| Darracq | |
|---|---|
| Einführungsjahr | 1896 |
| Produkte | Automobile |
| Märkte | weltweit, ab 1920 nur noch imVereinigten Königreich |
Darracq war ein französischer Markenname fürFahrzeuge. Er wurde 1896 vonAlexandre Darracq eingeführt und danach von mehreren Unternehmen genutzt.
Alexandre Darracq hatte im Oktober 1896 dieSociété Gladiator an ein britisches Konsortium verkauft. Noch vor der Gründung eines neuen Unternehmens stellte er im Dezember 1896Automobile auf einer Automobilausstellung aus.[1] Sie trugen den NamenDarracq.[2]




Im Februar 1897 gründete er das eigene UnternehmenA. Darracq et Cie. inSuresnes. Er ließ eine neue Fabrik namensPerfecta Works errichten. Ab 1898 entstanden Fahrradteile,Motorräder,Motordreiräder undQuadricycles.[1] Es gibt Hinweise darauf, dass einige dieser Fahrzeuge alsPerfecta vermarktet wurden.[3] 1898 wurde eineLizenz vonAutomobiles Léon Bollée für vierrädrige Automobile erworben.[4] Der Motor leistete 5 HP bei 800/min. Das Fahrzeug hatte ein Gewicht von etwa 500 kg.[5] Ende 1900 erschien ein neues Modell, das ein großer Erfolg wurde.[6] 1901 entstanden 1200 Fahrzeuge.[7]
Ab 1902 fertigteOpel einige Modelle inLizenz.[8]
Anfang 1903 kaufte eine Gruppe englischer Finanzleute um W. B. Avery, J. S. Smith-Winby und A. Rawlinson das Unternehmen underhöhte das Kapital.[6][9] 1904 wurden 1600 Fahrzeuge gefertigt, 1905 2000 Fahrzeuge und 1906 2200 Fahrzeuge.[7]
1905 expandierte Darracq nachEngland und gründete dort dieA. Darracq Company. 1906 wurdeDarracq Italiana als Zweigstelle inItalien gegründet.

Ende 1905 kam es zur Umfirmierung inA. Darracq & Compagnie (1905) Limited. Das Gründen einer Aktiengesellschaft nach britischem Recht war damals einfacher als nach französischem Recht.[6]
1906 gründeten Darracq undLéon SerpolletGardner-Serpollet für die Produktion von Nutzfahrzeugen.

1907 gründete Darracq dieSociedad Anónima Española de Automoviles Darracq inSpanien. Eine Produktion ist nicht bekannt.
1911 begann unter Leitung von Paul Ribeyrolles die Entwicklung vonSchiebermotoren, die viel Geld kostete, aber wenig Ertrag einbrachte.[6]
Im Juni 1912 verkaufte Alexandre Darracq das Unternehmen. Owen Clegg wurde neuer Geschäftsführer.[6]
1913 wurden 3500 Autos hergestellt. Damit lag die Marke hinterRenault mit 5000 Fahrzeugen undPeugeot mit 4704 Fahrzeugen auf Rang drei der französischen Automobilhersteller. Es folgtenBerliet mit 3000,De Dion-Bouton mit 2800,Panhard & Levassor mit 2100,Unic mit 1657,Chenard & Walcker,Clément-Bayard,Delahaye undDelaunay-Belleville mit jeweils 1500 undDelage mit 1300 Fahrzeugen.[10]
1914 entstanden 3800 Fahrzeuge.[7]
Während desErsten Weltkriegs produzierten die Darracq-Werke verschiedene kriegswichtige Güter. Dazu gehörtenFlugzeuge vonBreguet undSopwith.[2]
1919 übernahm Darracq die englische FirmaClement Talbot. Die Modelle wurden daraufhin alsTalbot-Darracq vermarktet.
