Der Schwarze Falke
Film | |
Titel | Der Schwarze Falke |
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Originaltitel | The Searchers |
Produktionsland | USA |
Originalsprache | Englisch |
Erscheinungsjahr | 1956 |
Länge | 119 Minuten |
Altersfreigabe |
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Produktionsunternehmen | Warner Bros. |
Stab | |
Regie | John Ford |
Drehbuch | Frank S. Nugent |
Produktion | C. V. Whitney |
Musik | Max Steiner |
Kamera | Winton C. Hoch |
Schnitt | Jack Murray |
Besetzung | |
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→Synchronisation→ |
Der Schwarze Falke (Originaltitel:The Searchers) ist einUS-amerikanischerWestern von 1956. BeiJohn Fords 115. Spielfilm handelt es sich um die Adaption eines Romans vonAlan Le May. Der Film greift in Ansätzen das wahre Schicksal vonCynthia Ann Parker auf.[1][2] Ford ließ sich für den Film zudem von der wahren Geschichte des schwarzen Cowboys Britt Johnson, eines ehemaligen Sklaven, inspirieren, der bei Ford allerdings von dem weißen John Wayne verkörpert wird.[3]
Die Hauptrollen in John FordsEpos spielenJohn Wayne undJeffrey Hunter, wichtige Nebenrollen übernahmenVera Miles,Natalie Wood,Ward Bond undHank Worden sowie (als Mexikaner) der AltstarAntonio Moreno. John Wayne bezeichnete den Film oft als seinen schönsten.[4] Sowohl John Ford als auch John Wayne waren der Ansicht, dassDer Schwarze Falke der beste Film sei, den sie je zusammen gedreht hätten.[5]
Dieser Meinung schlossen sich über die Jahre hinweg immer mehr Filmkritiker und Cineasten an. So war der Film 1995 der meistgenannte Lieblingsfilm von Filmschaffenden in einer Umfrage des Magazinssteadycam.[6] 2012 wurdeDer schwarze Falke bei einer Umfrage unter Filmkritikern im MagazinSight & Sound auf Platz 7 der besten Filme aller Zeiten gewählt.[7] In der Liste desAmerican Film Institute der 100 besten amerikanischen Filme aller Zeiten liegt der Western auf dem zwölften Platz.
Handlung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Texas, 1868: Drei Jahre nach dem Ende desSezessionskriegs (1861–1865) kehrt Ethan Edwards zurück. Sein grauer Militärmantel mit den Rangabzeichen einesSergeanten, die Uniformhosen und ein Säbel (sowie das von der Filmmusik kurz angestimmteRebellenlied„Bonnie Blue Flag“) weisen ihn als ehemaligen Angehörigen derKonföderierten Armee aus. Was Ethan seit der Niederlage derSüdstaaten getan hat, ist nur zu vermuten; nach Meinung des Anführers derTexas Rangers,Captain Clayton, könnten vieleSteckbriefe auf ihn zutreffen. Die Orden, die Ethan der kleinen Debbie schenkt, lassen annehmen, dass er sich zwischenzeitlich imZweiten Französisch-Mexikanischen Krieg (1861–1867) als Söldner verdingte, wie es ihm viele andere ehemalige „Rebellen“ gleichtaten. Seinem Bruder Aaron drückt der Heimkehrer frisch geprägte Goldstücke in die Hand, mit den Worten: „Ich werde euch nicht auf der Tasche liegen.“ Seinen Säbel schenkt er seinem Neffen Ben. Zur Familie gehören außerdem Lucy und Martin Pawley, der mit seinem AchtelCherokee-Blut für Ethan „fast schon wie ein Halbblut“ aussieht. Durch die Art, wie Ethan seine Schwägerin Martha ansieht und wie diese seinen Mantel nimmt, wird schnell deutlich, dass er sie liebt – eine Liebe, die allen, außer Reverend Samuel Clayton, verborgen bleibt.
