Hinzu kommen zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen des Kommunikations- und Informationstechniksektors, die angewandteForschung und Entwicklung betreiben. Dazu zählen unter anderem der zweitgrößte Standort derDeutschen Telekom, dieSoftware AG und mit derMerck KGaA auch einDAX-Konzern.[5] Die Stadt ist Heimat des Fußball-ZweitligistenSV Darmstadt 98, der zuletzt in der Saison 2023/24 in der 1. Bundesliga spielte. Darmstadt steht auf Platz 50 dergrößten Städte Deutschlands.
360-Grad-Panorama von Darmstadt über Prinz-Georg-Garten; zudem zu sehen: Herrngarten, TU Darmstadt; am Horizont: links der Taunus, mittig Hochhäuser von Frankfurt am Main und rechts daneben von Offenbach am Main Als Kugelpanorama anzeigen
Darmstadt liegt am Übergang verschiedener Naturräume. Westlich der Stadt beginnt dasHessische Ried als Teil derOberrheinischen Tiefebene. Dieser Bereich ist durch ein Wechselspiel vernässter und trockener Flächen sowie fruchtbarer Auen- und unfruchtbarer Sandböden geprägt. Wo es dieBodengüte erlaubt, wird intensiver Ackerbau betrieben, der zunehmend künstliche Bewässerung benötigt und auch großflächigSonderkulturen wie Erdbeeren oder Spargel umfasst. Die unfruchtbaren Flächen sind meist mitKiefernmischwald bestanden oderBinnendünen bzw. offeneHeideflächen. Im Stadtgebiet liegen hier dieTäubcheshöhle, derWestwald sowie dieDüne am Ulvenberg bei Eberstadt, diePfungstädter Düne und dieGriesheimer Düne.
Südlich davon bildet die Linie Darmstadt–Roßdorf (etwa entlang derBundesstraße 26) die Grenze zum Odenwald und dessen TeilgebietVorderer Odenwald, der als MischwaldBessunger Forst den Südosten der Stadtfläche einnimmt. Dieser Bereich ist vergleichsweise bergig, besonders nach Westen und zum Tal derModau hin. Höchste Erhebung dieses Gebiets ist der 281 m hoheKirchberg, der außerhalb der Stadtgrenze liegt und die Ebene um knapp 150 Höhenmeter überragt. Der höchste Berg innerhalb der Stadtgrenzen ist der etwas nördlich gelegeneDommerberg (264 m) mit demBismarckturm, während die noch weiter nordwestlich gelegeneLudwigshöhe (242 m) mit demLudwigsturm der bekannteste Berg der Stadt ist und als Aussichtspunkt über dasRhein-Main-Gebiet besucht wird. Auch das bebaute Stadtgebiet ist im südlichen und östlichen Teil hügelig und die Topografie wurde zur Stadtgestaltung aufgegriffen (Mathildenhöhe mitHochzeitsturm,Rosenhöhe mitSpanischem Turm und Steinberg/Kraftsruhe imPaulusviertel).
Ferner beginnt südlich der Stadt der NaturraumBergstraße als Übergang zwischen dem Odenwald im Osten und der Rheinebene im Westen, wobei das Relief am Fuß der Ludwigshöhe hervortritt und sich knapp 70 Kilometer in südlicher Richtung, unterbrochen durch zahlreiche Durchbruchstäler, fortsetzt. In diesem Gebiet spielenWeinbau und Naherholung eine große Rolle. Markante Berge des Darmstädter Umlands sind derMelibokus (517 m, 16 km südlich der Stadt) als höchster Berg an der hessischen Bergstraße und dieNeunkircher Höhe (605 m, 19 km südöstlich der Stadt) als höchster Berg des vorderen Odenwalds.
Darmstadt ist eine der wenigen Großstädte in Deutschland, die an keinem Fluss liegen. Entwässert wird ihre Fläche über mehrere kleine Bäche, die in Ost-West-Richtung dem knapp 20 km westlich verlaufendenRhein zufließen, wobei der Stadtteil Eberstadt im Süden an derModau liegt und die Kernstadt sowie alle übrigen Stadtteile innerhalb des Einzugsgebiets desSchwarzbachs. Hier bildenHerrgottsbergbach undSaubach in Bessungen den südlichsten der Darmstädter Bäche. Es folgt derDarmbach, der von Ost nach Nordwest durch die Innenstadt verläuft, wobei er größtenteils verrohrt ist und denMeiereibach aufnimmt. Nördlich parallel dazu fließt der nicht ganzjährig wasserführendeMolkenbach vomOberfeld bis zur Nachtweide. Dort befindet sich die Zentralkläranlage, die beide Bäche vereint unter dem NamenLandwehr/Landgraben nach Westen verlassen. Die nördlichen Stadtteile Kranichstein und Arheilgen werden vomRuthsenbach durchflossen, der sich zwischen Arheilgen und Wixhausen mit derSilz zumMühlbach vereint und das Stadtgebiet ebenfalls in westlicher Richtung verlässt. Nördlich von Wixhausen folgt derHahnwiesenbach/Mörsbach in Ost-West-Richtung und schließlich bildet ganz im Norden derHegbach die Gemarkungsgrenze zwischen Darmstadt und demLandkreis Offenbach. Die Wasserscheide zwischen Rhein undMain verläuft etwa sieben Kilometer östlich der Stadt durch den Nachbarort Roßdorf. Im Stadtgebiet befinden sich einige kleinere Teiche, so etwa derGroße Woog in Innenstadtnähe.
Das Stadtgebiet von Darmstadt ist in neunStadtteile gegliedert. Diese sind wiederum inStatistische Bezirke unterteilt, welche zum Teil im Alltag gebräuchlichen Stadtvierteln entsprechen, zum Teil aber auch rein statistischer Natur und nicht allgemein geläufig sind. Gleiches gilt für die Stadtteile Mitte, Nord, Ost und West, die ebenfalls eher administrativer Natur sind als topografisch ablesbar, in sich zusammenhängend oder sprachlich gebräuchlich. Sie bilden gemeinsam mit Bessungen (Bezirke 100 bis 500) die Kernstadt mit rund zwei Dritteln der Stadtbevölkerung, während Wixhausen, Arheilgen, Kranichstein und Eberstadt (Bezirke 600 bis 900) die äußeren Stadtteile bilden, in denen rund ein Drittel aller Darmstädter lebt. Sie entwickelten sich aus ehemals eigenständigen Dörfern, die im 20. Jahrhundert eingemeindet wurden und räumlich etwas separat von der Kernstadt liegen. Kranichstein ist eine Neugründung der 1960er-Jahre, die ihre Bezeichnung von einem benachbartenJagdschloss übernommen hat.
Grafische StadtgliederungBlick durch die Wilhelminenstraße aufSt. Ludwig
Durch die Eingemeindungen von Arheilgen und Eberstadt am 1. April 1937 wurde Darmstadt zurGroßstadt.
DieSozialgeografie Darmstadts weist ein relativ starkes Gefälle zwischen wohlhabenden und sozial schwächeren Stadtvierteln auf, das schon seit dem 19. Jahrhundert besteht. In der Kernstadt (ohne äußere Stadtteile) gibt es ein deutliches Ost-West-Gefälle mit den wohlhabendsten Wohnvierteln am östlichen Stadtrand vom Komponistenviertel im Norden über Rosen- und Mathildenhöhe, Lichtwiese und Paulusviertel bis zur Ludwigshöhe im Süden. Das Stadtzentrum mit seiner wiederaufgebauten Nachkriegsbausubstanz liegt im Durchschnitt, währendJohannesviertel undMartinsviertel im Norden sowie Alt-Bessungen im Süden aufgrund ihrer in Teilen erhaltenen Altbausubstanz zu den begehrteren Wohnvierteln zählen, in denen seit etwa 1975Gentrifizierungsprozesse stattfinden. Demgegenüber ist der Westen Darmstadts durch eine starke Funktionsmischung von Gewerbe, Wohnen und ehemals militärischer Nutzung geprägt, sodass hier viele Konversionsflächen liegen und die hohen Immissionsbelastungen von Industrie und Verkehr sowie die teilweise fehlende soziale Infrastruktur für städtebauliche Problemlagen sorgen. Andererseits ist der Westen die einzige Innenstadtfläche, auf der noch in nennenswertem Umfang neuer Wohnraum geschaffen werden kann, um den allgemeinen Mangel in Darmstadt zu lindern. So ist dieses Gebiet entlang derBahnstrecke Frankfurt am Main–Heidelberg alsWeststadt in der Zeit seit der Jahrtausendwende im Fokus der Darmstädter Stadtplanung und in einem starken Wandel begriffen.
Darmstadt liegt in dergemäßigten Klimazone. Die Durchschnittstemperatur beträgt 10,1 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit 19,3 °C im Durchschnitt. Der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich 0,9 °C.
Darmstadt und das Rhein-Main-Gebiet liegen am nördlichen Ende derOberrheinischen Tiefebene, die klimatisch zu den wärmsten Regionen in Deutschland zählt. DieJahresmitteltemperatur liegt mit 10,1 °C (langjähriges Mittel für den Referenzzeitraum 1981–2010) über der anderer deutscher Metropolen (Berlin 9,0 °C, Hamburg 9,1 °C, München 7,7 °C). Die Sonne scheint im Juli mit durchschnittlich 7,5 Stunden am Tag am längsten. Im Dezember scheint die Sonne mit durchschnittlich 1,2 Stunden am Tag am kürzesten. Das Klima ist deshalb insgesamt recht mild. In der Zeit von November bis Januar gibt es tagsüber im Mittel nur ein bis zwei Sonnenstunden. Der durchschnittliche Niederschlag beträgt 765 mm im Jahr.
