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Deutsche Lufthansa (Deutsches Reich)

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Bereits 1918 hatteOtto Firle für dieDeutsche Luft-Reederei das auch heute noch international bekannte Kranich-Logo der 1926 gegründeten Deutschen Luft Hansa AG kreiert. In den Jahren 1933 bis 1945 war die inDeutsche Lufthansa AG umbenannte Fluggesellschaft gehalten, dieHakenkreuzfahne des NS-Regimes auf denSeitenleitwerken ihrer Flugzeuge aufzutragen.

DieDeutsche Lufthansa AG (DLAG), bis 1933Deutsche Luft Hansa AG (DLH), war dienationale Fluggesellschaft desDeutschen Reiches (Weimarer Republik undNS-Staat). Sie wurde am 6. Januar 1926 inBerlin gegründet und musste den Flugbetrieb mit dem Ende des NS-Staats 1945 einstellen.

Die Anfänge der Lufthansa in den 1920er- und 1930er-Jahren waren die Pionierzeit des deutschenLinienflugverkehrs. Der Lufthansa gelangen zahlreiche Pionierleistungen und betriebswirtschaftliche Erfolge. Bereits bis zum Ende der 1920er-Jahre etablierte sich dieDeutsche Luft Hansa als internationale Luftfahrtgesellschaft mit dem erklärten Ziel, ein Liniennetz zwischen allen europäischen Metropolen zu knüpfen. Während der Passagierverkehr der 1933 inDeutsche Lufthansa AG umbenannten Fluggesellschaft in Berlin seit den 1930er Jahren auf demZentralflughafen Tempelhof abgefertigt wurde, entwickelte sich der BerlinerFlugplatz Staaken ab Mitte der 1930er Jahre zur Hauptwerft der Lufthansa. Gemessen an der Infrastruktur und der Vielzahl der Werks- und Überführungsflüge entsprach der Flugplatz Staaken einem Großflughafen nach damaligen Maßstäben. Allerdings diente die Lufthansa-Hauptwerft bis zum Ende desZweiten Weltkriegs größtenteils derLuftwaffe derWehrmacht, das heißt neben der einträglichen Reparatur von Kriegsflugzeugen insbesondere auch als Tarnung der Entwicklung und Austestung militärischer Luftfahrttechnik.

DieAktiengesellschaft wurde im Jahr 1951 von denAlliierten endgültigliquidiert. Die heutigeDeutsche Lufthansa AG ist nichtRechtsnachfolgerin der „alten“Deutschen Lufthansa AG.

Gründung der Deutschen Luft Hansa AG

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Plakat Deutsche Luft-Reederei Weimar-Leipzig-Berlin 1919
EineAEG J.II Kabine derDeutschen Luft-Reederei (D.L.R.), die bereits das „Kranich“-Logo am Seitenruder führte.
Mit Eröffnung der Linienverbindung zwischenBerlin-Staaken undLondon 1922 mit einerKomet II (Kennzeichen D-223) hatte die D.L.R. zugleich den deutschlandweit ersten Flugliniendienst ins Ausland begonnen.[1]

Im Dezember 1917 gründeten die FirmenHAPAG,Luftschiffbau Zeppelin undAEG unter Mitwirkung derDeutschen Bank dieDeutsche Luft-Reederei (D.L.R.). Ihren erstenLinienflug führte die D.L.R. im Februar 1919 vonBerlin nachWeimar durch. Diese Verbindung gilt als die erste zivile Fluglinie Deutschlands. 1920 fusionierte die D.L.R. mit derSablatnig Flugzeugbau GmbH zurLloyd Luftverkehr Sablatnig. 1923 legten HAPAG undNorddeutscher Lloyd ihre Luftfahrtinteressen imDeutschen Aero Lloyd zusammen.

Im selben Jahr, nach Ende derInflation, ging eine Initiative von derReichsregierung aus, die sich eine Verringerung derSubventionszahlungen an die beiden hoch verschuldeten Unternehmen Deutscher Aero Lloyd undJunkers Luftverkehr AG durch deren Fusion erhoffte. Auf privatwirtschaftlicher Seite spielte der stellvertretende Direktor derDeutschen Bank,Kurt Weigelt, dabei eine bedeutende Rolle. Vorsitzender der Fusionskommission war Max Schwab, Vorstandsvorsitzender derRheinbahn AG in Düsseldorf, die wegen ihrer Beteiligung an derDüsseldorfer Flughafenbetriebsgesellschaft an der Entwicklung des Luftverkehrs interessiert war.[2] Anlässlich der Aufnahme des Flugverkehrs Dresden–München wurde bei der Eröffnungsfeier im Dresdner Rathaus der NameLuft Hansa für diese neue geplante Gesellschaft kreiert.[3]

Am 6. Januar 1926 erfolgte die Fusion der beiden Unternehmen durch Gründung derDeutschen Luft Hansa Aktiengesellschaft mit Sitz Berlin. Bereits zu diesem Zeitpunkt verfolgten mehrere der Gründungsmitglieder bzw. die sie beauftragenden und im Hintergrund agierenden Institutionen, rein militärische Ziele mit diesem Schritt. Sie sahen in dem Konstrukt der AG lediglich eine geeignete Form, eine deutsche Luftrüstung und moderne Luftwaffe gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages aufzubauen.[4] Zum provisorischen Direktorium gehörten: MajorMartin Wronsky[5],Otto Julius Merkel (Deutscher Aero Lloyd) sowieErhard Milch (Junkers)[6][7], der anschließend Technischer Direktor und Vorstandsmitglied der Deutschen Luft Hansa AG und ab 1942 als glühender Verfechter des Nationalsozialismus Aufsichtsratsvorsitzender der bereits seit 1933 personell eng mit dem NS-Regime verflochtenen[8][9] Deutschen Lufthansa AG wurde.

Gedenktafel am HausPlatz der Luftbrücke 5, inBerlin-Tempelhof. Auftraggeber für die Gedenktafel war die heutige Deutsche Lufthansa AG mit Sitz in Köln.