Die Männer fallen auf einen Trick der Indianer herein, vermeintlichen Viehdieben nachspüren zu müssen, sodass sie weit entfernt von der Ranch sind, als diese vonComanchen unter Führung von Chief Scar (in der deutschen SynchronfassungHäuptlingSchwarzer Falke) überfallen und niedergebrannt, das Elternpaar und ihr Sohn Ben getötet und die beiden Töchter der Familie, Lucy und die kleine Debbie, verschleppt werden. Ethan hat schwer daran zu tragen, dass er seinen Verwandten, insbesondere der von ihm geliebten Schwägerin, nicht beistehen konnte. Als die Männer nämlich erkennen, dass der Diebstahl des Viehs nur ein Ablenkungsmanöver der Indianer war, und so schnell es geht zurückreiten, sehen sie schon von weitem die brennende Farm. Ethans Blick, nachdem er ins Haus geschaut hat, spricht Bände. Ethan verhindert, dass Martin sich die Grausamkeiten ansieht.
Ethan geht es nun nur noch um Rache. Zusammen mit Martin und dem Nachbarssohn Brad Jorgensen, dem Verlobten von Lucy, begibt er sich auf die Suche nach den beiden Mädchen. In einem Tal entdeckt Ethan, dass sich vier Krieger vom Haupttrupp getrennt haben. Er folgt allein ihren Spuren und kehrt vollkommen verstört und ohne Jacke zurück. Der Grund dafür wird etwas später offenbar, als Brad glaubt, seine geliebte Lucy im Indianerlager entdeckt zu haben. Er beharrt darauf, sie in ihrem „blauen Kleid“ gesehen zu haben. „Du hast Lucy nicht gesehen. Das war ein Comanche, der Lucys Kleid anhatte. Ich habe Lucy in der Schlucht gefunden. Ich habe sie in meinen Rock gewickelt und mit meinen eigenen Händen begraben.“ Als Brad daraufhin Genaueres wissen will, reagiert Ethan hoch emotional: „Willst Du eine Zeichnung? Frag mich nie wieder, was mit ihr geschehen ist!“ Brad verliert daraufhin den Verstand und läuft in den Tod.
Die Suchenden verlieren immer wieder die Spur des weiterziehenden Comanchenstammes, doch nach fünf Jahren gelingt es ihnen schließlich, die mittlerweile bei den Indianern herangewachsene Debbie ausfindig zu machen. Ethan, der für den Stamm der Comanchen nur Hass empfindet, glaubt, dass Debbie zur Comanchin geworden ist, und will sie in einem Augenblick, als sie sie jenseits des Indianerlagers antreffen, erschießen; jedoch stellt Martin sich schützend vor sie.
Als die Comanchen erneut in der Nähe des Heimatortes von Ethan und Martin lagern, will die Armee im Morgengrauen das Lager zusammen mit Samuel Clayton und seinen Texas Rangers angreifen. Nicht einmal Martins Braut Laurie hat Verständnis dafür, dass er versuchen will, Debbie lebend aus dem Lager herauszuholen. Obgleich sie bislang stets zu ihm hielt, meint sie nun: „Wen willst du holen? Eine Comanchenbraut, die sicherlich schon an den Höchstbietenden versteigert wurde? Ethan würde ihr eine Kugel in den Kopf schießen, und Martha würde ihm recht geben.“ Martin gelingt es jedoch, sich ins Indianerlager zu schleichen, Scar zu töten und mit Debbie zu fliehen. Dann greifen Kavallerie und Texas Rangers an, und Ethan skalpiert den toten Häuptling. Sodann verfolgt er Debbie. Martin fleht ihn an, sie nicht zu töten, und Ethan nimmt das verängstigte Mädchen tatsächlich in seine Arme mit den Worten: „Wir gehen nach Hause, Debbie!“ Er reitet mit ihr zur Farm der Jorgensens, geht selbst jedoch nicht mit ins Haus, sondern kehrt vor der Tür um, um fortzugehen und allein weiterzuziehen. In der letzten Einstellung des Films führt die Kamera den Blick über Ethan hinweg durch eine offene Tür auf die Wüste hinter ihm.
