Dognen liegt im Einzugsgebiet des FlussesAdour. Ein Nebenfluss desGave de Pau, derGave d’Oloron, durchströmt zusammen mit seinen Zuflüssen, Torrent l’Arrieu,Layous und Laüs, das Gemeindegebiet.[2]
Bei der Volkszählung im Jahr 1385 wurden in Dognen 35 Haushalte gezählt und vermerkt, dass der Ort zurBailliage von Navarrenx gehört. DasLehen von Orognen gehörte ebenfalls zur Bailliage von Navarrenx und war abhängig von derVicomté von Béarn.[4]
Vom 16. bis zum 17. Jahrhundert bewohnten zwei namhafte Bearner Familien das Schloss von Oroignen, die Abadie d’Oroignen, welche dem Schloss seinen Namen gaben, und die Familie desMarkgrafen vonLons. 1655 wurde Orognen zumBaronat erhoben, das neben Orognen auchLay und Préchacq-Navarrenx umfasste.
1752 ließ sich eine religiöseBruderschaft in Dognen nieder. Kurze Zeit später, zu Beginn derFranzösischen Revolution, litt das Schloss von Oroignen unter dem Zorn der Einwohner, die es plünderten und niederbrannten.[3]
Nach einem Höchststand der Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit 570 Einwohnern reduzierte sich die Zahl bei kurzen Wachstumsphasen bis zur Jahrtausendwende um insgesamt rund zwei Drittel auf unter 200 Einwohner. Anschließend setzte eine Stabilisierung auf ein Niveau auf rund 200 Bewohnern ein.
Jahr
1962
1968
1975
1982
1990
1999
2006
2009
2023
Einwohner
269
247
230
208
209
194
217
214
225
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Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz Quellen:EHESS/Cassini bis 2006,[5]INSEE ab 2009[6]
Sie istJohannes dem Täufer gewidmet und wurde im 17. Jahrhundert erbaut, in einer Zeit nach denHugenottenkriegen, in der die meistenkatholischen Kirchen saniert oder neu errichtet wurden. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche restauriert und vergrößert, wobei u. a. die nördlicheSeitenkapelle angefügt wurde. Der Eintritt in die Kirche geschieht durch einen fünfstöckigenGlockenturm als Eingangsvorbau, dessen Dachà l’impériale (deutschkaiserlich) genannt wird, weil seine geschwungene Form an eineKaiserkrone erinnert. Auf denTurmhelm ist einDachreiter für die Glocke aufgesetzt. Der Boden im Innern der Kirche ist bedeckt mit Fliesen ausNaturstein, dasGewölbe desLanghauses ist mitTäfelwerk bekleidet.[7]
DerChor ist geschmückt mit einemAltar und einemAltaraufsatz aus vergoldetem Holz aus dem 18. Jahrhundert, der sich auf zwei Ebenen erstreckt. Die Mitte der unteren Ebene wird durch denTabernakel gebildet, an dessen beiden Seiten je zwei freistehende Statuetten zu erkennen sind, die religiöse Personen darstellen. Eine dieser Personen ist dabei als Johannes dem Täufer, derSchutzpatron der Kirche, zu erkennen. Auf der oberen Ebene oberhalb des Tabernakels fällt der Blick auf eine Statuette, die das Motiv derMaria mitJesuskind wiedergibt. Sie wird überragt von einerKuppel, die von dreiPuttenköpfen gebildet wird. Auf dieser Kuppel steht eine weitere Statuette, dieJesus Christus verkörpert, ohne Kleidung, aufrecht und den Arm gen Himmel gerichtet.[8]
Der Altar aus dem 18. Jahrhundert ist aus rot und golden bemaltem Holz und zeigt eine gekrümmte Form. In der Mitte befindet sich ein bemaltesMedaillon, das dieTaufe Jesu imJordan durch Johannes zeigt. Es ist umgeben von goldenenRocailles,muschelförmigenOrnamenten. In der Mitte der Wand hinter dem Altar und dem Aufsatz ist einÖlgemälde, das dengekreuzigtenChristus und zu seinen beiden Seiten Maria und den Schutzpatron Johannes darstellt.[9]