1920er-Jahre

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Streckennetz der Luft Hansa vom Sommer 1926 (s. a.[10])
DieDornier Merkur für bis zu 8 Passagiere galt 1927 als das wirtschaftlichste Flugzeug der Luft Hansa
Die Deutsche Luft HansaFocke-Wulf A 17, amFlugplatz Weddewarden (1927)
Eine Deutsche Luft HansaAlbatros L 73, genanntBrandenburg, amFlugplatz Stettin (1927)

Den Schritten zur Gründung der Luft Hansa AG ab Oktober 1925 lagen neben verkehrstechnischen Gesichtspunkten auch militärische Motive zugrunde.[11] Die Flugzeugflotte derDeutschen Luft Hansa Aktiengesellschaft (Luft Hansa) umfasste an ihrem Gründungstag 6. Januar 1926 (s. o.) 162 Flugzeuge, davon waren die meisten veraltete Militärmaschinen aus demErsten Weltkrieg. Jedoch verfügte Luft Hansa mit derJunkers F 13 auch über das erste als Passagiermaschine in Serie gefertigteGanzmetallflugzeug.

Anfänglich hatte der BerlinerFlugplatz Staaken gute Aussichten, der Hauptflughafen der Luft Hansa zu werden. Jedoch wurde innerhalb kurzer Zeit der für den Passagiertransport verkehrsgünstiger gelegeneFlughafen Berlin-Tempelhof zum offiziellen Heimatflughafen der Lufthansa, während der Flugplatz Staaken im Wesentlichen für Trainingsflüge und Wartungsarbeiten in den dortigen Luft-Hansa-Hallen genutzt wurde, die Anfang der 1930er Jahre zum Hauptstandort der damaligen Lufthansa Technik ausgebaut wurden.

So startete am 6. April 1926 der erste Linienflug der Luft Hansa vom Flughafen Tempelhof. Da das Ziel dieses Flugs Zürich (Flugplatz Dübendorf) war, überHalle,Erfurt undStuttgart (Flughafen Böblingen), handelte es sich zugleich um den ersten planmäßigen Auslandsflug der Luft Hansa. Das eingesetzte Flugzeug, einFokker-Grulich-Hochdecker, trug als Firmenlogo der neuen Fluggesellschaft das blau-gelbe Kranich-Emblem, das aus der Kombination der Firmenlogos der beiden Vorgängerfirmen entstand.

Bereits in ihrem Gründungsjahr hatte dieLuft Hansa Versuche mit Nachtflügen unternommen. Als Ergebnis dieser Versuche konnte ein Nachtpost- und Nachtfrachtverkehr aufgenommen werden. Ab dem 1. Mai wurde die erste Nachtflugstrecke mit einer dreimotorigenJunkers G 24 vom FlugplatzTempelhof in Berlin nachKönigsberg (Flughafen Devau) eröffnet.[12]

Ebenfalls bereits im Gründungsjahr wurden Anteile an der 1921 gegründetenDeutsch-Russischen Luftverkehrsgesellschaft (Deruluft) übernommen.[13] Aufsehen erregte die Einrichtung einer regelmäßigen Flugverbindung Berlin–Moskau, einer damals ungewöhnlich weiten Strecke.

Nach dem Fall der Beschränkungen für die deutsche Luftfahrt durch dasPariser Luftfahrtabkommen wurde im Gründungsjahr eine Fluglinie Berlin–Köln (Butzweilerhof)Paris (Le Bourget) in Zusammenarbeit mit den französischen Lignes Farman eingerichtet. Im Sommer kamen die beliebten Bäderstrecken an Nord- und Ostsee hinzu. Ende des Jahres waren bei derLuft Hansa bereits 1527 Personen beschäftigt. Laut Bilanz des ersten Betriebsjahrs wurden mehr als sechs Millionen Flugkilometer zurückgelegt und 56.268 Fluggäste, 258 Tonnen Fracht sowie 301 Tonnen Post transportiert.[6]

Im Jahr 1927 kam eine Reihe weiterer Strecken hinzu, so die StreckeMünchenSalzburgKlagenfurtVenedig. Über dieOstsee führte die vonFlugbooten bediente Teilstrecke der Verbindung Berlin–StettinKopenhagenGöteborgOslo. Im August wurde mit derDeutschen Reichsbahn eine Kooperation beim Frachttransport abgeschlossen. Im Dezember wurden mit Beteiligung derLuft Hansa neue Fluglinien im Ausland gegründet: inSpanien die „Iberia – Compania Aerea de Transportes SA“ mit ihrer StreckeMadridBarcelona. InBrasilien wurde die „Syndicato Condor Ltda.“ ins Leben gerufen.

Im Januar 1928 wurde mitMarseille–Barcelona das letzte Teilstück der Strecke Berlin–Madrid eröffnet. Dies war die längste durchgehende Strecke in Europa, Streckenlänge 2100 Kilometer. Am 12./13. April überquerteHermann Köhl zusammen mitGünther von Hünefeld undJames Fitzmaurice in einerJunkers W 33 (Taufname Bremen) vonBaldonnel inIrland aus denNordatlantik von Ost nach West und landete aufGreenly Island vorLabrador. Es folgte die Errichtung von verschiedenen Schnellverbindungen im Nonstop-Flug (Berlin–Zürich und Berlin–Wien). Im August und September brach eine Junkers W 33 jeweils zu Flügen nach Sibirien auf. Im September/Oktober flog eine Junkers W 33 von Berlin nachTokio.

Zahlenrückgang in der Lufthansa-Bilanz 1929 gegenüber 1928:[14]

19291928
km8.237.8729.590.570
Passagiere87.019111.115
Gepäck690.609868.460

Zum 1. Mai 1929 bot dieDeutsche Luft Hansa AG ihren Passagieren erstmals einen Rückflugschein mit 10 Prozent Ermäßigung an. Im Mai wurden Reichspoststrecken von Berlin nachLondon und von Berlin nachMalmö sowie im Juni vonStuttgart nachBasel eröffnet. Am 22. Juli wurde 400 km vor der Küste während der Jungfernfahrt des SchnelldampfersBremen von einem Katapult aus eineHeinkel HE 12 gestartet, um den regelmäßigen Postverkehr über denNordatlantik zu verkürzen. Zur Vorbereitung der Südatlantiküberquerung flog eineArado vonSevilla nachTeneriffa.

Ende der 1920er-Jahre stornierte dieLuft Hansa bei denBayerischen Flugzeugwerken einen Auftrag für eineHochdeckerkonstruktion in Ganzmetallbauweise für zehn Passagiere, nachdem während eines Fluges Heck undLeitwerk des von ChefkonstrukteurWilly Messerschmitt entworfenen VerkehrsflugzeugsM20 abbrachen, was zu dessen Absturz führte. Später wurde dieLuft Hansa gerichtlich gezwungen, den ursprünglichen Vertrag zu erfüllen. Dies trug Messerschmitt und den Bayerischen Flugzeugwerken die Feindschaft vonErhard Milch ein, des damaligen Luft-Hansa-Chefs (und späterenGöring-Stellvertreters), nachdem Milch in den 1930er-Jahren Staatssekretär imReichsluftfahrtministerium (RLM) geworden war. ImMilch-Prozess wurde er 1947 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt, aber bereits 1954 entlassen.

