Domodossola
Domodossola | ||
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![]() | ||
Staat | Italien | |
Region | Piemont | |
Provinz | Verbano-Cusio-Ossola (VB) | |
Koordinaten | 46° 7′ N,8° 17′ O46.1161111111118.2911111111111270Koordinaten:46° 6′ 58″ N,8° 17′ 28″ O | |
Höhe | 270 m s.l.m. | |
Fläche | 36,89 km² | |
Einwohner | 17.723(31. Dez. 2023)[1] | |
Postleitzahl | 28845 | |
Vorwahl | 0324 | |
ISTAT-Nummer | 103028 | |
Bezeichnung der Bewohner | Domesi | |
Schutzpatron | Gervasius und Protasius (19. Juni) | |
Website | Domodossola | |
![]() Lage von Domodossola in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola |
Domodossola (italienische Aussprache[domoˈdɔssola],lombardischDòm,walserdeutschDöm; veraltet deutschDuhm[2] oder auchThum[3] bzw.Domo[Anm. 1]) ist eine Stadt in derProvinz Verbano-Cusio-Ossola in der RegionPiemont. Die Stadt ist der Hauptort desOssolatals (Eschental, Val d’Ossola).
Lage und Einwohner
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Stadt römischen Ursprungs liegt amToce im Zentrum desVal Ossolane (Ossola-Tal) auf der Route vomSimplonpass zumLago Maggiore, in einer Talweitung, in die verschiedene Nebentäler münden, auf einem großenSchwemmfächer, den die Bogna, der rechte Nebenfluss des Toce, hier aufgeschüttet hat. In der Antike wurde Domodossola (nach denLepontiern)Oscella Lepontiorum, späterDomus Ossulae genannt. Durch ihre strategische Lage an der Passstraße war sie schon früh ein wichtiges Zentrum.
Heute zählt Domodossola 17.723 Einwohner (Stand am 31. Dezember 2023). Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 36,89 km². Zu Domodossola gehören dieFraktionen Mocogna, Castanedo, Badulerio, San Quirico, Calice, Borgata Casa Delle Rane, Calvario, Corte, Gabi Valle, Boschetto, Siberia und Nosere. Die Nachbargemeinden sindBeura-Cardezza,Bognanco,Crevoladossola,Masera,Montescheno,Trontano undVilladossola.
Als (ehemals) größte italienische Stadt, deren Name mit „D“ beginnt, wird Domodossola in italienischenBuchstabiertafeln für diesen Buchstaben benutzt («D come Domodossola»).
Bevölkerungsentwicklung
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Geschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Domodossola wurde bereits beiClaudius Ptolemäus erwähnt alsOksela Lepontiorum.[4][5] Der Ort war in der römischen Kaiserzeit der Endpunkt einerStraße vonMailand an den Oberlauf des Toce, der Via Mediolanum-Verbannus, und Ausgangspunkt für die Überquerung des Alpenhauptkamms insWallis überSimplon- undAlbrunpass. Unter der HerrschaftTheoderichs wurde die Stadt befestigt.Im Mittelalter, endgültig 1014, erlangten die Bischöfe bzw. Bischof-Grafen vonNovara die Territorialherrschaft über Domodossola sowie über die gesamte Ossola-Region. In der Auseinandersetzung zwischenGhibellinen und Guelfen begaben sich die Ossolaner 1381 unter den Schutz der Herzöge vonMailand, d. h. derVisconti und später derSforza. Nach der NiederlageLudovico Sforzas gegen Frankreich 1500 fiel das Ossolatal an Spanien, 1714 dann – im Ergebnis desSpanischen Erbfolgekriegs – an Österreich.Napoleon eroberte die Region 1796, imWiener Kongress kam sie als Teil desKönigreichs Lombardo-Venetien wieder an Österreich. Nach demSardinischen Krieg fiel das Ossolatal 1859 anSardinien-Piemont und ging in der Folge 1861 imneuen italienischen Staat auf.
