefügt. Diese wurden jedoch 1888 beziehungsweise 1908 wieder entfernt.
„Die Flagge der Stadt enthält die Farben Rot und Weiß in Längsstreifen.“[76]DasSiegel zeigt dasselbe Symbol mit der Inschrift „Stadt Dortmund“.
Flagge der Stadt Dortmund
Neben Wappen und Farben gab es seit 1994 einLogo, das die stilisierten Buchstaben DO in einem rechtsoffenen Halbkreis aus neun dunkelblauen fünfzackigen Sternen zeigt. Die Sterne werden nach unten hin kleiner. Der senkrechte Strich im D ist nach oben verlängert und nochmals kurz gekreuzt. Er soll denFlorianturm darstellen, während zwei gebogene Striche über dem O auf diegroße Westfalenhalle anspielen. Die beiden Buchstaben sind in Petrol gehalten. Die Darstellung mit Sternen galt als Europalogo, teilweise fand man das Logo auch ohne Sterne. Im Frühjahr 2005 wurde das städtischeCorporate Design aber wieder auf die traditionellen Farben und Symbole umgestellt.Außerdem stellt die Stadt Dortmund für Bürger oder Unternehmen, die ihre Verbundenheit mit Dortmund zeigen wollen, noch eine Stadtsilhouette mit mehreren markanten Gebäuden in der Farbe des ehemaligen Logos zur Verfügung.
Darüber hinaus pflegt die Stadt Dortmund zahlreiche internationale Projektpartnerschaften und engagiert sich verstärkt im Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik und der projektbezogenen, internationalen kommunalen Zusammenarbeit. Ziel ist dabei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe, deren Mehrwert für beide Partner auf Gegenseitigkeit beruht und die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in beiden Ländern bzw. Regionen fördert. Die Projektkommunen suchen sich hierbei jeweils Themen, an denen beide arbeiten, und unterstützen sich dabei, Lösungen zu finden.
Die älteste Städtepartnerschaft Dortmunds besteht zuAmiens in Frankreich. Erste Schritte zu einer solchen Partnerschaft entwickelten sich aus privaten Kontakten eines Bürgermeisters und Überlegungen des Auslandsinstituts bereits 1952. Ab 1957 kam es zu verstärkten Kontakten zwischen den Städten, und am 2. April 1960 erfolgte die Proklamation durch den Rat der Stadt Dortmund.
Noch weiter reicht die Partnerschaft zuLeeds im Vereinigten Königreich zurück. Bereits Ende 1949 wurde von der britischenControl Commission for Germany der Vorschlag gemacht, Beziehungen zwischen demWest Riding of Yorkshire und dem Regierungsbezirk Arnsberg aufzunehmen, da sich beide Gebiete strukturell ähnelten. Die eigentliche Städtepartnerschaft geht auf eine Reise mehrerer Bürgermeister aus dem Ruhrgebiet in diese Region im Jahr 1957 zurück, bei der eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Leeds und Dortmund erwogen wurde. In der Folge intensivierten sich die Kontakte, und am 2. Juni 1969 kam es schließlich zur Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens durch die Stadt Dortmund.
Beide Partnerschaften standen noch im Schatten des Zweiten Weltkriegs und waren geprägt von dem Willen, eine derartige Katastrophe sich nicht wiederholen zu lassen. Sie sollten den Gedanken der Völkerverständigung und europäischen Freundschaft auch in der Bevölkerung verankern.
Der Gedanke der Völkerverständigung spiegelte sich auch in der Partnerschaft zuBuffalo im US-Bundesstaat New York wider, allerdings gingen hier die Bemühungen wesentlich stärker von der Partnerstadt aus, die sich daneben von dieser auch eine Stärkung der Kultur der dortigen deutschstämmigen Bevölkerung erhoffte. Erste Bemühungen vonseiten Buffalos fanden bereits 1950 statt, zu einem umfangreicheren Austausch kam es aber erst Mitte der 1970er Jahre. Der offizielle Beschluss wurde schließlich am 4. Juli 1977 gefasst.
Exakt ein Jahr später fasste der Rat den Beschluss, auch eine Städtepartnerschaft mitRostow am Don in der damaligen UdSSR (heute Russland) aufzunehmen. Sie entwickelten sich aus den Auslandskulturtagen der Stadt von 1973 mit der Sowjetunion. Aufgrund der großen geographischen Entfernung und der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Blöcken stellte diese Städtepartnerschaft von Anfang an eine Besonderheit dar. Zu intensiven Kontakten kam es entsprechend erst nach Ende desKalten Krieges.
Die Städtepartnerschaft zuNetanja in Israel, am 12. Juni 1980 vom Rat der Stadt Dortmund beschlossen, geht auf eine Einladung aus dem Jahr 1972 an ehemalige Dortmunder Bürger, die als Juden aus Deutschland fliehen mussten, die Stadt zu besuchen, zurück. Infolgedessen wurde von Seiten Dortmunds der Wunsch an den israelischen Städteverband gerichtet, eine Partnerschaft mit einer israelischen Stadt aufzunehmen. Kurz darauf kündigte der Bürgermeister von Netanja Interesse an einer solchen Partnerschaft an. Aus dieser sind sechs Dortmunder Schulpartnerschaften hervorgegangen.
Ebenfalls auf die Dortmunder Auslandskulturtage geht die Partnerschaft mitNovi Sad im damaligen Jugoslawien (heute Serbien) zurück. Im Anschluss an die Veranstaltung 1978 teilte der Bürgermeister Novi Sads mit, dass vom jugoslawischen Konsulat eine Städtepartnerschaft mit Dortmund in Erwägung gezogen werde. Am 26. März 1981 unterzeichnete der Rat schließlich ein Partnerschaftsabkommen.
Die jüngste Dortmunder Städtepartnerschaft mitXi’an in der Volksrepublik China geht auf geschäftliche Kontakte derThyssenKrupp Uhde GmbH und eine Partnerschaft der Technischen Universität Dortmund mit derJiaotong-Universität Xi’an zurück. Im Februar 1986 lagen Dortmund Anfragen mehrerer Städte nach einer Partnerschaft vor, und man entschied sich schließlich aufgrund der bestehenden Kontakte und der guten Verkehrsanbindung für Xi’an. Daraufhin intensivierten sich die Kontakte und am 1. April 1989 unterzeichnete der Volkskongress der Stadt Xi’an die Partnerschaftserklärung. Aufgrund desTian’anmen-Massakers bestätigte die Stadt Dortmund die Partnerschaft nicht offiziell, sodass diese formal erst seit dem 27. Juni 1991 besteht.
Am 2. Juni 2014 wurde die Städtepartnerschaft zwischenTrabzon und Dortmund besiegelt. Der damalige Ausländerbeirat, heute Integrationsrat, hatte sich bereits 2008 für die Projektpartnerschaft ausgesprochen und sich im Nachgang – unter Beteiligung zahlreicher Akteure innerhalb und außerhalb von Politik und Verwaltung – intensiv für die Begründung einer offiziellen Städtepartnerschaft eingesetzt.
Am 31. Juli 2020 unterzeichnete Oberbürgermeister Ullrich Sierau mit seinem Amtskollegen Emil Boc aus der rumänischen StadtCluj-Napoca eine Absichtserklärung, um eine kommunale Partnerschaft einzugehen. Im Zentrum der Vereinbarung steht der Austausch insbesondere zu den Themen Digitalisierung und Smart City, Technologie- und Start-up-Förderung, Weiterentwicklung als Innovationscluster, Nachhaltigkeit und Daseinsvorsorge. Koordiniert wird die Projektpartnerschaft von dem Büro für Internationale Beziehungen und Nachhaltige Entwicklung der Stadt Dortmund und dem Büro für Internationale Angelegenheiten und ausländische Investitionen der Stadt Cluj.
Dortmund ist bekannt als Hochburg der Schüler- und Jugendpolitik. Die Bezirksschülervertretung Dortmund gehört zu den bundesweit stärksten Schülerorganisationen. Seit 2005 gewinnen die Schülervertretungen in der Stadtöffentlichkeit an Bedeutung. Die Bezirksschülervertretung hat Stimmrecht in der Vollversammlung des Jugendring Dortmund und ist beratendes Mitglied im Schulausschuss des Rates der Stadt Dortmund.
Dem „Ring Politische Jugend Dortmund“, der die Gelder für die parteipolitischen Dortmunder Jugendorganisationen verteilt, gehören die Jusos, die Junge Union, die Grüne Jugend, die Jungen Liberalen und die Linksjugend an. Als bekanntestes, von Jugendlichen organisiertes Projekt galtRock in den Ruinen, mit über 15.000 Besuchern, das bis 2013 jährlich von der Juso AG Hörde und dem SPD-Stadtbezirk Hörde organisiert wurde.
Durch insgesamt 105 Luftangriffe mit mehr als 22.242 Tonnen Bomben wurde das historische Stadtzentrum innerhalb der Wallanlagen zu 95 % zerstört. Dortmund hatte damit sein städtebauliches Gesicht im Stadtzentrum, das neben den mittelalterlichen Stadtkirchen, demAlten Rathaus und einigen Profanbauten vor allem in der Zeit von 1890 bis 1930 entscheidend geprägt worden ist, im Hagel der Bomben völlig verloren. Es wurde von der britischen Militärregierung und dem Dortmunder BaudezernentenWilhelm Delfs sogar erwogen, die Trümmer als Mahnmal gegen den Krieg vor Ort liegen zu lassen und Dortmund an einer anderen Stelle neu zu errichten.[96]
Der Wiederaufbau wurde jedoch maßgeblich durch die im Boden vorhandenen Infrastrukturleitungen und die darüber liegenden Straßen bestimmt. Ausnahmen bilden hierbei die Nord-Süd-Achse entlang der Kleppingstraße und die Ost-West-Linie entlang der Kampstraße in der Innenstadt, welche im Zeitgeist derautogerechten Stadtentwicklung durch die Altstadt geschlagen wurden. Beim Wiederaufbau wurden jedoch im Wesentlichen Straßenverläufe sowie historische Straßennamen beibehalten, die Bebauung erfolgte hierbei allerdings im Stil der 1950er Jahre. Das öffentliche Bewusstsein und die Planung der Nachkriegszeit waren vom Wunsch gekennzeichnet, die städtebauliche Gegebenheit als Produkt der Industrialisierung nicht auf den Grundrissen der mittelalterlichen Stadt zu wiederholen. Somit sind weite Teile der Innenstadt von Nachkriegsarchitektur geprägt; dazwischen befinden sich einzelne Bauten, die erhalten geblieben sind. Wenngleich aufgrund der Kriegszerstörung und der Nachkriegsstadtplanung kein geschlossenes historisches Stadtbild mehr existiert, so besitzt die Stadt doch zahlreiche Gebäude vieler Epochen, insbesondere herausragende Beispiele derNachkriegsmoderne und außerhalb des Stadtzentrums weitläufigeGründerzeitviertel.
In den letzten Jahren erhielt das Stadtbild Impulse durch verschiedene Maßnahmen wie den Umbau derKampstraße als Boulevard oder den Bau derThier-Galerie als Einkaufszentrum.[97]
Architektonisch gesehen ist Dortmund eine Stadt voller Widersprüche. Die Wahrnehmung wird stark vom Stil der Nachkriegs- und Postmoderne geprägt und erweckt den Eindruck einer jungen Stadt. Tatsächlich besteht aufgrund der über 1125-jährigen Stadtgeschichte jedoch eine Vielzahl von Bauwerken aus verschiedenen Architekturepochen. Besonders sehenswerte Bauten werden zumeist in eigenen Artikeln beschrieben.
OstenhellwegStadtmauer und Adlerturm als Reste der mittelalterlichen StadtbefestigungKrügerpassage im Krügerhaus am WestenhellwegAltes Stadthaus am Friedensplatz
Entlang des Dortmunder Ostwalls lassen sich noch die Strukturen und Ausdehnungen der mittelalterlichenDortmunder Stadtbefestigung erkennen. Als einziger Wall zeigt der Ostwall jetzt noch die alte Mittelpromenade mit Kastanienallee, die im Zeitraum von 1810 bis 1874 durch das Schleifen der Stadtmauer entstanden ist. Bekannte Bauwerke am Ostwall sind das Schüchtermann-Denkmal, das alteMuseum am Ostwall, derAdlerturm und ein Teilstück der historischen über 800 Jahre alten Stadtmauer.
DasAlte Stadthaus wurde 1899 nach einem Entwurf von Stadtbaurat Friedrich Kullrich im Stil der Neurenaissance errichtet. Wie viele Gebäude Dortmunds wurde es im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Zwischen zwei Fenstern der Westseite befindet sich der westfälische Spruch „So fast as düörpm“, zu deutsch: „So fest wie Dortmund“.An der Frontseite sind die Wappen der achtHansestädteBremen,Hamburg,Köln,Lippstadt,Lübeck,Münster,Osnabrück undSoest zu sehen. Den Balkon über dem Portal umrahmen zwei weibliche allegorische Figuren, deren linke die Blütezeit Dortmunds im Mittelalter symbolisiert. In einer Hand hält die Figur das mittelalterliche Rathaus, in der anderen die Hansekogge. Die rechte Figur ist ein Symbol für das neu herangebrochene Industriezeitalter, denn die Figur stützt sich mit dem Arm auf einem Dampfhammer ab, in den Händen hält sie ein Messgerät und einen Plan.
Angrenzend an dasAlte Stadthaus stehen mit seinem Erweiterungsbau von 1929 an der Ecke Olpe/Kleppingstraße, dem neuen Stadthaus am Südwall von 1952 sowie derBerswordt-Halle von 2002 weitere Gebäude, die zusammen den städtischen Verwaltungskomplex gegenüber demDortmunder Rathaus bilden.
Neben dem neuen Stadthaus am Südwall befinden sich mit der ehemaligen Hauptverwaltung derVereinigte Elektrizitätswerke Westfalen, heute Hauptsitz derDEW 21, und dem Gebäudekomplex der Versicherung für Handwerk, Handel Gewerbe, das heute als Jugendamt der Stadt Dortmund genutzt wird, weitere herausragende Großbauten der 1950er Jahre amDortmunder Neutor.
DieKrügerpassage in der Dortmunder Innenstadt ist die älteste Passage auf Dortmunder Stadtgebiet; sie wurde 1912 im Stil derNeorenaissance vonPaul Lutter undHugo Steinbach erbaut. Jedoch fiel sie im Zweiten Weltkrieg wie viele bedeutende Dortmunder Bauwerke dem Krieg zum Opfer und wurde erst 1953 wieder aufgebaut.
Das Vehoff-Haus am Ostenhellweg gehört zu den ältesten steinernen Profanbauten im Dortmunder Stadtzentrum. Es wurde im Jahr 1607 erbaut, im Jahr 1905 durch einen Brand zerstört und in seinen Grundzügen als Kopie des historischen Hauses wiedererrichtet. Dabei wurde es in seiner Höhe an die Nachbargebäude angepasst. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte ein zweiter Wiederaufbau mit der Originalhöhe des historischen Hauses von 1607. Es grenzt hierbei direkt an die Dortmunder Marienkirche und befindet sich am Kreuzungsbereich zwischenWestenhellweg undOstenhellweg.
Gesundheitshaus DortmundStadt- und Landesbibliothek mit IWO-Hochhaus, RWE-Tower und Sparkassen-Hochhaus
Aufgrund der Kriegszerstörung und der Nachkriegs-Stadtplanung befinden sich innerhalb des Dortmunder Wallrings eine Vielzahl von herausragenden Beispielen derNachkriegsmoderne. Namhafte Architekten wieHarald Deilmann,Will Schwarz undFido Spröde verwirklichten sich hierbei im Stadtzentrum, herausragende Bauten sind unter anderem dasFritz-Henßler-Haus, dasMuseum am Ostwall und dasGesundheitshaus Dortmund. Die Gebäude der Architekten rücken hierbei in der letzten Zeit vermehrt in den Fokus des Interesses und werden aufwendig saniert, wie das Beispiel der ehemaligenWestLB Dortmund zeigt. Letztere wurde wegen seiner zeittypischen, von derPop Art inspirierten Architektur als jüngstes Baudenkmal 2011 in dieDenkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen und fachgerecht saniert.
Weiterhin befinden sich eine große Anzahl von kleineren Bauwerken innerhalb des Wallrings, die unter Denkmalschutz gestellt wurden oder bereits tief im Bewusstsein der Dortmunder Bevölkerung verankert sind.
DerRWE Tower, erbaut nach Plänen des Architekturbüros Gerber, ist nach derPetrikirche und derReinoldikirche das dritthöchste Bauwerk der Dortmunder Innenstadt und wurde am 24. August 2005 eingeweiht. Das 100 Meter hohe, im Grundrisslinsenförmige Gebäude mit einer Fassade aus anthrazitfarbenem chinesischem Granit wird von derRWE AG genutzt. Er ist zusammen mit den Innenstadtkirchen, dem angrenzendenIWO-Hochhaus und demSparkassen-Hochhaus eines der höchsten Gebäude innerhalb des Wallrings.
DieStadt- und Landesbibliothek Dortmund wurde 1999 südlich des Dortmunder Hauptbahnhofs eröffnet. Der von ArchitektMario Botta gestaltete Bibliotheksbau besteht aus einem rechteckigen Baukörper aus rosafarbenem Sandstein und einer vorgelagerten Glasrotunde.