1930er-Jahre

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Wartebereich der Luft Hansa auf dem Zentralflughafen Tempelhof in Berlin, 1930
Katapultstart der Junkers Ju 46Europa (D-2244) derLUFT-HANSA 1932 von derEuropa
Eine Ju 52 über einerPostkutsche;
Plakat-Entwurf vonMax Ullmann, 1936

Der Beginn der 1930er-Jahre stand im Zeichen derWeltwirtschaftskrise. Trotzdem strebte das Unternehmen zu neuen Zielen. Insbesondere der Südatlantikverkehr und der Ferne Osten galten als lohnende Ziele. So wurden auch hier wieder Pionierleistungen vollbracht.

Zur Vorbereitung der chinesischen Luftfahrt gründete dieLuft Hansa 1930 zusammen mit dem chinesischen Verkehrsministerium im Februar dieEuropäisch-Asiatische Luftpostaktiengesellschaft Eurasia. Das Starten vonPostflugzeugen von Passagierschiffen aus wurde zur Routine. Es wurden in diesem Jahr 24 Starts dieser Art vorgenommen. Vom 18. bis 26. August flog eineDornier Do J („Wal“) unter dem PilotenWolfgang von Gronau vonWarnemünde nachNew York. DieLuftpoststrecke Wien–BudapestBelgradSofiaIstanbul mit einer Postlaufzeit Berlin–Istanbul von nur noch 24 Stunden wurde im Mai eingeweiht.

Bereits seit den 1920er Jahren gab es eine Kooperation mit derDeutschen Reichsbahn beim Personen- und Gepäcktransport. 1930 wurde die Luft Hansa Mitglied imVerein Deutscher Eisenbahnverwaltungen.[15]

Ab Mai 1931 wurde der Postdienst derEurasiaShanghaiNanjingPekingManjur eingerichtet. Im April 1931 erfolgten regelmäßige Alpenüberquerungen. Im Juni wurde ein Flugpendeldienst vonKölnFrankfurt zum Preis einer 2.-Klasse-Bahnfahrkarte erprobt. Im Überseeverkehr führte dieLuft Hansa in diesem Jahr insgesamt 31Katapultstarts durch.

Ab Juli 1932 wurde mit derJunkers G 38 das größte Passagierflugzeug der damaligen Zeit auf der StreckeBerlinAmsterdamLondon eingesetzt. Im Juni wurde als Vorbereitung für die regelmäßige Überquerung des Südatlantiks das FrachtschiffWestfalen desNorddeutschen Lloyd gechartert. Es fanden 36 Katapultstarts vonFlugbooten des Typs Dornier Do J („Wal“) statt und weitere Katapultstarts für Postvorausflüge mit einerJu 46 vom SchnelldampferEuropa auf der Nordatlantikroute.

Bereits mit dem Jahr 1933 begann der Weg der Lufthansa AG in die Beteiligung an den Kriegsverbrechen des nationalsozialistischen Systems. Nicht nur durch die besondere Funktion des Unternehmens bei der Tarnung von Geheimrüstung zum Aufbau der Luftwaffe, sondern auch durch die ab 1933 erfolgte Umstellung auf Kriegstechnik sowie Bereitstellung der Werkstätten zum Aufbau, der Instandhaltung sowie Erprobung der Bomberstaffeln – besonders aus der Typenreihe Ju 52. Das prägte dann die gesamte Arbeit der Lufthansa-Werkstätten bis 1945. Ab diesem Zeitpunkt nahm das Gewicht des Unternehmens als Bestandteil der Luftrüstungsindustrie, des Einsatzes von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen immer größere und verbrecherische Formen an.[16]

Von Mai 1933 an wurden zweiJunkers W 34 nachShanghai überführt. DieHeinkel He 70 wurde in die Erprobung genommen und brach insgesamt acht Weltrekorde. DieDeutsche Reichsbahn strich auf der StreckeBerlinKönigsberg als erste Eisenbahngesellschaft überhaupt einen Nachtzug zugunsten einer Flugverbindung. Neue Versuche mit größeren Katapulten für die Dornier Wal mit acht Tonnen Startgewicht und Versuchsflüge für die Südatlantik-Poststrecke fanden statt. Ab 1933 wurde in der Firmenbezeichnung das Wort „Lufthansa“ zusammen geschrieben.[13]

Junkers Ju 52/3m mit drei Jumo 205 C-Motoren (Postflugzeug 1935)

Im Februar 1934 richtete die Lufthansa die erstetransatlantischePostlinie ein, die über den Südatlantik führte. Zu diesem Zweck wurde das FrachtschiffSchwarzenfels derDDG „Hansa“ gekauft und unter dem neuen NamenSchwabenland zumKatapultschiff umgebaut. Die sogenannten Reichsbahnstrecken von Berlin nachMünster, Stuttgart undBreslau wurden in den Flugplan aufgenommen. Im Mai folgte die neue Strecke von Berlin nachWarschau. Die Reisegeschwindigkeiten stiegen durch den Einsatz derJunkers Ju 52/3m und der Heinkel He 70 steil an. Die Heinkel He 70 flog die sogenannten Blitzstrecken ab Juni zwischenBerlin,Hamburg,Köln undFrankfurt am Main. Im September konnte der einmillionste Fluggast begrüßt werden. Für den Südatlantikdienst kamen jetzt auch Dornier-Wal mit zehn Tonnen Startgewicht zum Einsatz. Ein zweites Stützpunktschiff wurde eingesetzt und der Luftpostverkehr zwischen Deutschland und Südamerika wurde aufgenommen.[6]

Focke-Wulf Fw 200 B Condor der dänischen Fluggesellschaft DDL (Vordergrund) sowie der Lufthansa (Hintergrund)
Böttcherstraße (Bremen), Gedenktafel Condor Rekordflug
Focke-Wulf Fw 200 B „Condor“ der Lufthansa (Modell)
DLH-Logo aufJu-52/3m-Leitwerk
Die Junkers Ju 52/3m (D-ANOY) im Ensemble historischer Flugzeuge amFlughafen München

Im Februar 1935 wurde ein Versuchsflug nachKairo mit einer Junkers Ju 52/3m durchgeführt. In Kooperation mit derKLM nahm die Lufthansa die StreckeAmsterdamMailand in den Flugplan auf. Ab April wurden die Südatlantikstrecken mit Wasserflugzeugen auch im Nachtflug beflogen. Im August konnte bereits der 100. Postflug auf der Südatlantikroute gefeiert werden. Ein drittes Stützpunktschiff wurde in Auftrag gegeben. Zwei bereits 1933 bestellteBoeing 247 ergänzten vorübergehend die Flotte der Landflugzeuge. Als drittes Flugzeug aus US-Produktion kam eineDC-2 hinzu.