Schnee liegt im Winter im Mittel an etwa fünfzehn Tagen. Die Schneehöhe liegt nur selten über zehn Zentimeter und der Schnee bleibt meist nicht lange liegen. Weiße Weihnachten gibt es im Schnitt alle 10 Jahre.
Der Sommer ist mit Höchstwerten um 25 °C (an durchschnittlich elf Tagen im Jahr auch über 30 °C) recht warm; dazu ist es leicht wechselhaft mit gelegentlichen Schauern oder Gewittern, allerdings ist dies mit täglich sieben bis acht Stunden auch die sonnenreichste Zeit.
Die Extremwerte liegen bei ca. −21 °C im Winter und ca. +39 °C im Sommer. Die höchste je in Darmstadt gemessene Temperatur betrug 39,5 °C, gemessen am 7. August 2015. Die niedrigste je in Darmstadt gemessene Temperatur betrug −26,9 °C, gemessen am 19. Januar 1940. Die durchschnittliche Jahrestemperatur stieg im Mittel der Jahre 1981 bis 2010 um ca. 0,4 auf 10,1 °C.
Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge betrug ca. 600–700 mm. Der meiste Niederschlag fällt im Juli, der geringste im April im Mittel der Jahre 1981 bis 2010. Die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit beträgt ca. 76 %.
Die vorherrschende Windrichtung ist West.
Klimadiagramm von 1981 bis 2010, für die Stadt Darmstadt
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Darmstadt
Darmstadt, mit Schloss, Stadtkirche und der Altstadt – Auszug aus derTopographia Hassiae vonMatthäus Merian 1655Ältester Stadtplan Darmstadts von ca. 1759 von (Kaspar Ludwig) Bettenhäuser. Beachte: Hier ist Osten oben.Darmstadt im Jahr 1816, ein Aquarell vonJohann Heinrich SchilbachErnst-Ludwigs-Platz mit Weißem Turm nach einer Postkarte von ca. 1899Ein Luftbild derDarmstädter Altstadt mit dem Darmstädter Schloss, 1936
Der Ursprung des NamensDarmstadt ist unsicher. Die älteste erhaltene Erwähnung der Ansiedlung unter der BezeichnungDarmundestat stammt aus dem späten 11. Jahrhundert,[12][13] mehrere Jahrhunderte nach Gründung der Siedlung. Die Erklärungsversuche zum Ursprung des Namens sind sehr unterschiedlich:
Laut der aktuellen germanistischen Namenforschung enthält das Vorderglied des Ortsnamens den männlichen TaufnamenDarmund.[12]
Eine andere Deutung sieht den Namen als Zusammensetzung vondarre für Tor oder Hindernis undmund für Schutz, somit wäre Darmundestat also eineSiedlung an einem befestigten Durchgang.
Eine weitere Herleitung will die keltischen Wortstämmedar für Eiche oder Baum undmont für Berg erkennen.
Ferner wird auch versucht, imDarmbach den Ursprung des Namens zu sehen. Dieser Theorie folgend wäre Darmstadt entweder die Stätte am Wildbach(Dam-unda-stat) oder die Stätte am Moorbach(Darm-unda-stat). Gegen diese These spricht aber, dass der Darmbach nach aktuellen Erkenntnissen erst später so genannt wurde.
Darmstadt ist die einzige deutsche Stadt, nach der ein chemisches Element, nämlichDarmstadtium, benannt wurde.[14]
Einwohnerentwicklung Darmstadts (oben ab 1570 bis 2017, unten ein Ausschnitt ab 1871)
Bevölkerungspyramide für Darmstadt (Datenquelle: Zensus 2011[19])
Am 1. April 1937 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt auf Grund der Eingemeindungen von Arheilgen und Eberstadt die Grenze von 100.000. ImZweiten Weltkrieg verlor die Stadt zwischen 1939 (115.000 Einwohner) und 1945 (70.000 Einwohner) rund 40 Prozent (45.000) ihrer Bewohner. Allein in derDarmstädter Brandnacht vom 11. auf den 12. September 1944, in der Darmstadt bombardiert wurde, kamen ca. 11.000 Menschen ums Leben. 1953 hatte die Bevölkerungszahl wieder den Vorkriegsstand erreicht. Während sie etwa zwischen 1965 und 2005 bei rund 140.000 stagnierte, ist seitdem wieder ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigten insbesondere die Umlandgemeinden ein starkes, durchSuburbanisierung getriebenes Bevölkerungswachstum (Griesheim von 9.000 Einwohnern 1950 auf 24.400 im Jahr 2000,Weiterstadt mit Stadtteilen von 8.000 auf 23.900,Pfungstadt von 11.000 auf 25.000 undRoßdorf von 5.300 auf 11.900).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 sind es meist Schätzungen, danachVolkszählungsergebnisse (farbig hinterlegt) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf dieWohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl uneinheitlich erhoben.
Laut demZensus 2011 waren 33,1 % der Einwohnerevangelisch, 19,3 %römisch-katholisch und 47,6 % warenkonfessionslos, gehörten einer anderenGlaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[21] Nach einer Berechnung aus den Zensuszahlen für die Personen mit Migrationshintergrund lag der Bevölkerungsanteil der Muslime in Darmstadt 2011 bei 9,4 % (rund 13.500 Personen).[22] Der Anteil der katholischen und der evangelischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem beträchtlich gesunken. Wie überall in Deutschland gibt es eine wachsende Zahl von Menschen, die sich keiner oder anderen Religionen (z. B. Islam) zugehörig fühlen. Am Stichtag 31. Dezember 2024 waren nach Recherchen der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland 20,0 % der Einwohner evangelisch, 13,3 % römisch-katholisch und 66,7 % warenkonfessionslos oder gehörten einer sonstigenReligionsgemeinschaft an.[23][24]
Römisch-katholische Gemeindeglieder zogen spätestens im 18. Jahrhundert wieder in die Stadt. Ihnen wurde es ab 1790 gestattet, wieder Gottesdienste abzuhalten. 1827 wurde die kuppelüberdachteLudwigskirche fertiggestellt. Darmstadt ist Hauptstadt des Dekanats Darmstadt imBistum Mainz.
Auch dieOrthodoxie ist in Darmstadt vertreten. Die russisch-orthodoxe Gemeinde feiert Gottesdienste in derRussischen Kapelle (Kirche der Hl. Maria Magdalena) auf der Mathildenhöhe, die griechisch-orthodoxe Gemeinde in der Kirche des Hl. Nikolaos inEberstadt.
Auch ein aktives jüdisches Gemeindeleben gibt es in Darmstadt. 1988 wurde die neueSynagoge eingeweiht, die erste Synagoge des ArchitektenAlfred Jacoby.
Gedenktafel auf dem Julius-Landsberger-Platz, am Erinnerungsort Liberale Synagoge Darmstadt (2013)
Im Oktober 2003 wurden während der Bauarbeiten auf dem Gelände derKlinikum Darmstadt GmbH Reste der am 9. November 1938 zerstörtenLiberalen Synagoge freigelegt. Ein Teil dieser einstigenSynagoge wurde 1940 bei der Anlage eines Löschwasserbeckens zerstört. 1970 wurden aufgrund neuerlicher Erweiterungsbauten der Klinik weitere Fundamente beseitigt. Die Liberale Synagoge wurde 1873 bis 1876 erbaut. Neben den Fundamentresten wurden im Keller nicht nur Reste einer Umluftheizung gefunden, sondern auch zahllose Metall- und Glasfragmente. Das konservatorische Konzept desLandesamtes für Denkmalpflege, das die Sicherung der Funde übernommen hat, verfolgt eine „ungeschönte und möglichst unveränderte Darstellung des geschichtlichen Momentes der Zerstörung“. Der Besucher kann seit November 2009 das Fundareal in einemErinnerungsort Liberale Synagoge besichtigen.[27] Ein Mitarbeiter des InstitutsMathildenhöhe stellte bis zum Jahre 2006 ein Modell der Liberalen Synagoge im Maßstab 1:50 fertig. Es befindet sich seit 2010 im Gemeindezentrum der jüdischen Gemeinde.[28]
Orthodoxe Synagoge, 1907
Die Orthodoxe Synagoge Darmstadts an der Bleichstraße wurde ebenfalls am 9. November 1938 zerstört. Sie war vonGeorg Wickop im Jugendstil entworfen worden. 2010 erinnerte ein Gedenkstein an den Standort des Gotteshauses.[29]
Seit einigen Jahren sind im Darmstädter Stadtgebiet symbolische „Stolpersteine“ des KünstlersGunter Demnig zu finden (siehe auchListe der Stolpersteine in Darmstadt). Diese sollen, im Boden vor Gebäuden eingelassen, an deren ehemalige jüdische Bewohner und andere wie Zeugen Jehovas, Kommunisten oder Zigane, sowie Widerstandskämpfer, erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben oder ermordet wurden.
In Darmstadt gibt es mehrere muslimische Gemeinden unterschiedlicher religiöser oder ethnischer Gruppen. Die größten Moscheen sind dieEmir-Sultan-Moschee derATIB-Gemeinde, IRD (Islamische Religionsgemeinschaft Darmstadt e. V.), die arabischsprachige Salam Moschee (Mesjid Issalaam) und, unter anderem, auch die Ahmadiyya Muslim GemeinschaftNuur-ud-Din-Moschee. Daneben gibt es mehrere andere Gebetsräume, insbesondere der vom türkischen Staat kontrolliertenDİTİB-Gemeinden.
Folgende Personen sind hauptamtliche Mitglieder des Magistrates der Stadt Darmstadt (zusätzlich gehören dem Magistrat zehn ehrenamtliche Mitglieder an): 2
An der Spitze der Stadtverwaltung stand im Mittelalter einSchultheiß. Spätestens ab Mitte des 15. Jahrhunderts gibt es zudem das Amt des Bürgermeisters, der zunächst jedoch nur die Aufgaben einesStadtkämmerers hatte. Erst nach und nach gingen die Aufgaben der Stadtverwaltung vom Schultheiß auf den Bürgermeister über.
