| Alles von Relevanz (seit 2015) | |
| Hörfunksender (Öffentlich-rechtlich) | |
| Programmtyp | Information und Kultur |
|---|---|
| Empfang | terrestrisch (UKW,DAB+), via Satellit (DVB-S2), als Internet-Livestream, als Podcast und „Audio on Demand“ in der Deutschlandfunk App und auf Drittplattformen |
| Empfangsgebiet | Deutschland |
| Sendestart | 1. Jan. 1962 |
| Sitz | Köln,Nordrhein-Westfalen |
| Sendeanstalt | Deutschlandradio |
| Intendanz | Stefan Raue (seit 2017) |
| Reichweite | 2,2 Mio. Hörer (II/2024)[1] |
| Liste von Hörfunksendern | |
| Website | |




DerDeutschlandfunk (Dlf) ist nebenDeutschlandfunk Kultur undDeutschlandfunk Nova eines der nationalen Hörfunkprogramme desDeutschlandradios.
Der gleichnamige, am 1. Januar 1962 in Köln gegründete,öffentlich-rechtliche und werbefreieRundfunksender, der – anders als die Landesrundfunkanstalten derARD – die gesamte alte Bundesrepublik bediente und sich durch seine hohe Informations- und Nachrichtendichte auszeichnete, wurde 1994 als ein Teil insDeutschlandradio, eineKörperschaft des öffentlichen Rechts, überführt.
Studios und Redaktionen für das Dlf-Programm befinden sich in einem Hochhaus im Süden Kölns, am Rande des StadtteilsKöln-Marienburg.[2]
Nach einem Bericht der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse vom 17. Juli 2024 hat der Deutschlandfunk die sechstgrößte Hörerzahl der Hörfunkprogramme in Deutschland.[3]
Die thematischen Schwerpunkte des Deutschlandfunks heute sind einerseits Informationen und Hintergrundberichte, andererseits kulturorientierte Sendungen. Tagsüber stehen vor allem tagesaktuelle Geschehnisse aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft im Vordergrund, während danach die Kultur (Musik, Hörspiele, Lesungen, Berichte über kulturelle Themen) das Programm bestimmt. Demzufolge ist der Musikanteil am Tage verhältnismäßig gering, während er abends und nachts sowie am Wochenende etwa die Hälfte der Sendezeit ausmacht.
ImKölner Funkhaus werden teilweise auch Sendungsbestandteile fürDeutschlandfunk Kultur undDeutschlandfunk Nova sowie digitale Angebote der Dachmarke Deutschlandfunk produziert. Das gesamte Programm des Dlf ist frei vonWerbung. Der Sender gehört zu den wenigen verbliebenen deutschen Rundfunksendern, die täglich dieNationalhymne ausstrahlen (in einem Streichorchesterarrangement, das auf Haydns Streichquartettfassung basiert, unmittelbar vor dem Datumswechsel gegen 0:00 Uhr). Seit Anfang 2007 folgt dabei auf die Nationalhymne dieEuropahymne.
Auf der Internetpräsenz des Deutschlandfunks werden viele der Themen aus dem Programm aufbereitet oder erweitert. Ein Großteil des Programms ist in der Deutschlandfunk App zum Streamen und Herunterladen verfügbar.
Nachrichten werden rund um die Uhr zur vollen und werktags von 04:00 bis 18:00 Uhr auch zur halben Stunde gesendet. Die ausführlichen Nachrichten des Deutschlandfunks haben eine Länge von fünf oder zehn Minuten. Gelegentlich gibt es programmbedingte Abweichungen.O-Töne werden in den Nachrichten nicht verwendet. Nach Einschätzungen der Redaktion können erklärende Meldungen eine höhere Informationsleistung erreichen als Kurzaussagen von Politikern und Politikerinnen und sind weniger suggestiv.[4] Jahrzehntelang schloss sich eine Verkehrssendung an die Nachrichten an, die nur im Deutschlandfunk das gesamte Gebiet der Bundesrepublik Deutschland abdeckte. Dieser seit 1964 existierende Dienst wurde Anfang 2020 eingestellt; am 31. Januar um 23:09 Uhr lief im Deutschlandfunk die letzte Verkehrsmeldung. Begründet wurde dieser Schritt mit einem veränderten Nutzungsverhalten des Publikums.[5]
Wochentags sendet der Dlf von 05:05 bis 09:00 Uhr das NachrichtenmagazinInformationen am Morgen mit Wortbeiträgen und Interviews von etwa fünf bis zehn Minuten Länge. Weitere Informationsmagazine sind dieInformationen am Mittag von 12:10 bis 13:30 Uhr, dieInformationen am Abend von 18:10 bis 18:40 Uhr und die SendungDas war der Tag von 23:10 bis 23:57 Uhr, eine aktuelle Zusammenfassung der Ereignisse des Tages. Der SendungInformationen am Abend folgt bis 19:00 Uhr die SendungHintergrund; hier wird stets ein aktuelles Thema ausführlich und analytisch abgehandelt. Darauf folgen von Montag bis Donnerstag ein bis drei Kommentare zu den Themen des Tages. Am Freitag folgt die NachrichtensendungNachrichtenleicht. Der Wochenrückblick ineinfacher Sprache. Mehrmals täglich wird eine nationale und eine internationalePresseschau mit Auszügen aktueller Kommentare erstellt.