Produktion
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Vorgeschichte, Titelgebung
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Die 1954 inThe Saturday Evening Post erschienene KurzgeschichteThe Avenging Texans von Alan Le May über zwei Texaner, die zehn Jahre lang auf der Suche nach einer von Indianern verschleppten Frau sind, erschien bald darauf in Buchform mit dem TitelThe Searchers, den auch die amerikanische Originalversion des Films trägt.[5] Der Verleiher entschied sich bei der deutschen Bearbeitung für den TitelDer Schwarze Falke, obwohl dieser Name in der Originalfassung nicht vorkommt. Bezogen ist er auf den Comanchenhäuptling, der in der Originalfassung den NamenScar (Narbe) trägt. Der Name wird auch in der deutschen Fassung von der Indianerin Look gebraucht. Er spielt für die Motivation Scars wie auch Ethan Edwards’ eine zentrale Rolle. Zudem ist der erste Dialog zwischen Ethan und Scar nur wirklich zu verstehen, wenn man sich den originalen Namen vor Augen hält („man erkennt gleich, woher du deinen Namen hast“).
Dreharbeiten
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Für die Außenaufnahmen für diesen in Farbe und imBreitwandverfahrenVistavision gedrehten Film zog John Ford mit seinem Team einmal mehr insMonument Valley, wo er am liebsten drehte.[8] Der Kulissenaufbau im Monument Valley einschließlich der Unterkünfte für die gesamte Crew begann am 31. Mai 1955. Kurz darauf begannen die Dreharbeiten. Weitere Aufnahmen entstanden inColorado undKanada sowie im Bronson Canyon im Griffith Park inLos Angeles und in denRKO-Pathé Studios.[9][10] Im August 1955 erfolgte die Fertigstellung des Films.[5]
Hommage
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]The Searchers ist neben3 Godfathers der zweite von John Ford gedrehte Western, der als Hommage an seinen Freund (undAlter Ego)Harry Carey angesehen wird, den Hauptdarsteller seiner frühen Stummfilmwestern. Careys WitweOlive und sein SohnHarry spielen auch im Film Mutter und Sohn (Jorgensen). Hauptdarsteller John Wayne knüpft hier in besonderem Maße an Gesten und Ausdrucksweisen an, die Carey als einer der legendären Stummfilmcowboys geprägt hatte. So enthält zum Beispiel die berühmte Abschiedszene des Films, als Ethan die zurückgeholte Debbie an Mrs. Jorgensen übergibt und sich dann wieder von der Heimat entfernt, symbolisiert durch die offene Tür, eine eindeutigeReminiszenz an Harry Carey. Dieser hatte die Angewohnheit, sich mit der rechten Hand über die Brust zu greifen, während die Linke seinen Ellenbogen stützte. Genauso stand Wayne da, als er aus der Tür blickte. Wayne: „Als ich das tat, konnte ich Olive neben der Kamera stehen sehen und sah, wie ihr die Tränen über die Wangen liefen.“ (Olive Carey hat später die Cowboy-Reliquien ihres verstorbenen Mannes an John Wayne überreicht, den sie als dessen legitimen Nachfolger ansah.)[5][10]
Inspiriert durch seine Rolle, gab John Wayne seinem 1962 geborenen Sohn den NamenEthan.[4] Waynes Sohn Patrick spielt in diesem Film die Rolle eines jungen Armeesoldaten. Von Natalie Wood ist überliefert, dass sie sich während der gemeinsamen Dreharbeiten in John Waynes Sohn Patrick verliebt haben soll. Natalie Wood hat Debbie als junge Erwachsene dargestellt, ihre jüngere Schwester Lana Wood die kleine Debbie zu Beginn des Films.[5]
Erstveröffentlichung
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die Uraufführung vonThe Searchers in denUSA war am 13. März 1956.[11] Am 13. August 1956 lief er dann allgemein in den Kinos der USA an. In der Bundesrepublik Deutschland kam der Film am 5. Oktober 1956 in die Kinos, in Österreich am 25. Januar 1957.[12]
