Traditionelle Diwali-Öllampe, sog.DiyaLichter zu Diwali auf traditionellerKolam-Dekoration am Eingang eines WohnhausesKind mit WunderkerzeFür Diwali geschmückter TischHäuser mit Lichterketten
Der NameDipavali (दीपावलिdīpāvali) bedeutet aufSanskrit so viel wie „Lichterkette“ (Zusammensetzung ausदीपdīpa „Licht“ undआवलिāvali „Reihe“). In den nordindischen Sprachen hat sich die Bezeichnung zuDiwali verschliffen (z. B.Hindiदीवालीdīvālī,Marathiदिवाळीdivāḷī). In den südindischen Sprachen ist dagegen die NamensformDipavali in Gebrauch (z. B.Tamilதீபாவளிtīpāvaḷi,Kannadaದೀಪಾವಳಿdīpāvaḷi).
Diwali beginnt immer am 15. Tag des HindumonatsKartik (Ende Oktober/Anfang November), 20 Tage nachDashahara, zuNeumond. Da die landesspezifische lokale Uhrzeit für den Neumondzeitpunkt von der geografischen Länge und Zeitzone abhängt, kann es sein, dass Diwali in Westindien,Europa oderAmerika einen Tag später als in Ostindien gefeiert wird (dies war 2003 und 2015 der Fall). Die Termine für Diwali in den Jahren 2025 bis 2030 sind:[2]
In den verschiedenen Teilen des indischen Subkontinents wird das Fest sehr unterschiedlich gefeiert, mit vielfältigen Bräuchen und unterschiedlichen mythologischen Bezügen. Je nach Region dauert es zwischen einem und fünf Tagen. Die Symbolik der Lichter ist der Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Guten über das Böse, der Wahrheit über die Lüge und des Lebens über den Tod.[3]
Für viele Hindus, besonders in Nordindien, geht es auf den Tag zurück, an dem GottRama mit seiner FrauSita und seinem BruderLakshmana nach 14-jährigem Exil imDschungel in seine HauptstadtAyodhya zurückkehrte, so wie es dasRamayana beschreibt. Da es dunkel war, entzündeten die MenschenÖllampen entlang seines Wegs.
Im Süden Indiens dagegen sehen die Menschen in Diwali einen Bezug zuKrishna, der denDämonen Naraka besiegte und sechzehntausend Frauen befreit hatte, die sich in der Gefangenschaft des Dämons befanden.
Wesentliches Element von Diwali sind die Lichter. Traditionell werden kleine Öllampen an Fenster oder Eingänge gestellt, um böse Geister abzuwehren. Manchmal hängt man Lampen in Bäume und platziert elektrische Kerzen auf den Dächern. Heute kommen elektrische Lichterketten, die Wohnhäuser, Geschäfte und Straßen im ganzen Land erleuchten, hinzu. Nach einer Deutung dieses Brauchs zeigen die Lichter denPitris, den Geistern der Toten, den Weg in das Land der Seligkeit. An das christlicheAllerseelen erinnern auch die Bräuche z. B. inBengalen (Ostindien), wo man zu Diwali die schwarze GöttinKali verehrt, die den Tod und die Überwindung des Todes symbolisiert. Schon Tage vor dem Fest werden überall auf den StraßenKnallkörper und anderesFeuerwerk entzündet, am Feiertag selbst kracht und knallt es überall, ähnlich wie in Deutschland zu Silvester. Allgemein beliebt sindWunderkerzen.
Der erste Tag heißtDhanwantari Triodasi (auchDhantrayodashi,Dhan bedeutet Reichtum).[4]
An diesem Tag räumt man das Haus auf und schmückt es, kauft neue Kleidung und Kochutensilien, auch Wertgegenstände und Schmuck vornehmlich aus Gold oder Silber.[5]
Der zweite Tag heißtNarak Chaturdasi (auchKali Chaudas).
Er gilt als der Tag, an dem Krishna den DämonenNarakasur besiegt. Zum Ritual des Festes gehört, dass die Menschen vor Sonnenaufgang aufstehen und ein Bad nehmen, möglichst mit wohlriechendem Öl. Man zündet Öllämpchen an und schmückt das Haus mit besonderenKolams. Man trägt meist neue Kleider, besucht sich gegenseitig und beschenkt sich mitSüßigkeiten, abends zündet man Feuerwerk und Knallfrösche.[6]
Der dritte Tag ist der GöttinLakshmi geweiht und wirdLakshmi Puja genannt.
Er gilt in Nordindien als wichtigster Tag der Festlichkeiten. Hier interpretiert man die Lichter als Begrüßung für sie. Es heißt, dass sie nicht in Wohnungen einkehre, vor denen keine Lichter stehen und die nicht aufgeräumt und gesäubert wurden. Auch für Ladenbesitzer hat dieser Tag besondere Bedeutung. Sie reinigen und streichen dafür nicht nur ihre Geschäfte, sondern legen auch neue Geschäftsbücher an. Für das kommende Jahr bitten sie Lakshmi um Erfolg.Lakshmi Puja gilt als besonders günstig fürGlücksspiele, da die Göttin das Glück selbst verkörpert. Als Omen für das kommende Jahr nehmen viele Menschen z. B. an einer Tombola teil oder gehen ins Kasino.
Der vierte Tag heißtGovardhan Puja (auchBalipratipada,Padawa).
An ihm werdenKrishna undVishnu verehrt, und er gilt als erster Tag des neuen Jahres. Ehefrauen schwenken ein Tablett mit Lichtern segnend um den Kopf ihrer Ehemänner herum und tupfen ihnen dann einen Segenspunkt auf die Stirn.
Der fünfte und letzte Tag istBhau Beej (auchBhaiduj,Bhayitika).
An ihm segnen Schwestern ihre Brüder mit dem Licht. An diesem Bruder-Schwester-Tag versprechen beide, sich gegenseitig zu beschützen.
Genauso wie Weihnachten in den in christlicher Tradition stehenden westlichen Ländern mittlerweile sehr stark zu einer Konsumveranstaltung geworden ist, ist das zum Teil auch bei Diwali der Fall. Die Zeit um Diwali ist in indischen Großstädten eine Haupt-Einkaufssaison.[7] Um Diwali herum werden besonders viele Gold- und Juweliersarbeiten gekauft.[8]
Diese Ökonomisierung ist auch auf Kritik gestoßen. Das Fest sei dadurch von einer stillen und spirituellen zu einer lauten und bedeutungslosen Kommerzveranstaltung degeneriert.[9] Kritisiert wird auch die starke Luftverschmutzung durch die zahlreichen Feuerwerkskörper und brennenden Öllampen, die regelmäßig dazu führt, dass die entsprechendenFeinstaub-Grenzwerte in den indischen Metropolen während der Zeit um Diwali herum weit überschritten werden.[10][11]