DieInformationen am Morgen gelten alsFlaggschiff des Deutschlandfunks,[6] das eine Reichweite von über zwei Millionen Hörern hat (Stand: 2024).[7] Innerhalb dieser Sendung ragen die Hauptinterviews besonders hervor, die werktäglich gegen 07:15 Uhr und 08:15 Uhr alsInterview am Morgen meistens per Telefon mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur geführt werden. Diese Interviews werden häufig Gegenstand der tagesaktuellen Berichterstattung in den meinungsbildenden Medien. Das Deutschlandradio als den Deutschlandfunk betreibende Rundfunkanstalt weist in seiner Selbstdarstellung darauf hin, dass seine Informationssendungen in Multiplikatorenkreisen (Journalisten, Entscheider in Politik und Wirtschaft) einen hohen Stellenwert einnehmen, große publizistische Aufmerksamkeit genießen und in ihrer politischen Wirkung auf nationaler Ebene vor den Informationsprogrammen der Landesrundfunkanstalten liegen.
Die Musik der Sendung („Musik Teppich“) besteht aus einem Pool von mehreren hundert Musikstücken (Stand 2019), von denen eines in einem Sendeabschnitt über eine Strecke mehrerer Beiträge (insgesamt etwa 20 bis 25 Minuten) immer wieder in Segmenten von kurzer Länge gespielt wird. Sie darf keinen Gesang und keinen Text enthalten, muss alsoinstrumental sein, auchSoli sollen keine enthalten sein.[7][8]
Wochentags laufen außerhalb der tagesaktuellen Magazine von 09:00 bis 18:00 Uhr täglich wiederkehrende Schwerpunktmagazine, wie zum BeispielTag für Tag. Aus Religion und Gesellschaft mit Hintergrundinformationen aus der Welt der Religionen oderEuropa heute undDeutschland heute mit Reportagen aus anderen europäischen Ländern bzw. aus dem Inland.Campus&Karriere bietet Orientierung in Fragen der Hochschulausbildung und des beruflichen Fortkommens. Weiterhin zu nennen sindBüchermarkt,Forschung aktuell der Wissenschaftsredaktion mit Berichten zu neuen Entwicklungen in der Naturwissenschaft und Medizin,Umwelt und Verbraucher undKultur heute. Darüber hinaus werden zwei tägliche Wirtschaftsmagazine gesendet. Eines –Wirtschaft am Mittag – behandelt das Börsen- und Unternehmensgeschehen, das andere –Wirtschaft und Gesellschaft – fokussiert sozioökonomische Entwicklungen. DasJournal am Vormittag bietet ein eineinhalbstündiges Gesprächsformat mit Studiogästen und Höreranrufen zu jeweils einem Thema. Nachmittags wirdCorso. Kunst und Pop gesendet, ein halbstündiges Magazin zur Populärkultur mit Musik. Danach folgt@mediasres, das Medienmagazin.
Abends gibt es einstündige Schwerpunktsendungen, die sich teilweise jeweils mit nur einem, teilweise im Magazinformat mit mehreren Themen befassen, sowie Hörspiele, Features und längere Musikstrecken. DieLange Nacht (wöchentlich jeweils samstags ab 23:00 Uhr als Wiederholung der nachts zuvor in Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlten Sendung) ist mit ihren drei Stunden, früher einmal sogar fünf Stunden, das längste durchgehende Schwerpunktformat in der deutschen Rundfunklandschaft.
