De Alchemia
De Alchemia ist eine frühe Sammlungalchemistischer Schriften, zuerst erschienen 1541 inNürnberg und herausgegeben vonJohannes Petreius. Eine zweite, erweiterte Auflage erschien 1550 in Frankfurt (Drucker Cyriacus Jacobus).
Hauptteil
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Der volle Titel lautet:De Alchemia. Opuscula complura veterum philosophorum. Unter den Texten ist das wichtige alchemistische Werk eines nicht bekannten VerfassersRosarium philosophorum[1] mit seinen Illustrationen (in der zweiten Auflage 1550), dieSumma Perfectionis vonPseudo-Geber und dieTabula Smaragdina vonHermes Trismegistos.
DasRosarium philosophorum, das in vielen Handschriften erhalten ist und am Ende des 14. oder Anfang des 15. Jahrhunderts verfasst wurde[2], behandelt in Form einer Zitatsammlung (Florilegium) führender alchemistischer Autoritäten (wieZosimos von Panopolis,Ibn Umail,Chalid ibn Yazid, alsHali, Pseudo-Arnaldus von Villanova,Alphidius,Pseudo-Lull,Pseudo-Geber,Albertus Magnus) und mit erläuternden Versen die Vorbereitung desSteins der Weisen, mit allegorischen Illustrationen (BildgedichtSol und Luna), die z. B. die Vereinigung des männlichen und weiblichen Prinzips zeigen.[3][4][5] Es ähnelt dem zuerst in Deutsch 1582 gedrucktenDonum Dei und wurde vonCarl Gustav Jung zu dessen psychologischen Interpretationen der Alchemie herangezogen. Es wurde als Kompendium der Alchemie hochgeschätzt, war eine Hauptquelle fürAtalanta fugiens (1617) vonMichael Maier und der Autor wurde vonIsaac Newton zu den besten alchemistischen Autoren gezählt. Der Abdruck in De Alchemie ist die Editio Princeps. Handschriften sind in Leiden, Dresden (von 1529), Darmstadt, Gotha, Marburg, Kassel, St. Gallen (Vadiana), in der Vatikanbibliothek und der Pariser Nationalbibliothek.
Petraeus ruft in seiner Ausgabe von 1541 dazu auf, ihm weitere Texte einzuschicken, was der Beginn einer Sammeltätigkeit war, die zu einer ganzen Anzahl von Sammlungen alchemistischer Texte führte, unter anderemArtis auriferae und gipfelnd imTheatrum Chemicum.
Inhalt der Ausgabe 1541
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- Geber (Pseudo-Geber). De investigatione perfectionis metallorum, Liber I.
- Geber. Summæ perfectionis metallorum, sive perfecti magisterij, Libri II.
- Geber. De inventione veritatis seu perfectionis metallorum. Liber I.
- Geber. De fornacibus construendis. Liber I.
- (Roger Bacon): Speculum alchemi<ae> Rogerij Bachonis.
- (Ricardus Anglicus): Correctorium alchemiae Richardi Anglici.
- Rosarius minor, de alchemia, incerti authoris[6]
- (Chalid ibn Yazid) Liber secretorum alchemiæ Calidis filij Iazichi Iudæi.
- Tabula smaragdina de alchemia, Hermetis Trismeg.
- (Hortulanus) Hortulani philosophi, super Tabulam smaragdinam Hermetis commentarius.
Inhalt der Ausgabe 1550
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]Teil 1:
- Correctio Fatuorum (vonRicardus Anglicus).
- Clangor Buccinae.
- Semita Semitæ.[7]
- (Pseudo-Avicenna) Avicenna, De tinctura metallorum.
- (Pseudo-Lull) Lullius, Compendium animæ transmutationis.
- Scala Philosophorum.
- Opus mulierum, Tractatulus, sive ludus puerorum.
- (Pseudo-Lull) Lullius, De Tincturis compendium, seu Vade Mecum.
- (Pseudo-Aristoteles) Aristoteles, Tractatulus de Practica lapidis Philosophici.
Teil 2:
- Rosarium philosophorum
Literatur
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- John Ferguson:Bibliotheca Chemica. Band 1. Glasgow 1906, S. 19 f.
- Joachim Telle (Hrsg.):Rosarium philosophorum. Ein alchemistisches Florilegium des Spätmittelalters. VCH, Weinheim 1990 (Übersetzer Lutz Claren, Joachim Huber, mit Faksimile der Editio princeps in De Alchemia)
- Rudolf Gamper, Thomas Hofmeier:Das „Rosarium Philosophorum“ und sein BesitzerBartlome Schobinger; mit einem Beitrag von Doris Oltrogge. Robert Fuchs. Zürich 2014.[8]
Einzelnachweise
[Bearbeiten |Quelltext bearbeiten]- ↑Joachim Telle: Rosarium philosophorum,Verfasserlexikon, 2. Auflage. Band 8, 1992, Sp. 172–176.
- ↑Nach Telle, Verfasserlexikon, ist über den Autor nur bekannt, dass er im 14. Jahrhundert wirkte und möglicherweise (wegen des deutschsprachigen Gedichts Sol und Luna) im deutschsprachigen Raum wirkte, was aber davon abhängt, ob man den Verfasser des Gedichts und den Kompilator miteinander identifiziert oder nicht.
- ↑Alchemy Website, Holzschnitte aus demRosarium philosophorum (Memento vom 19. September 2008 imInternet Archive)
- ↑Universitätsbibliothek Glasgow, Illustrationen aus einer Handschrift der Bibliothek von Ferguson
- ↑Joachim Telle (Herausgeber und Kommentar): Rosarium philosophorum: ein alchemisches Florilegium des Spätmittelalters (Übersetzer Lutz Claren und Joachim Huber), Weinheim: VCH, 1992, 2 Bände, Faksimiledruck der Ausgabe von 1550
- ↑Nicht mit demRosarium philosophorum identisch. Als von einem unbekannten Autor bezeichnet.
- ↑ManchmalArnaldus von Villanova zugeschrieben
- ↑Sie datieren die St. Gallener Handschrift (Vadiana, Codex 394b) um 1530 (bei Telle um 1600) aus dem Besitz des St. Gallener Kaufmanns Bartlome Schobinger, der sie auch teilweise anfertigte.Seltsame Zutaten, seltsame Mischung, Rezension von Michael Duszat, Literaturkritik.de