Zu Beginn desSpanischen Bürgerkrieges 1936 brachten zwanzigJu 52 derDeutsche Lufthansa AG auf BefehlAdolf Hitlers TruppenFrancos vonTétouan inSpanisch-Marokko nachCádiz; sie umgingen so die republikanische Marineblockade in der Straße von Gibraltar. Dies war die erste Luftbrücke der Geschichte und ermöglichte so den Sieg Francos gegen dieZweite Spanische Republik.[17]

1936 feierte dieDeutsche Lufthansa AG ihr 10-jähriges Jubiläum. Für den Südatlantikdienst wurden Flugboote des TypsDornier Do 18 mitJunkers-Dieselmotoren beschafft. Damit konnte der Ozean auch beiBlindflugbedingungen überquert werden. Zur Erkundung der Asienstrecken überflog eine Junkers Ju 52/3m denHindukusch und denPamir.

Im Juli 1937 wurde in Ecuador dieSociedad Ecuatoriana de Transportes Aereos (Abkürzung SEDTA) gegründet. Die Lufthansa vercharterte an diese Gesellschaft zweiJunkers W 34. Es folgten mit den neuenBlohm & Voss Ha 139 Versuchsflüge über den Nordatlantik, die erfolgreich verliefen. Im Oktober begann der Postflugdienst von Berlin nachBagdad. Diese Linie wurde kurz darauf bis nachTeheran verlängert.

Im April 1938 wurde die Route von Berlin nach Teheran auch für den Passagierdienst freigegeben und kurz darauf nachKabul verlängert.[18] InPeru wurde eineTochtergesellschaft gegründet. Lufthansa stellte die als ziviles Langstreckenverkehrsflugzeug konzipierte viermotorigeFocke-Wulf Fw 200 „Condor“ bereits ein Jahr nach ihrem Erstflug (27. Juli 1937) in den Liniendienst. Im Normalbetrieb konnte die Maschine 25 Passagiere aufnehmen und 3000 km weit fliegen. Die Probeflüge waren so überzeugend, dass die Lufthansa sofort die erste Serie in Auftrag gab. So folgten dem Prototyp einige Fw 200 A und die erste größere Serienversion, die Fw 200 B. Mit einerFlügelfläche von 118 Quadratmetern war die Condor fast so groß wie der heutigeAirbus A 320. Am 10. August 1938 flog die mit Zusatztanks im Rumpf ausgestattete Fw 200 V1 „Condor“ (D-ACON, Lufthansa-Taufname „Brandenburg“), Werk-Nr. 2000, unter dem Kommando von Flugkapitän Alfred Henke und mit HauptmannRudolf von Moreau (2. Pilot), Paul Dierberg (Oberfunker-Maschinist) und Walter Kober (Oberflugzeugfunker) als erstes landgestütztes Passagierlangstreckenflugzeug nonstop die 6.371,302 Kilometer lange Strecke vonStaaken zumFloyd Bennett Field in New York City in 24 Stunden, 56 Minuten und 12 Sekunden; dies entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 255,499 km/h. Auf dem Rückflug von New York nachBerlin-Tempelhof legte die Maschine eine Strecke von 6.392 km in 19 Stunden und 55 Minuten zurück; dies entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 321 km/h. Beide Flüge wurden von derFAI als Flugweg-Rekorde der 2. Kategorie (Rekord mit Besatzung) anerkannt[19], was die damalige Spitzentechnik im zivilen Flugzeugbau darstellte.

Am 28. November 1938 startete die D-ACON mit derselben Besatzung und mit Bordwart Georg Kohne (Focke-Wulf) und Konsul Heinz Junge (Direktor der Focke-Wulf-Flugzeugbau GmbH Berlin) von Berlin-Tempelhof aus zu einem weiteren Rekordflug mit drei Zwischenlandungen in Basra, Karatschi und Hanoi nach Tokio (Ankunft in Tokio am 30. November 1938). Bei diesem Flug flog die Condor insgesamt 13.844 km in 46 Stunden und 18 Minuten. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 192 km/h (incl. Bodenzeiten in Basra, Karachi und Hanoi).[20] Auf dem Rückflug musste D-ACON in der Cavite-Bucht vor Manila am 6. Dezember 1938 wegen eines Defektes der Treibstoffleitung notwassern. Insgesamt absolvierte die Lufthansa im letzten vollen Betriebsjahr 1938, das auch ein Rekordjahr gewesen war, allein im Europa-Verkehr 19,3 Millionen Flugkilometer, wobei 254.713 Passagiere und 5.288 Tonnen Briefe befördert wurden.[6]