Sonntags von 09:30 bis 10:00 Uhr wird die SendungEssay und Diskurs ausgestrahlt. Sie widmet sich aktuell diskutierten Fragen der Gesellschaft.
Durch den Deutschlandfunk werden zweiApps fürAndroid undiOS bereitgestellt. DieDeutschlandfunk App enthält Inhalte aus den Programmen von Deutschlandfunk,Deutschlandfunk Kultur undDeutschlandfunk Nova, welche redaktionell aufbereitet werden. Zudem können die drei Programme imLivestream oder zeitversetzt mitgehört sowie Beiträge heruntergeladen werden.[9] In der AppDlf Nachrichten werden ganztägig relevante Nachrichten aus Deutschland und der Welt herausgegeben. Je nach Einstellung können Eilmeldungen über einePush-Mitteilung zugestellt werden. Das Deutschlandfunk-Programm lässt sich im Livestream mitverfolgen; außerdem kann die aktuellste Nachrichtensendung angehört werden.[9]


Anfang der 1950er Jahre gaben die Mitglieder derARD demNordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) den Auftrag, aufLangwelle ein bundesweites Hörfunkprogramm zu produzieren und auszustrahlen, nachdem derRundfunk der DDR einen Langwellensender (Deutschlandsender) in Betrieb genommen hatte.
Nach langwierigen Verhandlungen strahlte der NWDR 1953 die ersten Versuchssendungen aus. Drei Jahre später (1956) konnte der inzwischen gegründeteNorddeutsche Rundfunk (NDR) den Regelbetrieb des mitDeutscher Langwellensender bezeichneten Programms aufnehmen.
Der Sitz eines deutschlandweiten Senders sollte inWest-Berlin sein. Dies beschloss am 30. September 1959 die Bundesregierung. Das Vorhaben führte zu Protesten der DDR-Regierung und einer diplomatischen Note des sowjetischen AußenministersSemjonow an den Vertreter der USA in MoskauThompson:
DieNeue Zeit titelte am 2. Juli 1960:
Im Jahr 1960 wurde per Bundesgesetz derDeutschlandfunk (DLF) als eigenständigeAnstalt des öffentlichen Rechts gegründet und als Standort Köln ausgewählt. Das am 26. Oktober 1960[10] vom Deutschen Bundestag verabschiedeteGesetz über die Errichtung von Rundfunkanstalten des Bundesrechts legte fest, dass die mit diesem Gesetz ebenfalls eigenständig werdendeDeutsche Welle über Kurzwelle Rundfunksendungen für das Ausland und der Deutschlandfunk Rundfunksendungen für (ganz) Deutschland und das europäische Ausland produzieren sollte, wobei die Sendungen des Deutschlandfunks laut § 5 (1) „ein umfassendes Bild Deutschlands vermitteln“[11] sollten. Das Gesetz räumte der Politik großen Einfluss in den Gremien der Anstalt ein. So waren nur 5 der 22 Mitglieder des Rundfunkrates nicht direkt politisch abhängig. Die übrigen 17 Stimmen entfielen auf den Bundestag und den Bundesrat (jeweils 6) sowie die Bundesregierung (5).
MitInkrafttreten des Gesetzes am 16. Dezember 1960 galten die beiden neuen Anstalten nach § 33 als errichtet.[11] Der Auftrag der ARD an den NDR, den Deutschen Langwellensender zu betreiben, erlosch. Die Langwelle wurde dem neuen Sender Deutschlandfunk mit Sitz in Köln übergeben, der am 1. Januar 1962 mit der Ausstrahlung eines deutschsprachigen Hörfunkprogramms begann.
Offizielle Zielgruppen der Programme waren deutsch(sprachig)e Hörer in derDDR, inOsteuropa sowie in westeuropäischen Nachbarländern wie Italien, Frankreich, Benelux, Großbritannien, Irland, Dänemark, Norwegen und Schweden. Faktisch richtete sich der Deutschlandfunk aber vorwiegend an DDR-Bürger, denen mit dem Programm eine Alternative zumRundfunk der DDR gegeben werden sollte. Eine per Bundesgesetz errichtete Rundfunkanstalt zur Versorgung der bundesrepublikanischen Bevölkerung wäre aufgrund der Kulturhoheit der Länder nicht zulässig gewesen (vgl.1. Rundfunk-Urteil). Der Deutschlandfunk wurde somit dasPendant zurStimme der DDR, vormals Deutschlandsender.