Konzerthaus
DasKonzerthaus Dortmund imBrückstraßenviertel an der Kreuzung der Brückstraße mit der Ludwigstraße wurde im September2002 eröffnet. Das Konzerthaus (auch Philharmonie für Westfalen genannt) reiht sich in die vorhandene Fassadenreihe ein, aber sticht gleichzeitig durch die Eckposition und die Schräge hervor. Die optische Verbindung mit den anderen Fassaden wird durch eine gläserne Passage zwischen Konzerthaus und Nachbargebäude erreicht. In den Abend- und Nachtstunden kann die komplette Fassade durch LED-Elemente bespielt werden. Durch die enge und dichte Bebauung innerhalb des Brückstraßenviertels musste auf einen Vorplatz verzichtet werden, doch das Eingangsfoyer, die ganz aus Glas gestaltete Erdgeschosszone, bindet das Haus ganz natürlich in den Stadtraum ein.
DieThier-Galerie mit ihren 33.000 Quadratmetern ist eines der neusten Großprojekte innerhalb des Wallrings. Neben einem modernen großflächigen Neubau wurde außerdem der ehemalige Verwaltungsbau derThier-Brauerei aus den 1950er Jahren reaktiviert und das ehemalige Clemenschen Kaufhaus von 1902 als Repräsentationsbau des Klassizismus amWestenhellweg detailgetreu und mit einer neuen Außenterrasse rekonstruiert.
Neben demRWE Tower,IWO-Hochhaus und demSparkassen-Hochhaus besitzt Dortmund noch weitere Hochhäuser, denn in den letzten Jahren hat sich in der Stadt ein beachtliches Cluster an Hochhäusern mittlerer Gebäudehöhe entwickelt. Zusammen mit den mittelalterlichen Kirchen St. Reinoldi und St. Petri bilden die Bürotürme die Dortmunder Skyline. Die Entwicklung erfolgt nach dem von der Stadt beschlossenen StadtentwicklungskonzeptDortmund 2030. Hierbei sollen einzelne Orte innerhalb der Innenstadt als Stadttore akzentuiert und kenntlich gemacht werden und so eine stark ausgeprägte Silhouette – dieCity-Krone – bilden. Weitere Hochhäuser sind das im April 1994 eröffneteHarenberg City-Center mit 19 oberirdischen und 2 unterirdischen Geschossen bei einer Höhe von 70 Metern eines der höchsten Häuser der Stadt sowie dasEllipson mit einer Höhe von 60 Metern und 17 Etagen und dem neuenVolkswohl Bund Hochhaus mit 63 Metern am Hohen Wall. Darüber hinaus bestehen amRheinlanddamm undWestfalendamm weitere Hochhäuser wie derFlorianturm mit 208 Metern, dasTelekom-Hochhaus mit 88 Metern und derWestfalentower mit 86 Metern Höhe.
DasLandesoberbergamt Dortmund – ursprünglich Oberbergamt Dortmund – im Kaiserstraßenviertel entstand im Jahr 1910 nach einemEntwurf des Regierungsbaumeisters Behrendt und des Dortmunder Baurats Claren. Das repräsentative, dreigeschossige Bauwerk nebst Seitenflügel und schiefergedecktem Uhrenturm wurde während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigt, aber nach dem Krieg weitgehend im Ursprungszustand wieder aufgebaut. Das Gebäude beherbergt die AbteilungBergbau und Energie in NRW derBezirksregierung Arnsberg.
Das Verwaltungsgebäude Union ist der ehemalige Hauptsitz derUnion, AG für Bergbau, Eisen- und Stahl-Industrie an der Rheinische Straßen imUnionviertel. Der neoklassizistische Backsteinbau aus dem Jahr 1921 wurde von den Architekten Dietrich und Karl Schulze geplant und weist Ähnlichkeiten mit dem Mannesmann-Verwaltungsgebäude in Düsseldorf vonPeter Behrens aus dem Jahre 1911/12 auf. Das Union-Gebäude umschließt im Inneren drei Lichthöfe. Nach außen zur Rheinischen Straße präsentiert sich das Gebäude als monumentaler Block. An der Kopfseite des Gebäudes befinden sich zehn Säulen im Stile derNeorenaissance. Oberhalb dieser Säulenreihe prangt weithin sichtbar die Inschrift „Es lobt den Mann die Arbeit und die Tat.“
Dortmunder UAltes Hafenamt Dortmund
DasDortmunder U, ein denkmalgeschütztes Industriehochhaus aus dem Jahre 1926, gilt als markantes Wahrzeichen der Stadt. Auf dem Dach des ursprünglich als Brauerei genutzten Gebäudes prangt seit 1968 das neun Meter hohe beleuchtete goldene Dortmunder U als Unternehmenszeichen der Union-Brauerei. Nach dem Umzug der Brauerei in die Peripherie wurden seit 2003 alle umliegenden Gebäude abgerissen. Das Gebäude wurde nach seinem Umbau im Zuge derRuhr.2010 ab Mai 2010 in Etappen wiedereröffnet und wird heute als Kultur- und Kreativzentrum genutzt. Auf zwei der insgesamt acht Etagen befinden sich die Ausstellungsräume des hierher umgezogenenMuseums Ostwall.
DasAlte Hafenamt wurde 1899 im Stil der Neurenaissance nach Plänen von Stadtbaurat Friedrich Kullrich errichtet. Der zweigeschossige Bau mit einem zentralen Frontturm besitzt einen sechseckigen Grundriss und wurde am 11. August 1899 durchKaiserWilhelm II. eingeweiht. Bis 1962 war das Gebäude Sitz der Dortmunder Hafen AG. Heute beherbergt das Hafenamt die Wasserschutzpolizei und die Ausstellung Hafen und Schifffahrt mit Exponaten zur Hafengeschichte.
Das Seminargebäude derIndustrie- und Handelskammer zu Dortmund wurde 1928–1930 von den Dortmunder ArchitektenPeter Grund &Karl Pinno entworfen und 1965 nach Planungen des Dortmunder Architekten Werner Lehmann erweitert. Der flachgedeckte mit Sandstein verkleidete Baukörper aus den 1930er Jahren erstreckt sich dabei über 100 Meter entlang der Märkischen Straße und bildet zusammen mit dem Kammergebäude aus den 1960er Jahren einen großen Vorplatz. Letzteres ist mit geschliffenen Tafeln aus Leca-Beton verkleidet und gilt in seiner architektonischen Ausprägung als Musterbeispiel seiner Bauweise.
Haus Schulte Witten
DasHaus Schulte-Witten ist ein 1880 erbautes Herrenhaus unweit des Dortmunder Stadtzentrums im StadtteilDorstfeld. Archäologische Funde belegen ein Vorgebäude am gleichen Standort, das sich auf denDreißigjährigen Krieg datieren lässt. Hinter dem Haus befindet sich ein weitläufiges Parkgelände sowie das ehemalige Wirtschafts- undRenteigebäude an. Das Haus Schulte-Witten gehört heute der Stadt Dortmund und wird als Stadtteilbibliothek und für sogenannte Ambiente-Trauungen genutzt.
DerWasserturm des Dortmunder Südbahnhofs ist ein 43 Meter hohen alter Wasserhochbehälter am ehemaligen BahnbetriebswerkDortmund Süd. Er wurde zwischen 1923 und 1927 als Stahlbeton-Skelett-Bau von derDeutschen Reichsbahn errichtet und beherbergt diverse Büros von Architekten und Werbeagenturen.
DieSpielbank Hohensyburg wurde 1985 nach Plänen des ArchitektenHarald Deilmann und zweijähriger Bauzeit auf derHohensyburg fertiggestellt. Deutschlands umsatzstärkstesCasino liegt oberhalb desHengsteysees und bietet einen weitschweifenden Blick über das Ruhrtal bei Hagen.
Türme der Marienkirche (rechts) und der ReinoldikirchePetrikirche am Westenhellweg
Auf Dortmunder Stadtgebiet befinden sich 63 römisch-katholische, 43 evangelische sowie weitereKirchenbauten aus verschiedenen architektonischen Epochen. Darüber hinaus besitzt Dortmund nachKöln undRegensburg unter den deutschen Städten die drittmeisten romanischen Kirchen auf seinem Stadtgebiet.
Mit dem Bau derReinoldikirche wurde 1250 begonnen. Die evangelische Kirche ist nach dem heiligenReinoldus, dem Schutzpatron der Stadt benannt. Der ursprünglich 112 m hohe Turm der Reinoldikirche galt nach seiner Vollendung 1454 als „Wunder von Westfalen“. Nach Erdbebenschäden stürzte dieser 1661 ein und wurde unmittelbar wiederaufgebaut. Der Turm der Reinoldikirche mit einer heutigen Höhe von 104 m kann bis zur ersten Plattform durch den Glockenturm bestiegen werden.
Gegenüber der Reinoldikirche liegt dieMarienkirche. Der wahrscheinlich älteste Gewölbebau Westfalens entstand in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts als spätromanische Pfeilerbasilika. Ende des 14. Jahrhunderts wurde ein gotischer Chor ergänzt und auch andere Bauteile gotisch erneuert, etwa die Fensterfront der Südseite. Die Kirche hatte ursprünglich zwei Türme. Das Innere der Kirche schmücken ein Marienaltar des Dortmunder MeistersConrad von Soest aus dem Jahr 1420 und der ältereAltar des namentlich unbekannten Berswordtmeisters, der die Kreuzigung darstellt.
Auch diePetrikirche wurde am Hellweg errichtet. Der dreijochige Bau wurde im frühen 14. Jahrhundert begonnen und als gotische Hallenkirche vollendet. Im Inneren von St. Petri befindet sich dasGoldene Wunder von Westfalen, ein prächtiger Flügelaltar aus dem Jahre 1521, der derzeit aufwändig restauriert wird.
DiePropsteikirche St. Johannes Baptist war die Klosterkirche des 1330 gegründeten ehemaligen Dominikanerklosters St. Johann und ist die einzige römisch-katholische Kirche in der Dortmunder Innenstadt. Zu den erhaltenen Sehenswürdigkeiten des Klosters zählt einAltarretabel des Weseler MalersDerick Baegert aus dem 15. Jahrhundert.
Auch in den Stadtteilen gibt es zahlreiche historisch bedeutende Sakralbauten, unter anderem mehrere kleine romanische und gotische Kirchen, aber auch Beispiele für den modernen Kirchenbau. Besonders sehenswerte Bauten werden in den Artikeln der jeweiligen Stadtteile beschrieben.
Die älteste Kirche auf Dortmunder Stadtgebiet istSt. Peter zu Syburg. Die ursprüngliche Kirche wurde 776 auf der Hohensyburg durch Karl den Großen errichtet und 779 durch Papst Leo III. geweiht. Auf den Ruinen dieses Bauwerks erstand im 11. Jahrhundert die bis heute erhaltene Wehrkirche. DieAlte Kirche Wellinghofen stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie stand unter demPatronat derFamilie von Romberg. In der Kirche befinden sich ein romanischer Taufstein und viele Schätze mittelalterlicher Kirchenkunst. In Kirchhörde findet sich die Kleinreinoldi genannte, ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammende, evangelischePatrokluskirche (Kirchhörde). Aus dem 13. Jahrhundert stammen dieSt.-Margareta-Kirche in Eichlinghofen, dieMargaretenkapelle in Barop, dieSt.-Josef-Kirche in Kirchlinde und dieSt.-Remigius-Kirche in Mengede.
Auf dem Dortmunder Stadtgebiet befinden sich viele ehemalige Adelssitze:
Oberhalb des Zusammenflusses vonRuhr und Lenne in denHengsteysee auf dem Rücken des Ardeygebirges liegt die historisch bedeutsameHohensyburg. Von der sächsischen Sigiburg, deren erste urkundliche Nennung im Jahr 775 erfolgte, sind bis heute Ruinen erhalten. Auf dem Syberg findet sich weiterhin die auf das Jahr 1100 datierte historische Wehrkirche St. Peter zu Syburg, der 1857 errichteteVincketurm und ein 1893 bis 1902 erbautes Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Die 1985 fertiggestellteSpielbank Hohensyburg gilt als das umsatzstärkste Casino Deutschlands.
DieHörder Burg wurde ursprünglich im 12. Jahrhundert amHörder Bach erbaut. Sie diente lange Zeit als Gerichtssitz. Die Hörder Burg gilt als eine Wiege der Ruhrindustrie. Der Iserlohner FabrikantHermann Diedrich Piepenstock errichtete hier 1852 ein Puddel- und Walzwerk, die spätereHermannshütte. Nach dem Niedergang der Montanindustrie befindet sich heute zu Füßen der Hörder Burg derPhoenix-See.
Das im 13. Jahrhundert erbaute WasserschlossHaus Dellwig vereinigt verschiedene architektonische Stile und liegt in der hügeligen Moränenlandschaft im Dellwiger Bachtal, umgeben vomNaturschutzgebiet Dellwiger Bach. In fußläufiger Entfernung findet sich das Westfälische Industriemuseum Zeche Zollern II/IV.
Im Dortmunder StadtteilAplerbeck liegt das 1290 erstmals urkundlich erwähnteWasserschloss Haus Rodenberg. Das vom Ritter Diederich von dem Rodenberge erbaute Wasserschloss gehört heute der Stadt Dortmund, wurde 1996 grundlegend saniert und dient als Seminargebäude der Volkshochschule.
Das WasserschlossHaus Bodelschwingh wurde im 13. Jahrhundert von der Familievon Bodelschwingh errichtet und befindet sich bis heute im Familienbesitz.
Das von derFamilie von Romberg im 13. Jahrhundert erbauteSchloss Brünninghausen wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. An das ehemalige Wasserschloss erinnern heute das als städtische Kunstgalerie genutzteTorhaus und der ehemaligeSchlosspark.
Der RittersitzHaus Wenge wurde im 13. Jahrhundert von Goswin und Johann von der Wenge angelegt und präsentiert sich heute als einziges im Dortmunder Raum erhaltenes Adelshaus des 16. Jahrhunderts mit gotischen Formen.
Von der ehemaligen Wall- und Befestigungsanlage der freien Reichsstadt Dortmund zeugen derAdlerturm und, als vorgelagerte Warte, derSteinerne Turm.
Der zunehmende Verfall und der drohende Abriss einer Vielzahl von Zeugnissen der zurückliegenden wirtschaftlichen Blütezeit mit seinen tiefgreifenden Auswirkungen, die die Industrialisierung auf das Zusammenleben der Menschen hatte, wurden von der Dortmunder Bevölkerung als existentieller Angriff auf die eigene Identität begriffen. Als einer der ersten Orte imRuhrgebiet entstand hier der Kampf für den Erhalt des historischen Erbes der Industrialisierung und ihrer gesellschaftlichen Anerkennung. Der Ausgangspunkt der gesamten Bewegung war hierbei die Maschinenhalle derZeche Zollern, die dank der Initiative vonHans P. Koellmann 1969 nicht wie geplant abgebrochen, sondern als erstes Industriebauwerk in Deutschland unterDenkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 1981 integrierte derLandschaftsverband Westfalen-Lippe die Zeche in das dezentrale Westfälische Industriemuseum. Nach und nach wurden die umliegenden Gebäude restauriert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Neben den eindrucksvollen Bauwerken sind auch die Außenanlagen Teil des Museums. Die Kohleverladestation, der ehemalige Zechenbahnhof und ein begehbares Fördergerüst gehören zu den Attraktionen.
Hochofenreste undGasometer des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-West
Die 1928 errichtete ehemaligeKokerei Hansa befindet sich seit 1995 im Besitz derStiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Seit 1998 sind die meisten Anlagenteile unter Denkmalschutz gestellt und das Denkmal Kokerei Hansa ist Teil derRoute der Industriekultur. Die Anlage kann im Zuge von Führungen durch ehemalige Mitarbeiter und angelernte, fachkundige Begleiter erfahren werden.
DieAlte Kolonie Eving ist eine denkmalgeschützteArbeitersiedlung im Stadtteil Eving. Die Siedlung wurde zwischen 1898 und 1899 von derZeche Vereinigte Stein und Hardenberg für in dieser Zeit verstärkt angeworbene auswärtige Arbeiter errichtet und bestand ursprünglich aus 76 Häusern mit 270 Wohnungen.
Auf dem stillgelegten, teilweise denkmalgeschützten und zum größten Teil abgerissenen HochofenwerkPhoenix-West südlich des Westfalenparks erinnern zwei in Teilen erhaltene Hochöfen, ein Gasometer, die sanierte und ungenutzte Gebläsehalle, das heute alsVeranstaltungshalle genutzte ehemalige Reserveteillager und einige weitere Fragmente an die Industriegeschichte des StadtteilsHörde.
Wie jede Großstadt verfügt Dortmund über eine Vielzahl öffentlicher Plätze. Die Entstehungsgeschichte der verschiedenen Plätze ist dabei so unterschiedlich wie die Gestaltung. So war derAlte Markt eine Keimzelle der Stadt, andere Plätze entstanden während der Industrialisierung oder sind Produkt aktueller Stadtgestaltung. Die meisten liegen im Fußgängerbereich deshistorischen Stadtkerns.