Vermutlich im 15., spätestens im frühen 16. Jahrhundert, wurde das Bürgermeisteramt doppelt vergeben, so dass es sowohl einen „Ratsbürgermeister“ gab (später Oberbürgermeister genannt), der vom Stadtrat für ein Jahr gewählt wurde, als auch einen „jüngeren Bürgermeister“ (später Unterbürgermeister, heute schlicht Bürgermeister), der von der Bürgerschaft gewählt wurde.
Ab 1874 waren die Oberbürgermeister hauptamtlich tätig. Seit 1993 wird das Stadtoberhaupt direkt vom Volk gewählt. Vorher wählte die Stadtverordnetenversammlung den Oberbürgermeister.
Darmstadt gilt als rot-grüneHochburg, die SPD stellte bis 2011 alle Nachkriegs-Oberbürgermeister. 2011 wurdeJochen Partsch (Grüne) als Nachfolger von Walter Hoffmann in dieses Amt gewählt, seine Vereidigung fand am 21. Juni 2011 statt; der Amtsantritt war der 25. Juni 2011. Er führte einengrün-schwarzen Magistrat an und wurde 2017 für eine weitere sechsjährige Amtszeit gewählt. Anfang Mai 2022 gab Partsch bekannt, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren.[35] Bei den nachfolgenden Wahlen am 2. April 2023 entschied der SPD-KandidatHanno Benz mit 54,7 % die Stichwahl für sich. Sein Gegenkandidat von den Grünen,Michael Kolmer, erhielt 45,3 %.[36] Am 25. Juni 2023 erfolgte die Amtsübergabe.[37]
Im Stadtteil Wixhausen wurde gemäß § 8 derHauptsatzung der Stadt einOrtsbeirat mit einemOrtsvorsteher als Vorsitzenden gebildet. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern und ist zu wichtigen, den Stadtteil Wixhausen betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme obliegt dann allerdings der Stadtverordnetenversammlung der Gesamtstadt.
Darmstadt gehört zu den am höchstenverschuldeten Städten Hessens. MitOffenbach am Main undKassel gehört Darmstadt zu den kreisfreien Städten in Hessen, die aufgrund ihrer schlechten Finanzlage berechtigt sind, am Programm „Kommunaler Schutzschirm“ des Landes Hessen teilzunehmen. Die Stadt hatte 2010 rund 300 Millionen Euro Schulden.[38]
Zum Jahresende 2016 führte Darmstadt die Platzierungsliste der 103 kreisfreien Städte Deutschlands mit einer Gesamtschuld von rund 2,3 Milliarden Euro im öffentlichen Bereich an. Auf jeden Einwohner kamen somit rund 15.000 Euro Schulden. Etwas mehr als drei Viertel der Schulden fallen nicht auf die Stadtverwaltung, sondern auf die städtischen Unternehmen. Sortiert nach der Schuldenhöhe der städtischen Unternehmen pro Einwohner liegt Darmstadt (11.597 Euro) mit weitem Abstand auf Platz eins, gefolgt von Mannheim (Baden-Württemberg) mit 6541 Euro pro Einwohner.[39]
Blasonierung: „Unter einer auf den oberen Schildrand gesetzten rot ausgeschlagenen großherzoglichenKrone im geteilten Schild, oben in Gold ein blau bewehrter und bezungter, wachsender roterLöwe, unten in Blau eine silberneLilie.“
Wappenbegründung: Das Wappen mit Löwe und Lilie befindet sich bereits auf einem Schlussstein des unteren Gewölbes des Stadtkirchenturmes aus dem 15. Jahrhundert. Das Wappen wurde 1917 in den heutigen Formen und Farben vom damaligen Großherzog von Hessen neu verliehen. Der Löwe ist das Wappentier derGrafen von Katzenelnbogen, die über die Stadt herrschten. Der Löwe der Katzenelnbogener ist ebenfalls in den Wappen vonAuerbach (Bensheim-Auerbach),Zwingenberg a.d.B.,Pfungstadt,Katzenelnbogen undSankt Goar zu sehen. Die Lilie ist später in das Wappen eingefügt worden, vermutlich zur Unterscheidung von Löwendarstellungen in anderen Wappen. Die Herkunft der Lilie ist nicht mit Sicherheit nachzuweisen. Es wird jedoch vermutet, dass die Lilie die ursprünglich der GottesmutterMaria geweihte Stadtkirche in Darmstadt versinnbildlichen soll. Die Lilie gilt als Zeichen der Reinheit und wird daher oft als Attribut der Gottesmutter Maria dargestellt.
Das Wappen wird oft auch ohne Krone dargestellt. Außerdem führt Darmstadt ein kleines Stadtwappen. Das kleine Wappen der Stadt Darmstadt zeigt im geteilten Schild, oben in Gold einen blau bewehrten und bezungten, wachsenden roten Löwen, unten in Blau eine silberne Lilie.
Die Flagge und das Banner der Stadt sind geteilt in die Stadtfarben blau und weiß, in der Mitte liegt das große Stadtwappen auf.[40]
DashalbNeun-Theater in Darmstadt, Sandstraße 32, wurde am 29. Februar 1980 von den Brüdern Jürgen und Heinz Keller gegründet und wird aktuell von Jürgen Keller durch Unterstützung eines Fördervereins mit dem Namen entsprechenden Vorstellungsbeginn um 20:30 Uhr (sonntags um 19:30 Uhr) als größte Kleinkunstbühne in Hessen mit zweihundert Sitzplätzen an Bistrotischen mit Getränkeausschank betrieben. Im Laufe der Jahrzehnte traten im reinen Gastspielbetrieb ohne eigenes Ensemble zahlreiche national und international bekannte Künstler im Schwerpunkt Kabarett, aber auch Chanson, Comedy, Folk, Kleinkunst und Zauberei auf. Neben 150 jährlichen Abendveranstaltungen wird sonntags Kindertheater angeboten.[42]
DasHoffART Theater in Darmstadt, Lauteschlägerstraße 28a, wurde im Juli 1995 von Klaus Lavis als eingetragener Verein gegründet und startete mit einem gemischten Programm mit Liedermachern,Jazz- undPantomime-Abenden in einer ehemaligen Kfz-Werkstatt mit zwanzig Aktiven. Seit einer umfassenden Renovierung im Jahre 2004 verfügt das Theater über eine Sitztribüne und erweiterte das Repertoire mit vielfältigen Darbietungen, z. B. Bühnenstücken derESOC Theatre Group in englischer Sprache. 2009 wurden dieHarfART-Konzerte mit dem vielfältigen Spektrum von Klassik bis Hardrock derHarfenmusik begründet.[43]
DasKikeriki Theater ist ein komödiantisches Theater in Darmstadt, Heidelberger Straße 131, das 1979 von Roland Hotz gegründet wurde. Ab dem 7. September 1980 wurden zunächst Kindervorstellungen präsentiert, seit 1984 abendfüllende Veranstaltungen für Erwachsene. Wegen großen Publikumsandrang wurden die erst 1993 bezogenen Theaterräume in der Bessunger Straße zu klein, im März 1996 wurde dieTurnhalle derTGB 1865 Darmstadt alsComedy Hall alsVerschenk- und Verzehrtheater im Stil der alten Varietés eingerichtet mit 220 Tischplatzsitzen eröffnet. In den ersten vierzig Jahren wurden von dem zwölfköpfigen Ensemble rund 10.000 Vorstellungen vor ca. 2.000.000 Zuschauern aufgeführt. Das derbe ironisch satirische Repertoire in Darmstädter Mundart besteht aus aktuell aus zwölf Erwachsenenstücken, wie dem KlassikerErwin – Ein Schweineleben, der auch als Hörspiel auf Audio-CD, vertrieben wird, und acht Werken für Kinder.[44]
DieMusische Gruppe Auerbach in Darmstadt inszeniert im unregelmäßiger Folge Theaterprojekte unterschiedlicher Genres.[45]
DasStaatstheater Darmstadt geht auf eine dreihundertjährige Theatertradition zurück, die mit der Zerstörung beimBombardement vom 11. September 1944 desMollerbaus ein vorläufiges Ende fand. Nach Kriegsende fanden bis 1972 die Vorführungen in derOrangerie statt. Heute werden imGroßen Haus mit 956 Sitzplätzen vorzugsweise Konzert- und Opernvorstellungen, imKleinen Haus mit 482 Sitzplätzen insbesondere Schauspiel- und Tanzvorstellungen aufgeführt.[46]
DasTIP – Theater im Pädagog in Darmstadt, Pädagogstraße 5, wurde 2013 von dem Begründer des HoffArt-Theaters Klaus Lavies, in dem 114 m² großen Gewölbekeller desPädagog für wechselnde eigenwillige und originelle Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder in breiter kultureller Vielfalt begründet. Ferner wurden unterschiedliche Flamenco-Konzerte, griechische Abende, Konzertprogramme, Krimi-Dinner, Lesungen und Vorträge inszeniert.[47]
DasTheater Moller Haus wird in Darmstadt, Sandstraße 10, in dersogenannten Mollerhaus-Loge seit Oktober 2018 vom VereinFreie Szene Darmstadt e. V. als Interessensvertretung und Zusammenschluss von 38 freien Darmstädter Theatergruppen und Einzelkünstler unter Leitung von Iris Daßler und Björn Lehn betrieben. Sowohl im Saale wie auf der Freiluftbühne im Theatergarten, die von Juli bis September bespielt wird, kommt ein anspruchsvolles, oft sozialkritisches und theaterpädagogisches Programm, für Erwachsene und Kinder zur Aufführung.[48]
DasTU Darmstadt Schauspielstudio e. V. ist eine Hochschulgruppe und ein Amateurtheaterverein, welcher bereits seit den 1950er Jahren aktiv ist.[49] Als Mitglied derFreien Szene Darmstadt e. V.[50] führt die Theatergruppe regelmäßig Bühnenproduktionen im Theater Moller Haus, aber auch in den eigenen Räumlichkeiten der TU Darmstadt auf.[51] Des Weiteren werden wöchentlich für alle zugängliche offene Theaterübung abgehalten,[52] welche aus Stimmübungen, Körpertraining und Improvisationsübungen bestehen.[53]
DasWest Side Theater unter Leitung von Peter und Marijke Härling bietet imErnst Ludwig Saal – Schwanensaal, Schwanenstraße 42, in Darmstadt-Eberstadt, anspruchsvolle Werke dar[54], wie im Spielplan 2002 eine die KomödieShakespeares sämtliche Werke, leicht gekürzt mit rasanten Rollenwechseln.