Ähnlich wie die meisten ersten Hörfunkprogramme der ARD veranstaltete der Deutschlandfunk damals ein Hörfunkvollprogramm, das zu verschiedenen Uhrzeiten völlig unterschiedliche Genres aus Musik, Kultur, Unterhaltung, Bildung und Information abdeckte. Später wurden auch fremdsprachige Sendungen produziert, die in den Abendstunden über Langwelle undMittelwelle und ab den späten 1980er Jahren auch über Satellit in weite Teile Europas ausgestrahlt wurden. In Abgrenzung zur Deutschen Welle konzentrierte sich die internationale Redaktion des Deutschlandfunks dabei auf Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei.
Der Deutschlandfunk hatte seit seiner Gründung zwischen Januar 1962 und Februar 1979 seinen Sitz in einer Villa innerhalb derVillenkolonie Köln-Marienburg, Lindenallee 7. Danach zog er in sein heutiges, hiervon nicht weit entferntes Gebäude ein.
Der Deutschlandfunk war der erste deutsche Radiosender, der ab dem 25. März 1964 regelmäßig einenVerkehrsfunk ausstrahlte; bei ihm wurde der berühmte „Verkehrspiepser“ (Hinz-Triller) entwickelt. Während der Deutschlandfunk bis in die 1970er Jahre nur über Lang-, Mittel- und Kurzwelle zu empfangen war, nahm man in den 1970er Jahren zunächst eine UKW-Frequenz in der Bundeshauptstadt Bonn und in den 1980er Jahren weitere UKW-Frequenzen, vor allem entlang der Grenze der damaligen Bundesrepublik, in Betrieb.
In denInformationen am Morgen stellte der Deutschlandfunk am 24. Oktober 1989 eine Live-Telefonschaltung zwischen dem in Hamburg lebenden – 1976 aus der DDR ausgebürgerten – LiedermacherWolf Biermann und der BürgerrechtlerinBärbel Bohley inOst-Berlin her.[12][13][14] ImNeuen Deutschland vom 27. Oktober 1989 erschien daraufhin ein gehässiger, abwertender Kommentar zur bislang von den DDR-Medien totgeschwiegenen Person Biermanns; nach den bei der Stasi hierzu geführten Unterlagen wurde nicht ansatzweise in Erwägung gezogen, das bestehende Einreiseverbot aufzuheben.[15][16]

Bereits in den 1980er Jahren hatte der Deutschlandfunk begonnen, seinen Informationsanteil zu Lasten der Unterhaltungssendungen weiter zu steigern. UnterIntendant Edmund Gruber war Ende der 1980er Jahre gar eine komplette Umpositionierung des Deutschlandfunks zu einem Nachrichtenradio mit regelmäßig wiederkehrenden Elementen pro Sendestunde anstelle eines Programmschemas nach dem Vorbild des französischen ProgrammsFrance Info geplant. Dies scheiterte jedoch am Rundfunkrat.
Nach der Vereinigung beider deutscher Staaten 1990 hatte der Dlf seinen ursprünglichen Auftrag, die DDR und Osteuropa mit Informationen aus dem freiheitlich-demokratischen Deutschland zu versorgen, verloren. Auch war die „Treuhänderschaft“ des Bundes für die DDR-Bevölkerung abgelaufen, weswegen der Deutschlandfunk als per Bundesgesetz errichtete Anstalt nicht dauerhaft hätte weiterexistieren dürfen. Dennoch wollte man weiterhin überregionalen Hörfunk für das vereinigte Deutschland anbieten. Daher einigten sich die 16 Bundesländer mit Wirkung zum 1. Januar 1994 darauf, dieKörperschaft des öffentlichen RechtsDeutschlandradio per Staatsvertrag unter einem gemeinsamen Dach vonARD undZDF zu errichten. Die bisherige Bundesanstalt des öffentlichen Rechts Deutschlandfunk ging zusammen mit dem ehemaligen West-BerlinerRIAS und dem ehemaligen DDR-SenderDeutschlandsender Kultur in dieser neuen Körperschaft auf. Die fremdsprachigen Dlf-Auslandsprogramme wurden bereits zum 1. Juni 1993 an den deutschen Auslandsrundfunk, dieDeutsche Welle, abgetreten. Mit der Fusion 1994 wurden nahezu alle Unterhaltungssendungen gestrichen und der Deutschlandfunk als nationales Kultur- und Informationsprogramm positioniert.
