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Document Object Model

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DOM-Knotenbaum einer fiktiven Webseite

DasDocument Object Model (DOM,engl. fürDokumenten-Objekt-Modell) ist eine Spezifikation einerProgrammierschnittstelle, welcheHTML- oderXML-Dokumente als eineBaumstruktur darstellt, in der jederKnoten einObjekt ist, welches einen Teil des Dokumentes repräsentiert, z. B. einen Absatz, eine Überschrift, ein Video oder etwa eine Tabellenzelle. Die Schnittstelle ist plattform- und programmiersprachenunabhängig und erlaubt damit standardisiert, die Struktur und das Layout eines Dokumentes zu verändern. ImWebbrowser bildet dies einen wichtigen Baustein für dynamische Webseiten.

Das DOM wurde ursprünglich vomWorld Wide Web Consortium spezifiziert, heutzutage ist die autoritative Quelle dieWHATWG. Den Veränderungen in der Standardisierung liegt zugrunde, dass Standards oftmals nachträglich definiert wurden, währendWebbrowser bereits Implementierungen enthielten.

Seit dem Ende der sogenanntenBrowser-Wars hat sich der Ansatz etabliert, die Standardisierung in offiziellen Dokumenten und die Implementierung in verbreiteten Web-Browsern zu parallelisieren, in der Praxis also die endgültige Standardisierung der Implementierung nachzuordnen.

EineImplementierung, die der DOM-Spezifikation genügt, besteht im Sinne derobjektorientierten Programmierung aus einem Satz vonKlassen zusammen mit derenMethoden und Attributen, wobei es eineDualität zwischen Attributen in serialisierten Dokumenten und Eigenschaften im DOM gibt. Dies nennt sich auch "Attribute reflection"[1].

Geschichte

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DOM ist ursprünglich unter dem Einfluss von mindestens zwei Entwicklungen entstanden, die seit der Jahrtausendwende die Entwicklung vonWeb-Dokumenten und Webbrowsern prägten. Beiden liegt die Notwendigkeit zugrunde, auf die strukturierten Daten inHTML- undXML-Dokumenten einfach und einheitlich zugreifen zu können.

Mitte der 1990er Jahre, als dasWorld Wide Web an Popularität zunahm, wurde dieSkriptspracheJavaScript erfunden und gängigeWebbrowser enthielten seitdemInterpreter, die solcheScripte ausführen. JavaScript definierte rudimentäre Möglichkeiten zum Zugriff auf das HTML-Dokument und zurEreignisbehandlung. Später erfanden verschiedene Browserhersteller unterschiedliche Modelle fürdynamisches HTML (DHTML), die eine umfassendere Änderung der Struktur und des Aussehens des Dokuments ermöglichten, während das Dokument im Browser angezeigt wird. Diese Unterschiede machten allerdings die Arbeit für Webentwickler, welche dynamisches HTML nutzen wollten, zu einer äußerst mühsamen Angelegenheit, da sie oft praktisch gezwungen waren, für jeden zu unterstützenden Browser eine eigene Version zu schreiben.[2] Die ersten DOM-Standards desW3C sind daher Versuche, die verschiedenenproprietären JavaScript- und DHTML-Techniken, die während der Zeit derBrowserkriege entstanden, zusammenzuführen, zu standardisieren und letztlich abzulösen. Dies ist so weit gelungen, dass DOM heutzutage eine zentrale Bedeutung bei der JavaScript-Programmierung einnimmt.

Gleichzeitig entstand XML als allgemeines Austauschformat zur menschenlesbaren Darstellung von strukturierten Daten, das an den Erfolg von HTML anknüpfte. Zur Verarbeitung von XML-Dokumenten war eine verständliche, leistungsfähige und programmiersprachenübergreifende Schnittstelle nötig. DOM bietet eine solche und definiert darüber hinaus zusätzliche Schnittstellen für einen komfortablen Umgang mit XML-Dokumenten.

Grundlagen anhand eines Beispiels

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Folgender HTML-Code definiert eine Tabelle mit dem Elementtable und verschiedenen Unterelementen:

<table><thead><tr><th>Vorname</th><th>Name</th></tr></thead><tbody><tr><td>Donald</td><td>Duck</td></tr></tbody></table>

So sieht es im Browser aus:

So sieht es im Browser aus

Das DOM repräsentiert dastable-Element und dessen Unterelemente in der folgenden Baumstruktur:

DOM Baumstruktur zu den Unterelementen

An diesem Beispiel lässt sich der prinzipielle Aufbau des Objektmodells diskutieren: Dokumente werden logisch wie ein Stammbaum dargestellt. Knoten (nodes) stehen über „Verwandtschaftsbeziehungen“ zueinander in Verbindung.

Arten von Beziehungen

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Die vorliegende Struktur wird im Objektmodell durch die folgenden Beziehungen charakterisiert:

  • Der Wurzelknoten (root)table hat als Kinder (children) die Elementknotenthead undtbody.
  • Dertable-Elementknoten ist umgekehrt ein Elternteil (parent) vonthead undtbody.
  • Knoten mit gemeinsamem Elternteil (zum Beispiel die beidenth-Elementknoten) werden Geschwister (siblings) genannt.

Ausgehend von einem beliebigen Knoten ist jeder andere Knoten über diese Verwandtschaftsbeziehungen erreichbar.

Arten von Knoten

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Die wichtigsten Knotentypen in DOM sind:

  • Ein Dokumentknoten stellt die gesamte Baumstruktur dar.
  • Ein Dokumentfragmentknoten stellt einen Teil der Baumstruktur dar.
  • Ein Elementknoten entspricht exakt einem Element inHTML oderXML.
  • Ein Attributknoten entspricht exakt einem Attribut in HTML oder XML.
  • Ein Textknoten stellt den Textinhalt eines Elements dar.