Der Alte Markt bildet das historische Zentrum der Stadt. Um den Markt gruppierten sich im Mittelalter die historischen Zunft- und Gildenhäuser der Dortmunder Hanse-Kaufleute. Bis heute findet sich hier das Stammhaus derPrivatbrauerei Dortmunder Kronen sowie dieAdler Apotheke. Bis 1955 befand sich außerdem die Ruine des im Zweiten Weltkrieg zerstörtenAlten Rathauses, das als das älteste steinerne Rathaus Deutschlands galt, und die Ruine der 1914 erbauten Städtischen Sparkasse, die nach dem Umzug in die Hansastraße bis 1943 als Bücherei benutzt wurde. Von beiden ehemals prachtvollen Gebäuden standen nach Kriegsende 1945 nur noch die Außenmauern. Heute dominiert rund um den Alten Markt die Gastronomie, die in den Sommermonaten annähernd den gesamten Platz bestuhlt. Der Alte Markt wird weiterhin häufig für Stadtfeste genutzt. Eine Besonderheit ist dabei der 1901 erbaute Bläserbrunnen, der an die Markttradition Dortmunds erinnert. Bereits im 12. Jh. wurde diese Stelle in der Stadt als Handelspunkt für Kaufleute, Handwerker und Bürger genutzt. Der Bläserbrunnen wurde dabei als Tränke für die Pferde der Markthändler angelegt. Seinen Namen bekam der Brunnen durch seine markante Figur auf seiner Mittelsäule, die von dem Berliner Prof. Gerhard Janensch geschaffen wurde. Sie soll dabei einen fahrenden Musikanten aus dem Mittelalter darstellen. 1964 wurde der Brunnen in der heutigen Form an der Ostseite des Alten Marktes angelegt, mit modernem Brunnenbecken, aber der alten Bläserfigur.
Im Südwesten an den Alten Markt anschließend befindet sich derHansaplatz, der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch Wickedeplatz hieß. Bevor dieser am Anfang des letzten Jahrhunderts zusammen mit dem Bau der Hansestraße entstand, verliefen durch diese Gegend zwei Straßenzüge mit einer dichten, kleinteiligen und dörflichen Bebauung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde mit dem Straßendurchbruch diese Bebauung abgebrochen und es entstanden repräsentative Neubauten wie das Althoffgebäude – heute Karstadt –, die Wandelhalle als Propstei-Arkaden, die Commerzbank und das Gebäude der ehemaligen Dresdner Bank. Heute findet auf dem Platz mittwochs, freitags und samstags der Wochenmarkt statt.
DerFriedensplatz ist der zentrale Veranstaltungsplatz der Stadt. Am Friedensplatz befinden sich wichtige städtische Einrichtungen wie das Rathaus, das aus rotem Sandstein erbaute Alte Stadthaus, dieBerswordt-Halle, das Neue Stadthaus sowie die städtische Dortmund-Agentur. In der Mitte des Platzes ragt die Friedenssäule in den Himmel.
Rund um die Reinoldikirche liegen derWilly-Brandt-Platz, derReinoldikirchplatz und derPlatz von Leeds. Letzterer ist dabei einer von insgesamt fünf Plätzen in der Dortmunder Innenstadt, die nach einer Partnerstadt benannt sind. Weitere Plätze sind dabei der Platz von Buffalo, Platz von Amiens, Platz Rostow am Don und Platz von Netanya.
In der planmäßig angelegten Nordstadt sah der damalige Stadtbaumeister Brandhoff bereits 1858 elf „Schmuckplätze“ vor.[98] Realisiert wurden derBorsigplatz, die Wiege des Ballspielvereins Borussia Dortmund, derNordmarkt, derHackländerplatz und derFreiherr-vom-Stein-Platz, bis 1990 Steinplatz. Hinzu kommt derFredenbaumplatz als Zentraler Festplatz der Stadt an der Eberstraße.
Typische Häuserfassaden im KreuzviertelBürgerhäuser im Kaiserviertel, Bismarckstraße
Die Dortmunder Innenstadt wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. In den benachbarten Stadtvierteln, die meist zur Gründerzeit in urbanerBlockrandbebauung entstanden, haben sich zahlreiche Altbauten und eine lokale Stadtteilkultur erhalten.
DasKreuzviertel im Südwesten der Innenstadt wurde zwischen 1904 und 1908 vom Beamten-Wohnungsverein bebaut und gilt noch heute als ein Wohnviertel der oberen Mittelschicht. Als Standort der Fachhochschule Dortmund und mit Nähe zur Universität ist das Kreuzviertel bei Studenten sehr beliebt. Im Stadtviertel macht sich dies durch eine vielfältige Szene von Cafés und Kneipen, vielfach mit Außengastronomie, bemerkbar. Die Kneipendichte zählt zu den höchsten im gesamten Ruhrgebiet. Bei Wahlen erzielen die Grünen im Kreuzviertel die höchsten Stimmenanteile in Dortmund.[99]
DieNordstadt wurde zwischen 1858 und 1913 als Arbeiterviertel errichtet und wird heute überwiegend von Migranten bewohnt, welche meist dort arbeiten oder ihre Geschäfte eröffnet haben.[100] Nördlich des Dortmunder Hauptbahnhofs gelegen, ist die Nordstadt das größte zusammenhängende Gründerzeitviertel Nordrhein-Westfalens.[101] DieMünsterstraße im Zentrum der Nordstadt ist eine Wohn- und Einkaufsstraße mit dem Motto „Dortmunds lebendiges Pflaster“.[102] Sie ist durch die Mischung der Gastronomie aus verschiedensten Ländern bekannt geworden und besitzt touristisches Potenzial. Es gibt rund 150 Einzelhandels-, Gastronomie- und Dienstleistungsbetriebe aus verschiedensten Ländern und Kulturkreisen, das Münsterstraßenfest findet jährlich dort statt. Außerdem ist in der Nähe die Zentralmoschee Dortmund. Die Schützenstraße imHafenviertel hat eine ähnliche Struktur mit multikultureller Gastronomie.Borsigplatz, Hoesch-Viertel und Hoesch-Park tragen die industrielle Entstehung des Stadtbezirks noch im Namen.
DasKaiserviertel, aufgrund der gleichnamigen Geschäftsstraße auchKaiserstraßenviertel genannt, befindet sich östlich der ehemaligen Wallanlagen Dortmunds und ist der judikative Schwerpunkt der Stadt. Neben demAmtsgericht undLandgericht sind auch das italienische und südafrikanische Konsulat sowie dasLandesoberbergamt hier angesiedelt. Inzwischen werden hier aufgrund vieler Gründerzeitbauten und Unternehmervillen die höchsten Miet- und Immobilienpreise innerhalb der Dortmunder Innenstadt erzielt.[103] Der historische Kaiserbrunnen ist heute der Mittelpunkt des lebendigen Viertels mit vielen inhabergeführten Einzelhandelsgeschäften, Freiberuflern, Bars, Cafés und Restaurants.[104]
DasBrückstraßenviertel ist der letzte Teil der Innenstadt, dessen Straßennetz aus der Vorkriegszeit erhalten geblieben ist. Als Kinomeile und Standort zahlreicher Diskotheken hatte die Brückstraße ein zwielichtiges Image. Auch eine über die Stadt hinaus bekannte offene Drogenszene war bis Mitte der 1990er Jahre hier aktiv. Mit der Ansiedlung hochwertiger kultureller Einrichtungen (Konzerthaus,Volkshochschule undOrchesterzentrum NRW) und einem Quartiersmanagement durch die Stadt konnte hier eine gegenläufige Entwicklung eingeleitet werden. Heute präsentiert sich die Brückstraße als moderne, hochfrequentierte Einkaufsstraße mit einem multikulturellen Hintergrund als auch ein aktives Nachtleben mit Bars und Szenekneipen.
1897 entstanden aus einem patriotischen Zeitgeist überall im Ruhrgebiet sogenannte Kaisergärten, etwain Oberhausen. Der Dortmunder Kaiserhain lag südlich derBundesstraße 1. Auf diesem Gelände entstand 1959 zurBundesgartenschau derWestfalenpark mit demDeutschen Rosarium und demFlorianturm. In dem 75 Hektar großen Park fanden 1969 und 1991 weitere Bundesgartenschauen statt.
Etwa zwei Kilometer südlich, auf dem Gelände des Schlossparks des ehemaligenSchlosses Brünninghausen, findet sich der etwa 65 Hektar großeRombergpark. Er entstand alsBotanischer undEnglischer Landschaftsgarten und ist insbesondere für seine Gehölzsammlung bekannt. Als Besonderheit finden sich in dem naturnah belassenen Park einHeilkräutergarten sowie eine künstliche Moor-Heide-Landschaft.
Das Gelände zwischen Westfalenpark und Rombergpark, früher Standort des StahlwerksPhoenix-West, wird momentan renaturiert. Das Zusammenwachsen der beiden großen Dortmunder Parks wird damit vorbereitet.
Auch derDortmunder Zoo gehört zu dieser großen städtischen Grünfläche. Am südlichen Ende des Rombergparks liegt der früher als „Tierpark Dortmund“ bekannte Zoo. Auf einer Gesamtfläche von 28 Hektar finden sich 1.840 Tiere in 265 Arten. Schwerpunkt des Zoos sind Haltung und Zucht südamerikanischer Tierarten.
Die größte Dortmunder Grünanlage ist mit 135 Hektar der weiterhin als Friedhof genutzteHauptfriedhof. Auf dem im historistischen Stil entstandenen Friedhof finden sich große, freie Rasenflächen, landschaftsarchitektonisch interessante Sichtachsen und alter Baumbestand.
Der innenstadtnaheOstenfriedhof verfügt über alten Baumbestand und eine Vielzahl historischer Gräber berühmter Dortmunder Bürger.
In der Dortmunder Nordstadt lädt derFredenbaumpark auf dem Gelände des ehemaligen Stadtwalds Westerholt und der Freizeitanlage Lunapark auf 63 Hektar zu ausgedehnten Spaziergängen und Erholung ein. Eine Öffnung des Fredenbaumparks zum Wasser wurde 2007 mitURBAN-II-Mitteln realisiert. Im Nordwesten wurde der Park zum Dortmund-Ems-Kanal und den dortigen Ruderhäusern ausgeweitet.
Auch derHoeschpark liegt im Dortmunder Norden. In der 1937 vomReichsarbeitsdienst in unmittelbarer Nähe derWestfalenhütte und desBorsigplatzes angelegten Grünanlage finden sich zahlreiche Sportanlagen und das Warmwasserfreibad Stockheide. Nach dem Verkauf durch den Thyssen-Konzern an die Stadt wird der Park momentan saniert und wieder hergerichtet.
Der 1811 als Westentotenhof in der westlichen Innenstadt angelegteWestpark lädt mit Biergarten und Boulebahnen zum sommerlichen Verweilen ein. Ebenso wie der nahe gelegeneTremoniapark auf dem Gelände der ehemaligenZeche Tremonia, dessen große Wiese als Liegewiese und Fußballplatz genutzt wird. Beide Grünanlagen werden insbesondere von der jüngeren Bevölkerung als Treffpunkt für Erholung und freundschaftliches Beisammensein genutzt.
In der Dortmunder Peripherie an den Grenzen zu Sauerland undMünsterland liegen die ausgedehnten WaldgebieteBolmke,Stadtwald Bittermark,Schwerter Wald,Niederhofer Wald,Grävingholz,Kurler Busch,Rahmer Wald und dasWannebachtal. Ein wichtiges Naherholungsgebiet ist auch der Ortsteil Syburg mit Burgruinen, dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal, dem Spielcasino, einer Naturbühne und einem Lehrpfad zur Bergbaugeschichte. Südlich der Hohensyburg fällt das Gelände steil zumHengsteysee mit Bootsrevieren und Wanderwegen ab.
Über die Jahre wurden dieNaturschutzgebiete der Stadt Dortmund stetig erweitert, sodass im November 2020 35 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 2700 ha im Stadtgebiet existieren.[105]
Nachdem die ersten Pferderennen bereits 1887 an der Hobertsburg amFredenbaum stattgefunden hatten, wurde 1913 dieGalopprennbahn Dortmund mit einer Sand- und Rasenbahn inWambel eröffnet. Die historische Rennbahn ist Austragungsort desDeutschen St. Leger.
Die erste Sportstätte des BallspielvereinsBorussia Dortmund (BVB) war dieWeiße Wiese an derWestfalenhütte im Dortmunder Norden. Dieses erste Stadion der Borussia bot 1924 als Sportpark Borussia Platz für 18.000 Zuschauer. 1937 wurde das Sportgelände von den Nationalsozialisten enteignet und der Reichsarbeitsdienst begann hier mit der Errichtung desHoeschparks. An die Weiße Wiese erinnert heute nur noch eine Gedenktafel im Freibad Stockheide nahe dem Hoeschpark.
Die 1926 neu erbaute Kampfbahn Rote Erde im bürgerlichen Süden der Stadt wurde neue Spielstätte des BVB. DasStadion Rote Erde war Teil des Volksparks Dortmund und beruhte auf der städtebaulichen Planung des BauratsHans Strobel. Zum Dortmunder Volkspark gehörten zur damaligen Zeit ebenfalls die Westfalenhalle, die Rosenterrassen und das seit 2007 unter Denkmalschutz stehendeVolksbad Dortmund unmittelbar südlich der altenReichsstraße 1. Seine großen Zeiten erlebte das Stadion Rote Erde mit den Erfolgen der Borussia Mitte der 1960er Jahre. Mit hölzernen Behelfstribünen wurde die Zuschauerkapazität auf 42.000 Menschen angehoben. Nach dem Umzug Borussia Dortmunds in das Westfalenstadion diente die Rote Erde bis in die 1990er Jahre als Trainingsstätte für die Profimannschaft des BVB. Heute dient das Stadion, mit einer Kapazität von 25.000 Zuschauern, als Leichtathletikstadion und ist Austragungsort nationaler und internationaler Wettkämpfe. Außerdem dient es als Spielstätte für die in der3. Liga spielende zweite Mannschaft von Borussia Dortmund.
ZurFußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde dasWestfalenstadion mit einer Kapazität von 54.000 Zuschauern neu errichtet. Ein reines Fußballstadion im Stil der 1970er Jahre aus Beton, und doch wurde es von der Bevölkerung und den Fans enthusiastisch angenommen. Trotz ausbleibender Erfolge der Borussia und einer Zeit in der Zweiten Bundesliga wurden Besucherrekorde gefeiert. Mit den Erfolgen Borussia Dortmunds Mitte der 1990er Jahre begann der sukzessive Ausbau des „Fußballtempels“. Das Westfalenstadion ist heute mit einer Zuschauerkapazität von 81.365 (bei internationalen Spielen 65.851) Zuschauern das größte Fußballstadion Deutschlands. Eine Besonderheit und äußerst sehenswert ist die Südtribüne. Als größte Stehplatztribüne Europas ist sie die Heimat der Fans der Borussia. Auch2006 war das Stadion Spielstätte bei der Weltmeisterschaft. In Dortmund fanden sechs Spiele inklusive einer Achtel- und einer Halbfinalbegegnung statt. Die Kapazität wurde für alle sechs Spiele aus Sicherheitsgründen auf 60.285 (alles Sitzplätze) reduziert. Das Stadion war nach demOlympiastadion Berlin die zweitgrößte Spielstätte der Weltmeisterschaft.
Westfalenhalle
DieWestfalenhalle wurde als hölzerne Rundhalle durch Baurat Strobel in den 1920er Jahren errichtet. Mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauern war sie zeitweilig das größte Hallengebäude Europas. Legendär ist der Weltmeisterschaftskampf vonMax Schmeling im Jahre 1927. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Halle als Kriegsgefangenenlager missbraucht, bei der Bombardierung der Halle durch die Alliierten kamen zahlreiche Gefangene ums Leben. Schon kurz nach dem Krieg wurde die Halle neu errichtet. 1952 wurde die neue Halle, erbaut als freitragende Dachkonstruktion mit einer Kapazität von 20.000 Zuschauern, durch BundespräsidentTheodor Heuss ihrer Bestimmung übergeben. Heute ist die Halle Teil des Messezentrums Westfalenhallen mit insgesamt neun Veranstaltungshallen.
Opernhaus am Platz der Alten SynagogeSchauspielhaus am HiltropwallDepot in der Nordstadt
Das 1904 gegründeteTheater Dortmund bietetOper,Ballett,Schauspiel und einKinder- und Jugendtheater. Auf dem Gelände deralten Synagoge wurden nach demZweiten Weltkrieg die Spielstätten Opernhaus, Schauspielhaus und die Studiobühne neu errichtet und galten als wichtiges Symbol des Wiederaufbaus der kriegszerstörten Stadt. Ein Gedenkstein vor dem im Jahr 1966 eingeweihten Opernhaus erinnert an die Zerstörung der Synagoge im Jahr 1938. Das Kinder- und Jugendtheater „Theater Sckellstraße“ hat seine Spielstätte an der gleichnamigen Straße in unmittelbarer Nähe des Westfalenparks. In den nächsten ist es geplant, den Standort zu schließen und das Kinder- und Jugendtheater in die Innenstadt zu verlagern. Ziel ist es, mit der „Jungen Bühne Westfalen“ bzw. dem Kinder- und Jugendtheater am Hohen Wall einen großen Oper-Theater-Komplex entstehen zu lassen, der alle Bühnen an einem zentralen Ort vereinigt.
