Der von Humber 1890 entwickelteDiamantrahmen ist die am häufigsten vorkommendeRahmenform beiFahrrädern, insbesondere bei Herrenrädern. Der Diamantrahmen hat sich im Lauf derGeschichte des Fahrrades als günstigste Form herausgestellt, auch wenn es zahlreiche Alternativen gab. Die Grundform des Diamantrahmens entstand nach 1888 mit dem Aufkommen derSicherheitsniederräder und der Luftbereifung in Europa. Diese Räder wurden ursprünglich als „Rover“ bezeichnet, wie Fahrräder im Polnischen heute noch heißen.
Seinen Namen erhielt der Diamantrahmen nach seiner Form alsRaute, gebildet ausOberrohr,Unterrohr,Sitzstrebe undKettenstrebe. Das „Rover“, eins der ersten in England entstandenen und in größeren Stückzahlen produziertenNiederräder, hatte diese Form.Steuerrohr undSitzrohr kamen erst später hinzu. Die korrekte Übersetzung der passenden englischen Bezeichnungdiamond frame hätterautenförmiger Rahmen lauten sollen. Im Englischen bedeutet nämlichthe diamond sowohlDiamant als auch Raute.
Die Rahmenhöhe wird meist von der Mitte desTretlagers bis zur Oberkante der Sattelmuffe gemessen. Bei Rahmen des italienischen Herstellersde Rosa sind dem angegebenen Maß dagegen 15 mm hinzuzurechnen, da diese Rahmen anders gemessen werden. Zur ersten Ermittlung der optimalen Größe eines Rahmens ist zunächst die Innenbeinlänge vorentscheidend, näherungsweise kann es aber ausreichen, stattdessen die Körpergröße zu betrachten. Wichtig ist aber darüber hinaus die Oberrohrlänge, die maßgeblichen Einfluss darauf hat, wie gestreckt die Position des Oberkörpers auf dem Rad ist. Mit zunehmender Rahmengröße steigt auch die Oberrohrlänge an und so entfernt sich der Lenker weiter vom Sattel. Ein kleinerer Rahmen als die Innenbeinlänge erlauben würde, wird dann durch den Auszug der Sattelstütze kompensiert.Die vor hundert Jahren übliche Bemessung der Fahrradgröße anhand derLaufräder (26 oder 28 Zoll) sagt heutzutage nichts über die Größe des Fahrrades aus. Ein niedriger Rahmen mit 28er Reifen ergibt ein viel kleineres Rad als ein großer Rahmen mit 26er Bereifung. Die Größenangaben in der nachfolgenden Tabelle sind Näherungswerte, die sich auf typische Rahmengeometrien mit waagerechtem Oberrohr beziehen, bei Rädern mit abfallendem Oberrohr stimmen die Maße nicht.
Körpergröße [m] | Rahmenhöhe (Männer) [cm] | |||
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Mountainbike | Tourenrad ATB Trekkingrad | Reiserad | Rennrad | |
1,65 | 41–44 | 46–48 | 48–50 | 50–52 |
1,70 | 44–46 | 48–50 | 50–52 | 53–55 |
1,75 | 46–48 | 50–52 | 52–55 | 55–57 |
1,80 | 48–50 | 52–55 | 56–58 | 57–59 |
1,85 | 50–52 | 56–58 | 59–60 | 59–61 |
1,90 und mehr | 52–54 | 58–61 | 60–64 | 61–64 |
Billige Rahmen amerikanischer Hersteller werden gern in Bekleidungsgrößen (S, M, L, XL) angegeben. Durch die grobe Abstufung ergeben sich weniger unterschiedliche Rahmengrößen, was die Herstellungskosten senkt.
Für Damenräder werden häufig Schwanenhalsrahmen benutzt, dabei hat das Rad entweder ein stärker dimensioniertes Unterrohr oder zwei Unterrohre, im Tretlagerbereich sind diese gekrümmt. Damenrahmen mit zwei geraden Unterrohren werden überwiegend für sportliche Fahrräder verwendet. Eine Sonderform ist dasPedersen, welches einen höheren Sitzkomfort bei weniger Masse und höherer Stabilität aufweist. An neueren Mountainbikes, insbesondere solchen mit Rahmenfederung, sowieBonanzarädern undFalträdern ist häufig eine Form des X-Rahmens anzutreffen.
Wegen seiner guten Eigenschaften (hoheSteifigkeit bei geringem Gewicht) wird der Diamantrahmen mit Abwandlungen selbst bei extravaganten Fahrrädern verwendet. Typische Abwandlungen sind im Einzelnen: