Linda, etwa 20 Jahre alt, hat sexuelle Probleme. Laut ihrer Aussage hatte sie noch nie einenOrgasmus. Auch ihre Freundin Helen kann ihr nicht weiterhelfen, und der von ihr für Linda organisierteGruppensex befriedigt nur sie selbst. Daraufhin wird Linda von Helen zu Dr. Young geschickt, der unter Zuhilfenahme einesFernrohrs feststellt, dass Linda keineKlitoris hat – zumindest nicht da, wo Frauen sie normalerweise haben. Er findet den verschollenen Kitzler aber bald darauf in Lindas Kehle, woraufhin sie ihre Erfüllung perOralsex sucht und auch findet.
Daraufhin beginnt sie als Dr. Youngs Assistentin zu arbeiten und beglückt damit nicht nur sich selbst, sondern auch dessen Patienten. Die Handlung endet damit, dass sie mit einem Mann schläft, der ihr kurz zuvor einen Heiratsantrag gemacht hat.
Deep Throat wurde alsLow-Budget-Film an nur sechs Tagen inFlorida mit einem Budget von 22.500 US-Dollar gedreht. Die Produktionskosten wurden vom Produzenten Louis „Butchie“ Peraino mit Geldern derColombo-Familie – einer derFünf Familien deramerikanischen Cosa Nostra in New York City – bestritten. Auch die Einspielerlöse, deren Schätzungen von 100 Millionen (lautFBI) bis zu 600 Millionen US-Dollar reichen, flossen zum überwiegenden Teil zurück an dieMobster.
Laut demFilmkritikerRoger Ebert kam der hohe Betrag von 600 Millionen US-Dollar dadurch zustande, dass in den 1970er Jahren US-amerikanische Pornokinos mehrheitlich Angehörigen der Mafia gehörten, welche diese zurGeldwäsche nutzten. Nach Angaben Eberts istDeep Throat mitHerstellungskosten von 25.000 $ und Einnahmen von 600 Millionen $ der profitabelste Film überhaupt. (Zum Vergleich:Titanic,James Camerons Film mit den zweithöchstenEinnahmen in der Filmgeschichte, hat ein Kosten/Einnahmen-Verhältnis von weniger als 1:10.)
Aufgrund von Verbotsverfahren durch US-amerikanischeStaatsanwaltschaften (Deep Throat durfte in mehr als der Hälfte allerUS-Bundesstaaten nicht vorgeführt werden) und Maßnahmen des FBI (Hauptakteur Harry Reems wurde als erster US-Schauspieler wegen seiner Arbeit zu einerFreiheitsstrafe verurteilt; die verhängte Haftstrafe von fünf Jahren wurde in zweiter Instanz allerdings wieder aufgehoben) erregte der Film massive Aufmerksamkeit in denPrintmedien und wurde sogar in derNew York Times ausführlich besprochen.
Filmplakat von 1972:Wie weit muss ein Mädchen gehen, um ihr Kribbeln zu erwecken?
Der Pornostreifen gilt als einer der einflussreichsten Filme der vergangenen Jahrzehnte, da er diePornografie aus den „Schmuddelecken“ der Bahnhofkinos holte und ein breites Publikum damit begann, sich mit dieser Filmform zu beschäftigen.[3] Zusammen mitBehind the Green Door startete der Film auch den sogenanntenPorno-Chic-Boom der 1970er-Jahre, als es in Mode kam, dass Pornofilme in normalen Kinos gezeigt wurden und sich die Leute diese Filme ansahen, um danach darüber zu diskutieren. Der Film belegt Platz 41 auf der Liste der101 Greatest Adult Tapes of All Time vonAVN.
Außerhalb der Fankreise wurde der Film vor allem dadurch bekannt, dass dem FBI-MitarbeiterMark Felt – der Informationsquelle vonCarl Bernstein undBob Woodward bei der Aufdeckung derWatergate-Affäre – durch einen Journalisten der Deckname „Deep Throat“ verliehen wurde.