Das Ensemble Fletch Bizzel wurde 1979 gegründet. Seit 1985 verfügt das TheaterFletch Bizzel über eine eigene Bühne am Alfons-Spielhoff-Platz. Neben eigenen Inszenierungen des Ensembles werden im Theater regelmäßig Kindertheater- und Puppentheaterproduktionen gezeigt. Zum Theater gehören eine Galerie und eine Kulturwerkstatt, die als Weiterbildungsstätte im Bereich Theater, Tanz und Gesang dient. Die bekannteste Produktion des Theaters ist die alljährlich in derZeche Zollern stattfindende VeranstaltungsreiheGeierabend.
In einem ehemaligenStraßenbahndepot an der Immermannstraße in der Dortmunder Nordstadt hat dasTheater im Depot seine Spielstätte gefunden. Die sich als Zentrum der freien Theaterkunst verstehende Bühne bietet seit Januar 2001 zum großen Teil Eigenproduktionen, aber auch andere freie Theatergruppen ohne eigene Spielstätte finden hier ein Zuhause. Eine Theaterwerkstatt mit Kursen und Workshops für Amateure und Laienschauspieler rundet das Programm ab.
Das privateTheater Olpketal ist die Heimatbühne des Dortmunder OriginalsBruno Knust, genannt Günna. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Günna widmet sich in seinen mit viel Lokalkolorit gewürzten Produktionen immer wieder den Themen Ruhrgebiet, den Bewohnern dieser Region sowie dem Fußball. Er ist ebenfalls Autor regelmäßiger Kolumnen in denRuhr Nachrichten.
Über die landschaftlich schönste Spielstätte verfügt dieNaturbühne Hohensyburg mitten im Syburger Wald am Fuße derHohensyburg. Seit 1952 werden hier in den Sommermonaten unterschiedliche Inszenierungen für große und kleine Theaterfreunde von Laienschauspielern aufgeführt. Seit 2003 wird in den Wintermonaten die Spielsaison im Studio der Naturbühne fortgesetzt.
Seebühne im Westfalenpark
Die „Schule für Tanzkunst“ bildet das Tanztheater Cordula Nolte. In einer historischen Turnhalle an der Rheinischen Straße finden seit 1998 regelmäßig Tanztheaterinszenierungen auf einer privaten Studiobühne statt.
Das Roto-Theater im Herzen der Dortmunder Nordstadt legt neben musikalischen Inszenierungen und Komödien seinen Schwerpunkt auf literarische Programme.
DasHansa Theater ist ein Theater im Dortmunder Stadtteil Hörde. Hier werden insbesondere musikalische Revuen, Musicals und Kabarett gezeigt.
SchriftstellerMax von der Grün lebte und arbeitete lange in Dortmund, ein Innenstadtplatz wurde hier nach ihm benannt.
Dortmund wird üblicherweise nicht zu den großen Ortsnamen der deutschen Literaturgeschichte gezählt, kann aber nichtsdestotrotz auf eine lange Literaturgeschichte zurückblicken, von Autoren über Verlage bis hin zu Veranstaltungen und Preisen.
Seit 2000 findet mit demLesArt.Festival ein beachtetes Literaturfestival in Dortmund statt. Weitere Literaturfestivals in Dortmund sind der LiteraturSommerHellweg, dashier! festival. regional. international.-Literaturfestival, und das LiteraturfestivalLiteraturAufRuhr macht ebenfalls in Dortmund halt, imLiteraturhaus Dortmund. Der zweimal jährlich stattfindende Dortmunder Bücherstreit, die ebenfalls zweimal jährlich stattfindende LesereiheDortmund liest, die mehrmals jährlich angebotene ReiheLiteratur in Dortmund in der Stadt- und Landesbibliothek oder Veranstaltungen wie Buchpremieren oder Konferenzen im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek sind weitere Literaturveranstaltungen in Dortmund.
Der wichtigste Literaturpreis, der in Dortmund verliehen wird, ist derNelly-Sachs-Preis, der mit 15.000 Euro dotiert ist und von der Stadt Dortmund vergeben wird. Der LesArt.Preis des LesArt.Festivals, und die auch in Dortmund vergebenen Preise desLiteraturpreis Ruhr sind weitere Literaturpreise in der Stadt.
2015 fand in derWestfalenhalle Dortmund die ersteGerman Comic Con statt, die erste deutscheFan-Convention. Seither ist Dortmund ein regelmäßiger Austragungsort der German Comic Con und zieht mehrere zehntausend Besucher an.
Im Jahr 2019 wurde derSchauraum: comic + cartoon eröffnet, zentral gegenüber dem Hauptbahnhof und im Gebäudekomplex der Stadt- und Landesbibliothek gelegen. Kurator des Ausstellungsorts wurde der aus Dortmund stammende, international vielprämierte KunsthistorikerAlexander Braun. Seither fanden hier beachtete thematische Ausstellungen statt, zu Themen wieBlack Comics, Die Simpsons, Horror in Comics, Kriegscomics aus der Ukraine, Humor im Alter oder Lucky Luke, und mit Gästen wieDr. Mark Benecke,Tobi Dahmen,Ika Sperling oderThomas Wellmann statt. Daneben bietet der Schauraum digitale Online-Ausstellungen an.
Im Comic-Schauraum findet regelmäßig der Dortmunder Comicstreit statt. Im September 2025 fand der 20. Dortmunder Comicstreit statt, bei dem die Verantwortlichen des Schauraums zusammen mit der Dortmunder ZeichnerinCharlotte Wagner vor Publikum neue Veröffentlichungen vorstellten und besprachen.
DasComic Haus am Ende der Kaiserstraße, einer der Comic Shops in Dortmund.
Der Comic-Bestand der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund umfasst über 12.500 Titel.[107]
Mehrere Comic Shops werden in Dortmund betrieben.
U. a. der Comiczeichner und IllustratorVolker Nökel, der Comiczeichner, Illustrator und BuchautorChristian Turk, die ComiczeichnerinIka Sperling, der Comiczeichner Sebastian Drewniok, der Künstler und Kurator des Comic-Schauraums Dortmund,Alexander Braun, der bekannte CartoonistAri Plikat und die Zeichnerin Charlotte Wagner stammen aus Dortmund oder arbeiten hier.
Konzerthaus im BrückstraßenviertelInnenansicht des KonzerthausesJazzclub Domicil
Das 2002 eröffnete, neu erbauteKonzerthaus Dortmund gilt als Leuchtturmprojekt der Dortmunder Musikkultur. Darüber hinaus zählt es seit dem Jahr 2014 zum europäischen Spitzenverband derEuropean Concert Hall Organisation (ECHO). Das in einer modernen Stahl-Glas-Architektur errichtete Konzerthaus verfügt über 1500 Plätze und gilt als Klangkörper mit einer herausragenden Akustik.
Die Dortmunder Philharmoniker wurden im Jahr 1887 gegründet. Das Ensemble tritt auf der Bühne des Konzerthaus Dortmund und im städtischen Opernhaus auf. Daneben werden Gastspiele durchgeführt.[108]
Das 1968 von der Stadt Dortmund eröffneteFreizeitzentrum West (FZW) bietet jährlich über 250 Veranstaltungen für verschiedene jugendliche Subkulturen und musikalische Szenen. Im FZW spielen neben regionalen Größen regelmäßig internationale Künstler verschiedener Musikrichtungen. Als einer der ersten Clubs Deutschlands erkannte das FZW früh den Bedarf mittelalter Menschen an guter Musik und Tanz und gründete den Club30. Das Electronic Music FestivalJuicy Beats hat in der Clubkultur des FZW seinen Ursprung.
Seit 2016 befindet sich im JUNKYARD, einem ehemaligen Schrottplatz im Dortmunder Norden, ein alternativesKulturzentrum in dem regelmäßig Konzerte, Lesungen, Comedy und ähnliches stattfindet.
Seit 1969 existiert derJazzclub domicil. Ursprünglich in den Kellerräumen einer Kindertagesstätte beheimatet, fand dieser 2005 eine Heimat im früheren Studio-Kino im Westfalenhaus an der Hansastraße. Der als Verein organisierteJazzclub veranstaltete in seiner Geschichte unzählige Konzertveranstaltungen mit regionalen und internationalen Interpreten. Die Webseite des Clubs verfügt über ein umfangreiches Veranstaltungsarchiv. DerWDR und derDeutschlandfunk nutzen den Club regelmäßig zu Konzertmitschnitten. Das renommierte New Yorker JazzmagazinDown Beat zählt das domicil zu den 100 besten Jazzclubs der Welt.
DasJugendjazzorchester NRW wird 1975 mit dem Ziel der Nachwuchsförderung als erstes Jugendjazzorchester Deutschlands etabliert. Von den mittlerweile mehr als 500 Künstlern, die im JugendJazzOrchester ihre erstenMeriten sammelten, hat gut ein Drittel den Weg des professionellen Musikers eingeschlagen.
Auf eine mittlerweile mehr als 50-jährige Geschichte konnte die JazzbandSiggi Gerhard-Swingtett zurückblicken. Im 1948 gegründetenHot Club Dortmund fandenSiggi Gerhard und Hilbert Homberg zueinander und gründeten die bis 2013 bestehende Formation, die mit ihrem eingängigen Swing große Popularität und Auftritte im WDR und beimDeutschen Jazzfestival hatte.
Der Ausbildung von Musikern widmet sich dieMusikschule Dortmund. 1951 als Jugendmusikschule gegründet, blickt die Musikschule Dortmund auf eine lange Geschichte zurück. Unter der Leitung von Direktor Stefan Prophet unterrichten 250 Musikpädagogen im Hauptgebäude an der Steinstraße sowie in über 100 Außenstellen im gesamten Stadtgebiet Kinder, Jugendliche und Erwachsene (13.000 Belegungen). Die Musikschule Dortmund weist ein Produktportfolio in fünf Angebotssäulen auf: „MusikschulStart“, „Angebote in Schulen“, „Instrumental- und Vokalunterricht“, „House of Pop“ mit Glen Buschmann Jazz Akademie und Pop School sowie „Projekte, Wettbewerbe, Veranstaltungen“.
Cochise war eine Band aus Dortmund, die sich Ende der 1970er Jahre bis Ende der 1980er Jahre mit politischen Pop- und Folksongs einen Namen machte und vor allem in der linksalternativen Szene der Neuen Sozialen Bewegungen populär war. DieChris Braun Band war eine weitere, in den 1970er Jahren gestartete Rockband aus Dortmund.
Die Conditors waren eine Rockband aus Dortmund, die in den 1980er Jahren Bekanntheit erlangte. Ihr Stil war bei Rock und New Wave einzuordnen.
Mit den 1977 gegründetenClox und den 1978 gegründetenThe Idiots zählt Dortmund zwei bis heute bestehende Bands, die denPunk in Deutschland mitbegründeten. Aus der Punkszene entwickelte sich danach eine vielfältigeIndependent-Szene mit Dortmundern und zugezogenen Musikern, aus der später so unterschiedlich ausgerichtete Namen wie u. a.Phillip Boa, Reggae-Künstler und ProduzentNatty U, PopsängerSasha,The Ace Cats (Rockabilly),Axxis,Despair (beides Metal-Bands),The Multicoloured Shades (Garage & Psychedelic Rock) oderToo Strong (Hip Hop) hervorgingen.
Dortmund verfügt über eine Vielzahl von Chören, die teilweise imVerband Deutscher Konzertchöre oder imChorverband Nordrhein-Westfalen Mitglied sind. DerDortmunder Oratorienchor wurde 1899 als „Lehrer-Gesangverein Dortmund“ gegründet und gab seinen ersten musikalischen Vortrag zur Eröffnung des Dortmunder Hafens in Anwesenheit von KaiserWilhelm. Seit 1905 besteht eine Zusammenarbeit mit dem Philharmonischen Orchester Dortmund. Während der nationalsozialistischen Diktatur werden viele Mitglieder des Chores aufgrund ihrer jüdischen Abstammung ausgeschlossen und die Kriegswirren bedeuten das vorläufige Ende des Chors. Erst 1957 findet der Lehrerchor wieder zusammen und wird mangels sangesfreudiger Lehrer 1986 zum Dortmunder Oratorienchor. Das Repertoire des Chores umfasst klassische Musik vonBach bisVivaldi.
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1946 im zerbombten Dortmund vonEmil Rabe derDortmunder Kammerchor aus der Taufe gehoben. Auf zahlreichen Auslandsreisen errang der Chor eine Vielzahl von internationalen Auszeichnungen, so zum Beispiel im Jahre 1954 den „Großen Preis der Republik Irland“. Der Dortmunder Kammerchor wurde bereits viermal mit dem Titel Meisterchor desSängerbundes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet.
DieChorakademie am Konzerthaus Dortmund ist europaweit eine der größtenSingschulen ihrer Art. Sie betreut um die 1300 Sänger, die in mehr als 30 verschiedenenChorensembles singen. In Dortmund besteht sie aus 17 Kinderchören und acht Chören im Leistungsbereich. Weitere Standorte gibt es in Essen und Gelsenkirchen mit jeweils sechs Kinderchören.
DasMuseum für Kunst und Kulturgeschichte findet sich heute in einem 1924 vonHugo Steinbach alsStädtische Sparkasse erbautenArt-déco-Bau. Die Sammlung des Museums gibt anhand von Gemälden, Skulpturen, Möbeln und Kunsthandwerk einen Einblick in die Kulturgeschichte der Stadt. Zeitlich umfasst die Sammlung Exponate der Ur- und Frühgeschichte bis hin zu Exponaten des 20. Jahrhunderts. Der Förderkreis Vermessungstechnisches Museum e. V. unterhält eine ständige Ausstellung zur Geschichte des Vermessungswesens und präsentiert seltene geodätische Instrumente. Die Räumlichkeiten des Museums werden regelmäßig zur Präsentation von überregional bedeutenden Kunst- und Kulturausstellungen genutzt.
Das MuseumAdlerturm beherbergt eine Ausstellung zur mittelalterlichen Stadtgeschichte. Zu sehen sind Ausgrabungsfunde und ein Modell der mittelalterlichen Stadt. Zeitgenössische Darstellungen, historische Waffen und Gebrauchsgegenstände veranschaulichen das Erscheinungsbild Dortmunds im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte.
Naturmuseum am Fredenbaumpark
DasNaturmuseum Dortmund wurde 1912 gegründet. Es soll seinen Besuchern die Geologie und Erdgeschichte sowie die heimische Tier- und Pflanzenwelt näher bringen. Höhepunkte sind ein Mineralien-Kabinett mit einer Bergkristall-Gruppe, ein Besucher-Schaubergwerk und ein etwa 90.000 Liter großes Aquarium, in dem die Fischwelt desMöhnesees zu sehen ist. Dieses Aquarium ersetzte 2012 ein etwa 72.000 Liter fassendes aus dem Jahre 1980, in dem tropischeSüßwasserfische ausMittel- undSüdamerika lebten.[109]
Im Mittelpunkt desDeutschen Kochbuchmuseums Dortmund steht die KochbuchautorinHenriette Davidis, die von 1856 bis 1876 in Dortmund lebte. Das Museum möchte anhand der ausgestellten Exponate Gesellschaftsleben und Küchentechnik, Sozialunterschiede und Tischkultur des 19. Jahrhunderts erlebbar machen.
1910 als Einrichtung zurLehrerfortbildung und alsLehrmittel-Schausammlung gegründet, blickt dasWestfälische Schulmuseum auf eine traditionsreiche Geschichte zurück. Das Museum beherbergt eine der bedeutendsten schulhistorischen Sammlungen in Deutschland und besticht durch ein umfangreiches museumspädagogisches Programm.
DasLWL-Industriemuseum hat seine Zentrale auf derZeche Zollern II/IV, einem Ankerpunkt derEuropäischen Route der Industriekultur (ERIH). Die 1903 fertiggestellte Musterzeche derGelsenkirchener Bergwerks-AG wurde imJugendstil erbaut und trägt Züge norddeutscher Backstein-Gotik. Das Jugendstilportal rettete die Halle 1969 vor dem drohenden Abriss und machte sie damit zum Pionierbau der Industriedenkmalpflege in Deutschland. Heute ist in Zeche Zollern dasMuseum der Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrbergbaus.
Die 1992 stillgelegteKokerei Hansa bietet als begehbare Großskulptur faszinierende Einblicke in die Geschichte der Schwerindustrie des vergangenen Jahrhunderts. Auf einem Erlebnispfad Natur und Technik können Besucher die unter Denkmalschutz stehenden Produktionsbereiche der Kokerei begehen. Herausragend ist eine erhaltene Maschinenhalle mit fünf Gaskompressoren derDemag. Hansa ist Sitz der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.
Das 2005 wiedereröffneteHoesch-Museum findet sich im ehemaligen Portierhaus I derWestfalenhütte. Das durch die Zusammenarbeit ehemaliger „Hoeschianer“, dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte und der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv entstandene Museum zeigt die Bedeutung des UnternehmensHoesch AG für die Stadt auf und präsentiert die Industriegeschichte der Stahlindustrie von 1871 bis zum Niedergang Ende des 20. Jahrhunderts.