Die Bedeutung der Stadt als Verkehrsknotenpunkt entwickelte sich mit den infrastrukturellen Neuerungen im 19. und 20. Jahrhundert, dem Ausbau derSimplonstraße unter Napoleon und vor allem dem Bau desSimplontunnels der Eisenbahn (1905).
Am 10. September 1944 wurde Domodossola Hauptstadt des 44 Tage währendenPartisanenstaatsRepubblica dell’Ossola.[6] Im Gebiet zwischen Domodossola,Cannobio und derSchweizer Grenze war es den Partisanen gelungen, die faschistischen Truppen zu vertreiben und eine eigene Republik auszurufen. Ab dem 19. Oktober rückten dieDeutschen jedoch von Cannobio schnell wieder vor und erklärten wenige Tage später dieRepubblica für beendet.
- Blick auf Domodossola
- Historisches Zentrum
- Piazza Mercato am Abend
- Palazzo Mellerio
Sehenswürdigkeiten
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- Am Stadtrand ist derSacro Monte di Domodossola zu besichtigen. Er ist Teil derSacri Monti. Die Sacri Monti imPiemont und in derLombardei sind seit 2003 ein Bestandteil desUNESCO-Weltkulturerbes in Norditalien.
- DerPalazzo Silva im historischen Zentrum von Domodossola, der auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, gilt in Italien als Denkmal von nationaler Bedeutung. Im Innern ist ein kulturhistorisches Museum untergebracht, dasCivico Museo di Palazzo Silva.
- Palazzo di Città (Rathaus), erbaut 1874 von Architekt Giovanni Leoni.
- Palast Mellerio, seinen Namen verdankt er Graf Giacomo Mellerio (1777–1847), Großkanzler desKönigreichs Lombardo-Venetien. Als großer Wohltäter vertraute er 1816 dem Architekten Gian Luca della Somaglia den Bau des Palastes an mit der Absicht, ihn zu einem Komplex von Gymnasien zu machen. Am 5. November 1818 gründete Mellerio in diesem Gebäude das erste klassischeGymnasium vonOssolatal.
- Simplonmuseum (Museo sempioniano): Gegenstände, Unterlagen und Modelle erzählen vomSimplontunnelbau (1906). Weitere Exponate betreffen die Geschichte des Passes vor dem Tunnelbau und den Flug vonGeo Chávez (1910).
- Städtisches Naturwissenschaftliches Museum (Civico Museo di Scienze Naturali) im Palazzo San Francesco: Sammlung von botanischen, paläontologischen, zoolitischen, malakologischen, zoologischen, mineralogischen und geologischen Exponaten aus der früheren G. G. Galletti-Stiftung.
- Naturwissenschaftliches Museum Mellerio Rosmini (Museo di Scienze Naturali „Mellerio Rosmini“): die Sammlung umfasst Tiere, Pflanzen und Mineralien. In der mineralogischen Abteilung werden Gesteinsproben ausgestellt, die anlässlich desSimplontunnelbaus vorgefunden wurden.
- Schloss Mattarella (Ruine)
- Denkmal für den FlugpionierGeo Chávez[7]
Verkehr
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Mit der Eröffnung der Simplonstraße durchNapoleon im Jahre 1805 begann das Wachstum der Stadt. Die Eisenbahn-Anbindung nachNovara im Jahr 1888 und der Bahnbau durch denSimplontunnel (1906) brachten der Stadt weiteren Zuwachs.DerBahnhof Domodossola liegt an derBahnstrecke Milano-Domodossola, die hier alsSimplonstrecke(Domodossola–Vallorbe) in RichtungBrig fortgesetzt wird sowie derBahnstrecke Ribellasca–Domodossola, dies ist der italienische Teil derCentovallibahn.
Domodossola liegt außerdem an derSS 33, die dasOssolatal mit derA26 verbindet.