Seit 1998 verleiht der Deutschlandfunk gemeinsam mit den Veranstaltern desMusikfests Bremen einen angesehenen Nachwuchsförderpreis für klassische Musikkünstler, denFörderpreis Deutschlandfunk, der u. a. mit einemArtist-in-Residence-Stipendium verbunden ist.
Nachdem die neue Körperschaft Deutschlandradio (Eigenschreibweise bis März 2005: „DeutschlandRadio“) auf Grund des Staatsvertrages[17] künftig zwei Hörfunkprogramme auszustrahlen hatte, blieb der NameDeutschlandfunk für das aus Köln zu produzierende Programm erhalten. Einen eigenen Intendanten hat der Dlf seit 1994 jedoch nicht mehr.
Im Zuge einer Markenstrukturreform führte das Deutschlandradio zum 1. Mai 2017 für seine Radiosender neue Logos ein. Zudem wurden Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen umbenannt. Deutschlandradio Kultur tritt seit 1. Mai 2017 alsDeutschlandfunk Kultur auf, DRadio Wissen alsDeutschlandfunk Nova. Die Umstellung der Internetauftritte ist bereits Ende April 2017 erfolgt.[18][19][20]
Während derCOVID-19-Pandemie in Deutschland stellte der Deutschlandfunk sein Programmschema für die Zeit vom 23. März bis 17. Mai 2020 auf ein Sonderprogramm um.[21] Das Schema bot verstärkt Informationen zur aktuellen Lage, unter anderem die dreistündige SendungDer Vormittag und den PodcastCoronavirus – Alltag einer Pandemie täglich um 16 Uhr, sowie Unterhaltung mit fertig produzierten Features, Hörspielen und Dokumentationen. Sonstige reguläre Programme bekamen weniger Sendezeit, auch wegen der Beeinträchtigungen der Produktionsabläufe im Sender.[22]
Seit den 2010er Jahren wurden eigene Podcast-Formate entwickelt, die nicht im linearen Programm gesendet werden (Der Tag,Nach Redaktionsschluss,Der Politik Podcast und weitere). Im Gegensatz zum Radioprogrammduzen sich die Beteiligten in den Podcasts teilweise.[23]
Zum Jahresende 2024 wurde das jahrelang herausgegebene kostenlose, monatlich erscheinende HörermagazinDas Magazin in gedruckter Form eingestellt und durch einen nur noch digital verbreiteten Newsletter ersetzt.
Seit dem 1. Januar 1994 ist der Deutschlandfunk Bestandteil desDeutschlandradios.
| 1994–2006: | Rainer Burchardt |
| März 2006–Mai 2008: | Dieter Jepsen-Föge |
| Juni 2008–März 2012: | Stephan Detjen |
| April 2012–2026 | Birgit Wentzien |
| ab April 2026: | Susanne Schwarzbach |
(Quelle:[24])
(Quelle:[41])
Das Programm des Deutschlandfunks wird überUKW sowie digital überDAB+ und dasAstra-Satellitensystem ausgestrahlt. Zusätzlich ist das Programm per Internet-Stream zu hören. Ende 2024 beendete Vodafone die Ausstrahlung in seinem Kabelnetz.[52] Die Betreiber von einigen deutschen und europäischen Kabelnetzen übernehmen das Programm Deutschlandfunk weiterhin.
Bis zum 23. November 1978 wurden die Standorte Donebach (Langwelle), Ravensburg, Bad Dürrheim, Cremlingen und Neumünster (alle Mittelwelle) genutzt. Mit Inkrafttreten desGenfer Wellenplans wurde der MittelwellensenderBad Dürrheim stillgelegt, dafür kamen 1979 dieSender Erching (Langwelle, nur Tagbetrieb) und 1980/81 die Sender Thurnau und Nordkirchen (beide Mittelwelle) hinzu. Am 1. Januar 1989 übernahm der Sender Aholming die Aufgabe des Senders in Erching. Somit war auch auf der zweiten Langwellenfrequenz ein 24-Stunden-Betrieb möglich. Ab 1. Oktober 1994 wurde das Programm des Deutschlandfunks auch über den Mittelwellensender des Saarländischen Rundfunks in Heusweiler verbreitet. Im Gegenzug ging am 31. Dezember 1994 der MittelwellensenderMainflingen an denEvangeliums-Rundfunk. Die Programm-Ausstrahlung über Mittelwellensender endete am 31. Dezember 2015.
