Diode-Transistor-Logik (kurz: DTL) ist in der Digitaltechnik eineLogikfamilie, in derLogikgatter und Logikfunktionen durch die Verknüpfung vonDioden im Eingangsbereich und anschließender Verstärkung des Logiksignals durchTransistoren realisiert werden.
Diese Technik digitaler elektronischer Schaltkreise wurde Anfang der 1960er Jahre als Nachfolger derWiderstands-Transistor-Logik (RTL) entwickelt. Gegenüber der RTL ergibt sich eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit und niedrigere Leistungsaufnahme.

Die nebenstehende Schaltung zeigt den Aufbau einesNAND-Gatters in DTL-Technik. Wenn die Eingangsdioden V1 und V2 sperren (Eingänge aufHigh-Potenzial), so fließt der Strom über den Widerstand R2, der mit dem Widerstand R1 einen Spannungsteiler bildet. Die auf diese Weise erhöhte Spannung auf der Basis des Transistors V5 führt zum Durchschalten des Transistors. Dadurch geht der Ausgang in den Low-Pegel. In positiver Logik (siehe:Logikpegel) entspricht dies einem NAND-Gatter. Da der Transistor inSättigung geht, erhält man aufgrund der notwendigen Räumung der Sperrschicht eine hoheGatterlaufzeit. DTL-Schaltungen werden deshalb nicht mehr eingesetzt. Die Logikpegel dieser Schaltung lagen bei typischerweise etwa 0 bis 1 V für denLow-Pegel und bei etwa 1,7 bis 5 V für denHigh-Pegel.
Die DTL-Familie hat in der Schaltungsentwicklung heute praktisch keine Bedeutung mehr und wurde durch neuere Logikfamilien abgelöst.
Als direkte Weiterentwicklung der Diode-Transistor-Logik kann dieTransistor-Transistor-Logik (TTL) mit ihren verschiedenen Unterfamilien angesehen werden. Für den Einsatz in Umgebungen mit besonders starken elektrischen Störungen wurde dielangsame störsichere Logik (LSL) entwickelt. Weiterhin steht dieemittergekoppelte Logik (ECL) für schnelle Applikationen zur Verfügung. Diese drei Technologien basieren alle aufBipolartransistoren.
Darüber hinaus steht dieComplementary-MOS-Logik (CMOS-Logik) als neue Logikfamilie in der CMOS-Technologie durch Verwendung vonFeldeffekttransistoren zur Verfügung.