Das wichtigste Museum zumJugendstil ist dasMuseum Künstlerkolonie Darmstadt imErnst-Ludwig-Haus auf der Mathildenhöhe. Es zeigt die Geschichte der Darmstädter Künstlergemeinschaft von 1899 bis 1914 und das künstlerische Schaffen ihrer Mitglieder. Werke sind die von ihnen entworfenen Gegenstände des täglichen Gebrauchs, aber auch anderes aus der Kunst des Jugendstils. Daneben befinden sich auch im Hessischen Landesmuseum im Untergeschoss Schmuck, Gerät und Möbel des Jugendstils u. a. vonJoseph Maria Olbrich,Peter Behrens undHenry van de Velde.
Ausstellungsgebäude neben dem HochzeitsturmEröffnung der AusstellungKunst und Kultur im Reich des letzten Zaren
Auf der Mathildenhöhe geht es aber nicht nur um die Vergangenheit der Gestaltung:Im Designhaus Darmstadt werden abwechselnd von den dort ansässigen Instituten Design Zentrum Hessen e. V. und dem Institut für Neue Technische Form – INTEF Ausstellungen gezeigt.
Darmstadt wurde in den vergangenen Jahrhunderten geprägt durch seine Funktion als Residenzstadt. Dazu bietet das Schlossmuseum im Glockenbau des Schlosses einen Überblick über 250 Jahre höfischen Lebens. Das berühmteste Exponat war die „Darmstädter Madonna“ vonHans Holbein, die sich seit 2012 in derJohanniterkirche inSchwäbisch Hall befindet. Am Rande des Herrngartens liegt das barocke Prinz-Georg-Palais mit derGroßherzoglich-Hessischen Porzellansammlung. Teil der umfangreichen dort ausgestellten Bestände ist auch die weltweit größte Sammlung an Kelsterbacher Porzellan. ImJagdschloss Kranichstein, einem der wenigen noch erhaltenen Renaissance-Jagdschlösser in Deutschland, befindet sich heute ein Jagdmuseum mit Jagdwaffen und -geräten, Einrichtungsgegenständen und Gemälden mit Jagddarstellungen.
DieKunsthalle Darmstadt präsentiert im Jahr vier bis fünf Ausstellungen von nationalem und internationalem Rang. Schwerpunkt sind die Klassische Moderne und zeitgenössische Kunst. Ebenso bietet das neben dem Hochzeitsturm gelegeneAusstellungsgebäude Mathildenhöhe wechselnde Ausstellungen.
Auch Technikgeschichte ist in Darmstadt in verschiedensten Formen zu besichtigen: DasEisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein zeigt Lokomotiven, Wagen und anderes historisches Eisenbahnmaterial in originalgetreuer Umgebung. ImHaus für Industriekultur sind eine Ausstellung von Maschinen aus der Druckindustrie, Schriftgießerei und alte Techniken des Buchdrucks zu finden. Auf der Mathildenhöhe wird im „Institut für Neue Technische Form – Braun Design Sammlung“ Industriedesign seit 1955 gezeigt.
Der Stadtgeschichte widmen sich weitere kleinere Museen: DasAltstadtmuseum im Hinkelsturm, dem letzten Wehrturm der Stadt, erinnert u. a. mit einem Modell der Altstadt von 1930 an die im Zweiten Weltkrieg zerstörteDarmstädter Altstadt. Dort befinden sich zudem Überreste der mittelalterlichen doppelten Stadtmauer.[55] DasWixhäuser Dorfmuseum ist ein Heimatmuseum in einem fränkischen Fachwerkbauernhaus mit alten Möbeln und Hausrat aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
In Darmstadt gibt es verschiedene bekannte Chöre, darunter den Bach-Chor Darmstadt e. V., dieDarmstädter Kantorei, denKonzertchor Darmstadt e. V., die Kirchenmusik in der Pauluskirche Darmstadt, den SurpriSing Chor 2002 Darmstadt e. V. und dasVocalensemble Darmstadt e. V. Weiterhin sind zu nennen dieDarmstädter Residenzfestspiele e. V., die Darmstädter Hofkapelle, Marching Devils e. V., Chor und Orchester der TU Darmstadt und der Musikzug Darmstadt e. V.
Seit 1999 findet jährlich an vier Tagen Ende Mai dasSchlossgrabenfest statt.
Darüber hinaus gilt Darmstadt als Hochburg der klassischen Gitarre. Davon zeugen unter anderem die seit 1998 jährlich stattfindendenDarmstädter Gitarrentage, die stets im Dezember internationale Größen der Gitarrenszene in die Stadt locken.
Die Stadt Darmstadt organisiert außerdem das „Internationale Jugendorchester Darmstadt“, das von Jugendlichen ab 14 Jahren aus Darmstadt und seinen Partnerstädten besetzt wird. Das Orchester gibt nach einigen Tagen Probe jeweils ein Konzert in Darmstadt und einer der Partnerstädte, zuletzt 2023 in San Antonio.
Ab den 1950er Jahren hatte der amerikanischeRainbow Club Einfluss auf das Darmstädter Musikleben. Ursprünglich für die US-amerikanischen Streitkräfte eröffnet, war er auch für Deutsche zugänglich. Viele Live-Konzerte mit Jazz, Rock ’n’ Roll, Country und später Pop Bands brachten eine neue Art von Musik nach Darmstadt.[56][57]
DasJohn-F.-Kennedy-Haus, Sitz des Literaturhauses Darmstadt, am Kennedyplatz in Darmstadt
Die Kultur- und Wissenschaftsstadt Darmstadt strahlt außergewöhnlich stark auf das Gebiet der Literatur aus, was an ansässigen Literaturinstituten und -vereinigungen wie auch den zahlreichen hier vergebenen Literaturpreisen deutlich wird.
Die Stadt Darmstadt veranstaltet mit demLiterarischen März einen Literaturwettbewerb für Nachwuchsautoren im Bereich derLyrik mit Vergabe derLeonce-und-Lena-Preise undWolfgang-Weyrauch-Förderpreise. Alle drei Jahre vergibt die Stadt außerdem denRicarda-Huch-Preis. Das DarmstädterLiteraturhaus ist als Zentrum der zahlreichen Literaturgesellschaften und -initiativen anzusehen; regelmäßig werden hier Lesungen angeboten. DerDeutsche Literaturfonds fördert die deutschsprachige Gegenwartsliteratur durch Vergabe desKranichsteiner Literaturpreises sowie weiterer Preise und Stipendien.
Auch die SchriftstellervereinigungPEN Deutschland hat ihren Sitz in Darmstadt, wie auch dieMartin-Behaim-Gesellschaft zur Verbreitung des deutschen Buchs im Ausland.
DieUniversitäts- und Landesbibliothek Darmstadt ist heute in ihrer Funktion als zentrale Universitätsbibliothek organisatorisch in die Technische Universität Darmstadt eingebunden. Weiterhin ist sie als Landesbibliothek zuständig für die wissenschaftliche Literatur- und Informationsversorgung der Region Darmstadt und Südhessen. Daneben unterhält die Stadt dieStadtbibliothek Darmstadt als Bildungs- und Kultureinrichtung für alle Bevölkerungsgruppen.
So war das alte Hessen – Darmstadt. Dokumentarfilm, Deutschland, 43, 2013, S. 40 Min., Buch und Regie: Jörg Adrian Huber, Produktion:Hessischer Rundfunk, Reihe: So war das alte Hessen, Erstsendung: 19. Mai 2013 imHR-Fernsehen,Inhaltsangabe vonARD.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde dieBausubstanz durch Kriegshandlungen sehr stark beschädigt und in der Innenstadt fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende wurden die meistenRuinen abgebrochen, wodurch bis auf wenige Ausnahmen praktisch alle historischen Bauwerke vonkunstgeschichtlichem Wert – darunter sämtliche Adels- und Bürgerhäuser, das Kasino, das Kleine Theater, das Ständehaus, die Kasernen, der Neue Fürstenhof, das Alte und dasNeue Palais – in der Innenstadt verloren gingen. Die Wiederherrichtung der übrigen Gebäude fand meist in vereinfachter Form mitmoderner Innengestaltung statt.[58] 8 derSchlösser Darmstadts haben sich erhalten.Bessungen weist eine gut erhaltene Fachwerkaltstadt auf.[59] DasJohannesviertel und dasMartinsviertel im Norden des Stadtzentrums besitzen gut erhaltene Gründerzeitviertel, ebenso Teile der Darmstädter Altstadt.[60] Heute ist etwa jedes dritte Gebäude aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.[61]
Hofgut Oberfeld, vormals Hofmeierei. Die Großherzogliche Hofdomäne in Hessen-Darmstadt und Staatsdomäne des Landes Hessen steht unter Ensemble- bzw. Denkmalschutz. Seit 2006 ist die gemeinnützige Stiftung Hofgut Oberfeld Eigentümerin des Hofgutes und Pächterin des Domänenlandes. Eine ökologische Landwirtschaft wird aufgebaut. Eine Initiative „Lernort Bauernhof“ hat ihre Arbeit aufgenommen. Der Verein Lebensweg e. V. will Wohn- und Arbeitsplätzen für behinderte Menschen auf dem Hofgut schaffen.