Hauptdarstellerin Linda Boreman (Künstlername: Linda Lovelace) verteidigte den Film und seine Macher zunächst gegen Kritik.[4] 1980, acht Jahre nach dem Start des Films, veröffentlichte sie eine Autobiographie mit dem TitelOrdeal (Martyrium), deutscher TitelDie Wahrheit über Deep Throat (später:Ich packe aus).[5] Laut dieser Darstellung sei sie von ihrem damaligen EhemannChuck Traynor zunächst unter Androhung von Waffengewalt zum Beischlaf gezwungen und in der Folge als eine Art Sklavin gehalten worden. Während dieser Zeit habe Traynor sie wiederholt misshandelt und auch zum Beischlaf mit Hunden gezwungen. Er habe ihr beigebracht, wie sie ihrenWürgreflex unterdrücken könne,[6] um einen kompletten Penis aufzunehmen. Traynor habe auch das gesamte Honorar, 1200 USD, das sie fürDeep Throat erhielt, einbehalten. Die Filmcrew vonDeep Throat habe sich einmal im Nebenzimmer aufgehalten, während Traynor sie so misshandelte, dass sie laut um Hilfe rief. Jedoch sei niemand eingeschritten, lediglich am nächsten Tag, als Regisseur Gerard Damiano die Hämatome an den Beinen seiner Hauptdarstellerin entdeckte, habe er protestiert, die Spuren der Misshandlung jedoch einfach überschminken lassen.
Dieniederländischeöffentlich-rechtliche Rundfunk-AnstaltBNN strahlteDeep Throat am 23. Februar 2008 im Rahmen eines ThemenabendsPornographie und Jugend aus. Eine begleitende Sondersendung der BNN-SerieSpuiten en Slikken und die Ausstrahlung der DokumentationInside Deep Throat durch die RundfunkanstaltVPRO[7] sollten dazu beitragen, dass sich vor allem Jugendliche ein eigenes Urteil über Pornografie bilden können, hieß es.
Jugend- und Familien-MinisterAndré Rouvoet von derChristenUnie (ChristenUnion, CU) appellierte an die Programm-Verantwortlichen, auf die Sendung zu verzichten. Sein für Medien zuständigersozialdemokratischerKabinettskollegeRonald Plasterk (PvdA) erklärte unter Hinweis auf die Pressefreiheit, ein Sendeverbot sei nicht möglich. Auch Abgeordnete der Christdemokraten (CDA) von MinisterpräsidentJan Peter Balkenende und von zwei kleineren christlichen Parlamentsparteien sprachen sich gegen die Sendung des Films aus.[8] Der damalige Abgeordnete der sozialliberalen ParteiD66Boris van der Ham schrieb 2012, dass er der Ansicht war, dass es BNN freistand, den Film zu senden.[9]Johan Remkes, Abgeordneter der rechtsliberalenVVD, sagte, dass es seiner Ansicht nach unpassend für einen Minister sei, ein moralisches Urteil über einen Film zu äußern.[10]
Der Film erreichte 907.000 Zuschauer und führte damit nicht zu einer Rekord-Einschaltquote.[11]
Die beiden Darsteller Jack Birch und Carol Connors (im Film spielte sie eineKrankenschwester), die sich bei denDreharbeiten zum Film kennengelernt hatten, sind die Eltern der SchauspielerinThora Birch.[12]
↑„Chuck had taught me how to relax my throat muscles so that I wouldn't gag during oral sex.“ Linda Lovelace, Mike McGrady:Ordeal. Citadel Press, 1980,ISBN 978-0-8065-3655-2,S.66 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑„Ik vond dat het BNN vrijstond om de film uit te zenden.“ (Quelle: Boris van der Ham:De vrije moraal : seks, drank en drugs in de Tweede Kamer. Bert Bakker, Amsterdam 2012,ISBN 978-90-351-3893-3,S.59.)