Der Aufbau eines UKW-Sendernetzes begann erst in den 1980er Jahren. Vor allem in Süddeutschland erhielt der Sender aber nur schwache Stützfrequenzen in den Städten. Das führt dazu, dass der Deutschlandfunk auf UKW in diesen Gebieten außerhalb der Städte oft nur sehr schwer zu empfangen ist.
Seit 2001 wird inBrüssel das Programm BRF-DLF auf UKW ausgestrahlt, das sich aus Sendungen desBelgischen Rundfunks und des Deutschlandfunks zusammensetzt.
Bis Ende April 2012 strahlte der Deutschlandfunk seine Sendungen auch über dieKurzwellenfrequenz 6190 kHz vomSender Berlin-Britz mit einer Leistung von 17 kW aus. Nach dem Ausfall einesVorverstärkers aufgrund des Ausfalls eines Lüfters wäre die Reparatur der 1951 in Betrieb gegangenen Anlage zu teuer gewesen, so dass der Sendebetrieb eingestellt wurde.[53]
Die analoge Ausstrahlung derDeutschlandradio-Programme überLangwelle (SenderstandorteDonebach undAholming) wurde mit Ende des Jahres 2014 nach den Vorgaben derKommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) eingestellt.[54] Diese hatte auf Abschaltung der kostenintensiven Langwellenverbreitung gedrängt, weil sie immer weniger genutzt wurde und gleichzeitig die Digitalisierung des Hörfunks voranschritt. Die Einsparungen sollen nun in den weiteren Ausbau desDAB+-Sendernetzes fließen.
Auf der Kurzwellenfrequenz 6190 kHz und auf der Mittelwellenfrequenz 1269 kHz wurden täglich um 1:05 Uhr, 6:40 Uhr und 11:05 Uhr sowie um 21:05 Uhr in der Sommerzeit Seewetterberichte gesendet.
DAB+ bildet das terrestrische Nachfolgesystem von UKW und wird rein digital ausgesendet. Seit dem Start des bundesweiten Netzes am 1. August 2011 hat sich die Anzahl der Senderstandorte für DAB+ von anfangs 27 auf derzeit 170 erhöht (Stand Februar 2025). Am Jahresende 2025 werden es dann 180 Standorte sein, von denen das bundesweite Ensemble mit dem Programm Deutschlandfunk und seinen Schwesterprogrammen auf dem Kanal 5C ausgesendet wird. Damit werden ca. 91 % der Bevölkerung Indoor erreicht und 97 % der Fläche sind Outdoor versorgt. Aufgrund der Frequenzknappheit bei UKW wären solche Versorgungszahlen mit dem analogen System nicht möglich gewesen. DAB+ wird auch in den kommenden Jahren weiter ausgebaut und noch bestehende Versorgungslücken sollen wirtschaftlich sinnvoll geschlossen werden. Dazu gehört auch nach und nach eine verbesserte Versorgung in Tunneln.
Bereits vor dem Start von DAB+ im Jahr 2011 wurde schon mehrere Jahre lang digital-terrestrisch mittels des Vorgängerstandards DAB gesendet. Die Versorgungszahlen und die Anzahl der Sender waren aber bei weitem nicht so hoch wie jetzt. Die alten DAB-Sendernetze, die auch bundeslandbezogen aufgebaut waren, wurden durch DAB+ abgelöst.