Synchronisation
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Die deutscheSynchronbearbeitung entstand noch 1956 im Synchronisations-Atelier der Deutschen Mondial Film GmbH,München undBerlin.[13][14]
Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
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Ethan Edwards | John Wayne | Heinz Engelmann |
Martin Pawley | Jeffrey Hunter | Herbert Stass |
Laurie Jorgensen | Vera Miles | Margot Leonard |
Reverend Samuel Johnson Clayton | Ward Bond | Wolf Martini |
Debbie Edwards als Frau | Natalie Wood | n.n. |
Mr. Lars Jorgensen, Lauries Vater | John Qualen | Hans Hessling |
Mrs. Jorgensen, Lauries Mutter | Olive Carey | Ursula Krieg |
Brad Jorgensen, Lauries Bruder | Harry Carey jr. | Peter Schiff |
Häuptling Schwarzer Falke (Chief Cicatriz „Scar“) | Henry Brandon | n.n. |
Charlie McCorry | Ken Curtis | Gerd Martienzen |
Mose Harper | Hank Worden | Walter Bluhm |
Emilio Gabriel Fernandez y Figueroa, Mexikaner | Antonio Moreno | Erich Poremski |
Look, Indianerin | Beulah Archuletta | n.n. |
Aaron Edwards | Walter Coy | Heinz Giese |
Martha Edwards | Dorothy Jordan | n.n. |
Lucy Edwards | Pippa Scott | n.n. |
Ben Edwards | Robert Lyden | n.n. |
Debbie Edwards als Kind | Lana Wood | n.n. |
Lt. Greenhill | Patrick Wayne | n.n. |
Mr. Jerem Futtermen, Geschäftsmann | Peter Mamakos | Eduard Wandrey |
Nesby, verletztes Bürgerwehr-Mitglied | William Steele | Erich Dunskus |
Mexikanischer Barmann | Nacho Galindo | Alexander Welbat |
Oberst Greenhill | Cliff Lyons | Hans Emons |
Kritik
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Joe Hembus befindet in seinemWestern Lexikon 539: „Der Moby Dick des Western, ein revidierter Lederstrumpf… Die Tür zu einem neuen Land hat sich geöffnet. Die Tür zu einem neuen Land hat sich geschlossen. Das Land ist besiegt. Der eingeborene Amerikaner ist tot und skalpiert… Der weiße Amerikaner, der sich der Herausforderung der Wildnis stellt, Ethan Edwards, der zu den Wilden geht, wie Lederstrumpf zu den Wilden ging und wie John Ford mit diesem Film zu den Wilden geht, ist verdammt, zwischen den Winden zu wandern, wie ein toter Krieger, dem man die Augen ausgeschossen hat. Ahab hat das Meer der Wüsten, der Prärien, der Felsengebirge durchquert, seinen weißen Wal erlegt und geht mit ihm unter. Er versinkt in dem Land, dessen Büffel er geschossen, dessen Menschen er massakriert, dessen Erde er mit Messern, Kugeln und mit seinen Fäusten bearbeitet hat.“ (In Joe Hembus’Western Lexikon ist dieser Film als einziger mit vier Sternen bewertet)
Lexikon des internationalen Films: „Epischer Western um einen spröden, einsamen Westerner (…) Die fünfjährige Suche entwickelt sich zu einer Reise in die Seelenlandschaft einer der vielschichtigsten Figuren der Western-Geschichte. Hinter der Oberfläche des starrköpfigen Einzelgängers werden Sensibilität und Verzweiflung sichtbar. (…) Ein Meisterwerk des Genres, bis ins Detail stimmig und vorzüglich komponiert.“[15]
Prisma: „Ein grandioser Western – einer der besten aller Zeiten – über den schroffen Westerner Ethan Edwards (John Wayne), der sich auf die Suche nach seinen Nichten begibt. Ein Western-Klassiker von Meisterregisseur John Ford. Die Suche des Ethan Edwards ist nicht nur die Beschreibung einer endlosen Odyssee, sondern gleichzeitig eine differenzierte Reise in die Seelenwelt des einsamen Helden. Spannendes und von Oscar-Preisträger Winton C. Hoch absolut brillant fotografiertes Meisterwerk.“[16]