Anfang 1939 fand dieDeutsche Antarktische Expedition 1938/39 statt: Von dem ExpeditionsschiffSchwabenland aus starteten per Katapult zweiDornier Wal, die auf mehreren Erkundungsflügen insgesamt 350.000 Quadratkilometer fotografierten. Dieses Gebiet wurde nach dem SchiffNeuschwabenland genannt. Zum 1. April 1939 wurde von der brasilianischen Lufthansa-TochtergesellschaftSyndicato Condor die transkontinentale Strecke vom brasilianischenNatal nachSantiago de Chile übernommen. Ende Juni überquerte eine Focke-Wulf Fw 200 als erstes Landflugzeug der Lufthansa in 9 Stunden 47 Minuten im Nonstop-Flug den Südatlantik. Im April/Mai flog eine Junkers Ju 52/3m überBangkok,Hanoi undTaipeh nach Tokio. Ein Liniendienst von Berlin nach Bangkok in fünf Etappen wurde ab Ende Juli angeboten. Am 25. August 1939 um 15:02 Uhr erteilte Hitler den Befehl, den „Fall Weiß“ auszulösen (d. h. Polen anzugreifen). Dieser Befehl wurde zwar etwa um 18:15 Uhr wieder aufgehoben, hatte jedoch zur Folge, dass am 26. August 1939 der planmäßige Linienverkehr der Lufthansa „vorläufig“ eingestellt wurde. Mit wenigen Ausnahmen wurde fast der gesamte Lufthansa-Flugzeugpark samt Besatzungen in dieLuftwaffe integriert und bildete dort den Stamm desKampfgeschwader z. b. V. 172 (z. b. V. – zur besonderen Verwendung), geführt von Freiherrvon Gablenz,Major der Reserve. Gablenz war Vorstandsmitglied seit 1933 und in den 1920er und 1930er Jahren maßgeblich am Ausbau des Überseeflugnetzes und moderner Flugtechnik beteiligt. Innerhalb des Geschwaders gab es eine sogenannte „Sonderstaffel“, die ausschließlich aus Angehörigen der Lufthansa bestand und der sämtliche viermotorigen Maschinen (alsoJu 90, FW 200 undJunkers G 38) zugeteilt waren. Am 29. August 1939 erhielt diese Sonderstaffel ihren ersten Auftrag: dieReichstagsabgeordneten aus dem ganzen Deutschen Reich nach Berlin zu holen. Per Funk wurden die Flugzeuge jedoch zurückbeordert, da der Angriffsbefehl (s. o.) widerrufen wurde. Der gesamte zivile Luftverkehr wurde dann am 30. August 1939 völlig eingestellt. Am Abend des 31. August wurde dann der Auftrag ausgeführt, die Reichstagsabgeordneten nach Berlin zu befördern. Dort erfuhren sie am nächsten Morgen (1. September 1939) hochoffiziell, dass „seit 5:45 Uhr zurückgeschossen werde“. DerZweite Weltkrieg hatte begonnen. Am 21. September 1939 erfolgte dann, allerdings nicht ab Tempelhof, sondern etwa 20 km südlich von Berlin vomFlugplatz Rangsdorf aus, eine bescheidene Wiederaufnahme des Flugverkehrs auf der Strecke Berlin–Danzig–Königsberg. Es folgte am 18. Oktober die Strecke Berlin–Wien–Budapest–Belgrad.

1940er-Jahre

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Ju 52/3m in DLH-Farben

Bis zum 7. März 1940 gab es keine Lufthansa-Flüge mehr ab Tempelhof – erst zu diesem Tage wurde der Heimathafen der Lufthansa wieder planmäßig angeflogen. Ende November 1940 wurde der Eurasia-Dienst nach Intervention der chinesischen Regierung eingestellt. Der Stützpunkt inKunming wurde geräumt und sämtliche Mitarbeiter verließen dieRepublik China.

Mitte Dezember 1941 musste die brasilianischeSyndicato Condor den Betrieb einstellen. Bereits am 22. März musste die Deruluft liquidiert werden. Am 27. Oktober flog die Lufthansa erstmals seit dem Beginn desKrieges gegen die Sowjetunion wieder nachRiga undHelsinki.

Ab 1942 mussten mehr und mehr Strecken eingestellt werden, weil sich die Kampfhandlungen zu Ungunsten desDeutschen Reichs entwickelten. Flugreisen konnten nicht mehr frei verkauft werden, sondern mussten von staatlichen Stellen genehmigt werden. Werften und Personal der Lufthansa standen praktisch im Dienst der Luftwaffe. Im selben Jahr wurde das „Syndicato Condor Ltda.“ in „Servicos Aereos Cruzeiro do Sul Ltda.“ umbenannt. Von Gablenz, mittlerweile am 1. November 1941 zumGeneralmajor ernannt und damit erster General der Reserve, stürzte am 21. August 1942 tödlich ab.

Letzte Flugverbindungen 1944

1943 bis 1945 wurden nach und nach immer mehr Strecken kriegsbedingt eingestellt. Nunmehr waren sämtliche Lufthansa-Piloten und die Lufthansa-Ausbesserungsbetriebe der Luftwaffe unterstellt. Zivilmaschinen der Lufthansa wurden zu Militärtransportern umgerüstet und von der Luftwaffe zweckentfremdet. Am 23. März 1945 gab die Lufthansa ihren letzten Flugplan heraus. Am 21. April 1945 führte die Lufthansa von Berlin aus den letztenLinienflug durch[6] und mit einer Ju-52 startete am 22. April 1945 von Berlin-Tempelhof nachWarnemünde der allerletzte Flug der „alten“ Lufthansa.

Nach 19 Jahren Unternehmensgeschichte war die Deutsche Lufthansa AG am Ende: Mit dem Kriegsende unterstellten die Alliierten die Luftfahrt über deutschem Gebiet ihrer Kontrolle und untersagten zunächst alle zivilen Flüge.

Ende 1946 hatte man in den Berliner Lufthansa-Werften die „Fa­brikation von Möbeln und anderen Einrich­tungsgegenständen“ aufgenommen.[21]

Erst am 1. Januar 1951 wurde das Restvermögen des alten UnternehmensDeutsche Lufthansa AG von den Alliierten vollständig liquidiert. Damit endete die Unternehmensgeschichte der „alten Deutschen Lufthansa AG“ auch in rechtlicher Hinsicht.

Verhältnis zum NS-Regime

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Subventionierung

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Zu keiner Zeit flog die Lufthansa wirtschaftlich. Seit ihrer Gründung wurde sie und die Mehrzahl der Projekte staatlichsubventioniert. Ab 1933 wurde dieser Weg verboten, da sie sich nunmehr über Rüstungsfinanzierungen und die Erprobung von Luftwaffentechnik quer-finanzierte. Gegen Ende der Weimarer Republik stand die Lufthansa vor allem wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor schwierigen Situationen. Der Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft und der Einstieg in die Rüstungsindustrie schufen neue Bedingungen. So wurde beispielsweiseHermann Göring bereits als einfacher Reichstagsabgeordneter bestochen[22] undAdolf Hitler bekam im Wahlkampf permanent und kostenlos ein Flugzeug gestellt.[23] Entsprechend waren die Jahre 1933 bis 1945 von der Vereinnahmung der Lufthansa durch das NS-Regime geprägt, die Jahre vor Beginn desZweiten Weltkriegs zudem durch die Kriegsvorbereitungen desDeutschen Reichs. Weil die Lufthansa das Ziel der Wirtschaftlichkeit aber bis zur Betriebseinstellung im April 1945 auch nicht annähernd erreichte, stand sie mehrfach auch in dieser Zeit kurz davor, aufgegeben zu werden.[24]

Zwangsarbeit in den Reparaturwerkstätten der Lufthansa

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Zu Beginn des so genanntenDritten Reiches hatte die Lufthansa bis 1936 über den zivilen Linienflugbetrieb hinaus die Aufgabe, Rüstung in der Luftfahrt, die nach demFriedensvertrag von Versailles Deutschland nicht gestattet war, zu verdecken. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Passagierflugzeuge der Lufthansa auch für Kriegszwecke eingesetzt.

