
Donald „Don“ King (* offiziell20. August1931 inCleveland,Ohio) ist einUS-amerikanischerBoxpromoter.
King ist das fünfte von sechs Kindern des Stahlarbeiters Clarence und seiner Frau Hattie King. Als er zehn Jahre alt war, starb sein Vater bei einer Explosion. Seine Mutter schlug sich mit dem Verkauf selbstgebackener Pasteten und gerösteter Erdnüsse durch. King und seine Brüder legten den Erdnüssen alsGimmick Nummernlose bei.
Er ging nach eigenen Angaben ein Jahr zurKent State University, verließ diese und wurde dann hauptberuflich für illegale Glücksspielbetreiber (vor allemNumbers Lotterie) tätig.
1954 tötete King einen Mann, der eines seiner Wettbüros ausrauben wollte. Vor Gericht wurde er wegenNotwehr freigesprochen.
1967 tötete King einen Mitarbeiter seines Glücksspielgeschäfts, der ihm 600 $ schuldete. Er hatte diesen mit einem Pistolenknauf zu Tode geprügelt. Dazu sein Biograf Jack Newfield: „King schlug Garrett mit der Faust oder, was wahrscheinlicher ist, mit dem Kolben seiner Waffe zu Boden. Sobald Garrett auf dem Boden lag, begann King, ihn hemmungslos an den Kopf zu treten.“ Noch als ein Polizist sich einmischte, soll King laut Newfield seinem Opfer einen letzten Fußtritt verpasst haben. Nach fünf Tagen im Koma starb Garrett.
Man verurteilte King zunächst wegenMordes im Affekt zulebenslanger Haft; später wurde die Verurteilung auf Totschlag abgemildert und die Strafe auf 15 Jahre festgelegt. Davon verbüßte Don King nur drei Jahre und elf Monate in derMarion Correctional Institution in Illinois, bevor er 1971 auf Bewährung freigelassen wurde. Diese sehr frühzeitige Haftentlassung war das Ergebnis eines privaten Treffens zwischen Kings Anwalt und dem in der Sache entscheidenden Richter. Die Staatsanwaltschaft war nicht vertreten. 1983 wurde King nachträglich vom Gouverneur OhiosJim Rhodes begnadigt, nachdem sichJesse Jackson,Coretta Scott King,George Voinovich,Art Modell undGabe Paul für ihn eingesetzt hatten.[1]

Als ein Krankenhaus inCleveland in finanzieller Not war, überredete erMuhammad Ali, einen Showkampf zu boxen, um Spenden zu erzielen. Als die stattliche Summe von 80.000 Dollar zusammenkam, war King vom Boxfieber gepackt. Sein erster unter Vertrag stehender Boxer warEarnie Shavers, den er als „Puncher“ vermarktete. Später, vor Shavers’ Titelkampf mit Ali, verkaufte er den Kontrakt an die MafiafamilieGambino weiter.
Er erlangte 1974 Berühmtheit, als er den KampfRumble in the Jungle zwischen Muhammad Ali undGeorge Foreman inKinshasa (Zaire, heute:Demokratische Republik Kongo) veranstaltete. Er ließ sich dafür von DiktatorMobutu Sese Seko eine gigantische Summe garantieren, mit der er die beiden Kämpfer köderte. Seine Stellung festigte er im darauffolgenden Jahr, als er einen Kampf Alis gegenJoe Frazier imThrilla in Manila auf denPhilippinen unterstützte. Dieser Kampf wurde vom ab 1972 autoritär regierenden StaatspräsidentenFerdinand Marcos finanziert. Die meisten Ali-Kämpfe wurden aber von Kings RivalenBob Arum promotet; Ali hatte keinen Dauervertrag mit King. Nur seinen letzten Titelkampf gegenLarry Holmes promotete er noch. 1981 sorgte er für einen Meilenstein, als er für den ersten Kampf zwischenSugar Ray Leonard undRoberto Durán erstmals 10 Millionen Dollar als Garantie auslobte.
Er vertrat unter anderem die BoxerEvander Holyfield,Félix Trinidad,Mike Tyson,Larry Holmes,Wilfred Benitez,Wilfredo Gómez,Julio César Chávez,Oliver McCall,Hasim Rahman,Chris Byrd,Salvador Sánchez,John Ruiz,Hector Camacho,Aaron Pryor,Alexis Argüello,Ricardo Mayorga,Andrzej Gołota,James Toney,Gerald McClellan undLamon Brewster.