Thomas Jeier, Autor vonDer Western-Film: „John Ford, wie man ihn aus vielen anderen Filmen kennt, nur ein bißchen perfekter und besser als sonst. […] The Searchers – der endgültige Western. Ein Kunstwerk, eine Charakterstudie inmitten der mythischen Landschaft des Monument Valley.“[17]
Loren D. Estleman, vor allem in den USA angesehener und erfolgreicher Autor von Westernromanen, mag nicht in die Lobeshymnen über The Searchers einstimmen. Für ihn istShane der beste Westernfilm, The Searchers sieht er als eher mittelmäßigen Film, in dem die schauspielerischen Leistungen 'nicht so überragend' seien. Vor allem stören ihn Abweichungen gegenüber dem Roman von Alan LeMay, zuvörderst der geänderte Schluss. Den Roman zählt er zu den zehn besten Westernromanen. Der Film werde dem Roman nicht gerecht. Außerdem sei der Film zu lang.[18]
Wirkungsgeschichte
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Ronald M. Hahn und Volker Jansen warfen anlässlich der Vorstellung des Films im Rahmen einer Beschreibung moderner „Kultfilme“ die Frage auf: „Wie kann ein Film, dessen Held ein engstirniger,rassistischer, mörderisch-brutaler Reaktionär ist, zu einem Kultfilm werden? Ein Kultfilm, der immerhin Leute wieMartin Scorsese,Paul Schrader,Steven Spielberg,Michael Cimino,Stuart Byron,John Milius,Wim Wenders,George Lucas,David Lean,Sergio Leone,Robert Aldrich undFrancis Ford Coppola zu seinen Anhängern zählen kann?“ Und befanden: „Wahrscheinlich deswegen, weil die meisten der auf Ethan Edwards zutreffenden Attribute in einem historischen Zusammenhang gesehen werden müssen: Der amerikanische Durchschnittsbürger von 1868war – und wenn er aus dem Süden stammte, erst recht – ein engstirniger, rassistisch eingestellter Reaktionär.“[4] Die vorgenannten Filmschaffenden wurden vonThe Searchers inspiriert und beeinflusst und huldigten dem Film in irgendeiner Form in ihrer Arbeit.[10][5]
Martin Scorsese äußerte sich über den WesternDer Schwarze Falke: „Die Dialoge sind wie Poesie, der Wechsel im Ausdruck: so eindringlich, so wunderbar. Ich sehe ihn ein- bis zweimal im Jahr.“[5] VonJames Stewart ist überliefert, dass er Waynes Leistung inThe Searchers für eine der großartigsten aller Zeiten halte.[10]Jean-Luc Godard bekundete, dass er den Film „nicht sehen könne, ohne heulen zu müssen.“[5]Steven Spielberg wird mit der Äußerung zitiert: „Bevor ich anfange, einen neuen Film zu drehen, gucke ich mir immer erst noch mal vier andere an. Und zwarDie sieben Samurai,Lawrence von Arabien,Ist das Leben nicht schön? undDer Schwarze Falke.“[5]
Bei David Lean beispielsweise sind die Landschaftsaufnahmen in seinem MonumentalfilmLawrence von Arabien von Fords Filmklassiker beeinflusst. Auch Sergio Leone bestätigte, dass dieser Film Einfluss auf seinen Stil genommen habe, zum Beispiel in seinem hochgelobten ItalowesternSpiel mir das Lied vom Tod in den Sequenzen, kurz bevor die Indianer die Farm der Edwards überfallen. Martin Scorsese bekundete, dass er bei seinem FilmdramaTaxi Driver an die Rolle John Waynes inThe Searchers gedacht habe, „der alles riskiert, um ein junges Mädchen zu retten“. Auch Paul Schrader, Scorseses Co-Autor beiTaxi Driver, war von John Fords Film fasziniert. Für ihn gehörtThe Searchers nebenAlfred HitchcocksVertigo zu den zwei besten Filmen aller Zeiten. In Schraders zweitem Film als RegisseurHardcore – Ein Vater sieht rot zeigt er einen Mann, der in der Porno-Branche unterwegs ist, um nach seiner verschwundenen Tochter zu suchen. Neben weiteren Filmen Schraders weist auch sein HorrorfilmDominion: Exorzist – Der Anfang des Bösen Bezüge zuThe Searchers auf, wo in der letzten Einstellung Father Lankaster Merrin das Krankenhaus verlässt, gerahmt von einer Eingangstür und kurz darauf verschluckt von einer Staubwolke.