Im Januar 2017 wurden im Zuge der Frequenzübernahme Großer Feldberg 98,7 MHz vom amerikanischen MilitärsenderAFN imRhein-Main-Gebiet durch den Deutschlandfunk 15 bis dahin vom DLF genutzte Kleinleistungssender am 18. Januar 2017 abgeschaltet (alle Angaben in MHz): Aßlar (103,7), Bad Camberg (99,8), Bad Kreuznach (106,5), Bingen (98,0), Darmstadt (102,0), Frankfurt (Main) (97,6), Friedberg (89,9), Gelnhausen (93,9), Gießen (103,1), Hanau (92,4), Limburg (103,3), Lorch (88,1), Marburg (103,5) sowie Oberursel (103,5 MHz).[55]
Das UKW-Sendernetz des Deutschlandfunks umfasste nach dieser Änderung 143 UKW-Sender, davon 96 mit einer Leistung unterhalb 1 kWERP. Trotz der großen Anzahl von UKW-Sendern deckten diese nur 72 % der Fläche Deutschlands ab. Aufgrund des ungünstigen Aufwand-zu-Reichweite-Verhältnisses dieser UKW-Netze gehört Deutschlandradio zu den Pionieren der Rundfunkdigitalisierung in Deutschland.
DISO steht für Digital Switchover und meint die Transformation vom analogen zum digitalen Hörfunk. Mit Blick auf die bereits sehr gute DAB+-Versorgung wird seit 2018 die parallele analoge UKW-Ausstrahlung zunächst über kleinere UKW-Sender mit geringer Reichweite beendet. Damit folgt Deutschlandradio auch den Forderungen der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs (KEF).
Bisher wurden insgesamt bereits 25 Frequenzen des Deutschlandfunks bundesweit außer Betrieb genommen. Für das Jahr 2025 liegt der Schwerpunkt des DISO auf Schleswig-Holstein. Insgesamt wird die UKW-Aussendung im Jahr 2025 für fünf Frequenzen des Deutschlandfunks beendet.
Die folgende (unvollständige) Liste beschränkt sich auf Frequenzen mit mindestens 5 kW Sendeleistung oder sonstige wichtige Standorte, sortiert von Norden nach Süden. Insgesamt ist der Deutschlandfunk auf 137 UKW-Frequenzen zu empfangen(Stand: Februar 2025).[56]
| MHz | Senderstandort | Sendegebiet | Leistung |
|---|---|---|---|
| 102,0 | Magdeburg | nördliches Sachsen-Anhalt | 20 kW |
| 97,3 | Rostock | Rostock/Ostsee/Teile von Mecklenburg-Vorpommern | 5 kW |
| 103,3 | Flensburg | Schleswig, südliches Dänemark | 20 kW |
| 101,9 | Bungsberg | Holstein, westliches Mecklenburg | 95 kW |
| 104,0 | Sassnitz | Rügen | 8 kW |
| 96,5 | Helpterberg | östliches Mecklenburg, Uckermark, Westpommern | 10 kW |
| 105,2 | Casekow | Uckermark | 6,3 kW |
| 101,8 | Aurich | nordwestliches Niedersachsen, östliche Niederlande | 100 kW |
| 107,1 | Bremen | Bremen und niedersächsisches Umland | 100 kW |
| 102,2 | Höhbeck | Wendland, westliches Mecklenburg | 94 kW |
| 102,0 | Lingen | westliches Niedersachsen, Münsterland, östliche Niederlande | 25 kW |
| 97,7 | Berlin | Berlin/Brandenburg | 100 kW |
| 103,5 | Torfhaus/Harz | östliches Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Teile Nordthüringens | 100 kW |
| 96,6 | Wiederau (bei Leipzig) | Ballungsraum Leipzig-Halle | 100 kW |
| 102,7 | Nordhelle | Südwestfalen | 20 kW |
| 102,8 | Wesel | Niederrhein | 50 kW |
| 89,1 | Bad Godesberg | Bonn | 5 kW |
| 97,3 | Dresden | östliches Sachsen | 100 kW |
| 99,5 | Löbau | Oberlausitz und Niederschlesien | 5 kW |
| 97,0 | Chemnitz | südliches Sachsen | 100 kW |
| 91,3 | Rimberg | Nordhessen | 50 kW |
| 104,6 | Saarburg | Saarland, westliches Rheinland-Pfalz | 20 kW |
| 103,3 | Heidelstein/Rhön | Unterfranken, Osthessen | 100 kW |
| 98,7 | Großer Feldberg | Rhein-Main, Mittelhessen, Südhessen, nördliches Baden-Württemberg, östliches Rheinland-Pfalz, westliches Mainfranken (Bayern) | 60 kW |