Jugendstilbad, 1909 als „Volksbad“ eröffnet, später „Zentralbad“ genannt, 2005–2008saniert und denkmalgerechtrestauriert, 2008 als „Jugendstilbad“ wiedereröffnet[62]
Die ehemaligeKyritzschule dient heute als Frauenzentrum und Kinderhort.
Auf dem Gebiet der Stadt Darmstadt gibt es 13Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 823 Hektar. Davon sind 9 gleichzeitigNatura-2000-Gebiete. Die meisten von ihnen liegen im Osten des Stadtgebietes. Außerdem gibt es einLandschaftsschutzgebiet „Stadt Darmstadt“ mit einer Fläche von 6.700 Hektar.[63][64] Darunter auch dasNaturdenkmalKlipsteineiche mit einem Brusthöhenumfang von 6,82 m (2015).[65]
Spielszene Darmstadt Dukes gegen Kassel 89ers (5. November 2017)Spielszene Darmstadt Dukes gegen Löwen Frankfurt II (10. November 2024)
Am 3. Dezember 1884 wurde der „Darmstädter Schlittschuh-Club“ gegründet, was einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Eissports in der Region darstellte. Zunächst wurde Eishockey in Darmstadt jedoch ausschließlich auf Natureis gespielt, was die sportlichen Möglichkeiten und die Wettbewerbsbedingungen einschränkte.
Mit der Eröffnung der Eissporthalle in Weiterstadt im Jahr 1982 erhielt derEishockeysport in der Region einen zeitgemäßen Rahmen. Der dort ansässige „Eissportclub Darmstadt“ bestritt von nun an seine Heimspiele in einer modernen Indoor-Eisfläche. Im Laufe der Jahre fanden jedoch verschiedene Veränderungen und Umstrukturierungen statt, die letztlich dazu führten, dass die Aktivitäten in größere Mehrspartenvereine wie die TSG Darmstadt und den RSC Darmstadt übergingen.
In Reaktion auf diese Entwicklungen erfolgte 2011 die Neugründung des„Eissportclub Darmstadt“. Diese Wiederbelebung leitete eine neue Ära für den Eishockeysport in Darmstadt ein. Heute tragen die Darmstadt Dukes, die Mannschaft des Eissportclubs, ihre Heimspiele in der Eissporthalle Darmstadt im Bürgerpark aus, die 1989 eröffnet wurde.[74] Diese Halle bot damals mehr Raum und die Infrastruktur, um talentierten Spielern die Möglichkeit zu geben, sich weiterzuentwickeln und sportliche Erfolge zu erzielen.
DerDarmstädter Lauf-Treff[75] ist mit über 60 Betreuern nicht nur der größte, sondern mit Gründungsjahr 1974 auch einer der ältesten Deutschlands. DerLauftreff ist ehrenamtlich organisiert und kein Verein, jeder kann kostenlos mitlaufen.
DerDatterich Ultra – benannt nach dem Mundartstück vonErnst Elias Niebergall – ist ein Volkstriathlon mit hohem Unterhaltungswert, bei dem jedes Mitglied der je elfköpfigen Mannschaften ein Zehntel der Ultra-Triathlon-Strecken 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen leisten muss. Wegen des großen Andrangs ist derDatterich inzwischen in zwei Sportereignisse aufgeteilt worden, zunächst die Veranstaltung für Hobby-Mannschaften aller Art, einige Wochen später dann die für Firmen-Mannschaften.
Am 28. Juni 1980 verlief die 2. Etappe derTour de France 1980 (Radrennen) durch Darmstadt. Jene Etappe war inFrankfurt am Main gestartet worden und verlief über 276 km bis nachMetz.
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Seit 1975 bietet die TG1875 Darmstadt im Stadion am Ziegelbusch Rugby für Herren an. Die schnell wachsende Abteilung erweiterte sich zunächst um ein Damenteam. Mehrere Kinder- und Jugendteams kamen hinzu. Die Herren nahmen mehrere Spielzeiten an der2. Rugby-Bundesliga teil und gewannen wiederholt die Meisterschaft der Regionalliga Hessen. Rugby ist über das Engagement der TG75 Teil des Unisports der TU Darmstadt.
Der ehemalige Ski Club Darmstadt-Odenwald (SCDO) und der „Darmstädter Schwimmclub Jung Deutschland“ (seit 1949DSW 1912 Darmstadt) beschlossen 1924 den Bau einer Hütte imNordschwarzwald, um Wintersportlern aus Darmstadt und Umgebung den Wintersport in einem schneesicheren Gebiet zu ermöglichen. Dazu wurde 1924 der Hüttenbauverein Darmstadt mit dem Ziel gegründet, dieDarmstädter Hütte inSeebach (Baden) zu errichten und zu erhalten. Diese Hütte wurde 1926 fertiggestellt und seitdem mehrmals ausgebaut und renoviert. Sie besteht bis heute (2026).[79][80]
Der 1947 gegründeteBasketballverein BC Darmstadt war Gründungsmitglied derBasketball-Bundesliga und trägt seine Heimspiele seit 1977 im Sportzentrum Orpheum aus.[84]
Auf Initiative von Studenten derHochschule Darmstadt und Technischen Universität Darmstadt entstand 1999 ein Cricket-Team, das in der hessischen Liga antritt.[85]
Sowohl das Herren- als auch das Damen-Team des WV Darmstadt tritt in der zweiten Liga desWasserballs an. Dieser entstand 1970 durch den Zusammenschluss von drei Mannschaften lokaler Schwimmvereine.[88]
Breit gefächert sind die vom Hochschulsportzentrum der Technischen Universität Darmstadt angebotenen Sportarten. Neben Studenten und Angestellten der TU steht das Programm auch Interessierten über eine Mitgliedschaft imVerein zur Förderung des Darmstädter Hochschulsports e. V. offen.
Die Stadt Darmstadt ist auch regelmäßig bei den Internationalen Schülerspielen vertreten. Des Weiteren kommt der Präsident dieser Organisation, Torsten Rasch,[89] aus Darmstadt, ebenso wie der Generalsekretär, Richard Smith.
2021 bewarb sich die Stadt alsHost Town für die Gestaltung eines viertägigen Programms für eine internationale Delegation derSpecial Olympics World Summer Games 2023 in Berlin. 2022 wurde sie als Gastgeberin fürSpecial Olympics Nicaragua ausgewählt.[90] Die Delegation bestand aus etwa 30 Personen. Das Programm bestand aus den vier Bausteinen Kennenlernen der Stadt, Wettbewerbsvorbereitung, Sozialer Austausch und einem Sportaktionstag.[91] Damit wurde Darmstadt Teil des größten kommunalen Inklusionsprojekts in der Geschichte der Bundesrepublik mit mehr als 200 Host Towns.[92]
Im Jahre 2016 erwirtschaftete Darmstadt, innerhalb seiner Stadtgrenzen, einBruttoinlandsprodukt (BIP) von 11,742 Milliarden Euro und belegte damit Rang 29 in derRangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 75.085 Euro pro Kopf (Hessen: 43.496 Euro, Deutschland 38.180 Euro) und liegt damit weit über dem regionalen und nationalen Durchschnitt. Das BIP je Erwerbsperson beträgt 89.585 Euro und gehört zu den höchsten in Deutschland. Gleichzeitig ist Darmstadt die deutsche Großstadt mit der höchsten Gesamtverschuldung (pro Kopf über 17.000 Euro).[93] In der Stadt waren 2016 ca. 131.100 Erwerbstätige beschäftigt.[94] Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 4,7 % (im angrenzenden Landkreis Darmstadt-Dieburg betrug sie 4,3 %).[95]Darmstadt ist Teil der Metropolregion Rhein-Main-Gebiet, die zu den wirtschaftlich leistungsstärksten Regionen Deutschlands gehört und ein BIP von mehr als 250 Milliarden Euro erwirtschaftet.[96]
ImZukunftsatlas 2025 belegt die kreisfreie Stadt Darmstadt Platz 13 von 400Landkreisen,Kommunalverbänden undkreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „sehr hohen Zukunftschancen“. Als besondere Stärke gelten, laut der Studie, die Demographie und der starke Arbeitsmarkt.[97] In der Ausgabe von 2019 lag sie auf Platz 4 von 401.[98] Laut Städteplatzierung 2018 derWirtschaftswoche belegt Darmstadt den ersten Platz unter allen deutschen Städten in der Kategorie „Städte der Zukunft“.[99] Diesen Platz erlangte Darmstadt zum vierten Mal in Folge.[100]
Die Merck KGaA in der Frankfurter Straße (die Pyramide wurde mittlerweile abgerissen)Bürogebäude an der Deutsche-Telekom-Allee
Die Kernbranchen des Darmstädter Wirtschaftslebens sind: die Informationstechnik, Chemie/Pharma, Maschinenbau/Mechatronik, Haarkosmetik sowie die Weltraum- und Satellitentechnik. Ihre Technologie- und Forschungsorientierung charakterisiert die Wirtschaft der Stadt. Die Nähe zu den zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsinstituten ist ein zentraler Standortfaktor, neben der Nähe zum internationalen Flughafen Frankfurt Main. Insgesamt gibt es in Darmstadt fast 130.000 Arbeitsplätze, von denen 80.000 bis 100.000 Einpendler sind.[101]
Das größte Unternehmen der Stadt ist der Chemie- undPharmakonzernMerck KGaA mit mehr als 53.000 Beschäftigten weltweit,[102] davon etwa 10.000 Arbeitnehmer und über 500 Auszubildende am Stammsitz in Darmstadt. Die Merck KGaA ist das älteste chemisch-pharmazeutische Unternehmen der Welt. Weitere bedeutende Industrieunternehmen sind die Röhm GmbH (Teil derDegussa GmbH bzw. jetztEvonik Industries),Carl Schenck AG,Wella (heute Teil desCoty-Konzerns),Döhler GmbH und dieGoldwell GmbH (Teil der KAO Corporation, Tokio, Japan). Alle diese Firmen haben in Darmstadt ausgeprägte Forschungs- oder Entwicklungsabteilungen. Eine eigene Erfolgsgeschichte schrieb dieSoftware AG, welche 1969 mit Sitz in Darmstadt gegründet wurde und inzwischen nach derSAP das zweitgrößte deutsche Software-Unternehmen ist.