Attributknoten sind eine besondere Knotenart, denn sie kommen nicht als Knoten in der Baumstruktur vor, die vor allem durch Elementknoten gebildet wird. Attributknoten sind demnach keine „Kinder“ von Elementknoten, sondern Eigenschaften von ihnen.

Verarbeitung eines Dokuments

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Im ersten Schritt wird ein bestehendes Dokument durch das Programm eingelesen und ein Dokument-Objekt erzeugt. Anhand dieses Objekts kann mittels der Methoden desAPI auf die Inhalte, Struktur und Darstellung zugegriffen werden.

Insbesondere erlaubt DOM

  • die Navigation zwischen den einzelnen Knoten eines Dokuments,
  • das Erzeugen, Verschieben und Löschen von Knoten sowie
  • das Auslesen, Ändern und Löschen von Textinhalten.

Am Ende der Verarbeitung kann aus dem Dokument-Objekt durch so genannteSerialisierung ein neues XML- oder HTML-Dokument generiert werden.

Standardisierung

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WHATWG DOM

DOM ist seit 1998 ein Standard desW3C und wurde seitdem mehrfach aktualisiert und erweitert. Es existieren mehrere Versionen (Levels) jeweils mit verschiedenen Modulen:

DOM Level 0

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Dieses Level wurde nie formal spezifiziert.Level 0 bezeichnet die mittelsJavaScript nutzbaren Techniken zum Zugriff auf HTML-Dokumente. Diese wurden vonWebbrowsern wieInternet Explorer undNetscape Navigator vor der Standardisierung von DOM eingeführt.

DOM Level 1

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Veröffentlicht Ende 1998.

  • DOM Core (DOM-Kern) definiert das Bewegen im DOM-Baum, die Manipulation der Knoten, inklusive des Einfügens neuer Elemente und des Setzens von Attributen.
  • DOM HTML ist die Erweiterung zum Zugriff auf HTML-Dokumente. Es standardisiert und vervollständigt die bereits verbreitete Praxis, die auf den JavaScript-Spezifikationen vonNetscape bzw.MicrosoftJScript basiert.

DOM Level 2

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Veröffentlicht Ende 2000.

  • DOM Core: u. a. Erweiterung um XML-Namensraum-Unterstützung
  • DOM HTML: u. a. Ausweitung aufXHTML-Dokumente, Anpassung an DOM 2 Core
  • DOM Style undDOM CSS ermöglichen das dynamische Auslesen, Hinzufügen und Ändern der Formatierung bzw. des Layouts des Dokuments überStylesheets, insbesondereCascading Style Sheets (CSS).
  • DOM Views erlaubt den Zugriff auf Informationen konkreter Wiedergabearten des Dokuments (zum Beispiel der grafischen Darstellung im Webbrowser). Das wird vor allem zusammen mit DOM CSS benutzt, um die tatsächlichen CSS-Eigenschaftswerte von gewissen Elementen in Erfahrung zu bringen (z. B. „Welche Hintergrundfarbe hat diese Überschrift?“).
  • DOM Events standardisiert die Verarbeitung vonEreignissen im Dokument, zum Beispiel Benutzeraktionen. Wird vor allem im Zusammenhang mit JavaScript bei der Darstellung von HTML-Dokumenten in Webbrowsern verwendet. Angelehnt an die Modelle der Ereignis-Behandlung des Netscape Navigators und des Internet Explorers für HTML-Dokumente.
  • DOM Traversal undDOM Range: Durchlaufen des Knotenbaums anhand von bestimmten Auswahlkriterien, Arbeiten mit Bereichen im Dokument, die bestimmte Elemente und Textknoten umfassen

DOM Level 3

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Veröffentlicht April 2004.

  • DOM 3 Core: umfassende Erweiterung, u. a. verbesserteAusnahmebehandlung und Umgang mitZeichenkodierungen
  • DOM 3 Load and Save ermöglicht die Serialisierung von Dokumenten oder Dokumentteilen sowie dasParsen von XML-Dokumenten in Zeichenketten in Dokument-Objekte. Zudem können XML-Dokumente überHTTP versendet und abgerufen werden, wie es mit der bekannterenXMLHttpRequest-Technik möglich ist.
  • DOM 3 XPath erlaubt das Auswählen von Knoten anhand vonXPath-Ausdrücken.
  • DOM 3 Events erweitert DOM 2 Events u. a. um Tastatur-Ereignisse.
  • DOM 3 Validation erlaubt das Prüfen, ob nach einer dynamischen Änderung (Hinzufügen oder Entfernen von Knoten) das DOM-Dokumentvalide bleibt.
  • DOM 3 Views and Formatting erlaubt es, dynamisch auf den Inhalt, Struktur und Style zuzugreifen und diese zu ändern.
  • DOM 3 Abstract Schemas

Siehe auch

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Weblinks

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Einzelnachweise

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  1. https://developer.mozilla.org/de/docs/Web/API/Document_Object_Model/Reflected_attributes
  2. JavaScript CRE146 (Podcast; ab 01:00:45)
Normdaten (Sachbegriff):GND:4680714-7 (GND Explorer,lobid,OGND,AKS)
Standards desWorld Wide Web Consortiums (W3C)
VD
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Arbeitsentwürfe
und Kandidaten

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Anmerkungen

XAdES |XFDL |XHTML+SMIL |XUP

Richtlinien

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Initiativen

Web Accessibility Initiative

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