| 100,3 | Ochsenkopf | Oberfranken | 100 kW |
| 100,1 | Brotjacklriegel | Ostbayern, Oberösterreich | 100 kW |
| 106,3 | Hornisgrinde | Nordschwarzwald, Neckar-Alb, Pfalz, östliches Saarland | 80 kW |
| 100,6 | Witthoh | westliche Bodenseeregion | 40 kW |
| 105,1 | Blauen | Breisgau, Südschwarzwald | 10 kW |
| 100,3 | Högl | östliches Oberbayern, Stadt und Umland Salzburg | 15 kW |
Die analoge Programmausstrahlung über Mittelwelle wurde am 31. Dezember 2015 endgültig abgeschaltet.[57]
| kHz | Senderstandort | Sendegebiet | Leistung |
|---|---|---|---|
| 1269 | Neumünster (Arpsdorf) | Schleswig-Holstein, Hamburg, nördliches Niedersachsen | 300 kW |
| 756 | Braunschweig | östliches und südliches Niedersachsen, Sachsen-Anhalt | 200 kW |
| 549 | Nordkirchen | südwestliches Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen | 100 kW |
| 1422 | Heusweiler | Rheinland-Pfalz, Saarland, Rhein-Main, Rhein-Neckar | 400 kW |
| 549 | Thurnau | Nordbayern, Thüringen, südwestliches Sachsen | 100 kW |
| 756 | Ravensburg | Südwürttemberg, Allgäu | 100 kW |
Die analoge Programmausstrahlung über Langwelle wurde zum 31. Dezember 2014 endgültig abgeschaltet.[54]
| kHz | Senderstandort | Sendegebiet | Leistung |
|---|---|---|---|
| 153 | Donebach | Deutschland (außer Ostbayern), Schweiz, Nordosten Frankreichs, Luxemburg, Belgien, Niederlande | 500 kW |
| 207 | Aholming | Südhälfte Deutschlands, Österreich, Tschechien, Slowenien, Nordosten Kroatiens und Bosnien-Herzegowina | 500 kW |
Nach einem Ausfall der Anlage im April 2012 beschloss Deutschlandradio, die analoge Programmausstrahlung über Kurzwelle wegen fehlender Ersatzteile und hoher Reparaturkosten im Mai 2012 endgültig abzuschalten.
| kHz | Band | Senderstandort | Leistung | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 6190 | 49-Meter-Band | Berlin-Britz | 17 kW | seit Ende April 2012 wegen eines Verstärkerausfalls abgeschaltet |
Das laufende Programm ist alsLivestream imOpus-,MP3 undAAC-Format verfügbar.[58] Die Datenrate im Opus-Format beträgt wahlweise 24 oder 64 kbit/s, im MP3-Format 128 kbit/s und im AAC-Format wahlweise 48, 96 oder 192 kbit/s.[58] Ausgewählte Beiträge sind online archiviert und können viaAudio-on-Demand angehört werden. Seit Mitte 2005 besteht ein breites Angebot, das alsPodcast heruntergeladen werden kann. Außerdem gab es bis November 2021[59] mit demDeutschlandradio-Recorder eineOEM-Version desPhonostar-Players 4.0, mit der nicht nur die Sendungen und Podcasts des Deutschlandfunks, sondern auch jene von weiteren 6000 Radiostationen angehört und aufgezeichnet werden konnten. Über den Timeshift-Player konnte bis 24 Stunden im Programm Zurückgespult werden.[60]
2022 wurden Jochen Hubmacher und Iris Milde vom Deutschlandfunk mit derSilbernen Halbkugel desDNK für die KonzertreiheGrundton D derDeutschen Stiftung Denkmalschutz ausgezeichnet.[61]
DieNeue Zürcher Zeitung konstatiert nach einer längeren Hörprobe beim DLF die „nahezu vollständige Abwesenheit von Ironie, Polemik und Zynismus. Der journalistische Ansatz ist häufig ein konstruktiver.“ Kritisch werden jedoch die Nachrichtensendungen beurteilt: „Wer sie anhört, versteht auf Anhieb, warum der Sender als staatstragend gilt: Ein Gutteil der Meldungen besteht in der blossen Wiedergabe von Verlautbarungen der Regierenden.“ Deren Ankündigungen würden „kaum hinterfragt“.[62]
50.9027777777786.9594444444444Koordinaten:50° 54′ 10″ N,6° 57′ 34″ O