Auf dem Gelände des ehemaligenFernmeldetechnischen Zentralamtes (FTZ) „Am Kavalleriesand“ sind heute mehrere Unternehmensteile derDeutschen Telekom angesiedelt. Hier ist ein großer Gebäudekomplex derT-Systems entstanden, und 2005 wurde der Firmensitz vonT-Online nach Darmstadt verlegt und 2006 die Tochtergesellschaft T-Online International AG wieder in den Mutterkonzern Deutsche Telekom integriert. 2015 gliederte die Telekom den Unternehmensbereich aus und veräußerte ihn 2016 an den AußenvermarkterStröer. In der Folge wurden das Management nach Frankfurt und die Redaktion nach Berlin verlegt, über 100 Beschäftigte verloren am Standort Darmstadt ihren Job. Die Telekom und ihre Tochtergesellschaften sind zweitgrößter Arbeitgeber in der Stadt.
In Darmstadt sind dreiBrauereien ansässig; die Ratskeller Hausbrauerei (seit 1989), dieBrauerei Grohe (seit 1838) und dieDarmstädter Privatbrauerei (seit 1847). Der Ratskeller ist hierbei die einzige Hausbrauerei, deren Bier man ausschließlich vor Ort konsumieren und kaufen kann. Die Brauerei Grohe ist traditioneller und vertreibt ihr Bier auch in ausgewählten Getränkemärkten. Die wirtschaftlich erfolgreichste Brauerei ist jedoch die Darmstädter Privatbrauerei, deren Bier regional bezogen werden kann.
Ein weiteres Unternehmen der Pharmabranche ist die zuvor auch inKitzingen[103] ansässig geweseneSteigerwald Arzneimittelwerk GmbH, das seit 2013 zuBayer gehört.[104]
Das Technologie- und Innovationszentrum Darmstadt (oder TIZ Darmstadt) ist einGründerzentrum imDarmstädter Europaviertel, 111 Firmen haben dort momentan einen Sitz. Dazu gehört auch die cesah GmbH – „Centrum für Satellitennavigation Hessen“ mit über 30 Startups.[105][106] Besitzerin des einst der Technischen Universität Darmstadt gehörenden TIZ ist die gemeinnützige Stiftung Giersch in Frankfurt am Main.[107]
Im Jahr 1998 haben sich die Stadt Darmstadt, die Technische Universität Darmstadt, dieIndustrie- und Handelskammer und dieSparkasse Darmstadt zur Innovationsgesellschaft Darmstadt mbH zusammengeschlossen.[108]
Seit den 1950er- und 60er-Jahren sind in Darmstadt im so genanntenVerlagsviertel, welches mit der Idee der Mischung von rauchloser Industrie und Wohnen neu gegründet wurde, eine Großzahl an Verlagen und Druckereien vertreten. Unter den mehr als 50 Betrieben finden sich unter anderem Firmen wie die A. Springer-Tiefdruck (aufgelöst), der VerlagHoppenstedt (2013 aufgelöst) und die ABC der deutschen Wirtschaft–Verlagsgesellschaft mbH. Von 1951 bis 1989 hatte dieDeutsche Buch-Gemeinschaft ihren Sitz in Darmstadt.
Aktuelle Berichterstattung in Darmstadt findet hauptsächlich in der in Darmstadt ansässigenTageszeitungDarmstädter Echo, daneben auch in den Regionalausgaben derFrankfurter Rundschau und derFrankfurter Allgemeinen Zeitung statt. Seit 2013 erscheint unter dem TitelDarmstädter Tagblatt eine neue kostenlose Darmstädter Zeitung als Wochenblatt. Darüber hinaus erscheinen in einigen Stadtvierteln Wochen- und Monatszeitungen wie dieBessunger Neue Nachrichten in Bessungen, dem Woogsviertel und der Heimstättensiedlung, derLokalanzeiger in Eberstadt und Mühltal, dieArheilger Post sowieDie Lokale Zeitung in Bessungen, dem Woogs- und Komponistenviertel und Eberstadt sowie Mühltal. Als kostenlose, monatlich erscheinendeStadtillustrierte gibt esFrizz – Das Magazin,Vorhang Auf, diekulturnachrichten sowie dasStadtkulturmagazin P. Zweimonatlich erscheint das FrauenmagazinMathilde.
DieJohann-Heinrich-Merck-Ehrung ist eine undotierte, regional bezogene Ehrung der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Ehrung, erstmals 1955 vergeben, kann anPersönlichkeiten verliehen werden, die in ihrem Beruf einmalige oder wiederkehrende hervorragende wissenschaftliche, künstlerische oder wirtschaftliche Leistungen zur Förderung des Wohls der Stadt und der Mehrung ihres Ansehens erbracht haben. Unregelmäßig wird sie vom Stifter und Träger der Auszeichnung, dem Magistrat der Stadt, vergeben.
Nicht zuletzt wegen seiner Hochschulen konnte die Stadt Darmstadt den Titel „Wissenschaftsstadt“ erlangen. In Darmstadt sind Hochschulen mit insgesamt rund 41.000 Studenten angesiedelt. Die prominenteste darunter ist die 1877 gegründeteTechnische Universität Darmstadt mit etwa 24.300 Studenten.[109] Mit circa 13.000[110] in Darmstadt ansässigen Studenten zweitgrößte Hochschule ist dieHochschule Darmstadt (h_da). Sie hieß bis 2006Fachhochschule Darmstadt und ging aus der ehemaligen, 1876 gegründeten Landesbaugewerkschule, der Werkkunstschule und der Städtischen Maschinenbauschule hervor. Neben den Darmstädter Standorten ist die h_da auch mit dem „Campus Dieburg“ im Landkreis mit weiteren circa 3000 Studenten vertreten.[111]
Das Katholische Bildungswerk Darmstadt/Dieburg[114] ist Träger der Katholischen Erwachsenenbildung imDiözesanbildungswerk Mainz in den Kreisen Darmstadt und Dieburg.
In Darmstadt findet man viele Schulen und Gymnasien. Dies hängt auch damit zusammen, dass viele Schüler täglich aus dem Landkreis Darmstadt-Dieburg nach Darmstadt zur Schule gehen. Es kommt mitunter zu Konflikten, wenn am Anfang eines Schuljahres die Darmstädter Gymnasien nicht alle Schüler aus dem Landkreis aufnehmen können.
Als Gerichte derordentlichen Gerichtsbarkeit sind dasAmtsgericht Darmstadt, dessen Bezirk die Stadt Darmstadt und umliegende Gemeinden umfasst, und dasLandgericht Darmstadt, dem die Amtsgerichtsbezirke südlich des Mains, einschließlich der Stadt Offenbach am Main zugeordnet sind, im Justizzentrum am Mathildenplatz ansässig.
DieBundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) ist in Darmstadt mit zwei Einrichtungen vertreten, einer hauptamtlich besetzten, mit Verwaltungsaufgaben betrauten Regionalstelle und einem ehrenamtlich getragenen Ortsverband mit Einsatzkräften.
dieMajor-Karl-Plagge-Kaserne, die vor 2006Frankenstein-Kaserne hieß und größtenteils aufPfungstädter Gemarkung liegt
dieStarkenburg-Kaserne, die in den 1950er Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Lokomotivenreparaturwerkstätten errichtet wurde, wird seit einer Privatisierung durch dieHIL Heeresinstandsetzungslogistik als Systeminstandsetzungszentrum genutzt.[119]
DasKreiswehrersatzamt mit 38 Mitarbeitern wurde im Zuge der Bundeswehrreform 2011 aufgelöst.[120]
Karte von 1980 mit den Einrichtungen der US-Streitkräfte in Darmstadt und der näheren Umgebung
DieUS-Streitkräfte haben 2008 den Standort Darmstadt offiziell aufgelöst. Bis zu 10.000 GIs waren hier stationiert.[121] Eine Reihe von Einrichtungen wurden in Darmstadt unterhalten, insbesondere in Kasernen aus den 1930er Jahren.
Ein Trainingskomplex in der Nähe des Flugplatzes wurde nicht aufgegeben, sondern zumDagger Complex ausgebaut.