InNew Jersey (mitAtlantic City) hat er in diesem Jahrzehnt keine Lizenz, da er sich weigerte, über seine Geschäfte mit der in diesem Staat ansässigenIBF auszusagen. IBF-Gründer Bob Lee war zu einer Haftstrafe verurteilt worden, in dem Prozess hatte der für die IBF-Ratings zuständige Doug Beavers ausgesagt, von King bestochen worden zu sein. Im Juni 1999 hatte dasFBI diesbezüglich erfolglos seine Geschäftsräume in Florida durchsucht.
1995 scheiterteLloyd’s of London mit einer Klage wegen Versicherungsbetrugs. Dabei ging es um 350.000 Dollar in Bezug auf einen geplatzten Kampf von Chavez gegen Harold Brazier. Zivilrechtlich hat King durchaus Prozesse verloren oder Vergleichen zugestimmt, z. B. wurde er von Ali wegen 1,1 Millionen Dollar verklagt, King zahlte als Vergleich 50.000 Dollar.Tim Witherspoon erhielt als Vergleichssumme in den Achtzigern eine Million Dollar. 1997 wurde King in dieInternational Boxing Hall of Fame aufgenommen. Im Oktober 2006 erwarb er eine Minderheitsbeteiligung anDuva Boxing.
2008 bot er den ukrainischen BrüdernVitali undWladimir Klitschko 20 Millionen Euro für einen Kampf gegeneinander, was jedoch bei beiden auf entschiedene Ablehnung stieß.
Am 31. März 2009 veröffentlichte der Spieleentwickler2K Games ein Videospiel für die PlattformenNintendo Wii undNintendo DS unter dem TitelDon King Boxing.
Am 12. August 2021 wurde durch dessen Management bekannt, dass der ehemalige deutsche Box-WeltmeisterMahmoud Charr Kings Promotionfirma Don King Productions, Epic Sports und fünf weitere, nicht genannte Parteien auf 4.575.000 US-Dollar (rund 3,9 Millionen Euro) verklagt. Die Klage wurde beim US-Bezirksgericht in Florida eingereicht. Der Vorwurf lautet auf „jahrelanges Verhindern von Kämpfen“ durch Nichteinhalten von Absprachen und Verträgen.[2]

King ist bekannt für seinexzentrisches Verhalten und seinen ungewöhnlichen Stil. Sein Slogan lautet: „Only in America!“. Er tritt in der Öffentlichkeit mit der sogenannten Starkstromfrisur auf, trägt gerne auffällige Kleidung mit viel Schmuck und ist oft mit Zigarre zu sehen.
Im Jahre 2004 hat sich Don King für die Wiederwahl von US-PräsidentGeorge W. Bush engagiert. Obwohl er Anhänger derDemokraten ist, nahm er amParteitag derRepublikanischen Partei 2004 teil und gab mehrere Interviews.
King begegnete 2007 bei der Generalaudienz PapstBenedikt XVI. und überreichte ihmGebetsanliegen in einem handgeschriebenen Brief sowie einen Boxgürtel.[3] Am 21. September 2016 unterstützte King den republikanischen PräsidentschaftskandidatenDonald Trump. Er hat auchCharity-Dinner fürHillary Clinton organisiert und sprach sich außerdem fürBarack Obama aus.[4]
In der FernsehserieMiami Vice hat er in der Folge „Am Boden“ (Original: „Down for the count“) einen Gastauftritt und spielt den Box-Promoter Don Cash. Auch in der SerieKnight Rider spielte er in der Folge „Die Boxmeisterschaft“ einen Box-Promoter. Im ThrillerIm Auftrag des Teufels hat er einenCameo-Auftritt als er selbst. Ebenso in der SerieDas Model und der Schnüffler in der Folge „Sinfonie für vier Handschuhe“ trat er als er selbst auf.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | King, Don |
| ALTERNATIVNAMEN | King, Donald (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Boxpromoter |
| GEBURTSDATUM | 20. August 1931 |
| GEBURTSORT | Cleveland,Ohio |