[5] Steven Spielbergs Werk wird von Einflüssen von Fords Film durchzogen, wie zum Beispiel eine Szenenüberleitung in seinem KinodebütSugarland Express, die eine sich schließende und eine sich öffnende Tür zu einer aus dem Spiel entstehenden Schwarzblende werden lässt in Anlehnung an die erste Einstellung vonDer Schwarze Falke. Auch in einer der bekanntesten Einstellungen ausUnheimliche Begegnung der dritten Art taucht das Türrahmenmotiv auf, als ein kleiner Junge ein grelleuchtendes außerirdisches Raumschiff durch eine sich öffnende Tür sieht. Auch inKrieg der Welten zeigt eine der letzten EinstellungenTom Cruise als Ray Ferrier analog zu John Wayne als Ethan Edwards in der Schlusseinstellung von Fords Film durch eine offene Tür, in der – wie bei Ford – eine wiedervereinte Familie nach draußen auf ihn, den Außenseiter, blickt.[5] Eine der wohl bekanntesten Huldigungen ist in George Lucas’ erstemStar-Wars-Film von 1977 zu sehen. Die Szene, als Ethan Edwards nach Hause kommt und sieht, dass seine Familie von den Comanchen umgebracht wurde, hat George Lucas 1:1 übernommen. Als Luke Skywalker nach Hause kommt, sieht er, dass sein Heim abgebrannt ist und seine Verwandten von den Sturmtruppen getötet worden sind.Wim Wenders zitiert in seinem FilmParis, Texas die Schlussszene ausDer Schwarze Falke.[5]
Der Filmkritiker Stuart Byron schrieb 1979 imNew York Magazine überThe Searchers und meinte, dass dieser Film der Super-Kultfilm des neuenHollywoods sei, und behauptete weiter, dass das gesamte moderne amerikanische Kino vonThe Searchers abstamme.[5]A. O. Scott, ein amerikanischer Kritiker derNew York Times, ist der Ansicht, dass der Einfluss vonThe Searchers auch in aktuellen Filmen gegeben sei, besonders was die berühmte Schlusseinstellung betrifft. Scott zitiertErnest Hemingway, der einmal gesagt habe, dass sich „die gesamte amerikanische Literatur auf ein Buch gründe, nämlich aufMark TwainsHuckleberry Finn.“ So ähnlich sei es auch mit dem amerikanischen Kino undThe Searchers. Scott ist der Ansicht, dass „dieser Film einer der Filme ist, den man in Ausschnitten in allen Filmen wiederfindet, die nach ihm gedreht wurden“.Ähnlich urteilte Stuart Byron bereits 25 Jahre zuvor.[5]
Auch auf die populäre Musik nahm der Film damals seinen Einfluss. DerRock-’n’-Roll-MusikerBuddy Holly, der den Film wie viele junge Leute seinerzeit mit Begeisterung sah, nahm den von John Wayne mehrmals in der Handlung wiederholten Ausspruch „That'll be the day“ (deutsche Fassung:Der Tag wird kommen) 1957 als Titel für seinen ersten großen Erfolg.Jerry Allison, der Schlagzeuger der Band Buddy Holly andThe Crickets, gilt als Texter von „That'll Be the Day“. Der Song kletterte auf Platz eins der US-Billboard-Charts. Der Legende nach soll es das erste Stück gewesen sein, dasJohn Lennon auf der Gitarre lernte. Die Rock-Nummer gab außerdem dem FilmThat'll Be the Day von 1973 mitDavid Essex seinen Namen. Die 1960 gegründete britische Pop-BandThe Searchers benannte sich nach dem Film.
Auszeichnungen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Patrick Wayne, der Sohn von Hauptdarsteller John Wayne, wurde 1959 mit demGolden Globe Award als„Bester Nachwuchsdarsteller“ ausgezeichnet. John Ford erhielt 1957 eine Nominierung für den Preis derDirectors Guild of America. Der Film erhielt jedoch keine einzigeOscar-Nominierung. Mehr als 30 Jahre nach seiner Uraufführung wurdeDer Schwarze Falke 1989 in dasNational Film Registry aufgenommen, ein Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden.