Nach den Forschungsergebnissen vonLutz Budraß von derRuhr-Universität Bochum wurde erstmals auch aus wissenschaftlicher Perspektive bestätigt, dass in der Zeit von 1933 bis 1945 die „alte“ LufthansaZwangsarbeiter beschäftigte. In dieser Zeit hat das Unternehmen mindestens 10.000 männliche und weiblicheJuden und Oppositionelle aus den unterschiedlichsten Regionen zwangsweise beschäftigt.[25] Ihre Tätigkeit war im Wesentlichen die Reparatur von Flugzeugen derLuftwaffe.[26]

„Es stellte sich heraus, dass die besondere Rolle der Lufthansa bei der Beschäftigung von Zwangsarbeitern keine Verirrung war, eine Handlungsweise, die ihr von den Nationalsozialisten aufgezwungen war oder gar Folge eines nationalsozialistischen Moralkodex, sondern ein sehr bewusst in Kauf genommenes Ergebnis ihrer Wirtschaftlichkeitsstrategie, um nach dem Ausfall der eigentlichen Einnahmequelle Kapital für eine grundstürzende Modernisierung ihrer Flotte für den Luftverkehr der Nachkriegszeit zu sammeln.“

Lutz Budraß:Adler und Kranich

In der DokumentationFliegen heißt Siegen. Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa berichtet der Journalist Christoph Weber über ca. 17.000 Zwangsarbeiter, darunter jüdische Deutsche, Ukrainer, Russen und Angehörige anderer Nationen, die inBerlin-Staaken,Berlin-Tempelhof undLeipzig-Schkeuditz zum großen Teil in der Flugzeugreparatur zwangsarbeiten mussten, darunter auch Kinder, die von der Schulbank verschleppt, angelernt und nach Deutschland transportiert worden waren.

Flucht von Erich Schatzki vor dem NS-Regime

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Bald nach derMachtübergabe an die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 beurlaubte die LufthansaErich Schatzki, technischer Direktor der Lufthansa, wegen seiner jüdischen Herkunft. Nachdem dieNiederlande 1940 von der Wehrmacht erobert worden waren, warnte ihn der damalige Lufthansa-DirektorCarl August von Gablenz wiederholt vor der akuten Gefahr durch dieJudenverfolgung. Mit seiner Familie floh Schatzki daraufhin überFrankreich undSpanien im Juni 1941 in die Vereinigten Staaten[8].

Lufthansa-Aufsichtsrat

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Im sogenanntenNürnberger Milch-Prozess vom 2. Januar bis 17. April 1947 vor dem amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg warErhard Milch, Aufsichtsratsvorsitzender der erst 1951 durch die Alliierten liquidierten Deutschen Lufthansa AG und zugleich ehemaliger Generalfeldmarschall, wegenKriegsverbrechen undVerbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Konkret vorgeworfen wurde Milch u. a. eineMittäterschaft bei der ungesetzlichen Pressung zurZwangsarbeit und beim völkerrechtswidrigen EinsatzKriegsgefangener zu Arbeiten, die direkt mitKriegshandlungen in Verbindung standen. Zudem wurde seine Mitverantwortung für Misshandlung undMord an Kriegsgefangenen angeklagt. Mit Urteil vom 17. April 1947 wurde Milch zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt (vorzeitige Entlassung aus der Haft am 28. Juni 1954).

Kurt Weigelt, Luft-Hansa-Mitgründer (1926),SS-Fördermitglied und Kriegsverbrecher,[27] war sowohl der letzte stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende[28] der damaligen Lufthansa als auch Aufsichtsratsvorsitzender sowohl der Vorbereitungs- und Gründungsgesellschaft LUFTAG[29] (1953–1954, s. o.) als auch der daraus hervorgegangen heutigen Deutschen Lufthansa AG.[27][30] AuchKurt Knipfer war sowohl zu NS-Zeiten als auch in den 1950er Jahren Mitglied in den o.a. Aufsichtsräten (jeweils als Ministerialbeamter).[31]

Syndikus Klaus Bonhoeffer

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Dass die Lufthansa nicht ausschließlich aus Sympathisanten und Mitläufern des NS-Regimes bestand, belegt die Beschäftigung vonKlaus Bonhoeffer, des Bruders des seit 1933 in öffentlicher Opposition zuerst zur Kirchenpolitik des Regimes stehendenDietrich Bonhoeffer. Klaus Bonhoeffer war ab 1935 Rechtsanwalt in der Rechtsabteilung der Lufthansa und ab 1939 deren Chef-Syndikus bis zu seiner Verhaftung im Zusammenhang mit demAttentat vom 20. Juli 1944, in das er eingeweiht war und infolge dessen er noch am 22. April 1945 mit 12 Mitgefangenen durch Genickschuss ermordet wurde.

Flugzeugmuster im Einsatz bei der Deutschen Lufthansa 1928–1945

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FlugzeugtypErsteinsatzAusgemustertAnzahl/Anmerkung
Arado V I192919291 Frachtflugzeug, durch Unfall zerstört
BFW M 201929193114
Blohm & Voss Ha 13919371939Wasserflugzeug für den Frachtdienst
Blohm & Voss BV 14219391940Frachtflugzeug
Boeing 2471935
Dornier Do 1819371939Flugboot für den Frachtdienst
Dornier Do R19281932Flugboot
Dornier C III Komet19261933
Dornier Merkur192730 Hochdecker für 8 Passagiere; Luft Hansa war Hauptabnehmer dieses als wirtschaftlichstes Flugzeug seiner Zeit geltenden Musters
Dornier Wal19261940Flugboot für den Frachtdienst
Douglas DC-21935
Douglas DC-319401944
Focke-Wulf A 3219342 Maschinen von derNordbayerischen Verkehrsflug GmbH (NoBa)
Focke-Wulf A 33193719381
Focke-Wulf A 38193119344
Focke-Wulf Fw 58193819435
Focke-Wulf Fw 20019381945
Fokker-Grulich F.II
Fokker-Grulich F.III
19261935
Heinkel HE 12192919311 Maschine im Postdienst, nach Unfall abgeschrieben
Heinkel HE 58193019321 Maschine im Postdienst
Heinkel He 7019341937Passagier- und Postdienst
Heinkel He 11119361940Passagierdienst
Heinkel He 1161938Postflugzeug
Junkers F.1319261938
Junkers G 2419261938
Junkers G 31192819358
Junkers G 38193019392, davon eine Maschine nach Unfall 1936 abgeschrieben.
Junkers Ju 4619321939Postdienst
Junkers Ju 5219351945
Junkers Ju 86193619455
Junkers Ju 9019381940
Junkers Ju 1601935194121
Junkers Ju 290194319453
Junkers W 33
Junkers W 34
1929
1926
1929Postdienst
Rohrbach Ro VIII19271936
Rumpler C.I1926mindestens 6, von derRumpler Luftverkehr gekauft
Udet U 11 Kondor192619281 (einziges gebautes Exemplar), bei Flugunfall zerstört

Flugziele

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Hinweis: Über einige der damals existierenden und genutzten Flugplätze liegen keine zuverlässigen Quellen vor. Diese sind mit „Flugplatz unbekannt“ gekennzeichnet.