Die frühereErnst-Ludwig-Kaserne wurde in den 1990er Jahren geräumt und 2003 abgerissen. Das Gelände ist im Rahmen desProjekt Eigenheim 2004 in ein Wohngebiet, den Ernst-Ludwig-Park, umgestaltet worden. Die St.-Barbara-Siedlung sanierte man zwischenzeitlich und wird bereits zivil genutzt. Die Lincoln-Siedlung, Cambrai-Fritsch-Kaserne und Jefferson-Siedlung in Bessungen sindKonversionsflächen und sollen zu zivilen Wohngebieten umgebaut werden.[122]
Gemäß dem Forschungsprojekt „Mobilität in Städten“ derTU Dresden wurden 2018 für Darmstadt folgende Werte ermittelt. 22 % der Haushalte besitzen kein Auto, 59 % ein Auto und 19 % zwei und mehr Autos, 76 % der Einwohner haben ein Fahrrad, 8 % ein Elektrofahrrad und 44 % eine Zeitkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel. 25 % aller Wege wurden zu Fuß zurückgelegt, 22 % mit dem Fahrrad, 35 % mit dem Auto und 18 % mit öffentlichen Verkehrsmitteln.[123]
In Relation zur Größe der Stadt existieren in Darmstadt enorme Pendlerströme, so kommen täglich etwa 75.000 Erwerbstätige von außerhalb zum Arbeiten, während etwa 32.000 Darmstädter ihren Arbeitsplatz in einer anderen Kommune haben.[124]
Darmstadt im Straßennetz des Großraums FrankfurtUmweltzone in Darmstadt seit 1. November 2015
Durch das westliche Stadtgebiet führen dieBundesautobahnen5 (Karlsruhe–Frankfurt) und67 (Mannheim–Rüsselsheim). Beide treffen sich amDarmstädter Kreuz. Als Zubringer zur Stadt fungiert die kurzeA 672.
Im Netz derBundesstraßen bildet dieB 3 die Verbindung nachFrankfurt am Main im Norden und entlang derBergstraße nachHeidelberg im Süden. Sie hat für Arheilgen im Norden und Eberstadt im Süden Ortsumgehungen erhalten, wobei die Verbindung nach und um Eberstadt (Karlsruher Straße) vierspurig, aber nicht kreuzungsfrei ausgebaut wurde. DieB 26 bildet die wichtigste West-Ost-Verbindung und führt nachGriesheim undRiedstadt im Westen sowie – autobahnähnlich ausgebaut und ursprünglich alsA 680 errichtet – nachDieburg im Osten, wo Anschluss in RichtungHanau,Aschaffenburg und in denOdenwald (Michelstadt/Erbach,Groß-Umstadt) besteht. Etwas östlich von Darmstadt beginnt dieB 38 als Verbindung insGersprenztal im Odenwald nachReinheim undReichelsheim. DieB 42 als alte Verbindung nachMainz im Nordwesten ist nur noch bisBüttelborn als solche gewidmet, da sie parallel zur A 67 verläuft. Im Zuge der Erweiterungen des Bundesstraßennetzes nach dem Zweiten Weltkrieg kamen noch dieB 426 und dieB 449 hinzu. Erstere bindet Eberstadt anPfungstadt undGernsheim im Westen sowieMühltal und Reinheim im Osten an; letztere ist eine kurze Verbindung von Darmstadt ins südöstlich gelegene Mühltal.
Ergänzt wird das Netz durch Landesstraßen nachMörfelden im Nordwesten (L 3113),Messel undRödermark im Nordosten (L 3097), Dieburg im Osten (L 3094) sowieEschollbrücken undGernsheim im Südwesten (L 3097). In Eberstadt beginnen die Landesstraßen L 3098 insBeerbach-Tal und L 3100 nachSeeheim-Jugenheim („Alte Bergstraße“).
Die Stadt wird durchFlixBus DACH,Ecolines undEurolines an das innerdeutsche und internationale Fernbusnetz angeschlossen.
Als Teil desLuftreinhalteplans führte Darmstadt zum 1. November 2015 eineUmweltzone ein und weitete das Durchfahrtsverbot für Lkw aus.[125] Demnach dürfen nur noch PKW mit einer grünen Schadstoffplakette oder einer Sondergenehmigung in das Stadtgebiet einfahren. Ausgenommen hiervon sind der Abschnitt der B 3 ab Wixhausen zur B 42 in Richtung Autobahnauffahrt A 5 in Weiterstadt, die A 672, die Abschnitte der A 5 im Stadtgebiet und die B 426 als südliche Umfahrung. Seit Juni 2019 gelten auf der Hügelstraße amCitytunnel sowie der HeinrichstraßeDieselfahrverbote. Zudem wurden Fahrspuren reduziert[126] und diezulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt.[127]
Darmstadt ist aufgrund der engen Pendlerverflechtungen im Rhein-Main-Gebiet in hohem Maße von Stau betroffen. Nachteilig wirkt sich hierbei auch das Fehlen einer Ortsumgehung für den Durchgangsverkehr aus östlicher Richtung aus, der aus dem Odenwald und von Dieburg kommend die Innenstadt durchqueren muss, um die westlich von Darmstadt verlaufenden Autobahnen zu erreichen. Um hierfür Abhilfe zu schaffen, gab es in der Vergangenheit diverse Planungen, so etwa den Bau einer zweiten Autobahn entlang des Ostrands von Darmstadt (Bundesautobahn 49) zwischen der A 5 bei Eberstadt und der heutigenA 661 beiEgelsbach in den 1970er-Jahren, später dann den Bau einerNordostumgehung entlang derOdenwaldbahn vom Ostbahnhof nach Kranichstein. Beide Projekte werden nicht mehr verfolgt.
ImFlächennutzungsplan ist eine Trassenfreihaltung für den Ausbau des Eifelrings zur Westtangente eingetragen, um die Gräfenhäuser Straße über die Mainzer Straße, den Dornheimer Weg, die Rheinstraße und die Hilpertstraße mit der Eschollbrücker Straße zu verbinden und die B 3 westlich aus der Stadt zu verlegen. Konkrete Baupläne hierfür bestehen jedoch nicht.
Im Jahr 1912 wurden die Bahnanlagen in der Stadt großräumig neu geordnet und derHauptbahnhof im Westen der Stadt angelegt, ebenso entstanden derNordbahnhof an der Strecke nach Aschaffenburg und Eberbach sowie derSüdbahnhof an der Strecke nach Heidelberg neu. Die beiden alten Bahnhöfe am Steubenplatz und der alte Bessunger Bahnhof am heutigen Donnersbergring wurden geschlossen und die Bahnanlagen abgebaut. Weitere Bahnhöfe im Stadtgebiet sind derOstbahnhof und der Haltepunkt TU-Lichtwiese an der Odenwaldbahn, derBahnhof Kranichstein an der Strecke nach Aschaffenburg, die BahnhöfeArheilgen undWixhausen an der S-Bahn nach Frankfurt und der Bahnhof Eberstadt an der Strecke nach Heidelberg. 1955 wurde der Personenverkehr auf der Pfungstadtbahn eingestellt, es folgten die Strecke nach Groß-Zimmern 1966 und die Riedbahn nach Goddelau/Worms im Jahr 1970. Die Pfungstadtbahn wurde 2011 reaktiviert, während die beiden anderen Strecken inzwischen überbaut wurden.
Fernverkehrsverbindungen bestehen stündlich mitIC-Linien zwischen Frankfurt und Heidelberg, die darüber hinaus zu verschiedenen Zielen in Nord- und Süddeutschland und teilweise nach Österreich verkehren. Dazu kommen einzelneICE-Verbindungen sowie Fernverkehrszüge des AnbietersFlixtrain. Sämtliche Fernverkehrsverbindungen nutzen die Strecke Frankfurt–Heidelberg/Mannheim, während alle übrigen Strecken lediglich im Regionalverkehr bedient werden. Regionalzüge nach Frankfurt fahren halbstündlich, dazu kommt noch die Linie S6 derS-Bahn Rhein-Main, die ebenfalls halbstündlich über Frankfurt nachGroß Karben verkehrt. Nach Süden bestehen stündliche Verbindungen nach Heidelberg (teilweise durchgebunden bisWiesloch-Walldorf oderSchwetzingen) und Mannheim, die sich entlang der Bergstraße bis zumBahnhof Neu-Edingen/Mannheim-Friedrichsfeld ebenfalls zu einem Halbstundentakt überlagern. Die Regionalzüge nach Mainz/Wiesbaden und Aschaffenburg verkehren je nach Tageszeit halbstündlich oder stündlich (Betreiber:Hessische Landesbahn), jene nach Pfungstadt und Erbach/Eberbach stündlich (Betreiber:Vias). Einige Züge der Odenwaldbahn fahren statt zum Darmstädter Hauptbahnhof ab Darmstadt Nord weiter nach Frankfurt.
Im Eisenbahngüterverkehr ist Darmstadt seit der Stilllegung desRangierbahnhofes Darmstadt-Kranichstein keinEisenbahnknoten mehr. In Planung befindet sich dieNeubaustrecke Frankfurt–Mannheim, die westlich an Darmstadt vorbei entlang der A 5/A 67 verlaufen und über Verbindungskurven mit dem Darmstädter Hauptbahnhof verknüpft werden soll. Mit ihrer Fertigstellung wird der gesamte Eisenbahnverkehr in Südhessen neu geordnet werden, allerdings ist der Zeitplan hierzu noch offen.
Der öffentliche Nahverkehr in Darmstadt wird durch ein Straßenbahn- und ein Busnetz abgedeckt. Betreiber ist dieHEAG mobilo, Besteller dieDADINA, in der die Stadt und derLandkreis Darmstadt-Dieburg gemeinsam organisiert sind. Darmstadt gehört zum Tarifgebiet desRhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV).
DieStraßenbahn Darmstadt wurde 1886 eröffnet und verbindet die Kernstadt mit den StadtteilenArheilgen undKranichstein im Norden sowieEberstadt im Süden und mit den NachbargemeindenGriesheim im Westen sowieSeeheim-Jugenheim undAlsbach-Hähnlein im Süden. Innerstädtische Verbindungen bestehen darüber hinaus zumHauptbahnhof, nachBessungen, zum TU-Campus Lichtwiese und zum Böllenfalltor am südöstlichen Stadtrand. Das Streckennetz der Straßenbahn ist 43 Kilometer lang.