1998 wurdeThe Searchers als Nummer 96 in dieAmerican-Film-Institute-Liste der 100 besten US-Filme des 20. Jahrhunderts aufgenommen.[10] In einer Neuauflage dieser Liste von 2007 machteDer schwarze Falke dann einen Sprung auf Platz 12 der besten Filme.[19] Das FilmmagazinCahiers du cinéma listete ihn 2008 in seiner Liste der 100 besten Filme aller Zeiten auf Rang 10.[20] Bei einer Umfrage des FilmmagazinSight & Sound unter zahlreichen Filmkritikern wurdeDer Schwarze Falke im Jahre 2012 auf Platz 7 der besten Filme aller Zeiten gewählt,[7] bei derselben Umfrage zehn Jahre später erreichte er Platz 15.[21]
Medien
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Veröffentlichungen
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Der Schwarze Falke. Erschienen bei Warner Home Video am 28. Juni 2000, 114 Minuten.
- John Wayne Collection Box-Set mit den FilmenDer Schwarze Falke,Die Cowboys undRio Bravo. Erschienen bei Warner Home Video am 30. August 2001, 374 Minuten.
- Der Schwarze Falke. Special Edition. Erschienen bei Warner Home Video am 18. August 2006, 114 Minuten.
- Der Schwarze Falke. Blu-ray. Erschienen bei Warner Home Video am 8. Dezember 2006. 119 Minuten.[22]
- Der Schwarze Falke. Focus-Edition. Erschienen bei CMS Complete Media Services GmbH am 6. August 2007, 114 Minuten.
- Der Schwarze Falke Die große John Wayne DVD-Collection von DeAgostini (DVD Nr. 2, stets mit ausführlichem Begleitheft über den jeweiligen Film).[23]
Soundtrack
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Max Steiner:The Searchers. Original Motion Picture Soundtrack. Brigham Young University/Film Music Archives/Screen Archives Entertainment 1996. Tonträger-Nr. FMA/MS101 – Originalaufnahme der Filmmusik, eingespielt unter der Leitung des Komponisten
- Max Steiner:The Searchers. Suite, auf:True Grit. Music From the Classic Films of John Wayne. Silva Screen Records, London 1994, Tonträger-Nr. FILM CD 153 – digitale Neueinspielung des The City of Prague Philharmonic Orchestra unter der Leitung vonPaul Bateman
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Elisabeth Bronfen:Der Schwarze Falke – The Searchers. InFilmgenres – Western. Hrsg. von B. Kiefer und N. Grob unter Mitarbeit von M. Stiglegger. Reclam junior, Stuttgart 2003,ISBN 3-15-018402-9, S. 200–205.
- Scott Eyman:Print the legend. The life and times of John Ford. Simon and Schuster, New York 1999,ISBN 0-684-81161-8.
- Joe Hembus:Western-Lexikon (= Heyne-Buch; 7048). Gen., überarb. Taschenbuchausgabe. Heyne, München 1978,ISBN 3-453-00767-0.
- Brian Henderson:The Searchers. Ein amerikanisches Dilemma. In:Bert Rebhandl (Hrsg.):Western. Genre und Geschichte. Zsolnay/Kino, Wien 2007,ISBN 978-3-552-05380-9, S. 166–199.
- Alan Le May:Der Schwarze Falke (Originaltitel:The Searchers). Heyne, München 1988,ISBN 3-453-00676-3.
- Dirk C. Loew:Versuch über John Ford. Die Westernfilme 1939–1964. BoD, Norderstedt 2005,ISBN 3-8334-2124-X, S. 208–235.
- Hans Messias:Der Schwarze Falke / The Searchers. In:Filmklassiker – Beschreibungen und Kommentare. Hrsg. vonThomas Koebner. 5. Auflage, Reclam junior, Stuttgart 2006,ISBN 978-3-15-030033-6; Band 2: 1946–1962, S. 304–310.
- Jürgen Müller (Hrsg.):Taschen’s 100 Filmklassiker.Taschen GmbH, Köln 2011,ISBN 978-3-8365-2399-8; Band 1:Der Schwarze Falke – The Searchers. S. 354–357.