DieDASA – Arbeitswelt Ausstellung ist ein 1993 gegründetes technisches Museum im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld in der Nähe der Technischen Universität Dortmund. Die Ausstellung zeigt auf etwa 13.000 m² Ausstellungsfläche moderne und vergangene Technik-Welten. Die Technik wird dabei nicht als Selbstzweck dargestellt, sondern immer der Bezug zum damit arbeitenden Menschen hergestellt.[110]
DieSteinwache in Dortmund ist eine Mahn- und Gedenkstätte an die Gräuel der Zeit des Nationalsozialismus und beherbergt die ständige Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933–1945“ des Dortmunder Stadtarchivs.
Im April 2006 wurde dasBrauerei-Museum Dortmund wiedereröffnet. Untergebracht im historischen Maschinenhaus der ehemaligenHansa-Brauerei mit angrenzender Produktionshalle aus den 1960er Jahren gibt das Museum einen Überblick über die Brauhistorie der Stadt.
Die Ausstellung Hafen und Schifffahrt imAlten Hafenamt informiert anhand von Schiffs- und Hafenmodellen über das Schifffahrtswesen und die moderne Hafenwirtschaft.
Seit dem 19. Dezember 2008, dem 99. Geburtstag vonBorussia Dortmund, befindet sich in der Nordostecke desSignal Iduna Parks das Borusseum, ein Museum rund um die Geschichte des Vereins.
DasDeutsche Fußballmuseum ist das offizielle nationale Fußballmuseum desDeutschen Fußball-Bundes (DFB) und wurde am 23. Oktober 2015 eröffnet. Das Gebäude in unmittelbarer Nähe zumHauptbahnhof wurde von 'HPP Hentrich-Petschnigg + Partner' aus Düsseldorf konzipiert und gliedert sich in die Dortmunder Kunst- und Kulturmeile ein. Inhaltlich ist es ein Erinnerungs- und Erfahrungsort der deutschen Fußballgeschichte. Dabei steht die Information über fußballhistorische Ereignisse und die Entwicklung des Sports in all seinen Facetten ebenso im Mittelpunkt wie soziale und gesellschaftliche Themen rund um den Fußballsport.
In der Wißstraße 11 befindet sich auf 300 Quadratmetern das privat geführte Apotheken-Museum. Es ist mit weit über 10.000 Exponaten die größte private pharmaziehistorische Sammlung Deutschlands.[111]
DasMagnetmuseum ist ein privates Museum des Unternehmens Tridelta. Die Ausstellung gibt einen Überblick über historische und aktuelle Anwendungen von Dauermagneten in der Elektrotechnik. In dem Museum wird der Einsatz von Dauermagneten in Zählern, Lautsprechern, Telefonen, Schaltern, Relais, Uhren, Messgeräten, Kleinmotoren und Generatoren beleuchtet.
DasNahverkehrsmuseum ist im Stadtteil Nette beheimatet und zeigt Exponate aus dem Bestand der Dortmunder Stadtwerke AG und ihrer Vorgängergesellschaften.
DasDeutsche Industrielack-Museum liegt im Dortmunder Hafen und möchte seinen Besuchern den Industrielack mit all seinen Facetten näher bringen.
Der Eintritt in die städtischen Museen ist ab dem 1. Januar 2019 frei.[112]
DieHalle 77 ist einAutomuseum, das an fünf Tagen pro Woche geöffnet ist. Ausgestellt sind rund 40 Autos sowie ein paar Motorräder.[114] Ein Schwerpunkt liegt aufFahrzeugtuning.[115]
Über 660 verschiedene Werke stehen im öffentlichen Raum der Stadt Dortmund verteilt – Kunst der letzten 150 Jahre. Von Skulpturen, Plastiken, Pflasterstein, Malereien, Mosaiken, Industrierelikten, Skulpturen oder Brunnen. Neben Denkmälern wie demLöwendenkmal und demSchüchtermanndenkmal entstanden seit Mitte der 1980er Jahre in der Innenstadt durch den Umbau der Kleppingstraße und Kampstraße unter anderem drei große Brunnenanlagen, künstlerisch gestaltete U-Bahn-Stationen, Spielplätze und Plastiken wie der „Chip“ am Platz von Amiens, der sich nach seiner Aufstellung zum Treffpunkt vor allem junger Leute entwickelt hat.
Stolpersteine an der Köln-Berliner Straße
Besonders hervorzuheben ist derEuropabrunnen an der Kleppingstraße, der vonJoachim Schmettau entworfen und 1989 in Granit und Bronze ausgeführt wurde. Um den Europabrunnen ist mittlerweile entlang der gesamten Kleppingstraße eine rege Straßencafé-Szene entstanden. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der Gauklerbrunnen im Zentrum des Stadtgartens. Der von Prof. Eberhard Linke zum 1125-jährigen Stadtjubiläum entworfene Gauklerbrunnen ist etwa 30 Meter lang und 12 Meter breit und überwindet dabei eine Höhendifferenz von 4 Metern. Das Wasser fließt in Kaskaden vom Quellbecken in das untere Brunnenbecken. Hier stehen die namensgebenden, bronzenen Gauklerfiguren, die das Brunnenwasser auf unterschiedliche Art versprühen.
Innerhalb des Wallrings und darüber hinaus steht außerdem das KunstprojektDortmunder Nashorn. Das Nashorn mit Flügeln (Rhinoceros alatus) ist dasWappentier desDortmunder Konzerthauses. Dutzende unterschiedlich gestaltete Varianten wurden bei einer Kunstaktion im Stadtraum in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern und Jugendgruppen an markanten Stadtpunkten aufgestellt.
Seit 2003 werden auch in Dortmund durch den KünstlerGunter DemnigStolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Bis zum Sommer 2014 waren rund 200 Steine in zahlreichen Stadtteilen gesetzt.
DasKünstlerhaus Dortmund wird seit 1983 von Künstlern in Selbstorganisation geführt und als Ausstellungsort für zeitgenössische und experimentelle Kunst genutzt. Es befindet sich in der Dortmunder Nordstadt in einem ehemaligen Betriebsgebäude derZeche Vereinigte Westphalia.
DerDortmunder Kunstverein wurde 1984 gegründet und hat seinen Sitz in derVolkshochschule. Das Ausstellungsprogramm umfasst jährlich vier bis sechs Präsentationen zeitgenössischer junger Kunst aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Malerei, Zeichnung, Bildhauerei, Fotografie oder Videokunst.
Am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs befindet sich einMultiplex-Kino derCinestar-Gruppe. Auf der ehemaligen KinomeileBrückstraße ist als letztes Kino an der Brückstraße das unabhängige LichtspieltheaterSchauburg erhalten geblieben. ImDortmunder U befindet sich ebenfalls ein Kino, in dem regelmäßig ein anspruchsvolles Film-Programm gezeigt wird. In der Nordstadt sind dieProgrammkinos Roxy, Camera undsweetSixteen. Im Stadtteil Aplerbeck existiert außerdem die „Filmbühne Zur Postkutsche“ als einziges verbliebenes Vorort-Kino in Dortmund.
Im Jahr 2013 veröffentlichten Theater- und Filmschaffende in Dortmund das ManifestDogma 20 13, das eine Weiterentwicklung desDogmas 95 fordert.
Mit derWAM-Medienakademie und dem Studiengang Film & Sound des Fachbereichs Design an derFachhochschule Dortmund ist Dortmund auch eine Ausbildungsstätte für Filmschaffende. Zu nennen ist auch derHartware Medienkunstverein, der 60 Mitglieder zählendeFilmklub Dortmund (BDFA-Mitglied), dasWDR-Landesstudio Dortmund, der LernsenderNRWision und dasSat.1-NRW-Studio. Von 1997 bis 2012 war zudem der Filmrechteverwertere-m-s new media hier aktiv.
Juicy Beats 2013 im Westfalenpark DortmundMayday 2009
Viele Festivals machen Dortmund zum Mekka der elektronischen Musik. Während im Sommer das MusikfestivalJuicy Beats mehr als 30.000 Besucher in denWestfalenpark lockt, gilt dieMayday in denWestfalenhallen mit 20.000 bis 25.000 Besuchern pro Jahr als das größte Indoor-Rave Festival Deutschlands. Hinzu kommen weitere elektronische Tanzveranstaltungen wie dasSyndicate Festival oder das deutsch-russische Dance Event Glamotion in den Westfalenhallen zwischen 15.000 und 20.000 Besuchern.
Der Hansemarkt in der Dortmunder Innenstadt ist ein alljährliches Spektakel und vereint zahlreiche Händler und Akteure aus ganz Deutschland. Er greift die jahrhundertealte Tradition des Stadtmarktes auf. Und er findet noch immer an historisch bedeutsamer Stelle statt, denn der Dortmunder Markt ist einer der größten Märkte im Mittelalter gewesen.
Die Stadt Dortmund vergibt alle zwei Jahre denNelly-Sachs-Preis für Literatur.
Seit 1957 gibt es dieInternationalen Kulturtage der Stadt Dortmund, das mittlerweile älteste kontinuierlich stattfindende Kulturfestival in Deutschland. Alle zwei Jahre stellt ein europäisches Partnerland Exponate seiner kulturellen Vielfalt auf unterschiedlichen Veranstaltungen vor. Rund 20 europäische Länder waren bisher zu Gast. Heute sind die Dortmunder Kulturtage Kern des landesweiten EreignissesScene:NRW.
Eingebunden in die Kulturtage wird beim Jazzfestivaleurophonics die Jazzszene des jeweiligen Partnerlandes beleuchtet und vorgestellt. Das 1987 zunächst unter dem Titel Dortmunder Jazzfrühling initiierte Musikfest präsentiert jährlich zeitgenössischen, europäischen Jazz an unterschiedlichen Spielorten in der Stadt.
Rock in den Ruinen
DasInternationale Frauenfilmfestival Dortmund/Köln wird seit 1987 zweijährlich veranstaltet. Bei dem Festival mit einem thematischen Schwerpunkt werden Produktionen gezeigt, in denen Frauen im Bereich Regie, Drehbuch, Ton oder Kamera maßgeblich mitgewirkt haben. Auf dem Filmfestival werden zudem ein themenunabhängiger Spielfilmwettbewerb für Regisseurinnen, ein Nachwuchsförderpreis für junge Bildgestalterinnen und ein Förderpreis für Kamerafrauen vergeben. Das Festival fusionierte im Jahre 2005 mit der Kölnerfeminale zumInternationalen Frauenfilmfestival Dortmund/Köln, das nun abwechselnd in Dortmund und Köln stattfindet.
Seit 1997 richtet sich das Tanz- und Theaterfestival off limits an die freie Tanz- und Theaterszene. Parallel zum Festival wird ein Symposium veranstaltet.
Jährlich wird das Dortmunder LiteraturfestivalLesArt abgehalten. Wie in anderen deutschen Städten öffnet sich die Kulturlandschaft der Stadt jährlich auf demTag des offenen Denkmals und derDortmunder Museumsnacht einem breiten Publikum.
Im Westfalenpark findet seit 1959 im Sommer das Lichterfest statt und bietet den mehreren zehntausend Besuchern Feuerwerk und Unterhaltung.
DerDortmunder Weihnachtsmarkt ist mit über 300 Ständen einer der größten Weihnachtsmärkte Deutschlands und wird alljährlich von mehr als zwei Millionen Besuchern aus der Stadt, der Region und aus dem Ausland besucht. Die Attraktion des auf mehreren Plätzen der Innenstadt stattfindenden Dortmunder Weihnachtsmarktes ist der als Gerüstkonstruktion errichtetehöchste Weihnachtsbaum der Welt auf dem Hansaplatz mit einer Höhe von 45 Metern. Die Gerüstkonstruktion, in der eine Sprinkleranlage (52 Löschdüsen, 3200 Liter/Minute) zur Brandbekämpfung installiert ist, wird mit 1700Rotfichten bestückt. 44.000 Lämpchen sorgen für die Beleuchtung. Der Baum hat ein Eigengewicht von 30 Tonnen und wird mit einem Betonfundament von 140 Tonnen gesichert. Auf Grund des bereits jetzt hohen Gewichts ist kein höherer Baum möglich, da die maximale statische Belastbarkeit der unter dem Hansaplatz gelegenen mehrgeschossigen Tiefgarage erreicht ist.
Am 19. Juli 2008 fand mit 1,6 Millionen Besuchern die größteLoveparade insgesamt auf demRheinlanddamm und dem Parkplatz der Westfalenhallen statt.
Jedes Jahr wird von Ende November bis Anfang Januar des folgenden Jahres der Westfalenpark im Rahmen der Aktion „Winterleuchten“ illuminiert.
AmDortmunder Export, gerne alsStößchen getrunken, führt in der Dortmunder Küche kein Weg vorbei. Trotz des Niedergangs des ehemals größten Brauereistandorts in Europa hat das Dortmunder Helle, ein herbes, untergäriges Exportbier, weiterhin Weltruf. Als bodenständiges Getränk, gereicht zu den westfälischen SpezialitätenPfefferpotthast mit Salzgurken,Panhas oderMöppkenbrot, findet es bis heute viele Liebhaber. Weitere kulinarische Spezialitäten aus dem Raum Dortmund sind die klassischeCurrywurst und dasPumpernickel mit Griebenschmalz.Die Dortmunder Gastronomie feiert jährlich neben der publikumswirksamen Leistungsschau Dortmund à la carte ein Pfefferpotthastfest auf dem Alten Markt. InWesthofen im Dortmunder Süden, wird im Winter dasSup Peiter mit westfälischen Spezialitäten gefeiert. Einmal im Jahr findet darüber hinaus rund um dasDortmunder U ein mehrtägiges Bierfest statt, an denen sich neben vielen regionalen neuen Biermarken, auch die bekannten Dortmunder BiermarkenBergmann Bier,Kronen,Union Bier, Brinkhoff's,DAB,Hövels,Ritter Bier,Thier Pils und Stifts präsentieren.[118]
Eine Gebäckspezialität ist derSalzkuchen, ein kreisrundes, mit Salz und Kümmel gewürztes Brötchen mit einer Vertiefung in der Mitte. Er wird häufig mit Mett belegt gegessen, wobei die Vertiefung gehackte Zwiebeln aufnimmt.
Dortmund ist für denSport als Heimat bekannterSportvereine, als Austragungsort wichtigerWettbewerbe, als Standort großerSportstätten sowie als Sitz nationalerSportverbände von Bedeutung. Mehr als 140.000 Menschen sind in 564 Sportvereinen organisiert und geben damit dem Breitensport als auch dem Leistungssport in der Region wichtige Impulse.[119]
Dortmund ist Sitz desDeutschen Handballbundes, der mit aktuell etwa 803.000 Mitgliedern in etwa 4.500 Vereinen mit etwa 24.000 Mannschaften als weltweit größter Handballdachverband gilt. Der Hauptsitz befindet sich imWilli-Daume-Haus an derStrobelallee.
In Dortmund ist außerdem derOlympiastützpunkt Westfalen als drittgrößter Stützpunkt Deutschlands beheimatet. An den Standorten Dortmund,Bochum,Warendorf undWinterberg werden mehr als 550 Sportler in über 20 Sportarten betreut.
Dortmund ist auch Sitz der Geschäftsstelle von Special Olympics Nordrhein-Westfalen, einem Landesverband von Special Olympics Deutschland. Special Olympics International ist weltweit der größte Sportverband für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen.
DerBundesstützpunkt Dortmund ist seit vielen Jahren Trainingsheimat des Deutschlandachters und bietet den Ruderern ideale Trainings- und Umfeldbedingungen. In den vergangenen Jahren stieg die zentrale Bedeutung des Stützpunktes stetig. Aufgrund einer deutlich gestiegenen Anzahl an Kaderathleten wurde mit Hilfe der Stadt Dortmund, des Bundes und des Landes das Zentrum zu einer modernen Trainingsstätte für das Leistungsrudern ausgebaut.
Südtribüne desSignal Iduna ParksInnenansicht der Helmut-Körnig-HalleWladimir Kramnik und Péter Lékó beim Chess-Meeting 2006Galopprennbahn Dortmund
Dortmunds sportliches Aushängeschild ist der traditionsreicheFußball-BundesligistBorussia Dortmund, Deutscher Fußballmeister 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011 und 2012, DFB-Pokal-Sieger 1965, 1989, 2012, 2017 und 2021, Europapokalsieger der Pokalsieger 1966 sowie Champions-League- und Weltpokalsieger 1997, der imSignal Iduna Park (ehemals Westfalenstadion) südlich der Innenstadt spielt. Der Verein hat etwa 200.000 Mitglieder und einen Zuschauerschnitt von 81.300 Zuschauern.[120]Borussia Dortmund II spielt derzeit in der3. Fußball-Liga. Die Handballdamen des BVB spielen zur Saison 2008/09 wieder in der Bundesliga. Die erste Mannschaft der Tischtennisabteilung gehört der zweiten Bundesliga an. Die ausgeprägte Fußball- und Sportbegeisterung der Menschen in Dortmund ist international bekannt.
Das Westfalenstadion war Spielstätte der Fußball-Weltmeisterschaften1974 und2006. Es bietet Platz für 81.365 Zuschauer und ist damit das größte reine Fußballstadion in Deutschland und das viertgrößte Stadion inEuropa. In direkter Nachbarschaft befindet sich dasStadion Rote Erde und das LeichtathletikzentrumHelmut-Körnig-Halle. Die ebenfalls benachbartenWestfalenhallen sind bekannt als Schauplatz zahlreicher Europa- und Weltmeisterschaften in verschiedenen Sportarten, wie derHandballweltmeisterschaft 2007. Seit 1925 wird in der Westfalenhalle das traditionelleSteherrennen immer am 2. Weihnachtsfeiertag abgehalten, dem am gleichen Ort 1926 das jährlicheSechstagerennen bis 2008 folgte. Das internationale Reit- und Springturnier in der Dortmunder Westfalenhalle zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen des Reitsports in Deutschland.