Ergänzt wird es von einem Busnetz, das auch jene Gebiete anbindet, die nicht von der Straßenbahn oder Eisenbahnlinien erreicht werden, was insbesondere die Stadtteile im Osten, Nordwesten und Südwesten von Darmstadt betrifft sowie die NachbargemeindenWeiterstadt im Nordwesten undRoßdorf sowieGroß-Zimmern im Osten. Bahnnetzerweiterungen in diese Gebiete werden diskutiert, jedoch bestehen dafür keine konkreten Planungen. Zentrale Knotenpunkte des ÖPNV-Netzes sind derLuisenplatz in der Stadtmitte und der Hauptbahnhof im Westen, daneben bestehen kleinere Busbahnhöfe in Arheilgen (Dreieichweg; nachWixhausen undLangen), am Böllenfalltor (nachMühltal undOber-Ramstadt), in Eberstadt (Wartehalle; in RichtungPfungstadt und westlicher Odenwald) und Griesheim (Platz Bar-le-Duc; nachRiedstadt).
Zwischen 1944 und 1963 gab es in Darmstadt auch ein kleinesOberleitungsbusnetz mit Strecken vom Böllenfalltor nach Ober-Ramstadt (Linien N und O) und von Eberstadt nach Pfungstadt (Linie P).
Neu angelegter, breiter und geschützter Radweg in der Bleichstraße
Der Radverkehrsanteil in Darmstadt ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich angestiegen, von etwa 15 % im Jahr 1999[128] auf etwa 22 % im Jahr 2018. Die Stadtverwaltung hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil bis 2030 auf 30 % zu steigern.[129] Im Zuge von Straßensanierungen wird versucht, für den Radverkehr attraktive Lösungen zu implementieren, etwa durch die Anlage breiter und gut markierter Fahrradspuren. Da solche Sanierungen jedoch nur im Abstand von mehreren Jahrzehnten durchgeführt werden, ist der Fortschritt entsprechend langsam bzw. punktuell und das Radwegenetz zeigt sich auch 2023 noch als lückenhaftes Wechselspiel gut ausgebauter Infrastruktur, auf die im nächsten Straßenzug die Abwesenheit jeglicher Radinfrastruktur folgt. Ziel der Stadtverwaltung ist es, die Strecken nach und nach zu vervollständigen. 2020 entstanden einige als Verkehrsversuch deklariertePop-up-Radwege, etwa auf der Neckarstraße und der Zeughausstraße in der Innenstadt. Diese wurden nach Auswertung der Versuche im Jahr 2023 verstetigt und dauerhaft markiert.[130]
Ein besonderes Augenmerk wird auf die Verknüpfung von Fahrradverkehr und ÖPNV gelegt, so finden sich an vielen größeren Haltestellen in den äußeren Stadtteilen Fahrrad-Abstellanlagen. Am Hauptbahnhof gibt es eineFahrradstation (Fahrrad-Parkhaus) mit 540 Plätzen.[131]
Im regionalen Radverkehr stellt sich die Situation ähnlich vielfältig wie im innerstädtischen Bereich dar. So gibt es in einige Nachbarorte gut nutzbare Radwegeverbindungen, etwa nachGriesheim/Riedstadt im Westen,Dieburg im Osten oderMühltal im Südosten, während in andere Richtungen wie etwa nachWeiterstadt/Groß-Gerau keine sinnvolle Verbindung vorhanden ist. Zur Erleichterung der Orientierung im regionalen Radverkehr haben die südhessischen Kommunen einige Radverbindungen nummeriert, wobei durch Darmstadt die Routen 13 bis 24 verlaufen und in die benachbarten Gemeinden führen. Ein Pilotprojekt in diesem Bereich ist die Anlage einesRadschnellwegs von Frankfurt nach Darmstadt, der auch für Pendler attraktiv sein soll. Die Planungen für die 30 km lange Verbindung begannen 2013 und 2019 wurde ein erster Abschnitt zwischen Wixhausen und Egelsbach eröffnet. Die Fertigstellung der Gesamtstrecke ist 2023 nicht absehbar.
DerFlughafen Frankfurt Main befindet sich etwa 20 Kilometern nördlich von Darmstadt. Vom Hauptbahnhof zum Flughafen Frankfurt gibt es eine Busverbindung, denAirliner. Außerdem gibt es alsVerkehrslandeplatz für kleinere Flugzeuge in rund 15 Kilometern Entfernung denFlugplatz Frankfurt-Egelsbach. Nördliche Stadtteile werden regelmäßig von startenden Flugzeugen überflogen.
Darmstädter werden auch „Heiner“ genannt (daher auch der Name „Heinerfest“). Ebenso wird einBessunger „Lapping“ genannt; eine Verballhornung des französischenlapin, alsoKaninchen. Ein Eberstädter (Bewohner vonEberstadt) ist ein „Gaasehenker“ (Ziegenhenker) und ein Arheilger (Bewohner vonArheilgen) ein „Mucker“ – abgeleitet von dem Verb „aufmucken“.[132]
Das Theaterspiel „Datterich“, eine Lokalposse vonErnst Elias Niebergall in Darmstädter Mundart, ist die Geschichte des „genialen Schnorrers“ Datterich, eines versoffenen entlassenen Finanzbeamten, und unbestritten das wichtigste Stück Darmstädter Lokalkultur.
Daschemische ElementDarmstadtium mit derOrdnungszahl 110 ist nach der Stadt benannt, da es im DarmstädterGSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung entdeckt wurde. Darmstadt ist damit die einzige deutsche Stadt, nach der ein Element benannt wurde. Das dort zuvor entdeckteHassium mit der Ordnungszahl 108 wurde nach dem Bundesland Hessen benannt. Das neue Wissenschafts- und Kongresszentrum (eröffnet im Dezember 2007) wurde nach dem Element ebenfalls „darmstadtium“ benannt.
Zwei Fragmente (2,6 g und 10 g) des MeteoritenDarmstadt imHLMD
Von 1872 bis 1882 wurden in derGroßherzoglich Hessischen Münze zu Darmstadt die Münzen desKaiserreiches (1871–1918) mit demMünzzeichenH geprägt. Die DarmstädterMünzprägeanstalt stand damals an der Stelle des heutigen Amtsgerichtsgebäudes am Mathildenplatz. Mit zumeist niedrigen Prägezahlen sind die seltenen Darmstädter Kaiserreich-Münzen bei Münzsammlern undNumismatikern sehr gefragt.
DasAbendlied („Der Mond ist aufgegangen“) vonMatthias Claudius soll möglicherweise 1776 in Darmstadt am Schnampelweg (in der Nähe des Botanischen Gartens) entstanden sein, dies ist aber nicht belegt.
Die weltberühmte StuteHalla wurde 1945 auf dem Darmstädter Hofgut Oberfeld geboren und erhielt dort nach ihrer Karriere als Springpferd bis zu ihrem Tod 1979 das Gnadenbrot.
Darmstadt ist eine der wenigen deutschen Großstädte ohne direkten Zugang zu einem Fluss.
DieDarmstadt war das fünfte gebaute Dampfschiff der Städte-Klasse und wurde 1890 in Dienst gestellt.
Die Alte Seegasse in Bessungen ist mit knapp 100 m die kürzeste Straße Darmstadts. Obwohl sie mitten in einem Wohnbezirk liegt, hat sie keine Anwohner.[134]
Jörg Koch: Darmstadt. 55 Meilensteine der Geschichte. Menschen, Ort und Ereignisse, die unsere Stadt bis heute prägen, Sutton Verlag, Tübingen 2025,ISBN 978-3-96303-557-9.
Roland Dotzert (Red.):Stadtlexikon Darmstadt. Hrsg. vom Historischen Verein für Hessen im Auftrag des Magistrats der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006,ISBN 3-8062-1930-3.
Karl-Eugen Schlapp (Hrsg.):Das große Buch vom Darmstädter Humor. 1978 und 1979,DNB550443541.
Hessisches Städtebuch; Band IV 1. Teilband aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1957.
Eberhard Jaekel:Chronik der Darmstädter kirchlichen Ereignisse. Ein Rückblick auf die letzten 90 Jahre Darmstädter Kirchengeschichte 1900–1989. Evangelischer Gemeinde- und Dekanatsverband Darmstadt, Darmstadt 1992,DNB920812457.
Manfred Knodt:Das evangelische Darmstadt in Geschichte und Gegenwart: Zum 625jährigen Stadtjubiläum Darmstadts. Waitz, Darmstadt 1955,DNB452471737.
↑Hessische Kreiszahlen. Hessisches Statistisches Landesamt, 14. November 2023; abgerufen am 10. Februar 2024.
↑1.1 Stadtgebietsfläche (Datenreport 2018, direkt als PDF). Herunterladbar unterKlima und geographische Angaben. Wissenschaftsstadt Darmstadt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. Dezember 2019; abgerufen am 29. Dezember 2019 (unter „1. Klima und geographische Angaben“).
↑abStatistisches Bundesamt (Hrsg.):Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983,ISBN 3-17-003263-1,S.345.
↑Technische Universität Darmstadt:Hochschulgruppe des Monats: TUD Schauspielstudio e. V. In:Technische Universität Darmstadt. (tu-darmstadt.de [abgerufen am 9. Januar 2018]).
↑Verkehrsprobleme sind extrem vom 11. Oktober 2016, Interview der Frankfurter Rundschau mit Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Aufgerufen am 11. Oktober 2016.
↑TIZ: Neue Gesellschafterstrukturen. Technische Universität Darmstadt, 20. Januar 2012, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2012; abgerufen am 11. Januar 2013.
↑Starkenburg-Kaserne. In: dfg-vk-darmstadt.de. Deutsche Friedensgesellschaft, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen im April 2018.