Flugziele in Europa bis 1940

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Belgien
Bulgarien
Dänemark
Deutsches Reich
Estland
Finnland
Frankreich
Generalgouvernement Polen
Griechenland
Großbritannien
Italien
Jugoslawien
Lettland
Litauen
Niederlande
Norwegen
Portugal
Rumänien
Schweden
Schweiz
Sowjetunion (UdSSR)
Spanien
Slowakei
Türkei
Ungarn

Flugziele im Nahen Osten bis 1940

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Afghanistan
Iran
Irak
Syrien

Flugziele während des Zweiten Weltkriegs

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Bulgarien
Dänemark
Deutschland
Griechenland
Italien
Jugoslawien
Norwegen

Ergänzend flog die alte Lufthansa planmäßig mit Wasserflugzeugen Flugziele entlang der norwegischen Küste vonTrondheim bisKirkenes an.

Portugal
Rumänien
Schweden
Schweiz
Sowjetunion (UdSSR)
Spanien
Tschechoslowakei
Türkei
Ungarn

Zwischenfälle

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  • Am 12. März 1937 stürzte eineHeinkel He 111 der Deutschen Lufthansa (LuftfahrzeugkennzeichenD-ALIX), beladen mit Luftpost, bei Bathurst ab. Die vier Besatzungsmitglieder wurden nicht aufgefunden.[34]
  • Am 12. November 1937 zerschellte eine Heinkel He 111 der Lufthansa (LuftfahrzeugkennzeichenD-AXAV) auf einem Linienflug von Berlin nach Mannheim bei Schriesheim am BergWeißer Stein (Odenwald) (10 km östlich von Mannheim). Von den zwölf Personen an Bord wurden 10 getötet (siehe auchFlugunfall der He-111 „Köln“ 1937).[35]
  • Am 29. Oktober 1940 kam es mit einerDouglas DC-3-220 der Lufthansa(D-AAIH) auf demFlughafen Berlin-Tempelhof bei schlechtem Wetter zu einem Startunfall. Beide Piloten kamen ums Leben.; die 12 Passagiere überlebten den Unfall.[36]
  • Am 8. November 1940 stürzte eineJunkers Ju 90 der Lufthansa(D-AVMF) auf dem Weg von Berlin nach Budapest beiBrauna,Sachsen, ab. Die 6 Besatzungsmitglieder sowie alle 23 Fluggäste kamen ums Leben. Absturzursache war Vereisung des Leitwerks. Es war der zu diesem Zeitpunkt schwerste Unfall der Deutschen Lufthansa.[37]
  • Am 9. Dezember 1942 streifte eineDouglas DC-3-194F der Lufthansa(D-ABBF) im Nebel kurz vor der Landung auf demFlughafen Madrid-Barajas (Spanien) Bäume und stürzte zu Boden. Alle 24 Insassen überlebten den Unfall.[38]
  • Im Jahr 1943 (genaues Datum unbekannt) wurde eineDouglas DC-3-220A der Lufthansa(D-AAIF) an einem unbekannten Ort während eines Luftangriffs zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.[39]
  • Am 15. Januar 1944 flog eine von Thessaloniki kommendeJunkers Ju 52/3m der Lufthansa(D-ADQW) beim Anflug auf denFlughafen Belgrad-Zemun in einen Hügel. Das Wetter war durch tiefe Wolken in etwa 200 m Höhe bestimmt. Alle drei Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere wurden getötet.[40]
  • Am 21. April 1944 musste mit einerDouglas DC-3-220B der Lufthansa(D-AAIG) etwa 72 Kilometer südlich desZielflughafens Oslo-Fornebu (Norwegen) eineNotwasserung imOslofjord durchgeführt werden. Grund waren Rauch und Feuer von einer Signalfackel, die im Cockpit aktiviert worden war. Von den 20 Insassen kamen 9 ums Leben, alle drei Besatzungsmitglieder und 6 Passagiere.[41]
  • Am 14. August 1944 wurde eine Douglas DC-3-220A der Lufthansa(D-AAIE) amFlughafen Stuttgart bei einem Tagesangriff eines USAAF-Bombers des TypsBoeing B-17 Flying Fortress irreparabel beschädigt. Personen kamen nicht zu Schaden.[42]
  • Am 20. April 1945 wurde eineJunkers Ju 52 der Lufthansa beiGlienig von sowjetischen Streitkräften abgeschossen. 17 der 18 Personen an Bord kamen dabei ums Leben.[43]

Siehe auch

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Literatur

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  • Joachim Wachtel, Günter Ott:Im Zeichen des Kranichs. Die Geschichte der Lufthansa von den Anfängen bis 1945. Piper, München 2016,ISBN 978-3-492-05788-2.
  • Lutz Budraß:Adler und Kranich. Die Lufthansa und ihre Geschichte 1926–1955. Blessing, München 2016,ISBN 978-3-89667-481-4.
  • Jochen K. Beeck:Im Zeichen des Kranichs. Die Flugzeuge der Lufthansa 1926–2006. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2006,ISBN 3-613-02668-6.
  • Günter Stauch (Hrsg.):Das große Buch der Lufthansa. Von der ‚Tante Ju‘ bis zum Super-Jumbo. Verlag Geramond, München 2002,ISBN 3-7654-7248-4.
  • Joachim Wachtel, Rita Temme-Storbeck, Horst Wähner:Die Zeit im Fluge. Geschichte der Deutschen Lufthansa 1926 bis 1990. Deutsche Lufthansa, Frankfurt am Main 2005.

Dokumentarfilm

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  • Fliegen heißt Siegen. Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa. Dokumentarfilm vonChristoph Weber. WDR/HR 2009.