Die Helmut-Körnig-Halle und das Stadion Rote Erde stellen die Hauptstützpunkte der Dortmunder Leichtathletikgemeinde dar. Zahlreiche Vereinsmannschaften haben sich in derLG Olympia Dortmund zusammengefunden; zahlreiche Sportler der LGO erzielen auf nationaler und internationaler Ebene große Erfolge.
Auch Basketball findet einen großen Zuspruch. Der in Dortmund ansässige VereinSVD 49 Dortmund spielt derzeit in der Basketball-Regionalliga und erfreut sich bei Heimspielen in der Brügmannhalle regelmäßig an einer ausverkauften Halle. Besonders seit dem Bundesliga-Jahr 1992/93 erregt der Verein ein breites Interesse in der Öffentlichkeit.
Ein weiterer Traditionsverein in Dortmund ist dieEishockeymannschaft desEHC Dortmund. Die Ursprünge des Vereins gehen auf das Jahr 1937 zurück, als der EV Westfalen Dortmund gegründet wurde. In der Folgezeit gab es weitere drei Nachfolgevereine, die allesamt den Spielbetrieb aus finanziellen Gründen einstellen mussten. Der EHC Dortmund besteht seit 1996 und wechselte seitdem mehrfach zwischenOberliga undRegionalliga. Die Heimspielstätte derElche ist dasEissportzentrum Westfalenhallen.
Im Dortmunder Schauspielhaus wird dasSparkassen Chess-Meeting Dortmund ausgetragen. Hervorgegangen aus den seit 1973 jährlich stattfindenden Internationalen Dortmunder Schachtagen gilt es als wichtigstes und stärkstes Schachturnier in Deutschland und besitzt internationale Bedeutung. Der Schachclub Hansa Dortmund e. V. spielte 2011/2012 in derSchachbundesliga, derzeit in der Staffel West der2. Schachbundesliga.
Die seit 1913 bestehendeDortmunder Galopprennbahn im StadtteilWambel verfügt über eine 2000-m-Grasbahn und eine 1600-m-Allwettersandbahn. Auf der mit Flutlichtanlage und überdachten Tribünen ausgestatteten Rennbahn werden jährlich dasDeutsche St. Leger und der Große Preis der Dortmunder Wirtschaft ausgetragen.
In Dortmund gibt es dreiGolfplätze: Den seit 1956 in derReichsmark vom Dortmunder Golf Club e. V. betriebenen 18-Loch-Platz, die von der ehemaligen britischen Rheinarmee zu Besatzungszeiten angelegte 18-Loch-Anlage Royal Saint Barbara’s in Brackel sowie einen 9-Loch-Golfplatz im Innenfeld der Dortmunder Galopprennbahn (GolfRange Dortmund).
Südlich des Westfalenparks existiert mit derDortmunder Niere eine Trainingsstrecke für Radsportler.
Im Freizeitbereich und beim Breitensport bietet Dortmund ein vielfältiges Angebot. Unter anderem verfügt die Stadt über zehn Schwimmbäder, zahlreiche Sporthallen und -anlagen, ein inzwischen relativ gut ausgebautes, 300 km umfassendes Fahrradwegenetz, eine Mountainbike-Arena (auf dem Gelände der ehemaligenHausmülldeponie im StadtteilDeusen,Deusenberg), drei Kletteranlagen, einen Hochseilgarten sowie mehreren Funsportanlagen (Skateboard-, BMX- und Beachvolleyball-Anlagen) und natürlich die vielen Parks und Grünflächen. Insgesamt gibt es fast 600 Sportvereine in Dortmund mit ungefähr 140.000 Mitgliedern. Das denkmalgeschützteDortmunder Südbad in der Innenstadt ist die traditionelle Austragungsstätte zahlreicher, national bedeutender Schwimmveranstaltungen.
Eine besondere Bedeutung für den Breitensport besitzen der mit ca. 7000 Mitgliedern größte VereinTSC Eintracht Dortmund, der Stadtsportbund und die Sport Welt Dortmund GmbH, als Betreiber der Dortmunder Schwimmbäder.
Eine große Tradition besitzt auch das Ringen in Dortmund. Zwischen 1927 und 1957 wurde derASV Heros Dortmund zehnmal und derSportklub Hörde 04 dreimal deutscher Mannschaftsmeister. Seit 2002 kommt es in Dortmund jährlich zu einem Treffen der Weltelite im griechisch-römischen Ringkampf. Mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund wird der „Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland“ in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle erfolgreich ausgerichtet.
Aber auch Randsportarten wieAmerican Football,Poker undBaseball finden in Dortmund Beachtung. So waren 1980 dieDortmund Giants einer der ersten deutschen Footballvereine. 2025 spielen die Giants in der vierthöchsten deutschen Spielklasse, in der Oberliga NRW. Im Jahre 2008 spielt die Baseballmannschaft derDortmund Wanderers in der höchsten deutschen Spielklasse, der 1. Bundesliga. Im Dortmunder Casino Hohensyburg wurde dieEuropean Poker Tour von 2007 bis 2009 je einmal jährlich veranstaltet.[121][122][123]
2021 bewarb sich die Stadt alsHost Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Palästina ausgewählt.[124] Damit wurde sie Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[125]
Die Stadt wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Sinne des KonzeptsAutogerechte Stadt wieder aufgebaut. Auffälligste Merkmale sind die südlich des Stadtkerns durch das Stadtgebiet verlaufende Bundesstraße und der vier- bis sechsspurige Innenstadtring entlang des ehemaligen Stadtwalls. Innerhalb dieses Rings ist der Autoverkehr nur noch sehr eingeschränkt möglich.
DerFlughafen Dortmund liegt im Osten Dortmunds an der Stadtgrenze zuHolzwickede und Unna. Gemessen an der Passagierzahl ist der Flughafen der drittgrößteVerkehrsflughafen inNordrhein-Westfalen.[127] Deutschlandweit liegt er auf Platz 10.[128] Einen Großteil des Flugbetriebs machenBilligfluggesellschaften aus. Hinzu kommt ein größerer Anteil an touristischem Linienverkehr, der Geschäftsreiseverkehr sowie dieallgemeine Luftfahrt. Auf dem Gelände des Flughafens befindet sich außerdem eine Einsatzstaffel der Polizeiflieger Nordrhein-Westfalen und eine Station derDRF Luftrettung.Der Flughafen Dortmund ist über die B 1 sowie im öffentlichen Nahverkehr über einen Transferbus direkt über den BahnhofHolzwickede/Dortmund-Flughafen erreichbar. Seit 2004 betreibt der Flughafen Dortmund zusätzlich den Flughafenexpress, der zwischen dem zentralenBusbahnhof am Dortmunder Hauptbahnhof und dem Flughafen verkehrt. DerVRR-Tarif gilt auf dieser Strecke nicht.
DerFlughafen Düsseldorf ist in etwa einer Stunde mit der Bahn oder dem PKW zu erreichen.
ImKommunalen Personennahverkehr verfügt Dortmund über ein Netz aus acht innerstädtisch unterirdisch verlaufendenStadtbahnlinien: U 41, U 42, U 43, U 44, U 45, U 46, U 47 und U 49. Im April 2008 wurden unter der Innenstadt die letzten Tunnelstrecken fertiggestellt. Die beiden letztenStraßenbahnlinien 403 und 404 wurden nach Eröffnung des Ost-West-Tunnels umgewandelt und heißen nun U 43 und U 44.
Darüber hinaus verkehren im Stadtgebiet 73Buslinien der DSW21. Dieses Streckennetz umfasst 852,1 Kilometer und befördert jährlich 134[130] Millionen Personen. [Stand: Januar 2018]
Zudem gibt es eine automatischeH-Bahn zwischen den beiden Universitätsstandorten und dem StadtteilEichlinghofen sowie demTechnologiepark.
Auch das Radfahren wird in Dortmund durch die Stadtplanung gefördert – seit den 1980er-Jahren wurde ein umfangreiches Radwegenetz geschaffen. Am 10. Juli 2006 wurde ein Antrag zur Aufnahme in die „Arbeitsgemeinschaft Fußgänger- und Fahrradfreundliche Städte und Gemeinden in NRW“ (AGFS) beim Verkehrsministerium in Düsseldorf eingereicht. Am 8. August 2007 wurde Dortmund mit diesem Titel ausgezeichnet. Darüber hinaus ist Dortmund an eine Reihe vonFernradwegen angebunden:
DieDeutsche Fußballroute NRW ist eine 850 km lange Erlebnis-Radroute zum Thema Fußball in Nordrhein-Westfalen.
Der ca. 120 km langeEmscher-Weg verläuft meist parallel zurEmscher, von der Quelle inHolzwickede zur Emschermündung in den Rhein in der Nähe vonDinslaken.
ImFahrradklimatest desADFC des Jahres 2018 belegte Dortmund unter den 14 Städten Deutschlands mit über 500.000 Einwohnern den 13. Platz. Für den Test wurden in Dortmund 1390 Radfahrer befragt. Erzielt wurde die Note 4,35, damit lag die Stadt knapp vor Köln, das die Note 4,38 erzielte und damit letzter wurde. Im Jahr 2016 erzielte Dortmund noch die Note 4,14 und Platz 8.[131] Im Vergleich mit den anderen Städten dieser Kategorie schnitt Dortmund insbesondere in den Punkten „Stellwert des Radverkehrs“ (Note 4,9), „Werbung für das Radfahren“ (Note 4,7), „Fahrradförderung in jüngster Zeit“ (Note 4,9), „Falschparkerkontrolle auf Radwegen“ (Note 5,3), „Abstellanlagen“ (Note 4,4) und „Wegführung in Baustellen“ (Note 5,1) schlecht ab. „Positiv“ im Vergleich zu anderen Städten dieser Kategorie fiel der Punkt „Fahrraddiebstahl“ auf, allerdings nur mit einer Note von 4,4, knapp über dem Mittelwert von 4,54.[132]
In der Vergangenheit wurde die wirtschaftliche Entwicklung Dortmunds von Umbrüchen, Verwerfungen und Veränderungen des inneren Gefüges begleitet. Durch das Zusammenwirken zahlreicher ökonomischer und nichtökonomischer Faktoren verschoben sich die Größenordnungen der einzelnen Bereiche – des primären (Landschaft und Bergbau), des sekundären (Industrie und produzierendes Gewerbe) und destertiären Sektors (Dienstleistungen). Die Relationen dieser Wirtschaftszweige veränderten sich untereinander ebenso wie zum Wirtschaftsraum Dortmund und im gesamtenRuhrgebiet. Flankiert durch wirtschaftsfördernde und strukturverbessernde Maßnahmen der Stadt, des Landes und des Bundes vollzogen und vollziehen sich nach wie vor Umschichtungen zumQuartärsektor. Heute ist Dortmund ein Handels- und Dienstleistungszentrum sowie Hightechmetropole in den Bereichen Energie (Strom-, Gastransportnetze),Informationstechnologie,Mikrosystemtechnik undBiomedizin.
Im Jahre 2016 erbrachte Dortmund, innerhalb der Stadtgrenzen, einBruttoinlandsprodukt (BIP) von 21,553 Milliarden € und belegte damit Platz 14 innerhalb derRangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 36.781 € (Nordrhein-Westfalen: 37.416 €, Deutschland 38.180 €) und damit leicht unter dem regionalen und nationalen Durchschnitt. In der Stadt sind 2016 ca. 313.500 Personen beschäftigt.[133] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 9,8 % und damit deutlich über dem Durchschnitt von Nordrhein-Westfalen mit 6,4 %.[134]
Traditionelle Wirtschaftssektoren, Wandel und Perspektiven
Im Rahmen derIndustrialisierung entwickelte sich Dortmund rasch zu einem Zentrum der Schwerindustrie (Kohle- undStahlindustrie). Bedeutende Dortmunder Konzerne warenHoesch, dieDortmunder Union, diePhoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb sowie die ab 1969 unter dem Dach derRuhrkohle AG zusammengefassten Dortmunder Zechen. Noch Mitte des 20. Jahrhunderts gab es auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet mehr als 15 Kohlebergwerke, deren letztes 1987 den Betrieb einstellte.
Die wirtschaftlich gesunde Hoesch AG wurde 1992 von der EssenerKrupp Stahl AG übernommen. 1997 fusionierten Krupp-Hoesch und die Düsseldorfer Thyssen Stahl AG zurThyssenKrupp Stahl AG, mit drastischen Folgen für die Dortmunder Hüttenstandorte. Die Flüssig-Phasen der Eisen- und Stahlproduktionen wurden in Dortmund in den Folgejahren stillgelegt, weil der neue Konzern seine Stahlsparte an der geografisch günstigeren Rheinschiene konzentrierte. Der hieraus entstandene Arbeitsplatzabbau war für Dortmunds Wirtschaft eine schwere Belastung.
Die Flächen der früheren Industriestandorte bieten heute Entwicklungspotenzial für die Stadt:
Das frühere Gelände der Dortmunder Union im Westen der Stadtmitte ist zu großen Teilen bereits mit neuer Logistik- und Handelsstruktur besiedelt: es liegt verkehrsgünstig an der Eisenbahntrasse durch dasEmschertal, an der nördlichen Stadtautobahn, dem Zubringer zu A 45, A 40 und A 2, und in Nähe desDortmund-Ems-Kanals.
Das ehemalige StahlwerkPhoenix-Ost im Südosten inHörde ist nach seinem Abbau, dem Abriss und der Neugestaltung zum ProjektPhoenix-See eine interessante Adresse für Wohn- und Geschäftszwecke mit hohem Erholungswert geworden.
Dem StandortPhoenix-West kommt bereits jetzt mit derMST.factory eine zentrale Rolle im Wettbewerb um weitere Unternehmensansiedlungen aus dem Bereich der Mikrosystemtechnik zu. Dortmund gilt heute als größtes deutsches Zentrum fürMikrosystemtechnik und beheimatet aktuell 26 Unternehmen mit etwa 1700 Beschäftigten in dieser noch jungen Zukunftsbranche sowie den IVAM Fachverband für Mikrotechnik.
Auch nach der Stilllegung der Hochöfen, der Sinteranlage und des Warmbreitbandwalzwerk wird am StandortWestfalenhütte im Dortmunder Nordosten noch produziert. Hier befindet sich ein Walzwerk mit Blechendverarbeitung und -beschichtung mit etwa 1000 Mitarbeitern. Darüber hinaus befindet sich hier ein Entwicklungszentrum für die Oberflächenveredelung von Flachstahl. Das Gelände mit einer Größe von ungefähr 15 Quadratkilometern (etwa 3 km mal 5 km) bietet enorme Möglichkeiten der Stadtentwicklung. Auf der Fläche haben sich bereits mehrere Logistikunternehmen niedergelassen.[135][136]
DerMaschinen- und Anlagenbau besitzt in Dortmund eine große Tradition. Aktiv sind neben der Chemieanlagenbau-GesellschaftThyssenKrupp Uhde GmbH, das börsennotierte AnlagebauunternehmenThyssenkrupp Nucera mit Schwerpunkt elektrochemische Anlagen und der Maschinen- und AnlagenbauerKHS GmbH, früherHolstein & Kappert, mit Unternehmenssitz in der Juchostraße, Hersteller von Verpackungs- und Getränkeabfüllmaschinen. Ein nicht mehr in Dortmund tätigendes Unternehmen ist dieThyssen Klönne AG. Baufahrzeuge wurden früher in Dortmund durch das UnternehmenOrenstein & Koppel hergestellt, die bei den Hoesch-Krupp-Fusionen zur Krupp Fördertechnik und deren Schwesterunternehmen kam. Die O&K Baggersparte wurde durch den amerikanischenTerex-Konzern übernommen und fertigt bis heute schwere Baumaschinen in Dortmund, wurden jedoch inzwischen von der amerikanischen FirmaCaterpillar aufgekauft. Auch der Werkzeugmaschinenbau hat eine namhafte Dortmunder Vergangenheit: in Lütgendortmund an der Stadtgrenze zu Bochum existierte bis in die 1980er Jahre das Familienunternehmen Tönshoff, ehedem weltbekannter Hersteller von Mehrspindel-Drehautomaten. Mit der früheren „HoeschMaschinenfabrik Deutschland“ hatte Dortmund an der Bornstraße nahe der Westfalenhütte einen Hersteller von Größt-Drehmaschinen aufzuweisen. Die MaschinenfabrikRothe Erde ist ein führender Hersteller von Großwälzlagern.
Mittlerweile haben sich in Dortmund Unternehmen der Versicherungs- und Finanzwirtschaft sowie im Umfeld der Universität viele moderne IT- und Dienstleistungsunternehmen etabliert, die für Beschäftigung sorgen.