In der Seitenkapelle, die Maria gewidmet ist, ist ein 1,60 m hohes und 1,40 m breites Gemälde zu sehen. Der Rahmen des Bildes ist aus vergoldetem Holz und mit muschelförmigen Ornamenten verziert. In der Bildmitte erscheint Maria dem heiligenDominikus, umgeben von Wolken und Putten. Sie hält das Jesuskind auf ihrem Schoß, das einenRosenkranz an Dominikus überreicht. In der rechten unteren Ecke des Bildes ist ein Hund mit einer Fackel rechts neben einemGlobus zu erkennen. Dieses Motiv spielt auf einen Traum von Dominikus Mutter an, die der Legende nach eine Vision eines Hundes gehabt hatte, der eine Fackel hält, mit der er die Welt anzündet. Zwei Bücher werden gezeigt, die an die Bücher erinnern, die Dominikus verkaufte, um den Mittellosen zu helfen.[10]
Die Kirche bewahrt einWeihwasserbecken aus dem 17. Jahrhundert, das eine Zeit lang nur Angehörigen derCagots vorbehalten war. Diese waren eine Personengruppe, die vom 13. bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in Spanien und Frankreich diskriminiert und weitgehend vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen war. Es konnte ihnen der Zutritt zur Kirche nicht verwehrt werden, denn Cagots waren katholischen Glaubens. Dennoch war es für die anderen Mitglieder der Pfarrgemeinde undenkbar, ihre Hände in das gleicheWeihwasser wie die Cagots zu tauchen. Aus diesem Grund besitzen viele Kirchen im Béarn separate Weihwasserbecken. Dieses hat die Form einer Waschschüssel auf einem sechseckigen Fuß aus Stein.[11]
Im Ortsteil Orognen, südöstlich des Ortszentrums, wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein Schloss erbaut, von dem heute nur noch eine Ruine zu sehen ist. Die Familie d’Abadie d’Oroignen, ursprünglich aus Gurs, die es errichten ließen, waren von höherem Stand innerhalb des Parlaments von Navarra und als Berater des französischen Königs. Der Bau muss üblicherweise die Bedeutung der Besitzer reflektiert haben. Das Gebäude war vierstöckig mitZwillingsfenstern inklusive einem Dachgeschoss. Das Anwesen umfasste Nebengebäude und einen Garten mit einer Größe von 894 Hektar. Zur Zeit der Französischen Revolution war das Schloss inzwischen in den Besitz des Markgrafen von Lons übergegangen. Seine Weigerung, seine Privilegien und damit seinen Besitz aufzugeben, besiegelte das Ende des Schlosses. Von der einstigen Pracht sind Reste der Nord- und Westfassade, zwei Ecktürme und eine Mauerfläche dem Verfall preisgegeben. Sie stehen heute auf dem Hof eines Gewerbebetriebs.[12]
Unweit der Schlossruine steht das Gebäude einer ehemaligen Wassermühle an einem angelegten Kanal, der durch den Gave d’Oloron gespeist wird. Die zum Schloss gehörende Mühle von Dogmen wurde in der Revolution nach der Beschlagnahme für 48.000Livre an Vignau de Préchacq versteigert.[13]
Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus sind wichtige Wirtschaftsfaktoren der Gemeinde. Dognen liegt in den ZonenAOC desOssau-Iraty, eines traditionell hergestellten Schnittkäses aus Schafmilch, sowie der Schweinerasse und des Schinkens „Kintoa“.[14]
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Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2014[15] Gesamt = 31
Die Gemeinde bietet an vier international renommierten Plätzen (La Sablière, l’Ancienne Réserve, Lacrampe, Coutubi) die Möglichkeit zum Lachsfischen. Die gute Wasserqualität des Gave d’Oloron fördert wassersportliche Aktivitäten, wie z. B. Rafting.[17]
Die Gemeinde ist erreichbar über dieRoutes départementales 2, 27, 114 und 936 (ehemaligeRoute nationale 636) und ist über eine Linie des BusnetzesTransports 64 mit anderen Gemeinden des Départements verbunden.