- Peter Osteried:Das große John Wayne Buch. MPW, Hille 2010,ISBN 978-3-931608-99-6, S. 276–285.
- Janey A. Place:Die Western von John Ford (Originaltitel:The Western Films of John Ford). Goldmann, München 1984,ISBN 3-442-10221-9.
- Mark Ricci,Joe Hembus (Hrsg.):John Wayne und seine Filme (Originaltitel:The Films of John Wayne). Citadel-Filmbücher. Goldmann, München 1980,ISBN 3-442-10202-2.
- Harry Tomicek:Ride away. The Searchers. Der Beginn und die letzte Einstellung. In:Meine Reisen durch den Film. Klever Verlag, Wien 2020,ISBN 978-3-903110-59-5, S. 208–244.
Weblinks
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Der Schwarze Falke beiIMDb
- Der Schwarze Falke in derOnline-Filmdatenbank
- Der schwarze Falke Titelblatt Illustrierte Film-Bühne Nr. 3448 (im Bild: John Wayne)
- Der schwarze Falke Filmplakat (im Bild: John Wayne)
- FilmkritikDer Schwarze Falke von Steffen Pohlen s.S. filmzentrale.com (deutsch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Der Schwarze Falke western-lexikon.de.
- ↑Western-Filme aller Zeiten popkultur.de, 6. Februar 2022.
- ↑Wild Black West. Abgerufen am 26. November 2022.
- ↑abcRonald M. Hahn; Volker Jansen:Kultfilme. Von »Metropolis« bis »Rocky Horror Picture Show«. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/73, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG und Autor, 2. Auflage 1985, S. 255, 256.
- ↑abcdefghijklmnDie große John Wayne DVD-Collection Nr. 2:Der Schwarze Falke. Von DeAgostini, De Agostini Deutschland GmbH, Hamburg, S. 4–7, 10–12.Zitat: „Wayne und Ford bezeichnetenDer Schwarze Falke als den besten Film, den sie je zusammen gemacht haben. Und über die Jahre setzte sich genau diese Meinung auch bei den Zuschauern durch.“
- ↑30 Lieblingsfime – Umfrage web.archive/cinepad.com. Abgerufen am 18. Januar 2023.
- ↑abBFI: The 50 Greatest Films of All Time bfi.org.uk (englisch).
- ↑John Baxter:John Ford Der legendäre Hollywoodregisseur. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/19. Wilhelm Heyne Verlag, München, 1980, S. 79.
- ↑Jean-Marc Bouineau; Alain Charlot; Jean-Pierre Frimbois:Die 100 Besten Western Filme. Heyne Film- und Fernsehbibliothek Nr. 32/159, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1991, S. 160.
- ↑abcdeThe Searchers. In: Turner Classic Movies. Abgerufen am 6. November 2018 (englisch, derzeit von Deutschland aus nicht zugänglich).
- ↑George Carpozi:John Wayne Seine Filme – sein Leben, Heyne Filmbibliothek Nr. 32/79. Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München, 1984, S. 263.
- ↑Der Schwarze Falke Starttermine bei imdb.com.
- ↑Thomas Bräutigam:Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001,ISBN 3-89602-289-X, S. 321–322.
- ↑Der Schwarze Falke. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 28. September 2022.
- ↑Der Schwarze Falke. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 6. November 2018.
- ↑Der Schwarze Falke. In: prisma. Abgerufen am 30. April 2021.
- ↑Thomas Jeier:Der Western-Film. Heyne Filmbibliothek Nr. 32/102, Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München und Autor, 1987, S. 127, 128.
- ↑vgl. das Interview mit Estleman in: Thomas Jeier, Der Western-Film, München: Heyne, 1987 (Heyne Filmbibliothek; 32/102), S. 183ff
- ↑The 100 Greatest American Films of all Time afi.com (englisch).
- ↑Cahiers du Cinema 100 Filme archive.org/themovingarts.com
- ↑The Greatest Films of All Time bfi.org.uk (englisch).
- ↑Der Schwarze Falke Blu-ray-Version bei bluray-disc.de
- ↑Der Schwarze Falke Abb. DVD-Hülle und Titelblatt Heft 2 von DeAgostini