Über seine Grenzen hinaus wurde Dortmund alsBierstadt durch das Brauen vonExportbier bekannt. Bekannte Dortmunder Brauereien waren unter anderemBergmann,Borussia,Actien (DAB),Union (DUB),Kronen,Hansa,Ritter,Stifts undThier. Nach dem Ersten Weltkrieg wuchsen sie zu Großbrauereien und beherrschten nahezu 50 Jahre lang den deutschen Biermarkt. Anfang der 1960er Jahre zählten die Dortmunder Brauereien rund 6000 Beschäftigte.[137] Von den zahlreichen Brauereien blieb nur eine übrig: Unter dem Dach der zur BielefelderDr. August Oetker KG gehörendenDortmunder Actien-Brauerei (DAB) sind heute alle, bis auf eine, Dortmunder Biermarken vereint. Die Dortmunder Bergmann Brauerei wurde 2005 neu gegründet und vertreibt eigenständig mehrere Bierspezialitäten.
In der Zeit von 1960 bis 1994 verringerte sich die Zahl der Industriebeschäftigten von 127.000 auf 37.000 Personen. Neue Arbeitsplätze wurden hauptsächlich im Bereich der Informationsverarbeitung sowie beiBanken undVersicherungen geschaffen. Ein zukunftsweisendes Signal war Ende 1968 die Gründung derUniversität Dortmund. DieCampus-Universität legte den Grundstein für den heutigen Wissenschaftsstandort. In räumlicher Nähe zur Universität wurde 1984 dasTechnologiezentrum als eines der ersten Deutschlands eröffnet. Im angrenzenden Technologiepark siedelten sich seit 1988 mehr als 225 Unternehmen mit über 8500 Mitarbeitern an. Das ProjektStadtkrone-Ost auf dem ehemaligen Kasernengelände an der B 1 ist ein weiteres positives Beispiel des mit derKohlekrise von 1958 einsetzenden und bis heute unverändert anhaltenden Strukturwandels in Dortmund. Dort ist auch der Hauptsitz der börsennotiertenAdesso SE, eines der Top 25 IT-Beratungs und Systemintegrations-Unternehmen Deutschlands.[138]
Mit demdortmund-project, einerPublic Private Partnership zwischen der Stadt und dem KonzernThyssenkrupp, das vom UnternehmensberaterMcKinsey & Company nach dem Vorbild derWolfsburg AG erarbeitet wurde, sollen sowohl die durch den Strukturwandel entstandene Beschäftigungslücke geschlossen als auch neue Leitbranchen für die Stadt entwickelt und gestärkt werden. Als neue Führungsbranchen wurden die Industriebrachen in das Gesamtkonzept mit eingebunden.Logistik,Mikrosystemtechnik (MST) undInformations- und Kommunikationstechnik wurden ausgewählt, später kamen dieGesundheitswirtschaft, dieBiomedizin und dieEnergietechnik hinzu. 2005 wurde das Projekt unbefristet in die städtische Wirtschaftsförderung integriert. Unter anderem sollte bis 2010 die Zahl der Erwerbstätigen auf 325.000 Erwerbstätige vor dem Einbruch der Montanindustrie erhöht werden. Im April 2011 waren durch direkte und indirekte Folgen des Projektes 298.000 Erwerbstätige erreicht, was 53.000 der fehlenden 80.000 entsprach.[139] Im Jahr 2008 wurden weitere Ziele bis zum Jahr 2018[veraltet] veröffentlicht: Nach ihnen sollen die Arbeitslosenquote den einstelligen Bereich erreichen und die Einwohnerzahl stabil bleiben. Außerdem sollte sich dieZentralitätskennziffer (u. a. durch dieThier-Galerie) von 114 (2008) auf 118 erhöhen.[140] Dieser Wert wurde 2014 auf 124 gesteigert.[141]
Die Stadt war 2004 für den erfolgreichen Strukturwandel gelobt worden. Laut dem WirtschaftsmagazinCapital war Dortmund die Stadt im Ruhrgebiet, die die besten Wirtschaftsaussichten bis 2013 besaß. DasHandelsblatt bezeichnete die Stadt 2004 in ihrem Zukunftsatlas als „stillen Star“.[142] 2006 erhielt die Stadt für die MST.factory dieEurocities-Auszeichnung in der Kategorie „Innovation“.[143]
2014 gehörte Dortmund zu den bedeutenden Logistikstandorten in Deutschland mit einer einzigartigen Infrastruktur, mehr als 900 im Wirtschaftszweig Logistik tätigen Unternehmen und national wie international anerkannten wissenschaftlichen Einrichtungen. Insgesamt arbeiteten 26.316 Menschen im Logistikbereich.[144] Im Jahr 2016 wurde die Stadt innerhalb der Digital Hub Initiative desBundesministerium für Wirtschaft und Energie als Digital Hub im Bereich Logistik ausgezeichnet und fungierte neben Berlin, Hamburg, München und Frankfurt als Motor für die Digitalisierung in Deutschland.[145]
Die Bedeutung Dortmunds alsOberzentrum des Einzelhandels stieg an. DerWestenhellweg im Herzen der Innenstadt gilt neben derKaufingerstraße inMünchen, derZeil inFrankfurt am Main und derSchildergasse inKöln als eine der am häufigsten frequentierten Einkaufsmeilen Deutschlands. Die hohen Mietpreise und nicht vorhandene Leerstände auf dem Westenhellweg undOstenhellweg reflektierten diese Entwicklung.Internationale Branchengrößen wieIKEA,Amazon oderDecathlon haben sich in den letzten Jahren in Dortmund mit Logistik- und Distributionszentren speziell im Dortmunder Norden auf derWestfalenhütte und am Dortmunder Hafen niedergelassen. Hinzu kommen Rhenus, REWE oder DHL, welche in Dortmund für einige Kunden Logistikzentren mit europäischer Reichweite betreiben.
Einer der größten Arbeitgeber Dortmunds ist die Stadt selbst, nebst zahlreicherkommunaler Unternehmen. DieDortmunder Stadtwerke AG (DSW21) beschäftigten in ihren zahlreichen Tochterunternehmen in den Geschäftsfeldern Transport, Energie, Telekommunikation, Wohnungsbau und Stadtentwicklung über 3.000 Menschen. Zusammen mit derStadtwerke Bochum GmbH besitzen die Dortmunder Stadtwerke dieGelsenwasser AG.
DieDortmunder Energie- und Wasserversorgung GmbH (DEW21) ist ein gemeinsames Unternehmen der DSW21 und derRWE. DEW21 versorgt die Einwohner der Stadt Dortmund mit Erdgas, Strom, Wärme und Wasser und bietet Dienstleistungen rund um diese Produkte für Geschäfts- und Privatkunden an. Die Stadt besitzt außerdem Aktienanteile an RWE, die Dortmund zu einem wichtigen Unternehmensstandort ausgebaut hat. Darüber hinaus bestehen mit derWestfalenhallen Dortmund GmbH als Betreiber des Veranstaltungszentrum Westfalenhallen und der dortigen Messe, derEntsorgung Dortmund GmbH (EDG) ist ein in den 1990er Jahren gegründetes Unternehmen der Entsorgungsbranche in Dortmund. Die Hauptaufgabe der EDG ist die Reinigung öffentlicher Flächen sowie der Müllabtransport und der Dokom21 als Gesellschaft für Telekommunikation GmbH.
Mit mehr als 12.000 Beschäftigten in über 100 Unternehmen bildet Dortmund einen wichtigen Standort für die Kommunikationsverarbeitung und Informationstechnologie-Wirtschaft. Dies liegt darin begründet, dass mit derTU Dortmund, der Fachhochschule und dem IT-Center Dortmund eine der ältesten und größten Ausbildungsstätten mit der gesamten Bandbreite der Informationstechnik in der Stadt angesiedelt ist. Mit derAdesso SE[138] und derMaterna GmbH[138] sind zwei der 25 größten deutschen IT-Beratungs- und Systemintegrations-Unternehmen in der Stadt beheimatet.[151] Mit derVerizon Deutschland GmbH besitzt derUS-amerikanischeTelekommunikationskonzern seine deutsche Niederlassung im Dortmunder Technologiepark. Durch verschiedene Förderungen und Initiative der Stadt Dortmund sowie der Kooperation mit den Bildungseinrichtungen mit der TU Dortmund oder der FH Dortmund hat sich in diesem Umfeld ein großes Netzwerk von Start-Up Unternehmen entwickelt, wieRapidMiner,GreenIT, Cabdo, Urlaubsguru sowie GastroHero mit Sitz amFlughafen Dortmund in Holzwickede.[152]
In Dortmund sind zahlreiche privatwirtschaftliche, genossenschaftliche und ehemals gemeinnützige und öffentliche Wohnungsgesellschaften ansässig, u. a.Spar- und Bauverein Dortmund undDOGEWO21. Überregionale, teilweise börsennotierte Immobilienunternehmen haben hier große Wohnungsbestände, u. a.Vivawest,LEG Immobilien undVonovia.
Trotz tiefgreifendem Strukturwandel ist Dortmund weiterhin einer der größten Standorte Deutschlands imAnlagen- undMaschinenbau. NebenWILO als Hersteller für Pumpensysteme für die Heizungs-, Kälte- und Klimatechnik haben mit derKHS GmbH mit über 1.200 Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber der Stadt und derABP Induction Systems, wichtige Hersteller von Anlagen- und Maschinenbau ihren Hauptsitz in Dortmund. Weitere Unternehmen mit Hauptsitz in Dortmund sindThyssenKrupp Rothe Erde,ThyssenKrupp Uhde,Anker-Schroeder ASDO undElmos Semiconductor. DieEvoBus fertigt in Dortmund Kleinbusse mit 8 bis 22 Sitzplätzen auf Basis des KleintransportersSprinter (220 Mitarbeiter).[155] DasPharmaunternehmenBoehringer Ingelheim betreibt in Dortmund eine Produktionsstätte für Inhalationsgeräte mit 630 Mitarbeitern.[156] Die Firmengruppe Miebach beschäftigt in Dortmund rd. 500 Mitarbeiter im Bau von Schweißmaßnahmen und Schaltanlagen.[157] DieMurtfeldt Kunststoffe ist weltweit auf dem Gebiet der Kunststoffherstellung und -verarbeitung tätig und beschäftigt etwa 350 Mitarbeiter. DieVitesco Technologies (ehemals Continental) produziert in Dortmund-Hallerey Sensoren und Komponenten für Abgasnachbehandlungssysteme und beschäftigt am Standort etwa 400 Mitarbeiter.Siemens Mobility betreibt in Dortmund-Eving das Instandhaltungswerk für die Züge desRhein-Ruhr-Express. DieDeutsche Bahn beschäftigte 2021 über 3.000 Mitarbeiter, unter anderem imBahnbetriebswerk Dortmund-Betriebsbahnhof. Ein weiteresBetriebswerk Dortmund-Hafen mit bis zu 500 Arbeitsplätzen ist geplant.[126]
Die Region Dortmund ist ein wichtigerLogistikstandort im Zentrum Europas. DieRhenus als fünftgrößter deutscher Logistikdienstleister hat ihren Sitz am Dortmunder Flughafen und besitzt weiteren Standorte in der Stadt. Über 800 Unternehmen der Logistik und verwandter Branchen beschäftigen über 26.000 Menschen innerhalb der Stadt. In Dortmund existieren rund 50 Distributionszentren von renommierten Unternehmen wie dem Ikea Zentrallager derIKEA Distribution Services und der Rhenus. Darüber hinaus steuern Unternehmen wie ETL Fiege,Kaufland, Rewe,Tedi oder ThyssenKrupp Materials von Dortmund aus europaweit ihre Warenströme.[158]
Der etwa 900 Meter langeWestenhellweg in der Innenstadt ist die bekannteste und umsatzstärkste Einkaufsstraße in Dortmund und dem gesamtenRuhrgebiet. Seit Beginn der Messung der Passantenströme im Jahre 1999 durchJones Lang LaSalle gehört der Westenhellweg zu den meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Die im Jahre 2013 durchgeführte Untersuchung ergab 12.950 Besucher pro Stunde, was dem Westenhellweg den Titel der meistfrequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands brachte.[159] Darüber hinaus liegt der Westenhellweg im bundesweiten Mietpreisvergleich für Einzelhandelsflächen immer unter den Top 10 Standorten in Deutschland. Insgesamt wird der Westenhellweg stark durch Filialen großer Einzelhandels- (Kaufhof,Karstadt,C&A,H&M), Mode- (Peek & Cloppenburg,Esprit,s.Oliver,Zara) und Handelsketten (Parfümerie Douglas,Mayersche Buchhandlung) sowie Boutiquen, Fachgeschäfte und Gastronomie geprägt. Im Jahr 2011 eröffnete das neue EinkaufszentrumThier-Galerie am oberen Westenhellweg.
Darüber hinaus gibt es weitere diverse Einkaufsstraßen und -viertel im Dortmunder Stadtzentrum mit unterschiedlichen Schwerpunkten des Einzelhandels:
Brückstraßenviertel: Das im Norden des Stadtzentrums gelegene Viertel ist für seine internationalenImbissbuden und günstigen Modeläden bekannt.
Ostenhellweg: Hier befinden sich neben einigen Filialen günstiger bis mittelpreisiger Handelsketten auch viele inhabergeführte Einzelhandelsgeschäfte.
Kleppingstraße/Rosenviertel: Die Kleppingstraße sowie das östlich angrenzendeRosenviertel sind für ihre hochpreisigen Modegeschäfte, Boutiquen, Designer-Shops und Galerien überregional bekannt. Des Weiteren hat sich in diesem Bereich eine ausgeprägte bürgerliche Gastronomieszene mit mediterranem Flair entwickelt.
Kaiserviertel: Unmittelbar östlich des Stadtwalls gelegenes bürgerliches Viertel mit einer Vielzahl an inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte, Cafés und Restaurants.
Einen weiteren Einzelhandelsstandort repräsentiert derIndupark im Dortmunder Westen. Als Einkaufs- und Gewerbezentrum, das auf dem Gelände einer ehemaligen Zeche errichtet wurde, bietet der Indupark Platz für großflächige Geschäfte wieIKEA,Media-Markt oderDecathlon.
Dortmund wies im Jahr 2014 mit einer Kennziffer von lediglich 93 ein vergleichsweise geringes Kaufkraftniveau auf. Die Kaufkraftkennziffer ist stetig gefallen und lag noch vor sechs Jahren mit 100,2 im Jahr 2008 über dem Bundesdurchschnitt. Verglichen mit umliegenden Städten wie Bochum, Unna oder Witten ist das Kaufkraftniveau Dortmunds relativ moderat. Insbesondere in den südlich an das Stadtgebiet angrenzenden Städten wie Herdecke oder Schwerte lässt sich ein vergleichsweise höheres Kaufkraftniveau feststellen, wohingegen die nördlich angrenzenden Städte wie Lünen eine tendenziell niedrigere Kaufkraftkennziffer aufweisen.
Mit einer Zentralitätskennziffer von 124,0 im Jahr 2014 lag Dortmund deutlich über dem Bundesdurchschnitt sowie dem Schnitt der umliegenden Städte. Dies verdeutlicht, dass Dortmund trotz des vergleichsweise geringen Kaufkraftniveaus der eigenen Bevölkerung im Stande ist, durch einen bedeutenden Kaufkraftabzug aus dem Umland eine hohe Handelszentralität aufzuweisen.
Zum Messezentrum Westfalenhallen gehören neun klimatisierte Hallen mit Flächen zwischen 1.000 und 10.600 Quadratmetern. Insgesamt bietet das Messezentrum Westfalenhallen eine Ausstellungsfläche von 59.000 m². Hier finden jährlich rund 60Messen mit rund 800.000 Besuchern statt.
Bedeutende Messen des Standorts Westfalenhallen sind:
Vor dem Zweiten Weltkrieg erschien in Dortmund mit demGeneral-Anzeiger für Dortmund die auflagenstärkste überregionale Tageszeitung Deutschlands außerhalb von Berlin. Nach einer Hitler-Karikatur vonEmil Stumpp wurde die 1890 vonFriedrich Wilhelm Ruhfus gegründete, linksliberale Zeitung von den Nationalsozialisten eingestellt und erschien fortan als Parteiorgan unter dem NamenWestfälische Landeszeitung – Rote Erde.
An die publizistische Tradition konnte nach Ende des Krieges nicht angeknüpft werden. Heute erscheinen mit derWestfälischen Rundschau (WR), derWestdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) und denRuhr Nachrichten (RN) vor Ort drei lokale Zeitungen. Allerdings gehört die WR zurFunke Mediengruppe, die in Dortmund den Lokalteil eingestellt hat und Inhalte der Ruhr Nachrichten übernimmt. Die überregionale Berichterstattung für die Ruhr Nachrichten liefert das Redaktionsnetz Westfalen aus Unna.[160] Einmal im Monat erscheint dasStraßenmagazinBodo und wird in der Stadt zum Verkauf angeboten.
Kostenlos verteilt werden in Dortmund zahlreiche Anzeigenmagazine wie zum Beispiel der Stadt-Anzeiger und der Nordanzeiger. Diese erscheinen in der Regel wöchentlich. Die kostenlosen Veranstaltungsmagazinecoolibri undHeinz liegen monatlich in Kultureinrichtungen und Gaststätten aus.
Der Visions-Verlag verlegt in Dortmund das monatlich erscheinende, bundesweit erhältliche MusikmagazinVisions.Des Weiteren befindet sich die Redaktion des größten Rock- und Metal-Magazins Europas,Rock Hard, im Stadtteil Körne.