Städtepartnerschaften
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Schweiz
Brig-Glis,Kanton Wallis
- Italien
Busto Arsizio,Lombardei[8]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Ascanio Marso (* um 1500 Bologna; † um 1570 in Mailand), Podestà vonPavia, Commissario von Domodossola, Autor[9]
- Giovanni Battista Palletta (1748–1832), Professor der Anatomie und Primarchirurg
- Francesco Mauro (1887–1952), Ingenieur, Unternehmer, Abgeordneter und Sportfunktionär
- Giovanni Mauro (1888–1958), Fußballschiedsrichter und -funktionär
- Gianfranco Contini (1912–1990), Romanist, Italianist und Literaturwissenschaftler
- Alberto Fortis (* 1955), Liedermacher
- Alberto Polacchi (* 1973), Skeletonpilot
- Lorenzo Squizzi (* 1974), Fußballspieler
- Riccardo Lorenzone (* 1976), Grasskiläufer
- Massimiliano Blardone (* 1979), Skirennläufer
- Michele Gori (* 1980), Jazzmusiker
- Maurizio Oioli (* 1981), Skeletonpilot
- Francesca Barale (* 2004), Radrennfahrerin
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Edgardo Ferrari:La repubblica dell’Ossola. Guida alla storia e ai luoghi. Grossi, Domodossola 2001,ISBN 88-85407-76-5 (italienisch).
- Gianni Turba (Text), Fausto Mirandoli (Bild):Domodossola. Il nido dell'Aquila. Comitato Mamme, Domodossola 2011 (italienisch).
- Gianni Bagioli, Carlo Finocchi (Hrsg.):Piemonte (non compresa Torino). 8. Auflage. Touring Club Italiano, Mailand 1976,ISBN 88-365-0001-3,S. 667 (italienisch,eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
- Maria Cristina Abrami (Hrsg.):Comuni della Provincia del Verbano-Cusio-Ossola. Consiglio Regionale del Piemonte, Chieri 2012,ISBN 978-88-96074-50-3 (italienisch).
- Il Piemonte. Paese per paese. Bonechi, Firenze 1996,ISBN 88-8029-156-4 (italienisch).
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Eintrag in der Liste der italienischen Gemeinden. In:comuni-italiani.it (italienisch)
- Domodossola. In: gedenkorte-europa.eu. Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945 e.V.; abgerufen am 1. Januar 1900
- Domodossola auf der Plattform ETHorama
- Domo, mit dem Zunamen d’Oscella. In:Johann Heinrich Zedler:Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 7, Leipzig 1734, Sp. 1241 f.
- Domodossola. In:Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 5, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 48.
- Enrico Rizzi: Domodossola. In:Historisches Lexikon der Schweiz. 11. Mai 2006.
Anmerkungen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Als Abkürzung im Eisenbahnerjargon nach wie vor üblich.
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Bilancio demografico e popolazione residente per sesso al 31 dicembre 2023. ISTAT. Abgerufen am 18. März 2025 (Bevölkerungsstatistiken desIstituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2023).
- ↑Meyer's neues Konversations-Lexikon. 2. Auflage, neuer Abdruck, Bd. 5, Hildburghausen 1871, S. 816.
- ↑Thum (Domodossola), auf Seite 111 inDie Walliser Landrats-Abschiede seit dem Jahre 1500, vs.ch
- ↑Alessandro Mandolei:Domodossola. In:Paesaggi archeologici del Piemonte e della Valle d'Aosta. Editurist, Turin 2007,ISBN 88-902381-0-0,S. 270 (italienisch).
- ↑Domodossola – Città Cultura e Turismo (Memento vom 31. Dezember 2011 imInternet Archive)
- ↑alpi-ticinesi.ch@1@2Vorlage:Toter Link/www.alpi-ticinesi.ch (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2023.Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis. Val Grande: Resistenza und Republik Ossola
- ↑Jean-Claude Peyre: Geo Chavez. In: Aérostèles. 9. September 2009, abgerufen am 10. Dezember 2018 (französisch).
- ↑Website von Domodossola – Il Comune in numeri (Memento desOriginals vom 7. Mai 2018 imInternet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäßAnleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.comune.domodossola.vb.it, abgerufen am 10. April 2018
- ↑Rudolf Bolzern: Ascanio Marso. In:Historisches Lexikon der Schweiz. 4. Februar 2008, abgerufen am25. Februar 2020.