1920 wurde das Unternehmen umorganisiert und Teil vonS. T. D. Motors. Der französische Teil des Konzerns firmierte alsAutomobiles Talbot. Der Markenname lautete Talbot. Lediglich imVereinigten Königreich wurden die Fahrzeuge weiterhin als Darracq angeboten, um Verwechslungen mit den britischen Talbot vonClement Talbot zu vermeiden. Dies galt bis 1939.[11]
Ende 1896 wurde dasCoupé électrique auf dem Pariser Salon du Cycle vorgestellt. Das Fahrzeug war als Taxi konzipiert, bei dem der Fahrersitz erhöht und hinter der Fahrgastkabine angebracht war. Das Fulmen-Akkumulatorpaket für den Elektroantrieb wog 400 kg, das Fahrzeuggesamtgewicht betrug 1200 kg. Die Höchstgeschwindigkeit war mit 20 km/h angegeben. Bei durchschnittlich 15 km/h wurde eine Reichweite von 60 km erreicht.[12][13]
Die Motordreiräder und Quadricycles hatten einenDe-Dion-Bouton-Einzylindermotor mit 1,75 PS Leistung.[3] Zwischen 1898 und 1901 fertigte DarracqVoiturettes nach einer Lizenz von Léon Bollée, die laut einer Quelle wenig erfolgreich waren.[3]
Ein von Ribeyrolles entworfener Kleinwagen kam Ende 1900 auf den Markt. Er hatte einen vorn eingebautenEinzylindermotor mit 6,5 PS Leistung, ein Dreiganggetriebe undKardanantrieb. Im ersten Jahr wurden 60 Stück verkauft und im Folgejahr über 1000.[2] Eine Quelle nennt 800 cm³Hubraum.[8] Insgesamt entstanden 1200 Fahrzeuge dieses Type C.[3][14]
Anfang 1902 folgte der stärkere Type F mit 9 PS.[3]
1903 ergänzten Modelle mitZwei- undVierzylindermotoren das Sortiment.[2] Genannt werden das Einzylindermodell Type L mit 8 PS, die Zweizylindermodelle Type K mit 9 PS und Type H mit 12 PS sowie die Vierzylindermodelle Type J mit 20 PS und Type JJ mit 24 PS.[3]
Für 1904 sind zwei neue Vierzylindermodelle mit 15 PS und 24 PS überliefert.[3] Der 15-PS-Wagen wurde „Flying Fifteen“ genannt und hatte 3 Liter Hubraum.[8]
1905 hatte das größte Modell einen Vierzylindermotor mit 5,9 Liter Hubraum und 28 PS.[2] Außerdem erschien ein neues Einzylindermodell mit 8 PS und ein Vierzylindermodell mit 20/28 PS.[3]
1906 bestand das Sortiment aus Type R mit Zweizylindermotor und 10 PS, Type S mit Vierzylindermotor und 20 PS, Type T mit Vierzylindermotor und 40 PS und Type U mitSechszylindermotor.[3]
Für 1907 sind ein neues Einzylindermodell mit 5/7 PS (7/9 PS) mit 1039 cm³ mit 105 mmBohrung und 120 mmHub, drei weitere kleine Wagen, einer mit Zweizylindermotor mit 1526 cm³ mit 90 mm Bohrung bei 120 mm Hub und 8/10 CV, ein weiterer Einzylindermotor mit 1280 cm³ mit 112 mm Bohrung und 130 mm Hub als 8/10 CV, ein Vierzylinder mit 3053 cm³ mit 90 mm Bohrung und 120 mm Hub als 16/18 CV, ein weiterer Vierzylinder mit 4728 cm³ mit 112 mm Bohrung und 120 mm Hub als 20/28 CV und der Type VV mit zwei Sechszylindermotoren, einer mit 7093 cm³ Hubraum mit 112 mm Bohrung und 120 mm Hub als 40/50 PS bekannt und ein kleiner mit 5654 cm³ mit 100 mm Bohrung und 120 mm Hub als 30/40 CV.[3][15]
1908 wurde nur ein weiteres Sechszylindermodell mit 25/30 PS eingeführt.[3]