An der TU Dortmund erscheint dreimal pro Semester die CampuszeitungPflichtlektüre.
Sowohl derWestdeutsche Rundfunk Köln (WDR) als auchSat.1 betreiben in Dortmund Landesstudios. Der WDR produziert in Dortmund die SendungenPlanet Wissen,Lokalzeit aus Dortmund undDer geschenkte Tag. Die Lokalzeit aus Dortmund berichtet täglich mit aktuellen Nachrichten über die Region. Sat.1 produziert die NRW-Ausgabe von17:30 in Dortmund. Außerdem werden manche Beiträge für verschiedene Sendungen zum Beispiel für dasSat.1-Frühstücksfernsehen in Dortmund produziert.
Der landesweite TV-LernsenderNRWision hat seinen Standort ebenfalls in Dortmund. An dem Programm beteiligen sich Lehrredaktionen, Amateurfilmer und Bürgergruppen aus ganz NRW. In seiner Mediathek werden gezielt alle Fernsehsendungen nach einzelnen nordrhein-westfälischen Städten bzw. Medienmachern aus diesen Orten gebündelt. Der Lernsender wird von derLandesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen gefördert und vom Institut für Journalistik an derTU Dortmund entwickelt und betrieben.[161]
Dortmund ist nebenLondon undParis Sitz von Global Tamil Vision und Hauptsitz von GTV-Deutschland.[162]
Im WDR-Studio Dortmund werden Teile der Hörfunkwellen WDR 2 und WDR 4 sowie die Verkehrsnachrichten produziert. Das lokale PrivatradioRadio 91.2 bietet regionale Informationen sowie das Rahmenprogramm vonRadio NRW. Das studentische Radioeldoradio* spielt rund um die Uhr Musik, sendet morgens und abends auch Wortbeiträge und kann in Dortmund über Antenne, Kabel und darüber hinaus als Webradio empfangen werden.
Die Online-Magazine mit der größten Reichweite sind die BVB-Fanzinesschwatzgelb.de und gibmich-diekirsche.de.
Das Online-AngebotNRWision bündelt in seiner Mediathek Video- und Audio-Produktionen über Dortmund bzw. TV-Sendungen, Radio-Beiträge und Filme, die von Redaktionen und Medienmachern aus Dortmund produziert wurden.[163]
Seit 2013 berichtet der lokaljournalistische Blog Nordstadtblogger nahezu täglich über die Nordstadt und das ganze Stadtgebiet.
Im Juni 2016 ist das Online-Nachrichtenportal Dortmund24.de gestartet, das 2019 in RUHR24.de umbenannt[164] wurde. Es gehört zum VerlagLensing Media und ist zusammen mit dem Schwesterportal RuhrNachrichten.de das größte Online-Nachrichtenportal aus Dortmund.[165] Es berichtet über Themen aus Dortmund, dem Ruhrgebiet und NRW, sowie über den BVB, den FC Schalke 04 und Themen aus dem Bereich Service. RUHR24.de gehört zum bundesweiten Online-Redaktionsnetzwerk[166] vonIPPEN.MEDIA.
DasMedienhaus Lensing ist der drittgrößte unabhängige Zeitungsverleger in Nordrhein-Westfalen. DerHarenberg Verlag verlegt die Fachzeitschriftbuchreport und dieSpiegel-Bestsellerlisten. Einer allgemeinen Öffentlichkeit bekannt wurde der Verlag durch die ReiheDie Bibliophilen Taschenbücher und insbesondere dieChronik des 20. Jahrhunderts. DieBusche Verlagsgesellschaft ist ein Verlag für Hotel- und Gastronomiekritik. Bekannt sind insbesondere die jährlich erscheinenden WerkeSchlemmer Atlas undSchlummer Atlas. DerGrafit Verlag verlegt Kriminalromane.
Das PlattenlabelCentury Media hat seinen Sitz in Dortmund und gehört seit 2015 zu Sony Music Entertainment. DieAktive Musik Verlagsgesellschaft produziert unter dem Label Igel-Records Kinderkassetten, CDs und Kinderhörbücher.
Weitere in Dortmund ansässige Verlage sind Borgmann Verlag, IFS-Verlag, Ingrid Lessing Verlag, Verlag Kettler, OCM Verlag, VBE-Verlag, Verkehrsblatt-Verlag,Verlag Modernes Lernen und Vorsatzverlag.
Mathematikgebäude der Technischen Universität DortmundFachhochschule Dortmund
Technische Universität Dortmund: gegründet 1968 mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschafts- und Planungswissenschaften; 1980 erweitert um die Fachbereiche derPädagogischen Hochschule Ruhr (gegründet 1929), seither auch Geisteswissenschaften. Bis 2007 trug die TU Dortmund den Namen Universität Dortmund. Im November 2010 wurde auf dem Mathematik-Tower ein TU-Logo installiert.
Fachhochschule Dortmund; gegründet 1971 durch Vereinigung einer ehemals Staatlichen Ingenieurschule, derWerkkunstschule Dortmund, einer Höheren Fachschule für Sozialarbeit, einer Höheren Fachschule für Sozialpädagogik und einer Wirtschaftsfachschule.
FOM – Hochschule für Oekonomie und Management, Standort Dortmund: gegründet 1993 in Essen. Seit 2005 ist die FOM Hochschule mit einem Hochschulzentrum in Dortmund vertreten. Die Gebäude der Hochschule befinden sich an der Stadtkrone-Ost.
International School of Management: gegründet 1990 in privater Trägerschaft; seit 1994 staatlich anerkannt. Die Ausbildungsstätte bietet verschiedene Studiengänge im Bereich Betriebswirtschaftslehre an.
Hochschule für Musik Detmold, Standort Dortmund: gegründet 1947 in Detmold als eine der ersten Musikhochschulen Deutschlands. Ihr wurden das Städtische Konservatorium Dortmund (1901 gegründet) und der für die Ausbildung von Berufsmusikern Teil der Westfälischen Schule für Musik in Münster (gegründet 1919) eingegliedert. Mittlerweile besteht nur noch der Standort in Detmold, die Dortmunder Hochschule wurde 2004 aufgelöst, die Abteilung in Münster der dortigenUniversität eingegliedert.
Orchesterzentrum NRW: Das Orchesterzentrum in der Brückstraße ist organisatorisch derFolkwang Universität der Künste in (Essen) angegliedert. Hier werden Studierende im Rahmen des Masterstudiengangs „Orchesterspiel“ auf eine Tätigkeit als Orchestermusiker vorbereitet.
IT-Center Dortmund: Die 2000 gegründete private Bildungseinrichtung in Trägerschaft von Technischer Hochschule, Fachhochschule, ISM, Industrie- und Handelskammer zu Dortmund und networker westfalen e. V. bietet einen Bachelorstudiengang inInformation Technology an.
IU Internationale Hochschule: Die IU Internationale Hochschule ist eine private, staatlich anerkannte Hochschule für Wirtschaft und Management mit mehreren Standorten, u. a. auch in Dortmund.
Außenstelle des Instituts für Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften (IEL), Fachbereich Ernährungsepidemiologie derRheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn in Dortmund-Brüninghausen.
Die Basis der Dortmunder Bildungslandschaft bildet eine Vielzahl unterschiedlicher Schulformen. Dortmund ist außerdem „Korporativ Förderndes Mitglied“ derMax-Planck-Gesellschaft.[168]
Die Stadt Dortmund verfügt über 160 Schulen, darunter 16 Gymnasien (14 städtische). DasStadtgymnasium Dortmund (gegründet 1543) ist das älteste Gymnasium der Stadt. DasMax-Planck-Gymnasium (gegründet 1858) ist das zweitälteste Gymnasium Dortmunds. DasLeibniz-Gymnasium bietet als eine von ca. 30 Schulen bundesweit denInternational-Baccalaureate-Abschluss an.
Horst Appuhn:Dortmund. Hrsg.: Hermann Busen. Deutscher Kunstverlag, München 1970 (Westfälische Kunst).
Gustav Luntowski, Thomas Schilp, Norbert Reimann, Günther Högl:Geschichte der Stadt Dortmund. Hrsg.: Stadtarchiv Dortmund. Harenberg, Dortmund 1994,ISBN 3-611-00397-2 (Dortmunder Leistungen, Band 2).
Dieter Nellen / Christa Reicher / Ludger Wilde (Hrsg.):PHOENIX – Eine neue Stadtlandschaft in Dortmund. JOVIS Verlag, Berlin 2016,ISBN 978-3-86859-400-3.
Stefan Mühlhofer, Thomas Schilp, Daniel Stracke:Dortmund (Deutscher Historischer Städteatlas, Band 5). Ardey, Münster 2017,ISBN 978-3-87023-277-1.
Ludger Tewes,Mittelalter im Ruhrgebiet. Siedlung am westfälischen Hellweg zwischen Essen und Dortmund (13. bis 16. Jahrhundert). Verlag Schoeningh, Paderborn 1997,ISBN 3-506-79152-4.
Dortmunder Passagen – Ein Stadtführer, Stefan Mühlhofer / Wolfgang Sonne / Barbara Welzel, Hg.: JOVIS Verlag Berlin 2019,ISBN 978-3-86859-572-7.
↑Angabe desBundesamts für Kartographie und Geodäsie. Die Stadt selbst gibt in ihrem Statistischen Jahrbuch als Mittelpunkt und damit allgemeiner Referenzpunkt den Turmbolzen auf der Westseite der Reinoldikirche auf85,42 m ü. NN,51° 30′ 58″ N,7° 28′ 6″ O51.5161111111117.468333333333385.42 an.
↑abcStatistisches Jahrbuch 2007. (PDF; 1,57 MB) Fachbereich Statistik der Stadt Dortmund, 31. Dezember 2006, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2014; abgerufen am 30. Januar 2013.
↑Geographie und Klima. In: dortmund.de. Stadt Dortmund, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 15. Januar 2013; abgerufen am 30. Januar 2013.
↑Statistikatlas 2019 (Publikation 215). (PDF; 9,5 MB) Stadt Dortmund, Fachbereich Statistik, 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2021; abgerufen am 22. Juli 2023.
↑abDiana Andrä (verantwortlich), Dortmunder Statistik: Bevölkerung in Zahlen 2024. In: Stadt Dortmund. Stadt Dortmund, Dortmunder Statistik, 44122 Dortmund, 02/2025, 2025, abgerufen am 24. Mai 2025.
↑Stadt Dortmund: Tabellenband 2023. (PDF) In: Stadt Dortmund. Statistik. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juli 2023; abgerufen am 21. Juli 2023.
↑Berechnungen aufgrund der Zahlen des Landesbetriebs Information und Technik Nordrhein-Westfalen zum 31. Dezember 2006. Erwerbsfähige Bevölkerung meint hier Personen zwischen 20 und 60 Jahren.
↑Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Bd. 2: A. Die Urbare vom 9.-13. Jahrhundert. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, Bd. 3: B. Lagerbücher, Hebe- und Zinsregister vom 14. bis ins 17. Jahrhundert, Bonn 1908, Nachdruck Düsseldorf 1978, Bd. 4,I: Einleitung und Register. I. Namenregister. Hrsg. von Fritz Körholz, Düsseldorf 1978, Bd. 4,II: Einleitung, Kapitel IV: Die Wirtschaftsverfassung und Verwaltung der Großgrundherrschaft Werden. Sachregister. Hrsg. von Rudolf Kötzschke, Bonn 1958
↑Heinrich Gottfried Gengler:Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863,S. 834–882.
↑abNorbert Reimann:I. Das Werden der Stadt. Die Anfänge. Der Königshof Karls des Großen. In: Stadtarchiv Dortmund (Hrsg.):Geschichte der Stadt Dortmund. Harenberg, Dortmund 1994,ISBN 3-611-00397-2,S.24–25 (Reihe Dortmunder Leistungen, Band 2).
↑abcNorbert Reimann:I. Das Werden der Stadt. Neue Impulse in der Stauferzeit. Von „Throtmanni“ zu „Tremonia“. In: Stadtarchiv Dortmund (Hrsg.):Geschichte der Stadt Dortmund. Harenberg, Dortmund 1994,ISBN 3-611-00397-2,S.45–46 (Reihe Dortmunder Leistungen, Band 2).
↑abLuise von Winterfeld:Geschichte der freien Reichs- und Hansestadt Dortmund. 7. Auflage. Ruhfus, Dortmund 1981,ISBN 3-7932-3034-1,S.10–12.
↑abcdeJürgen Udolph:Dortmund – Neues zu einem alten Namen. In: Günther Högl, Thomas Schilp (Hrsg.):Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark. 2009/2010. 1. Auflage.Band100/101. Klartext, 2010,ISBN 978-3-8375-0483-5,ISSN0405-2021,S.9–40.
↑abcdPaul Derks:Der Ortsname Dortmund. Ein Forschungsbericht. In: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark (Hrsg.):Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark.Band78. Historischer Verein Dortmund, 1987,ISSN0405-2021,S.173–203.
↑abHermann Jellinghaus:Der Name Dortmund. In: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark (Hrsg.):Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark.BandXXVI. Historischer Verein Dortmund, 1919,ISSN0405-2021,S.119–127.
↑Dieter Berger:Duden – Geographische Namen in Deutschland. Herkunft und Bedeutung der Namen von Ländern, Städten, Bergen und Gewässern. 2. Auflage. Brockhaus, Mannheim 2001,ISBN 3-411-06252-5,S.88.
↑Norbert Reimann:I. Das Werden der Stadt. Dortmund unter den Ottonen und Saliern. Vom Dorf zur Stadt. In: Stadtarchiv Dortmund (Hrsg.):Geschichte der Stadt Dortmund. Harenberg, Dortmund 1994,ISBN 3-611-00397-2,S.37–38 (Reihe Dortmunder Leistungen, Band 2).
↑Norbert Reimann:Vom Königshof zur Reichsstadt. Untersuchungen zur Dortmunder Topographie im Früh- und Hochmittelalter. In: Gustav Luntowski, Norbert Reimann (Hrsg.):Dortmund. 1100 Jahre Stadtgeschichte. Ruhfus, Dortmund 1982,ISBN 3-7932-4071-1,S.41–43 (Festschrift).
↑Leopold Schütte:Die Burg vor der Burgpforte. In: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. (Hrsg.):Heimat Dortmund. Stadtgeschichte in Bildern und Berichten. Zeitschrift des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. Dortmund im Mittelalter, Heft 2. Klartext, 1997,ISSN0932-9757,S.44–46.
↑Karl Neuhoff:Eine Burg nördlich vom Burgtor? Vielerlei spricht dafür. In: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. (Hrsg.):Heimat Dortmund. Stadtgeschichte in Bildern und Berichten. Zeitschrift des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. 1871. Dortmund zur Zeit der Reichsgründung, Heft 2. Klartext, 1996,ISSN0932-9757,S.39–42.
↑Ingo Fiedler:Wo lag die Königspfalz? Ein Plädoyer für ein offenes Weitersuchen. In: Historischer Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. (Hrsg.):Heimat Dortmund. Stadtgeschichte in Bildern und Berichten. Zeitschrift des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. Vergrabene Vergangenheit. Archäologie in Dortmund, Heft 2. Klartext, 1995,ISSN0932-9757,S.29–36.
↑Luise von Winterfeld:Geschichte der freien Reichs- und Hansestadt Dortmund. 7. Auflage. Ruhfus, Dortmund 1981,ISBN 3-7932-3034-1,S.5.
↑Stephanie Reekers:Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. (=Veröffentlichungen des Provinzialinstituts für Westfälische Landes- und Volksforschung des LWL, Reihe 1, Heft 18.). Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977,ISBN 3-402-05875-8,S.227.
↑Friedrich Wilhelm Saal:Die drei Dortmunder Stadtklöster. In:Baldur Hermans (Hrsg.):Die Säkularisation im Ruhrgebiet. Ein gewalttätiges Friedensgeschäft. Vorgeschichte und Folgen. Edition Werry, Mülheim an der Ruhr 2004,ISBN 3-88867-049-7, S. 309–328.
↑Aquarium und Terrarien. Stadt Dortmund, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. August 2014; abgerufen am 4. April 2014: „Der Aquarienbereich wurde nach umfangreicher Sanierung und Neukonzeption im Dezember 2012 wiedereröffnet. Seit 1980 bestand ein großes, etwa 72.000 Liter fassendes Aquarium mit tropischen Süßwasserfischen aus Süd- und Mittelamerika, damals bundesweit eines der größten frei umgehbaren Aquarienbecken. Dieses wurde ersetzt durch ein fast 90.000 Liter fassendes Becken, das nun die Fischwelt zeigt, die im Möhnesee lebt.“
↑Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt:Arbeit macht krank – doch hier wird gegengesteuert. (DASA Arbeitswelt-Ausstellung) In:Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 122–123,ISBN 978-3-7776-2510-2.
↑abStandort. wirtschaftsfoerderung-dortmund.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 28. Oktober 2014; abgerufen am 7. November 2015.
↑Mitteilung des idr. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 12. Januar 2009; abgerufen am 4. März 2014.
↑Kompetenzen. MST.factory, abgerufen am 22. November 2015.
↑Arbeitslose. (PDF; 26,03 kB) Fachbereich Statistik der Stadt Dortmund, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 8. März 2014; abgerufen am 30. Januar 2013.