Weblinks

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Commons: Deutsche Luft Hansa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Uwe Mehlitz:Riesenzigarren und silberne Kraniche über Berlin: Der Luftschiff- und Flughafen Staaken – ein bedeutender Ort der Luftfahrtgeschichte. 2017, Kindle Edition
  2. Die Zukunft liegt auch in der Luft. Internetseite der Rheinbahn AG zur Unternehmensgeschichte (Memento vom 23. Dezember 2010 imInternet Archive), abgerufen am 15. August 2010.
  3. „Wie man der April-Ausgabe 1926 des frühen Luftfahrtmagazin ‚Ikarus‘ entnehmen kann, wurde der an die mittelalterliche Hanse erinnernde Name der geplanten neuen Fluggesellschaft in Dresden ‚geboren‘ – er soll erstmals gebraucht worden sein, als im Sommer 1924 imDresdner Rathaus die Eröffnung der Flugverbindung Dresden – München gefeiert wurde.“ Zitiert nach:Der Name Luft Hansa wurde in Dresden geboren (Memento vom 30. Januar 2017 imInternet Archive), Mitteilung der Lufthansa Group vom 10. August 2015 (PDF). Abgerufen am 30. Januar 2017.
  4. Lutz Budrass, Adler und Kranich. Die Lufthansa und ihre Geschichte 1926–1955, Blessing Verlag München 2016, S. 126ff.
  5. Die Zusammenarbeit des Flugzeugs mit den anderen Transportmitteln, Major Martin Wronsky, in der ZeitschriftL’Aérophile, Paris, Dezember 1935, Bibliothèque nationale de France (französisch).
  6. abcdeLorenz Sönnichen:40 Jahre Verkehrspolitik.BMV 1990, S. 104–106.
  7. Die Aéro Lloyd-Junkers-Fusion, in der ZeitschriftL’Aéronautique, Paris, Februar 1926, Bibliothèque nationale de France (französisch)
  8. abARD-/arte-Dokumentation von Juli 2010 vonChristoph Weber:„Fliegen heißt Siegen – Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa“
  9. SPIEGEL-Artikel vom 3. August 2010: „Kranich unter dem Hakenkreuz“
  10. Die Luft Hansa und Ihre Linien, in der ZeitschriftL’Aéronautique, Paris, November 1926, Bibliothèque nationale de France (französisch)
  11. Lutz Budrass:Adler und Kranich. Die Lufthansa und ihre Geschichte 1926–1955. 1. Auflage. Karl Blessing Verlag, Muenchen 2016,ISBN 978-3-89667-481-4,S. 126. 
  12. Hans-Ulrich Ohl:Leuchtfeuer weisen den Weg durch die Dunkelheit. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Januar 2009.
  13. abLufthansa – Geschichte in Kürze. Archiviert vom Original am 22. Oktober 2009; abgerufen am 17. Februar 2015. 
  14. Deutscher Luftverkehr 1929, in der ZeitschriftL’Argus économique d’Indochine, Paris, 8. Mai 1930, Bibliothèque nationale de France (französisch).
  15. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.):Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 15. November 1930, Nr. 54. Bekanntmachung Nr. 764, S. 345.
  16. Lutz Budrass, Die Lufthansa und ihre Ausländischen Arbeiter im Zweiten Weltkrieg, Lufthansa AG Frankfurt/Main 2001, S. 6ff.
  17. Michael Mueller: Canaris – Hitlers Abwehrchef. Propyläen, Berlin 2006,ISBN 978-3-549-07202-8, S. 191–194.
  18. Lexikon der Luftfahrt, Springer Verlag 2007,ISBN 978-3-540-49095-1, Seite 395
  19. „Condor“-Rekord-Flüge Berlin–New York–Berlin, Deutsche Lufthansa AG, Köln, Firmenarchiv
  20. „Condor“-Rekord-Flug Berlin–Tokio, Deutsche Lufthansa AG, Köln, Firmenarchiv
  21. Dornier-Werke fabrizieren Kochtöpfe. In: Wiener Kurier. Herausgegeben von den amerikanischen Streitkräften für die Wiener Bevölkerung, 6. Oktober 1945, S. 2 (online beiANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/wku
  22. Jan Scheper:Der Führer flog kostenlos taz.de, vom 21. Juli 2010, abgerufen am 22. Juli 2010.
  23. Joachim Huber:Passagier Hitler Tagesspiegel, vom 21. Juli 2010.
  24. Lutz Budrass:Adler und Kranich, Die Lufthansa und ihre Geschichte 1926–1955, Einleitung, Blessing Verlag 2016,ISBN 978-3-641-11246-2
  25. Manfred Köhler,Fernsehfilm sorgt für Unruhe bei der Lufthansa, in:Frankfurter Allgemeine Zeitung, Rhein-Main vom 4. August 2010 (online)
  26. taz.de: Arte-Doku – Der Führer flog kostenlos, 21. Juli 2010
  27. ab„Die braune Geschichte der Lufthansa“ (Memento vom 13. April 2016 imInternet Archive), Artikel der „[Mittelbayerische Zeitung]“ abgerufen am 18. Mai 2023
  28. Aus der „Chronik Flughafen Frankfurt am Main: Aus dem Nachlaß von Verkehrsdirektor Rudolf Lange der Flughafen Frankfurt AG“ von Rudolf Lange, International Advisory Group Air Navigation Services (ANSA), 1. Oktober 1975, 676 Seiten
  29. Bildunterschrift auf der Website der Foto- und Nachrichtenagentur Nyhetsbyrån
  30. Christoph Weber, in „Fliegen heißt Siegen. Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa“, Dokumentation 2009, produziert vomWDR
  31. Kranich unterm Hakenkreuz – Lutz Budrass im Gespräch mit Katrin Heise, Aufzeichnung des Deutschlandfunks vom 12. März 2016
  32. timetableimages.com
  33. abtimetableimages.com
  34. Disaster in Gambia 12 March 1937, Zugriff Juli 2011
  35. Unfallbericht He 111 D-AXAV,Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. Januar 2023.
  36. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 D-AAIH imAviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2023.
  37. Unfallbericht Junkers Ju 90 D-AVMF,Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 17. Dezember 2017.
  38. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 D-ABBF imAviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2023.
  39. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 D-AAIF imAviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2023.
  40. Unfallbericht Ju 52 D-ADQW,Aviation Safety Network (englisch) abgerufen am 17. Dezember 2017.
  41. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 D-AAIG imAviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2023.
  42. Flugunfalldaten und -bericht DC-3 D-AAIE imAviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Januar 2023.
  43. https://www.ardmediathek.de/serie/der-letzte-flug-ein-deutsches-geheimnis/staffel-1/Y3JpZDovL3JiYi1vbmxpbmUuZGUvZGVyLWxldHp0ZS1mbHVn/1
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