1909 erschien ein neues Vierzylindermodell mit 10 PS.[3] Der 14/16 mit Vierzylindermotor mit 2270 cm³ mit einer Bohrung von 85 mm und einem Hub von 100 mm leistete 19 PS bei 1500/min. Der Verbrauch war mit 10 Liter auf 100 km angegeben.[16]
1910 kamen zwei neue Zweizylindermodelle 14/16 PS und 20 PS auf den Markt.[3]
1911 wurden das Einzylindermodell 8/10 PS und das Zweizylindermodell 10/12 PS eingestellt. Neu waren zwei Vierzylindermodelle mit 8 PS und 12 PS. Außerdem gab es Type D11 als Vierzylindermodell mit 20 PS und Type H11 als Sechszylindermodell mit 30 PS.[3]
1912 bestand nahezu das gesamte Sortiment aus Modellen mit Schiebermotoren. Sie hatten weniger Leistung als vergleichbare Modelle mit gewöhnlichen Motoren und bewährten sich nicht.[2][17] Genannt werden die Vierzylindermodelle 16 CV und 20 CV.[3] Clegg entwarf daraufhin einen neuen Vierzylinder-Monoblockmotor mit 2950 cm³ Hubraum mit 85 mm Bohrung und 130 mm Hub und 16 Cheval fiscal, der im Aufbau jenem Motor mit 12 Steuer-PS ähnelte, der er vorher fürRover entwickelt hatte.[2][18] Außerdem erschien ein kleinerer 12-CV-Wagen mit 2100 cm³ Hubraum.[8]
Während des Ersten Weltkriegs wurden Modelle mit 4 Liter Hubraum für das Militär gefertigt.[8]
Zwischen 1903 und 1904 fertigte Darracq denTrain Renard fürCharles Renard. 1905 entstanden einigeLieferwagen und kleineLastkraftwagen auf Pkw-Basis. EinOmnibus mit 50 PS Leistung und Kardanantrieb wurde 1910 entworfen und in Paris getestet, ging aber nicht in Serienproduktion. 1912 wurden Lkw mit 3 TonnenNutzlast mit einem Vierzylindermotor und 3,6 Liter Hubraum angekündigt, die ebenfallsPrototypen blieben. Auf Basis des 16 CV von 1912 entstanden dann einige Lieferwagen.[20]
Herr Charley, der inParis Fahrzeuge vonMercedes vertrieb, bestellte Ende 1906 mehrere tausendTaxis bei Darracq, um sie in größeren Städten inEuropa und denUSA zu verkaufen. Daraufhin orderte Darracq am 8. Januar 1907 4000 Fahrzeugrahmen beiArbel und begann mit der Fertigung. Die Fahrzeuge hatten einen Vierzylindermotor mit 18 PS. Die Verkäufe blieben hinter den Erwartungen zurück. Der Markt für Taxis wurde in Europa vonRenault und Unic mit kleineren Fahrzeugen wie demRenault Type AG angeführt.New York City mit 600 Darracq-Taxis war ein guter Markt. Der Auftrag an Arbel wurde auf 1500 Fahrzeugrahmen reduziert. Das dürfte die Anzahl Taxis sein, die bei Darracq entstanden.[6]
Das Unternehmen begann, anAutorennen teilzunehmen, da auf diese Weise eine große Öffentlichkeitswirkung erzielt werden konnte.Paul Baras stellte 1904 mit einem Darracq inBelgien einen neuenLandgeschwindigkeitsrekord auf. Am 30. Dezember 1905 erreichteVictor Hémery mit seinem200 inArles eine Geschwindigkeit von 175,44 km/h. Darracq-Automobile gewannen 1905 und 1906 denVanderbilt Cup aufLong Island sowie das Rennen vonKuba inHavanna.
1953 handelte der von dem Regisseur Henry Cornelius gedrehte FilmDie feurige Isabella (OriginaltitelGenevieve) in der Hauptsache von einem Darracq 12 CV von 1904.[8][21] Der äußerst erfolgreiche Film begründete in der Folgezeit ein hohes Interesse an der Restauration alter Autos. Bei der Restaurierung des Fahrzeugs wurde ein für dieses Modell nicht korrekter Kühler des größeren 15 CV verwendet.